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Wir werden vom Vogelgezwitscher geweckt, denn auch morgens werden sie gefüttert – als Touristenattaktion.

Die Nacht war sehr heiß, weil wir die Klimaanlage gestern ausgeschaltet haben. Sie war uns zu laut, sodass wir nicht einschlafen konnten. Daher bewegen wir uns noch etwas schwerfällig – die Müdigkeit und das warme Wetter machen uns noch etwas zu schaffen. Wolfgang klagt bereits über Verspannungen und probiert es mal mit Yoga (ehrlich – sieht noch sehr steif aus).

Kurz vor neun Uhr haben wir bereits gefrühstückt, alles zusammen gepackt und dann machen wir uns auf den Weg in den Litchfield Nationalpark. Tiefrote Erde auf beiden Seiten der Straße und schönes Buschland ist das erste, was uns auffällt. Und Unmengen von „Floodway“ – Warnschildern. Gleich daneben ein riesiges Maßband, damit man auch gleich weiß, welchen Wasserstand man durchqueren muss. Wir können aber beruhigt sein, denn davon ist weit und breit noch nichts zu sehen. Aber in einigen Wochen beginnt die „Wet Seasion“ und dann muss es hier ja wild zugehen!

Unser erster Halt sind die Magnetic Termite Mounds. Das sind eindrucksvolle Termitenhügel, die exakt nach der Sonne in Nord-Süd Richtung ausgerichtet sind. Es soll nur die schmale Seite in der heißesten Tageszeit der Sonne zugewendet sein. Wie flache Grabsteine in der Landschaft sieht diese Anhäufung an Termitenhügeln aus. Einige von ihnen haben eine Höhe von bis zu drei Meter und sie kommen weltweit nur hier vor. Grund für diese eigentümliche Bauweise ist das jährliche Hochwasser während der Regenzeit, bei dem die Brut und die Nahrungsvorräte zugrunde gehen könnten. Auf Schautafeln kann man nachlesen, wie diese Bauwerke entstehen, je nach Aufgabengebiet der Arbeiter, Wächter und Krieger. Wir sind echt beeindruckt von diesen gewaltigen Bauten, die wie Kunstwerke in allen Erdfarben, Größen und Formen aussehen.  Während des Lesens der vielen Infotafeln werden wir von Unmengen von kleinen Fliegen überfallen. Am liebsten würden sie in unsere Ohren und Nasenlöcher kriechen. Wild um uns schlagend kehren wir zum Auto zurück und fahren weiter.

Wir kommen aber nicht sehr weit, da müssen wir wieder stehen bleiben. Ein Schwarm Red tailed Black Cacatoos kreist am Himmel und auch die müssen wir mit unseren Kameras festhalten. Wild kreischend fliegen sie herum in ihrer Eleganz und als dann ein paar Autos vorbei zischen, machen sich auch die Tiere aus dem Staub.

Mitten im Gelände, wo man es nie vermutet, befindet sich „Natures ***** Spa“, die Buley Rockholes. Das ist ein terrassenförmiger kristallklarer Wasserlauf mit kleinen gefüllten Becken dazwischen. Kitschiger geht es gar nicht!

Wir entledigen uns der Schuhe und strecken unsere Füße ins kühle Nass – dachten wir zumindest, aber kühl ist was anderes. So sitzen wir eine Weile auf einem Stein am Ufer und beobachten die badenden Leute. Angeblich ist das Wasser trinkbar, aber wir probieren es nicht. Außerdem ist es zu warm zum Trinken.

Wir belassen es dabei und fahren weiter zu den Florence Falls, einem romantischen Billabong zum Schwimmen inmitten von Palmen, Wolleukalypten und Akazien. Von einem Lookout haben wir einen schönen Blick auf die schöne Badeoase. Der Abstieg zum Badepool führt über mehr als 130 Stufen, aber er lohnt sich.  Zwei wunderschöne Wasserfälle stürzen in die Tiefe und auch hier ist das Wasser einfach ein Traum. Direkt beim Einstieg tummelt sich ein Schwarm schwarzer Fische in allen Größen. Sie dürften Touristen gewöhnt sein, denn sie lassen sich nicht wirklich stören.

Unsere Badesachen haben wir bereits angezogen, daher Hose weg und nichts wie rein! Glasklar und wunderbar! Die Wasserfälle funktionieren wie eine Gegenstromanlage und als wir es schaffen, an sie heranzukommen, wirkt der Wasserstrahl wie eine Massagebrause. Mitten im Plunge liegt ein großer Stein, auf dem man sich ausrasten und sonnen kann. Schöner könnte man ein Schwimmbecken nicht anlegen. Als wir mal gemütlich auf dem Stein sitzen, schleicht sich ein Fisch an uns heran und beginnt an Wolfgangs Füßen zu knabbern. Die Haut einer Blase hat sich etwas gelöst und die dürfte dem kleinen Kerl ganz gut schmecken. Na dann Mahlzeit. Das ist Urlaub und wir können uns sehr schwer los lösen von diesem Paradies. Einzig die Fliegen stören gewaltig!

Weiter geht es zu den Tolmer Falls – besser gesagt, zum Lookout, denn es gibt keinen Zugang zu den Falls. Hier existiert eines der letzten Rückzugsgebiete der seltenen Orange Horseshoe Bat, einer Hufeisennasen Fledermaus, sowie der Australischen Gespenstfledermaus. Da sie sehr empfindlich auf menschliche Störungen reagieren, wurde dieses Gebiet besonders geschützt. Aber von oben haben wir einen beeindruckenden Blick auf die Fälle, die sich tief hinunterstürzen. Eigentlich haben wir vor, den Trail zu gehen, da aber die Sonne so gnadenlos auf uns herab brennt und kein Lüftchen weht, lassen wir das lieber.

Wir fahren weiter zu den Wangi Falls und hier stürzen wir uns wieder ins „kühlende“ Nass. Das erste, was man hier zu sehen bekommt, sind die  Warnschilder, dass es Krokodile im Wasser gibt….geben kann….wer weiß das so genau? Der Pool ist umgeben von Fächer- und Pandanuspalmen, die gerade ihre Samen abwerfen.  Auf den Bäumen an der linken Seite hängen unzählige Flying Foxes und kreischen, kratzen sich und fächeln sich Luft zu. Ein schönes Schauspiel, das noch untermalt wird vom Gezirpe der Zikaden. Schwärme von Libellen und großen schwarzen Schmetterlingen ergänzen die Tierwelt hier.

Der wunderschöne Tag ist wie im Nu vergangen und wir verlassen den Litchfield Nationalpark wieder. Auf der Fahrt zurück Richtung Darwin sehen wir direkt neben dem Stuart Highway noch Buschfeuer.

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