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Es bedarf keines Kommentars, wie wir geschlafen haben – mit nur einem Schlafsack! Es war so, wie wir es vermutet haben – der zweite Koffer wurde natürlich gestern nicht mehr geliefert. Außerdem hat es die ganze Nacht geschüttet und wie es scheint, sind die Kübeln da oben noch lange nicht leer. So, und jetzt ist guter Rat teuer, nur wo gibt’s den jetzt zu kaufen?

Wir sind schließlich im Urlaub und da will ich nicht jeden Tag Wäsche waschen und föhnen. Als erstes fragen wir wieder mal bei British Airways nach, ob sie unseren Koffer vielleicht doch irgendwann mal rauszurücken gedenken – natürlich werden wir wie immer mit leeren Floskeln abgespeißt. Während wir wutentbrannt die Dame darum bitten, uns ihren Vorgesetzten ans Telefon zu bringen, damit wir uns beschweren können, klopft es an die Tür und oh  Wunder – unser vermisste Koffer ist endlich da! Was das betrifft sind wir jetzt erleichtert, doch was machen wir mit dem zweiten Problem, dem Regen? Kurzerhand entschließen wir uns, Vancouver noch einen Tag länger treu zu bleiben und das Museum of Anthropology zu besuchen. Also, Regengewand angezogen, Rucksack gepackt und schon stapfen wir los zum nächstgelegenen Skytrain. Dann in den Bus umgestiegen und das letzte Stück müssen wir wieder zu Fuß latschen.

Gleich vorab: Danke für den Regen – denn ohne diesen hätten wir ein absolutes Highlight des Urlaubs nicht gesehen!

Das Museumsgebäude erinnert an die Bauweise der Ureinwohner und steht auf sechs Totempfählen. Natürlich ist aufgrund des Regens heute viel los hier, aber das soll uns nicht stören. Schon im Foyer sind wir schwer begeistert, denn hier sind gewaltige Totempfähle, Dachbalken, Pfähle von Eingangsportalen, Boote und Vorratskisten ausgestellt. Die Totems werden von unten nach oben “gelesen” und stellen Geschichten dar – meistens repräsentieren sie die Wichtigkeit der Familie und stellen die Position des Clans dar.

Im nächsten Raum befinden sich deckenhohe Schaukästen mit Körben, Masken, Werkzeuge, Teppiche, Geschirr, und und und. Uns fesseln vor allem die Holzmasken und die damit verbundenen Rituale. Sie symbolisieren menschenfressende Superwesen und bei den Initialisierungsriten mussten die jungen Männer viermal tanzen, wobei das von wild bis ruhig zu erfolgen hat. Nach dem Tanz geht der Geist in die Maske über. Daher wird der Rabenmaske danach der Schnabel zugebunden, damit er nicht aufwacht und zu klappern beginnt, weil er nach Fressen bettelt.

Im Auditorium sehen wir uns zum Abschluss noch interessante Beiträge über ein Native Youth Program an, bei dem die Nachkommen verschiedener Stämme während ihres Studiums begleitet werden. Sie lernen ihre alten Kulturen kennen, sowohl theoretisch, als auch handwerklich. Das Ziel ist die jungen Menschen wieder auf ihre Vorfahren aufmerksam zu machen, damit die Kulturen nicht in Vergessenheit geraten.

Das zurzeit bekannteste Ausstellungsstück ist aber die Holzskulptur „The Raven and the First Men“ von Bill Reid, dessen Abbildung auch auf der 20-Dollar-Note zu finden ist. Bill Reid entwickelte die Kunst des Haida-Stammes unter europäischen Einflüssen weiter. Sein Vater hatte schottische und deutsche Wurzeln, während seine Mutter den Haida angehörte.

Vollgestopft mit viel Interessantem marschieren wir wieder zur Bushaltestelle. Dabei führt der Weg mitten durch das Universitätsgelände und da gibt es gerade eine große Party. Denn heute wird Graduation gefeiert. Viele junge Studenten laufen bekleidet mit Umhang und Kappe herum und lassen sich beglückwünschen. Na dann, gratulieren auch wir recht herzlich zum abgeschlossenen Studium.

Regen, Regen, Regen – so wie der Tag begonnen hat, so geht er auch zu Ende.


ZielKMCampingplatzKostenGetankt
Burnaby-Vancouver0Burnaby Cariboo RV ParkCAD 58,59-


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