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Laut Internet kommt unser Gepäck heute Abend! Daher können wir uns in Ruhe dem geplanten Stanley Park widmen. „Hi, you´re coming back!“ Als wir heute Morgen wieder zu Starbucks gehen, werden wir von der Verkäuferin gefragt, wie uns der Muffin gestern geschmeckt hat. Wow, wir müssen schön aufgefallen sein, dass sie sich noch an uns erinnert!

Der Stanley Park ist ein Stück unberührte Wildnis im Herzen von Vancouver und umfasst eine Fläche von 405 Hektar. Wir steigen eine Station vor dem Aquarium aus und schlendern entlang der Uferpromenade. Die ist in zwei Streifen geteilt, einer für Fußgänger und langsame Skater und der andere für schnelle Skater und Radler. Abschnittsweise gibt es da auch noch eine Straße, wo die Autos und Pferdekutschen fahren dürfen. Alles hat seine Ordnung und jeder achtet auf den anderen.

Wir werden von einem alten Herrn angesprochen, ob wir den Weißkopfseeadler schon bemerkt hätten. Er nistet in den Baumwipfeln und wird mit einer Live-Cam beobachtet. Als wir verneinen, reicht er uns sein Fernrohr und wir können den Vogel wirklich sehen. Ein prächtiges Exemplar, das da oben sitzt.

Nach einem kurzen Smalltalk setzen unseren Spaziergang fort und kommen an prächtigen Exemplaren von Nurse-Trees vorbei. Wird ein alter Baum gefällt oder stirbt, nimmt ein Junger den Reststumpf in Beschlag, umwickelt ihn mit seinen Wurzeln und schon lebt sich´s gut.

Es herrscht gerade Ebbe und zwischen den Steinen befinden sich Muscheln, die von Möwen und Raben geknackt und gefressen werden. Dabei wird die Muschel in den Schnabel genommen, ein Stück hochgeflogen und die Muschel auf einem Stein fallen gelassen, sodass sie zerbricht. Und schon ist „die Nuss“ geknackt. Dann heißt es nur noch, seine Beute zu verteidigen, denn da gibt es schöne Kämpfe in der Luft.

Im Hintergrund ist die tolle Skyline der Downtown zu sehen, die sich im Rest des Wassers spiegelt. Alle zehn Minuten startet von dort ein Wasserflugzeug und fliegt über unsere Köpfe hinweg.

Wir kommen am Deadman´s Island vorbei, das für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist, da hier die letzten Angehörigen eines Indianerstammes begraben liegen. Früher ließ die Railway Company hier Bäume fällen, da sie Holz für den Schienenbau benötigten. Sie haben nicht schlecht gestaunt, als dann die Toten aus den Bäumen fielen.. Die Indianer haben ihre Toten an höchster Stelle beigesetzt.

Das nächste Highlight sind die vielen echten Totempfähle, eine Sammlung des Stammes, der früher entlang des Küstenstreifens hier lebte. Infotafeln erklären die Entstehung und Bedeutung der Totems für die Familie. Wir sind sehr beeindruckt davon und können uns nur schwer loseisen.

Mit lautem Knall wird jeden Tag um 09:00 pm die Nine O´Clock Gun abgefeuert. Sie wurde 1816 in England hergestellt und 1894 nach Vancouver gebracht. Zu Beginn diente sie als Zeitsignal für die Fischer um 06:00 pm. Heute wird sie elektronisch abgefeuert und das täglich. In ihrer langen Geschichte wurde dieser Schuss nur fünfmal nicht abgefeuert.

Ein Geschenk (Juni 1972) von Elek Imredy ist die Taucherin, eine Figur, die auf einem Stein sitzt. Sie repräsentiert Vancouvers Abhängigkeit vom Meer. Bei Flut sind ihre Finger vom Wasser umspült, jetzt sitzt sie aber im Trockenen.

Schon von weitem haben wir gehört, dass in der Nähe ein Fest sein muss – und richtig: „Walk the walk – change the world. Be part of the Solution Global Poverty“. Unmengen von Menschen sind auf den Beinen und wegen des Wirbels halten wir uns hier auch nicht lange auf.

Wir kommen zur Lions Gate Bridge. Sie wird videoüberwacht und je nach Verkehrsaufkommen werden die Ampeln für die einzelnen Fahrstreifen auf Rot bzw. Grün geschaltet. Im Restaurant oberhalb der Brücke gönnen wir uns Mittagessen und unseren Füssen ein wenig Erholung. Dort steigen wir auch wieder in den Trolley ein und fahren bis ins Stadtzentrum wieder mit.

Erst am English Beach verlassen wir den Bus wieder und stapfen zu Fuß weiter. Hier befindet sich auch Vancouvers ältestes Hotel. Das „Sylvia Hotel“ ist komplett bewachsen mit wildem Wein und anscheinend wird hier noch nach alter Etikette gewohnt und gespeist.

Auffallend am Ende des Strandes ist der Inukshuk, eine Art Steinmanderl, das als Markierung und Navigationshilfe genutzt wurde. Er repräsentiert Höflichkeit und Freundschaft und dieses wurde auch für die Expo 1986 aufgestellt.

Wir gehen zurück ins Stadtzentrum und hier ist die Hölle los. Tja, die Vancouveraner haben heute Sonntag großteils frei und sind daher shoppen. Hier haben die Geschäfte nämlich sieben Tage die Woche geöffnet und das teilweise bis 09:00 pm – die armen Angestellten. Da fällt uns ein, dass da ja noch eine Sache offen ist – unser Gepäck. Da das nämlich noch immer nicht da ist und wir auch nicht wissen, wann es wirklich kommt, müssen wir noch Toilettsachen und Wäsche kaufen.

Wir kommen wieder ins Hotel und fragen nach, wie es mit unseren Koffern ausschaut. Es ist leider kana-da. Erst kurz nach 09:00 pm ist dann ana-da. Juhu!!


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