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Auf der Strecke zu den Bungle Bungle stehen laufend Kühe nahe an der Straße und manchmal fragen wir uns schon, was die armen Viecher hier fressen können. Überall nur vertrocknetes Gras, selbst auf den Bäumen sind oft keine Blätter mehr vorhanden.

Um genau 09:10 Uhr stehen wir dann vor dem Gatter, das uns den Weg zum Nationalpark frei gibt. Und das kann echt lustig werden, denn wir finden schon nach den ersten Kilometern alles vor, was die Straße zu bieten hat: Wellblechpiste, Schlaglöcher, Geröll und Sand. Ständig geht es auf und ab, es ist sehr kurvig und wir hüpfen von einem Loch zum nächsten. Wir kommen uns vor wie auf einer Hochschaubahn, außerdem kommt meistens nach einer Bergkuppe eine Kurve und die Straße hängt oft seitlich weg. Echt abenteuerlich die Fahrt. Jetzt fehlt nur noch das Wasser und kaum haben wir den Gedanken ausgesprochen, da stehen wir auch schon vor einem gefüllten Creek. Dann noch einer und der dritte ist dann der Hammer. Wo kommt bloß das viele Wasser her? Laut Hagne gestern hat es in den Bungle Bungle im Dezember 2008 das letzte Mal geregnet. Uns ist schon etwas mulmig, als wir in das Wasser hineinfahren, aber es sind schon andere Autos vor uns auch durch gefahren. Also kann es nicht so schlimm werden.

Die Landschaft rundherum ist sehr schön anzusehen, denn die weißen Stämme der vielen Eukalypten leuchten in der Sonne, die rote Erde ist bedeckt mit Spinifexbüschel und dazwischen wachsen Wildblumen.

Nicht ganz zwei Stunden später stehen wir schließlich vor dem Visitor Center, kaufen uns den Park Pass und bezahlen die Campingplatzgebühr. Die Dame weist uns dringend darauf hin, genügend Wasser auf unseren Wanderungen mitzunehmen, da es very hot ist. Von dort fahren wir weiter zur Piccaninny Gorge. Bevor wir zu unserer ersten Wanderung in die Cathedral Gorge starten, wird erst noch was gegessen. Dann geht´s los über Sandbänke und Felsen. Die Vegetation ist trocken, aber sehr schön. Akazien, Buschtomaten, Hibiscus, Mulla Mulla und noch so einiges, deren Namen wir leider nicht wissen. Kurz vor dem Ziel erblicken wir dann noch zwei schwarze Echsen, die sich in der Sonne baden. Es ist sehr heiß und größtenteils müssen wir auch in der prallen Sonne marschieren, aber die Schufterei lohnt sich. Am Ende der Schlucht liegt ein gewaltiges Amphitheater mit einem Wasserloch, in dem sich die senkrechten orangen Felswände spiegeln. Es ist unbeschreiblich schön hier und nur schweren Herzens machen wir uns auf den Rückweg.

Wir treffen ein Schweizer Pärchen und quatschen während des Gehens über den Aufenthalt hier. Die beiden sind seit Anfang August schon unterwegs und sie bleiben noch bis Ende November. Wir tauschen Tipps und Erfahrungen aus und während wir so plaudern, stoßen wir auf einen Guide, der sich um eine Omi kümmert, die dehydriert ist. Als er mitbekommt, dass wir deutsch sprechen, bittet er uns, Uta, wie die Dame heißt, zu übersetzten. Wir bemühen uns, dass Uta viel Wasser trinkt und einen Platz im Schatten bekommt. Der Guide ruft inzwischen per Satelittentelefon einen Hubschrauber, der Uta ins Krankenhaus bringt.

Wir aber wandern weiter zum Piccaninny Lookout. Diese Schlucht ist angeblich durch einen Meteoriten entstanden und ist über 7 km lang. Vom Aussichtspunkt eröffnet sich uns ein Panorama, dass es kitschiger gar nicht geht. Die Felstürme der Bungle Bungle sind Überreste eines ehemaligen geschlossenen Sandsteinplateaus, das von Wind und Regen von Furchen und Tälern durchzogen wurde. Durch den Einschluss von Eisen und Cyanobakterien wird eine Erosion verhindert und das eigentlich weiße Sandgestein bekommt so ihre orange-schwarzen Streifen.

Den Sonnenuntergang erleben wir dann noch vom Kungkalahayi Lookout. Das rote Gestein beginnt zu glühen und wirkt dreidimensional und beinahe jede Minute verändert sich die Färbung. Echt ein Erlebnis und es erinnert uns an den Sunset beim Ayers Rock vor einigen Jahren.

Die Nacht verbringen wir im Kurrajong Campsite inmitten des National Parks. Igitt, igitt heute müssen wir ohne duschen schlafen gehen, denn die gibt´s hier nicht! Ein Plumpsklo und ein Wasserhahn mit nicht trinkbarem Wasser, that´s it! Wir sitzen noch unter freiem Himmel und starren auf die Sterne und die Milchstraße. Niemandem weitersagen, aber wir gehen schon um 20:00 Uhr schlafen, weil es erstens stockdunkel ist, zweitens wir keinen Strom haben und drittens wir auch geschafft sind von dem Tag und der Hitze. Good night.

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