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Beide haben wir vergangene Nacht von zuhause geträumt – was ist das für ein Ohmen? Das Innere unseres Campers ist mit Kondenswasser beschichtet und es ist sehr kalt draußen.

Um 07:45 Uhr brechen wir auf und mit Sorge stellen wir fest, dass es heute stark bewölkt ist. Mal schaun, was der Tag noch bringen wird. Die Natur rund um uns stimmt uns auf jeden Fall positiv. Der Straßenrand ist gelb gesäumt von den vielen blühenden Akazienbäumen und rundherum eine bunte Blütenpracht. Schöner könnte man den eigenen Garten gar nicht anlegen und Karli Ploberger hätte seine Freude mit diesem prächtigen Naturgarten. Ist das ein Frühling!

Als wir bei Jurien Bay die Küste erreichen ist der Himmel wieder – wie gewohnt – blau und Schäfchenwolken haben sich darauf verteilt.

Wir erreichen den Nambung Nationalpark nach Plan, obwohl wir wegen ständigem Fotoschießen oft stehen bleiben müssen. Der Nationalpark liegt direkt an der Küste und gleich nach der Einfahrt verzücken uns schneeweiße Dünen. Der 175 Quadratkilometer große Park ist bekannt für die Pinnacles Desert. Das sind teilweise bis zu vier Meter hohe Kalksteinnadeln, die über ein weites Gebiet verstreut sind.

Durch das jahrhundertelange Zusammenspiel von Regen, Wind und verschiedene Temperaturen sind sie angeblich entstanden. Auf einem vier Kilometer langen Drive auf Sand können wir hier durch das Nadellabyrinth fahren. In einem ständigen Hop-on und Hop-Off bewegen wir uns wie im Slalom durch die Pinnacles. Und egal, in welche Richtung wir uns drehen, Fotomotive über Fotomotive. Die zeitweise sehr skurril aussehenden Säulen regen die Phantasie an und in fast jede kann man irgendetwas hinein interpretieren. Da bieten zwei Galahs ein wenig Abwechslung, indem sie ihr Liebesspiel vorführen und da geht es ganz schön ab. Außerdem können wir einem Ranger zusehen, wie er mit einem Besen den Sand aus dem Sand kehrt. Klingt komisch, ist aber so! Der Parcours durch die Nadeln ist mit Steinen ein wenig abgegrenzt und es gibt trotzdem dämliche Touristen, die das nicht respektieren und auf die nicht befahrbare Piste fahren.

Nach mehr als zwei Stunden herum fahren und –spazieren statten wir noch dem Interpretive Center einen Besuch ab und dann fahren wir wieder weiter.

Kurz nach der Kreuzung Highway Nr. 1 und Nr. 60 kommen wir bei der Emu Downs Windfarm vorbei. Da stehen auf der Anhöhe schnell im vorbeifahren gezählt mindestens 43 Windräder. Sieht echt dramatisch aus.

Die nächste Unterbrechung zur Fahrt ist ein Buschbrand, den wir schon aus einer Entfernung von mehr als 30 Kilometer sehen und riechen können. Breite, schwarze Rauchsäulen steigen auf und färben den Himmel grau.

Als wir unser nächstes Ziel erreichen, den Yanchep Nationalpark, haben wir das Feuer hinter uns gelassen und Bilderbuchwetter stellt sich wieder ein. Nur eine leichte Brise weht heute, aber dafür haben wir ja Jacken eingepackt. Dieser Park unterscheidet sich zu den anderen wesentlich, da er durch die Nähe zu Perth eher als Ausflugsziel für die Städter dient. Er besitzt unter riesigen Eukalypten einen Koala-Boardwalk, wo wir bis auf einen, schlafende Koalas betrachten können. Das sind nachtaktive Tiere, die tagsüber schlafen, und in der Nacht fressen, weil es da kühler ist. Eine weitere Attraktion sind die über 400 Kalksteinhöhlen, davon aber nur zwei mit einer Führung zu besichtigen sind. Für uns ist es heute aber schon zu spät, daher spazieren wir ein wenig herum und machen es uns dann aber auf einem Bankerl im Park vor einem kleinen See bequem. Wir beobachten eine Entenfamilie mit 12 Jungen, Sittiche aber auch andere Besucher.

Am Ausgang des Parks sticht mir ein hoher, rot leuchtender Flammenbaum ins Auge und als ich ihn mir aus nächster Nähe ansehen will, sitzt da ein Känguru und frisst in Ruhe. Es lässt sich von mir nicht stören, schaut mich mal kurz an und frisst weiter. Da erzählt uns ein Parkbesucher, dass wahrscheinlich in einer Stunde diese Wiese voll von Kängurus sein wird.

Trotzdem brechen wir auf und fahren die letzten 50 Kilometer nach Perth. Wir haben also unser letztes Reiseziel erreicht, für das wir morgen noch einen Tag zur Verfügung haben. Wir freuen uns aber auch schon wieder auf zuhause, denn obwohl wir so viel erlebt und gesehen haben, es wird langsam anstrengend alle Eindrücke zu verarbeiten. Wir freuen uns aber vor allem auf unser eigenes Bett und auf SCHWARZBROT!

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Ein Kommentar zu „07.10.09 – Nambung Nationalpark, Yanchep Nationalpark

  • 9. Dezember 2010 um 17:42
    Permalink

    Hallo und guten Abend aus Dorsten

    Meinen Glückwunsch zu diesen gut aufgeteilten Seiten und deren Komentare.Bin rein Zufällig auf euren Reisebericht gestoßen.Und das schönste daran wart ihr genau ein Jahr vor uns da.Viel Spaß auf euren weiteren Touren.

    Gruß W & P Meyer

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