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Wir verlassen pünktlich um 10:00 Uhr den Campingplatz und die knapp zwei Kilometer bis zur Apollo-Station schaffen wir im Morgenverkehr schnell. Hier müssen wir aber mehr als eine Stunde warten, damit wir unser Auto abgeben können. Die Dame am Schalter ist glücklich, dass sie mal ein Auto zurück nehmen kann ohne Unfall, denn wie sie uns erzählt, hat sie heute nur Rückgaben mit accidents und erschwerend dazu Kunden, die kaum Englisch sprechen können.

Am Flughafen kratzen wir gerade noch die A$ 4,00 für das Wagerl zusammen, damit wir unser Gepäck nicht herum schleppen müssen. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen ist, dass wir das Geld nicht mehr zurück bekommen – auch nicht schlecht 2,70 Euro als Leihgebühr – eigentlich eine Frechheit!

Jetzt heißt es wieder bis zum Check-In um 12:30 Uhr warten.

Als wir unsere Taschen auf das Förderband legen, sind wir überrascht, als uns gesagt wird, dass wir zwei Kilo Übergewicht haben. Im Laufe der Wochen haben wir schon einiges von unseren alten Klamotten und Schuhen entsorgt, doch das ist zu wenig. Nach einem Telefonat meint die gute Dame dann, dass wir A$ 77,00 pro Kilo zu bezahlen hätten. Das sind mehr als 100 EURO für die zwei Kilo, die sind ja komplett verrückt! Für dieses Geld gehen wir lieber zu Hause shoppen. Also zurück mit dem Gepäck, da packen wir wieder aus und entsorgen unsere noch dreckigen Badetücher. Damit aber noch nicht genug, denn dann fällt ihr ein, dass wir von Frankfurt bis Linz noch weniger Gepäck haben dürfen. Entweder wir bezahlen diese Gebühr oder sie checkt uns nur bis Frankfurt durch. Da wir wissen, dass die Lufthansa nicht so happig ist, nehmen wir in Kauf, in Frankfurt das Gepäck zu holen und komplett neu einzuchecken.

Nach dem Einchecken müssen noch Ausreisekarten ausgefüllt werden, die bei der Passkontrolle benötigt werden. Der Beamte fragt uns, ob wir mehr als A$ 10.000,00 ausführen – ha, ha, ha! Ein paar Schritte weiter zerlegt ein Security-Mann unser Handgepäck und verteilt es in Kisten, die wir dann selbst zum X-Ray tragen müssen. Das nennt man Arbeitsplatz-Beschaffung. Als beim Durchleuchten dann noch die externe Festplatte aufpoppt, geht es wieder zurück an den Start. Und damit es nicht zu langweilig wird, kommt noch eine Befragung getrennt voneinander. Die Herren dürfen keinen Sprengstoffs und die Damen keine Liquors oder Parfums am Körper tragen! Nach einer abschließenden Begrabschung haben wir es dann endlich bis zum Gate geschafft, das inmitten des Duty-Frees liegt. Uns interessiert das alles aber nicht mehr, wir haben schon Action genug gehabt.

Die fünf Stunden Flug bis Singapur vergehen relativ schnell und reibungslos. Wir setzten uns von Beginn an die Kopfhörer auf, Wolfgang zieht sich eine Komödie nach der anderen hinein und ich begnüge mich mit  den Best-Of-CD´s. Nach einem gschmackigen Essen bekommen wir noch ein leckeres Limonen-Ananas-Eis – 97% Fat Free! Wir sind schon echt gespannt, was die Waage zuhause sagt, nach dem wochenlangen Fat Free oder Fat Reduced-Essen! Geschmacklich hat sich auf den Großteil der Produkte das auch ausgewirkt! Wir mussten in den Woolworths oft lange suchen, um ein creamy Joghurt zu finden, das dann auch lecker war.

Wir landen in Signapur bei 30° und die zwei Stunden Aufenthalt nutzen wir zum Spazierengehen in der Duty-Free-Zone.

Mit mehr als einer halben Stunde Verspätung hebt die Boing 747-400 um Mitternacht ab und wir freuen uns, dass wir eine Dreierbank für uns beide haben. Die Müdigkeit ist mittlerweile so groß, dass ich beinahe die Sicherheitshinweise verschlafe. Schlafen ist aber trotz der Augenmaske und der Ohrstöpsel nur schwer möglich. Dazwischen ziehen wir uns wieder einen Film nach den anderen hinein. Der Flug ist aber sehr angenehm, da das Flugzeug nicht ausgebucht und es sehr ruhig in der Kabine ist. Trotzdem werden die 13 Stunden Flug sehr zermürbend.

Mit einer Stunde Verspätung erreichen wir Frankfurt bei 12° und Regen. Jetzt heißt es sputen, denn wir müssen unser Gepäck holen und neu einchecken. Unsere Taschen sind schnell da, aber dann beginnt die Odyssee! Mit einem Bus fahren wir vom Terminal 2 zum Terminal 1 und da kommen wir kaum durch die Eingangstür, denn es wimmelt hier von Menschenmassen, wie wir sie noch nie gesehen haben. Der Flughafen erstickt komplett! Ich warte mit dem ganzen Krempel mitten in der Halle und Wolfgang findet mit Mühe heraus, dass wir an einem Ticketautomat unsere Sitzplätze reservieren und dann das Gepäck am Schalter einchecken müssen. Da stehen dann Schlangen, sodass sich die Reisenden, die zum Gate möchten, regelregt den Weg durch zwängen müssen. Die Zeit läuft und wir bewegen uns keinen Zentimeter. Wenn das so weitergeht, dann versäumen wir noch unseren Flug. Also bleib ich weiter stehen und Wolfgang probiert es an einem anderen Schalter. Wir freuen uns kurzfristig, als vor mir eine Gruppe, die falsch gestanden ist, heraus fällt. Nur noch eine Familie vor uns! Tja, aber die brauchen zwanzig Minuten, weil ihre Reservierung nicht mehr da ist. Wie wir uns gedacht haben, gibt es hier dann kein Problem mit unserem Übergewicht beim Gepäck. Wir zwängen uns bis zum X-Ray durch und auch da heißt es wieder Geduld zeigen. Und die Zeit läuft und läuft. Bevor wir zum Gate gehen, sucht Wolfgang noch die Toilette auf und dann endlich haben wir es geschafft – denken wir zumindest. Wo sind bloß die Boarding Pässe? Nach dem Abtasten seines Körpers findet Wolfgang seine eigene, nur wo ist meine? Die Dame am Gate fragt nach unseren Namen und meint dann, dass sie uns eh schon ausrufen wollte, weil sie informiert wurde, dass mein Boarding Pass auf der Herrentoilette gefunden wurde und wir außerdem schon zu den letzten gehören! Sie schicken Wolfgang aber wieder in den ersten Stock um die Karte zu holen, denn auf dieser kleben auch unsere Gepäckaufgabescheine. Jetzt macht sich wieder das Chaos des Frankfurter Flughafens bemerkbar, denn plötzlich weiß keiner mehr, wer am Gate angerufen hat, geschweige denn, wo mein Boarding Pass jetzt ist. Nachdem ich einen Nachdruck davon bekomme, fährt uns ein Bus zum Flieger, wo wir schon heiß erwartet werden.

Nach knapp fünfzig Minuten Flug kommen wir am Linzer Flughafen an. Birgit und die Jungs stehen auf der Terrasse und winken uns zu. Wir freuen uns schon auf zuhause, aber was wir noch nicht wissen, damit wird es so schnell nichts. Die Einreise verläuft problemlos, doch als wir die Gepäckhalle erreichen, ertönt schon das Horn und wir werden ausgerufen. Zwei unserer Taschen wollten partout nicht mit uns nach Hause fliegen. Da wir nun auch keine Gepäckscheine haben, müssen wir eine Beschreibung unserer Taschen machen. Sie bekommen am Abend eine extra Fahrt zu uns nach Hause.

Kurz vor 10:00 Uhr vormittags kommen wir dann endlich zu Hause an. Geschafft und müde versuchen wir nun, den Tag irgendwie zu überbrücken, aber am Nachmittag rafft uns die Müdigkeit dann doch hin.

Mehr als eine Woche brauchen wir, bis sich der Jetlag dann so halbwegs gelegt hat. Dann hat uns auch der Alltag schon wieder gefangen.

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