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Früher als sonst müssen wir heute aufstehen, denn wir haben eine Tagestour ins Arnhem Land gebucht. Dieses

Gebiet ist eines der größten Wildnisgebiete Australiens und ist bis heute weitgehend unerschlossen. Es wird durch eine steile Abbruchkante von den Feuchtsavannen des Kakadus getrennt, wo sich die Aborigines während der Regenzeit zurück ziehen.  In diesem Gebiet darf nur leben, wer auch dort geboren oder mit jemandem dort verwandt ist. Das Arnhem Land darf nur mit einer Genehmigung besucht werden und es gelten sehr strenge Regelungen, was den Alkohol betrifft. Verstöße werden mit extrem hohen Geldstrafen oder Gefängnis geahndet.

In einem kleinen 4WD-Bus mit nur acht Teilnehmern fährt uns unser Tourguide Danny erst in Richtung Ubirr, wo er dann nach Oenpelli abzweigt. Auf der Strecke dorthin hält er einige Male, um uns einiges zu zeigen und zu erklären. Gleich nach der „Grenze“ ins Arnhem Land beginnt die unseald road und wir müssen auch gleich mal durch eine gefloodete Straße fahren. Aussteigen unmöglich, denn da schwimmen Krokodile drin! Und davon können wir uns dann auch gleich überzeugen. Wie schwebend gleiten sie durch das braune Wasser, nur die Augen und hin und wieder einige Zacken des Rückens schauen aus dem Wasser heraus. Die Fische in deren Nähe scheinen fliegen zu können, denn wenn sich das Kroko bewegt, retten sich die Fische seitlich weg.

Danny lässt uns bei einem Billabong aussteigen, der bis auf wenige Stellen komplett mit Lotusblättern zugewachsen ist. Unmengen von eleganten pink farbigen Lotusblumen ragen stolz gen Himmel und schaukeln sanft im Wind. Einfach wunderschön! Wasservögel tummeln sich darin und am Himmel schweben Adler. Rings um uns befinden sich kleine Felsmassive und wir hätten nicht vermutet, dass diese große Schätze versteckt halten. Danny erzählt uns wieder viel Interessantes und dann zeigt er uns in den Felsen versteckte Malereien und Fröschen.

Weiter geht es wie auf einem Waschbrett die Straße weiter. Das Stauben nimmt kein Ende, denn jedes Auto hinterlässt eine ordentliche Wolke. Wieder bleiben wir bei einem Escarpment (Abbruchkante) stehen und sehen uns dort „versteckte“ Felsmalereien an. Hier dürfen wir leider keine Fotos machen, da es sich um eine heilige Stätte handelt. Hier wurden auch Verstorbene begraben und deren Knochen wurden während der Überflutung heraus geschwemmt. Zuvor präsentiert uns Danny noch Speere und Jagdwaffen und erzählt uns dabei interessante Geschichten. Bevor wir wieder weiter fahren zeigt er uns noch ein Nest mit grünen Ameisen und demonstriert, wie die Aborigines die Ameisen als bush tucker verwenden. Auch Wolfgang probiert es, indem er den Ameisen den Hintern ableckt – der soll angeblich nach Limone schmecken.

Unser nächstes Ziel ist das 1.000-Einwohner „Containerdorf“ Gunbalanya, wo wir die Injalak Arts Gallery besuchen. Hier können die Aborigines ihre Bilder und Handwerke verkaufen  – die Erlöse kommen der lokalen Community zugute. Die Künstler selbst werden vom Staat bezahlt und haben so ihr regelmäßiges Einkommen. Wir sind voll begeistert von vielem, was sie gemacht haben und kaufen uns ein Bild.

Bevor es endgültig BO-BO (Auf Wiedersehen) heißt, karrt uns Danny noch einen wilden, einspurigen Feldweg bis zu einem Billabong. Hier sieht es echt romantisch aus. Wieder die Sandsteinfelsen, die eingesäumt sind von Pandanuspalmen, davor der Billabong mit Krokodilen und was fehlt noch? Der Sandstrand mit Eukalypten – und den gibt es auch. Darunter genießen wir dann unser lunch. Mäuschenstill wird es und alle genießen das Essen und die schöne Stimmung.

Auf dem Rückweg biegen wir noch einmal von der Straße weg und Danny hat zum Abschluss wunderbare Felsmalereien, die wir sonst nicht gesehen hätten. Hier dominieren Hände, Schiffe und auch wieder Fische. Auch hier dürfen wir leider nicht alles fotografieren. Schade, aber wir respektieren den Kult der Ureinwohner.

Wir werden wieder am Ausgangspunkt abgeliefert und dann fahren wir weiter bis Cooinda, wo wir uns im Campingplatz für den nächsten Tag ausrasten. Buschfeuer rundherum, von allen Richtungen steigt der Rauch auf und zeitweise können wir die Brände auch riechen. Ist schon irgendwie eine komische Stimmung, aber hier ist keiner beunruhigt. Na, dann sind wir´s auch nicht und genießen die Zeit hier.


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