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Schwarze Wolken hängen tief vom Himmel und es ist sehr frisch draußen. Was machen wir heute bis der große Schütter kommt? Beinahe alles, was wir an Klamotten eingepackt haben, wird angezogen. Aber auch die Sonnenbrille – man weiß ja nie.

Unsere Entscheidung fällt auf den Durrell Wildlife Conservation Trust, einem Tierpark, der Ende 1950 gegründet wurde und das Ziel hat bedrohte Tierarten – insbesondere aus Madagaskar – aufzuziehen. Danach werden sie in Gruppen unter beschützender Beobachtung gegliedert, um dann in die Freiheit zurückgeführt zu werden. Wahrzeichen ist der flugunfähige Dodo, ein Kranichvogel, der seit dem 17. Jhdt. ausgestorben ist.

Auf dem 25 ha großen Gelände ist eine sehr tierfreundliche Anlage entstanden, mit einem Wasserlauf, an dem sich Flamingos, Reiher und viele andere Wasservögel wohlfühlen können. In einem großen Freigehege können wir Gorillas beim Relaxen zusehen. Unsere Aufmerksamkeit bekommen auch die niedlichen Brüllaffen, die ihr stimmliches Können zum Besten geben. Wahrscheinlich will die Mama nur erklären, dass keiner ihrem Baby, das sie am Rücken herumträgt, was zu Leide tut. Die Vogelvolière wird bevölkert von kleinen Geschöpfen, die mit ihren kräftigen Farben des Federkleides sofort auffallen. So macht der Asia Fairy Bluebird seinem Namen alle Ehre, denn im grünen Dickicht ist das Blitzblau nicht zu übersehen. Das nächste Terrarium wird von kleinen Vögeln bewohnt, die mit einem orangen Neonmarker bemalt wurden (Brazilian Tanager).

Eine Sensation für alle ist das Amphibien- und Reptilienhaus mit vielen seltenen Genossen. Neben den blauen, gelben oder weiß getupften Fröschen sind natürlich die Pythons und anderen Vipern für alle sehenswert. Über 15.000 Insekten werden für diese Tiere in der Woche gezüchtet.

Wir verlassen das doch etwas stickige Haus wieder und spazieren weiter zu den Schildkröten. Die haben es aber heute vorgezogen, zuhause zu bleiben, weil es ihnen zu kalt ist. Na dann besuchen wir halt die Erdmännchen daneben. Und die freuen sich besonders, denn sie sausen auf ihrem Gelände herum, so schnell können unsere Augen ihnen gar nicht folgen. Ganz besonders süß sind die Kinder, die sicher nicht größer sind als ein Hühnerküken.

Übrigens, nachdem wir den Vormittag über immer wieder sudern, dass es uns  zu kalt ist, hat der Herrgott doch Mitleid mit uns und schickt uns die Sonne – danke! Nach unserer Futterpause setzen wir den Rundgang fort und beobachten die Bats, wie sie Obst fressen, an Gittern herum klettern oder sich aufhängen. Da sind die Lemuren hektischer unterwegs, denn sie spielen fangen, als wären sie im Kindergarten.

Das Gelände ist wie ein großer Park angelegt mit vielen lauschigen Plätzen, und kaum geht man einige Schritte gibt es wieder was Neues zu entdecken. Auch die Feldhasen, Eichkatzerl und Möwen, die eigentlich nicht hierher gehören, fühlen sich wohl unter den vielen Tieren. Wir bleiben den ganzen Tag hier und sind sehr müde während der Rückfahrt.

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