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Heute sind wir früh auf und um 07:30 Uhr sitzen wir schon beim Frühstück. Und das fällt zudem noch sehr opulent aus, denn Georg war schon in der Pâtisserie und hat die halbe Theke leer gekauft. Die Auswahl fällt jedem schwer, denn von Croissants angefangen, über Puddingschnecken und Mini-Tartes bis zu üppigen Schokobällen ist alles da. Die Ernüchterung kommt bald, denn das Beste vom Frühstück ist der Kaffee. Wir überlegen, ob wir gleich nach dem Frühstück zur Pastis-Flasche greifen.

Schnell sind die Teller und Tassen abgewaschen, alles gut verstaut und in Nullkommanix haben wir wieder abgelegt und sind schon wieder unterwegs. Es weht noch eine kühle Brise, aber die Morgensonne tut das ihre dazu, also das Wetter ist wieder perfekt. Die Fischer an den Ufern sind entweder von gestern übriggeblieben oder auch schon früh auf den Beinen. Es ist sehr ruhig und besinnlich, nur die Frösche quaken um die Wette.

Der Kapitän überlässt mir für einige Kilometer das Steuer und ich fahre wie ein drunken Sailor. Das schaut alles leichter aus, als es ist, denn ohne Zutun driftet man von der Route ab und da ist das richtige Gegenlenken eine kleine Herausforderung. Könnte blöd werden, wenn der Stand-Up-Paddler neben uns schneller unterwegs wäre. Aber auch das schaff ich, sodass er heil an uns vorbei kommt und das Fahren ist für mich ein kleines Erlebnis.

Auch die Vogelwelt ist wieder erwacht, die Reiher sitzen auf den Ästen und lassen ihre Flügel trocknen, ein anderer schwebt über uns hinweg. Während wir die Raubvögel beobachten, stürzt plötzlich neben uns einer ins Wasser und taucht mit einem Fisch zwischen seinen Krallen wieder auf. Er flüchtet damit in den Wald, damit er ungestört frühstücken kann, denn hinter ihm sind schon andere her. Das beruhigende Tuckern und Plätschern wird ergänzt vom Gezwitscher und Gequake, das aus allen Richtungen kommt. Das schöne Buschwerk, das das Ufer säumt glänzt in der Morgensonne und die Wattebällchen der Pappelblüten wirbeln durch die Lüfte. Neben der Saône gibt es einen Radweg und da wird auch schon fleißig gestrampelt. Was uns ein wenig beunruhigt, ist, dass die schneller fahren als wir! Mit den Joggerm können wir Gott sei Dank mithalten. In den Wiesen aalen sich die Rinder und Pferde und dazwischen hängen die vielen Angler ab, ausgerüstet mit Zelt und Griller.

Wir lassen die Gemeinde Gergy mit dem süßen kleinen Hafen hinter uns und schippern munter weiter. Die Luft erwärmt sich langsam und wir schälen uns aus den Jacken. Sandra und Georg machen es sich auf dem Vordeck bequem und wir sind auf Urlaubsmodus geschalten. Wir sitzen nur da und lassen den Blick herumschweifen. Das ist richtig entschleunigend und während wir nachdenken, wie schön das Leben ist, werden wir von zwei Raubvögeln aus dem Sinnieren herausgerissen. Sie ringen in den Lüften, sind es Liebesspiele oder doch Machtkämpfe, wir wissen es nicht. Ein Stück weiter verzieht es einem Fischer das Boot, als er versucht, die Leine aus dem Wasser zu ziehen, da dürfte ein ordentlicher Brocken dranhängen.

Der Fluss gehört uns lange allein, doch plötzlich ist der schreckliche Sven hinter uns her, Wolfgang schaltet kurz auf Warp 5, doch er rückt uns immer näher auf. Wir ergeben uns, lassen ihn an uns vorbeituckern und winken freundlich hinüber. Wir überholen dafür den Schwarm Schwäne, die im Wasser treiben. Unter Lachen und Scherzen sind wir fast bei unserem heutigen Ziel angelangt. Wow, die Pont de Bourgogne kommt ins Blickfeld. Toll schaut die Schrägseilbrücke aus, die vor Chalon-sur-Saône den Fluss auf einer Länge von 352 Metern überspannt. Bienvenue steht auf einem Container geschrieben und wir fühlen uns ab den ersten Minuten schon willkommen. Langsam tuckern wir die Saône entlang und linkerhand nähern wir uns der Île Saint-Laurent.

Die Insel ist mit drei Brücken mit dem Festland verbunden, ist 300 m breit und hat eine Länge von 520 m. Auf ihr befinden sich einige historische Denkmäler, unter ihnen der Tour du Doyenné. Genau an diesem Turm umrunden wir die Insel, denn dahinter liegt der Port de Plaisance. Ui, es schneit wie aus vollen Schaffeln – nö, das sind nur die Blütenstände der Pappeln. Wir drehen eine Sonderrunde und beim zweiten Anlauf manövrieren wir das Boot zur Anlegestelle. Es wird keine Zeit verplempert, sondern die Räder ausgepackt und Georg läuft los zum Supermarché, denn unser Wasserstand ist schon wieder sehr niedrig. Nachdem Wolfgang uns bei der Capitainerie angemeldet hat, widmet er sich einem Fahrrad, denn das funktioniert nicht. Tja, alle Mühe ist umsonst, da ist ein Seil gerissen, nix zu machen. Wir verstauen diese dämlichen Dinger wieder auf dem Boot, packen unsere Rucksäcke und marschieren zu Fuß los.

Ausgerüstet mit einem Stadtplan, erkundigen wir uns noch, wo es Restaurants gibt und auf geht´s. Hinaus durch die Hintertür, erreichen wir in wenigen Schritten die Passerelle Pierre Soubrane und landen auf der Insel. Weiter geht´s die Rue d´Uxelles, wo sich im Haus Nr. 40 in der ehemaligen École Communale das Institut für Krankenpflege befindet. Die Hausmauer ist tapeziert mit übergroßen Fotos von alten Aufnahmen. Am Ende der Straße biegen wir in die Rue de Strasbourg ein und hier befindet sich ein Restaurant neben dem anderen. Nicht alle haben geöffnet und kurzerhand fällt unsere Entscheidung auf das „Tou L’monde en parle“ (die ganze Welt spricht darüber). Da es draußen zu heiß ist, bringt uns der Kellner zu einem schön gedeckten Tisch im hinteren Bereich des Restaurants – mit Klimaanlage. Schnell und äußerst freundlich werden wir bedient und die Aperitifs Pastis, Martini Rouge und Suze (Enzianlikör) stimmen uns auf das Essen ein. Nach intensivem Studium der Speisekarte bestellen wir alles Mögliche, wie mit Honig glasierten Ziegenkäse auf Pflücksalat und geräucherter Makrele, Kabeljau-Ceviche mit Yuzu-Zesten (eine Kreuzung zwischen zwei Zitronensorten), Lammkeule auf Polenta und Knoblauch-Confit, Crème brûlée mit Tahiti-Vanille oder Moelleux Chocolat (Schokokuchen mit weichem Kern), um Quer-Beet nur einiges zu nennen. Angerichtet wie in einem Sterne-Restaurant und geschmeckt hat es auch so.

Als wir das Restaurant verlassen, erschlägt uns die Hitze – trotzdem schlendern wir noch gemütlich durch die Gassen. Am Ufer der Saône befindet sich das langgestreckte Ancien Hôpital aus dem 16. Jhdt. Das alte Krankenhaus, die Kapelle mit den schönen Glasfenstern und die Apotheke können besichtigt werden, das machen wir aber nicht. Unmittelbar daneben ragt der Tour du Doyenné in die Höhe. Er diente einst als Treppenturm des Palastes in der Rue Edgar Quinet, wo der Dekan der Kathedrale wohnte. Der aus Backsteinen errichtete Turm wurde 1907 abgebaut und in Paris die Steine zum Verkauf angeboten. Der reiche Amerikaner Jay Gould erstand die Steine und schenkte sie der Stadt zurück, die den Turm 1927 hier aufbaute. Heute weht ganz oben stolz die französische Flagge und ein Zaun rund um das Bauwerk schützt, damit nicht wieder die Steine davongetragen werden. Auf der hinteren Seite hat man traumhaft schöne Blumenbeete angelegt. Die Farben und Arten der Blumen zeichnen die Karte von Frankreich und verschiedene Radfahrer auf die Böschung. Schaut ausgesprochen hübsch aus.

Müde und mit dicken Bäuchen geben wir gegen 16:00 Uhr auf und stapfen Richtung Boot zurück. Auf der Passerelle Pierre Soubrane verweilen wir noch eine Zeitlang und betrachten von oben den Hafen mit den Booten und Yachten. Dann kehren wir zu unserem Boot zurück und erschöpft von der schwülen Hitze ziehen wir uns in die Kabinen zurück und genehmigen uns ein Schläfchen.

Mensch, ist das jetzt gut gewesen, nun werden wir mal die sanitären Anlagen inspizieren und uns eine Dusche gönnen. Danach sitzen wir gemütlich am Bug des Bootes, weil es da mittlerweile Schatten gibt und kühle Luft unsere Gesichter umspielt.

Kurz nach 19:00 Uhr stapfen wir wieder los in die Altstadt. Es ist nach wie vor sehr warm, aber mittlerweile erträglich. Den Weg bis zur Rue de Strasbourg kennen wir ja schon, jetzt überqueren wir an deren Ende die Pont Saint-Laurent. Diese Brücke wurde 30 v. Chr. von den Römern errichtet und mehrmals umgebaut. Vier Obelisken zieren seit dem 18. Jhdt. die Brücke, 1944 fiel sie den Deutschen zum Opfer, wurde danach aber wieder aufgebaut.

An der Ecke Rue du Pont zur Rue Saint-Vincent fällt das Maison de la Mothe auf, ein Fachwerkhaus aus dem 15. Jhdt. Holzsäulen mit geschnitzten Kapitellen tragen die zwei Stockwerke und benannt wurde das Wohnhaus nach seinem einstigen Besitzer. Daneben dockt das Maison Les Trois Greniers (Haus der drei Speicher) an, der Name kommt daher, weil das hohe Dach drei Reihen Dachluken besitzt. La Maison dites des Lombards, die Fassade des Steinhauses der Lombarden aus dem 13. Jhdt. zieren Figuren und Medaillons. Die Lombarden waren im Mittelalter die Geldwechsler, da für Christen diese Tätigkeit verwerflich war. In allen alten Häusern sind nette, kleine Läden untergebracht, weil heute Sonntag ist, sind die Türen geschlossen. Somit müssen wir uns mit dem Betrachten allein begnügen. Um ehrlich zu sein, ist das eh schon eine Herausforderung, denn man weiß nicht, wo man zuerst hinschaun soll, es gibt so viel zu gucken. Hinter jedem Eck verbirgt sich ein Stück Geschichte und wir verfolgen die Spuren der mittelalterlichen Stadt. Dafür haben wir uns den kleinen Führer mit dem „Weg Orbandale“ aus der Capitainerie mitgenommen.

Wir erreichen das Herz des alten, malerischen Chalon-sur-Saône, den Place Saint-Vincent. Hier befindet sich die Cathédrale Saint-Vincent, die auf allen Seiten von prächtigen Fachwerkhäusern in getünchten Pastellfarben eingerahmt wird. Eines schöner als das andere mit Erker, schmiedeeiserne Fenster- und Balkongitter, Dachgaupen, windschiefe, vermooste Schindeldächer, Figuren und Verzierungen und Ornamente auf den Fassaden. Ein hübscher Brunnen ziert den Platz und Restaurants und Bars haben ihre Stühle ins Freie gestellt. Diese finden regen Andrang, die Menschen essen, trinken, chillen und lassen den Sonntag ausklingen. La vie est belle, ach, ist das Leben schön! Langsam drehen wir uns um die eigene Achse mit Blick auf die Häuser und sind gefangen von dem schmucken Ensemble. Wir umrunden die Kathedrale, die eingezäunt ist mit einem prächtigen, hohen Gitter und zweigen ab in die Gassen. Einmal links, einmal rechts und dann stehen wir vor der gallorömischen Stadtmauer. Sie wurde im 3. Jhdt. zum Schutz vor Invasionen errichtet. Auf großen Steinblöcken erbaute man Wälle aus Steinen, abwechselnd mit Ziegelsteinen. Ab dem Jahr 1000 wurde ein Teil Eigentum des Bischofs und in den Palast integriert. Die Mauer ist bewachsen mit wunderschönen Kletterrosen und Efeu.

Innerhalb der Mauer gibt es einen geschützten Parkplatz, wo riesige Tulpenbäume Schatten spenden. Vereinzelt trägt er noch hübsche, zarte Blüten. Wir spazieren weiter und kommen in der Rue aux Fèvres zum Théâtre piccolo, erbaut 1776 auf dem Gelände des Jesuitenordens. Von dieser Zeit stammt nur noch die Fassade mit den ionischen Säulen und einem Balkon. Der Innenbereich wurde 1886 vollständig wiederaufgebaut und umgestaltet.  Dahinter am Place du Théâtre gibt es ein witziges Haus, wo auf der Hausmauer ein Bild gemalt wurde, das eine Stiege zeigt, die zu einer Statue führt.

Auf unserem Spaziergang zu den Highlights begegnen wir immer wieder Infotafeln in drei Sprachen, so erfahren wir Interessantes über die Gebäude. Wir biegen in die Grande Rue ein und hier ist der Schickimicki zuhause, denn eine Boutique grenzt an die nächste. Dazwischen mal ein Hut- oder Brillengeschäft, aber auch von der teuren Sorte. Wir betrachten das ein oder andere Schaufenster und nehmen uns vor, morgen Vormittag hier ein wenig shoppen zu gehen. Denkste, denn montags haben die meisten Geschäfte bis etwa 14:00 Uhr fermé – geschlossen. Also geht´s weiter, wir schlagen den Weg in die Rue Saint Georges ein und befinden uns in einem anderen Land. Hier steht etwas versteckt hinter einem Zaun und hohen Büschen das alte Haus Chambion, das könnte auch in Andalusien stehen, so wie das ausschaut. Eine Mischung aus Orient und Mittelalter aus hellem Stein mit einem gestreiften Türmchen. Die Abendsonne lässt es wunderschön erstrahlen und etwas mystisch aussehen.

In einer Sackgasse, wegführend von der Rue de Général Leclerc stehen wir vor einem mächtigen, wunderschönen schmiedeeisernen Gartenzaun und dahinter liegend die Villa Denon und das Hôtel Denon. Die Villa war einst das Elternhaus von Dominique Vivant Denon, dem Gründer des Louvre in Paris. Das Ensemble besteht aus einem rot-weiß getünchten Herrenhaus mit hellblauen Fensterläden und dem historischen Gebäude mit der Holzfassade und geschnitztem Balkon. In der Rue de l’Oratoire stoßen wir auf den Tour de Saudon – der Turm mit dem spitzen Türmchen gehörte im Jahr 1000 zum gallo-romanischen Schutzwall.

Das Geburtshaus von Joseph Nicéphore Niépce, dem Erfinder der ersten fotographischen Technik im Jahr 1822 finden wir in der Rue de l´Oratoire. An das Haus Nr. 6 dockt eine überdachte Brücke an, schaut aus wie ein Minihäuschen aus roten Backsteinen mit blauen Fensterläden. Eine Straße ist beeindruckender als die andere und auf unserem Weg durch die Stadt entdecken wir mit Hilfe des Flyers viele historische Hotels und Häuser. Zwischen zwei Wohnhäusern guckt an der Ecke Rue Saint Georges und der Rue des Tonneliers der Beffroi de l´hôtel de ville, der Rathausturm durch. Es bietet sich ein tolles Bild, der von der Sonne angestrahlte, brennende Turm zwischen den beiden nüchternen Häusern im Schatten. 1407 wurde das erste Stadthaus errichtet und 1429 mit einem Glockenturm erweitert. Die Glocken riefen zu den Versammlungen oder luden das Volk zu Festen ein. 1845 wurde das alte Rathaus aufgelöst und zerstört. Übriggeblieben ist nur noch der Turm. Wie schon erwähnt, finden wir immer wieder interessante Tafeln mit vielen Informationen über die einzelnen Sehenswürdigkeiten. Auf dieser hat der Google-Translator versagt, denn der Text klingt richtig ulkig.

Besonders nennenswert ist noch das Maison de Quatre-Saison in der Rue du Châtelet Nr. 37. 1657 ließ ein Anwalt dieses Wohnhaus errichten mit beeindruckenden Flachreliefs aus Gips, die die vier Jahreszeiten darstellen. Blumengirlanden, Wasserspeier und Medaillons. Die schwarze Patina lässt die Figuren schön dreidimensional wirken. Während wir unseren Blick über die Fassade schweifen lassen, queren zwei leicht angeduselte Frauen unseren Weg und sie spielen spontan Reiseleiter für uns. Tja, liebe Damen, euer Englisch ist etwas spärlich und wirr, aber wir haben die Infos bereits in unserem Führer gelesen. Na dann, au revoir und noch einen schönen Abend. Einige Häuser weiter befindet sich das Maison Perry von 1614, das dem einstigen Bürgermeister von Chalon gehörte. Es ist mit Medaillons verziert und besitzt hübsche schmiedeeiserne Balkongitter.

Wir landen schlussendlich auf dem Rathausplatz und hier herrscht noch Halligalli. Auf einer großen Fläche ist der Platz mit Tischen und Stühlen der „Brasserie Le Saint Pierre“ bestückt und wir ergattern noch einen freien Platz. Nach dem vielen Sightseeing haben wir uns jetzt noch einen ordentlichen Drink verdient. Während wir auf einen Kellner warten, betrachten wir das Hôtel de Ville, wo in goldenen Lettern “Liberté, Égalité, Fraternité“ auf der Fassade steht: Darunter wehen die Fahnen von Frankreich, Burgund und der EU. Der Balkon und die Säulen sind schon geschmückt für den Zieleinlauf der 7. Etappe der Tour der France am 12. Juli. Errichtet wurde das Rathaus 1844 im Stil des Neoklassizismus auf den Resten des Karmeliterklosters aus dem 15. Jhdt. Dem Stil entsprechend sind auf der Fassade Säulen angedeutet und im Giebel eine antike Szene dargestellt. Über eine breite Freitreppe gelangt man zu den drei olivgrünen Portalen, die mit schmiedeeisernen Ornamenten verziert sind. So, genug mit dem Sightseeing, jetzt müssen wir was für unser leibliches Wohl tun und unsere Füße entspannen. Wir bestellen uns einen Schlummertrunk und relaxen ein wenig, während die Sonne untergeht. Wow, sind wir heute brav gewesen, so viel herumgelatscht und so viel Kultur gemacht!

Kurz vor 22:00 Uhr brechen wir auf, kommen noch an der Église Saint-Pierre vorbei, die Ende 17. und Anfang 18. Jhdt. mit kreuzförmigem Grundriss errichtet wurde. Im Zuge der Restaurierung um 1900 wurde die imposante Fassade verändert. Ich glaub, jetzt hab ich schon lange nicht mehr erwähnt, dass wir uns die Besichtigung für ein andermal aufheben. Heute lassen wir sie links liegen und spazieren weiter. An der Ecke Rue du Temple zum Quai Gambetta macht uns der Führer noch auf die Kapelle des Hospitaliers aufmerksam. Es handelt sich hier um den einzigen Rest der Kapelle des Tempelordens, die im 13. Jhdt. errichtet wurde.

So, nun sind wir am Quai Gambetta angelangt und hier spielt sich noch einiges ab. Wir besuchen kurz Herrn Nicéphore Niépce, der den Blick über den Hafen hat. Stolz präsentiert er seine Erfindung. Die Statue wurde 1885 von Eugène Guillaume unentgeltlich geschaffen. Wir tun es vielen anderen gleich und chillen eine Weile auf Holzliegen direkt an der Treppe zur Saône. Schön, wie die Stadt nachts beleuchtet ist. Im Wasser ankern große Kreuzfahrtschiffe, die leider furchtbar nach Diesel stinken. Der Tag ist lange und anstrengend gewesen, wir setzen uns wieder in Bewegung, stapfen über die Pont Saint-Laurent und landen in der Rue de Strasbourg. Wow, auch diese Straße ist hübsch beleuchtet mit riesigen Glühbirnen und die Menschen sitzen draußen, genießen das Essen und ihre Drinks.

Wir erreichen unser Boot gegen 22:15 Uhr und wir genehmigen uns hier noch einen Schlummertrunk. Sandra verwöhnt sich mit einem Glas Châteauneuf-du-Pape Rotwein und wir trinken einen weißen Côte de Nuits, der hier aus der Gegend stammt und dazu knabbern wir noch Käse.

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