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Unser letzter Tag auf der Insel bricht an und der zeigt sich nicht von der besten Seite. Da es dauernd regnet, bleiben wir am Vormittag zuhause, packen und dann lümmeln wir in den Betten herum und lesen.

Kurz vor zwei Uhr zwingt uns der Hunger aus dem Haus, wir steigen ins Auto und fahren in den kleinen Fischerhafen von Caloura. An der Bucht liegt ein winziges Meerwasserschwimmbecken und hier tummeln sich trotz des grauen Wetters Kinder und Jugendliche im Wasser. Wir aber steuern die Bar Esplanada an, denn die wurde uns empfohlen, weil man hier ausgezeichnet Fisch essen kann. Die Auswahl erschlägt uns und daher interviewen wir die Kellnerin und fragen sie nach ihren persönlichen Vorlieben. Sie empfiehlt uns ihren Favoriten, den Grey Triggerfish, a white Fish mit nur einem Rückenknochen. Sie bringt uns auch noch ein Fischbuch und zeigt uns ein Bild davon. Voll lieb! Das studieren wir, während wir auf unser Essen warten und gönnen uns azoreanisches Bier dazu, das schmeckt uns und ist schön süffig. Fischduft liegt in der Luft und wir freuen uns schon auf unsere Beute.

Wir staunen nicht schlecht, als wir unseren Fisch serviert bekommen. Der graue Drückerfisch hängt vorn und hinten über den Tellerrand und jetzt dürfen wir uns dazu auch noch Gemüse, Kartoffeln und Salat vom Buffet holen. Na, dann Mahlzeit! Mmmmmh, das feste, weiße Fleisch ist nur leicht gewürzt und schmeckt einfach lecker!

Obwohl wir eigentlich pappsatt sind, lassen wir uns überzeugen, dass es noch ein Dessert sein muss. Ich probier wieder einen Bohnenkuchen, nach der Zusage, dass dieser nicht so süß sei. Aber von wegen, der wurde nach dem gleichen Rezept gebacken, wie der von gestern. Wolfgang´s Kuchen, eine Art Cheesecake mit Reis, ist essbar, haut uns aber auch nicht vom Hocker. Also das Kuchen-Backen können sie nicht. Dafür schmeckt der Espresso super.

Auf der Rückfahrt machen wir noch einen kurzen Halt beim Convento da Caloura, einem ehemaligen Nonnenkloster, das heute in Privatbesitz ist. In diesem Kloster wohnte eine Zeitlang der Santo Cristo, der heute in Ponta Delgada zu besichtigen ist. Die Fliesen der blauweißen Front der angrenzenden Kirche zeigen schon starke Abnutzungserscheinungen, dennoch sind sie sehr beeindruckend. Flankiert wird die Igreja de Nossa Senhora da Conceicao von zwei kleinen Glockentürmchen, wovon in nur einem eine Glocke hängt. Die zweite ist beim Transport hierher mit dem Schiff gekentert und für eine neue war kein Geld mehr da.

Wir sind wieder zurück in unserem Haus und legen ein Nachmittags-Nickerchen ein. Danach machen wir noch einen ausgedehnten Spaziergang auf dem Gelände bis zu den Klippen hinaus. Dort sitzen wir auf einem Bankerl und betrachten die Wellen, wie sie auf dem Lavagestein aufprallen. Auch ein natürlicher Pool liegt zu Füßen der Felsen, der sich leert, wenn sich das Meer zurückzieht. Oben haben die Eigentümer die auf den Azoren typischen viereckigen mit Lavamauern umgebenen Gärten angelegt und Wein angepflanzt. Aber auch andere exotische Büsche, Bäume und Pflanzen gedeihen hier prächtig. Die Tamarillos (Baumtomaten) sind leider noch sehr grün, schade, sonst hätten wir uns eine stibitzt.

Am Haus werden wir schon erwartet von einer Siedlungskatze, die mit Wolfgang gleich direkt zum Kühlschrank stapft. Eindeutig, die kennt den Hausbrauch schon und weiß, wo die Leckereien versteckt sind!

So, noch eine wohltuende Dusche und dann machen wir es uns auf den Liegen draußen gemütlich und lesen noch eine Weile.

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