17.09.09 – Kakadu Nationalpark
Der Kakadu Nationalpark umfasst ein Gebiet von etwa 19.800 Quadratkilometer und wurde wegen seiner natürlichen und kulturellen Werte in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Er enthält eine der schönsten Sammlungen an Felsmalereien in der Welt und man zählt mehr als 5.000 Kunststätten. Die Verwaltung wird gemeinsam von den dort lebenden Aborigines und den Mitarbeitern von „Parks Australia“ verrichtet. Aborigines bewohnen seit mehr als 50.000 Jahren das Gebiet des Kakadu Nationalparks.
Wir
holen uns im Bowali Visitor Center Unterlagen und Karten für die nächsten Tage und machen uns dann auf den Weg zum Ubirr Rock, der berühmt ist für seine Felsmalereien. Wir sind von Beginn an derartig begeistert, sodass der Finger vom Kameraknopf gar nicht mehr stillhalten kann. Diese schönen, warmen Farben harmonieren mit der Umgebung. Hohe Pandanuspalmen wechseln sich mit den Eukalypten ab, dazu die alten, verwitterten Steine, der blaue Himmel, die Schäfchenwolken,…. Doch da stört etwas das kitschige Bild – nämlich der Rauch eines Buschfeuers! Es muss sich aber in einiger Entfernung befinden, denn eine Geruchsbelästigung gibt es nicht.
Wir widmen uns voll und ganz den Malereien und Zeichnungen. Ein Aborigine malt für sein Leben gern, zwecks der Freude, aber auch um Geschichten zu erzählen. Auf Schautafeln werden auch einzelne Figuren und ganze Szenen erklärt. Aussagen von den Ureinwohnern und Erläuterungen zum Geschichtlichen machen die Bilder richtig lebendig. Da gibt es zum Beispiel Malereien, die immer wieder auf bereits vorhandene darauf gemalt wurden. Um die Bilder vor Umwelteinflüssen zu schützen, wurden Linien aus Silikon auf die Felsen angebracht, damit das Regenwasser abtropfen kann.
Eigentlich etwas unverständlich, aber mitten auf dem Steinhaufen wächst ein Kapokbaum. Er ist komplett kahl und trägt lediglich an zwei Ästen schöne gelbe Blüten. Wenn dieser Baum blühte, dann wussten die Aborigines, dass die Krokodile jetzt die Eier legen. Sind dann aus den Blüten die Früchte gereift, war die Zeit richtig, um den Krokos die Eier zu klauen.
Mittlerweile sind wir auf dem Plateau des Felsens angelangt und von da haben wir eine wunderschöne Aussicht auf das Umland. Da liegt mitten im Gelände dieses riesige Felsmassiv, das von Woodland umrandet wird. Dahinter dann das Wedland mit den vielen, vielen Lotusblumen – na, und heute eben auch der Buschbrand. Die meterhohen Rauchsäulen sehen von hier oben echt spektakulär aus und man sieht sogar, wie die Flammen lodern. Gut, dass wir weit genug weg sind!
Weit
über Mittag hinaus halten wir uns beim Ubirr Rock auf. Trotzdem beschließen wir, gleich zu den nächsten Felsmalereien weiter zu fahren, den Nourlangie Rocks. Es ist brütend heiß und wir Narren – wie viele andere auch – klettern über Stock und Stein auf den Spuren der Traumzeit. Die Hitze ist aber nicht das Schlimmste, sondern die vielen lästigen Fliegen, die sich dauernd im Gesicht, Nase und Ohren nieder lassen. Da heißt es für uns, ständig in Bewegung zu bleiben. Also widmen wir uns wieder den Felsmalereien, denn sie lenken uns dann ein wenig ab. Der Stil der Zeichnungen hier ist ein wenig anders als bei Ubirr und sie wurden zum Teil „repainted“. Am Ende des 1,5 km langen Rundweges gibt es den berühmten X-Ray Man zu sehen, wirklich beeindruckend.
Zurück am Parkplatz lauern bereits schwarze Raben über unserem Auto und betteln. Ihr „A“-Ruf geht durch Mark und Bein – jeder HNO-Arzt hätte seine Freude mit ihnen, weil sie den Schnabel so weit aufreißen!
Bevor
wir wieder zum Campingplatz zurückfahren, schlendern wir noch eine Zeitlang am Anbangbang Billabong herum. Aufgrund der Hitze ist kaum mehr Wasser da und viele Gänse, Ibisse, und sonstige Wasservögel suchen nach Freßbarem. Die Oberfläche ist komplett bedeckt mit den Blättern der Lotosblumen.
Wir entschließen uns kurzfristig, noch einen Abstecher zum Warradjan Aboriginal Cultural Center zu machen. Hier gibt es eine Ausstellung über die Geschichte der Ureinwohner, ihre Nahrungsbeschaffung, die Herstellung von Schmuck, die Entstehung der Felsmalereien und vielem mehr. Leider haben wir nicht mehr sehr viel Zeit, weil um 17:00 Uhr geschlossen wird.
So, der Tag heute ist anstrengend genug gewesen. Jetzt machen wir es uns am Campingplatz noch gemütlich und freuen uns schon auf morgen.
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