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Galahs, die direkt über uns auf dem Baum im Geäst ihre Liebesspiele vollbringen, reißen uns aus dem Schlaf. Sie lassen sich auch nicht dabei stören, als wir dann beim Frühstück draußen sitzen.

Schnell haben wir wieder alles gepackt und verstaut und die Fahrtstrecke bis zum Osteingang des Karijini Nationalparks auch geschafft. Es ist der zweitgrößte Nationalpark Westaustraliens und das Juwel der Pilbara. Das tiefrote Gestein ist bedeckt mit Spinifexgras und verstreuten Eukalyptusbäumen. Außerdem finden wir hier noch viele Wildblumen, die ihre Pracht zeigen. Das Farbenspiel der weißen Smokebushes, den gelben Akazien bis hin zu den fliederfarbigen Mulla Mulla harmoniert mit dem vertrockneten Spinifexgras und den silber leuchtenden Eukalypten wunderbar.

Nach dem Besuch im Visitor Center fahren wir in die Dales Gorge. Beim Circular Pool Lookout beobachten wir eine Weile zwei Spinifex Pigeon beim Balzen. Das Weichen scheint aber irgendwie nicht richtig interessiert zu sein und hopst immer wieder davon. Das Männchen brav hinterher, so wie es sich gehört. Dann widmen wir uns wieder der prächtigen Umgebung und der tollen Aussicht. Von hier hat man einen schönen Rundumblick in die Schlucht hinein und auf den unten liegenden Pool. Der sieht toll aus, aber man sieht schon von oben, dass er bedeckt ist mit einer Ölschicht von den Sonnencremes.

Also geht es weiter zu den Fortescue Falls. Am Parkplatz sind wir leicht schockiert, weil der so voll ist, dass kaum ein freier Platz zu finden ist. Da müssen Massen von Menschen am Wasserfall sein. Die Sicht von oben ist wieder ein Wahnsinn. Das Wasser fällt über mehrere Stufen  25 Meter in die Tiefe. Der Abstieg bis an den Pool ist schnell geschafft und halb so wild. Und es sind gar nicht so viele Touristen da, wie vermutet.

Kristallklares Wasser und darin schwimmen – unbeirrt von den Menschen – eine Menge kleiner Fischerl. Wir machen es uns auf einer Naturstufe bequem und genießen die Natur, das beruhigende Plätschern des Wassers und die „kühle“ Brise im Schatten. Das bunte Treiben nimmt aber rasant zu und wir packen langsam wieder unsere Kameras ein und machen uns auf den Weg nach oben.

Wir fahren erst mal zurück zur Picknick Area und packen unsere Jause aus. Danach gibt´s noch einen Iced Coffe – ist mittlerweile unser Urlaubsgetränk geworden, den wir im 2-Liter-Kanister kaufen. Wir lassen uns das angenehme Lüftchen um die Ohren wehen und tanken Kraft für das, was danach kommt.

Unser nächstes Ziel ist die Kalamina Schlucht, die aber über eine unsealed road zu erreichen ist. Und diese Piste versuche ich auch mal zu fahren. Ich hätt´s nicht geglaubt, aber das ist ja wirklich lustig. Man muss die richtige Geschwindigkeit finden, damit man über das Wellblech drüber rutscht. Der Gegenverkehr ist eh an der Staubwolke schon zu sehen. Die Kalamina Gorge ist nicht so spektakulär, wie die anderen, aber es führt nur ein kurzer Weg zum Wasserfall. Auch hier könnte man schwimmen gehen, aber wir haben noch so einiges vor uns.

Der Lookout in die Knox Gorge ist echt spektakulär und um das schöne Nachmittagslicht zu nutzen, steigen wir bis in die Gorge hinunter. Und das ist eine Herausforderung, denn von einem Weg ist hier keine Rede. Eine wilde Geröllpiste führt bis an den Grund der Gorge und dann geht es erst richtig los. Anfangs führt der Weg durch wildes Gestrüpp, und nach und nach kommen Kletterpartien, die für Gämsen leichter gewesen wären. Dazwischen müssen wir Balanceakte auf Steinen im Wasser vollbringen, an überhängenden Felsvorsprüngen vorbei klettern und als dann der Abschnitt kommt, wo es heißt swin, ist es genug. Wir kehren um und kämpfen uns wieder hinauf bis zum Parkplatz. Zeitlich hätten wir die Gorge auf keinen Fall mehr geschafft und die untergehende Sonne taucht die Schlucht auch bereits voll in den Schatten.

Also beschließen wir zum Abschluss noch zum Oxer und Junction Pool Lookout zu fahren, wo vier Schluchten aufeinander treffen. Die Abendsonne taucht das rote Gestein in ein tolles Licht und das Spinifex bildet einen guten Kontrast dazu. Über hundert Meter geht es hinunter und wir können uns gar nicht vorstellen, was da los ist, wenn Wasser durch die Schluchten schießt.

Es ist ein schöner, aber heißer Tag gewesen und völlig durchgeschwitzt fahren wir noch bis Tom Price, wo wir es uns im Tourist Park gemütlich machen.

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