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Traumhaftes Wetter animiert uns dazu, nicht wie geplant mit dem Bus in die Stadt zu fahren, sondern die 45 Minuten entlang der Küste auf einem Boardwalk zu gehen. Wir brauchen die doppelte Zeit, weil wir dauernd stehen bleiben um zu fotografieren oder irgendwas zu bewundern.

West Bay ist ein Hafen mit spektakulärer Aussicht auf Victoria. Schwimmende Häuser vermischen sich mit den imposanten Yachten – und diese hier gehören sicher keine armen Leute. Am Wasser herrscht reges Treiben. Wasserflugzeuge starten und landen, Ausflugsboote zum Whale-Watching legen ab, Paddel- und Fischerboote mischen sich auch noch dazu. Die angezuckerten Olympic Mountains am Horizont rahmen einen gewaltigen Luxusliner ein.

Während wir so dahin schlendern, begegnen uns viele Jogger und Spaziergänger und immer wieder werden wir von ihnen begrüßt. Sollen wir die kennen, sind wir denen schon mal wo begegnet – nein, hier sind die Menschen alle so freundlich! Die Küste ist bewachsen mit Islandmohn, Margeriten und vielen anderen Blumen, die in voller Blüte stehen und was liegt da nahe – ja richtig, Samen einzusammeln. Und während wir da so pflücken, huscht ein Fischotter auf Futtersuche an uns vorbei. Mei, ist der Kerl süß! Der Tag hat noch nicht wirklich begonnen und wir sind schon eingefangen von dieser schönen Idylle.

Als erstes steuern wir die älteste Chinatown an der Westküste Nordamerikas an – klein, aber fein. Zwei Steinlöwen begrüßen die Besucher an einem Tor, das zu vielen Geschäften mit Gemüse, Tee oder anderem Krims-Krams führt, auch Chinesische Medizin wird angeboten und nicht zu vergessen die zahlreichen Restaurants. Wir wählen uns intuitiv das Ocean Garden Restaurant und entscheiden uns für das Tagesmenü. Tee wird ohne Bestellung auf den Tisch gestellt und ohne nachzufragen ständig nachgefüllt. Die Teller sind randvoll, wer soll das alles essen. Aber egal, das was übrig bleibt, wird ohnehin in ein Doggy-Bag gepackt und mitgegeben. Kein Vergleich zu Vancouvers Chinatown – hier fühlen wir uns wohl und werden weder von Mittellosen angebettelt, noch haben wir Angst, dass wir eine über die Rübe bekommen.

Impressionen Chinatown:

Als wir am Christmas Village vorbei kommen, reizt es uns, einen Blick hinein zu werfen. Aus den Lautsprechern des Geschäfts trällern Patrick Lindner und Andy Borg Schnulzen und die Dekos und Accessoires für den Weihnachtsbaum sind sehr sch……ön! Daher flüchten wir schnell wieder und begeben uns wieder auf Sightseeing-Tour.

Am schönen Inner Harbour befindet sich das traditionelle, mit Efeu bewachsene, Empress Hotel. Es wurde 1908 nach den Plänen des Architekten Francis Rattenbury errichtet, der auch im Alter von 25 Jahren das daneben liegende Parlamentsgebäude geplant hat.

Empress Hotel und Parlament:

Der bombastische Bau des Regierungsgebäudes mit der kupfergedeckten Kuppel thront inmitten eines großen Parks, der an so einem tollen Tag wie heute großen Gefallen bei Jung und Alt findet. Queen Victoria, hoch oben auf einem Sockel stehend, überwacht das Geschehen vor dem Gebäude. Wir nutzen die Gunst der Stunde und nehmen an einer kostenlosen Führung durch einen Teil des Gebäudes teil und erfahren so interessante Geschichten. Auch einen Blick in die Legislative Chamber, dem Amtssitz der Regierung, dürfen wir werfen.

Zwischen dem Parliament Building und dem Empress Hotel befindet sich das Royal British Columbia Museum und dahinter der Thunderbird Park – und das ist unser nächstes Ziel. Neben einem Langhaus der Indianer ragt hier ein regelrechter Totem-Wald aus der Erde. Einer beeindruckender als der andere, nur schade, dass keiner beschriftet ist. Wäre wirklich interessant welche Geschichten hinter den einzelnen Figuren stecken.

Ein weiterer Teil des Museums ist das Helmcken House, das älteste Haus der Provinz. Dr. Helmcken, ein deutschsprachiger Arzt und Politiker, hat bei den Verhandlungen zum Beitritt von British Columbia zu Kanada mitgewirkt.

Thunderbird Park und Helmcken House:

Dann spazieren wir durch die Straßen von Victoria, bis wir zur Christ Church Catheral kommen. Sie ist Sitz des Bischofs von British Columbia und eine der größten in ganz Kanada. Ihr schlichter Innenraum mit der Apsis aus rotem Backstein und den schönen Fenstern findet unser Gefallen. Außerdem haben die Kirchenbänke gepolsterte Auflagen, nach dem zu urteilen, müssten die Messen immer gut besucht sein, denn sie sind sehr gemütlich.

Das Government House ist umgeben von hübschen Themengärten, die wir gemütlich durchstreifen. Im Kräutergarten verzücken uns die Düfte und Blüten der verschiedenen Sorten. Wir sind auf der Suche nach dem Tea House, aber plötzlich landen wir in der Garage des Chaffeur´s vom Mr. Gouverneur. No problem – stolz zeigt er uns seinen Bentley, den er aus einem Wrack in jahrelanger Arbeit wieder aufpoliert hat. Daneben der Lexus und der Rolls Royce des Gouverneurs. Als wir ihn darauf ansprechen, dass uns die Offenheit des Geländes wundert, meint er nur „this house belongs to the public“. Er dient mittlerweile der sechsten Generation an Gouverneuren als Chauffeur und Piper (Dudelsackpfeifer). Eine lange Zeit, denn der Gouverneur wird hier für fünf Jahre bestellt.

Nach dem netten Small-Talk geht es einige Straßen weiter, wo das Craigdarroch Castle auf einer kleinen Anhöhe thront. Das Herrenhaus wurde 1890 für einen reichen Politiker und Industriellen erbaut, der die Fertigstellung aber nicht mehr erlebte. Berühmt ist der herrschaftliche Sitz für seine viktorianischen Möbel, die aufwendigen Schnitzereien und für die schönen Glasmalereien. Für eine Besichtigung des Inneren ist es leider schon zu spät, aber es ist auch von außen sehr beeindruckend.

Es ist mittlerweile der Abend angebrochen und die Füße schmerzen, Zeit „nach Hause“ zu gehen. Aber keiner von uns hat jetzt noch Lust dazu, denn es ist auch etwas kühl geworden, weil die Wolkendecke zugemacht hat. Also warten wir auf ein H2O-Taxi, wie sich die Wassertaxis nennen. Ist ein nettes Erlebnis, da der „Chauffeur“ Wissenswertes und Interessantes über die City und deren Bewohner zum Besten gibt.

Bei uns hat Victoria den besten Eindruck hinterlassen und sollten wir uns einmal zu den „retirees“ (Pensionisten) gehören, die es hier in Scharren herzieht, dann könnten wir es uns gut vorstellen, auch hier zu leben.


ZielKMCampingplatzKostenGetankt
Victoria0Westbay Marine Village RV ParkCAD 42,00 CAD 20,00 H2O-Taxi
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