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Das Gezwitscher der Vögel weckt uns und bevor die Hitze wieder unerträglich wird, packen wir zusammen und frühstücken.

Unser erstes Ziel heute ist die Mini Palms Gorge. Der Weg dorthin führt erst durch ein Sandbett und danach auf großen Schottersteinen. Es ist sehr anstrengend, denn wir müssen wieder in der prallen Sonne gehen und die kann um 09:00 Uhr schon was! Schautafeln mit interessanten Erklärungen über die vorhandenen Mikroorganismen, Besonderheiten der Eukalypten oder die Livistona Palmen, die hier wachsen, lenken von den Strapazen ein wenig ab. Ab etwa der Hälfte geht es dann wirklich in die Schlucht hinein und da gibt es endlich Schatten! Ab hier beginnen dann auch die Kletterpartien. Stellenweise werden Bauchumfangsmessungen durchgeführt. Die Spalten sind so eng, dass ein molliger Mensch nicht durchkommen würden. An beiden Seiten der Schlucht lehnen sich die hohen Livistona Palmen regelrecht an den Felsen. Wir werden begleitet von vielen Prachtschmetterlingen und den ungeliebten Fliegen. Das letzte Stück des Weges geht abwechselnd über einen Boardwalk und Treppen hinauf und dann öffnet sich die Schlucht hoch hinauf. Sieht echt toll aus und wir können allein diesen atemberaubenden Anblick genießen. Der Lichteinfall macht die Steilheit der Felsen noch dramatischer und das Rot der Steine strahlt regelrecht. Der Boden ist bewachsen mit Palmen und diese wirken wirklich sehr mini.

Auf dem Rückweg treffen wir zufällig den Guide von gestern und wir erkundigen uns, wie es Uta, der Omi geht. Sie hat Infusionen bekommen und ist wieder wohlauf.

Nach etwa zwei Stunden sind wir wieder beim Parkplatz und fahren das kurze Stück weiter bis zum nächsten Wanderweg, dem Echidna Chasm. Wieder müssen wir auf grobem Schotter durch das ausgetrocknete Flußbett gehen. Der spektakuläre Trail führt durch eine immer enger werdende Felsplatte und die zum Teil über 100 Meter hohen Felswände stehen an manchen Stellen nur einen Meter auseinander. Eine kleine vorhandene Spalte wurde durch Wind und Wasser über Millionen von Jahren zu einer Schlucht geformt. Unser Timing ist gut, denn hier kann die Sonne nur mittags für eine kurze Zeit durch die Felsspalte scheinen und taucht sie in ein geheimnisvolles Licht. Wir sind zum richtigen Zeitpunkt hier und können diese Stimmung voll auskosten. Es scheint, als brenne der Felsen. Während wir ganz verzaubert so dastehen und die Schönheit hier genießen werden wir herausgerissen durch eine Gruppe Jugendlicher, die in Badesachen und FlipFlops hier ankommen.

Am Ausgang der Schlucht begegnet uns dann noch eine Tussi im kurzen Rockerl und mit einem Bustier bekleidet, das so dünn, dass man alles durch sieht. Um sich vor der Sonne zu schützten, hat sie einen Regenschirm aufgespannt. Also irgendwer ist hier falsch gestrickt, sind wir hier am Strand?

Hello again, auch unserem Guide von gestern bzw. vom anderen Trail begegnen wir hier wieder.

Wir sind begeistert vom Purnululu Nationalpark, wie die Bungle Bungle auch genannt werden und verlassen mit schönen Erinnerungen dieses Gebiet. Wolfgang ist mittlerweile echt begeistert vom Piste-Fahren und brettelt nur so dahin. Wir bangen zwar oft um die Fensterscheibe auf der Fahrerseite, denn da dürfte keine Dichtung mehr drin sein, wie die scheppert. Aber wurscht, es ist lustig!

Diesmal schaffen wir die Strecke aus dem Park hinaus in eineinhalb Stunden und wieder richtigen Boden unter uns machen wir uns auf dem Weg Richtung Halls Creek.  Etwa 35 km davor kommen wir in eine Baustelle, wo die Arbeiter noch fleißig am werkeln sind. Wir werden wieder auf eine Gravel Road umgeleitet und da kommt uns ein Riesenlaster entgegen und der spritzt die Straße, damit sie nicht so staubt. Auf gleicher Höhe mit ihm, müssen wir fast anhalten, weil das Wasser auf beiden Seiten aus seinem Tanker spritzt. Ganz umsonst bekommen wir also unser Auto gewaschen.

Die Straße ist seitlich wieder gesäumt von vielen toten Wallabies und zerfetzten Autoreifen. Wir müssen mehrmals abbremsen, weil Kühe auf der Road herumlaufen. Da heißt es aufpassen, aufpassen, aufpassen.

230 km vor Fitzroy Crossing erleben wir einen dramatischen Sonnenuntergang. Es scheint, als wäre die Sonne am Horizont hängen geblieben, denn fast eine Stunde lang leuchtet der Himmel noch orange nach. Das ist zwar schön anzusehen, aber zum Fahren sind diese Lichtverhältnisse sehr anstrengend.

In Fitzroy Crossing checken wir in der River Lodge ein und um nach tagelangem Nudelessen endlich wieder mal etwas Fleischiges essen zu können, gehen wir dort noch essen. Wolfgang´s Lamm und mein Barramundifisch zergehen auf der Zunge und wir genießen das Essen in vollen Zügen. Dazu gibt’s Bier bzw. Wein und weil wir so lange keinen Alkohol mehr getrunken haben, gehen wir dann leicht beschwipst schlafen.

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