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Im Park direkt vor dem Strand findet heute ein Markttag statt. Wir schlendern von Stand zu Stand und staunen über die Mischung der Ware, die angeboten wird. Von Handwerk, über Kulinarisches bis zum Flohmarkt und Ramsch gibt es hier alles zu kaufen. Wir gehen aber weiter, denn vor dem Visitor Center werden täglich Pelikane gefüttert. Es ist bereits eine Menschenmenge da, die auf die Pelikane und einem Ranger wartet. Dann kommt eine etwas ältere Dame mit einem Blechkübel und erklärt, dass sie eine Donationbox haben, bla, bla, bla. Dann holt sie sich Kinder aus der Menge und lässt die Pelikane, äh, den Pelikan füttern. Es ist heute nur einer gekommen und begleitet wird er von einer Horde Möwen! Der Pelikan wird heute hungrig wieder gehen müssen, denn die Kids werfen die Fische den Möwen vor die Schnäbel.

Lange sehen wir uns dieses Spektakel nicht an, sondern brechen in den Kalbarri Nationalpark auf. Eine 27 km lange golden leuchtende unsealed Straße führt bis zum Natures Window. Auf Fotos verzichten wir hier vorerst, denn es tummeln sich schon Unmengen vor dem „Fenster“. Wir nehmen den 8 km langen Loop Walk Trail in Angriff. Es bieten sich schon von oben atemberaubende Ausblicke in die Schlucht und auf den Murchison River. Das erste Drittel führt der Weg am Bergkamm entlang und ist relativ bequem zu gehen. Mit Blick auf die gegenüberliegenden gestreiften Abbruchkanten geht es dann langsam über Geröll bis zum Sandstrand hinunter. Den müssen wir dann eine Zeitlang durchwaten, bis wir eine irre Kletterpartie absolvieren müssen. Das Wasser unter mir bewegt sich bei jedem Schritt mit und die Felsen hängen über. Wie soll man da nur vorbeikommen?

Mir klopft das Herz bis in die Ohren, als ich die Passage hinter mir hab – Scheiß Höhenangst. Ab da wird es abwechslungsreich und der Weg führt ständig auf und ab. Das kühle Lüfterl, das wir im ersten Teil der Wanderung hatten, ist jetzt zur Gänze weg. Hier im Talkessel ist es fast windstill und das nützen die verdammten Fliegen aus. Sie stürmen von allen Seiten auf uns los und belästigen uns bis auf die Haut. Wir haben uns schon zuvor Äste von einem Grevillabusch abgerissen und schlagen damit ständig wie wild geworden um uns. Fast den gesamten Wanderweg geißeln wir uns selbst, um die Fliegen zu verscheuchen.

Doch trotz der Fliegenattacken haben wir noch ein Auge für die Schönheiten rund um uns. Im Murchison River schwimmen große Schwärme Fische, schwarze Kormorane sonnen sich auf einem Ast und ein schwarzer Schwan gleitet elegant im Wasser. Als der Weg wieder weg vom Wasser führt, sind die Hänge voll mit Frühlingsblumen, rundherum ein Gemecker, wie von Ziegen (es sind aber nur die Raben, die so ein Theater machen). Das letzte Stück kostet nochmal ordentlich Kraft, denn wir müssen wieder durch Sand waten und das zermürbt ordentlich. Nach drei Stunden gelangen wir wieder zum Ausgangspunkt zurück.

Jetzt machen wir unsere Fotos beim Natures Window und das eröffnet wieder einen tollen Blick. Es dauert nicht lange, da müssen wir den Platz auch schon wieder räumen, weil die nächste Menschmasse kommt und sich vor das Window pflanzt. Unser Mittagspicknick haben wir aufgrund der lästigen Begleitung  nicht ausgepackt, sondern machen das jetzt im Auto.

Wir fahren weiter zum Z Bend und genießen dort den Lookout. Er ist im mittleren Abschnitt einer Schlucht, die durch ihr Zick-Zack ein Z darstellt. Diese ungewöhnliche Formation ist durch Risse im Tumblagooda–Sandstein entstanden. Von der Aussichtsplattform geht es 150 Meter in die Tiefe bis zum River.

Die Fahrt aus dem Park dauert lange, da wir ständig anhalten müssen, um Fotos von der schönen Gegend zu machen. Unvorstellbar, was das für eine Pracht gewesen sein muss, denn es wächst eine Banksiastaude neben der anderen. Jede ist voll mit vertrockneten Blütenständen. Auch die Grasbäume sind schon verblüht. Dafür leuchten die Blüten der Grevillas und der Flaschenputzerbüsche schon von weitem.

Von vielen Blumen und Büschen kennen wir leider die Namen nicht und da packen wir die Gelegenheit am Schopf und besuchen das Wildflower Center, das kurz vor der Ortseinfahrt liegt. Auf einem Rundweg sind die Pflanzen beschriftet und werden erklärt. Tja, so steht es zumindest in einer Ferienzeitung. Nur, das was wir vorfinden, sind vertrocknete, verblühte Büsche und die Wildblumen müssen wir suchen. Wir geben uns aber mit ein paar Kangaroo Paws zufrieden und verlassen daher nach kurzer Zeit das Center wieder.

Wir fahren durch Kalbarri durch, um noch einige Lookouts an der Küste zu besuchen. An der Küste gibt es Häuser und Villen, dass wir nur so schaun. Aufgrund des angenehmen Klimas rund ums Jahr und der Nähe zu Perth haben sich viele Menschen hier ihren Zweitwohnsitz zugelegt. Das würde uns auch gefallen!

Erster Lookout ist der sogenannte Red Bluff. Cliffs of Beauty and Tragedy – das mussten viele Seefahrer feststellen. Das berühmteste hier gesunkene Schiff war die Zuytdorp aus Holland mit 200 Mann Besatzung. Wir können Gott sei Dank nur die Beauty genießen – abgesehen von den Fliegen! Dramatische rote Felsen werden von hohen Wellen attackiert, dass es nur so zischt. Wir haben einen weiten Ausblick über die Küste und das im schönen Abendlicht.  Was wünscht man sich mehr?

Wir fahren gerade in eine andere Stichstraße zu einem Aussichtspunkt, als wir drei Riesenkängurus im Gebüsch sitzen sehen. Als wir anhalten, um sie zu fotografieren, werden wir von ihnen beobachtet. Ein paar Hüpfer und dann richten sie sich wieder auf. Was machen die Menschen da bloß? Wir tun nichts, sondern fahren weiter zu den Aussichtspunkten. Der Wind tost uns um die Ohren, aber der Blick von dort oben ist einfach super. Das Meer peitscht weiß wie Milch an die Küste und das sieht echt spektakulär aus.

Mittlerweile ist es schon nach 18:00 Uhr geworden und wir sind langsam geschafft. Außerdem macht sich Hungergefühl breit. Deshalb beschließen wir den Tag, fahren zum Campingplatz und genießen noch den Rest des Tages.

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