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Um 04:00 Uhr morgens reißt uns der Wecker aus unseren Träumen. Geduscht und zusammengepackt ist alles schnell und keine halbe Stunde später stehen wir schon an der Rezeption. Das Taxi wartet auch bereits, nur das von der Rezeptionistin gestern zugesagte Lunchpaket hat verschlafen.

Ruck zuck erreichen wir den Flughafen und kaum zu glauben, zu dieser frühen Morgenstund wimmelt es in der Flughafenhalle nur so von Menschen, die sich an den sieben Schaltern für die Gepäckaufgabe anstellen. Anstellen ist gutgesagt, denn keiner weiß so richtig, wo sich das Ende der Schlange befindet und so schummeln sich die Wartenden immer wieder irgendwo durch. Etwa alle fünf Minuten bewegen wir uns einen Schritt vorwärts, nur gut, dass wir genügend Zeit eingeplant haben. Immer wieder kommt es zu Diskussionen und Geschrei, weil sich die Leute gegenseitig mit ihren Koffern und Rollwägen über die Zehen fahren. Ausrufe wie „… da hätt ich ihm eine panieren sollen…“ und Morddrohungen, wie im wilden Westen. Irgendwie rutschen wir immer weiter nach hinten, aber Gott sei Dank gibt es eine Passagierin, die lauthals die Wartenden anschreit und herumdirigiert, damit jeder weiß, wo er sich anzustellen hat. Österreich könnte hier von so manchen Ländern wie Amerika oder Australien einiges lernen, was das Anstellen betrifft. Am Priority Schalter daneben geht es da ruhiger zu, denn da gibt es nur eine kurze Warteschlange, dazwischen erblicken wir einen Promi, die Dagmar Zilk.

Nach genau 35 Minuten sind wir schließlich unseren Koffer los und bedanken uns für das lebendige Kabarett, das uns hier geboten wurde. So, nun noch ein kurzer Abstecher in die Parfumabteilung, ein Spritzer links, einer rechts und wir fühlen uns frisch. Dann geht es ab in die nächste Warteschlange beim Security-Check. Da klappt das Anstellen aber besser, trotzdem wird auch hier geschimpft, weil es auch wieder zäh vorwärts geht. Wolfgang kriegt eine Massage, weil er den Gürtel und die Uhr nicht abgenommen hat. Mir werden die Finger gewaschen, da der X-Ray angeschlagen hat.

Für den Flug mit der Eurowings A-320 haben wir uns Beinfreiheit gebucht und das ist einfach ein Traum. Dafür ist es saukalt in der Kabine und der Pilot erklärt uns, dass das Triebwerk für die Heizung ausgefallen ist. Müssen wir uns Sorgen machen? Neeein!

Nach der Sicherheitseinweisung geht´s dann los – es ist 06:30 Uhr. Nach einer Rundfahrt auf der Rollbahn muss sich auch unser Flieger noch anstellen für die Enteisung der Tragflügel. Währenddessen erhalten wir aus dem Cockpit die Information, dass es aktuell in Málaga 11 Grad hat und nicht regnet. Das wollten wir hören, wunderbar!

Kaum haben wir abgehoben, legt sich der Flieger in eine Kurve und steigt dabei steil an, sodass es uns in die Sitze drückt. Die verschneite Landschaft unter uns lassen wir bald hinter uns und durchbrechen ruppelig die dicke Wolkenschickt. Wie singt Reinhard May so schön „über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein, alle Ängste, alle Sorgen, sagt man, blieben darunter verborgen und dann, würde was uns groß und wichtig erscheint, plötzlich nichtig und klein“. Egal, dass die Wettervorhersage für Andalusien nur Regen meldet, wir sind im Urlaub, nehmen es wie es ist und machen das Beste daraus.

Immer erhaschen wir einen Blick auf die Landschaft unter uns, wenn die Wolkendecke mal ein Loch hat. Schneebedeckte Berge und glitzerndes Wasser und wie Badeschaum wirken die von der Sonne beleuchteten Wolken. Ruhe und Frieden macht sich breit, wir lehnen uns zurück in die Sitze, schließen unsere Augen und lassen uns einlullen in das Dröhnen der Düsen und das Brabbeln des wenigen Monate alten Babys hinter uns. Das leichte Schaukeln des Fliegers und die angenehme Wärme, die durch die Fensterscheibe kommt, wiegen uns in ein sanftes Dösen.

Eine halbe Stunde vor unserem Ziel beginnt der Pilot mit dem Sinkflug und unsere Route führt entlang der Küste über Barcelona und Valencia und am Meer sind schon Schiffe sichtbar. Weite Flächen des Landes sind bedeckt mit Olivenplantagen und das schaut von oben wie ein hübscher Fleckerlteppich aus. Dazwischen die kleinen Orte, viele mit komplett weißen Häuser – die berühmten pueblos blancos, die weißen Dörfer.

Um Punkt 10:12 Uhr setzt der Flieger sanft auf der Landebahn in Málaga auf. Es ist bewölkt und die Windhosen auf dem Flughafen hängen. Den Regen dürften wir versäumt haben, denn überall auf dem Gelände stehen volle Wasserpfützen. Na, das stimmt uns ja mal positiv.

Wir folgen der Menge durch das Innere bis in den Gepäckraum mit den Laufbändern. Während wir auf unseren Koffer warten, fällt uns auf, dass alle Hinweisschilder, wie Ausgang, Mietauto,… als erstes in Deutsch, dann in Englisch und ganz unten erst in Spanisch angeschrieben sind. Na, da hat sich wohl jemand voll auf deutschsprachigen Touristen eingestellt.

Unser Koffer kommt als einer der letzten, aber für uns ist das nicht selbstverständlich, denn schon sehr oft mussten wir ohne Gepäck weiterreisen.

Vor dem Flughafengebäude werden wir schon von unserem Autovermieter Marbella Car Hire erwartet, der uns mit einem Kleinbus in die Zentrale bringt. Auf der Fahrt dorthin ist eine unserer ersten Fragen natürlich das vorausgesagte Wetter. Der fesche Mann drückt ein wenig herum und diplomatisch meint er dann, dass es heute trocken bleibt. Er selber kommt aus Venezuela und auch ihm ist hier eindeutig zu kalt. Schade, denn die vergangenen Wochen sind schon so schön gewesen und nun hat das europaweite Sibirien-Tief auch den Süden Spaniens erwischt.

Reibungslos erfolgt die Autoübernahme und schon nach kurzer Zeit sitzen wir in einem grauen VW Polo. Zu unserer Freude hat das Auto ein Automatikgetriebe und einen Tempomat, wir fahren zuhause auch mit Automatik. Na, das wird ein entspanntes Fahren.

Die ersten Eindrücke auf der Fahrt ins Centro Urbano gefallen uns schon mal. Hohe Oleanderbüsche, Palmen, Eukalypten, Gummibäume und Yuccas gedeihen prächtig in den Parks und neben den Straßen bedecken hübsch blühende Mittagsblumen schon große Flächen. Ein schönes, südliches Ambiente! Ein dreispuriger Boulevard führt in die Altstadt, wo wir den Anweisungen unseres Navis zu einer Parkgarage folgen. Aufgrund einer Baustelle müssen wir eine kleine Stadtrundfahrt machen, bis wir dann schließlich am Eingang der Garage ankommen. Nur wo sollen wir hier bitte parken, da ist ja alles voll? Wir haben keine Zeit zu überlegen, da kommt schon ein Mann auf uns zu uns sagt, dass er unser Auto einparkt. Am Schalter bezahlen wir gleich mal eine Summe und schon sind wir unser Auto los. Na, sowas haben wir auch noch nie erlebt.

Einmal um die Kurve gebogen, landen wir am Plaza Uncibay und hier gönnen wir uns erst mal in der Bar Doña Mariquita Toast mit Schinken und Tomaten, Bier für Wolfgang und frisch gepressten Orangensaft für mich, der weltbeste. Mit Schwung und Gesang bringt uns der „hundert Jahre alte“ Kellner unser Mittagessen. Da es nicht regnet, sitzen auch wir wie alle anderen im Freien und saugen die ersten Bilder in uns auf. Schöne Häuserfassaden mit Fliesenelementen und tollen französischen Balkonen umrunden den Platz.

Linkerhand der Brunnen La muerte de Acteón (Tod von Aceteón) und auf der anderen Seite steht der hohe Turm der Escultura e Fonte mit den mythologischen Skulpturen der Entrückung der Sabinas.

So, das Baucherl ist voll, jetzt sind wir bereit für die Erkundung der Stadt. Dem Touristenstrom durch die Gassen folgend, widmen wir als erstes der Iglesia de Santiago Apóstol, eine der ältesten christlichen Kirchen Málagas. Eng in die hohe Häuserzeile integriert, ragt der schöne Turm in die Höhe. Er war ursprünglich ein Minarett, denn die Kirche wurde 1490 auf einer ehemaligen Moschee im Múdejar-Stil errichtet. Das Innere verzaubert mit dem tollen Deckengewölbe in cremefarbigem Stuck und goldenen Akzenten. Der Hochaltar ist in Oliv gehalten und auch hier heben Vergoldungen einzelne Szenen schön heraus. Die Marienfigur Virgen del Amor y de Jesús el Rico, eine der meistverehrten Heiligenstatuen finden wir in einer der Seitenkapellen. Erwähnenswert ist noch, dass in dieser Kirche der aus Málaga stammende Pablo Picasso getauft wurde.

Auf dem Weg zum Plaza de la Merced landen wir plötzlich mitten in einer Demonstration. Einige Schritte marschieren wir mit, denn unser Spanisch reicht nur dafür aus, um zu verstehen, dass es hier bei „gleicher Arbeit um gleiches Gehalt“ geht und dafür sind wir natürlich auch!

Wir überqueren die Straße und steigen die Stiegen zum Plaza de la Merced hoch. Der mit hellen Steinen verflieste Platz ist umgeben von mächtigen Farnbäumen. Dazwischen Bänke und romantische Laternen. Ein Obelisk markiert den Mittelpunkt des Platzes, errichtet als Erinnerung an 1831 erschossene Soldaten. Kreischende Kakadus ziehen ihre Kreise von einem Baum zum anderen. Die fühlen sich hier richtig wohl.

Leider ist unsere Zeit beschränkt, deshalb stürzen wir uns wieder ins Gewühl und spazieren die Calle Granada wieder zurück. Wir biegen in die Calle San Augustin ein und können einen Blick durch das schmiedeeiserne Gitter auf den gelb getünchten Glockenturm der kleinen Kirche der Padres Augustinos erhaschen. Mächtige Orangenbäume, hängvoll mit dicken Orangen zieren den Vorgarten.

Vor der Kathedrale von Málaga herrscht reges Treiben, Portraitzeichner zeigen ihr Können, eine lebende Statue gerät in Entzücken, wenn eine Münze ins Körberl fliegt und fliegende Händler versuchen Handysticks und Regenschirme an den Mann oder die Frau zu bringen. Unsere volle Aufmerksamkeit haben aber die urigen Typen auf der Bank, die die Menschen mit spanischer Musik beglücken. Ein Opa, der sich kaum auf den Beinen halten kann, singt und tanzt mit Begeisterung zu den Gitarrenklängen.

Nachdem wir unseren Obolus abgeliefert haben, betreten wir ehrfürchtig das Innere der riesigen Kirche. Auch sie wurde auf den Mauern einer Moschee errichtet und aufgrund der langen Bauzeit sind hier viele Stilrichtungen zu finden, vorherrschend aber der Renaissancestil. Aufgrund der Beleuchtung erstrahlen die Säulen und Deckengewölbe in leuchtendem Gelb. Wuchtig ragen die Säulen nach oben und verbinden sich mit den mächtigen Tonnengewölben zu den Kuppeln. Drei Kirchenschiffe werden von vielen Seitenkapellen mit wertvollen Kunstschätzen umgeben. Umwerfend sind die Chorgestühle aus dem 17. Jhdt. aus Zedernholz und Mahagoni, an dem fast fünfzig Jahre gearbeitet wurde. Zwei barocke Orgeln und eine Marmorkanzel komplettieren das Ensemble. Ein Audioguide informiert uns bis ins kleinste Detail über die Kathedrale und leitet uns dabei in jedes Eck und hinten auch kurz hinaus.

Die barocke Hauptfassade wurde in rotem Marmor errichtet und enthält viele Verzierungen und Medaillons. Aus Geldmangel wurde nur einer anstelle der zwei geplanten Türme erbaut, deshalb wird sie von den Einheimischen liebevoll „La Manquita“, kleine einarmige Dame genannt. Mit seinen 84 Metern ist er aber der höchste von ganz Andalusien. Im Park, der rund um die Kathedrale angelegt wurde, blühen schöne, orange Papageienblumen. Viele Bettler bevölkern das Gelände, buhlen um die Gunst der Leute und hoffen einige Münzen abzubekommen.

Kurz vor halb drei sind wir wieder zurück an der Parkgarage und es sind beinah alle Stühle vor den Bars und Restaurants besetzt – jetzt erst wird hier zu Mittag gegessen. Wir aber lösen unser Auto aus und machen uns auf die Fahrt aus Málaga raus. Ein letzter Blick hoch auf die Mauern der Burg aus dem 11. Jhdt., die wir uns aber für den nächsten Besuch aufheben müssen, denn heute reicht die Zeit nicht mehr.

Während der Fahrt beginnt es zu nieseln, aber so lange wir im Trockenen sitzen, ist uns das ja egal. Spanische Musik aus dem Radio begleitet uns etwa 80 Kilometer zu unserem nächsten Ziel, Alhama de Granada. Die zweispurige Autovia führt durch eine hügelige Landschaft, die stark geprägt ist von Olivenplantagen. Am Straßenrand sind schon erste, gelbe Blüten des Stechginsters sichtbar, der sich mit prächtigen Yucca´s und Ohrwaschl-Kakteen das trockene Gelände teilt.

Auch unseren ersten Toro de Osborne können wir erblicken. Einst diente die 14 Meter hohe Silhouette des Stiers für Werbungszwecke der Brandy-Destillerie Osborne, heute ist er zum Markenzeichen von Spanien geworden. Die ersten Bullen waren aus Holz hergestellt, heute bestehen sie aus 70 Blechplatten. In Andalusien sind 21 von insgesamt 88 zu finden und sie wurden sogar in den Katalog des historischen Erbes aufgenommen. Wir haben die Ruhe, die schöne Umgebung zu genießen, da die Autofahrer sehr zivilisiert fahren, sich an die Tempolimits halten und auch wissen, dass ihr Auto einen Blinker eingebaut hat. Rasen ist hier nicht angesagt, obwohl nicht sehr viel Verkehr unterwegs ist.

Einige Kilometer vor unserem Ziel verlassen wir die Autovia, um die Gegend noch besser genießen zu können. Ich kann es zumindest, denn Wolfgang muss seine Aufmerksamkeit den kurvigen, stellenweise sehr engen Straßen widmen. So mancher Mandelbaum zeigt schon seine Pracht in Rosa, das muss ja unvorstellbar schön sein, hier entlangzufahren, wenn die Bäume alle in voller Blüte stehen. Dazwischen wieder die Olivenplantagen, deren Blätter im Wind herumwirbeln. Zu jeder Plantage gehört auch eine Hazienda und davon bekommen wir auch tolle Objekte zu sehen. Dazwischen immer wieder mehr oder wenig zerfallene Ruinen, die einfach dem Schicksal überlassen werden.

Mittlerweile ist der Regen stärker geworden, es hat 7 Grad und wir nähern uns dem Ort Alhama de Granada.

Da uns das Navi in der Stadt mehrmals im Kreis schickt und wir keinen Parkplatz ausmachen können, stellen wir unser Auto am Fuß der Siedlung ab. Eingehüllt in unsere Regenjacken stapfen wir die letzten 350 m die steile Straße hoch und erreichen den Plaza de los Presos. Er ist umgeben von schönen weißen Häusern, eines davon das ehemalige Gefängnis aus dem Jahr 1674 mit dem alten Stadtwappen an der Hausmauer. In der Mitte des mit roten Steinen gepflasterten Platzes befindet sich ein hübscher Brunnen. Eine wunderschöne schwarz-weiße Bordüre aus Steinen rahmt den Platz ein. In mühsamer Handarbeit wurden hier verschiedene Blumenranken, Vasen und das Symbol von Granada, nämlich der Granatapfel verewigt. Wie ein Teppich führt dieser Weg durch einen Torbogen und wir kommen zum alten Getreidespeicher, erbaut in der ersten Hälfte des 16. Jhdts. auf einer jüdischen Synagoge. 

In unmittelbarer Nähe liegt auf einer kleinen Anhöhe die Iglesia de la Encarnación. Auch hier ist der Vorplatz mit einem tollen Muster aus Kieselsteinen verlegt. Leider ist die Türe verriegelt, sodass wir nur mit der Vorderfront vorliebnehmen können. Im gesamten Ort sind Infotafeln angebracht mit Fotos und Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten. Müssen uns halt diese Eindrücke genügen.

Der Ort wirkt verschlafen, denn bis auf die Hundebesitzer ist keine Menschenseele unterwegs. Eine Gasse weiter treffen wir dann auf zwei Kids, die dem Regen trotzen, Cristiano Ronaldo spielen und mit ihrem Ball hin und her kicken. Der Duft von Rauch vermischt sich mit dem Regen, ja die haben recht, die Einwohner, wenn sie sich bei diesem Wetter in ihre vier Wände zurückziehen und sich den Kamin einheizen.

Wir schlendern die Gasse wieder zurück zum Auto und entdecken dabei die Puerta de Granada, hier war im Mittelalter der Startpunkt der Straße nach Granada. Im 16. Jhdt. befand sich hier noch ein Tor, das die Stadtglocken beherbergte. Etwas unterhalb plätschert der gleichnamige Brunnen still vor sich hin und auch hier ziert ein hübscher Granatapfel den Mittelpunkt des Aufbaus.

Wir verlassen das hübsche Örtchen, halten jedoch nach einigen Kilometern noch einmal und werfen einen Blick zurück. Eingebettet in Olivenhainen thront die Kirche imposant auf einer Anhöhe, umrahmt von einer weißen Häuserzeile und umgeben von der Schlucht mit dem Fluss Río Alhama.

Dann setzen wir unsere Fahrt fort wieder durch die Landschaft mit ihren kleinen Orten. Das Aufleuchten der Warnmeldung, dass unser Reifendruck nicht passt, zwingt uns zu einem kurzen Boxenstopp an der Tankstelle. So jetzt geht´s aber direttissima nach Granada.

Unser Hotel in Granada, das Palacio de los Navas finden wir auf Anhieb. Da wir in dieser engen Gasse nicht parken können, laden wir die Koffer aus und Wolfgang begibt sich auf die Suche zur nächstgelegenen Parkgarage. Es dauert eine Weile, bis er wieder zurück ist und leider ist auch seine Mühe umsonst gewesen, denn beim Einchecken sagt uns die Rezeptionistin, dass wir in einer anderen Garage parken sollen, um die Hotelkonditionen zu bekommen. Also stapfen wir nochmal los und stellen unser Auto um. Hurtig huschen wir auch gleich noch zum Plaza de Cuchilleros, wo wir in der Agentur THIS.IS unsere Tickets für die morgige Alhambra – Besichtigung abholen. Dort erhalten wir Audioguides, die wir zwei Tage nutzen können mit vielen Informationen über die Alhambra und die Stadt. Für heute beschließen wir aber unser Besichtigungsprogramm, der Regen ist nicht gerade einladend.

Wir sprinten über den gegenüberliegenden Plaza Nueva in die nahegelegene Pizzeria Braseria Plaza Nueva. Es ist spät geworden und der Magen knurrt. Wir studieren die Speisekarte und beschließen eine Paella für zwei Personen zu bestellen. Dazu Cerveza Alhambra und Madeirawein. Zur Überbrückung während wir auf das Essen warten, bekommen wir eine Schale mit Oliven serviert. Obwohl ich kein Olivenfan bin, schmecken sie mir hervorragend. Als die Kellnerin mit der riesigen Pfanne kommt, sind wir fassungslos – wer soll denn das alles essen? Die Paella hat eine schöne gelbe Farbe, ist würzig und verdammt gut. Und man staune, wir schaffen es dann doch, die Pfanne leerzufegen. Mit vollem Bauch geht´s dann im Stechschritt zum Hotel zurück, denn es schüttet aus vollen Schaffeln.

Jetzt schaun wir uns im Hotel und im Zimmer genauer um. Der kleine Palast, im Herzen der Altstadt von Granada gelegen, stammt aus dem 16. Jhdt. Die 19 Zimmer sind rund um einen Patio, einem typischen andalusischen Innenhof angeordnet und sind stilvoll hübsch in Weiß- und Naturtönen eingerichtet. Wir fühlen uns auf Anhieb sehr wohl und erst recht nach der zehnminütigen warmen Dusche. Der Tag war lange und wir sind geschafft, wir kuscheln uns in die vielen Decken des Bettes und es dauert nicht lange, da fallen uns auch schon die Augen zu.

Irgendwann in der Nacht werden wir aus dem Schlaf gerissen, lautes Grollen und Lachen kommt von der Gasse hoch. Uns ist auf dem Nachhauseweg schon aufgefallen, dass wir einige Lokale in unserer Straße haben und diese auch stark besucht sind. Granada besitzt die drittgrößte Universität Spaniens und daher ist jeder sechste Bewohner ein Student. Und die Jugendlichen haben noch die Ausdauer, an den Wochenenden lange zu feiern.

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