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Bevor wir Bastia verlassen, bekommt unser Auto die erste französische Tankfüllung verpasst und mit diesem Luxussaft für satte 1,57 Euro pro Liter geht es heute an die Westküste. Übrigens, dort werden wir uns noch freuen, dass wir hier „so billig“ getankt haben, denn in Calvi ist der Sprit um 1,63 Euro zu haben. Über zwei Stunden Fahrt stehen uns bevor und auf der Strecke sehen und erleben wir so einiges, sodass uns nicht langweilig wird. Seien es die vielen zerschossenen Verkehrsschilder oder die wahnsinnigen Autofahrer mit ihren riskanten Überholmanövern. Zur Ablenkung hören wir beruhigende irische Musik. Wir kommen zu einer Baustelle mit Ampel, an der ein Timer die zwei Minuten Wartezeit herunter zählt – sowas ist uns auch noch nie begegnet.

Der Verkehr kommt auch in l´Île-Rousse zum Stocken, weil die Stadt im Verkehr erstickt. Ab hier werden wir begleitet von traumhafter Landschaft mit Blick auf die Küste und den weiten Horizont.

Kurz nach Mittag erreichen wir Calvi, es hat 30° und stürmische Winde wehen uns um die Ohren. Unser Auto lassen wir auf einem großen Parkplatz im Hafen stehen und schlendern zur Zitadelle hoch. Die hohen, ocker-farbigen Bastionsmauern erheben sich über die Unterstadt und den Hafen. Auf unserem Rundgang innerhalb der Mauern haben wir von allen Seiten eine tolle Aussicht auf die schönen Häuser, die in Größe und Farbe wunderbar harmonieren.  Im Hafen ankern neben den Fischerbooten auch die Wahnsinnsjachten der Schönen und Reichen und etwas außerhalb liegt ein Kreuzfahrtschiff der TUI. Am Kai reiht sich ein Restaurant an das andere und in einem davon haben wir zuvor noch gut gespeist.

Um in die Altstadt zu kommen, spazieren wir mit Steinen gepflasterte Treppengassen hinauf. Über dem Place d´Armes thront die Église St-Jean Baptiste mit ihrer großen Laternenkuppel. Sie wurde im 13. Jhdt. erbaut und 1576 zur Kathedrale erhoben. Der Innenraum ist weiß getüncht und bis auf den bunten Fliesenboden sehr schlicht gehalten. An einem Pfeiler befindet sich eine geschnitzte Eichenkanzel mit fantasievollen Motiven. Sehenswert sind auch das elegante Weihwasserbecken aus Alabaster, der Renaissance-Taufstein und natürlich die Madonna in ihrem hübschen hellblauen Gewand. Nicht zu vergessen ist der Ebenholz-Christus, der auf einer Trage steht, in seinen Händen Weintrauben und ein Palmenblatt und darauf wartet, abgeholt zu werden. Der Überlieferung nach wurde er während der Türkenbelagerung 1553 durch die Stadt getragen und hat nach dem Ende der Belagerung den Namen „Wundertätiger Christus“ bekommen.

Eine Gasse weiter unten liegt etwas versteckt die Betkapelle der Bruderschaft des Hl. Antonius mit tollen Fresken im Innenraum. Er ist der Schutzpatron des Viehs und wird daher mit Schweinen dargestellt.

Wir schlendern wieder in die Neustadt hinunter und es hat den Eindruck, als gäbe es hier nur Geschäfte. Wir tun es den anderen Touristen gleich und stürzen uns auch ins Gewühl. Aber außer einem Wasser und zwei Flaschen Wein ist bei uns nichts drin. Der typische Touristenkram findet bei uns keinen Gefallen und die Klamotten, die es jetzt für Minus 50% zu erstehen gibt, sind auch nicht zu gebrauchen.

Zum Abschluss des Tages gönnen wir uns noch einen café au lait und dann machen wir uns gegen 17:00 Uhr bei noch 29° auf die Rückfahrt. Im tollen Licht der Abendsonne und den Klängen von Carla Bruni´s Chansons lassen wir den Tag nochmals Revue passieren.

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