Generated by All in One SEO v5.0.0.1, this is an llms.txt file, used by LLMs to index the site. # Reiseberichte von Sabine und Wolfgang Wir haben keine Zeit, wir sind im Urlaub... ## Sitemaps - [XML Sitemap](https://www.bauer-seyr.at/sitemap.xml): Contains all public & indexable URLs for this website. ## Beiträge - [Test FooGallery Migration](https://www.bauer-seyr.at/test-foogallery-migration) - [Udpate 03.08.2025](https://www.bauer-seyr.at/udpate-03-08-2025) - Update 03.08.2025 Neuer Menü-Bereich Österreich hinzugefügt und die ersten Kurzurlaube darauf eingetragen. - [Update 06.07.2025](https://www.bauer-seyr.at/update-06-07-2025) - Update - 06.07.2025 Ein neuer Wanderbericht Bärentrail Kampschlucht und Felsengarten bei Lembach ist nun online. - [Update 26.08.2024](https://www.bauer-seyr.at/update-26-08-2024) - Update - 26.08.2024 Ein neuer Reisebericht zu unserem Zypernurlaub im März 2024 ist nun online. Diesesmal waren wir mit einer kleinen Reisegruppe unterwegs. - [Update - 19.12.2023](https://www.bauer-seyr.at/update-19-12-2023) - Update - 19.12.2023 Nach den Corona-Lockdowns war es wieder gut, den Kopf bei einer kurzen Städtereise nach Lissabon - der Hauptstadt Portugals - freizubekommen. Ihr findet diesen Bericht unter den Menüs Städtereisen bzw. Portugal. - [Update 14.01.2024](https://www.bauer-seyr.at/update-14-01-2024) - Update 14.01.2024 Neuer Menü-Bereich Schneeschuh-Wanderungen hinzugefügt und die ersten 5 Wanderungen mit GPX Daten zum Download beschrieben. - [Startseite](https://www.bauer-seyr.at/startseite) - Auf dieser Homepage berichten wir über unsere Urlaubsreisen. Wir fahren gerne und auch viel auf Urlaub und haben nun Tagebuch zu schreiben begonnen, in dem wir die schönsten und interessantesten Erlebnisse vermerken. Zu Hause dann wird dieses Tagebuch zu einem Reisebericht zusammengefasst. Um unsere Erlebnisse und Eindrücke mit euch zu teilen, haben wir diese Homepage - [Update - 19.10.2019](https://www.bauer-seyr.at/update-19-10-2019) - Update - 19.10.2019 Der Reisebericht Burgund ist nun fertig und mit Bildern versehen. Viel Spass beim Nachlesen. - [Update – 18.08.2016](https://www.bauer-seyr.at/update-18-08-2016) - Update - 18.08.2018 Diesmal geht es nach Andalusien. Auf dem Programm steht die klassische Auto-Rundreise mit den Höhepunkten Málaga, Granada, Córdoba, Sevilla und Ronda. Sehenswürdigkeiten wie die Alhambra, die Mezquita Kathedrale, die alte Ruinenstadt Madinat al-Zahra, die Kathedrale von Sevilla, der Plaza de España, Itálica und vieles mehr beeindrucken uns während der einwöchigen Reise. - [Update - 25.08.2013](https://www.bauer-seyr.at/update-25-08-2013) - Die Kanada Reise liegt hinter uns - die tollen Erlebnisse könnt Ihr aber auf unserer Seite nachlesen. - [Update - 23.03.2013](https://www.bauer-seyr.at/update-23-03-2013) - Update - 23.03.2013 Endlich haben wir den Rückstau an Reiseberichten abgebaut und zu guter Letzt noch den Reisebericht zu den Kanalinseln (Channel Islands) live gestellt. Englisches Flair direkt vor der französischen Atlantikküste. Zwei Wochen treiben wir uns auf Guernsey, Jersey, Sark, Alderney und Herm herum und bestaunen eines der letzten (Steuer-)Paradiese Europas. Die Landschaft ist atemberaubend, Sehenswürdigkeiten - [Update - 05.05.2019](https://www.bauer-seyr.at/update-05-05-2019) - Barcelona, Antoni Gaudi, katalonische Moderne, Sagrada Familia, Perk Güell, Casa Güell - [Update - 17.12.2023](https://www.bauer-seyr.at/update-17-12-2023) - Update – 17.12.2023 Der Reisebericht Jersey - Kanalinseln ist fertig und im Menü England verlinkt. - [Update - 11.09.2022](https://www.bauer-seyr.at/update-11-09-2022) - Update - 11.09.2022 Der Reisebericht Brüssel und Umgebung ist fertig gestellt und im Menü Städtereisen verlinkt. - [Update - 05.10.2019](https://www.bauer-seyr.at/update-05-10-2019) - Sommerurlaub am Bodensee und mit dem Hausboot auf der Saône im Burgund. - [Update - 09 & 10.03.201](https://www.bauer-seyr.at/update-09-10-03-201) - Update - 09 & 10.03.2013 So - jetzt aber wieder mal ein paar neuee Reiseberichte. 2011 haben wir uns einen 4-Tage Kurzurlaub in Hamburg gegönnt. Spät aber doch erscheint dazu auch der entsprechende Reisebericht. Viel Spaß beim Lesen. 2012 waren wir dann im Herbst für eine Woche in der Lüneburger Heide - zur Hauptblütezeit der - [Update – 24.04.2014](https://www.bauer-seyr.at/update-24-04-2014) - Update - 24.04.2014 Leider haben wir vorigen Herbst den Kurzurlaub nach Andalusien kurzfristig stornieren müssen - aber die Sehenswürdigkeiten laufen uns ja nicht davon. Dafür freuen wir uns heuer schon sehr auf Kaltern in Südtirol und unseren Sommerurlaub mit dem Wohnwagen durch das Elsass. Also - stay tuned. - [Update - 03.10.2016](https://www.bauer-seyr.at/update-03-10-2016) - Update - 03.10.2016 Nach langer "Durststrecke" freue ich mich, wieder einmal einen Reisebericht veröffentlichen zu können. Sommer 2015 zieht es uns wieder einmal in die Stadt der Liebe - nach Paris. Und im Schlepptau reist unser Patenkind mit. Wir freuen uns, ihr unsere Lieblingsstadt zeigen zu dürfen. Alles nachzulesen im Reisebericht Paris. - [Update - 29.06.2014](https://www.bauer-seyr.at/update-29-06-2014) - Update - 29.06.2014 Ich habe eine PDF Funktion am Ende jeder Seite integriert. Damit ist es nun ganz einfach, die entsprechende Seite als PDF sofort auf deinen Computer zu laden und zum Offline-Lesen abzuspeichern. Ich hoffe, euch gefällt die neue Funktion. - [For Simon](https://www.bauer-seyr.at/for-simon) - Kanada Bilder - [Kanada - Bilder vom 24.05. - 30.05.](https://www.bauer-seyr.at/kanada-bilder-vom-24-05-30-05) - Regenabo der ersten Woche ist abbestellt - jetzt kommen sonnige Tage Wohnzimmer ist SEHR komfortabel - Kreuzschmerzen nach dem Schlafen halten sich in Grenzen Es lebe die deutsche Bäckerszunft - heute erstes Frühstück, das nicht von alleine runterrutscht @ Renate: Leider noch keinen Cider auf dich trinken können - aber die kanadischen Weißweine sind auch - [Update - 05.05.2013](https://www.bauer-seyr.at/update-05-05-2013) - Update - 05.05.2013 Heuer haben wir noch gar keine Urlaubsreise unternommen - das muss sich ändern! Daher freut euch schon auf Reiseberichte zu Kanada und Andalusien... Also - stay tuned. - [Update - 07.03.2013](https://www.bauer-seyr.at/update-07-03-2013) - Update - 07.03.2013 Heuer geht es 4 Wochen mit dem Campervan nach Kanada und dann noch eine Woche quer durch Andalusien. Und immer noch sind die Reiseberichte von 2012 überfällig. Irgendwie kommen wir nicht dazu, diese zu überarbeiten. Aber das wird schon noch... Also - stay tuned. - [Update - 19.02.2012](https://www.bauer-seyr.at/update-19-02-2012) - Update - 19.02.2012 Die Zeit vergeht wie im Flug und bald ist der Winter vorbei. Darum wird es wieder Zeit, dass wir uns mit den Urlauben für heuer beschäftigen. Für das Frühjahr haben wir schon alles gebucht - die Kanalinseln zwischen England und Frankreich. Ein ganz besonderes Stück Europas. Erste Woche verbringen wir in Guernsey mit Abstechern - [Update - 26.10.2011](https://www.bauer-seyr.at/update-26-10-2011) - Update – 26.10.2011 Der Sommerurlaub 2011 ist leider schon wieder vorbei: heuer stand ein Wochenend-Kurztrip nach Hamburg auf dem Plan sowie 14 Tage auf der Insel Korsika. Die Reiseberichte sind in Vorbereitung. Um Euch die Wartezeit darauf zu verkürzen, haben wir unsere Wochenendtrips nach Nürnberg und Regensburg und München zwischenzeitlich live gestellt. Also - stay tuned. ## Seiten - [Startseite](https://www.bauer-seyr.at/) - Wir berichten über unsere Urlaubsreisen in die verschiedenen Länder und geben Tipps zu besonderen Sehenswürdigkeiten. - [Kulturreise ins Burgenland - 10. & 13. Juli 2025](https://www.bauer-seyr.at/kulturreise-ins-burgenland-10-13-juli-2025) - Wir brechen gegen 14:45 von Daheim auf, holen für uns beim Billa Futter für das Wochenende und füttern danach auch Henrik (unseren neuen Campervan) mit ein wenig Diesel. Wolfgang hatte schon den Schlauch mit Benzin in der Hand... das hätte eine Magenverstimmung gegeben🫣.Die Anreise in's Burgenland dauert gut 3 1/4 Stunden - es sind viele Mittelstreifenfahrer - [Mohndorf Armschlag und Kampschlucht Wanderung 5.-6. Juli 2024](https://www.bauer-seyr.at/mohndorf-armschlag-und-kampschlucht-wanderung-5-6-juli-2024) - Da die Nachbarkatze Cookie allein Zuhause ist (sie wird eh gut während unserer Abwesenheit versorgt), versucht sie vehement uns auch am Wegfahren zu hindern. Wolfgang knuddelt sie nochmal ordentlich durch und mit viel Streicheleinheiten überzeugen wir sie schlussendlich uns ziehen zu lassen. Aber sie tut uns schon leid und wir hätten sie am liebsten mitgenommen. Unsere - [Österreich](https://www.bauer-seyr.at/oesterreich) - Auch wenn wir aus Österreich kommen, so haben wir unser Heimatland bislang sträflichst mit unseren Reiseberichten vernachlässtigt. Dies wollen wir nun mit dieser Seite wieder gut machen. Niederösterreich Mohndorf Armschlag & Wanderung Bärentrail und Kampschlucht - 5. & 6. Juli 2024 Wachau 2024 Burgenland Kulturreise Steinbruch St. Margarethen und Schloss Kobersdorf 2024 Steiermark Steiermark 2024 - [Bärentrail Kampschlucht und Felsengarten bei Lembach](https://www.bauer-seyr.at/baerentrail-kampschlucht-und-felsengarten-bei-lembach) - In einer Bucht neben der Straße parken wir unseren Campervan und machen uns auf zum Bärentrail. Der Waldboden ist bedeckt mit Waldheidelbeeren - die blauen Beeren schmecken vorzüglich. An anderen Stellen bedeckt dichtes Moos wie ein Teppich den Waldboden. Der Wald verströmt einen herrlichen Duft.Nach etwa 40 Minuten Wanderung hören wir bereits das Wasser der Kamp - [Wanderungen](https://www.bauer-seyr.at/wanderungen) - Nachdem wir uns nun einen Campervan gekauft haben, werden wir die nächsten Wochenende auf der Wanderachse sein. Auf dieser Seite wollen wir euch die schönsten unserer Touren präsentieren. Aktueller Stand ist Juli 2025 - wenn wir weiterwandern, dann kommen neue Routen dazu: Niederösterreich - Bärentrail Kampschlucht und Felsengarten bei Lembach - [Larnarka (09.03.2024)](https://www.bauer-seyr.at/zypern/larnarka-09-03-2024) - Heute ist laut Reiseprogramm wieder ein Tag zur freien Verfügung und den nutzen wir, um die Hauptstadt der Insel näher kennenzulernen. Daher schlendern wir nach dem Frühstück zur Bushaltestelle, wo wir Brigitte und Doris wieder treffen. Später gesellen sich noch Petra und ihr Mann dazu. Das Busfahren ist auf Zypern eine gute Variante, weil die - [Heimreise (10.03.2024)](https://www.bauer-seyr.at/zypern/heimreise-10-03-2024) - Mit etwas Wehmut sitzen wir beim letzten Frühstück, dennoch blicken wir gemeinsam auf einen traumhaft schönen Urlaub zurück: das Wetter ist perfekt gewesen mit angenehmen Temperaturen, die Gruppe harmonisch und eine tolle Reiseleitung hat uns ein interessantes Programm geboten mit der Kombination von geführter Reise und Freizeit. Wir sind nicht die Gruppenreisenden, aber es hat - [Paphos (04.03.2024)](https://www.bauer-seyr.at/zypern/paphos-04-03-2024) - Die erste Nacht was nicht so toll, denn wir sind einige Male aufgewacht und sind daher noch ein wenig konfus, als uns um 07:00 Uhr der Wecker aus dem Schlaf reißt. Dafür erwartet uns ein traumhafter Tag und lässt unsere Müdigkeit schnell verschwinden. Beim Frühstück treffen wir auf einige der Mitreisenden und wir setzen uns - [Nikosia / Lefkosia (05.03.2024)](https://www.bauer-seyr.at/zypern/nikosia-lefkosia-05-03-2024) - Bei einem wolkenlosen, strahlend blauen Himmel fahren wir pünktlich um 09:00 Uhr ab und schon nach wenigen Minuten ist Melina wieder voll in ihrem Element. „Was haben wir gestern gelernt? Kaliméra, was so viel bedeutet wie Hallo, Tschüß, Guten Morgen, Guten Tag, Gute Nacht oder auch Pfiat di, das kann man immer sagen! Und heute - [Burg Kolossi, Kourion, Halbinsel Akrotiri (06.03.2024)](https://www.bauer-seyr.at/zypern/burg-kolossi-kourion-halbinsel-akrotiri-06-03-2024) - Heute steht uns laut Programm ein Tag zur freien Verfügung und den möchten wir nutzen, um mit einem Leihauto selbst die Gegend zu erkunden. Wie die letzten Tage auch genießen wir unser Frühstück gemeinsam mit Doris und Brigitte. Als wir von unseren Plänen erzählen, schließen sich die beiden uns gleich an. Daher schlendert Wolfgang nach - [Troodos Gebirge, Kykkos Kloster, Omodos (07.03.2024)](https://www.bauer-seyr.at/zypern/troodos-gebirge-kykkos-kloster-omodos-07-03-2024) - An einem traumhaften Tag werden wir heute um 08:30 Uhr abgeholt, weil wie Milena sagt, die Fahrtstrecke ins Landesinnere sehr weit ist. Um uns bei Laune zu halten, erzählt sie uns unter anderem die interessante Geschichte und Infos zum Johannisbrotbaum. Er ist sehr anspruchslos, gedeiht auf lehmigen, sandigen, kalk- oder salzhaltigen Böden und benötigt wenig - [Skarinou, Lefkara, Amathous, Limassol (08.03.2024)](https://www.bauer-seyr.at/zypern/skarinou-lefkara-amathous-limassol-08-03-2024) - Nach dem Frühstück lässt es die Zeit noch zu und wir können noch eine halbe Stunde entlang des Strandes Spazierengehen. Das Bild mit den vielen Katzen macht uns jeden Tag Freude und es dauert nicht lange, da kommen schon die ersten auf uns zu. An einem noch verlassenen Gastgarten belagern sie die Handtücher der Schwimmer, - [Zypern - Fotobuch](https://www.bauer-seyr.at/zypern/zypern-fotobuch) - Bei HappyFoto.at lassen wir uns immer ein Fotobuch mit den Highlights des Urlaubs ausarbeiten. Hier findet ihr die entsprechenden Seiten als Screenshots. - [Zypern](https://www.bauer-seyr.at/zypern) - Bei strahlend schönem Wetter holt uns Manfred um 07:30 Uhr ab und bringt uns zum Bahnhof. Der Zug hat etwas Verspätung und während wir am Gleis auf ihn warten, wird uns schon etwas kühl, denn wir haben die Winterkleidung gegen die Wanderjacken getauscht. Um 08:28 verlässt der Zug Linz und wir machen es uns auf - [Radtour - Rundstrecke: Von Gutau zur Braunberghütte](https://www.bauer-seyr.at/radtour-rundstrecke-von-gutau-zur-braunberghuette) - Anspruchsvolle Mountainbike Tour von Gutau zur Braunberghütte mit 1082 Höhenmeter auf 32 km. Die Tourstrecke ist von uns ein wenig entschärft worden - das Original enthält noch ein paar steilere Anstiege, die wir aber mit einer Umfahrung ausgeglichen haben. Dennoch sind einige sehr steile Anstiege (18%) und Abfahrten über Waldwege mit Steinen und Wurzelwerk enthalten, - [Radtouren](https://www.bauer-seyr.at/radtouren) - Wir sind stolze Besitzer von eMountain Bikes und nutzen diese gerne für Ausfahrten. Anbei ein paar unserer schönsten Routen, die wir gerne noch einmal fahren -inklusive der GPX Daten zum Nachfahren (auf eigene Gefahr). Die Routen sind für "normale" Radelfahrer aus unserer Sicht ohne große Probleme bewältigbar (wir selbst fahren keine Trails sondern sind vorwiegend - [Radtour Bad Zell - Ruine Prandegg](https://www.bauer-seyr.at/radtour-bad-zell-ruine-prandegg) - Sehr schöne, manchmal etwas herausfordernde Radtour von Bad Zell im Mühlviertel zur Ruine Prandegg und retour. Die Tour startet am Parkplatz vor dem Hotel Lebensquell und führt die ersten 7 km etwa 220 Höhenmeter aufwärts. Die Strecke ist abwechslungsreich, führt an sehr schönen Vierkanthöfen vorbei und erlaubt immer wieder wunderschöne Ausblicke in das Mühlviertel. Bei - [Groß Gerungs: Tanner Moor - Rubner Teich](https://www.bauer-seyr.at/gross-gerungs-tanner-moor-rubener-teich) - Schöne und mittelschwere (Wald, Äste, Steine...) Strecke von Groß Gerungs durch viel Wald zum Tanner Moor (Rubner Teich). Das erste Drittel der Strecke geht moderat immer höher, danach eine längere Strecke ohne große Steigungen. Zum Rubner Teich führt eine etwa 5 km lange Abzweigung, die man wieder retour muss, um auf der Strecke weiter zu - [Moldau-Stausee von St. Oswald bei Haslach](https://www.bauer-seyr.at/moldau-stausee-von-st-oswald-bei-haslach) - Einfache, weil zumeist flache und gut befahrbare Radtour von St. Oswald aus mit einem Abstecher zum südwestlichen Moldau-Stausee. - [Dachstein Gletscher - Schneeschuhwanderung](https://www.bauer-seyr.at/dachstein-gletscherwanderung-2) - Wenn man in der Ramsau im Jänner 2023 Winterurlaub macht (und es leider eher nach Frühling aussieht), dann muss man auf den Dachstein Gletscher, um Schnee zu sehen. Wir parken am Parkplatz der Talstation der Dachstein Südwandbahn und lassen uns gemütlich mit der Gondel zur Bergstation chauffieren. Dort schnallen wir die Schneeschuhe an und marschieren - [Kleine Rosenkogel Runde am Predigstuhl - Schneeschuhwanderung](https://www.bauer-seyr.at/kleine-rosenkogel-runde-am-predigstuhl) - Wunderschöne Runde unterhalb des Predigstuhl, die zur Rossmoosalm (keine Einkehrmöglichkeit) führt. Vom Parkplatz weg gehen wir etwa 10 Minuten die Zubringerloipe zur Rundwanderung. Dort halten wir uns rechts und folgen den Hinweisschildern "Kl. Rosenkogel Runde". Der Weg führt uns etwa 1 km entlang der doppelt gespurten Loipe - hier gilt es also aufmerksam auf Skater - [Blaa Alm - Schneeschuhwanderung](https://www.bauer-seyr.at/blaa-alm-schneeschuhwanderung-2) - Gemütliche Schneeschuhwanderung zur Blaa Alm bei Altaussee. Diese kurze und gemütliche Schneeschuhwanderung führt uns vom Parkplatz Loser in der Nähe von Altaussee entlang eines Wanderwegs zur Blaa Alm und wieder retour zum Parkplatz. - [Tauplitz Alm - Schneeschuhwanderung](https://www.bauer-seyr.at/tauplitz-alm-schneeschuhrunde) - Kurze Runde auf der Tauplitz Alm auf 1.600 Metern Höhe. Vom Parkplatz der Tauplitzer Bergbahn nehmen wir den 4-er Sessellift, der uns mit einmal Umsteigen auf der Mittelstation bis hinauf zur Tauplitz Alm auf 1.650 Meter bringt. Dort schnallen wir unsere Schneeschuhe an und starten die gemütliche Wanderung auf dem Plateau. Rechts unterhalb des Berghotels - [Von Gößl über Ranftlmühle zum Toplitzsee - Winterwanderung](https://www.bauer-seyr.at/von-goessl-ueber-ranftlmuehle-zum-toplitzsee) - Eine einfache flache Winterwanderung von Parkplatz in Gößl (beim Grundlsee) zum Toplitzsee. Der Weg führt gegenüber vom Parkplatz in den Wald, den Hinweisschildern "Wanderweg zur Ranftlmühle" folgend. Nach etwa 10 Minuten gelangen wir zur Ranftlmühle - einer historischen Wassermühle, die ihren Namen dem Maler Johann Matthias Ranftl verdankt. Hinter der Mühle bewundern wir von der - [Rund um den Ödensee - Schneeschuhwanderung](https://www.bauer-seyr.at/rund-um-den-oedensee) - Eine einfache flache Wanderung rund um den Ödensee im Ausseerland. Der Weg beginnt am Parkplatz und führt am Anfang entlang der Loipe. Nach dem Anstieg vom Parkplatz geht ein kleiner enger Winterwanderweg rechterhand weg, über den wir nach ein paar Minuten wieder auf die Loipe zurück geführt werden, der wir am Westufer des Sees entlang - [Schneeschuh-Wanderungen](https://www.bauer-seyr.at/schneeschuh-wanderungen) - 2021 haben wir das Schneeschuh- bzw- Winterwandern für uns entdeckt. Ähnlich wie bei unseren Sommerurlauben sind wir auch im Winter keine Extremsportler, sondern genießen auf unserern Touren die Landschaft. Daher sind alle unsere Touren auch für Anfänger geeignet. Auf dieser Seite wollen wir euch die schönsten unserer Touren präsentieren. Aktueller Stand ist Jänner 2024 - - [Sintra: Quinta da Regaleira, Palácio Nacional da Pena (26.03.2023)](https://www.bauer-seyr.at/lissabon/sintra-quinta-da-regaleira-palacio-nacional-da-pena-26-03-2023) - Heute zeigt sich das Wetter wieder von der schönsten Seite und obwohl uns der Gewaltmarsch von gestern noch ein wenig in den Gliedern sitzt, marschieren wir voller Tatendrang wieder los. Für unser erstes Ziel brauchen wir nicht weit zu laufen, denn der Bahnhof Estaçao do Rossio befindet sich fast um die Ecke. Das Gebäude stammt - [Arco da Rua Augusta, Quinta da Arealva, Ponte 25 de Abril, Cristo Rei, Torre de Belém (25.03.2023)](https://www.bauer-seyr.at/lissabon/arco-da-rua-augusta-quinta-da-arealva-ponte-25-de-abril-cristo-rei-torre-de-belem-25-03-2023) - Als wir heute den Vorhang wegziehen, sind wir kurz erschrocken, denn eine Wolkendecke liegt über der Stadt, obwohl wir schönes Wetter gebucht haben. Doch während wir das Frühstück genießen, reißt die Decke auf und es treiben nur noch Schäfchenwolken am Himmel. Kurz nach 09:00 Uhr marschieren wir los und landen mitten in einer Veranstaltung. Musik - [Igreja de São Domingos,Igreja da Graça, Castelo de São Jorge, Sé de Lisboa, Jardim da Estrela, Convento do Carmo (24.03.2023)](https://www.bauer-seyr.at/lissabon/igreja-de-sao-domingosigreja-da-graca-castelo-de-sao-jorge-se-de-lisboa-jardim-da-estrela-convento-do-carmo-24-03-2023) - Bom dia, Lissabon begrüßt uns heute wieder mit strahlendem Sonnenschein und nahtlos blauem Himmel. Wir treffen uns um 08:00 Uhr zum Frühstück, wo es frisch gepressten Orangensaft, viel Obst, köstlichen Frischkäse, saftigen Schinken und vieles mehr gibt. Neben den Weckerl und Weißbrot werden wir unter anderem auch verführt von der portugiesischen Spezialität, den Pastéis de - [Praça do Rossio, Praça da Figùeira, Rua Augusta (23.03.2023)](https://www.bauer-seyr.at/lissabon/praca-do-rossio-praca-da-figueira-rua-augusta-23-03-2023) - Kurz entschlossen haben wir vor wenigen Wochen einen Kurztrip mit Gerti und Michael nach Lissabon gebucht. Heute ist es soweit: genau zwei Minuten bevor der Wecker um 06:00 Uhr klingelt, wachen wir auf und kraxeln aus den Betten. Eine Stunde später haben wir gefrühstückt und sind auf der Autobahn unterwegs Richtung Leonding. Nach einem schnellen - [Portugal](https://www.bauer-seyr.at/portugal) - Auch wenn wir von "Konintental-"Portugal außer einem kurzen Stopover in Lissabon eigentlich noch gar nichts gesehen haben - die wunderbaren Inseln Portugals begeistern uns. Diese sind immer eine Reise wert: Die wunderschöne Insel Madeira erwandern wir uns im Mai 2008 Die Azoren liegen weit im Atlantik zwischen Europa und Amerika - sind aber ein Teil Portugals. - [Lissabon](https://www.bauer-seyr.at/lissabon) - Nach all den Corona-Reisebeschränkungen besuchen wir mit einem befreundeten Paar im März 2023 endlich die Hauptstadt Lissabon, die wir bisher nur von einem kurzen Stoppover auf dem Weg nach Madeira kennen. - [Heimreise (27.03.2023)](https://www.bauer-seyr.at/lissabon/heimreise-27-03-2023) - Heute ist wieder ein sonniger Tag, umso mehr tut es uns weh, dass wir schon die Heimreise antreten müssen. Laut Wetterbericht bleibt es hier die kommenden zwei Wochen auch traumhaft schön und vorweggenommen, kehrt zuhause der Winter wieder ein. Wir genießen in vollen Zügen unser letztes Frühstück, bestellen uns wieder ein Uber, das uns ruckzuck - [Jersey - Kanalinseln](https://www.bauer-seyr.at/jersey-kanalinseln) - Vier Jahre sind es her, seit Wolfgang und ich zwei Wochen auf den Kanalinseln verbracht haben und diese Inseln uns vollkommen begeistert haben. Wie auf vielen unserer Reisen sagen wir jedes Mal, das schauen wir uns das nächste Mal an. Wolfgang´s Eltern haben unsere Berichte und Fotos auch sehr gefallen - nur allein dorthin zu - [Newsletter](https://www.bauer-seyr.at/newsletter-2) - [newsletter] - [England](https://www.bauer-seyr.at/england) - Englisch können wir beide recht gut sprechen, daher müssen wir auch das Mutterland dieser Sprache besuchen: Bei unserem Städtetrip nach London haben wir leider noch kein Tagebuch geführt - aber schön war es dort trotzdem. 2007 zieht es uns dann nach Südengland - ein wenig auf den Spuren der Pilcherromane. Wir besichtigen die prächtigen Herrenhäuser - [Eric Young Orchid Foundation, Dolmen du Couperon, Rozel, Hamptonne Country Life Museum (20.06.2018)](https://www.bauer-seyr.at/jersey-kanalinseln/eric-young-orchid-foundation-dolmen-du-couperon-rozel-hamptonne-country-life-museum-20-06-2018) - The same procedure as every day, Frühstück, Klo gehen, Rucksack packen und los geht´s. Es ist trotz der Wettervorhersage, die Sonnenschein verspricht, noch diesig. Die Fahrt durch das Waterworks Valley bei St. Lawrence ist aufgrund der teilweisen sehr engen Straßen ein wenig abenteuerlich. Wieder fahren wir durch grüne Tunnels und auf Wegen, die mit Schildern - [St. Matthew, Elizabeth Castle, La Hougue Bie, Corbière Lighthouse (18.06.2018)](https://www.bauer-seyr.at/jersey-kanalinseln/st-matthew-elizabeth-castle-la-hougue-bie-corbiere-lighthouse-18-06-2018) - Heute wird´s was mit der Glaskirche in St. Matthew, wir parken unser Auto, noch bevor die Pforten geöffnet haben. Von außen ist sie unscheinbar, ein weiß getünchter Klotz und auf den ersten Blick nicht mal als Kirche identifizierbar. Wie wir schon gehört haben, hat Lady Trent 1934 Jules Lalique beauftragt zum Andenken an ihren verstorbenen - [Jersey Seafaris, Durrell Wildlife Conservations Trust, St. Brelade´s Parish Church (17.06.2018)](https://www.bauer-seyr.at/jersey-kanalinseln/jersey-seafaris-durrell-wildlife-conservations-trust-st-brelades-parish-church-17-06-2018) - Heute ist Sonntag und wir sitzen trotzdem wieder kurz nach 08:00 Uhr beim Frühstück. Dann stapfen wir den Hügel hinauf zu unserem Auto. Das Wetter zeigt sich nicht von seiner schönsten Seite, aber wir hoffen, dass es durchhält, denn für heute haben wir eine Bootsfahrt gebucht. Wir fahren Richtung St. Helier, an der Stadt vorbei - [Heimreise (22.06.2018)](https://www.bauer-seyr.at/jersey-kanalinseln/heimreise-22-06-2018) - Tagwache ist um 06:00 Uhr und eine halbe Stunde später sitzen wir schon im Auto und fahren Richtung Flughafen. Die Orte sind wie ausgestorben, alle schlafen noch und so erreichen wir in kürzester Zeit unser Ziel. Das Auto stellen wir am Parkplatz ab, werfen den Autoschlüssel in den Postkasten und dann genehmigen wir uns noch - [Dolmen La Sergenté, Jersey Lavender Farm, Les Blanches Banques, La Braye, Le Noir Pré, Les Monts Grantez, Grosnez Castle, Devil´s Hole (21.06.2018)](https://www.bauer-seyr.at/jersey-kanalinseln/dolmen-la-sergente-jersey-lavender-farm-les-blanches-banques-la-braye-le-noir-pre-les-monts-grantez-grosnez-castle-devils-hole-21-06-2018) - Unser letzter Tag auf der Insel bricht an, Morgen müssen wir zeitig in der Früh aufbrechen, daher verabschieden wir uns heute schon vom Personal und danken ihnen für die zuvorkommende Bedienung. Das Wetter zeigt sich von der schönsten Seite mit nahtlos blauem Himmel, daher tragen wir Sonnencreme auf und fahren dann los. Nordöstlich vom Corbière-Leuchtturm - [Samarès Manor, Dolmen du Mont de Ubé, Gorey Mont Orgueil Castle, Dolmen La Pouquelaye de Faldouët (19.06.2018)](https://www.bauer-seyr.at/jersey-kanalinseln/samares-manor-dolmen-du-mont-de-ube-gorey-mont-orgueil-castle-dolmen-la-pouquelaye-de-faldouet-19-06-2018) - Wir haben schon Routine bei den morgendlichen Aktivitäten und so schaffen wir es, dass wir schon um 09:15 Uhr das Haus verlassen. Heute befindet sich unser erstes Ziel an der Süd-Ostküste.Trotz der grauen Wolkendecke hat es angenehme 17 Grad, aber laut Wetterbericht brauchen wir Regen nicht befürchten. Super, dann freuen wir uns auf einen tollen - [St. Aubin, Millbrook, St. Helier (16.06.2018)](https://www.bauer-seyr.at/jersey-kanalinseln/st-aubin-millbrook-st-helier-16-06-2018) - Tja, unsere innere Uhr hat von der Zeitumstellung nix mitbekommen und lässt uns daher sehr zeitig aufwachen. Egal, wir öffnen das Fenster und saugen die frische Luft ein - mal sehen, wie´s heute wird, denn laut Wettervorhersage ist Regen heute möglich. Noch sind auf dem klaren Himmel nur schöne Schäfchenwolken zu sehen. Um 08:00 Uhr - [Valmont, Fécamp, Yport (05.09.2017)](https://www.bauer-seyr.at/normandie/valmont-fecamp-yport-05-09-2017) - Ruhige Nacht, Besuch bei Abbaye Notre-Dame du Pré in Valmont. Weiter nach Fécamp, Palais Bénédictine besichtigt, dann Kirchen und Cap Fagnet. Yport erkundet, am Campingplatz eingecheckt, traumhafter Küstenblick genossen. - [Gisors (02.09.2017)](https://www.bauer-seyr.at/normandie/gisors-02-09-2017) - Von Deutschland nach Gisors, Frankreich: Malerische Fahrt, charmante Stadt, Burgbesuch und ein Tag voller Entdeckungen. - [Dieppe, Château Miromesnil, Veules-les-Roses (04.09.2017)](https://www.bauer-seyr.at/normandie/dieppe-chateau-miromesnil-veules-les-roses-04-09-2017) - Die Reise führt nach Dieppe mit Hafen, historischen Gebäuden und einem Schloss. Weiter geht es durch malerische Dörfer bis Veules-les-Roses, einem bezaubernden Ort am Fluss. - [Nesle-Hodeng, Mesnières En-Bray, Eu, Le Tréport (03.09.2017)](https://www.bauer-seyr.at/normandie/nesle-hodeng-mesnieres-en-bray-eu-le-treport-03-09-2017) - Besuch in NESLE-HODENG: Älteste Käserei, Neufchâtel-Käse, Hunde, Herzform. MESNIÈRES-EN-BRE: Renaissanceschloss, ruhiges Dorf, Gärten. EU: Château d'Eu, Museum, Kirche. LE TRÈPORT: Kreidefelsen, Strand, Fischmarkt, Funicular, Geschichte. - [Anreise über Schifferstadt (01.09.2017)](https://www.bauer-seyr.at/normandie/schifferstadt-01-09-2017) - Erster Anreisetag in die Normandie von Österreich aus. Wir schaffen es bis nach Schifferstadt in Deutschland, dort übernachten wir. - [Normandie](https://www.bauer-seyr.at/normandie) - [Stopover in Lissabon (01.07.2015)](https://www.bauer-seyr.at/azoren/stopover-in-lissabon-01-07-2015) - Bei der Anreise auf die Azoren legen wir eine Stopover in Lissabon ein, der Hauptstadt Portugal. Die Zeit nutzen wir natürlich für eine kurze Besichtigung dieser wunderschönen Stadt. - [Übersicht der Städtereisen](https://www.bauer-seyr.at/uebersicht-der-stadtereisen) - 2007 führt uns ein Kurzurlaub nach Amsterdam und seine Umgebung. Hier könnt ihr den Reisebericht lesen. 2009 besuchen wir Valencia und die Costa Blanca. Auch dazu gibt es einen Reisebericht. 2010 bucht die gesamte Familie eine Wochenendreise nach München - samt Besichtigung der Bavaria Filmstudios. 2011 wiederholen wir den Familienausflug - diesmal stehen Nürnberg und Regensburg auf dem Programm 2011 besuchen wir ein paar Tage Hamburg. Hier findet ihr den Reisebericht dazu. Coming soon: Reiseberichte zu Lüneburger Heide und Chanel Island (Kanalinseln) - [Antwerpen (12.07.2018)](https://www.bauer-seyr.at/bruessel-anreisetag/antwerpen-12-07-2018) - Ja, wir mussten mit Ohrstöpsel schlafen, denn bis Mitternacht war nicht an Ruhe zu denken. Trotzdem stehen wir heute um dreiviertel 09:00 Uhr wieder an der Metrostation und fahren wieder zum Bahnhof. Dort patrouilliert das Bundesheer mit angelegten Waffen, aber das kennen wir ja schon. Wolfgang besorgt am Automaten ruck-zuck die Tickets und Punkt 09:01 - [Brüssel EU-Viertel, Église Sainte Catherine, Zinneke Pis, Rue Vanderschrick (10.07.2018)](https://www.bauer-seyr.at/bruessel-anreisetag/bruessel-eu-viertel-eglise-sainte-catherine-zinneke-pis-rue-vanderschrick-10-07-2018) - Der gestrige Tag hat uns geschafft und daher bleiben wir länger in den Betten. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg, drehen aber schon nach wenigen Schritten wieder um, weil uns der Wind um die Ohren pfeift. Es werden wärmere Jacken angezogen und dann geht´s los. Bei der U-Bahn-Station Maelbeek steigen wir aus - [Brügge (09.07.2018)](https://www.bauer-seyr.at/bruessel-anreisetag/bruegge-09-07-2018) - Bonjour Brüssel, heute ist Montag und das arbeitende Volk ist schon auf den Beinen. Wir rücken auch per pedes kurz vor 08:30 Uhr aus Richtung Bahnhof. Dabei kommen wir an der Kathedrale vorbei, die im Stadtzentrum auf einem Hügel liegt. Umgeben von einem hübschen Park mit Bänken unter Bäumen, die von Obdachlosen bevölkert sind. Auch - [Gent (11.07.2018)](https://www.bauer-seyr.at/bruessel-anreisetag/gent-11-07-2018) - Nach dem Frühstück nehmen wir die Metro zum Bahnhof, um zu checken, ob ein Zug nach Gent fährt oder nicht, denn es wird ja gestreikt. Glück gehabt, es wir nach Gent gefahren. Wir kaufen die Zugtickets und laufen zum Bahnsteig. Auf der Anzeigetafel poppen nacheinander die Verspätungen der Züge auf und auch unserer hat mittlerweile - [Brüssel Stadtbesichtigung (07.07.2018)](https://www.bauer-seyr.at/bruessel-anreisetag/bruessel-stadtbesichtigung-07-07-2018) - Erster Tag der Brüssel Besichtigung mit vielen Highlights wie die Börse, Les Confiseries de Mathilde, Grand Place, Hotel de Ville und vieles mehr - [Heimreise (13.07.2018)](https://www.bauer-seyr.at/bruessel-anreisetag/heimreise-13-07-2018) - Punkt 07:00 Uhr sind wir mehr oder weniger ausgeschlafen Richtung Lift unterwegs und bewegen uns schlafwandelnd zum Frühstücksraum. Eine knappe dreiviertel Stunde später sind wir dann bereits auf dem Weg zum Bahnhof. Auch die Obdachlosen sind schon auf den Beinen und warten auf Spenden. Sie versperren den Gehweg und strecken uns ihre Becher entgegen. Nachdem - [Brüssel und Umgebung](https://www.bauer-seyr.at/bruessel-anreisetag) - Wir starten einen Städtetrip nach Brüssel mit unserem Patenkind. 6 Tage lang sehen wir uns die Sehenswürdigkeiten dieser wunderbaren Stadt und des Umlands an. - [Brüssel Atomium, Mini Europe, Sacré-Cœur (08.07.2018)](https://www.bauer-seyr.at/bruessel-anreisetag/bruessel-atomium-mini-europe-sacre-coeur-08-07-2018) - Heute stehen in Brüssel das Atomium mit seiner Ausstellung von surrealen Malereien an sowie Mini-Europe. Zum Schluss noch ein Abstecher zur Sacré-Cœur - [Aquàrium, Las Ramblas, Plaça Reial, Plaça de Sant Jaume, Pont del Bisbe, Augustus-Tempel, Catedral de la Santa Creu i Santa Eulàlia, Plaça del Rei (08.05.2016)](https://www.bauer-seyr.at/barcelona/aquarium-las-ramblas-placa-reial-placa-de-sant-jaume-pont-del-bisbe-augustus-tempel-catedral-de-la-santa-creu-i-santa-eulalia-placa-del-rei) - Wir starten heute mit dem Aquarium, da es noch leicht regnet. Im Laufe des Tages werden wir dann die Ramblas erkunden und uns die Katedrale Santa Eulalia ansehen. Die vielen versteckten Plätze laden immer wieder zum Ausruhen ein. - [Barcelona - Rambla des Poblenou, Hafen (07.05.2016)](https://www.bauer-seyr.at/barcelona) - Ein Wochenendtrip nach Barcelona ist ein bleibendes Erlebnis. Die spanische Lebensweise, die Tapas und die beeindruckenden Sehenswürdigkeiten machen diese Stadt zu etwas Besonderem. - [15.06.13 - Manning Provincial Park](https://www.bauer-seyr.at/kanada/manning-provincial-park) - Den Höhepunkt im Manning Provincal Park, in dem es zahlreiche schöne Wanderwege gibt, stellt der Cascade Lookout dar, der einen prachtvollen Ausblick bis in die USA erlaubt. - [Palau Güell, Casa Batlló, Parc Güell (11.05.2016 )](https://www.bauer-seyr.at/barcelona/palau-gueell-casa-batllo-parc-gueell) - Unser zweiter "Antoni Gaudi" Besichtigungstag führt uns ins Palau Güell, in das Casa Batlló und in den wunderschönen Parc Güell. - [Itálica, Ronda (09.03.2018)](https://www.bauer-seyr.at/andalusien/italica-ronda-09-03-2018) - Die römische Ausgrabungsstätte Italica bei Sevilla ist Pflichtprogramm bei einer Andalusien Rundfahrt. Als EU Bürger hat man kostenlosen Eintritt und sieht ein monumentales Amphitheater und gut erhaltene Mosaikfußböden einstiger römischer Wohnhäuser. - [São Miguel: Arruda Ananasplantage, Santo António (12.07.2015)](https://www.bauer-seyr.at/azoren/sao-miguel-arruda-ananasplantage-santo-antonio-12-07-2015) - Wow, sind wir geschafft von der gestrigen Tour und daher beschließen wir, heute einen ruhigeren Tag einzulegen. Bis um 11:00 Uhr kugeln wir in der Unterkunft herum und danach fahren wir wieder mal zum Flughafen, um Kamera und Kapperl abzuholen, die wir gestern beim Fahrzeugtausch im Auto liegen lassen haben. Dann führt uns unsere Route - [Heimreise (19.09.2014)](https://www.bauer-seyr.at/elsass/heimreise) - Kurz nach neun Uhr, nachdem der greise Campingbetreiber noch einige Gschichtln zum Besten gegeben hat, machen wir uns auf den Weg Richtung Heimat. Auf seine Empfehlung fahren wir über Eichenberg. Die ländliche Idylle ist richtig friedlich hier. Es ist kühl geworden und der Dunst hängt über den Wiesen und Feldern. Die Kühe fressen auf der - [08.06.13 - Banff Nationalpark](https://www.bauer-seyr.at/kanada/banff-nationalpark-2) - Heute ist der Tag der Seen: Lake Louise und Morraine Lake bergen wunderschöne Fotomotive. Und auch die Wanderung im Johnston Canyon zu seinen beiden Wasserfällen ist vom Feinsten. - [06.09.12 - Anreise](https://www.bauer-seyr.at/lueneburger-heide/anreise) - Unsere Anreise in die Lüneburgerheide erfolgt mit dem Flugzeug. Untergebracht sind wir in der netten Pension "Zum Hülsenbusch" in Oberhaverbeck, Bispingen. - [25.10.02 - Kuranda](https://www.bauer-seyr.at/australien/25102002-kuranda) - Heute geht es zum ersten Mal in den Regenwald und wir sind schon sehr neugierig! Kurz nach 08:00 a.m. werden wir mit einem Bus nach Smithfield direkt zum strongTjapukai Aboriginal Cultural Parkstrong gebracht. Zwei kurze Filme und Präsentationen informieren uns über die Vertreibung und „Fast-Ausrottung dieses Stammes. Danach führen uns die Aboriginals die Kunst es Didjeridoo- Spielens vor und danach gibt es einen Kursus über Buschnahrung und medizin. In einem Amphitheater zeigen sie uns Tänze und die traditionelle Art Feuer zu machen. Den Abschluss bildet das Boomerang-Werfen. Begabung dafür habe ich keine gezeigt, denn mein Boomerang ist in hohem Bogen wieder abgestürzt. Während der Fahrt mit der strongSkyrail strongüber dem Regenwald, die uns bis nach strongKuranda strongführt, sehen wir einige Buschfeuer. Die Gondel schwebt in einer Höhe von 40,5 Metern über den Wipfeln des Regenwalds 7,5 km dahin. Von oben kann man die Vielfalt der Vegetation eines Regenwaldes wunderbar erkennen. Die Skyrail wurde 1995 nach einem Jahr Bauzeit fertiggestellt und bietet mit Ausflugsmöglichkeiten bei 2 Stopps auch Wissenswertes über den Regenwald an. img class=alignleft size-full wp-image-276 title=Australien - Butterfly Sanctuary src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr7notesimage3.jpg alt=Butterfly Sanctuary width=164 height=220 Kuranda ist ein kleines, aber sehr nettes Dörfchen. Wir besuchen dort das strongButterfly Sanctuarystrong. Vergeblich versuchen wir, den wunderschönen Ulyssesfalter auf Foto festzuhalten. Wenn er fliegt, dann ist er zu schnell für uns lässt er sich aber irgendwo nieder, dann schließt er seine Flügel, sodaß man wieder nichts von seiner leuchtenden blauen Farbe sieht. Ist echt gemein! Wir erfreuen uns aber an den vielen anderen prächtigen Exemplaren! Am Nachmittag fahren wir mit der Scenic Railway zurück nach Cairns. Die Bahnlinie, die zwischen Kuranda und Cairns fährt, wurde 1891 fertiggestellt. Der Zug bleibt an einigen Stationen stehen, um uns die Möglichkeit zu geben Fotos zu machen. Die Fahrt führt durch 12 Tunnels und dauert 3,5 Stunden. Aufgrund des anstrengenden Tages müssen wir während der Fahrt ganz schön „mit dem Schlaf kämpfen! Müde und vor allem erhitzt kommen wir am Abend im Hotel an, denn die Temperaturen steigen weiter an heute hat es schon 35° (bei den Schmetterlingen über 40°!) - [Bildergalerie Tessin](https://www.bauer-seyr.at/tessin-schweiz/bildergalerie-tessin) - Die schönsten Urlaubsbilder aus dem Tession - [Unser Reiseführer für's Tessin](https://www.bauer-seyr.at/tessin-schweiz/unser-reisefuhrer) - table border=0 tbody tr tdiframe src=http:rcm-de.amazon.deecm?t=reisevonsabin-21&o=3&p=8&l=as1&asins=3932410211&fc1=000000&IS2=1<1=_blank&lc1=0000FF&bc1=000000&bg1=FFFFFF&f=ifr style=width:120px;height:240px; scrolling=no marginwidth=0 marginheight=0 frameborder=0iframetd tdstrongTessinstrong br Hans-Peter Koch & Margit Zepf Michael Müller Verlag (ISBN: 3-932410-21-1) 1. Auflage 1999 br Wir waren nun schon drei Mal im Tessin und jedes Mal hat uns dieser Reiseführer begleitet. Er erhält alles, was man für einen tollen Urlaub benötigt - alle Sehenswürdigkeiten, gute Tipps. Weiters ist er übersichtlich aufgebaut und ermöglicht so eine schnelle Planung des Urlaubs. br Die Karte auf der a href=http:http:www.bauer-seyr.at?page_id=135vorherigen Seitea ist diesem Reiseführer entnommen.td tr tbodytable - [Übersichtskarte Tessin](https://www.bauer-seyr.at/tessin-schweiz/ubersichtskarte) - p style=text-align: center;a href=http:www.bauer-seyr.at?page_id=136img class=aligncenter size-full wp-image-476 title=Tessin - Übersichtskarte aus dem Reiseführer src=http:www.bauer-seyr.atwp-contenttessi20notesimage1.jpg alt=Übersichtskarte aus dem Reiseführer width=500 height=570 a Kopiert aus dem Reiseführer a title=Tessin-Reiseführer href=http:http:www.bauer-seyr.at?page_id=136Tessin von Hans-Peter Koch und Margit Zepfap - [Reiseroute Tessin / Schweiz](https://www.bauer-seyr.at/tessin-schweiz/reiseroute) - table style=border-collapse: collapse; height: 321px; text-align: left; border=0 cellspacing=0 cellpadding=0 width=705col style=width: 36pt;colcol style=width: 20pt;colcol style=width: 150pt;colcolcol style=width: 20pt;col style=width: 256pt;colcol style=width: 200pt;colcol style=width: 68pt;col tbody tr style=height: 15pt; tdstrongDatum strongtd td td td style=text-align: center;strongGefahrene Kilometerstrongtd td td td style=text-align: left;strongZiel strongtd tdstrongTagestemparaturstrongtd tr tr style=height: 15pt; td04.06.td td td td style=text-align: center;400td td td td style=text-align: left;RiedOberinntal (Österreich)td td15°td tr tr style=height: 15pt; td05.06.td td td td style=text-align: center;267td td td td style=text-align: left;Locarnotd td3° 12° 29°td tr tr style=height: 15pt; height=20 td06.06.td td td td style=text-align: center;62td td td td style=text-align: left;Bellinzonatd td27°td tr tr style=height: 15pt; height=20 td07.06.td td td td style=text-align: center;31td td td td style=text-align: left;Asconatd td29°td tr tr style=height: 15pt; height=20 td08.06.td td td td style=text-align: center;67td td td td style=text-align: left;Monte Carassotd td31°td tr tr style=height: 15pt; height=20 td09.06.td td td td style=text-align: center;104td td td td style=text-align: left;Fusiotd td31°td tr tr style=height: 15pt; height=20 td10.06.td td td td style=text-align: center;36td td td td style=text-align: left;Locarnotd td31°td tr tr style=height: 15pt; height=20 td11.06.td td td td style=text-align: center;100td td td td style=text-align: left;Sonognotd td20° 28°td tr tr style=height: 15pt; height=20 td12.06.td td td td style=text-align: center;100td td td td style=text-align: left;Indeminitd td30°td tr tr style=height: 15pt; height=20 td13.06.td td td td style=text-align: center;62td td td td style=text-align: left;Cannobio (Italien)td td23° 26°td tr tr style=height: 15pt; height=20 td14.06.td td td td style=text-align: center;124td td td td style=text-align: left;Luganotd td29°td tr tr style=height: 15pt; height=20 td15.06.td td td td style=text-align: center;79td td td td style=text-align: left;Alpe di Neggiatd td28°td tr tr style=height: 15pt; height=20 td16.06.td td td td style=text-align: center;123td td td td style=text-align: left;Melidetd td30°td tr tr style=height: 15pt; height=20 td17.06.td td td td style=text-align: center;85td td td td style=text-align: left;San Carlo, Asconatd td29°td tr tr style=height: 15pt; height=20 td18.06.td td td td style=text-align: center;396td td td td style=text-align: left;Mainau (Deutschland)td td27°td tr tr style=height: 15pt; height=20 td19.06.td td td td style=text-align: center;517td td td td style=text-align: left;Linz (Österreich)td td17°td tr tbodytable - [19.06.04 - Insel Mainau (D)](https://www.bauer-seyr.at/tessin-schweiz/190604-insel-mainau-d) - Ein erster Blick aus dem Zelt bestätigt die schlechte Wettervorhersage. Eine dicke Wolkendecke gibt der Sonne keine Chance und es ist deutlich kühler. Gegen 09:00 Uhr ist wieder alles zusammengepackt und verstaut und wir brechen zur Insel Mainau auf. Die Mainau gehörte dem Kloster Reichenau und dem Deutschen Orden. In seiner über 500- jährigen Herrschaft entstanden Barockschloss- und kirche, die heute noch glanzvoller Mittelpunkt der Insel sind. Hier lebt auch die Familie Bernadotte. In Familienbesitz ist die Insel seit 1853. Von weitem bestimmt die grüne Silhouette der Bäume das Bild. Mehr als 500 verschiedene Arten Laub- und Nadelhölzer umfasst der Park. Darunter riesige Mammutbäume, kostbare Atlaszedern oder Tulpenbäume. Die wertvolle Palmensammlung wurde 1888 auf der Sonnenseite des Schlosses angelegt. Im Frühling blühen Tulpen, Narzissen und Orchideen, im Mai Rhododendren, im Sommer Rosen und im Herbst Dahlien, so weit das Auge reicht. Wir werden wahrlich verzaubert vom Duft der vielen Rosen. In den verschiedensten Arten und Farben wachsen sie nebeneinander und eine duftet besser als die andere. Wir kommen uns vor wie der Prinz aus dem Märchen Dornröschen, der sich durch die Heckenrosen durchschlagen muss. Leider beginnt es zu nieseln und wir drehen beinahe im Laufschritt unsere Runden. Während eines Regengusses flüchten wir ins Tropenhaus, wo viele Prachtexemplare aus aller Herren Länder zu bestaunen sind. Eine weitere exotische Attraktion ist das Schmetterlingshaus. Im größten Haus seiner Art in Deutschland kann man in einer üppigen Tropenlandschaft rund 25 Arten farbenprächtiger Falter aus Asien, Afrika, Australien und Südamerika aus nächster Nähe beobachten. Völlig planlos flattern sie an uns vorbei und mit ein wenig Glück gelingt es auch, hin und wieder ein Foto zu machen. Ein blauer Ulysses, der sich auf eine Futterstelle setzt, saugt genüsslich an einer Orangenscheibe. Leider macht er trotz unseres langen Lauerns die Flügel nicht mehr auf. Außen ist er unscheinbar mit seiner braunen Zeichnung, das flureszierende Blau schimmert nur ganz leicht durch. Wie gemein! Am frühen Nachmittag brechen wir dann zur Heimfahrt auf. Grob geschätzt kommen wir auf über sechzig Busse, die mittlerweile auf dem Parkplatz stehen, trotz des schlechten Wetters. Das Verkehrsaufkommen ist nicht sehr großund wir kommen zügig voran. Vor und nach München und entlang des Chiemsees geht es ein wenig schleppend voran, aber wir schaffen es, gegen 19:00 Uhr wieder wohlbehalten zu Hause anzukommen. - [18.06.04 - Rückreise über Rheinfall](https://www.bauer-seyr.at/tessin-schweiz/180604-ruckreise-uber-rheinfall) - Nach mehrmaligem Umräumen des Autos schaffen wir es doch, dass wir gegen 09:30 Uhr abfahren können. Eine halbe Stunde später nehmen wir bei Bellinzona die autostrada – wir fordern unser Glück wieder heraus, denn eine Vignette haben wir immer noch nicht! Bei Biasca verlassen wir sie aber wieder und fahren über den Passo del Lucomagno. Es hat 27°, die Sonne scheint und wir sind gut drauf. Es ist hier so was von romantisch, wie die Dörfer in den Talkesseln liegen, umgeben von teilweise schneebedeckten Bergen und umrandet von wunderschönen Blumenwiesen. Auf dem Pass (1.914m) befinden sich ein Gasthof, eine große Marienstatue und eine Kapelle. Er bildet den niedrigsten Straßenübergang zwischen den Kantonen Tessin und Graubünden und wies schon im Mittelalter einen lebhaften Verkehr auf. Nach einem kurzen Halt, damit wir uns eine wenig die Füße „vertreten“ können, geht die Reise weiter. Die Bergvegetation bietet uns eine wahre Pracht an Blumen: Bergprimeln, Vergissmeinnicht, Frauenschuh und als Höhepunkt sehen wir auch ganze Felder von prächtigen Enzianen. Wir können die Fahrt richtig genießen, denn es herrscht wenig Verkehr. Hin und wieder verirrt sich eine Kuh auf die Straße. Dann sehen wir ihn; den Alm-Öhi von der Heidi. Er sitzt vor der Alm und raucht seine Pfeife und der graue Rauschebart verdeckt seinen Mund. Bei Disentis / Muster biegen wir Richtung Andermatt ab. Die Landschaft hier ist nicht minder schön, denn weiße Margariten, gelber Hahnenfuß und lila Knopfblumen färben hier die Wiesen bunt. Nicht weit vom Oberalppass fahren wir an Selva vorbei. Der gesamte Ort ist integriert in einen Golfplatz. Das sieht aus der Entfernung recht lustig aus. Witzig finden wir auch die Matterhorn-Gotthard-Bahn, die pfeifend wie eine Modelleisenbahn, ständig neben uns oder an einigen Stellen sogar über uns fährt. Dann hält der Winter wieder Einzug, denn am Oberalppass (2.046 m) reichen die Schneefelder noch bis an die Straße. An einigen Stellen sieht man noch die Spuren der letzten Schifahrer im Schnee. Es hat nur mehr 12° und der Himmel ist grau bewölkt. Dennoch verbringen wir hier unsere Mittagspause. Wenige Kilometer weiter verändert sich die Landschaft wieder. Bunte Blumenwiesen kommen wieder zum Vorschein und auch das Wetter wird wieder freundlicher. Bei Andermatt zocken wir wieder und fahren auf die Autobahn. Es geht zügig voran und wir lassen erst denVierwaldstättersee und danach auch Luzern hinter uns. Kurz vor Zürich ist die Autobahn dann zu Ende und wir müssen uns im Stau durch die Stadt quälen. Diese riesige Stadt besitzt keine Umfahrung und im Nu haben wir uns auch schon verfahren. Nach ein paar Runden finden wir uns auf der Autobahn Richtung Winterthur wieder. Wir wollten zwar etwas anders fahren, aber macht nichts, kommen wir schneller vorwärts. Bald erreichen wir Neuhausen, vier Kilometer von Schaffhausen entfernt. Wir bleiben auf dem rechten Ufer und gelangen durch das Schloss Laufen zum Rheinfall. Durch den Schlosspark gelangt man zu den verschiedenen Aussichtspunkten. Am untersten ragt ein Metallgerüst bis fast in den Sturz der Wogen. Das ist der mächtigste Wasserfall in Mitteleuropa. Breite des Falles: 150 Meter Höhe des Falles: 23 Meter Tiefe des Beckens: 13 Meter Alter des Falles: 14.000 – 17.000 Jahre Durchschnitt. Sommerabflussmenge: 600 m³/s Durchschnitt. Winterabflussmenge: 250 m³/s Minimalste Abflussmenge: 1921 – 95 m³ Maximalste Abflussmenge: 1965 – 1.250 m³ Momentane Abflussmenge: 562 m³ Ein Wahnsinn, was uns da für ein Spektakel geboten wird. Es sieht aus, als würden Unmengen Liter Milch auf uns zudonnern. Wie kleine Kinder vor dem Weihnachtsbaum stehen wir da und bestaunen das Naturschauspiel. Der kräftige Wind peitscht uns die Gischt ins Gesicht, sodass wir am Ende ganz ordentlich nass sind. Bei Schaffhausen fahren wir Richtung Stein am Rhein und weiter entlang des Untersees (mündet bei Konstanz in den Bodensee). Wir genießen die Fahrt entlang des Sees. Denn die Landschaft und die kleinen Orte verzaubern uns gänzlich. Weite Getreide- und Kartoffelfelder wechseln sich ab mit Obstplantagen. Ein Ort ist schöner als der andere. Besonders beeindruckt haben uns Steckborn und Ermatingen mit ihren wunderschönen Fachwerkhäusern. Einige davon haben zudem noch prächtige Malereien an den Außenfassaden. Über die bunt bemalten Holzzäune hängen gewaltige Rosenbüsche und viele andere Arten von Blumen. Ein wahrlich pittoreskes Bild. Bei Kreuzlingen, die Schwesterstadt von Konstanz, überqueren wir die Grenze nach Deutschland. Mittlerweile ist es fast 19:00 Uhr geworden und deshalb checken wir in Litzelstetten in einem kleinen, aber netten Campingplatz ein. Er ist eingesäumt von riesigen Birken und Trauerweiden. Wir sind die einzigen Touristen, die im Zelt übernachten und haben eine große Wiese für uns allein. Nach dem Zeltaufbau sitzen wir gemütlich beim Essen. Einen Teil des Salates müssen wir an die drei Enten abgeben, die uns dauernd anbetteln. Das deutsche Bier, das wir uns hier kaufen, schmeckt nicht sonderlich gut. Macht nichts, der Rest kommt der Wiese zugute. Die Abendsonne ist noch so halbwegs warm und außer dem Vogelgezwitscher gibt es keinen Lärm. Das Schauspiel der zwei balzenden Vögel, die unter unseren Sesseln durchhüpfen, ersetzt uns den Fernseher. Wir können dann noch einige Seiten lesen, bis das natürliche Licht nicht mehr ausreicht. Na dann - gute Nacht! - [17.06.04 - Val Bavona](https://www.bauer-seyr.at/tessin-schweiz/170604-val-bavona) - Unseren letzten Tag im Tessin genießen wir mit relaxen. Wir schlafen lange und nach dem späten Frühstück fahren wir das Valle Maggia bis nach Bignasco. Dort biegen wir in das Val Bavona ein. Am Ende des Tales liegt das kleine Dorf San Carlo. Das gleichnamige Kirchlein mit dem überdimensionierten Glockenturm hat hübsche Fresken aus dem Jahr 1523. Wir fahren zurück bis nach Foroglio. Im Herbst 2001 waren wir auch hier, denn der gewaltige Wasserfall Cascada Calneggia hat uns schon damals stark beeindruckt. Eine Zeitlang verweilen wir am Fuß des Falles und lassen uns die Gischt ins Gesicht blasen. Dann breiten wir auf der danebenliegenden Wiese eine Decke auf und genießen im Halbschatten das Rauschen des Wassers. Der Wind trägt von Zeit zu Zeit eine feuchte Brise zu uns herüber. Zwei Stunden verbringen wir hier mit Lesen und Schlafen. Hin und wieder kommen Touristen, sonst sind wir total allein inmitten der Bergwelt. Direkt neben uns wachsen Walderdbeeren, die wir auch gleich verspeisen. Das ist das wahre Paradies! Am frühen Nachmittag packen wir zusammen und fahren Richtung Ascona. In Avegno kehren wir aber noch in ein Grotto zum Mittagessen ein. Nach einem erfrischenden Salat genießen wir eine köstliche polenta e funghi porcini (Polenta mit frischen Steinpilzen) und ein brasato e polenta (Rinderbraten mit Polenta). Dieses Essen werden wir sicher nicht so schnell vergessen. Einerseits, weil es soooo guuuuut geschmeckt hat und andererseits, wie wir mit einem Schlag 66 Franken (ca. 45 Euro) los sind! In Ascona besuchen wir Sabine in ihrer Arbeitsstätte im Hotel Bellaria, um uns zu verabschieden. Wir sitzen mit ihr noch eine Weile gemütlich in der Sonne, bevor wir dann ein letztes Mal in die Altstadt spazieren. Wir kehren noch einmal in die Konditorei Camelia ein, um zwei Treccia Pannetone für zu Hause zu kaufen. An der Promenade genießen wir ein letztes Eis und verweilen noch für eine Stunde am Ufer des Lago Maggiore. Es hat zwar 29°, aber es ist heute etwas windig und bewölkt. Hier in Ascona ist es sogar über dem See sehr diesig, sodass die umliegenden Berge gar nicht und die Brissago Inseln nur schlecht sichtbar sind. Wir plündern noch einen Bankomat, um unser Rustico bezahlen zu können. Dann aber heißt es endgültig „arrivederci zu sagen. Mit ein wenig Wehmut schlendern wir zum Parkplatz und fahren nach Aurigeno zurück. Ein letztes Mal bleiben wir an der Maggia stehen und spazieren im Flussbett herum und sammeln ein paar schöne Steine für zu Hause. Unsere „sieben Sachen sind schnell gepackt und dann überlegen wir uns noch die Route für die Heimfahrt. - [16.06.04 - Caslano & Menide](https://www.bauer-seyr.at/tessin-schweiz/160604-caslano-menide) - Caslano liegt am westlichen Arm des Luganer Sees und das ist heute unser erstes Ziel, nämlich das Chocoland Alprose. Das Fabrikmuseum in der Via Rompada zählt zu den originellsten Tessiner Museen. In einem Zeltvorbau zur Schokoladenfabrik, die auch zu besichtigen ist, wird in Ton und Bild die süße Geschichte der Schokolade erzählt. Von den Herstellungsverfahren der Mayas bis hin zur computergestützten Produktion heutiger Tage. Gleich nach der Kassa erwartet uns ein Schokobrunnen. Da blubbert in hohen Strahlen flüssige warme Schokolade heraus, die wir auch gleich verkosten dürfen. Lecker! Danach sehen wir uns die Ausstellung an: Säcke voll mit Kakaobohnen, alte Füllfiguren und alte Storck- Automaten zieren die Ausstellungsräume. In einem halbstündigen Film wird die Produktion im Laufe der Entstehung bis in die heutige Zeit gezeigt. Dann folgen wir dem süßen Duft in die Schaufabrik. Hier wird in groben Schritten vom Mahlen der Kakaobohnen bis zum Verpacken der fertigen Schokolade alles gezeigt. Flüssige Schokomasse wird maschinell in Formen gegossen, dann läuft sie durch Kühlmaschinen und in einem letzten Schritt wird die fertige Tafel mit Folie und Papier verpackt. Am Ende des Laufbandes faltet eine Arbeiterin einen Karton und packt abgezählte Bündel Schoki darin ein. Es fällt uns zwar auf, dass auf einem Stapel von Kartons ein Etikett mit der Aufschrift „Eastern daraufklebt. Wir schenken dem aber kaum Beachtung. Aber als wir bei der letzten Station sehen, dass da Schokoladenaps in Häschen- und Kückenpapier verpackt wird, ist es bestätigt: Hier wird Osterware eingepackt! Bevor es zum Ausgang geht, wird der Besucherstrom direkt in den Shop geschleust. Dort gibt es Unmengen von Kostproben, auf die wir uns auch gleich stürzen mmh! Die vielen Nüsse, umhüllt mit leckerer weißer und dunkler Schokolade, die in mich wie von selbst hineinrollen, liegen mir dann ordentlich im Magen. Angesteckt vom Kaufrausch der anderen, verlassen auch wir den Shop, nachdem wir um fast 20 Euro eingekauft haben. Ein kleines Problem haben wir aber jetzt: wohin mit der Schokolade? Es hat über 30° und zurück zum Rustico wollen wir noch nicht! So fühlen wir alle Stellen des Autos ab und entscheiden, dass die kühlste Stelle genau unter den Sitzen ist. Wir verstauen die Köstlichkeiten und fahren zurück bis nach Melide. Der Ort verfügt mit Swiss Miniature über eine der wenigen Tessiner Sehenswürdigkeiten, die auch Kindern Spaß macht. Hier wird die Schweiz auf 11.000 Quadratmetern im Westentaschenformat im Maßstab 1:25 nachgebildet. Bergmassive und Kathedralen, das Baseltor in Solothurn, der Flughafen Kloten, Burgen, Denkmäler und Marktplätze. Die neueste Errungenschaft ist der riesige Mailänder Dom. Eine vier Kilometer lange Modellbahn komplettiert die Anlage. Kein Vergleich mit unserem Minimundus, aber dennoch ganz nett. Hier geht es nur um Nachbildung, es wird aber kein Wert auf Originalmaterialien gelegt. Mit einem Plan ausgestattet schlendern wir fast drei Stunden durch die kleine Schweiz. Bevor wir wieder nach Aurigeno zurückkehren, machen wir wieder einen Abstecher nach Ascona, um unser tägliches Eis zu genießen! Wir wissen jetzt schon, dass Ascona zu unserer zweiten Heimat geworden ist! - [15.06.04 - Wanderung: Alpe di Neggia](https://www.bauer-seyr.at/tessin-schweiz/150604-wanderung-alpe-di-neggia) - Nach einem köstlichen Frühstück mit Treccia Pannetone und Kaffee machen wir uns auf dem Weg zur Alpe di Neggia (1.395 m). Wieder kurven wir die Serpentinen von Vira in Richtung Indemini. Es wird uns Angst und Bange, je länger die Fahrt dauert, denn unsere Tankuhr zeigt nichts Erfreuliches an. Wir haben vergessen zu tanken und aufgrund der Steigung der Passstraße rinnt das letzte Tröpfchen in Richtung „leer! Aber wir schaffen es. Gegen 10:00 Uhr sind wir bereit für die Wanderung. Der Weg führt mitten durch eine Kuhherde, die ein wenig dumm gucken, als wir ihren Zaun öffnen und ihre Weide durchqueren. Der erste Blick, der sich uns bietet, ist ein Abhang, bewachsen mit rosablühenden Bergröschen - wunderschön! Was muss das erst für eine Pracht sein, wenn sie alle aufgeblüht sind. Das Läuten der Kuhglocken und der Ruf des Kuckucks begleiten uns beim anfangs steilen Aufstieg. Nach gut einer dreiviertel Stunde erreichen wir den Gipfel des Monte Gamborogno (1.734 m). Hier wird uns eine atemberaubende Aussicht geboten. Das Wetter ist total schön und wir haben einen grandiosen Fernblick. Auf der einen Seite die Magadino-Ebene und auf der anderen Seite auf Ascona und Locarno bis hin zum Verzascatal mit dem Vogorno-Stausee. Selbst die Brissagoinseln sind noch gut sichtbar. Vom Gipfelkreuz weg, führt der Weg wieder bergab. 450 Höhenmeter geht es auf dem deutlich sichtbaren kurvigen Weg hinab durch Farn- und Wacholderbüsche. Das letzte Stück bis zur Alpe Cedullo führt durch einen Buchenwald. Das Steinhaus der Alpe liegt inmitten einer Ziegenherde, deren Glocken schon von weitem hörbar sind. Sie liegen gemütlich im Schatten, um ein wenig von der Mittagssonne zu flüchten. Wir wandern weiter in Richtung Sant Anna. Ein kurzer Aufstieg führt zum schlichten Kirchlein, in dem die Bauern einst für ihren Weg von Indemini zum Lago Maggiore geistigen Beistand erbaten. Auch heute noch kann die Kapelle Wanderern als Schutzraum bei plötzlich aufziehenden Unwettern genützt werden. Durch Birken- und Buchenwald schlängelt sich der Pfad nun abwärts und quert später einen Ginstergürtel. Der Weg gabelt sich kurz vor einer riesigen Hochspannungsleitung. Abwärts geht es nach Indemini, wir aber nehmen den Anstieg über Serpentinen. Bevor wir die aber in Angriff nehmen, machen wir eine kurze Rast und packen unsere Jause aus. Eine abwechslungsreiche Strecke bergauf und bergab führt durch Lärchenwälder und an einigen Stellen über wilde Geröllpisten. Vorbei an Bergbächen und auf teilweise sehr engen Pfaden müssen wir uns sogar zweimal an angebrachten Seilen entlang „hangeln. Die letzten Kurven durch den Wald, mit blühenden Heidelbeerfeldern soweit das Auge reicht, spüren wir schon ordentlich in den Füssen. Nach fünf Stunden erreichen wir wieder die Alpe di Neggia und dort kehren wir auch ein. Es gibt ein kühles Bier und ein Eis zur Belohnung. Nach der kurzen Erholung machen wir uns wieder auf den Rückweg. Und siehe da, der Weg geht bergab und wir haben wie durch Zauberei wieder genügend Benzin im Tank. Wir schaffen es sogar bis Ascona und dort bekommt dann unser Auto seine Belohnung. Nach einem wohltuenden Fußbad fallen wir todmüde ins Bett. - [14.06.04 - Lugano](https://www.bauer-seyr.at/tessin-schweiz/140604-lugano) - Wir packen leichte Jacken ein, denn es sieht gar nicht gut aus draußen. Das Thermometer im Auto zeigt 21° an. Das soll aber unserem Sightseeingdrang keinen Abbruch tun. Heute fahren wir nach Lugano. Den ersten Teil der Strecke fahren wir auf der Passstraße über den Monte Ceneri, den Rest bis ins Stadtzentrum auf der autostrada. Ach wie blöd, jetzt haben total vergessen, dass wir ja gar keine Autobahnvignette geklebt haben! Lugano ist mit seinen 28.000 Einwohnern die größte Stadt des Kantons. Aber für Autos ist wenig Platz an den Straßen, deshalb nehmen wir den erstbesten Autosilo. Wir finden dort auch auf Anhieb ein freies Plätzchen und schon geht es los. Die Kathedrale San Lorenzo ist die Hauptkirche Luganos und liegt zwischen Bahnhof und Zentrum. Sie beeindruckt in erster Linie durch ihre Renaissancefassade im lombardischen Stil. Im Inneren stechen die farbenprächtigen Rosettenfenster ins Auge. Erbaut wurde die Kathedrale im 13. / 14. Jahrhundert und im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert. Wir spazieren durch die schmalen Gassen der Altstadt über die Piazza Manzoni in die Via Nassa. Hier sieht man noch wunderschöne Arkaden und Fassaden mit lombardischem Charakter. Am Ende der Via Nassa steht die Klosterkirche Maria degli Angiolo, erbaut 1515 und 1922 letztmalig renoviert. Äußerlich sieht sie etwas schmucklos aus, aber nicht ihre Größe oder Architektur beeindrucken, sondern das wohl berühmteste Renaissancegemälde der Schweiz, die Passion von 1529. Schließlich gelangen wir zur Piazza della Riforma. Auf dem weltstädtischen Hauptplatz, regelmäßig für den Markt und unregelmäßig für Umzüge genutzt, reiht sich ein Kaffeehausstuhl an den nächsten. In den mächtigen Patrizierhäusern aus dem vorigen Jahrhundert haben sich Banken, Restaurants, Geschäfte und Hotels niedergelassen. Mit einer Ausnahme: der Palazzo Civico (1845 erbaut) mit einem repräsentativen Innenhof ist Sitz des Rathauses. Leider herrscht im Innenhof eine riesige Baustelle, sodass wir vom Staub verfolgt, sofort wieder flüchten. Im gesamten Altstadtkern stellt der Mailänder Künstler Arnaldo Pomodoro (geboren 1926) seine teils übergroßen Objekte aus. Lugano ist ein florierender Bankenstandort, der jede Menge auswärtige Kundschaft, insbesondere italienische Großverdiener, anlockt. In den zahlreichen Geldinstituten lässt man das Geld arbeiten und Gerüchten zufolge bisweilen auch waschen. Entsprechend wird das Bankenviertel im Jahresrhythmus von Skandalen erschüttert. Doch Lugano lebt nicht von Banken allein. Radio und Fernsehen der italienischen Schweiz haben hier ihre Zentralen, drei von vier Tessiner Zeitungen kommen aus Lugano, die wichtigsten Schulen sind hier zu Hause und die einzige Universität des Kantons wurde 1996 in Lugano gegründet. Im Palazzo dei Congressi, dem Kongreßzentrum, gastieren die besten Orchester der Welt. Im Juli treffen sich die kreativsten Jazzmusiker beim Festival auf der laubengesäumten Piazza della Rirorma. Dazu jede Menge Sehenswürdigkeiten und natürlich die Lage am See, alles gute Gründe im so geschäftigen wie charmanten Lugano einige Urlaubstage zu verbringen. Vom See her ist die Annäherung an die heimliche Hauptstadt des Kantons am eindruckvollsten, denn man überschaut alles auf einen Blick. Die Hausberge San Salvatore und Monte Brè, an deren Hängen prachtvolle Villen kleben, die geschwungene Promenade, flankiert von zwei üppigen Parks und die verwinkelte Altstadt mit ihren drei verschachtelten Marktplätzen Rio im Kleinformat und San Salvatore ist der Zuckerhut! Wir schlendern entlang der Promenade durch das angrenzende Villenviertel bis zur Talstation der Funiculare, die uns auf den Monte San Salvatore hochbringt. Mittlerweile hat die Sonne wieder das Regiment übernommen und das leichte Lüftchen ist gut zu ertragen. Es sind sehr wenig Touristen hier oben und wir genießen die Ruhe, die gute Luft und die atemberaubende Aussicht über die Stadt und die umgrenzende Bergwelt. Auf einem Bankerl liegend lassen wir uns die Sonne ins Gesicht scheinen und die Vögel sorgen für die Hintergrundmusik. Sonst ist nichts zu hören. So stellen wir uns das Paradies vor! Doch alles hat ein Ende... Am späten Nachmittag kehren wir in die Stadt zurück und lassen uns in einem Café an der Piazza della Riforma gemütlich nieder. Der Eiskaffee, bestehend aus halb Kaffee und halb Schlagobers, ist nicht so mein Fall. Aber es ist lustig, die Menschen zu beobachten, denn auch hier sieht man, wie sie das Geld am Körper tragen. Braungebrannt, tiefe Dekolleté und hochhackige Schuhe sind hier üblich. Wir fallen mit unseren T-Shirts und Wanderschuhen richtig auf! Die Rückfahrt riskieren wir wieder auf der autostrada, obwohl uns nicht recht gut dabei ist. - [13.06.04 - Markttag in Cannobio (I)](https://www.bauer-seyr.at/tessin-schweiz/130604-markttag-in-cannobio-i) - Eine leichte Wetterverschlechterung macht sich bemerkbar. Es ist bewölkt, stark windig und hat „nur 23°. Vielleicht spüren wir die Veränderung, denn während der Nacht schlafen wir schlecht und stehen deshalb spät auf. Unsere Stimmung und den Unternehmungsgeist lassen wir uns aber nicht verderben, denn heute machen wir einen Ausflug nach Italien. Es ist Markttag in Cannobio. Erst wollen wir mit dem Boot fahren, aber, müde wie wir noch sind, schaffen wir es nicht, es rechtzeitig zu erreichen. Die Fahrt mit dem Auto führt entlang des Lago Maggiore. Bis zur Stadt ist das Verkehrsaufkommen noch OK. Dann aber beginnt die vergebliche Suche nach einem Parkplatz. Keine Ahnung, wo diese vielen Autos herkommen! Wir stauen uns durch die Stadt und noch weiter wieder hinaus. Schimpfend kehren wir nach mehr als einem Kilometer um und es ist sogar der Gedanke da, wieder in die Schweiz zurückzufahren. Langsam bewegt sich die Autokolonne Richtung Zentrum und dann sehen wir ihn! Drei Autos vor uns, niemand will ihn, wir können es gar nicht glauben! Nach ein paar Mal reversieren steht das Auto auch schon in der Parklücke, wir haben es doch noch geschafft! Im Laufschritt überholen wir die dahinschleichenden Autos. Keine zehn Minuten brauchen wir bis ins Zentrum. Cannobio hat einen schönen Altstadtkern, aber auch eine prächtige Promenade. Und da herrscht heute Hektik an den über hundert Verkaufsständen. Händler aus allen Richtungen bieten Antipasti, Formaggio, Obst und Gemüse, Kleidung, Schuhe, Spielsachen und vieles mehr an. Das reinste Schlaraffenland! Als unsere Euros zu Ende gehen, müssen wir uns einen Bankomat suchen. Vor dem scheinbar einzigen Automaten, der Maestro nimmt, steht bereits eine lange Schlange. Nach einigen Versuchen mit dem falschen Pin-Code klappt es dann doch und wir haben unser Börserl wieder mit den uns vertrauten Scheinen aufgefüllt. Menschenmassen schieben sich an den Ständen vorbei. Auch wir haben unsere Freude mit diesem Markt. Da sind die Märkte am Südbahnhof und am Hauptplatz in Linz nichts dagegen! Fast überall gibt es Kostproben von den vielen Köstlichkeiten und so futtern wir uns langsam durch. Wir erstehen ein paar Leibchen für billiges Geld. Zu Mittag setzen wir uns gemütlich in einen Gastgarten und speisen leckere Pizzen. Es ist herrlich hier zu sitzen, zumal die Sonne wieder mit voller Kraft herunterbrennt. Der Duft des Jasmins begleitet uns bei einem abschließenden Spaziergang durch die Altstadt. - [12.06.04 - Indemini](https://www.bauer-seyr.at/tessin-schweiz/120604-indemini) - Wir finden im Radio ein lustige Sendung, den „Wetterfrosch im DRS-1. Der Sprecher gibt erst die vielen Geburtstagswünsche an die „95- jährigen, die im Altbetagten-Zentrum leben durch, bei denen die Großkinder und Urgroßkinder herzlich gratulieren übrigens, von uns auch die besten Wünsche! Dann kommen um „vierzehn minütli über nüni die Wetternachrichten. „Im Norden der Schweiz ist wieder etwas Regen angesagt und Temperaturen um die 25°. Im Tessin kann es stellenweise etwas wolkig sein bei 30°. Ja, mehr wollen wir ja gar nicht hören! Spätestens zu diesem Zeitpunkt denken wir an Euch zu Hause, denn ganz Rest-Europa ist leider mit Regen gesegnet. Tut uns furchtbar leid, aber wir können auch nichts dafür! Heute fahren wir auf die gegenüberliegende Seite des Lago Maggiore. Magadino ist der Ort, von dem die Ebene ihren Namen hat. Es ist das nördlichste und größte Uferdorf, fast so etwas wie die Hauptstadt der Region. Die Pfarrkirche San Carlo steht alljährlich im Juli im Mittelpunkt internationaler Orgelfestspiele. Die große Orgel beeindruckt uns auch, aber der Rest der Kirche nicht unbedingt. Wir fahren weiter nach Vira, die Stadt der Fresken. 1970 und in den beiden darauffolgenden Jahren hatte die Gemeinde Mailänder Kunststudenten zu einer „Scuola dell Affresco geladen, und die jungen Maler ließen sich nicht lange bitten. An etlichen Häuserwänden befinden sich die verschiedensten Bilder. Wir schlendern durch die schmalen mittelalterlichen, mit den runden Steinen gepflasterten Gassen. Uns gefallen die Bemalungen auf den Fassaden sehr gut. Es sind neben den vielen Blumen schöne „Farbkleckse und modernisiert das alte Stadtbild. Die überdachten Durchgänge und verwinkelten Gassen bieten uns ein wenig Schatten zum Abkühlen. Am Ende einer solchen Gasse stoßen wir dann auf die Pfarrkirche San Pietro. Sie steht auf einer teilweise künstlichen Plattform im See. Man sieht ihr die lange Geschichte, die bis ins 8. Jahrhundert reicht, nicht mehr an. Viele Umbauten (1617, 1630 und 1805) bescherten ihr ein Stil-Durcheinander. 17 Kilometer von Vira entfernt und fast an der italienischen Grenze liegt eines der besterhaltenen Tessiner Bergdörfer: Indemini. Unser Auto wird ordentlich gefordert auf der Fahrt dorthin, denn es geht auf schmalen Straßen permanent in Serpentinen hinauf. Landschaftlich ist die Strecke aber sehr schön. Anfangs führt sie an kleine Ansiedlungen mit Blumenmeeren vorbei und danach durch dichte Laub- und Kastanienwälder, die von riesigen gelben Goldregensträuchern durchzogen sind. Die Temperatur ist in dieser Höhe auf 19° gesunken, aber es ist nicht wirklich kalt. Die Natursteinhäuser von Indemini mit bis zu vier Stockwerken schmiegen sich auf teilweise künstlichen Terrassen eng an den Steilhang und lassen kaum Platz für das Gassenlabyrinth. Typisch die "portigh, tunnelartige Straßendurchgänge, die dem Ort ein unverwechselbares Aussehen geben. Indemini, heute noch von siebzig Menschen bewohnt, zählte vor fünfzig Jahren dreimal so viele Einwohner, die vom nicht immer legalen Grenzverkehr mit Italien lebten. Wir fahren aber nicht bis nach Italien weiter, sondern genießen das Flair dieses Dörfchens. Nach einem Spaziergang durch die schmalen, holprigen Gassen, wo uns einige bunt bemalte Wasserhydranten anlächeln, machen wir es uns auf einem Aussichtsbankerl bequem. Ein Picknick mitten im Grünen, die Vögel zwitschern und die Kirchenuhr schlägt... Es ist noch nicht allzu spät, als wir die Rückreise antreten und deshalb beschließen wir spontan, einen Stop in Ascona einzulegen. An der Promenade gönnen wir uns den Luxus eines Eiskaffees für 9,10 Franken pro Eis (ca. 6 Euro)! Dabei können wir bequem wie vorm Fernseher der Segelregatta, die auf dem Lago stattfindet, zusehen. Auch eine Schar Enten scheint einen Wettlauf zu veranstalten. Es ist leicht windig und die Wolkendecke macht langsam zu. Wir spazieren zum Parkplatz zurück und fahren „nach Hause. - [11.06.04 - Wanderung: Sogono nach Lavertezzo](https://www.bauer-seyr.at/tessin-schweiz/110604-wanderung-sogono-nach-lavertezzo) - Sieben kurvige Tunnel und fünf hohe Brücken führen in das bekannteste Tal des Tessins, das Valle Verzasca: 29 Kilometer Schönheit der Natur! Und von diesen 29 erwandern wir heute fast die Hälfte. Wir fahren mit dem Auto erst bis Vogorno. Hier werden die Wassermengen der Verzasca durch eine gewaltige Staumauer gebändigt. Berühmtheit erlangte sie durch eine Schlüsselszene des James Bond Films Golden Eye. La Selvatica, wie sie genannt wird, ist mit ihrer Höhe von 220 Metern und einer Länge von 380 Metern die größte in ganz Europa. Wir sind tief beeindruckt von diesen enormen Größen und ich traue mich kaum nach unten zu schauen. Unvorstellbar, dass es Menschen gibt, die da freiwillig hinunterspringen, denn hier oben gibt es einen Bungeejumping-Turm. Der erste, der am Gummiseil von der Verzasca-Staumauer sprang, war der Stuntman von James-Bond-Darsteller Pierce Brosnan. Für den Film „Golden eye“ war dies nur eine von vielen spektakulären Szenen, für das Verzascatal aber war es der Start zu einer neuen Touristeninvasion. Wir fahren weiter nach Lavertezzo. Berühmt ist der ehemalige Gerichtsort mit noch 600 Einwohnern für seine Badestellen und die mittelalterliche Doppelbogenbrücke Ponte dei Salti. Aber beides wäre längst nicht so aufregend, wenn das Verzascawasser hier nicht so besonders smaragdgrün schimmern würde. Die Farbe kommt vom Serizitgneis, der im Ort noch immer abgebaut wird. Das grünlich glänzende Gestein verleiht dem Wasser der Verzasca diesen verzaubernden Schimmer, der im Kontrast zu den grauen, seltsam rund geschliffenen Felsbrocken besonders beeindruckend wirkt. Aber unterirdische Strudel machen das Wasser an dieser Brücke sehr gefährlich. Schon im Herbst 2001 hat uns diese prächtige Steinbrücke fasziniert und wir haben Stunden dort verbracht. Diesmal aber haben wir leider nicht so viel Zeit, denn wir wollen noch eine Wanderung unternehmen. Außerdem kommen fast zeitgleich mit uns zwei Busladungen Touristen. Wie bei einer Völkerwanderung spazieren sie über die Brücke und belagern die Steine. So machen wir noch einen Blick in die Kirche des Dorfes und fahren weiter bis nach Sonogno. Das ist der letzte bewohnte Ort des Verzascatales. Man meint, alle Autofahrer düsen die 29 km nur herauf, um hier Rustici zu fotografieren. Unmengen von Bussen sammeln sich auf den Parkplätzen vor dem Dorf, in das Motorisierte zum Glück nur mit Sondergenehmigung kommen. Tatsächlich ist Sonogno mit kaum hundert ständigen Einwohnern auf fast 1.000 Meter Höhe ein Schmuckstück Tessiner Baukunst. Der mittelalterliche Campanile überragt die schmucken Natursteinhäuser, die auch hier – edel renoviert und herausgeputzt – größtenteils als Zweitwohnsitz genutzt werden. Aber das Ganze so hübsch, so geschickt gemacht, dass man die Erneuerung erst auf den zweiten Blick wahrnimmt. Das Ortsbild scheint unberührt und wohlerhalten. Hinter der Kirche Santa Maria di Loretto ist der Startpunkt unserer Wanderung. Kurz danach überqueren wir eine moderne Brücke und nach einem kurzen Anstieg führt der Weg einige Kilometer direkt entlang der Verzasca. Das Rauschen des Wassers, die Blütenpracht des gelben Ginsters, rosa Steinnelken und lila Distelblumen, ein blauer Himmel mit Schäfchenwolken und angenehme Temperaturen (ca. 26°), was will man mehr! Es macht uns richtig Spaß in der Natur herumzulaufen. Außerdem schwirren viele schöne Schmetterlinge vor uns herum. Es ist fast immer relativ flach zu gehen, sodass wir ohne Anstrengung erst das kleine Örtchen Frasco und dann das verlassene Dorf Cordac erreichen. Ein Bankerl auf einer Anhöhe lädt uns dann zu einer kurzen Rast ein. Wir genießen unsere Jause, während uns ein prächtiger Ausblick auf die Verzasca geboten wird. Drei Paddler sind auf dem Wasser unterwegs und kämpfen sich langsam flussabwärts. Im Val Motta wandern wir an einem prächtigen Wasserfall vorbei. Mittlerweile hat aber die Wolkendecke zugemacht und ein leichtes Lüftchen weht uns um die Ohren. Daher legen wir einen schnelleren Gang ein und lassen, als wir Brione erreichen, den Ort links liegen. Wir überqueren eine Straße und kommen zu einer Bushaltestelle. Da das Nieseln in einen Sprühregen übergegangen ist, überlegen wir, ob wir nicht mit dem Bus zurückfahren sollen. Eine Wartezeit von mehr als einer Stunde beendet dieses Thema aber wieder schnell. Der Wanderweg führt hier durch Wälder, die den Regen größtenteils abfangen. Es ist schade, dass wir die Wanderung nicht mehr so genießen können. Im Laufschritt erreichen wir die Ortschaft Ganne und ab dort wird es wieder ein wenig lustiger. 1995 haben einheimische, deutsche und italienische Künstler rechts und links des Weges im Rahmen eines Wettbewerbes Kunstobjekte aus Holz, Plastik oder Metall geschaffen. Die Witterung hat im Laufe der Zeit zwar einige davon verunstaltet oder zerstört, aber es präsentieren sich doch einige lustige Werke. Da grinst uns eine Katze an, die aus einem Stein gemeißelt wurde. Ein Stück weiter hat ein Künstler aus alten Fenstern und Paletten hohe „Häuser“ gebaut. An einer Stelle führt der Wanderweg durch einen Wasserfall und auf einem Stein mitten im Wasser wurde ein riesiges Metallnest mit Plastikeiern drin angebracht. Geschafft und feucht bis auf die Knochen erreichen wir nach fünf Stunden Wanderung die Ponte dei Salti in Lavertezzo. Wir spüren die 13km ordentlich in den Füssen, sodass uns das Laufen schon schwerfällt. Zu allem Überdruss versäumen wir den Bus nur um fünf Minuten. Wir können ihm von der Anhöhe aus nur noch nachwinken. Um die Wartezeit ein wenig zu überbrücken (auch als Belohnung für den langen Marsch) kehren wir in das Grotto direkt oberhalb der Brücke ein. Für ein Seiterl Bier und 4 cl Orangensaft löhnen wir dann 6Franken (ca. 4 Euro). Doch wir genießen das kühle Nass in vollen Zügen. Während der Busfahrt schüttet es in Strömen. Als wir wieder in Sonogno ankommen, hat sich der Regen wieder beruhigt. Gegen 17:00 Uhr erreichen wir unser Rustico. Mit Freude stellen wir fest, dass Frau Leutwiler unser Wäsche, die wir in der Früh mit viel Mühe in Handarbeit gewaschen und zum Trocknen in die Sonne gehängt haben, mit einem Plastiktischtuch abgedeckt hat. Vielen Dank! - [09.06.04 - Maggiatal](https://www.bauer-seyr.at/tessin-schweiz/090604-maggiatal) - img class=alignleft size-full wp-image-446 title=Tessin - Aurigeno src=http:www.bauer-seyr.atwp-contenttessi8notesimage1.jpg alt=Aurigeno width=250 height=185 Bevor wir ins Auto steigen, spazieren wir eine Runde in strongAurigenostrong. Nicht weit von unserem Rustico entfernt, liegt die Pfarrkirche S. Bartolomeo. Sie ist leider verschlossen, sodass wir keinen Blick ins Innere werfen können. Die Kirche bildet mit dem Pfarrhaus, dem teilweise abgetragenen Beinhaus und dem Friedhof eine malerische Gruppe. An der Nordseite weist die Kirche romanisches Mauerwerk und Reste spätgotischer Fresken auf. img class=alignright size-full wp-image-447 title=Tessin - Marterl in Aurigeno src=http:www.bauer-seyr.atwp-contenttessi8notesimage4.jpg alt=Marterl in Aurigeno width=168 height=199 Knapp hundert Meter neben der Kirche können wir ein „Marterl - bemalt mit wunderschönen Fresken - bewundern. Die Straßen des gesamten Ortes sind mit runden Steinen gepflastert, die zwar schön anzusehen sind, aber auf denen schwer zu gehen ist. In allen Gärten wachsen riesige Hortensienbüsche und Blumen aller Art. Die vielen bunten Farben kommen durch die Steinhäuser sehr gut zur Geltung. Wo Rovana- und Maggiatal zusammentreffen, liegt strongCeviostrong, das wohl schönste und kunstsinnigste Dorf der Gegend. Es ist seit knapp 600 Jahren der Hauptort des Bassa Valle. Seit 1403 war Cevio der Sitz sowohl der italienischen wie der eidgenössischen Statthalter. Kein Wunder also, dass im Gegensatz zum ansonsten eher armen Tal gerade hier viele ungewöhnlich große und reich verzierte Herrenhäuser zu finden sind. An der großen Piazza befindet sich der ehemalige Gerichtssitz mit seiner wappengeschmückten Fassade. Wir promenieren in den Altstadtkern mit den nicht minder sehenswerten Steinhäuser. Dort leben die meisten der heute 450 Einwohner. Der Ort ist auch bekannt für seine Ausbildungsstätten für Handwerker. Es werden noch Körbe geflochten, Wolle gesponnen, getöpfert und vieles mehr. Der Zutritt zu den beiden Museen bleibt uns leider verwehrt, da wir zur Mittagszeit unterwegs sind und diese geschlossen sind. So spazieren wir weiter zur Wallfahrtskirche Madonna de Ponte. Diese Kirche begeistert uns überhaupt nicht, da der gesamte Innenraum vom Schimmel schwarz überzogen ist und es außerdem furchtbar riecht. Liebe Madonna, da ist noch viel zu renovieren! img class=alignleft size-full wp-image-448 title=Tessin - Bosco Gurin src=http:www.bauer-seyr.atwp-contenttessi8notesimage5.jpg alt=Bosco Gurin width=242 height=179 Viele, teils sehr enge, Serpentinen führen uns hoch bis nach strongBosco Gurinstrong. Es ist der höchstgelegene ständig bewohnte Ort im Tessin und der einzige mit überwiegend deutschsprachiger (walserdeutscher) Bevölkerung. Obwohl nach einem Lawinenabgang mindestens die Hälfte der Dorfbauten durch Tessiner Steinhäuser ersetzt wurden, gibt es noch heute einige Musterbeispiele der Walliser Baukunst. Eine schöne Mischung, die sich bei unserem Spaziergang präsentiert. Auch hier prägen viele bunte Blumen das Bild. Richtig romantisch dieses „Heidi-Dörflein inmitten schneebedeckter Berge. Das Läuten der Kuhglocken mischt sich mit dem Geläute der Kirchenglocken zu einem richtigen Konzert. Wir verweilen kurz in der Kirche und dann finden wir mitten im Dorf ein schönes Platzerl, wo wir unsere Jause verzehren. Das einzige, was uns ein wenig stört, sind die vielen Deutschen, die mit ihrem Geschnatter die Ruhe stören. Ein weiteres Minus sind die protzigen Hotelburgen am Eingang des Dorfes, aber für den aufkeimenden Tourismus sind auch die wichtig. img class=alignright size-full wp-image-449 title=Tessin - die berühmte Kirche von Mario Botta in Mogno src=http:www.bauer-seyr.atwp-contenttessi8notesimage6.jpg alt=die berühmte Kirche von Mario Botta in Mogno width=154 height=208 Wir fahren wieder zurück bis Cevio und dann weiter hinauf ins Val Lavizzara bis strongMognostrong. Schon im Herbst 2001 waren wir hier, um uns die berühmte Kirche des Tessiner Architekten Mario Botta anzusehen. Das abgeschrägte Dach der Kirche San Giovanni Battista ist die auffälligste moderne Attraktion weit und breit. Der Vorgängerbau wurde 1986 bei einem Lawinenabgang zerstört. Das Werk des Stararchitekten erhitzt seitdem die Gemüter. Für die einen ist der Botta-Bau, eingeweiht 1996, ein Fremdkörper, für die anderen ein wahres Kunstwerk. Wir sind jedenfalls von der Form und den Farben sehr begeistert. img class=alignleft size-full wp-image-450 title=Tession - Altarraum der Kirche in Mogno src=http:www.bauer-seyr.atwp-contenttessi8notesimage7.jpg alt=Altarraum der Kirche in Mogno width=218 height=161 Es sind fast keine Touristen mehr unterwegs und so können wir die Atmosphäre im Inneren in vollen Zügen genießen. Die Sonne strahlt durch das Glasdach herein und zaubert bizarre Bilder auf die schwarz-weiß gestreiften Mauern. Nur einige Kilometer weiter das Maggiatal hinauf, liegt das 50- Einwohner-Dorf strongFusio strong(1.289 m). Es ist bereits nach 16:00 Uhr, als wir dort eintreffen und außer uns sind kaum mehr Touristen unterwegs. Sehr schmale Häuser sind aneinander gebaut und wir spazieren in den Gassen herum. Die kleine gelb getünchte Kirche passt sehr schön ins Ortsbild. Auf dem Rückweg zum Parkplatz begegnen wir noch einer Kuhherde, die unterwegs in die Ställe ist. Bevor wir wieder nach „Hause fahren, stürmen wir in Maggia noch den Supermarkt. Bei den Preisen vergeht uns zwar der Hunger, aber der Eiskaffee lockt dann trotzdem. - [10.06.04 - Markt in Locarno](https://www.bauer-seyr.at/tessin-schweiz/100604-markt-in-locarno) - Langsam macht sich ein wenig Müdigkeit bemerkbar. Die konstant warmen Temperaturen und das viele Herumreisen sind schon sehr anstrengend. Deshalb beschließen wir einen Relaxtag einzulegen. Wir frühstücken sehr spät und fahren danach nach Locarno, denn heute ist Markttag in der Città Vecchia. Auf dem großen Platz sind total durcheinander Stände und Tische aufgebaut und die Händler bieten an, was nicht niet- und nagelfest ist. Das ganze ergibt eine Mischung aus Urfahr-, Bauern- und Flohmarkt. Sogar ein Heilpraktiker legt für ein paar Franken seine Hände auf und erzählt irgendwelche Weisheiten dazu. Es ist Mittag und die Sonne brennt gnadenlos auf uns herab. Daher flüchten wir bald und verweilen noch eine gute halbe Stunde an der Promenade auf einem Bankerl. Danach machen wir uns auf den Rückweg ins Rustico. Wir kochen uns leckere Nudeln mit Tomatensauce und Mozzarella. Mit vollen Bäuchen machen wir ein Verdauungsnickerchen. Gegen 16:00 Uhr fahren wir - faul wie wir heute sind - zur einen Kilometer entfernten Maggia zum Baden. Nur zum Schwimmen ist das fließende Wasser doch ein wenig zu kalt. Macht nichts, wir vertreiben uns die Zeit mit Lesen und Schlafen und beobachten die anderen Leute. Die heiße Sonne (31°) macht uns beinahe bewegungsunfähig und so relaxen wir, bis sie hinter dem Horizont untergeht. - [08.06.04 - Wanderung: Rundweg bei Mornera](https://www.bauer-seyr.at/tessin-schweiz/080604-wanderung-rundweg-bei-mornera) - Monte Carasso, der Ausgangsort unserer Wanderung, liegt zwischen Locarno und Bellinzona. Von dort führt eine Seilbahn nach Mornera (1.400 m). Wir schweben knapp über dem Blätterdach, das von der zur Zeit blühenden Kastanie beherrscht wird. Die Kastanie ist die vorherrschende Pflanze unterhalb der 1.000- Metermarke. Die mächtigen Bäume, von den Römern um Christi Geburt eingeführt, sind fast so etwas wie ein Markenzeichen des Tessins und werden seit dem Mittelalter für Mensch und Tier intensiv genutzt. Die Edelkastanie duldet neben sich nur selten andere Pflanzen. Vereinzelt mischen sich Birken und als Farbtupfer auch der Ginster in den Wald. Von oben ist das sehr schön anzusehen. Kleine Ansiedlungen, wo man sie nie vermuten würde, sind zwischen den Bäumen zu finden. Die Wanderung startet auf einem alten Fahrweg, der Mornera in südöstlicher Richtung verlässt. Nach ca. 15 Minuten sollten wir einen kleinen See erreichen. Nur als nach einer halben Stunde dieser noch immer nicht in Sicht ist, wissen wir, dass wir wie so oft in unseren Urlauben - falsch unterwegs sind. Explorer, die wir sind, finden wir nach kurzer Zeit doch den richtigen Weg wieder und gelangen dann zum romantisch gelegenen See Laghetto. img class=alignleft size-full wp-image-445 title=Tessin - Alpe Monda src=http:www.bauer-seyr.atwp-contenttessi7notesimage2.jpg alt=Alpe Monda width=269 height=199 Er liegt an eine Waldlichtung, umrandet von einer weichen Waldwiese. Wir verweilen kurze Zeit dort und wandern anschließend durch den Wald auf etwas rutschigem Laub weiter. Wir werden ständig von kleinen Echsen und prächtigen Schmetterlingen begleitet. Wir erreichen die strongAlpe Monda strongund schon von weitem hören wir das Geläute einer großen Ziegenherde. Einige Meter weiter machen wir in einer Waldlichtung Mittagsrast. Es ist kein Wölkchen am Himmel zu sehen und herrlich warm. Außer dem Gezwitscher der Vögel herrscht totale Ruhe. Die Brote und das Obst schmeckt in der guten Bergluft besonders gut. Gestärkt machen wir uns wieder auf den Weg. Wir stellen aber bald fest, dass wir uns schon wieder verlaufen haben, denn es ist keine Markierung mehr zu finden. Deshalb marschieren wir bis zur Alm zurück und fragen nach dem Weg. Mit Händen und Füssen versuchen die Jugendlichen uns zu erklären, dass unser Wanderweg eigentlich nicht mehr existent ist. Sie zeigen uns trotzdem die Richtung mitten durch den Ziegen- und Schweinestall hindurch. Anfangs finden wir noch ein paar alte verwitterte Markierungen, aber dann stehen wir mitten in einem Birkenwald und das Wegerl ist zu Ende. Wieder ein paar Schritte zurück, finden wir doch einen bemalten Stein. Mehr als eine Stunde geht es bergab und die Füße brennen schon ordentlich. Nach einer kurzen Rast, bei der wir uns mit dem leckeren Pannetone stärken, nehmen wir das letzte Stück in Angriff. Plötzlich stehen wir mitten auf einer Kuhweide, rundherum eingezäunt. Da ist es aus mit unserer Wanderlust! Etwas grantig geht es wieder einmal zurück, bis wir wieder den richtigen Pfad finden. Nach mehr als dreieinhalb Stunden erreichen wir schließlich die Mittelstation der Seilbahn. Aber nicht genug der Probleme, jetzt sitzen wir dreißig Meter über dem Boden auf einer Gitterplattform und müssen eine halbe Stunde dort warten. Es muss erst eine Schulklasse ins Tal transportiert werden. Jedes Mal, wenn die Gondel vorbeifährt, vibriert die gesamte Plattform. Wir sind heilfroh, als dann endlich eine Gondel hält und uns ins Tal bringt. Bei der Rückfahrt machen wir einen kurzen Halt in Ascona und belohnen uns mit einem köstlichen Eiskaffee. Dabei sehen wir den Reichen und Schönen mit ihren Armanihosen und Louis Viutton-Taschen zu, wie sie ihre Gold-Card spazieren führen! - [07.06.04 - Brissago Inseln](https://www.bauer-seyr.at/tessin-schweiz/070604-brissago-inseln) - Noch vor dem Frühstück belagert uns Ammanuel. Wir basteln und bemalen gemeinsam Papierflieger, Drachen, Himmel-Hölle und Papierhüte. Es ist eine wahre Freude, mit welcher Begeisterung der Kleine dabei ist. Er ist zwar sehr anstrengend, aber ein total süßer Kerl. Er guckt mit seinen dunklen Augen voller Erwartung und lacht aus vollem Herzen, wenn der Papierhubschrauber drehend zu Boden gleitet. Ammanuel kann mit so einfachen Dingen so genügsam sein, wie man es bei Kindern nicht oft findet. Nachdem wir noch eine Zeitlang mit Fotoschauen verbringen, bauen wir mit tatkräftiger Unterstützung von Ammanuel unser Zelt ab und packen zusammen. Es bricht uns fast das Herz wie uns Ammanuel anschaut, als wir uns kurz nach Mittag verabschieden. Unser Tag führt uns heute nach strongAsconastrong. Wir finden auf Anhieb den kostenlosen Parkplatz, den uns Sabine als Geheimtipp empfohlen hat. Bei unserem Spaziergang durch die Altstadt kehren wir in der Konditorei Camelia ein und kaufen uns zwei Treccia Pannetone (Briochezopf mit kandierten Kirschen –lecker! Absoluter Geheimtipp von uns). Seit wir diese Köstlichkeit beim letzten Aufenthalt aßen, war er im Gehirn gespeichert. img class=alignleft size-full wp-image-443 title=Tessin - Blume src=http:www.bauer-seyr.atwp-contenttessi6notesimage4.jpg alt=Blume width=249 height=184 Im Hafen angekommen, kaufen wir uns Tickets zu den strongBrissago Inselnstrong - ein Pflanzenparadies! Vom Wasser umspült, von den Alpen geschützt und von der Sonne geküsst, bieten diese wunderschönen Inseln dem Besucher eine einmalige Gelegenheit einer spannenden Weltreise. Die Inseln rühmen sich eines besonders milden Klimas, sodass empfindliche subtropische Pflanzen das ganze Jahr im Freien wachsen können. Der botanische Garten (2,5 ha) ist mit ca. 1.500 Pflanzenarten aus dem Mittelmeerraum, den Subtropen Asiens, Südafrika, Amerika und Australien bewachsen. Sehenswertes außer Rhododendren, Azaleen und Kamelien, typische insubrische Gärten, die im Frühling ihre volle Blütenpracht entfalten, findet man verschiedene Palmen- und Bambusarten, Sumpfzypressen, hundertjährige Eukalyptusbäume, Zistrosen aus dem Mittelmeerraum und Baumfarne aus Ozeanien. Die Baronin Antoinette de Saint Léger tauchte 1885 im Tessin auf und niemand wusste, wer sie war und woher sie kam. Russische Großfürstin oder Kurtisane, irisches Landmädel oder doch Deutsche? Sie kaufte jedenfalls die Brissago Inseln für 15.000 Franken und schuf sich dort ihren eigenen Garten Eden. Zusammen mit ihrem Mann, dem irischen Baron Saint Léger trug sie Samen und Pflanzen aus allen Weltecken zusammen, entwarf ein prächtiges Schloss und sammelte Maler, Dichter und Lebemänner um sich. Vielleicht war das der Grund, warum ihr Gatte sie 1897 auf den Inseln sitzen ließ. Die „Frau im See“ musste 1927 ihren Besitz verkaufen und starb 1948 völlig verarmt 92-jährig im Centovalli. Käufer war der Hamburger Kaufmann Max Emden, kaum weniger exzentrisch als die Frau Baronin. Er sprengte als erstes das Schloss und ließ einen neoklassizistischen Palazzo und einen Hafen errichten, an dem das Hamburger Wappen prangt. img class=alignright size-full wp-image-444 title=Tessin - Blume src=http:www.bauer-seyr.atwp-contenttessi6notesimage5.jpg alt=Blume width=191 height=258 Die Pflanzen hingegen pflegte der weitgereiste Weltmann, baute den Park sogar aus, gab ihm seine heutige Form und machte ihn zum Mittelpunkt wilder Feste, über die Einheimische nur die Nase rümpfen konnten. 1949 kauften die drei Ufergemeinden Ascona, Brissago und Ronco sowie der Kanton Tessin die Inseln, gründeten den Botanischen Garten und machten ihn zu einem Urlaubsmagneten. Blauer Himmel und kleine Schäfchenwolken prägen das Bild und es hat wunderbare 29°. Wir genießen den langen Spaziergang auf der Insel und inmitten vieler Blumen packen wir unser Picknick aus. Im kleinen Teich, der mit verschiedenfärbigen Seerosen dicht bewachsen ist, tummeln sich Schildkröten. Überall zwischen den Blumen, Büschen und Bäumen „wuseln“ Unmengen von kleinen Echsen herum. Wir nützen die Wartezeit auf das Ausflugsboot mit Lesen und genießen die Ruhe und die Nachmittagssonne. Mit dem Boot unternehmen wir noch eine eineinhalbstündige Rundfahrt auf dem Lago Maggiore. Gegen 18:00 Uhr erreichen wir Aurigeno, wo wir unser Rustico beziehen. Neben den Hotels und Pensionen sind Rustici eine sehr gute Alternative. Die renovierten oder im alten Stil nachgebauten Steinhäuser bieten eine komfortable Grundausstattung. Jenes von Elsbeth Leutwiler übertrifft da alle Erwartungen. Das ist mit ein Grund, warum wir wieder gekommen sind, denn im Herbst 2001 verbrachten wir bereits unseren Aufenthalt hier. Sie hat mit so viel Liebe und Detail dieses schmucke Häuschen eingerichtet, dass wir es nur wärmstens weiterempfehlen können. Außerdem empfängt sie immer ihre Gäste mit Überschwang und einer Überraschung. Diesmal erhalten wir von ihr ein gutes Flascherl Vino Ticino. Letztes Mal war es echte Schweizer Schokolade. Nach einer wohltuenden erfrischenden Dusche machen wir noch Pläne für morgen. - [06.06.04 - Bellinzona](https://www.bauer-seyr.at/tessin-schweiz/060604-bellinzona) - img class=alignleft size-full wp-image-440 title=Tessin - Castello di Sasso Corbaro in Bellinzona src=http:www.bauer-seyr.atwp-contenttessi5notesimage3.jpg alt=Castello di Sasso Corbaro in Bellinzona width=228 height=169 Wir stehen spät auf und nach einer Runde Fußball mit Ammanuel brechen wir gegen Mittag nach Bellinzona auf. Seit 1803 ist strongBellinzona strongdie Hauptstadt des Tessins. Dennoch sind Lugano, Locarno und sogar Ascona weit bekannter. Die eidgenössische Verfassung sah zunächst einen turnusmäßigen Wechsel mit Locarno und Lugano vor, denn alle sechs Jahre sollte die Hauptstadtwürde von der einen an die andere Stadt weitergereicht werden. Endgültig durchsetzen konnte sich Bellinzona erst 1878. Man entschied sich damit für die Stadt in der Kantonsmitte, gleich weit von der Nordgrenze zum Kanton Uri und von der Südgrenze zur italienischen Lombardei entfernt. Sie wird noch heute aufgrund ihrer trotzigen Festungen „Stadt der drei Burgen“ genannt. Die höchstgelegene und kleinste der drei Burgen ist das strongCastello di Sasso Corbarostrong. Sie wurde 1478 in nur sechs Monaten gebaut. Die quadratische Anlage mit Wachturm, Kapelle und kleiner Osteria bietet einen grandiosen Rundumblick, vor allem weil wir heute so schönes Wetter haben. Leider können wir die Burg nur von außen bewundern, denn außer einer modernen Bildergalerie bleiben uns Einblicke ins Innere verwehrt. Wir bleiben daher nicht lange und suchen uns im Stadtzentrum einen Parkplatz. Wir schlendern durch die Altstadt mit ihren versteckten Plätzen und Patrizierhäusern. Das Herzstück der Stadt bildet der Piazza Collegiata mit der Kirche Santi Pietro e Stefano. Eine monumentale Freitreppe führt vom Platz in die 1517 erbaute Renaissancekirche. img class=alignright size-full wp-image-441 title=Tessin - Castel Grande in Bellinzone src=http:www.bauer-seyr.atwp-contenttessi5notesimage5.jpg alt=Castel Grande in Bellinzone width=250 height=185 Wenige Schritte entfernt vom Palazzo Civico - dem Rathaus - ist der Aufgang zum strongCastel Grandestrong. Es galt lange Zeit als uneinnehmbar und spielte im Laufe der Jahrhunderte immer wieder eine wichtige Rolle bei nach Norden gerichteten Offensiven und Gegenschlägen der Herrscher Mailands. 1340 fiel Bellinzona nach langer Belagerung durch Mailand für eineinhalb Jahrhunderte unter dessen Herrschaft. Castel Grande ist die größte Festung der Stadt und wäre auch per Lift leicht erreichbar. Wir wählen aber die etwas beschwerlichere Variante und gehen zu Fuß. Als Belohnung spazieren wir gleich direkt ins Restaurant. Bei einem Panorama wie in einem Fotoalbum und herrlichem Wetter genießen wir unser Essen: Gnocchi de patate con mozzarella, tomate e basilicum und polenta con funghi e formaggio – köööööstlich!!! Danach erklimmen wird die 177 Stufen des 27 Meter hohen Torre Bianca. Von dort ist die Aussicht über Stadt und Tal besonders eindrucksvoll. Nach einem gemütlichen Rundgang entlang der Burgmauer verabschieden wir uns und suchen den Weg zum strongCastello di Montebellistrong. img class=alignleft size-full wp-image-442 title=Tessin - Castello di Montebelli in Bellinzona src=http:www.bauer-seyr.atwp-contenttessi5notesimage6.jpg alt=Castello di Montebelli in Bellinzona width=218 height=161 Wir fahren ein paar Mal im Kreis, die Burg ist zum Greifen nahe, aber immer wieder weicht die Straße ab oder wir stehen vor einer Einbahn. Fluchend gelingt es uns dann doch den richtigen Weg zu finden. Für uns persönlich ist es die schönste Burg von den dreien. Sie besitzt zwei Zugbrücken und einen schönen Innenhof. Von dort gelangt man direkt in ein mehrgeschossiges Museum. Wir verbringen eine Zeitlang mit dem Betrachten vieler alter Landkarten, Küchenutensilien, Schmuck und auch Gewehre. Aber auch hier gibt es keine Räume mit alter Ausstattung zu besichtigen. Das tut uns ein wenig leid, denn zu einer echten Burg gehören auch Rittersäle, Zofenkammern und ein Kerker. So bleibt uns mehr Zeit zum Relaxen. Nach einem Rundgang auf den Wehrmauern legen wir uns im Burggraben in die Wiese und genießen ein Nickerchen im Halbschatten. Ende des 13. Jahrhunderts entstand auf dem Felssporn östlich von Bellinzona das Castello di Montebello. Um 1350 wurde das Castello di Montebello vergrößert und mit Schenkelmauern an die Stadtbefestigung Bellinzonas angeschlossen. Kurz nach 1400 entstand auf einem erhöhten Felskopf der östlichen Bergflanke ein Turm, der Kern des späteren Castello di Sasso Corbaro. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde Castel Grande und Montebello mit weiteren Befestigungsanlagen verstärkt und auf dem Castel Sasso Corbaro entstand ebenfalls ein Kastell. Der imposante Anblick der heutigen Befestigungen in Bellinzona geht im wesentlichen auf die Bautätigkeit der Herzöge von Mailand zurück. Am späten Nachmittag spazieren wir noch einmal ein paar Runden in der Altstadt. Wir sind vom vielen Herumlaufen und dem warmen Wetter ein wenig geschafft, doch da kennt Ammanuel kein Pardon. Es hilft nichts, wir „müssen“ mit ihm noch ein Fußballtraining absolvieren. Dafür belohnt uns Sabine mit einer herrlichen Pasta. Ein paar Runden UNO schließen einen schönen Urlaubstag ab und müde fallen wir in unsere Schlafsäcke. - [05.06.04 - Fahrt durchs Engadin](https://www.bauer-seyr.at/tessin-schweiz/050604-fahrt-durchs-engadin) - Kurz vor Mitternacht beginnt es in Strömen zu gießen, aber das Prasseln des Regens schläfert uns wieder ein. Um 07:00 Uhr schrecken wir hoch, weil eine Katze – wahrscheinlich die von gestern – auf dem Zelt herumklettert. Da es nur noch leicht nieselt, packen wir im Eiltempo zusammen, frühstücken provisorisch und fahren auch schon los – der Sonne entgegen! Die Wolken hängen bis ins Tal, aber schon nach kurzer Zeit zeigen sich erste kleine blaue Flecken am Horizont und die Sonne blinzelt ein wenig durch. Unsere Stimmung steigt, denn die Reise führt uns vorbei an wunderschönen färbigen Blumenwiesen. Gelber Hahnenfuß, weiße Margariten und Pusteblumen, lila Glockenblumen und irgendwelche rosafärbigen Blumen ringen um unsere Aufmerksamkeit. Schon nach einer halben Stunden überqueren wir problemlos am Finstermünzpass die Grenze in die Schweiz. Es begleitet uns auch hier eine herrliche Landschaft mit kleinen pittoresken Orten. Das Panorama mit den schneebedeckten Bergen und bunten Wiesen bleibt uns bis ins Engadin erhalten. img class=alignleft size-full wp-image-433 title=Engadin - Clalgüna-Haus src=http:www.bauer-seyr.atwp-contenttessi4notesimage3.jpg alt=Clalgüna-Haus width=188 height=255 Unser erstes Ziel ist strongArdez strongmit seinen ca. 500 Einwohnern. Der unter Heimatschutz stehende Ort zeigt entlang der Hauptstraße die typischen bemalten Häuser der Unterengadiner Region mit reizvollen Sgraffiti. Eine meisterliche Arbeit zeigt vor allem das berühmte Clalgüna-Haus. Der traditionelle Engadiner Haustyp vereinigt seit dem 14. Jhdt. Haus und Stall unter einem Dach. Der „Suler“ (Hausgang) unter dem Rundbogentor dient hier als Durchfahrt in den „Tablà“ (Tenne) wie auch als Vorraum der Wohnräume, mit der „Stüva“(Stube, Wohnzimmer), dem „Chadafö“ (Küche) und der „Chaminada“ (Speisekammer). Über den beiden letzteren befinden sich die „Chombra“ (Schlafräume), welche meist über eine Ofentreppe von der Stube aus zu erreichen sind. Außerdem gibt es eine Winde und weitere „Giodens“ oder „Gebens“ (Kammern) für die Jungmannschaft. Zuweilen findet man hier oben auch eine schön getäfelte obere Stube. Die äußere Formgestaltung wird durch den mörtelfarbenen Mauerkubus mit eingeschrägten Fensteröffnungen sowie durch das große Haustor geprägt. Faszinierend sind die vielfältigen dekorativen Fassadenelemente, deren Sgraffito- Verzierungen deutlich Einfluss des nachbarlichen Tirol erkennen lassen. Sie spiegeln alle Stilepochen von der Gotik bis zum Rokoko und zum Neoklassizismus sowie Strömungen der naiven Malerei. Zudem sind die Häuser mit den charakteristischen Erkern, kunstvollen Fenstergittern und Wappentieren geschmückt. img class=alignright size-full wp-image-434 title=Engadin - Innenraum der Kirche in Ardez src=http:www.bauer-seyr.atwp-contenttessi4notesimage5.jpg alt=Innenraum der Kirche in Ardez width=234 height=173 Es herrscht hier eine Stimmung wie in einem Heidi- Film. Hausfrauen kehren die rumpelige Straße aus grobem Kopfsteinpflaster, aus der Kirche ertönt Orgelmusik und in der Ferne hört man das Gemecker und Geläute einer Ziegenherde. Wir schlendern gemütlich durch die schmalen Gassen und bewundern die malerischen Häuser mit ihrem schönen Blumenschmuck und den plätschernden Brunnen. Selbst im kleinsten Erker steht ein Blümchen und alles ist ordentlich und sauber. Wir sind total verzaubert von der schnuckeligen Kirche mit der primitiven Einrichtung. Wie bestellt untermalt der Organist unser Staunen mit Kirchenklängen. Es scheint als wäre hier die Zeit einfach stehengeblieben. Danach spazieren wir noch zur nahegelegen Burgruine, von wo man eine wunderschöne Aussicht auf den gesamten Ort hat, der eingebettet in Wiesen und umrandet von gewaltigen Gebirgsmassiven unter uns liegt. Wir genießen die ersten Sonnenstrahlen und können uns nur sehr schwer loseisen. Nicht weit von Ardez entfernt liegt das nicht weniger hübsche Dörfchen strongGuardastrong. Schmale Serpentinen führen in den 1.653 m hoch gelegenen Ortskern. Wir bleiben aber ein Stück davor auf einem Parkplatz stehen und „erklimmen“ das letzte Stück zu Fuß. Guarda erhielt 1975 einen Preis für seine harmonische bauliche Struktur. Auch hier stehen viele traditionelle Engadiner Häuser, aber man merkt, dass der Tourismus schon vermehrt Einzug gehalten hat. Das Ortsbild wird beherrscht von Hotels, Pensionen, Restaurants und Souvenirshops. Aber der viele schöne Blumenschmuck erregt noch größere Aufmerksamkeit. img class=alignleft size-full wp-image-435 title=Engadin - Überfall der Katzen src=http:www.bauer-seyr.atwp-contenttessi4notesimage6.jpg alt=Überfall der Katzen width=143 height=194 Als wir dann noch von einer Horde Katzen „überfallen“ werden, haben wir kaum mehr Augen für den Ort. Sie schmeicheln um unsere Füße und lassen sich von uns streicheln. Leider setzt der Nieselregen wieder ein und wir gehen zu unserem Auto zurück. Wir zweigen bei Susch auf die 27 km lange strongFlüelapaßstrong-Straße ab. Sie wurde 1867 eröffnet, hat eine Breite zwischen 5,5 und 7 Meter und Steigungen bis zu 10%. Im Winter ist sie durchschnittlich an 40 Tagen wegen Lawinengefahr gesperrt und irgendwie haben wir das Gefühl, als stünden wir in der falschen Jahreszeit. Es ist Mittag und das Thermometer in unserem Auto zeigt 12° an. Der Wind bläst aus vollen Rohren und soweit das Auge reicht Schnee. Teilweise wurde die Straße mit Schneefräsen wieder freigelegt. Da stehen wir nun auf 2.383 m Höhe mit unseren Sommerhosen und wissen nicht, wie uns geschieht! Vom vielen Staunen übersehen wir beinahe die Gämse, die neben dem Straßenrand steht. Als wir kurz anhalten pirscht sie über die Schneefelder davon. Auch wir machen uns wieder auf den Weg Richtung Süden. Temperaturmäßig bekommen wir es heute heiß und kalt, denn als wir durch Davos fahren, hat es nur mehr 7°. Nicht mal fünfzig Kilometer weiter bei Tiefencastel und Thusis steigt das Thermometer wieder bis auf 17° und die Sonne kehrt langsam zurück. Obwohl die Straße hier sehr kurvig ist, genießen wir sie sehr, denn landschaftlich wird uns wieder das volle Programm geboten. img class=alignright size-full wp-image-436 title=Fahrt ins Tessin - Die Brücke über die Via Mala Schlucht src=http:www.bauer-seyr.atwp-contenttessi4notesimage7.jpg alt=Die Brücke über die Via Mala Schlucht width=192 height=260 Bei Rongellen erreichen wir die berühmte strongVia Mala Schluchtstrong, eine von 500 Meter hohen Kalkfelsen gebildete großartige Klamm des Hinterrheins. Der besonders wilde unterste Teil - das sogenannte Loch - ist erst seit dem Straßenbau 1822 passierbar. Die heutige Straße führt zunächst durch einen kurzen Tunnel, an dessen Ende man direkt auf einen Parkplatz und einen Kiosk trifft. An dieser Stelle kann man für ein paar Franken Eintritt viele, viele Stufen tief in die Schlucht hinabsteigen und das Wasserspektakel von der Nähe betrachten. Da wir aber in den Jahren davor jedes Mal die sportliche Herausforderung angenommen hatten, belassen wir es diesmal dabei, die 6 km lange Schlucht nur von oben zu bestaunen. img class=alignleft size-full wp-image-437 title=Fahrt ins Tessin - San Bernadino Pass src=http:www.bauer-seyr.atwp-contenttessi4notesimage8.jpg alt=San Bernadino Pass width=274 height=203 Das nächste Highlight unserer Reise ist die Fahrt über den Passo del San Bernardino. In scharfen 37 Kehren steigt die 42 Kilometer lange Straße bis auf 2.065 m Höhe an. Die maximale Steigung beträgt 11% und die Fahrbahnbreite variiert zwischen 4 und 7 Metern. Auf der Passhöhe liegt der Moèsola-See mit einer kleinen Felsinsel. Im Juni 2001, als wir den Pass das erste Mal fuhren, erlebten wir auch hier das wahre Schneeparadies. Meterhohe Schneeberge neben der Straße, dichter Nebel und wahre Flüsse auf der Straße malten damals das Bild. Aber diesmal erinnert nur die Temperatur (3°) an die Höhe. Wir sind total verzaubert von der schönen Bergvegetation. img class=alignright size-full wp-image-438 title=Fahrt ins Tessin - Blumenwiese am Pass src=http:www.bauer-seyr.atwp-contenttessi4notesimage9.jpg alt=Blumenwiese am Pass width=207 height=153 Große Flächen von Bergprimmeln, Krokussen und Bergenzianen wechseln sich ab. Wo man auch hinschaut, Wasserfälle über Wasserfälle und ein Panorama wie im Bilderbuch! Auch die Sonne gewinnt langsam an Kraft und kämpft mit den letzten Schneeflächen. Ohne jeglichen Stress setzten wir die Fahrt über Bellinzona bis nach Locarno fort, wo wir gegen 17:00 Uhr eintreffen. Die Thermometer ist bis auf 29° angestiegen und ebenso der Druck in unseren Köpfen, denn die vielen Temperaturschwankungen machen sich mittlerweile schon stark bemerkbar. Da Sabine und Ammanuel noch unterwegs sind, beschlagnahmen wir ihren Garten und machen ein kleines Nickerchen. Plötzlich steht der Kleine im Garten und guckt uns von oben bis unten an, ohne ein Wort zu sagen. Wir wissen auch nicht so recht, ob wir deutsch mit ihm sprechen können oder ob er nur italienisch versteht. Da kommt die Rettung: Sabine! Es dauert nicht lange und das Eis ist getaut und Ammanuel nimmt uns voll in Beschlag. Stundenlang spielen wir mit ihm erst Fußball und dann noch mit den High-Wheel-Cars. Todmüde fallen wir gegen 23:00 Uhr ins unsere Schlafsäcke. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-439 title=Tessin - Sabine und Ammanuel src=http:www.bauer-seyr.atwp-contenttessi4notesimage10.jpg alt=Sabine und Ammanuel width=246 height=182 p - [04.06.04 - Anreise](https://www.bauer-seyr.at/tessin-schweiz/040604-anreise) - Den gesamten gestrigen und heutigen Tag regnet es nun schon und der Frust hätte uns aufgefressen, wenn ich nicht schon seit Tagen unter www.reisewetter.de mich vom sonnigen Wetter im Tessin überzeugt hätte. Wie in den Jahren davor bleibt unser Paradies von dieser Schlechtwetterfront wieder verschont! Oder bedeutet das 'wenn Englein reisen, wird sich das Wetter weisen?' - wahrscheinlich beides. Kurz nach 15:00 Uhr sind Lebensmittel, Kleidung und Campingsachen im Auto verstaut und es kann losgehen. Der Verkehr zeigt sich als problemlos und schon gegen 19:00 Uhr erreichen wir einen Campingplatz in Ried Oberinntal. Ursprünglich wollten wir uns das Schloss am Chiemsee und die Kristallwelten von Swarovski in Wattens ansehen. In Deutschland hat uns der Regen davon abgehalten und in Tirol wären wir bereits vor verschlossenen Toren gestanden. Jetzt sitzen wir vor unserem Zelt, vermummt in warme Jacken, trinken Wein aus den Emailhäferln und knabbern ein wenig lustlos Tacochips. Es hat 15°, der Campingplatz kostet 17,20 Euros und wir sind umzingelt von Holländern und Deutschen was will man mehr? Wären da nicht die prächtigen, teilweise verschneiten Berge, das Vogelgezwitscher und der Besuch der Nachbarkatze gewesen, der Frust hätte uns schon am ersten Tag des Urlaubes gepackt! Nein, da ist ja auch noch die Aussicht, dass es ab morgen besser sein wird... - [Tessin](https://www.bauer-seyr.at/tessin-schweiz) - ...es war einmal ein Besuch bei mir von zwei Schulfreundinnen - Michaela und Sabine - aus der guten alten Bad Leonfeldnerzeit. Sabine lebt mit ihrem Ehemann Damian seit 1989 im Tessin. Im Jänner des vorigen Jahres haben die beiden Ammanuel aus Äthopien adoptiert. Michaela ist wie ich ihrer Heimat treu geblieben, doch sie hat sich von der Schönheit und vom Charme des Gebietes in der Schweiz bereits überzeugt. Daher rührten beide mit einer Euphorie die Werbetrommel, als würden sie in einem Reisebüro arbeiten! Die Cinque Terre war im Juni 2001 unser Reiseziel und kurz entschlossen änderten wir unsere Reiseroute ein wenig, sodass wir zuvor zwei Tage bei Sabine in ihrer 'Heimat' verbringen konnten. Und da war es dann auch schon geschehen; wir 'infizierten' uns mit dem Virus Tessin, der leider nicht mehr heilbar ist. Der Lago Maggiore inmitten einer Berglandschaft, die netten Dörfchen mit ihren Rusticos, die köstliche Tessiner Küche, das italienisch angehauchte Flair und vor allem die wunderbaren Temperaturen hatten so tiefe Spuren in uns hinterlassen, dass wir schon bei der Weiterreise wussten, hierhin müssen wir zurückkehren. Im September desselben Jahres war es dann wieder soweit. In ganz Europa und auch im Norden der Schweiz herrschte seit Wochen wechselhaftes regnerisches Wetter. Aber als gäbe es eine unsichtbare Sperre war das Tessin nicht davon betroffen. Wir packten unsere Sachen und fuhren für eine Woche wieder ins Paradies! Vom ersten Tag an begleitete uns die Sonne bei den Wanderungen und Ausflügen und wir konnten für unsere Seele viel Wärme auftanken. Nach fast drei Jahren ist der Virus wieder ausgebrochen und wir konnten es kaum erwarten, wieder aufzubrechen. - [10.05.14 - Heimreise](https://www.bauer-seyr.at/kaltern-und-umgebung/10-05-14-heimreise) - Abschied nehmen tut immer weh - besonders von der wunderbaren Landschaft Südtirols und dem hervorragenden Wein. - [09.05.14 - Rastenbachklamm](https://www.bauer-seyr.at/kaltern-und-umgebung/09-05-14-rastenbachklamm) - Die Rastenbachklamm ist nur für "normal" ausgerüstete Wanderer zu empfehlen - aber nicht für FlipFlop Touristen - schließlich geht es hier über Stock und Stein, im wahrsten Sinne des Wortes. - [08.05.14 - Burgenwanderung bei Eppan](https://www.bauer-seyr.at/kaltern-und-umgebung/08-05-14-burgenwanderung-bei-eppan) - Eine Wanderung in der burgenreichsten Gegend Europas ist ein Erlebnis - und auch für den Gaumen gibt es genug zu entdecken. Und wem nach der Wanderung zu heiß ist, kühlt sich in den Eislöchern bei Oberplanitzing ab. - [07.05.14 - Mitterdorf](https://www.bauer-seyr.at/kaltern-und-umgebung/07-05-14-mitterdorf) - Kaltern und Umgebung zeichnet sich durch sehenswerte alte Dörfer bzw. Stadteile aus. Quer durch Weinberge ziehen sich leichte Wanderwege, die immer wieder Begegnungen zulassen. - [06.05.14 - Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff](https://www.bauer-seyr.at/kaltern-und-umgebung/06-05-14-die-gaerten-von-schloss-trauttmansdorff) - Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff sind zu jeder Jahreszeite einen Besuch wert. Und für Weinliebhaber ein Tip: die Kellerei "Von Braunbach" in Siebeneich hat für mich Südtirols bestem Lagrein. - [05.05.14 - Bletterbachschlucht, Almenwanderung](https://www.bauer-seyr.at/kaltern-und-umgebung/05-05-14-bletterbachschlucht-almenwanderung) - Und wieder zieht es uns auf die Berge, diesmal zu einer Almenwanderung nahe der Bretterbachschlucht. Schmankerln gibt's dann zum Ende der Wanderung auf der Schönrastalm. - [04.05.14 - Wanderung vom Mendelpass zum Penegal](https://www.bauer-seyr.at/kaltern-und-umgebung/04-05-14-wanderung-vom-mendelpass-zum-penegal) - Was wäre ein Südtirol Urlaub ohne eine Bergwanderung? Wir wandern am Mendelpass zum Monte Penegal auf 1.737 Meter. Den Abend beschließen wir dann im Jagerkeller gleich gegenüber der Talstation im Ortsteil St. Anton bei einer Speckjause und einem herrlichen Glaserl Gewürztraminer - [03.05.14 - Wanderung rund um den Kalterer See](https://www.bauer-seyr.at/kaltern-und-umgebung/03-05-14-wanderung-rund-um-den-kalterer-see) - Die Wanderung um den Kalterer See bietet unterschiedliche Sehenswürdigkeiten und ist leicht zu gehen. Der Besuch von St. Josef und Pfuss stellen eine Abwechslung zur Wanderung dar. Erholen kann man sich im Drescherkeller zu Kaltern bei einer Speckjausen und einem Glaserl Wein. - [02.05.14 - Kaltern, Tramin, Neumarkt](https://www.bauer-seyr.at/kaltern-und-umgebung/kaltern-tramin-neumarkt) - Der erste Urlaubstag in Südtirol führt uns in die Dörfer Kaltern, Tramin und Neumarkt. Der alte Charme dieser Ort ist zum Teil gut in die Gegenwart gerettet worden. Gleichzeitig finden wir aber auch wunderbare Läden, in denen ausgiebig geshopt werden kann. - [Kaltern und Umgebung](https://www.bauer-seyr.at/kaltern-und-umgebung) - Wieder einmal machen wir uns auf in das wunderschöne Südtirol. Diesmal wohnen wir in der Nähe von Kaltern, dem berühmten Weinbauort. Von unserem Quartier aus in Oberplanizing werden wir die nächsten Tage tolle Wanderungen unternehmen. - [Bildergalerie Südtirol](https://www.bauer-seyr.at/suedtirol-alto-adige/bildergalerie-sudtirol) - Bildergalerie Südtirol - [Unsere Reiseführer für Südtirol](https://www.bauer-seyr.at/suedtirol-alto-adige/unsere-reisefuehrer-fuer-suedtirol) - In unseren Spontanurlaub in Südtirol waren wir uns gleich mit zwei Reiseführer unterwegs - beide wie meist von unserem Lieblingsverlag Michael Müller: - [Gedanken danach](https://www.bauer-seyr.at/suedtirol-alto-adige/gedanken-danach) - Einen so unbeschwerten und relaxten Urlaub haben wir schon lange nicht mehr erlebt. Unvorbereitet und Nichts wissend sind wir losgefahren und waren doch voller Erwartung. Traumhaftes Wetter hat uns fast die gesamte Zeit treu begleitet und das war ja unsere größte Sorge. Wir hatten angenehme Temperaturen zum Spazierengehen, Wandern, Radfahren, Sightseeing und einfach zum Herumhängen. Die Mischung von hübschen Städten, der Bergwelt rund herum und den vielen Burgen und Schlösser bieten schon ein besonderes Flair. Nicht zu vergessen, die Gemütlichkeit und Höflichkeit der Südtiroler addiert mit dem tollen Essen und dem Wein und die Rechnung geht voll auf! Wir haben uns sehr wohl gefühlt! Nach den Autos auf den Campingplätzen zu urteilen haben wir oft beinahe das Gefühl gehabt, als befänden wir uns in Deutschland. Dass in Südtirol so viele Nachbarn zu finden sind, hat den einen Grund, dass es hier keine Sprachbarriere gibt, denn egal ob du deutsch oder italienisch sprichst, man stellt sich sofort darauf ein. Auch die Beschriftungen auf Straßen, Gebäuden oder Speisekarten sind zweisprachig zu finden. Der einzige Unterschied ist hier die Reihenfolge, denn ab der Grenze von Österreich wird Deutsch als erstes angeführt und ab Bozen ändert sich das. Was den Straßenverkehr betrifft, gibt es aber keinen Unterschied zu Italien, denn hier wird auf Teufel komm heraus gefahren. Für viele existieren weder Sperrflächen noch Sperrlinien, es wird riskant überholt und gedrängelt und wenn es die Situation ergibt, dann kreieren sie auch einen dritten Fahrstreifen in der Mitte der Straße. Wenn wir mal nicht mit dem Auto fahren mussten, dann waren wir mit dem Fahrrad unterwegs. Südtirol ist ein wahres Paradies für Radfahrer, denn es ist sehr gut erschlossen. Breite, gut markierte Radwege führen kreuz und quer durch Land und Städte. Nach Paragraph 182 der neuen italienischen Straßenverkehrsordnung (2003) dürfen Autostraßen mit dem Rad nicht mehr benützt werden, wenn es einen alternativen Radweg gibt. Und die benützt man hier wirklich gerne. Die Zeit in Südtirol hat seine Spuren hinterlassen und wir wissen heute schon, dass wir uns bald wiedersehen werden. - [15.09.10 - Graun - Heimreise](https://www.bauer-seyr.at/suedtirol-alto-adige/graun-heimreise) - Obwohl außerhalb des Campers alles klitschnass ist, begrüßt uns wieder ein wunderschöner Tag. Unsere sieben Sachen sind - mittlerweile routinemäßig - schnell gepackt und schon fahren wir los. Susi leitet uns über Glurns - o Gott, wir müssen durch die schmalen Tore der Stadtmauer! Auf der SS40 ist nicht sehr viel los und wir kommen schnell voran. Während der Fahrt können wir die traumhafte Gegend genießen und den Bauern beim Mähen und Heuwenden zusehen. Im Nu haben wir die Ortschaft Graun erreicht, die berühmt ist für den Glockenturm, der aus dem Reschensee heraus ragt. Die Reste des eigentlichen Graun befinden sich heute auf dem Grund des Stausees, der 1950 für die Stromgewinnung errichtet wurde. Die Dorfbewohner wurden enteignet und das Dorf bis auf den denkmalgeschützten Glockenturm von 1355 gesprengt. Gemischtes Gefühl macht sich in uns breit, denn einerseits haben wir heute wieder so traumhaftes Wetter, dass die Idylle von smaragdgrün schimmerndem See, den schneebedeckten Bergen und dem blauen Himmel einfach ein Wahnsinn ist. Andererseits zu wissen, dass sich hier vor Jahren eine Tragödie abgespielt hat, bedrückt uns schon sehr. In einem Schaukasten sind alte Fotografien darüber ausgestellt, sodass uns beim Betrachten mehrmals die Gänsehaut über den Rücken läuft. Das Dorf wurde zwar am östlichen Rand des Tals neu errichtet und die Bevölkerung umgesiedelt, aber sie wurden doch ihres Hab und Gutes beraubt. Da die Bootsfahrt, die wir auf dem See machen wollten, entfällt, fahren wir weiter Richtung Reschenpass (1.455 m). Nach dem Pass müssen wir aufgrund einer Umleitung noch einen Abstecher in die Schweiz machen. Unsere Mittagsrast verbringen wir in Telfs in der Raststation. Als wir danach die Verkehrsnachrichten hören, sind wir erleichtert, denn während wir gemütlich gegessen haben, war genau auf unserer Strecke ein Geisterfahrer zwischen Telfs und Innsbruck unterwegs. Den Rest der Fahrstrecke nach Hause legen wir zügig und ohne besondere Ereignisse zurück. Obwohl wir einen wunderschönen Urlaub in einer traumhaften Gegend verbracht haben, ist es doch auch wieder schön heim zu kommen! - [14.09.10 - Glurns](https://www.bauer-seyr.at/suedtirol-alto-adige/glurns) - Auf der SS38 führt uns die Reise heute in Südtirols kleinste Stadt, nämlich Glurns. Der Verkehr bis zu unserem Ziel ist stellenweise etwas zäh, weil auch die LKW´s und die vielen kleinen Traktoren durch die Dörfer fahren müssen. Dafür haben wir Zeit die schöne Umgebung etwas zu betrachten. Berge rundherum, teilweise bereits angezuckert und Almen, die auf den Abhängen zu kleben scheinen. Plantagen, voll behangen mit Äpfeln soweit das Auge reicht. Die Früchte werden alle paar Kilometer an Ständen gemeinsam mit Speck und Wein verkauft. Kurz vor Schlanders quert von oben eine Gondel die Straße und bringt Wanderer und Radfahrer, die man überall sieht, zu ihren Gebieten. Wir fahren auch durch das Dorf Laas, das für ihr großes Marmorvorkommen berühmt ist. Die schneeweiße Qualität führte schon die Römer hierher. Auch die Büste Kaiser Franz Josefs, die in Laas zwischen Bank und Rathaus etwas verloren steht, ist aus Laaser Marmor. Sie wurde 1910 bestellt und nie abgeholt, als es 1918 mit dem Kaiserreich vorbei war. Gegen Mittag erreichen wir den tollen Campingplatz Gloria Vallis in Glurns und von dort sind wir in knapp 10 Minuten zu Fuß in der Stadt mit ihren gerade mal 700 Einwohnern. Irgendwann, noch vor der Renaissance, ist Glurns in den Schlaf versunken und es scheint, bis heute nicht aufgewacht. Lauben mit Gewölben, Spitzbogeneingänge, bemalte Fensterlaibungen, Fresken und schmale Gässchen verleihen der Stadt ein richtig pittoreskes Aussehen. Die Stadtmauer (400 x 150 m) mit ihren 10 Türmen ist vollständig erhalten, obwohl die Stadt im Laufe der Zeit mehrmals nieder gebrannt wurde. Als Handelsplatz verlor die Stadt in der Folgezeit immer mehr an Bedeutung und verarmte allmählich, sodass aus Bürgern Bauern wurden. In der zweiten Hälfte des 20. Jhdts. suchten viele Bewohner als Pendler in der nahen Schweiz Arbeit. Mit der Sanierung zu Beginn der 70-er Jahre begann auch der neue wirtschaftliche Aufschwung. Innerhalb der Mauer befinden sich noch heute zahlreiche Bauernhäuser und Einkehrgasthöfe. Und um gestärkt in den Stadtrundgang zu gehen, kehren wir auch gleich ins Gasthaus zur Post ein. Als erstes - wie sich´s gehört - statten wir dem kleinen Kirchlein einen Besuch ab. Ein richtig liabes Dorfkircharl is des, wie wir sie aus den alten Heimatfilmen kennen. Auf einem bunten Fliesenboden stehen 21 alte Sitzbankerl, ein kleiner Altar und die Mauern sind komplett bemalt. Wir schlendern weiter durch die Gassen von einem Stadtturm zum anderen, gucken mal über einen Gartenzaun in die schönen Bauerngärten und verweilen auf einer kleinen Bank, wo daneben ein Brunnen plätschert. Dann wieder stöbern wir in einem kleinen Geschäft, danach lassen wir uns Kaffee und Kuchen in einer Konditorei schmecken. Hier lässt es sich richtig genießen und das wollen wir am Ende unseres Urlaubes auch tun. Einen Gang - mindestens - zurück schalten und die verbrachten schönen Tage Revue passieren lassen. - [13.09.10 - Meran - Dorf Tirol](https://www.bauer-seyr.at/suedtirol-alto-adige/meran-dorf-tirol) - Die Regenschauer, die in der Nacht niedergegangen sind, halten auch am Vormittag an. Daher machen wir das, was man in einem Campervan so macht, wenn es regnet: wir lesen und kugeln herum. Zu Mittag kochen wir uns noch Essen und dann gehen wir los. Der Regen hat seine Tätigkeit mittlerweile eingestellt und kalt ist es ja ohnehin nicht. Das Zentrum erreichen wir schnell und die Talstation für die Seilbahn auf den Küchelberg finden wir auch auf Anhieb. Mit einsitzigen Sessellifts schweben wir behäbig und leise über die Weinberge hinweg. Von einzelnen Feigenbäumen grinsen die blauen Früchte - sie sind zum Greifen nahe, aber es geht sich grad nicht aus. Ist auch besser so, denn nur nicht zu viel hinunter schaun, dann geht´s! Von der Bergstation geht es direttissima etwa eine halbe Stunde aufwärts und wir erreichen Dorf Tirol. Das bekannte, gut besuchte, unbedingt sehenswerte Bergdorf. Wir haben viel erwartet, aber wirklich nicht das! Hier reiht sich ein Hotel an das andere; daneben ein Restaurant oder ein Café. Nicht zu vergessen die Gschäftln mit dem touristischen Ramsch. Das ist schlimmer, als die Polizei erlaubt. Das einzige, was hier sehenswert gewesen wäre, ist Schloss Tirol, das aber leider heute geschlossen ist. Als Trost lassen wir uns im Dorf Café nieder und gönnen uns Kaffee und Kuchen. Wolfgang bestellt für sich eine Topfentorte, die wir zuvor aus der Vitrine ausgesucht haben. Darauf sagt die Kellnerin, dass sie keine habe. Was habt ihr denn sonst? Erdbeerroulade, Apfelstrudel, Käse-Sahne-Torte, Tiramisu,… Wir können uns kaum halten vor Lachen. Na, dann halt eine Käse-Sahne-Torte. Um uns unseren Hochzeitstag nicht zu vermiesen, kehren wir dem Dorf schnell den Rücken und machen uns auf den Rückweg nach Meran. Schon etwas müde von den Anstrengungen und dem Schlecht-Schlafen, machen wir es auf die gemütlichere Art und spazieren nach Meran hinunter. Beginnend auf dem „Weinweg“, durch die mit den reifen Trauben behangenen Weingärten, mündet der Weg später in den Gnaidweg. Die Trauben grinsen uns frech an und rufen „koste mich“. Das tun wir dann auch. Die Öchsle-Grade passen schon, das wird ein guter Wein! Der Weg hinunter ist gesäumt von Feigen-, Rosskastanien- und Walnussbäumen und wir haben von einigen Stellen eine tolle Sicht auf Schloss Tirol, die daneben liegende Brunnenburg und ganz weit entfernt die Almen. Schließlich mündet der Pfad in den berühmten Tappeinerweg. Der Weg ist nach dem damaligen Kurarzt Dr. Franz Tappeiner benannt, der die Meraner Kureinrichtung gründete. Finanziert wurden die notwendigen Investitionen für den Kurbetrieb aus Tappeiners Stiftungen. Zum 50-jährigen Promotionsjubiläum (1893) stellte er fast 30.000 Gulden zur Verfügung, die für die später nach ihm benannte Promenade oberhalb Merans verwendet wurden. Kaum losgegangen, kehren wir auch schon beim ersten Restaurant ein und genießen frisch gepressten mosto d´uva, den roten Traubenmost - lecker! Danach geht´s aber ohne größere Unterbrechung, vorbei an Bacherl, Brunnen und vielen, vielen Sonnenbankerl, hinunter nach Meran. Auf beiden Seiten wachsen Bäume, Büsche oder Blumen, die liebevoll gepflegt - einiges ist sogar beschriftet. Als wir das Ende des Tappeinerweges erreichen, kochen unsere Füße und in den Oberschenkeln zieht es. Daher machen wir nur kurz Halt in einer Bäckerei und gehen dann zum Campingplatz. - [12.09.10 - Meran - Trauttmansdorffer Gärten](https://www.bauer-seyr.at/suedtirol-alto-adige/meran-trauttmansdorffer-gaerten) - Es soll heute ein gemütlicher Tag werden mit Spazierengehen in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff. Als die Grafen von Tirol ihre Hauptstadt in Meran hatten, bauten sich viele Adelige Ansitze und Schlösser außerhalb der Stadt mitten in den Weinbergen. Einige davon wurden zu Hotels umgebaut und am bekanntesten ist heute Schloss Trauttmansdorff mit ihrer großartigen Gartenanlage. Diese ist in vier große Bereiche eingeteilt, wobei es in jedem davon Besonderheiten und Attraktionen gibt. Mit einem Plan bewaffnet geht es los in die sogenannten Sonnengärten mit mediterranem Flair. Frangipani, Hibisken, Bougainvilleas, Zitronenbäume und vieles mehr bekommen wir schon nach wenigen Schritten zu sehen. Dann kommen wir zu großen - im Winter überdachten - Kakteen- und Sukkulententerrassen. Alles ist hier mit einer Liebe zum Detail beschriftet. Weiter geht es zum Duftgarten, wo Riechen sogar ausdrücklich erwünscht wird. Beim Duftbaum gehen wir nur vorbei, und werden schon vom tollen Geruch betört. Bei den Rosen beschnuppern wir jede einzelne Blüte ausführlich - unsere Begeisterung reißt nicht ab. Es gibt hier 53 Sorten Duftrosen, von denen viele noch in Blüte stehen. Die Schokoladenblume zieht auch unsere volle Begeisterung auf sich. Am liebsten würden wir in sie rein beißen, denn die dunklen Blüten riechen wirklich nach Schokolade! Wir beschließen, dass diese Blume nächstes Jahr auch in unserem Garten blühen wird. Die Kräuter müssen auch dran glauben - wir reiben an ihren Blättern und genießen den herrlichen Duft. Als wir an der Salbeisammlung vorbei kommen, können wir es kaum glauben, aber hier warten 154 Arten und Sorten dieses aromatischen Krautes auf uns und jedes duftet wieder anders. Es handelt sich hier um die größte Sammlung Europas. Wir werden hier aber nicht nur mit Düften verwöhnt, sondern auch mit Früchten. Die Sträucher und Bäume der Feigen, Passionsblumen, Granatäpfel und Oliven hängen voll mit den reifen Früchten. A propos Olivenbaum, hier wächst ein 700 Jahre alter knorriger Kerl aus Sardinien mit einem Stammumfang von 3 Metern. Bestimmt nicht so alt sind die Buchssträucher, die für den Bau des Irrgartens gesetzt wurden. Sie sind aber hoch genug, sodass man nicht mehr darüber sieht und wir verirren uns natürlich auch. Die Gärten sind serpentinenmäßig angelegt - ganz unten gibt es einen großen Seerosenteich mit einem wahren Vermögen darin. Unzählige Kois tummeln sich im Wasser, einer prächtiger als der andere. Und die Fische wissen, dass sie von Touristen öfter gefüttert werden, denn kaum bewegen sich Personen in Ufernähe, haben sie es eilig auch dorthin zu kommen. Hektisch suchen sie den Weg durch die Seerosen, weil sie fette Beute wittern. Pech gehabt, liebe Fischis - wir haben leider nichts für euch mit. Uns geht es da schon besser, denn wir kehren in das daneben liegende Café ein und essen eine Kleinigkeit. Ist das ein Panorama: direkt neben uns der Teich - hier mit schönen, gelben Lotusblumen, die Gärten und Berge rund um uns, gekrönt vom blauen Himmel und über uns das mächtige, gelbe Schloss. Der Kaiserin Sissi wurden auch einige Platzerl gewidmet, denn sie hat hier sieben Monate verbracht, weil man ihr Meran für ihre kranke Tochter Marie Valerie empfohlen hat. So hat sie auf der Terrasse einen großen Thron aus Stein und inmitten des Gartens begegnet man noch ihrer Büste aus Bronze. Ja, unsere Sissi hat schon gewusst, wo es schön ist. Viele Serpentinen hinauf ist die Aussicht einfach grandios. Alles liegt uns zu Füssen und auf spektakulären Aussichtsplateaus haben wir das Gefühl, in der Luft zu schweben. Für Unterhaltung wird auch gesorgt, nämlich in einer Vogelvolière, wo Regenbogenlorries, Aras und Königssittiche ihr Gekreische zum Besten geben. Wir sind schwer beeindruckt vom Trauttmansdorffer Garten und es ist kaum vorstellbar, wie dieser im Sommer aussehen muss, wenn alles blüht. Zurzeit geben Sonnenhut, Staudenaster und die Gräser ihr Stelldichein - die Sonnenblumen neigen schon ihre Köpfe. Die Stunden vergehen und es ist Zeit für unseren Nachmittagskaffee - mittlerweile sind wir auf Eiskaffee umgestiegen. Es tut auch gut, den Füssen eine Pause zu gönnen. Zum Abschluss machen wir die Runde im Waldgarten, wo Farne, Rhododendren, Kamelien und Gingkos prächtig gedeihen. Auch ein schöner japanischer Garten wurde integriert und auf einer Anhöhe kleine Reisfelder angelegt. Im gesamten Garten fließt mal da, mal dort ein Wasserfall und gemütliche Sitzgelegenheiten in Schatten oder Sonne findet man immer wieder wo. Das Gesamtbild wird noch abgerundet von den verschiedensten Düften, denen wir überall begegnen. Es war ein wunderbarer, sehr lehrreicher Tag und den Besuch dieser Gärten sollte man bei einem Meran-Trip auf keinen Fall auslassen. - [11.09.10 - Meran](https://www.bauer-seyr.at/suedtirol-alto-adige/meran) - Wir nehmen Abschied von Bozen und der herrlichen Umgebung und fahren weiter bis Meran. Noch vor Mittag checken wir am Meraner Campingplatz ein und ergattern somit noch einen der wenigen Plätze. Ohne große Verzögerungen stellen wir das Auto nur ab, packen das Nötigste und dann stapfen wir auch schon los. Das Zentrum der Stadt ist in knapp zehn Minuten erreicht und der erste Eindruck gefällt uns schon sehr gut, denn wir kommen direkt an der Kurpromenade heraus. Das Neue Kurhaus, das 1914 im Jugendstil erbaut wurde, dominiert die Flaniermeile. Gekrönt wird das prächtige Gebäude von einer mächtigen Kuppel und Figuren. Die großzügig angelegte Promenade führt entlang des Flusses Passer, an dessen Ufer Sitzbankerl zum Verweilen einladen. Eine wahre Blumenpracht ergänzt das südliche Flair und zieht die Betrachter in ihren Bann. Wir spazieren weiter über die hübsche Postbrücke, deren Enden von schönen Laternen flankiert werden. Die goldenen Ornamente, die die Brücke verzieren, leuchten im grellen Sonnenlicht. Linkerhand kommen wir zur sogenannten Sommerpromenade, eine Grünanlage, an deren Ende die sitzende Kaiserin Sissi als Denkmal verewigt wurde. Natürlich sagen wir ihr Grüß Gott und überqueren die Brücke wieder. Auf der anderen Seite führt die Winterpromenade vorbei und man kann in einer offenen Wandelhalle mit hübschen Fresken auch bei Regen auf und ab gehen. Während die Sommerpromenade im Schatten liegt - damit Frau ihren blassen Teint bewahrt - spaziert man auf der Winterpromenade mit direkter Sonneneinstrahlung, um auch im Winter etwas Wärme zu spüren. Heute wimmelt es hier von Menschenmassen, denn hier findet der 3. Solidaritätsmarkt statt, der schwächere Gruppen (Behinderte oder Suchtprävention) unterstützt. Das Ambiente der Stadt ist ein Wahnsinn, denn soweit das Auge reicht ragen die Berge und Almen hoch auf. Das Bilderbuchwetter tut das Ihrige dazu. Wir schlendern weiter zum kleinen Sandplatz, auf dem sich eine barocke Mariensäule befindet. Sie wurde aus Dankbarkeit errichtet, weil Meran während der Napoleonischen Kriege weitestgehend verschont blieb. Einige Meter daneben durchqueren wir das Bozner Tor (15. Jhdt.), eines von vier Toren, das von der mittelalterlichen Stadtmauer erhalten blieb. Die Altstadtgasse hoch erreichen wir die große Meraner Stadtpfarrkirche mit ihrem 83 m hohen Turm. Dieser ist das Wahrzeichen der Stadt geworden, da er von überall gut einsehbar ist. Die Fassade wird von einem übermannsgroßen Fresko des Christophorus geschmückt. Im Inneren dominiert die Eleganz einer einfachen, aber stilvollen Steinkirche ohne viel Schnick-Schnack. Besonders schön ist das hohe Netzgewölbe und auch die bunten Glasfenster ziehen unsere Aufmerksamkeit auf sich. Das einzige, was uns nicht gefällt, sind die vielen Bettler, die herumhängen und die Leute anquatschen. Vor der Kirche beginnt die schnurgerade Laubengasse, die Mitte des 13. Jhdt. errichtet wurde. Sie ist das Zeichen des Wohlstandes der damaligen Zeit, da hier die Händler in ihren zweistöckigen Häusern und geräumigen Kellnern ihre Waren feilboten. Auch heute sind hier Geschäfte, Restaurants oder Cafés zu finden und in einem gönnen wir uns das Mittagessen. Danach schlendern wir einmal die Gasse auf und ab und betrachten die Hausfassaden mit ihren Besonderheiten. Diese Laubengasse ist zwar länger als jene in Bozen, aber uns gefällt das Pendant in der Hauptstadt besser. Wir spazieren zurück zur sonnigen Winterpromenade, genießen uns Eis und genießen die warme Sonne. Hin und wieder weht ein leichtes Lüftchen - es ist einfach wunderschön hier. Bevor es zum Campingplatz zurück geht, erledigen wir noch unsere Lebensmitteleinkäufe. - [10.09.10 - Kaltern](https://www.bauer-seyr.at/suedtirol-alto-adige/kaltern) - Mit dem Auto fahren wir bis Kaltern und parken am Bahnhof. Von dort starten wir den Wanderweg Nr. 4 „Schäufelewiesweg“ zum Montiggler See. Es herrscht heute traumhaftes Wetter mit blauem Himmel und vereinzelt Schäfchenwolken. Vorbei an Apfelplantagen und Weinstauden marschieren wir das Bergerl hoch und erreichen bald den Montiggler Wald. Die Sonne blinzelt durch das - [09.09.10 - Eppan](https://www.bauer-seyr.at/suedtirol-alto-adige/eppan) - Die ganze Nacht hindurch hat es gekracht und geschüttet, was das Zeug hält! Doch wolkenloser, blauer Himmel zeigt sich frühmorgens - was für ein Traum. Unser heutiges Ziel ist das Weinanbaugebiet Eppan, das nur 9 km von Bozen entfernt liegt. Anfangs irren wir in der Gegend mit den Rädern auf den Straßen zwischen den Autos umher, bis wir endlich den Radweg finden. Die Berge vor Augen radeln wir auf neu asphaltiertem Weg zwischen Weinbergen und Obstanbaugebieten Richtung St. Michael. In Abständen sind Bankerl zum Rasten aufgestellt und einige davon nutzen wir auch. Wir sind schon a bisserl frustriert, wenn wieder mal ein älteres Semester mit Elan an uns vorbeistrampelt und wir plagen uns mit unseren alten Citybikes. Außerdem werden wir von einem Italiener angemeckert, weil wir kurz am Rand des Radwegs stehenbleiben und er seine Fahrt etwas bremsen muss. Tja, so ist das, als „Sonntagsfahrer“. Und auch wenn wir nur gemächlich vorwärts kommen, auch wir erreichen schließlich St. Michael. Und das zur richtigen Zeit, nämlich zu Mittag - also Zeit zum Essen. Am Dorfplatz lassen wir uns im Garten des Rathaus-Restaurants nieder und genehmigen uns heute mal eine Pizza - auch das können die (in diesem Fall chinesischen) Südtiroler; schmeckt super. Da das Servicepersonal es nicht eilig hat, können wir uns noch sonnen lassen, unsere Leiberl trocknen und Kraft tanken für die nächste Etappe. Bevor wir weiterfahren, begutachten wir noch den hübschen Kirchturm des Ortes. Bunte Schindeln verleihen dem schlanken Turm das richtige i-Tüpfchen, wirklich schön zum Anschaun. Die Straße nach St. Pauls verläuft sehr bequem inmitten von Weinbergen. Die Gemeinde Eppan ist aufgrund der vielen Sonnentage und des submediterranem Klimas Südtirols größtes Weinanbaugebiet. St. Pauls ist schon von weitem sichtbar, da der Kirchturm mit seinen 86 m hoch hinaus ragt. Er wird deshalb auch „Dom auf dem Lande“ genannt und bezeugt den einstmaligen Reichtum des Ortes. Nach einem Rundgang in der Kirche spazieren wir einmal das „Nest“ auf und ab und machen uns dann auf den Rückweg. Dabei kommen wir zufällig an der Brennerei Walcher vorbei und der innere Drang sagt „stehenbleiben und durchkosten“. Das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen und parken unsere Räder. Wir genehmigen uns gerade die ersten Kostproben, da fällt eine ganze Busladung ein und der Verkäufer lässt uns gezwungenermaßen links liegen. Aber keine halbe Stunde später ist die Horde, so schnell sie gekommen ist, auch wieder weg. Danach können wir uns weiter durch die herrlichen Grappas kosten. Etwas beschwipst und voll bepackt, setzen wir unsere Fahrt fort und in Nu haben wir auch den Campingplatz wieder erreicht. Zum Glück unfallfrei und ohne Polizeikontrolle. - [08.09.10 - Bozen - Schloss Runkelstein](https://www.bauer-seyr.at/suedtirol-alto-adige/bozen-schloss-runkelstein) - Fast die ganze Nacht hat es durchgeregnet und laut Wetterbericht, soll es heute ein nasser Tag werden. Also beschließen wir in die Therme nach Meran zu fahren. Da wir auf dem Campingplatz eh auf einen anderen Platz umziehen müssen, fahren wir mit dem Auto. Als wir Meran erreichen, grinst die Sonne frech zwischen den Wolken durch und die Dunstschwaden steigen hoch. Wir sind auf der Suche nach einem Parkplatz, da sich jener von der Therme in einer Parkgarage befindet, in die unser Campervan nicht hinein darf. Alle anderen sind mit Höhenbegrenzungen gesperrt oder seitlich entlang des Bordsteins mit Zeitlimits versehen. Wir kurven endlos umher und sind schon leicht genervt. Das Wetter wird auch immer schöner und da überlegen wir, dass es eigentlich eh eine Sünde wäre, bei einem solchen Wetter in die Therme zu gehen. Wir betrachten diese Fahrt als Ausflug und Orientierungsreise für die nächsten Tage und kehren um. Zurück am Campingplatz schnappen wir die Radln und strampeln auch schon los. Schloss Runkelstein soll unser Ziel sein, das nordöstlich der Stadt auf einer Anhöhe thront. Im Nu erreichen wir die Bilderburg, wie sie auch genannt wird, und unser erster Gang führt uns in die Burgschenke - des Hungers wegen. Es ist sehr gemütlich in der überhohen, urigen Stube mit Kopfsteinpflaster, Steinwänden und der rustikalen Holzdecke. In der Mitte befindet sich, wie wir auf der Burg der Thurn und Taxis schon kennen gelernt haben, der Lebensbaum. Wir haben kaum Platz genommen, da werden wir auch schon vom Stubenhund, einem gutmütigen Schäfer, begrüßt - wie sich das so gehört für den Hausherrn! Während wir essen (was wiederum der echte Hammer ist), können wir durch´s Fenster sehen, dass es zu nieseln begonnen hat. Wurscht, mal sehn, wie´s in ein paar Stunden aussieht, wenn wir mit der Schlossbesichtigung fertig sind. Wir kommen mit dem Koch und dem Bierlieferanten ins Quatschen und erfahren so einiges über Bozen, Meran und natürlich das süffige „FORST“-Bier - das in Meran produziert wird. Dann widmen wir uns endlich der Burg, die berühmt ist aufgrund des größten erhaltenen profanen Freskenzyklus des Mittelalters. Sie wurde um 1237 errichtet und zu dieser Zeit oblag der Burg vor allem die Kontrolle der wichtigsten Handelsroute. Deshalb weist die Burg einen sehr wehrhaften Charakter auf. Erst durch den Erwerb der Brüder Vintler 1385 wurde Runkelstein von einer Festung zu einem repräsentativen Gebäude umgestaltet. Als Bürger waren sie nicht adelig, wollten aber mit dem Erwerb der Burg und der Ausstattung mit Wandmalereien dem Adel nicht nachstehen. Sie ließen den gesamten Westtrakt und das sogenannte Sommerhaus mit Fresken ausschmücken, die im Zeitraum von 1390 bis 1410 fertiggestellt wurden. Im Westtrakt können wir in fünf Räumen das höfische Leben, wie zum Beispiel der Reigentanz, das Ballspiel, Jagd- und Turnierszenen bestaunen. Im Sommerhaus hingegen wird höfische Literatur in Bildern erzählt: die tragische Liebesgeschichte von Tristan und Isolde, die wohl die Bedeutendste des Mittelalters war. Auch der kühne Garel wurde verewigt, der Ritter an König Artus Tafelrunde war. Dabei wurden nicht einzelne Bilder gemalt, sondern Szenen fortlaufend aufgebaut. Bei einem Absturz der Nordwand 1868 wurden leider viele Fresken beschädigt. 1893 bekam die Stadt Bozen die mittlerweile stark heruntergekommene Burg geschenkt, die sie nach aufwendigen Renovierungsarbeiten in den 90er Jahren im April 2000 feierlich eröffnete. Wir schlendern von Raum zu Raum - der Holzboden knarzt bei jedem Schritt unter unseren Füssen - betrachten die tollen Fresken und informieren uns auf den zahlreichen Tafeln über die Burg und das Leben. Von der Schwalbenschwanzzinnen bewehrten Ringmauer haben wir einen prächtigen Blick auf die Stadt Bozen, die Seilbahn auf den Ritten, die umliegenden Weinberge und den Fluss Talfer, der weit unter der Burg vorbei rauscht. Es ist mittlerweile schon nach 16:00 Uhr und wir sind mit der hochinteressanten Besichtigung am Ende - und der Regen ist es auch, denn die Sonne ist zurück. Im Burghof gönnen wir uns noch einen Cappuccino und was Süßes und dann radeln wir wieder zum Campingplatz zurück. Jetzt müssen wir noch a bisserl rasten, denn heute Abend ist eine Weinkost angesagt. - [07.09.10 - Bozen - Archäologisches Museum](https://www.bauer-seyr.at/suedtirol-alto-adige/bozen-archaeologisches-museum) - Wie angekündigt ist das Wetter heute feucht und was „moch ma do“? Wir besuchen mal den Ötzi! Erst warten wir ewig, bis der Citybus kommt, um uns in die Stadt zu bringen, dann ist der gerammelt voll und zu guter Letzt stehen wir noch eine halbe Stunde im Nieselregen in der Schlange vor dem Archäologischen Museum. Zur Entschuldigung müssen wir zugeben, dass schon im Reiseführer gewarnt wird, dass es bei Schlechtwetter vor dem Museum zum Anstellen wird. In vier Stockwerken werden verschiedene Zeitalter auf sehr anschauliche Weise dokumentiert. Mit Infotafeln, Skizzen, Filme und Ausstellungsgegenständen bringt man dem Besucher einen kompletten Abriss der Südtiroler Vor- und Frühgeschichte näher. Das Museum wurde eigentlich für Ötzi geschaffen und den finden wir im ersten Stock in einer Art Kühlschrank. Die klimatischen Bedingungen der ursprünglichen Lagerung im Gletschereis müssen hier künstlich geschaffen werden, um eine Austrocknung zu verhindern. Am 19.09.1991 querten Erika und Helmut Simon aus Nürnburg nordöstlich des Tisenjochs eine Felsrinne und finden eine bäuchlings über einen Steinblock liegende menschliche Leiche, die bis zu den Schultern aus dem Eis ragt. Sie wurde vier Tage später geborgen und viele Untersuchungen begannen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Medizin und Archäologie können anatomische Studien an einem Menschen aus dem 4. Jhdt. v. Chr. vollzogen werden, da der Körper praktisch unversehrt war. Der Eismensch war knapp 46 Jahre, ca. 1,58 m groß und soll etwa 60 kg gewogen haben. Außerdem unterscheidet er sich nicht von heute lebenden Menschen. Er hatte keine Weisheitszähne mehr, aber kariesfreie Zähne. Die sichtbaren Tätowierungen entstanden durch Einritzen in die Haut und durch Einreiben einer Mischung aus pulverisierten Kohle- und Wassergemisch. Festgestellt wurden auch verheilte Rippenbrüche, eine verkalkte Bauchaorta und er hatte Parasiten im Magen. Als letzte Mahlzeit hatte er einen Brei oder Brot aus Einkorn, Steinbock- und Hirschfleisch, sowie unbestimmtes Gemüse zu sich genommen - hat sich doch gesund ernährt, oder? Aufgrund einer Verletzung der linken Schulter, die durch eine Pfeilspitze hervorgerufen wurde, nimmt man an, dass er ermordet wurde. Bei nächsten Ausgrabungen im Sommer 1992 wurden weitere Funde gemacht, dabei unter anderem eine Bärenfellkappe, Fellreste, Teile eines Netzes aus gedrehten Grasschnüren und einen Teil eines geknüpften Grasumhanges. Diese Stücke und eine originalgetreue Nachbildung des Eismenschen sind im Museum auch ausgestellt. Heute markiert eine am Tisenjoch aufgeschichtete 4m hohe Steinpyramide den Fundbereich der 5.300 Jahre alten Gletschermumie. Als wir mehr als drei Stunden später das Museum verlassen, hat sich der Regen vertschüßt und die Warteschlange draußen ist nicht kürzer geworden. Wir beschließen unser Mittagessen (um 15:00 Uhr) wieder im Gasthaus zum „Weißen Rößl“ einzunehmen. Die Wirtin empfängt uns schon beim Eingang mit „heit miast bei mia in da stubn bleim“. Das ist der Beginn eines Live-Kabaretts, in dem wir auch mitspielen. Die Chefin ruft kreuz und quer durch´s Lokal, deutsch und italienisch durcheinander und redet mit allen per Du. Ich bestelle Apfelsaft mit Leitungswasser und sie „schreit“ der Kellnerin in der Bar zu, dass sie an „Opflsoft mit Pippnwossa“ braucht. Sie schupft den ganzen Laden und wenn sie grad mal überfordert ist, dann sagt sie „jetzt kum i glei zu dir“. Der Gastraum ist wieder gesteckt voll und laufend strömen noch die Gäste herein. Aber wieder läuft alles rund - vor allem schmeißt die Küche das Essen in einer Geschwindigkeit raus, dass wir nur so staunen. Und wieder alles so guat! Wolfgang schenkt sie noch einen Espresso und dann bezahlen wir. Beim nächsten Besuch in Bozen - irgendwann - werden wir dem Weißen Rössl in der Bindergasse 6 sicher wieder einen Besuch abstatten. Wie wir später nachlesen, handelt es sich hier um das älteste noch existierende Traditions-Gasthaus in Bozen und wird seit dem Jahr 1957 von der Familie Anrather geführt. Wir können dieses Haus wirklich wärmstens weiter empfehlen. Angenehme 19° motivieren uns noch zum Auslagen-Anschaun und dann schlendern wir zum Bahnhof, wo wir auf den Bus warten. Der kommt diesmal auch pünktlicher, aber wieder zum Bersten voll. Wir machen es uns am Campingplatz noch gemütlich und am Abend sehen wir uns den zweiten Teil der Reportage über die Besatzung von Südtirol an. Es ist schon unverständlich, wie brutal vielen Südtirolern ihre Heimat und Identität weg genommen wurde. - [06.09.10 - Bozen](https://www.bauer-seyr.at/suedtirol-alto-adige/bozen-tag-2) - Heute soll es ein gemütlicher Tag werden und daher fahren wir mit dem Fahrrad erst nach 10:00 Uhr nach Bozen. Es ist wieder herrliches Wetter, wir sind gut drauf und uns gefällt es hier einfach! Die Südtiroler Hauptstadt ist heute belebter als am Samstag und es wuselt nur so von Menschen. Es herrscht eine so harmonische Stimmung, dass wir uns von diesem Sog mitreißen lassen. Gemütlich schlendern wir durch die autofreien Straßen und Gassen und schmökern ein wenig in den Geschäften. Und heute erliegen wir dem Einkaufsrausch, denn kaum zwei Gassen gegangen, zücken wir bereits unsere goldene Card. Wieder erregen auch die herrlichen, alten Fassaden unsere Aufmerksamkeit. Leider ist das Licht nicht sehr gut zum Fotografieren…. Als sich Hungergefühl meldet, fallen wir in das erstbeste Gasthaus ein - mit dem wohlklingenden Namen „zum weißen Rößl“. Auf den ersten Blick ein sehr uriges Lokal, aber auf den zweiten Blick o la,la! Durch die Gaststube durch, im hinteren Teil des Lokals, gibt es einen Garten - etwas karg, aber geschützt von der Sonne. Wir bestellen wieder einheimische Kost und werden echt überrascht - riesige Essensladungen und voll lecker! Wie wir feststellen, dürften wir hier zufällig auf ein In-Lokal gestoßen sein, denn es strömen Menschenmassen herein, vom Einheimischen, über den Arbeiter in der Kluft, bis zu uns Touristen. Und ein Wahnsinn, wie das Personal aufeinander abgestimmt ist. Obwohl innerhalb von Minuten die Hütte bis auf den letzten Platz voll wird, haben die Mädels und Burschen alles im Griff. Das tut meinem Gastronomieherz richtig wohl. Kaum haben wir unser Essen bestellt, wird es auch schon gebracht. Wir verdrücken also das schmackhafte Mittagsmahl. Um die Kalorien wieder ein wenig abzubauen, spazieren wir danach die „Lauben“ auf und ab und gehen wieder shoppen. Uns fällt auf, dass die alten eingesessen Geschäfte Mittagspause machen und zugesperrt haben. Wir bummeln weiter und am Waltherplatz angelangt, machen wir es uns hier auf einem Bankerl bequem und gehen niiiiiicht mehr weg! Bei jedem Glockenschlag des Doms schaun wir uns an und jedes Mal sagt einer von uns „noch 5 Minuten“. Mehr als eine dreiviertel Stunde später widmen wir dann doch noch dem Dom unsere Aufmerksamkeit. Das Innere erscheint anfänglich etwas düster, aber bei genauerem Betrachten sehr natürlich und elegant. Eine Kirche, die wirklich Ruhe vermittelt und nicht durch irgendeinen Schnick-Schnack, wie rosa Engerl, aufgemotzt ist. Hier dominiert einfach nur der Stein; eine tolle, gotische Kanzel und Steinfiguren. An der Ostfassade befinden sich noch Teile alter Fresken, die dem Kirchenraum ein wenig Farbe verleihen. Es gibt hier nämlich auch keine bunten Glasfenster. Bevor wir den Platz der Besinnung verlassen, entzünden wir noch ein Kerzerl entsprechend den Gedanken, die wir auf einer Tafel daneben lesen: Herr, diese Kerze soll ein Licht sein, durch das du mich erleuchtest in meinen Schwierigkeiten und meinen Entscheidungen. Es soll ein Feuer sein, durch das du meinen Stolz, meinen Egoismus und alle Unreinheit verbrennst, durch das du mein Herz erwärmst und mich lieben lehrst. Herr, ich kann nicht länger in deiner Kirche weilen. Mit dem Brennen lassen dieses Lichtes soll ein Stück von mir selbst hier bleiben, das ich dir schenken möchte. Hilf mir, mein Gebet im Tun und in der Arbeit dieses Tages fortzusetzen. Nur einige Schritte weiter auf dem Waltherplatz zieht uns das Domino-Café wieder zu sich, um dort - wie schon am Samstag - wieder einen köstlichen Eiskaffee zu genießen. Wir verstauen unsere Einkäufe in den Rucksäcken, im Radkoffer und am Gepäckträger und dann geht es schwer bepackt ab zum Campingplatz. Dort machen wir es uns noch im Freien bequem und trinken Wasser, Schnaps, Wein, Espresso - die Reihenfolge mit Vorbehalt. Um 20:00 Uhr sehen wir uns noch den Film „Geheimnisvolles Südtirol“ an, der in einem gemütlichen Stüberl des Campingplatzes angeboten wird. Es wird über das Schicksal der Südtiroler zu Zeiten Hitlers erzählt und es steigt so viele Jahre danach in uns noch Mitgefühl auf. Kaum vorstellbar, wenn wir von heute auf morgen das Nötigste packen und ins Ungewisse weg gehen müssten. - [05.09.10 - Oberbozen - Klobenstein](https://www.bauer-seyr.at/suedtirol-alto-adige/oberbozen-klobenstein) - Wir radeln zum Bahnhof und für heute werden sie hier geparkt, denn wir nehmen die Seilbahn nach Oberbozen. Das leicht nach Süden geneigte und daher von der Sonne verwöhnte Plateau oberhalb von Bozen nennt sich Ritten, das vom Rittner Horn gekrönt wird. Zwischen Wiesen, Weiden und Wäldern liegen kleinste Ortschaften, die sich nett erwandern lassen. Wir sind also in Oberbozen - gekommen mit der Seilbahn, die in 11,31 Minuten über den Berg geschwebt ist. Sie ist mit 5 km die längste Seilbahn der Welt, die im Personenverkehr genützt wird und ist damit im Guinness Buch der Rekorde. Weiter geht es von Oberbozen anschließend mit der sogenannten „Bahnl“, eine über hundertjährige (2007) Schmalspurbahn. Heute ist Sonntag und wunderschönes Wetter, also alle nichts wie raus! Wir warten gemeinsam mit Massen von Pensionisten auf das Bahnl und kaum fährt der Zug ein, stürmen die alten Herrschaften auch schon in den Waggon - dabei wollten eigentlich zuvor einige Fahrgäste hier aussteigen! Sitzplatz bekommen wir natürlich keinen, aber Umfallen ist zum Glück nicht möglich. Der Grund für das Massenaufkommen von Touristen sind die Erdpyramiden des Ritten. Sie sind auch für Gehfaule, Gehbehinderte und Kinder leicht zu erreichen. Bei den Erdpyramiden handelt es sich um spitze Erdtürme mit „Hüten“ - jene von Ritten sind die formschönsten und höchsten in Europa. Eiszeitliche Gletscher haben Moränenlehm in Tälern abgelagert und wenn große Steine im Lehm eingelagert sind, so wird das darunter liegende Material vor dem Regen geschützt und bleibt hart. Sollte aber der Deckstein von der Spitze einer Pyramide fallen, so ist diese dem schnellen Untergang geweiht, denn das Material ist schutzlos dem Regen ausgesetzt und wird abgetragen. Wir entscheiden uns für eine Wanderung, wo der Weg an solchen Erdpyramiden vorbei führt. Der halbstündige Weg geht durch lichten Wald und von mehreren Aussichtsterrassen sind sie wunderschön zu sehen. Von dort haben wir auch einen traumhaften Ausblick auf die Dolomiten, die heute aber leicht im Wolkenschleier liegen. Auch Maria Saal, der winzige Ort, der auf einer Bergkuppe thront, ist schön zu sehen. Wir wandern entlang saftiger Almwiesen mit gutem Graserl und vielen Bergblumerl für die Kühe. In Maria Saal kehren wir im Dorfgasthaus ein, um erstens zu rasten und was noch wichtiger ist, Leckeres zu essen. Die Teigtaschen mit Steinpilzfüllung und Bergkäse schmecken uns wunderbar und kräftigen uns für die Fortsetzung unserer gemütlichen Wanderung. Gemütlich, dachten wir zu diesem Zeitpunkt noch! Ab hier wandern nicht mehr so viele Leute mit uns. Vorbei an der Pension Enzian, wo wir noch Freude mit dem vielen Gefieder (Hühner, Perlhühner, Truthähner, Fasane und einen Pfau) haben, geht es ab jetzt für eine dreiviertel Stunde in die reinste Bergwertung. Schweißnass erreichen wir Bad Siess und dort lacht uns schon von weitem ein Gastgarten entgegen. Wir freuen uns schon auf den Cappuccino und einem Apfelstrudel, der in ganz Südtirol angepriesen wird. Ein Platzerl haben wir auch schnell gefunden, nur leider niemanden, der unsere Bestellung entgegen nimmt. Nachdem mehrmals Kellner vorbei laufen und jeder antwortet, dass nur der Chef aufnimmt, der aber wiederum spurlos verschwunden zu sein scheint, beschließen wir auf die Stärkung zu verzichten und weiter zu wandern. Wir müssen auf unserem Weg eh nochmal durch einen Ort, vielleicht gibt´s da dann etwas. Denkste, denn wir passieren ihn, ohne etwas davon mitbekommen zu haben. Hier gibt es ein großes Hotel für Wanderurlauber und sonst nur einige beeindruckende Bauernhöfe, schön dekoriert und mit Namen beschriftet. Was wir vor Stunden an Weg hochgestiegen sind, müssen wir natürlich auch wieder hinunter und zwar ab jetzt. Der Wanderweg führt nun großteils durch Wald und Kuhweiden. Als wir die 11,3 km Wanderstrecke geschafft haben, brennen uns ordentlich die Füße. Wir brauchen Gott sei Dank nicht lange auf das Bahnl und dann auf die Seilbahn zu warten und erreichen kurz nach 17:00 Uhr wieder den Bozner Bahnhof. Am Campingplatz angekommen tun uns die Füße vom Wandern noch immer weh, die Arschbacken schmerzen vom Fahrradsitz und wir haben zudem noch ordentlichen Hunger. Während wir die Maschine unsere Wäsche waschen lassen, bemühe ich mich etwas zu kochen - was richtig schwierig ist. Die Gasflammen unseres Campervans sind so mies, dass ich neulich schon zum Kochen von Pudding fast eine halbe Stunde gebraucht habe! - [04.09.10 - Bozen](https://www.bauer-seyr.at/suedtirol-alto-adige/bozen) - Wir fahren - besser, wir stauen - zurück bis Brixen und nehmen dort die autostrada Richtung Bozen. Mitleid empfinden wir mit den Autofahrern auf der gegenüberliegenden Richtung, denn da staut es sogar fast dreißig Kilometer. Wie lange die Wurscht noch wird, das möchten wir gar nicht wissen! Zum Glück verlassen wir bei Bozen-Süd die Autobahn und Susi leitet uns zum Camping Moosbacher, den wir uns zuvor aus unserem Reiseführer ausgesucht haben. Das Schild „besetzt“ ignorieren wir und fragen trotzdem nach. Für die erste Nacht bekommen wir einen Notstellplatz und morgen ziehen wir dann um. Kein Problem, wir sind ja eh nur zum Schlafen da! Mühsam, weil das Gas so spärlich aus der Leitung kommt, kochen wir uns Mittagessen und dann fahren wir mit dem Fahrrad Richtung Zentrum, um Bozen ein wenig zu erkunden. Die Stadt hat sehr großzügige und gut beschilderte Radwege, sodass das Radln richtig Spaß macht. Sogar die Fahrtrichtung ist markiert. Unser erstes Ziel ist der Siegesplatz, weil dort heute Markttag ist. Als wir eintreffen, sind die Händler aber schon mitten im Zusammenpacken und wir haben sogar Probleme weiter durchzukommen. Daher machen wir kehrt und steuern die Dominikanerkirche an. Wir stellen hier die Fahrräder in die Radständer, denn ab jetzt wird gelaufen. Erst mal statten wir dem Inneren der Kirche einen Besuch ab. Die Dominikaner errichteten um 1300 für ihr gerade gegründetes Kloster eine Kirche, die später zu einer dreischiffigen Kirche umgebaut wurde. Sie ist sehr schlicht gehalten - bis auf den Altarraum, der mit rosa Stuckmarmor und rosa-weißen Deckenfresken ausgekleidet ist. Vom Chor aus betreten wir seitlich die Johanneskapelle, die uns um einiges besser gefällt. Sie ist bis auf einige beschädigte Stellen von oben bis unten mit Malereien versehen, die auf drei zeitlich verschiedene Perioden zurückzuführen sind. Während wir die Kirche und Kapelle bestaunen, bekommen wir Hintergrundmusik von vier Geigern, die sich gerade für eine Hochzeit warm spielen. Nur ein paar Gassen weiter erreichen wir den Waltherplatz, auf dessen Mitte das Denkmal des größten deutschsprachigen Minnesängers - Walther von der Vogelweide - steht. Seine Füße sind eingebettet in ein Blumenmeer, als wären wir mitten im Frühling. Der Hibiskus blüht in allen Farben und verströmt einen herrlichen Duft. Direkt daneben befindet sich die Dompfarrkirche mit ihrem 62 m hohen Turm. Dom deswegen, weil seit 1996 Bozen anstelle von Brixen die Rolle als Bischofsstadt übernommen hat. Der Bau des gotischen Bauwerkes wurde im 13. / 14. Jhdt. begonnen und erst 1519 fertig gestellt. Auffallend ist das bunte Schindeldach der Kirche, das in der Sonne glänzt. Und auch der filigrane Glockenturm ist ein Meisterwerk. Wir schlendern weiter und landen in den „Lauben“. Bozen war schon immer ein Handelsort und die zentrale Einkaufsgasse mit ihren jahrhundertealten Bürgerhäusern legt Zeugnis davon ab. Wir bummeln unter den schattigen Lauben und machen auch mal einen Abstecher in einige Geschäfte (z.B. Südtirols Thalia, nämlich „Athesia“, um Wolfgang´s Lesestoff aufzufüllen). Größere Aufmerksamkeit haben aber die alten Häuser, wovon einige wunderbar verziert, auf anderen noch alte Fresken zu finden sind oder tolle Eingänge besitzen. Die hübschen Erker kennen wir ja schon von der Altstadt aus Brixen. Die ungewohnte Hitze und die vielen Eindrücke werden uns dann aber zu viel und wir spazieren wieder auf den Waltherplatz. Dort machen wir es uns in einem der vielen Cafés bequem - bei einem Wahnsinns-Eiskaffee! Von hier können wir aus der ersten Reihe Bozens Schickimicki beobachten. Bewundernswert, wie die Damen mit ihren High-Heels so flink über das Kopfsteinpflaster stöckeln können. Ein junges Girlie telefoniert wahrscheinlich mit ihrer Freundin, denn wem hätte man sonst so viel zu erzählen? Dabei erledigt sie ihr Workout-Programm, indem sie ständig den Platz auf und ab läuft. Ein junges Liebespärchen interessiert der gute Walther nicht, sie sind damit beschäftigt, sich selbst zu fotografieren. Und den Spatzen gefällt es hier auch, sie sitzen auf den Cafétischen und lauern, ob etwas für sie abfällt. Wir bestellen nach dem Eiskaffee noch etwas zu trinken - ein großes Glas, damit wir noch länger sitzen bleiben dürfen. Es ist hier so bequem! Langsam machen wir uns aber doch auf den Weg zurück zu unseren Rädern und schließlich wieder zum Campingplatz. Bei einem Glas Vino schmieden wir Pläne für die nächsten Tage - das Wetter soll ja Mitte der Woche leider feucht werden - mal sehen. - [03.09.10 - Drei Zinnen / Dolomiten](https://www.bauer-seyr.at/suedtirol-alto-adige/drei-zinnen-dolomiten) - Wir nehmen um 09:15 Uhr den Bus, der uns ins Herz der Dolomiten zu den Drei Zinnen bringt. Die Sonne hat heute verschlafen und daher sieht es noch ein wenig düster aus. Macht nichts - Hauptsache, es regnet nicht! Auf etwa der halben Strecke beginnt die beeindruckende Passstraße, die sich kurvig, aber großzügig hochschlängelt. An einer Stelle muss unser Busfahrer rückwärts schieben, weil sich ein von oben kommender Van-Fahrer in die Hosen macht. Aber ehrlich, ich bin froh, dass wir die Idee mit dem Bus hatten, denn ich hätt mich garantiert auch gefürchtet. Auf dunkelgrünen Weiden sind Kühe und auch Pferde zur Sommerfrische hier oben - zu beneiden, bei diesem schönen Ambiente. Berge, wohin wir schaun und die Spitzen sind auch schon angezuckert. Kurz vor dem Misurinasee (der schon in Venetien liegt) führt die Panoramastraße links hinauf zur Berghütte Auronzo. Diese Straße ist für normale Autofahrer gebührenpflichtig - 20,00 Euro die wir uns sparen. Nach etwa einer dreiviertel Stunde - ab dem Campingplatz - erreichen wir den Parkplatz. Ohne größere Verzögerung stapfen wir auch gleich los. Die Drei Zinnen sind ein beliebtes Ausflugsziel, das merken wir sofort, denn es herrscht hier ein Menschenaufkommen, einem Almauftrieb gleichzusetzen. Ein Teil der Dolomiten wurde im Juni 2009 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt. Der Rundweg um die Drei Zinnen wird als einfache Bergwanderung mit großartigen Ausblicken beschrieben und das ist wohl mit ein Grund, warum hier ganze Busladungen abgeliefert werden. Der Weg ähnelt anfangs wirklich einem Spazierweg und so haben wir Zeit genug, uns auch rundherum umzusehen. Dabei erfreuen wir uns an der schönen Alpenflora, wie dem Steinbrech, den Grasnelken oder dem prächtigen Eisenhut. Schnell haben wir die Südseite der Drei Zinnen erreicht und langsam ist auch die Sonne wach geworden und blauer Himmel wird sichtbar. Da entdecken wir waghalsige Bergkletterer an den senkrechten Abhängen. Uns wird beim Zusehen schon ganz anders, denn die höchste der Zinnen ist 2.999 m und die kleinste immerhin auch noch 2.857 m hoch. Wir halten uns nicht lange auf, denn der schönste Blick auf die Drei Zinnen bietet sich im Norden und wir hoffen, dass sich doch noch einige der lauten Italiener vom jetzt ansteigenden Wanderweg abschrecken lassen. Sie treten in Rudeln auf und quatschen unaufhaltsam und das in einer Lautstärke, als wären sie allein da. Ein Traummotiv für jeden Fotografen oder Filmer finden wir wirklich auf der Rückseite der Drei Zinnen. Wir nehmen uns daher genügend Zeit, um alle Eindrücke einzufangen. Mittlerweile herrscht hier auch ein Bilderbuchwetter, wie es kitschiger nicht sein könnte. Doch wir haben uns den Rundweg vorgenommen und müssen daher weiter. Aufgrund dessen, dass wir eh nach wenigen Schritten immer stehen bleiben müssen, um Fotos zu machen, brauchen wir aus Erfahrung die doppelte Zeit, als veranschlagt. Wir erreichen die Drei Zinnenhütte, lassen sie jedoch links liegen - wir möchten die Massen der Wanderer meiden, denn ab hier trennt sich die Spreu vom Weizen und es sind nicht mehr so viele, die weiter marschieren. Mit Blick auf die Drei Zinnen führt das Wegerl jetzt rapid ins Tal hinunter. Von oben sind viele Buchstaben oder Namen zu lesen, die kreative Wanderer mit dem weißen Dolomitengestein auf den Grasflächen aufgelegt haben. Minütlich können wir beobachten, wie Nebel aufzieht und die Bergspitzen in Grau hüllt. Wir haben also riesiges Glück, genau zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle zu sein. Leider werden nach und nach die Wolken noch dunkler und es wird wieder kühler. Wir packen unsere Jacken wieder aus und kämpfen uns langsam vorwärts. Die Strecke, die wir hinab gestiegen sind, müssen wir auf der anderen Seite auch wieder hoch. Uff, das Herzerl bumpert, dass es im Brustkorb nur so dröhnt und die Puste geht auch langsam aus. Da helfen die hübschen niedrigen Enziane, denn sie zwingen aufgrund eines Fotos zu einer Pause. Dann geht´s wieder ein paar Schritte weiter, bis zum nächsten Halt: mal was trinken und Traubenzucker essen. So geht es eine Weile dahin. Der Herrgott da oben weiß, dass uns heiß vom Bergsteigen ist und daher spuckt er stellenweise auch mal runter. Etwa eine dreiviertel Stunde vor unserem Ziel kommen wir zur Malga Langalm, die aber ihre Pforten für dieses Jahr schon geschlossen hat. Daher geht es weiter des Weges, vorbei an zwei Mini-Bergseen, wieder hoch hinauf. Es beginnt zu nieseln und als sich der Regen dann zu Graupeln wandelt, ist es vorbei mit dem Spaß: i mog nimma! Owa Wolfgang zaht mi weida. Zwanzig Minuten vor dem Ausgangpunkt ist die Sonne wieder da und der Weg wird auch wieder etwas leichter. Trotzdem brennen die Füße, das Kreuz schmerzt und wir sind schweißnass, bis auf die Unterhosn. Dann haben wir es geschafft, die Auronzohütte ist wieder in Sicht, getaucht in helles Sonnenlicht. Auf direktem Weg geht es in die Gaststube - endlich wieder mal sitzen! Wir kaufen uns eine Suppe, die zwar aussieht, als war sie schon mal gegessen, aber sie ist warm und schmeckt ganz gut. Viereinhalb Stunden sind vergangen und die Drei Zinnen sind nicht mehr sichtbar, vom Nebel komplett verschluckt. Mit hochroten Köpfen sitzen wir die Zeit bei einem Weizenbier noch ab, bis der Bus wieder kommt. Wie ferngesteuert sitzen wir im Bus und schauen so in die Gegend. Doch immer wieder erregen schöne große Enziane meine Aufmerksamkeit. Einige Serpentinen weiter unten sind dann noch große Wiesenflächen bedeckt mit Herbstzeitlosen. Gegen 17:00 Uhr treffen wir am Campingplatz wieder ein. Nach einer ausgedehnten Dusche bekomme ich dann noch eine tolle Massage und schon ist die ganze Plagerei vergessen. War ja doch ein Erlebnis mit wunderbaren Aussichten in die Bergwelt Südtirols. - [02.09.10 - Bruneck / Pragser Wildsee](https://www.bauer-seyr.at/suedtirol-alto-adige/bruneck-pragser-wildsee) - Es beginnt wieder ein traumhafter Tag - makellos blauer Himmel, einzig der Mond und die Kondensstreifen der Flugzeuge sind am Himmel sichtbar. Etwas früher als sonst brechen wir auf und halten einen halben Kilometer vor der Altstadt von Bruneck auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz. Von dort erreichen wir zu Fuß sehr schnell das Ursulinentor mit der gleichnamigen Kirche direkt daneben. Das Ursulinentor ist Teil der Stadtmauer und öffnet den Zugang zur Stadtgasse. Sehr eindrucksvoll sind hier auf beiden Seiten die alten Bürgerhäuser, die Großteils falsche Treppengiebel besitzen. Zusätzlich prägen kleine Erker, alte Aushängeschilder, zahlreiche Bemalungen und alte Fresken das Bild. Einfach traumhaft schön anzusehen - als befänden wir uns um Jahrhunderte zurück versetzt. Viele Lieferanten und Menschen huschen auf dem roten Kopfsteinpflaster durch die Gasse. Schnell noch ein Fenster geputzt oder eine Straße gekehrt, dann kann der Alltag so richtig losgehen. Die unterschiedlichsten Düfte strömen aus den Geschäften und Cafés. Wir durchqueren das prachtvoll mit Fresken geschmückte Ragentor, lassen uns auf dem Platz Oberragen in einem Restaurant nieder und genießen erst mal unseren Frühstückskaffee (den es heute Morgen aufgrund fehlenden Stroms nicht gegeben hat). Von dort sind der Ansitz Sternbach, ein wuchtiges Stadthaus von 1664 und eine barocke Marienstatue inmitten des Platzes gut sichtbar. Daneben plätschert das Wasser eines schmucken Brunnens ins Steinbecken und lässt eine gemütliche Atmosphäre entstehen. Während uns die warme Sonne ins Gesicht scheint, können wir gleichzeitig den Blick auf die Burg Bruneck genießen. Sie wurde 1250 gegründet und aufwendig renoviert. Wir schlendern weiter zur leuchtend gelben Pfarrkirche „Zu unserer lieben Frau“, die eine der ersten Kirchenbauten im neuromanischen Stil ist. Sie ist seit 1610 Pfarrkirche, wirkt im Inneren aufgrund des pastellfarbigen Stuckmarmors und dem vielen Gold sehr hell. Den Berg hoch und wir gelangen zur Burg, die uns aber leider aufgrund einer Renovierung verschlossen bleibt. Reinhold Messner lässt hier das fünfte MMM - Messner Mountain Monument entstehen. Dafür haben wir von hier oben eine tolle Aussicht auf die Stadt und die umliegenden, verschneiten Berge. Also spazieren wir auf der anderen Seite des Hügels wieder Richtung Altstadt hinunter und gelangen zuvor zur Rainkirche, die der hl. Katharina geweiht ist. Ihr auffallender doppelstöckiger barocker Zwiebelturm zieht uns vollends in den Bann. Mittlerweile hat sich das Treiben auf der Stadtgasse vermehrt und es sind Mengen von Radfahrern unterwegs, als wären wir in Holland. Eines von vier Stadttoren, nämlich das Florianitor, durchqueren wir noch, bevor wir Mittagsrast halten. Das Essen (Polenta bzw. Zwiebelrostbraten) lassen wir uns in der Klosterstube schmecken und können dabei die Touristen und geschäftigen Leute beobachten, die wie auf dem Laufsteg an uns vorbei flanieren. Am Nachmittag fahren wir weiter Richtung Innichen. Die schmale Straße windet sich wieder hoch und wir sind mittlerweile auf über 1.000 m. Kleine Dörfer mit ihren schlanken Kirchtürmen thronen auf den Abhängen und auf den schrägen Almen sind die Bauern mit dem Mähen beschäftigt. Wir erreichen das Pragsertal und machen einen Abstecher zum Pragser Wildsee. Vorbei an der malerischen Kirche St. Veit geht es auf über 1.500 m hoch zum See. Nachdem wir unseren Obolus für das Parken bezahlt haben, packen wir unser Rucksackerl und los geht’s auf den 4 km langen Rundweg. Der 36 m tiefe Pragser Wildsee ist im wahrsten Sinn der Worte ein Juwel der Dolomiten. Auf dem smaragdgrün leuchtenden Wasser sind Ruderboote unterwegs und in Ufernähe tummeln sich hunderte von Fischbabies. Anfangs ist der Weg leicht und flach und führt an der Ostseite auf einem, an allen heiklen Stellen, gesicherten Steig entlang der senkrecht ins Wasser stürzenden Wände. Der See ist umgeben von Nadelwald, wo Heidelbeer- und Preiselbeerstauden wachsen. Hin und wieder leuchtet silbern eine Distel in der Sonne. An einer Lichtung fließt, zur Freude vieler Kinder, ein kleines Rinnsal den Abhang herunter - zuvor aber gibt es eine Gratisdusche von oben. Einige hundert Meter weiter nähern wir uns einer Kuhherde und beim Durchqueren ihres Reviers zerrt die eine oder andere Kuh an den Rucksäcken der Touristen. Vielleicht haben die Menschen doch ein paar Leckereien eingepackt? Wieder zurück am Ausgangspunkt gönnen wir uns noch unseren täglichen Nachmittags-Cappuccino auf der Restaurant-Terrasse mit Blick auf den See. Die Wärme ist so angenehm, dass wir sie am liebsten noch viel länger genossen hätten. Doch jetzt heißt es den Campingplatz in Toblach anzusteuern, damit wir unserem morgigen Ziel näher sind. - [01.09.10 - Bruneck - Kronplatz](https://www.bauer-seyr.at/suedtirol-alto-adige/bruneck-kronplatz) - Strahlender Sonnenschein, es ist ein wenig stormy und wir haben 3° - aber dazu etwas später. Unsere Reise führt uns weiter entlang der SS49 auf der Pustertaler Straße. Bei der Durchfahrt Natz-Schabs begleiten uns auf beiden Seiten Wein- und Apfelplantagen. Die kurvige Straße schlängelt sich durch kleine Orte und kurz vor Bruneck grinsen uns schon die schneebedeckten Berge entgegen. Bruneck hat uns aber nicht lieb, denn aufgrund eines Wochenmarktes ist der Ort komplett verstopft und wir haben sogar Mühe wieder hinaus zu kommen. Also fahren wir weiter bis zur Seilbahnstation des Hausberges, dem Kronplatz (2.277m). Wir überlegen noch kurz, ob wir die leichten oder die dicken Windjacken einpacken sollen, entscheiden uns aber für die leichten. An der Kasse fragen wir intuitiv, wie warm es am Berg oben ist. Von wegen warm, es hat ­+3°! Also kehrt marsch zurück und wärmer anziehen. Wir schweben mit der Gondel bis zur Bergstation und es haut uns vom Hocker, was wir da sehen - ein Panorama, wie aus dem schönsten Bildband. Berge, in welche Richtung wir uns auch drehen und die höheren mit weißem Zuckerguss. Unmittelbar neben der Seilbahnstation wurde im Jahr 2003 eine Friedensglocke, die sogenannte Concordia2000 errichtet. Sie wiegt über 18 Tonnen und ist somit eine der schwersten Glocken im alpenländischen Raum. Der Klöppel allein wiegt bereits eine halbe Tonne und lässt in der Glocke mit ihren drei Metern Durchmesser die Note „Cis“ erklingen - was wir auch bestätigen können. Mit vielen anderen Wanderern machen wir uns auf den Weg, um auf dem Panoramaweg die Aussicht noch mehr zu genießen. Wir kommen aber nur langsam vorwärts, weil es immer wieder nach nur wenigen Schritten eine tolle Fernsicht gibt, die festgehalten werden will. Auf der halben Strecke machen wir es uns in der Wiese auf warmen Steinen bequem und packen unser mitgebrachtes Picknick aus (Prosciuto, Bergkäse - fehlt nur noch der vino). Anschließend noch ein kurzes Nickerchen und dann geht es weiter. Es herrscht volles Programm hier oben - wir können Mountainbiker und vielen Paragleitern zusehen. Auf der Schattenseite des Berges hängen prächtige Eiszapfen vom Gestein, während in den Wiesen noch karg Enziane, Erika und Schafgarbe blühen. Einige Schritte weiter und wir können sogar schon Fußabdrücke im Schnee hinterlassen. Nach Beendigung des Rundganges genießen wir auf der herrlichen Sonnenterrasse bei einem Tiramisu (schon lange kein so gutes gegessen) und Cappuccino die Wärme. Mit fortschreitender Zeit werden die Berge dreidimensionaler und die Farben intensiver. Der blaue Himmel macht das Bild noch kitschiger, als es eh schon ist. Bevor wir mit der Gondel wieder talwärts fahren, besuchen wir noch das Aussichtsplateau, das auf dem Podest der Glocke untergebracht ist. Hier hat man reliefmäßig die umliegenden Berge dargestellt und jetzt wissen wir auch, dass wir zum Beispiel weit bis in die Ötztaler, Stubaier- oder Zillertaler Alpen sehen können. Unterhalb der Talstation schlagen wir auf dem Parkplatz unser Nachtlager auf und verweilen noch die Stunden im Freien, bis die Sonne untergeht. - [31.08.10 - Kloster Neustift - Brixen](https://www.bauer-seyr.at/suedtirol-alto-adige/kloster-neustift-brixen) - Es zeigt sich heute ein ähnliches Bild wie gestern, nämlich Nieselregen. Einziger Unterschied - er zeigt heute mehr Ausdauer. Wir aber auch, denn wir kuscheln einfach länger im Bett (obwohl uns der Rücken schon schmerzt von der harten, durchgelegenen Matratze). Gemütlich richten wir uns mal das Frühstück und räumen ein wenig unser mittlerweile angestautes Chaos weg. Dem feinen Nieselregen zum Trotz packen wir einige Zeit später wieder unsere Fahrräder aus und im Nu erreichen wir das in der Nähe liegende Kloster Neustift. Das idyllisch in den Weinbergen gelegene Kloster wurde 1142 von Augustinus als Chorherrnstift gegründet. Es ist das einzige Augustinerchorherrnstift in Italien und beherbergt 25 Chorherrn, wovon ca. die Hälfte ständig anwesend ist. Seit dem Jahr 1907 ist das Kloster Mitglied der Österreichischen Augustiner Chorherrnkongregation. Zu ihren Hauptaufgaben gehörten von Anfang an die Pflege der feierlichen Liturgie, das gemeinsame Chorgebet und vor allem die Tätigkeit in der Pfarrseelsorge. Mit ihren Klosterschulen sowie dem Interesse für Wissenschaft und Kunst wurden die Chorherren bedeutende Träger für das kulturelle Leben. Wir betreten den Klosterbereich durch einen mittelalterlichen Eingangsbau, der in den ersten Hof mündet. Im Gebäude über dem Durchgang befindet sich die Bibliothek aus dem 18. Jhdt. mit ihren 20.000 Büchern. Sie sind in Lederrücken gebunden und mit goldener Schrift versehen. Zwei besondere übergroße Exemplare wurden aus Pergamentpapier hergestellt, da das zu jener Zeit am erschwinglichsten war. Der Raum selbst ist zweigeschossig und besitzt eine wunderschöne goldene Stuckdecke im Rokokostil. Hat echt Stil und Eleganz! Als nächstes werden wir in die Stiftskirche geführt und uns bleibt erst mal der Atem stehen. Wow, der Kitsch ist nicht mehr aufzuhalten. So stellen wir uns eine Kirche aus der Hand von Walt Disney vor! Überall pastellfarbiger Anstrich in allen Farben und von überall winken rosarote Engerl herunter. Die Barockisierung hat hier voll zugeschlagen - üppiger Stuck, wohin das Auge reicht. Ein riesiger Marmorhochaltar mit gedrehten Säulen und prächtige Deckengemälde - das Innere der Stiftskirche gilt als einer der Höhepunkte des Spätbarock. Wem´s gefällt, auf jeden Fall nicht ganz unser Geschmack! Aber sehenswert ist sie dennoch und man muss sie gesehen haben. Da sind wir vom anschließenden bemalten Kreuzgang beeindruckter. 1370 wurde in das ursprünglich flach gedeckte Gewölbe ein Kreuzgerippe eingebaut, wodurch Teile der älteren Malerei verdeckt wurden. Nach der Pest von 1636 hat man die Malereien in der Absicht alles zu desinfizieren übertüncht. Anlässlich der Barockisierung 1736 wurden Grabsteine von Pröpsten und Adeligen in die Wandflächen eingelassen und dabei die nicht mehr sichtbaren Fresken teilweise zerstört. Zuguterletzt betrachten wir noch den Weltwunderbrunnen, der sich im Innenhof befindet. An den acht Kanten des Daches sind die sieben Weltwunder der Antike und eine Abbildung des Klosters dargestellt. Da sich mittlerweile der Nieselregen verabschiedet und nun der Sonne wieder Platz gemacht hat, lassen wir uns noch auf der Sonnenterasse des Stiftkellers nieder, um eine Kleinigkeit zu essen. Dann radeln wir weiter bis in die Altstadt von Brixen, wo wir an der Ecke Griesgasse - Adlerbrücke die Räder abstellen. Die Brücke wird bewacht vom Heiligen Nepomuk. Wir lassen den guten Mann aber hinter uns und schlendern die Gasse in die Altstadt hinunter. Danach durchschreiten wir das St. Michalestor, das bis ins 17. Jhdt. wichtigster Stadtzugang an der Verbindung Brenner und Pustertalstraße war. Das Tor ist verbunden mit dem 72 m hohen Weißen Turm, der das Wahrzeichen der Stadt ist. Die Bauzeit des achteckigen Turmes dauerte von 1300 - 1591. Einige Häuser weiter finden wir das Pfaundlerhaus, ein prächtiges Patrizier-haus aus dem 16. Jhdt. mit spätgotischen Elementen. Nur wenige Schritte entfernt erreichen wir den großzügigen Domplatz, der vom mächtigen Dom mit seinen zwei gelben Türmen beherrscht wird. Das Innere des Domes findet nicht unsere Begeisterung, denn es wirkt sehr bedrückend. Die Deckenfresken wurden mit Gold eingefasst und die Altäre und Wandverkleidungen aus rotem, schwarzem und weißem Marmor hergestellt. Sehr beeindruckend ist die riesige Orgel über dem Eingang mit ihren 3.000 Pfeifen. Wir lauschen eine Weile dem Orgelspiel, besser dem Üben des jungen Organisten und gehen dann weiter durch die Domvorhalle in den Kreuzgang. Dieser verbindet den Bischofspalast und verschiedene Nebengebäude mit dem Dom. Im späten 14. und 15. Jhdt. ließ man sein Kreuzrippengewölbe von lokalen Künstlern ausmalen. Echt toll, trotz der stellenweise grauslichen Szenen! Als nächstes steuern wir die sogenannten Großen und Kleinen Lauben an. Das sind zwei Straßen, die im rechten Winkel aufeinander stoßen und bereits im 11. Jhdt. so angelegt wurden. Adelspalais und Bürgerhäuser rücken nahe aneinander, aber nur im ersten und zweiten Stock. Auf Fußgängerniveau lassen sie geräumige Arkadengänge frei, sodass die Straßenbreite größer wirkt. In den Arkaden versteckt reiht sich ein kleines Lädchen oder Café an das andere. Auch wir lassen uns in ihren Bann ziehen und stöbern ein wenig darin herum. Und wie das so ist, finden wir auch einiges. Shoppen und Sightseeing sind anstrengend und schreien nach einem Kaffee, den wir im Domcafé genießen. Weiter geht es zum Großen und Kleinen Graben. Der Stadtgraben im herkömmlichen Sinn ist längst zugeschüttet und heute kann man entlang des Großen Grabens flanieren und dessen Fassaden bewundern. Die Reihe wird nur unterbrochen vom Säbnertor mit seinem hohen Turm. Es ist eines der ursprünglich drei Toren der Stadt. Unser Blick fällt auch weit hinauf bis zu den Berghügeln, wo kleine Ortschaften thronen. Unseren Rundgang beenden wir bei der Hofburg, die Sitz der Brixner Bischöfe war bis diese 1973 nach Bozen umzogen. Wir verweilen noch ein wenig im Hofgarten, der im Renaissance-Stil 1570 errichtet wurde. Rosenstauden, Blumen und Gemüsebeete reihen sich aneinander und sind mit niedrigen Bux-Hecken eingefasst. Im Zentrum sprudelt ein Brunnen und rundherum stehen Töpfe mit Rosmarin und Orangenbäumchen. Wieder zurück bei unseren Fahrrädern verstauen wir gekonnt unsere Errungenschaften und machen uns auf den Rückweg. Der Radweg führt romantisch durch Wein- und Apfelplantagen und schnell erreichen wir den Campingplatz. - [30.08.10 - Burg Reifenstein - Gilfenklamm](https://www.bauer-seyr.at/suedtirol-alto-adige/burg-reifenstein-gilfenklamm) - Wie aus vollen Fässern hat es die ganze Nacht geschüttet. Das fängt ja gut an! Das Prasseln der Regentropfen auf dem Autodach hat uns erstens nicht sonderlich gut schlafen lassen und zweitens die Blase animiert, sich nachts mehrmals zu entleeren. Dementsprechend müde und unmotiviert sind wir frühmorgens und der noch anhaltende Regen tut das seinige dazu. Also überlegen wir kurz und befragen dann das Internet über Thermen in der Umgebung. Da bietet sich das Erlebnisbad Acquarena in Brixen an. Schnell sind die nötigen Dinge dazu gepackt, das Frühstück verdrückt und alles wieder in den Kästen verstaut. Als wir uns auf den Weg Richtung Brixen machen, reißt die Wolkendecke auf, blauer Himmel und Sonne kommen zum Vorschein. Nach einem kurzen Halt bei der Tourist Info und gutem Zureden der netten Dame, schmeißen wir unseren Plan wieder über den Haufen und packen das alte Programm aus - wir fahren zur Burg Reifenstein, die ganz in der Nähe liegt. Bei der Führung um 10:30 Uhr sind wir mit einem deutschen Pärchen + Kinder die einzig Deutsch-Sprechenden, daher bekommen wir eine Solo-Vorstellung. Die Mauern des Innenhofes sind mit wildem Wein bewachsen und umranden einen kleinen Bauerngarten, wo gerade der gelbe Sonnenhut und lila Phlox blühen. Um den alten Torbogen sind noch Teile eines alten Freskos zu sehen aus der Zeit des Deutschen Ordens, der 1470 die eindrucksvolle Burg übernahm. Reifensteins Bergfried aber stammt noch aus romanischer Zeit. Heute ist sie in Besitz der Tiroler Grafen Thurn und Taxis, die hier seit 1813 aus und eingehen (ihr Wappentier ist der Dachs). Beachtenswert dabei ist, dass fast alles an der Burg noch aus dem Spätmittelalter stammt und nur geringe Erweiterungen gemacht wurden. Wir schreiten weiter in den Innenhof, der mit schönem Blumenschmuck versehen ist. Die Besichtigung zeigt neben der rußgeschwärzten Rauchkuchl, dem kleinen Wohnraum des Pfaffen, dem Schlafraum der Diener und Landsknechte, dem Kerker bis hin zu den eleganten Räumen der Adeligen. Besonders hervorzuheben ist dabei der grüne Saal, der mit prächtigen Bemalungen an Wänden und der Holzdecke versehen ist. Nach mehr als eineinhalb Stunden sind wir wieder am Eingang angelangt und wir sind sehr begeistert von den genauen Ausführungen und den lebendigen Geschichten der Führerin. War wirklich sehr anschaulich und hoch interessant - diese Führung können wir wirklich wärmstens empfehlen. Es ist kurz nach Mittag und von Regen keine Spur mehr - strahlend blauer Himmel mit Schäfchenwolken wie gestern. Der einzige Unterschied ist, dass es heute etwas windiger ist, aber das macht nichts! Bevor wir die geplante Wanderung in die Gilfenklamm in Ratschings machen, stärken wir uns noch mit einer Pizza. Der Parkplatz ist schnell erreicht, ab in die Wanderschuhe, noch eine Windjacke angezogen, denn es geht ja in den Wald und los geht’s. Kurz nach dem Hütterl, wo ein Obolus zu leisten ist, wird der Weg schmaler und holpriger. Aber das stört alles nicht, denn die Aufmerksamkeit wird auf die Umgebung gelenkt. Moos, Farne und Sauerklee in sattem Grün vermischen sich mit rosa Storchenschnabel und lila Glockenblumen. Die Regentropfen auf den Blumen und Blättern glitzern im Schein der Sonne und durch das Blätterdach der Bäume hat man Sicht auf den blauen Himmel. Es hat schon was verwunschenes, dieser Wald. Begleitet wird unsere Wanderung vom Plätschern des Wassers, das stellenweise so laut tost, dass man sein eigenes Wort nicht versteht. Die Schlucht wird enger und an steilen Felshängen klammern sich Gebüsch und Bäume fest. In Serpentinen erklimmen wir über Stege, Brücken und in den Stein eingehauene Treppen die Anhöhe. Und unsere Pumpen laufen auf Hochtouren! Einige Abschnitte sind sehr dunkel, wo sich die eisenharten Marmorfelsen fast zusammenschließen. Der Höhepunkt ist ein 15 m herabstürzender Wasserfall, der in die wenige Meter breite, von überhängenden Felsen bedrohlich wirkende Schlucht sprüht und donnert. Es herrscht hier besonderes Heilklima, dank der hohen Konzentration an aktiven Sauerstoff-Ionen. Diese stimulieren das Immunsystem, reinigen die Atemwege und wirken allgemein vitalisierend. Wozu brauchen wir da eine Therme?! Wir verweilen eine Zeit lang, genießen das Schauspiel und atmen viele Ionen ein. Dann wird der Rückweg in Angriff genommen - wir sind ja jetzt wieder frisch und munter. Es ist mittlerweile kurz vor 16:30 Uhr, als wir den Parkplatz erreichen. Die Wanderutensilien werden wieder verstaut und dann führt unsere Reise weiter bis zum Örtchen Vahrn, das mit Brixen fast verwachsen ist. Hier stellen wir unseren Camper ab, erledigen noch die Einkäufe und machen es uns für den Rest des Tages gemütlich. - [29.08.10 - Sterzing / Monte Cavallo](https://www.bauer-seyr.at/suedtirol-alto-adige/sterzing-tag2) - Wie es sich für einen Urlaub gehört, kuscheln wir heute früh ein bisschen länger im Schlafsack. In aller Ruhe frühstücken wir und dann laden wir unsere Fahrräder ab. Die wenigen Kilometer bis ins Zentrum von Sterzing wollen wir mit dem Fahrrad zurücklegen. Direkt an der Ausfahrt vom Campingplatz herrscht schon Polizeiaufkommen, das im Laufe der Strecke immer mehr wird. Stellenweise jubeln uns die Massen zu - ach nein, der Applaus ist nicht für uns, sondern für die Rennfahrer des heutigen Ötztaler Radmarathons. Daher halten wir kurz an, um die fleißigen Strampler auch ein wenig anzufeuern. Als wir bei der Pfarrkirche Maria im Moos eintreffen, ist die Sonntagsmesse noch im Gange. Wir nehmen auf einer der Bänke Platz und während wir der Messe und dem Niederländischen Chor lauschen, betrachten wir den Innenraum der Kirche. So was Schönes habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Der geräumige Innenraum - 23 m breit und 22 m hoch - ist weiß getüncht und an der Decke mit prachtvollen Fresken geschmückt. Gigantische weiße Säulen aus Marmor mit kunstvollen Verzierungen und den Wappen ihrer Gönner stützen die Gewölberippen. Unsere Aufmerksamkeit erregen auch die Kirchenbänke, die kunstvoll mit den Wappen ihrer Inhaber geschnitzt sind. Das Gotteshaus wurde auf den Resten einer alten romanischen Kirche (1981 freigelegt) errichtet, die vermutlich wiederum erbaut wurde, um ein altes römisches Gräberfeld zu sakralisieren. Vom römischen Friedhof zeugt der Victoria-Stein an der Nordfassade der Kirche aus dem 2. oder 3. Jhdt. nach Christus. 1233 wurde die Kirche erstmals urkundlich erwähnt und im Laufe der Jahrhunderte mehrmals verändert. Wir schwingen uns wieder auf unsere Drahtesel und folgen dem Radweg bis ins Zentrum. Ab dem Untertorplatz bewegen wir uns zu Fuß durch den Torbogen in die sogenannte Neustadt. Entlang der schnurgeraden Hauptstraße reihen sich liebevoll gepflegte Bürgerhäuser mit Erkern, Zinnen und kunstvollen Wirtshausschildern. Das Gasthaus „Lilie“, 1450 erstmalig erwähnt, ist heute noch ein Anziehungspunkt. An der Ostseite der Neustadt finden wir das Rathaus, das anstelle eines von der Stadt angekauften Bürgerhauses 1468 - 1473 erbaut wurde. Der Eckerker stammt aus dem Jahr 1526. Im Innenhof ist ein römischer Meilenstein ausgestellt, der 1979 im Zentrum in 3 m Tiefe aus dem Bachschotter geborgen wurde. Er stellt das erste wichtige Monument römischer Zeit dar. Der Stein stand an der römischen Straße, die durch das Pustertal über den Brenner nach Augsburg führte und stammt aus dem Jahr 201. Flankiert wird das Rathaus von der Statue des hl. Johannes Nepomuk, der von der Moldaubrücke in den Fluß geworfen wurde. Er soll Wassergefahren abwehren. Dominiert wird das Ortsbild aber vom Zwölferturm, der die Neustadt mit der Altstadt verbindet. Der 46 m hohe Turm ist das Wahrzeichen Sterzings und wurde von 1468 - 1472 erbaut. Da der frühere Spitzhelm abgebrannt ist, hat man ihm einen steinernen Treppengiebel verpasst. Nach einem Rundgang in der Altstadt, die vom Gasthof „Schwarzer Adler“ beherrscht wird, schlendern wir wieder durch den Zwölferturm und machen es uns im Gasthof Post bequem. Während wir Nudeln bzw. Spätzle mit Pilzen genießen, lassen wir die schöne Stimmung auf uns wirken. Wir finden hier ein hübsches, hervorragend erhaltenes mittelalterliches Städtchen! Daher können wir uns nur schwer losreißen, aber wir möchten noch auf den Hausberg von Sterzing, den Rosskopf oder Monte Cavallo, wie er melodiös in Italienisch heißt. Eine Seilbahn bringt uns 800 m höher bis unter den Rosskopf hoch und die letzten 300 Höhenmeter fahren wir mit einem Sessellift. Dann folgt noch ein kurzes Stück Fußmarsch bis zum Gipfelkreuz. Das Wahnsinnspanorama lohnt für die kleine Mühe, denn wir sehen im Norden zu den Ötztaler Alpen, die Zillertaler Alpen und die Dolomiten im Südosten. Von den Almen rundherum sind Musik, Peitschenschlagen und das Läuten von den Glöckchen der weidenden Tiere zu hören. Der blaue Himmel mit den Schäfchenwolken komplettiert das Bild, wie es kitschiger nicht sein könnte. Wanderer, Mountainbiker und Reiter machen die Stimmung lebendig. Kaum einige Schritte gegangen, verharren wir an verschiedenen Aussichtsterrassen und betrachten die Bergwelt und die Alpenflora, genießen die herrliche Luft oder naschen einige Heidelbeeren. Schnell sind mehr als zwei Stunden vergangen und bevor wir wieder die Gondel ins Tal nehmen, gibt´s an der Bergstation auf der Sonnenterrasse noch einen herrlichen Cappuccino. Auf der Rückfahrt zum Campingplatz machen wir noch einen kurzen Halt vor der Neustadt und gönnen uns eine Eistüte - nur zur Stärkung für´s Strampeln. Mit einem Häferl Tee vergraben wir uns im Campervan noch in unseren Reiseführern, um eine Route für morgen zusammen zu stellen. - [28.08.10 - Sterzing](https://www.bauer-seyr.at/suedtirol-alto-adige/sterzing) - Obwohl wir uns noch ausschlafen und unser eigenes Bett genießen wollen, treibt es uns doch sehr bald aus den Federn. Noch ein letztes gewohntes Frühstück, die restlichen Sachen zusammen packen und dann verabschieden wir uns noch von unseren lieben Nachbarn. Einen kurzen Abstecher müssen wir noch bei Sport Roth machen, um unsere frisch servicierten Fahrräder abzuholen. Die müssen nämlich noch mit! Danach machen wir noch einen Halt an der Tankstelle, denn wir haben das Auto nur mit einem Viertel-Tank bekommen. Fast genau um 10:00 Uhr fahren wir auf die Autobahn auf - jetzt kann der Urlaub beginnen. Die Stimmung ist zwar noch nicht danach, denn der Himmel sieht aus wie eine gefleckte Kuh - schwarze Wolken buhlen mit den weißen und sie verdecken das wenige Blau schon fast komplett. Zudem hat es nur 18° und es ist etwas windig. Eine Stunde später erreichen wir Steyrermühl, wo aus den umliegenden Wäldern die Nebelschwaden aufsteigen. Hej Mann, wir fahren in unseren Sommerurlaub, was soll das? Die Wetterlady im Radio verlautbart dann noch, dass es „viele Wolken und Nebel gibt, es regnet immer wieder und die Sonne kommt nur mehr ab und zu heraus. Es bleibt frisch und windig mit Oktober-Temperaturen“. Danke, genau das wollen wir hören! Als wir einen kurzen Halt in Mondsee an der Raststation machen, lässt die Verkrampfung meines Körpers langsam nach. Ich bin anfangs jedes Mal etwas nervös, wenn wir mit so einem großen Gefährt unterwegs sind. Mittlerweile hat es zu nieseln begonnen und der Regen wird uns die nächsten Stunden auch weiterhin begleiten. Aufgrund von Staumeldungen und auch dem Rat unserer Susi (Navigator) fahren wir über den Walserberg und vermeiden so angekündigte 12 km Stau. Weiter geht die Reise über Bad Reichenhall und dem Steinpass. Die kurvige Straße wird von mehreren Wasserfällen in einer sehr schönen Gegend gequert. Nach der Visite in Deutschland, wo auch der Regen vorherrscht, fahren wir lieber wieder doch nach Österreich zurück auf der Bundesstraße über den Lofer. Die Strecke ist sehr „scenic“ und die prächtigen Bauernhäuser mit den tollen Bemalungen und dem schönen Blumenschmuck steigern unsere Begeisterung. Neben der Straße tosen die Flüsse und immer wieder erblicken wir Paddler und Kanufahrer. Der Regen begleitet uns auch ins Tiroler Ländle und etwa 90 km vor dem Brenner kehren wir auf die Autobahn zurück. Anfangs geht es wieder zügig voran, bis auf einige Luft-Hunderter-Abschnitte und kleineren Baustellen. Hurra - bei Vomp finden wir sie dann: die Sonne! Und sie bleibt uns auch treu. Ab Hall umfahren wir wieder einen Stau und Susi schickt uns über Ampass auf die Bundesstraße, wo wir einige kleine Nester durchfahren. Wir haben dabei eine grandiose Aussicht auf Innsbruck und ihre Umgebung. Auch vom Patscherkofel haben wir einen traumhaften Ausblick auf die Bergwelt und die Almen. Während einer Pipi-Pause nach der Europabrücke können wir einigen Wahnsinnigen beim Bungee-Sprung von der 192 m hohen Brücke zusehen. Ein ganz „Mutiger“ hat augenscheinlich schon auf dem Weg zur Absprung-stelle die Hosen voll. Für Menschen, die zu viel Geld haben und den nötigen Kick brauchen, ist das genau das Richtige, denn für die fünf Sekunden Sprung und anschließenden fünf Minuten kopfüber Baumeln werden ihnen 145 Euros abgeknöpft. Vor Gries am Brenner wird der Verkehr dann sehr zäh, aber dafür können wir die wunderschönen Berge genießen. Mein Gott, was hast du hier für eine schöne Welt geschaffen! Bis wir gegen 16:30 Uhr Südtirol erreichen, schickt uns Susi noch einige Male auf die Autobahn und wieder runter. Aber egal, wo wir auch fahren, es geht da und dort langsam voran und kurz vor 18:00 Uhr heißt es „Grüß Gott in Sterzing“. Etwa zwei Kilometer außerhalb checken wir am Campingplatz ein, der malerisch in einem Wäldchen liegt. Nach den herrlichen Nudeln machen wir es uns mit den mitgebrachten Reiseführern und Unterlagen bequem, um die nächsten Tage zu planen. - [Südtirol - Alto Adige](https://www.bauer-seyr.at/suedtirol-alto-adige) - Geschafft - endlich Urlaub! Nach Arbeitsschluss fahren wir nach Hörsching, um uns bei den Grabners unseren Campervan abzuholen. Nach Erledigung aller Formalitäten und einer kurzen Einschulung machen wir uns auf den Weg zu Wolfgang´s Eltern. Wir haben die vergangenen zwei Wochen kontinuierlich die Wettervorhersagen für Süddeutschland - unserem ursprünglichen Ziel - verfolgt. Die Aussicht ist nicht sehr berauschend und daher machen wir intensive Recherchen im Wetterportal, wo ist es in den nächsten Tagen am schönsten ist - oder zumindest trocken! Und es gibt eigentlich nur ein Ergebnis - Südtirol zieht das Los. Wir haben zwar schon einiges gehört, aber näheres kennen wir nicht. Wir parken also unseren roten Flitzer bei Helga und Ernst und fahren dann mit der Bim in die Stadt, um uns bei Thalia noch Reiseführer über Südtirol zu kaufen. Zuhause verstauen wir stundenlang unser Hab und Gut im Van und bevor wir schlafen gehen, werden noch die Reiseführer durchgeblättert. Die Begeisterung ist so groß und die Auswahl an Sehenswürdigkeiten ist so vielfältig, dass wir noch am selben Tag beschließen, die monatelangen Planungen für unseren Deutschland-Urlaub endgültig ad acta zu legen und die Zeit im schönen Südtirol zu verbringen. - [Heimreise (10.03.2018)](https://www.bauer-seyr.at/andalusien/heimreise-10-03-2018) - Um Punkt 06:00 Uhr läutet der Wecker, ruhig verstauen wir unser Waschzeug noch und dann schleichen wir uns wie Verbrecher aus dem Hotel. Das Frühstücks-Paket, das uns die Rezeptionistin gestern versprochen hat, besteht aus einem Instant-Kaffee-Sackerl und sonst nix, daher lassen wir den unberührt liegen. Außerdem hat sie uns gestern einen Weg beschrieben, der nicht - [Sevilla (08.03.2018)](https://www.bauer-seyr.at/andalusien/sevilla-08-03-2018) - Auch Sevilla beherbergt UNESCO Weltkulturerbe-Stätten wie den Königspalast Real Alcázar - die Besichtigung ist ein Muss. Die anderen Sehenswürdigkeiten liegen relativ weit auseinander, sodass man doch gut zu Fuß sein muss. - [Écija, Carmona (07.03.2018)](https://www.bauer-seyr.at/andalusien/ecija-carmona-07-03-2018) - Die Barockstadt Ecija bietet beeindruckende Kirchen und Provanbauten, eine gute Abwechslung zu den UNESCO Stätten der großen Städte. Und auch Carmona empfiehlt sich auf der Weiterreise nach Sevilla als kultureller Zwischenstop - [Córdoba (06.03.2018)](https://www.bauer-seyr.at/andalusien/cordoba-06-03-2018) - So unscheinbar die Mezquita-Kathedrale von außen ist, im Inneren beeindruckt sie durch ihre unzähligen Säulen. Und dass man eine christliche Kathedrale mitten in eine Moschee gebaut hat, ist wohl auch einmalig. - [Granada, Alcalá la Real (05.03.2018)](https://www.bauer-seyr.at/andalusien/granada-alcala-la-real-05-03-2018) - Ein letzter Blick auf die Sehenswürdigkeiten von Granada und dann geht die Fahrt weiter zu der beeindruckenden Festung Fortaleza de la Mota bei Alcalá la Real. - [Granada (04.03.2018)](https://www.bauer-seyr.at/andalusien/granada-04-03-2018) - Die Hauptattraktionen heute sind natürlich die Alhambra, der Nasriden Palast und all die anderen tollen Bauwerke dieser Stadt. Unesco Weltkulturerbe - wohin man auch schaut - [Málaga, Alhama de Granada (03.03.2018)](https://www.bauer-seyr.at/andalusien/malaga-alhama-de-granada-03-03-2018) - Die Anreise erfolgt über Malaga, eine wunderbare Stadt zum Ankommen. Die Sehenswürdigkeiten bieten eine ersten Eindruck auf das, was noch folgenden wird. Weiter geht es nach Alhama de Granada. - [Andalusien](https://www.bauer-seyr.at/andalusien) - Wir starten die lang ersehnte Andalusienreise und entfliehen dem Wintern in Österreich. Malaga, Granada, Cordoba, Sevilla und Ronda sind die Fixpunkte unserer Rundreise, die uns zu den wunderbaren Sehenswürdigkeiten im Süden von Spanien führt. - [Bildergalerie Schweden und Norwegen](https://www.bauer-seyr.at/schweden-norwegen/bildergalerie-schweden-und-norwegen) - Bildergalerie Schweden und Norwegen - [Unsere Reiseführer für Schweden und Norwegen](https://www.bauer-seyr.at/schweden-norwegen/unsere-reisefuehrer) - Da sich dieser Urlaub über 2 Länder ersteckte, haben wir uns auch mit Reiseführern von Schweden und von Norwegen ausgestattet table border=0 tbody tr tdiframe src=http:rcm-de.amazon.deecm?t=reisevonsabin-21&o=3&p=8&l=as1&asins=3826823079&fc1=000000&IS2=1<1=_blank&lc1=0000FF&bc1=000000&bg1=FFFFFF&f=ifr style=width:120px;height:240px; scrolling=no marginwidth=0 marginheight=0 frameborder=0iframe td tdstrongPolyglott APA Guide, Schwedenstrong br Verlag: Langenscheidt Fachv. (ISBN: 3-8268-2307-9) 1. Auflage 2001 br Dieser Reiseführer besticht durch wunderschöne Aufnahmen, die Lust auf Urlaub machen. Da sich unsere Reise aber zum Großteil in Norwegen abspielte, hatten wir wenig Gelegenheit den Reiseführer auszutesten.td tr tr tdiframe src=http:rcm-de.amazon.deecm?t=reisevonsabin-21&o=3&p=8&l=as1&asins=3826823052&fc1=000000&IS2=1<1=_blank&lc1=0000FF&bc1=000000&bg1=FFFFFF&f=ifr style=width:120px;height:240px; scrolling=no marginwidth=0 marginheight=0 frameborder=0iframe td tdstrongPolyglott APA Guide, Norwegenstrong br Verlag: Langenscheidt Fachv. (ISBN: 3-8268-2305-2) Aktualisierte Auflage 2001 br So wie der Schweden-Reiseführer aus der gleichen Serie, enthält auch dieses Buch wunderbare Bilder von Norwegen. Das Kartenmaterial ist sehr ausführlich, oft auf zwei Seiten aufgeteilt. Die Informationen sind gut, wobei manchmal ein bischen spärlich. td tr tr tdiframe src=http:rcm-de.amazon.deecm?t=reisevonsabin-21&o=3&p=8&l=as1&asins=3770128451&fc1=000000&IS2=1<1=_blank&lc1=0000FF&bc1=000000&bg1=FFFFFF&f=ifr style=width:120px;height:240px; scrolling=no marginwidth=0 marginheight=0 frameborder=0iframe td tdstrongLofoten, Vesteralenstrong br Verlag: Dumont (ISBN: 3-7701-2845-1) 4. Auflage 2004 br Super Reiseführer von den Lofoten. Klein und handlich zugleich aber informativ. td tr tbodytable - [Reiseroute Schweden und Norwegen](https://www.bauer-seyr.at/schweden-norwegen/reiseroute) - Reiseroute von Schweden und Norwegen, Lovoten und Vesteralen. Strecke und Landkarte: Flughafen Stockholm, Campingplatz Stockholm, von Lulea nach Jokkmok, Kiruna, Sortland, Kvalnes, Moskenes, Saltstraumen, Mo i Rana, Stordal, Molde, Geiranger, Byrkjelo, Gudvagen, Espeland, Bergen - Mo (Norheimsund), Vagslid, Haug, Oslo Flughafen - [Gedanken danach](https://www.bauer-seyr.at/schweden-norwegen/gedanken-danach) - Skandinavien, ein Land der Kontraste! Zuallererst fällt natürlich die Landschaft ins Auge, die ebenso schön wie rau sein kann: felsige Bergmassive erheben sich majestätisch über tief ins Land eingeschnittene Fjorde – wir waren oft gezwungen, viele Kilometer zurückzulegen, ohne wirklich vorwärts zu kommen! Die Landschaft ist in Wirklichkeit noch viel atemberaubender, als jeder Reiseführer sie zu schildern vermag. Auch was die Jahreszeiten und das Klima anbelangt, wird das Land von krassen Gegensätzen geprägt. Der Golfstrom verschafft den Küstenregionen ein eher mildes Klima, während das Inland im Winter unter einer dicken Schneedecke erstickt. Nördlich des Polarkreises kommt noch die monatelang andauernde Dunkelheit hinzu, für die im Sommer allerdings die rund um die Uhr scheinende Mitternachtssonne entschädigt. Das war ein Naturschauspiel, das wir uns in unseren kühnsten Träumen nicht so schön vorgestellt hätten. Die Tatsache, dass es nicht richtig dunkel wird, war für unsere Psyche schwer zu verkraften. Der Körper war müde, aber der Geist schaffte es oft nicht abzuschalten. Wir haben auf der Reise durch den Norden immer wieder festgestellt, dass die Bewohner eine sehr sympathische und unkomplizierte Art an den Tag legen. Sie sind viel offener und freundlicher, als es dem Klischee vom kühlen, zugeknöpften Skandinavier entspricht. Außerdem haben wir fast überall viel Ruhe und Ausgeglichenheit gespürt. Die Einwohner leben in und mit der Natur: sie fischen leidenschaftlich gern an ihren unzähligen Seen und Flüssen. Wassersport wird überhaupt sehr groß geschrieben. Radtouren und Wandern stehen aber genauso hoch im Kurs. Die Menschen leben in einer Balance zwischen dem traditionellen Lebensweisen und der Dynamik der modernen Zeiten. Viel zu schnell ist die Zeit in Skandinavien vergangen, wir haben sehr viel gesehen und erlebt und das Wichtigste, wir konnten ein wenig vom Alltagsstress abschalten! - [26.07.03 - Rückflug](https://www.bauer-seyr.at/schweden-norwegen/260703-ruckflug) - Nachdem wir die ganze Nacht fast nichts geschlafen haben, sind wir froh, kurz vor 05:00 Uhr morgens aufstehen zu können. Unsere Taschen sind schnell fertig gepackt und nach einer halbstündigen Taxifahrt landen wir auch schon wieder am Flughafen. Die Flüge von Oslo nach Wien und anschließend nach Linz vergehen schnell und ohne Hindernisse. „...ladies and gentlemen, wir landen in Kürze in Linz-Hörsching. Thank you for your attention and good-bye....“ Das einzige Problem ist, dass ein Rucksack unbedingt nach Paris will und uns erst am übernächsten Tag zugestellt wird. - [25.07.03 - Oslo](https://www.bauer-seyr.at/schweden-norwegen/250703-oslo) - Seit 04:00 Uhr in der Nacht schüttet es in Strömen. Der Regen, der eigentlich schon für gestern angesagt war, ist heute doch noch gekommen –für uns trotzdem einen Tag zu früh! img class=alignleft size-full wp-image-264 title=Norwegen - Das Rathaus von Oslo src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe24notesimage3.jpg alt=Das Rathaus von Oslo width=265 height=198 Nach einem ausgiebigen Frühstück und gut eingepackt in unsere Regenjacken, machen wir uns auf dem Weg zum strongRådhusstrong, dem Sitz der Stadtverwaltung. Mit seiner dunkelroten Backsteinverkleidung und den beiden hohen kantigen Türmen ist es der alles überragende Blickfang am Hafen. Der Entwurf zu diesem unübersehbaren Gebäude ging zwar schon 1916 aus einem Architektenwettbewerb hervor, aber die beiden Weltkriege verzögerten seine Fertigstellung derart, dass es erst 1950 eröffnet werden konnte. Der Ostturm des Rathauses beherbergt 38 Glocken, sowie eine der größten Uhren Europas, dessen Ziffernblatt einen Durchmesser von 8,5 Metern hat. Der Innenhof ist geschmückt mit Figuren und Symbolen aus der norwegischen Mythologie, geschnitzt aus Holz. Bemerkenswert sind außerdem die prächtige goldene astronomische Uhr, sowie der Schwanenbrunnen. img class=alignright size-full wp-image-265 title=Norwegen - Wandgemälde im Rathaus src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe24notesimage4.jpg alt=Wandgemälde im Rathaus width=265 height=199 Betritt man das Innere, gelangt man erst in eine riesige Vorhalle mit großen Wandmalereien und Mosaiken von über zwanzig norwegischen Künstlern. Nachdem wir uns von den nassen Jacken befreit haben, gehen wir in die Räume im oberen Stock. Auch hier oben finden wir Malereien vom Boden bis zur Decke und gewaltige Bilder, eines davon ist Edvard Munchs „Leben“. In den Empfangsräumen und Sitzungssälen sind außerdem viele Glasschalen und Geschenke aus den diversen Staatsbesuchen ausgestellt. img class=alignleft size-full wp-image-266 title=Norwegen - Festung Akerhus src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe24notesimage6.jpg alt=Festung Akerhus width=280 height=210 Nicht weit vom Rathaus entfernt liegt am Ostufer des Fjordes die mittelalterliche strongFestung Akerhusstrong. Sie wurde 1308 errichtet, um Oslo von der Seeseite her zu schützen. Die heute zu besichtigende Anlage geht in weiten Teilen auf den dänischen König Christian IV zurück, der Akerhus 1627 zu einem Renaissanceschloss umbauen ließ. Wir schlendern von einem Raum in den anderen und betrachten die schlichte, aber sehr schöne Einrichtung. Infotafeln beschreiben die einzelnen Zimmer und Gegenstände. Es sind nicht sehr viele Touristen unterwegs, sodass wir uns in aller Ruhe alles ansehen und auf uns wirken lassen können. Wir sind tief beeindruckt von der etwas mystisch wirkenden Festung. img class=alignright size-full wp-image-267 title=Norwegen - Deckengemälde im Dom src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe24notesimage7.jpg alt=Deckengemälde im Dom width=306 height=230 Kurz nach Mittag statten wir McDonalds einen Besuch ab, danach setzen wir uns in die Straßenbahn und fahren in den Stadtkern zur Oslo strongDomkirkestrong. Die 1697 erbaute Kathedrale wurde zweimal umfassend restauriert, sodass außer dem Barockaltar von 1699 auch viele Kunstwerke des 19. und 20. Jhdts. das Innere schmücken. Das prächtigste von allem aber ist die Mosaikdecke in ihren strahlenden Farben. Das Gotteshaus ist sehr geräumig und hell, sodass wir gar nicht das Gefühl haben uns in einer Kirche zu befinden. Wir trauen unseren Augen nicht, als wir aus dem Dom hinausgehen. Als wären wir eine Ewigkeit drin gewesen, denn von Regen ist kaum mehr eine Spur und die Sonne lacht vom Himmel. Unser Herz macht Luftsprünge im wahrsten Sinn des Wortes. Um dieses schöne Wetter zu nutzen, machen wir uns auch gleich auf den Weg zum strongFrognerparkstrong, der westlich des Stadtzentrums liegt. Er ist der größte Park Oslos und wird auch strongVigelandspark stronggenannt. Hier kann man das Lebenswerk des berühmten Bildhauers Gustav Vigeland bewundern. Jahr für Jahr lockt er über eine Million Besucher an und wird auch von den Osloern sehr geschätzt. img class=alignleft size-full wp-image-268 title=Norwegen - Der zornige Junge im Vigelandspark src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe24notesimage8.jpg alt=Der zornige Junge im Vigelandspark width=230 height=306 Im Park angelangt, schlendern wir zuerst über die Vigelandsbru, eine Brücke, die mit 58 Kupferfiguren von Männern, Frauen und Kindern geziert wird. Unter ihnen auch der berühmte „Sinnetag“, der zornige Junge. Dahinter steht der 17 Meter hohe Monolith, ein gigantischer Figurenturm aus weißem Granit, der 121 ineinander verschlungene Menschenleiber darstellt. In 40-jähriger Arbeit sind so insgesamt 190 Skulpturengruppen entstanden. Über den künstlerischen Wert der manchmal recht starr wirkenden Riesenleiber scheiden sich bei den Norwegern und Besuchern die Geister. Der Stadt Oslo aber waren sie bis 1945, als der Park eröffnet wurde, immerhin umgerechnet über 5 Millionen Euro wert. Auch wir sind nicht von allen Figuren oder Gruppen begeistert, aber der Ästhetik der Symbiose aus weißem Marmor, blauem Himmel und den bunten Rosen können wir uns nicht entziehen. Die Sonne wird immer kräftiger und für ein Viertelstündchen setzen wir uns auf eine Brüstung und lassen uns von ihr im Gesicht kitzeln. Was ist doch der letzte Urlaubstag noch für ein Prachttag geworden! Aufgrund unserer Euphorie über den schönen Ausklang des Tages übersehen wir bei der Rückfahrt die Ausstiegsstelle. Wir beschließen, zu Fuß zum Hotel zurückzugehen – ist ja nicht so weit! Als wir aber auf einmal in einem Viertel landen, wo man ganz ohne Heimlichtuerei Drogen kaufen kann und die Nutten jedes männliche Wesen ansprechen, das ihnen begegnet, wissen wir, dass wir uns verirrt haben. Ein paar Straßen weiter kauern Jugendliche vor einer Eingangstür und setzen sich gerade Spritzen. Irgendwie befinden wir uns in einem falschen Film! Endlich am Hafen angekommen, brennen uns die Füße und der Rücken schmerzt. Als Belohnung für das tüchtige Marschieren gönnen wir uns noch ein gutes Eis (3 Kugerl für 39,- NOK) –schließlich müssen wir ja unsere letzten NOKs loswerden! p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-269 title=Norwegen - Vigelandspark src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe24notesimage9.jpg alt=Vigelandspark width=230 height=307 p - [24.07.03 - Oslo](https://www.bauer-seyr.at/schweden-norwegen/240703-oslo) - img class=alignleft size-full wp-image-260 title=Norwegen - Norske Folkemuseet src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe23notesimage1.jpg alt=Norske Folkemuseet width=265 height=198 Nach einem ausreichenden Frühstück machen wir uns auf den Weg zur Buslinie, die uns in den Freilichtpark von Norwegen bringt. Nur das erweist sich nicht so leicht, denn nach einer halben Stunde Suche kommen wir wieder vor dem Hotel an – wir sind also irgendwie hin und her gelaufen. Das kann ja heiter werden! Wer suchet, der findet und irgendwann kommt doch jeder an! Schließlich schaffen wir es doch und sogar noch bevor der Park geöffnet hat. Das strongNorske Folkemuseetstrong besteht seit 1894 und ist der größte Freilichtpark Europas mit mehr als 170 Gebäuden aus allen Teilen Norwegens. img class=alignright size-full wp-image-261 title=Norwegen - Norske Folkemuseet src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe23notesimage5.jpg alt=Norske Folkemuseet width=205 height=272 Mit einem Plan ausgerüstet, schlendern wir durch die vielen Gassen, wo man immer wieder in die Häuser hineingehen kann. In sehr vielen davon „leben Familien“ und tragen alte Kleidung oder Trachten. Die Schausteller geben Auskunft über die Bauweise der Häuser und das Leben zur damaligen Zeit. Im Delikatessenladen kaufen wir uns zuckersüße, von Hand hergestellte Lollies und in der Bäckerei sehen wir zu, wie Lefse zubereitet wird. Eier, Zucker, geschmolzene Butter, Sauermilch, Hirschhornsalz und Weizenmehl werden gut vermischt und nach einer Ruhezeit auf einer heißen Platte gebacken. Bestrichen mit gesalzener Butter schmecken diese süßen Fladen ausgezeichnet. Unsere letzte Stabkirche, die wir besichtigen können, ist die ehemalige Kirche von Gol aus dem 13. Jhdt. Da sie sehr baufällig und auch zu klein war, aber niemand für die Restaurierung und den Ausbau aufkommen wollte, wurde 1882 das alte Gotteshaus abgebaut und in Bygdøy bei Oslo im Freilichtmuseum wieder aufgebaut. Schön für uns, dass wir auch hier in aller Ruhe alles besichtigen und fotografieren dürfen. img class=alignleft size-full wp-image-262 title=Norwegen - Kon-Tiki src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe23notesimage6.jpg alt=Kon-Tiki width=216 height=288 Nach mehr als drei Stunden verlassen wir den Park und machen uns auf den Weg zum strongKon-Tiki-Museumstrong. Wir müssen den gesamten Weg zu Fuß laufen, da im Sommer der Touristenbus nicht bis dorthin fährt. Macht nichts, nach einer halben Stunde kommen auch wir dort an. Neben dem Basaltholzboot „Kon-Tiki“ ist hier auch ein Nachbau des aus Papyrus geflochtenen Bootes „Ra II“ ausgestellt. Der norwegische Forscher Thor Heyerdahl überquerte 1947 mit der Kon-Tiki den Pazifik und 1970 mit der Ra II den Atlantik. Er bewies damit seine Theorie, dass frühere Völker bereits ausgedehnte Seereisen unternehmen konnten. Wenn man diese primitiven Boote in Originalgröße so stehen sieht, glaubt man kaum, dass so etwas möglich war. Sechs Personen unterschiedlicher Nationalität waren 101 Tage auf 4.300 Meilen mit der Ra II von Callao Peru bis zum Raroia Atoll unterwegs. Für die Verfilmung dieses Abenteuers erhielt Thor Heyerdahl einen Oskar, den einzigen, den Norwegen je erhalten hat. Nur wenige Schritte neben dem Kon-Tiki-Museum liegt das strongFrammuseetstrong. Die Fram („Vorwärts“ ) dürfte wohl zu den bekanntesten Schiffen der Welt zählen. 1892 ließ der Polarforscher Fridtjof Nansen das stabile, bullige Schiff für seine geplante Nordpolexpedition bauen. Zwar erreichte er den Pol nicht, doch bewies er mit seiner von 1893 – 1896 dauernden Reise, dass ein Schiff, wenn es nur richtig konstruiert ist, jahrelang im Treibeis eingefroren werden kann, ohne von den sich auftürmenden Schollen erdrückt zu werden. Zum Schiff eines Polbezwingers wurde die Fram aber schließlich doch, als Roald Amundsen sie bei seiner erfolgreichen Südpolexpedition (1910 – 1912) verwendete. Heute kann man das recht behaglich eingerichtete Schiff besichtigen, in dem auch viele Ausrüstungsgegenstände ausgestellt sind, die es auf den Fahrten um den ganzen Globus dabei hatte. Auf den schmalen Treppen und Gängen spazieren wir von einem Deck zum anderen und betrachten die Kajüten und zum Schluss auch noch den Maschinenraum. Wir kommen uns wie kleine Ameisen vor, wenn wir zu dem gewaltigen Schiff (Länge 39 Meter, Breite 11 Meter) hinaufblicken. Nicht genug der Attraktionen in Oslo. Wir fahren mit Bus und Zug bis zum strongHolmenkollenstrong, zur berühmtesten Sprungschanze des Landes. Auf dem Holmenkollen wird seit 1892 gesprungen. Jedes Jahr im März findet das legendäre Holmenkollen- Ski-Festival statt und zieht über eine Million Besucher an. img class=alignright size-full wp-image-263 title=Norwegen - Die berühmteste Skisprunganlage der Welt src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe23notesimage7.jpg alt=Die berühmteste Skisprunganlage der Welt width=275 height=206 Im Inneren der Sprungschanze ist ein Skimuseum untergebracht, wo wir viel Wissenswertes über die tausendjährige Geschichte des Skilaufens erfahren. Unter den vielen Ausstellungsstücken finden wir auch Siegerschier von unserem Hermann Maier und dem Andreas Goldberger. Am Ende des Museums gelangen wir zum Lift, der uns in wenigen Sekunden fast bis zum Aussichtsplateau bringt. Nach dem Erklimmen der letzten hundert Stufen stehen wir im Observation Tower. Der Wind pfeift um die Kabine und lässt den Turm leicht wackeln. Mit weichen Beinen stehe ich nun da und weiß nicht, welches Gefühl stärker ist, die latente Höhenangst oder die atemberaubende Aussicht auf Oslo. Bei dem Gedanken, da hinunterspringen zu müssen, steigt der Puls ins Unermessliche. Die Auslauffläche ist gefüllt mit Wasser und wir können einer „Sommerveranstaltung“ beiwohnen, denn ein alter Mann schwimmt mit seinem Hund darin um die Wette. Wieder zurück in der City verraten uns die Uhr und der knurrende Magen, dass es Zeit ist, etwas zu essen. Wie vorgenommen suchen wir uns ein „preisgünstiges“ Restaurant. Ein Kellner fragt uns, ob wir Raucher oder Nichtraucher sind und nachdem wir ihm Non- Smoker antworten, führt er uns ins hinterste Eck des Restaurants. Lange sitzen wir alleine dort, während sich der vordere Bereich schnell füllt. Nach Studium der Speisenkarte bestellen wir Catfish, Salmon und King Size Prawn, dazu eine halbe Flasche Hauswein. Eine wahre Gaumenfreude, nach drei Wochen Packerlessen und kalten Broten. Und weil er so gut schmeckt, bestellen wir auch noch die andere Hälfte der Flasche. Wir sind schnell beschwipst, denn nach wochenlanger Alkoholabstinenz ist die Wirkung enorm. Außerdem quält uns ein überfüllter Magen, weil wir bis auf die Zierpetersilie alles aufgegessen haben. Die Schlemmerei reißt zudem ein ordentliches Loch in unsere Urlaubskasse, denn nach gut einer Stunde gemütlichem Sitzen sind wir 790,- NOK (99,- EUR) los! - [23.07.03 - Oslo](https://www.bauer-seyr.at/schweden-norwegen/230703-oslo) - Obwohl diese Hytte etwas schöner aussieht, hat auch dieses Bett gekracht, als würde es beim nächsten Umdrehen zusammenbrechen. Schnell sind die letzen paar Dinge in den Taschen verstaut, es muss ja diesmal nicht alles so sorgfältig und faltenfrei gepackt werden. Gegen Mittag heißt es „velkommen til Oslo“ und begrüßt werden wir mit wohlig warmen 21° und fast blauem Himmel. Doch zuerst müssen wir noch die 36 km zum Flughafen fahren, um unser Auto zurückzugeben. Die Abstellfläche für Hertz finden wir schnell und auch den Schalter im Flughafengebäude. Die Rückgabe verläuft genauso reibungslos (ohne irgendeine Kontrolle des Autos!) und dann schleppen wir unsere vielen Taschen zum Taxistand. Die Fahrt zurück in die Stadt überleben wir nur knapp, denn ein Autobus rammt uns fast. Dafür haben wir für die abenteuerliche Fahrt über 70 Euro bezahlt! img class=alignleft size-full wp-image-258 title=Norwegen - Köngliches Schloss von Oslo src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe22notesimage4.jpg alt=Köngliches Schloss von Oslo width=265 height=198 Unser Hotel liegt direkt im Zentrum und nachdem wir die Taschen teilweise im Zimmer und an der Rezeption verstaut haben, geht es auch schon wieder los. Unser erstes Ziel ist das strongKongelige Slottetstrong, denn wir möchten die Wachablöse, die jeden Tag um 13:30 Uhr stattfindet, ansehen. Bei genauerer Betrachtung muss man sagen, dass die ganze Prozedur eigentlich ein Zirkus für die Touristen ist. Da marschieren mehr als zwanzig kostümierte, nein unformierte junge Männer auf, um die Kollegen an den verschiedenen Positionen abzulösen. Nach einer halben Stunde ist der ganze Spuk vorbei und wir spazieren zum Hintereingang, um eine Führung durch das Innere mitzumachen. Dass das aber so schwierig werden würde, hätten wir uns nie gedacht. Vor dem Eingang sitzen drei Personen und teilen den ganzen lieben Tag lang den vielen Touristen mit, dass sie sich zuvor ein Eintrittsticket besorgen müssen. Diese gibt es in allen Postämtern in ganz Norwegen, aber das nächste liegt eh ganz in der Nähe. Also machen wir uns gleich auf den Weg und finden auch prompt das kleine Office. Wir gehen zum erstbesten Schalter, worauf die Leute um uns herum zu meckern beginnen. Es dauert eine Weile, bis wir verstehen, dass es beim Eingang einen Ticketautomaten gibt, wo wir uns eine Nummer ziehen müssen. Diese wird beim nächsten frei werdenden Schalter elektronisch angezeigt. Wir müssen Gott sei Dank nicht lange warten, bis wir unsere Eintrittskarten für das Schloss bekommen. Einen kleinen Haken hat die Sache dann doch, denn die Schalterbeamtin gibt uns ein Ticket für die Führung um 14:20 Uhr und nach einem kurzen Blick auf die Uhr wissen wir, dass wir ganze 10 Minuten Zeit haben, um wieder zum Schloss zu kommen. Rasch, rasch, ... aber wir schaffen es. Im Foyer müssen wir alle unsere Sachen abgeben, danach schickt man uns zu zwei großen Körben. Wir trauen unseren Augen nicht, da liegen Duschhauben drinnen, die wir über unsere Schuhe ziehen müssen! Auf der gesamten Führung durch die Räume werden wir von einem Security Guide begleitet und wehe dem, der einen Schritt zu nahe an irgendeinen Tisch oder Bild herantritt! img class=alignright size-full wp-image-259 title=Norwegen - Köngliches Schloss von Oslo src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe22notesimage5.jpg alt=Köngliches Schloss von Oslo width=250 height=168 Das Schloss wurde zwischen 1824 und 1848 auf einem Hügel westlich der Stadt erbaut. Die Architektur des Palastes ist stark beeinflusst durch den „Empire style“, mit Anlehnungen an die römische und griechische Klassik. Mit einen 173 Räumen ist es ein relativ „kleiner“ Palast, dafür sind seine Innenräume reich dekoriert. Wir erfahren sehr viel über die Geschichte von Oslo, dem Leben des König Olav und über das Interieur des Schlosses. Die paar Räume, die wir besichtigen dürfen, beeindrucken uns sehr. Während der Wintermonate bewohnt das Königspaar das Schloss (da weht auf dem Dach die Fahne) und es gibt es keine Besichtigungstouren. Gemütlich schlendern wir danach zum Hafen, wo reges Treiben herrscht. Menschenmassen drängeln sich entlang der Fußgängerzone . Auf der einen Seite reiht sich ein Geschäft an das andere, auf der anderen Seite reiht sich ein Schiff an das andere. Auf einigen haben sich First- class-Restaurants einquartiert. Wir begnügen uns mit den „Köstlichkeiten“ von McDonalds. Überall lungern die vor allem jungen Leute herum und vertreiben ihre Zeit mit essen, tratschen oder manche von ihnen genießen auch ein Schläfchen. Bei einer großen Menschentraube bleiben auch wir stehen, denn da spielt eine Band auf einem Schiff. Auf dem Rückweg zum Hotel hören wir schon von weitem Blasmusik, die vom Theaterpark herüberkommt. Da spielen wahrscheinlich irgendwelche Bayern, ist unser erster Gedanke. Aber als wir dann den Park erreichen und sehen, dass da zwei verschiedene Gruppen musizieren, die beide mit österreichischen Fahnen geschmückt sind, kommen Heimatgefühle auf (obwohl ich Blasmusik eigentlich gar nicht mag). In einer Pause fragen wir sie dann, woher sie kommen und staunen nicht schlecht, als wir hören, dass die beiden Gruppen aus Asten und Hörsching kommen und auf Musiktournee sind. Wir sind also beinahe Nachbarn. Die Passanten sind so angetan von unserem österreichischen Kulturgut, dass sie spontan das Tanzbein schwingen. Wir hören ihnen eine ganze Weile zu und beobachten die herankommenden Leute, wie sie so auf diese Art von Musik reagieren. Am meisten zu begeistern sind die Kinder, die hüpfen und wirbeln herum zum Takt der Musik! Mit brennenden Füßen und Schmerzen im Kreuz kommen wir geschafft wieder im Hotel an. - [22.07.03 - Stabkirchen](https://www.bauer-seyr.at/schweden-norwegen/220703-stabkirchen) - img class=alignleft size-full wp-image-254 title=Norwegen - Blumen src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe21notesimage1.jpg alt=Blumen width=265 height=198 Eine geschlossene Wolkendecke zeigt sich am Horizont, aber es regnet nicht mehr! Da erscheint die Landschaft wieder in seiner Schönheit; auf beiden Seiten Berge, reißende Bäche, Seen, Felder von den fuchsiafärbigen Heidenröschen und verstreut kleine, bunte Holzhäuser – was wünscht man sich mehr! Bei einer kurzen Fahrtpause finden wir in der Nähe der Parkfläche viele süße Walderdbeeren, die am Fuße von blühenden Lupinen wachsen. Inmitten des Lårdals befindet sich die Stabkirche von strongEidsborg strongund kaum eine Kirche ist so sagenumwoben wie diese. Die Meinungen über den Standort der Kirche gingen weit auseinander, aber schließlich fiel die Wahl auf einen Ort, der Kirchental heißt. img class=alignright size-full wp-image-255 title=Norwegen - Stabkirche von Eidsborg src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe21notesimage5.jpg alt=Stabkirche von Eidsborg width=280 height=216 Als die Arbeit begann, waren die Bauleute jedoch hinsichtlich der Lage immer noch unterschiedlicher Meinung. Eines Abends legten die Arbeiter ihr Werkzeug hinter einem großen Stein ab, den sie den Kirchenstein nannten. Am nächsten Morgen war das Werkzeug verschwunden. Nach langem Suchen wurde es wiedergefunden – an der Stelle, an der die Kirche heute steht. Da war es jedem klar geworden, dass höhere Mächte eingegriffen hatten. Aber neue Schwierigkeiten tauchten auf: wie sollte es ihnen hier, wo es so steinig war, gelingen, einen Friedhof anzulegen? Zwei junge Mädchen aus der Gemeinde waren zum Tode verurteilt worden, möglicherweise wegen Kindesmord. Sie erhielten eine Chance, ihr Leben zu retten. img class=alignleft size-full wp-image-256 title=Norwegen - Stabkirche von Eidsborg src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe21notesimage6.jpg alt=Stabkirche von Eidsborg width=221 height=295 Wenn sie genügend Erde für einen Friedhof herbeischaffen könnten, sollte ihnen die Strafe erlassen werden. Jedoch unter der Bedingung, dass sie die Erde in ihren Schürzen transportieren mussten. Natürlich gelang ihnen das Unmögliche und so mancher ihrer Mitbewohner endete viel früher als sie selbst unter der Erde. Lüge oder Sage? Es gibt jedoch zu denken, dass die Friedhofserde von einer ganz anderen Beschaffenheit ist als die übrige Erde in ihrer direkten Umgebung. Ja, so soll es also zugegangen sein, als die Eidsborg Stabkirche gebaut wurde – wahrscheinlich um 1250 – eine der letzten Stabkirchen, die gebaut wurde, bevor die Pest 1349 ihren grausigen Einzug hielt. Wie die meisten Stabkirchen ist auch diese aus riesigen Kernholzkiefern aus der Umgebung gebaut worden. Die Kirche, einschiffig und von einem Svalgang umgeben, der im Süden, Westen und Norden wie eine dichte Wand wirkt, sieht von außen sehr groß aus. Dach, Pfeiler wie auch die Wände sind vollkommen mit Schindeln bedeckt. Von innen erscheint die Kirche eher klein. In alle vier Eckmasten, die auf großen glockenförmigen Basen ruhen, ist jeweils mit Runen ein Männername eingeritzt. Nicht genug der Sagen rund um die Kirche: seit dem frühen Mittelalter stand eine bemalte Holzskulptur des Heiligen St. Nicolaus in der Kirche. Sie trug ein Priestergewand und war so groß wie ein kleinwüchsiger zwölfjähriger Junge. In der Johannisnacht holte man ihn aus der Kirche und trug ihn hinunter zum Eidsborgtjønni. Nach einer gründlichen Waschung wurde Nicolaus dreimal um den Waldsee herumgetragen. Das Bad sollte die Vergebung der Sünden symbolisieren, aber es wird auch behauptet, dass es Nicolaus dazu bewegen sollte, den Bauern gute Ernten zu bescheren. img class=alignleft size-full wp-image-257 title=Norwegen - Stabkirche von Borgund src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe21notesimage7.jpg alt=Stabkirche von Borgund width=368 height=276 Unser nächstes Ziel ist die Heddaler Stabkirche in strongBorgundstrong. Sie ist die größte der Stabkirchen Norwegens und liegt im Unterschied zu vielen anderen Kirchen nicht auf einer Anhöhe, sondern unten in der Ebene am Fluss Heddøla. Die der Jungfrau Maria geweihte Kirche ist wahrscheinlich um 1250 errichtet worden. Sie hat drei kleine Türme, einen auf dem östlichen Ende des Chors, einen mitten auf dem Chor und einen mitten auf der Kirche, in dem die Glocken hängen und der der größte ist. Nicht nur die Ausmaße der Heddal Stabkirche – Höhe 26 Meter, Länge 20 Meter – sondern auch die frühere reiche Ausstattung kündet von den Blütezeiten des Landes und der Gemeinde. Heute gibt es noch einen mittelalterlichen Stuhl in Pfostenkonstruktion, der im Chor steht, und den Altar von 1667 mit der Kreuzigung Christi und dem Abendmahl zu bewundern. Wir haben gerade genug Zeit die Kirche von allen Seiten zu bestaunen, als es wieder wie aus vollen Fässern zu regnen beginnt. Während des ärgsten Ergusses sehen wir uns im Visitorcenter eine interessante Ausstellung über die vielen Umbauten der Kirche während des 18. und 19. Jhdts. an. Nachdem wir uns wieder ins Auto gerettet haben, essen wir provisorisch eine Kleinigkeit und begeben uns dann wieder auf die Fahrt in Richtung Oslo. Als wir in Haug auf dem Campingplatz ankommen, hat der Regen seine Tätigkeit eingestellt. Ist auch gut so, denn wir müssen alles aus dem Auto ausräumen und versuchen, wieder alles in unsere Taschen zu packen. Wir leisten uns noch einmal eine Hytte. Nach getaner Arbeit verzehren wir unsere letzten Lebensmittel, und bevor wir schlafen gehen, machen wir noch einen kleinen Spaziergang durch den Campingplatz. Dabei amüsieren wir uns köstlich über den vielen Kitsch, den sich die Dauercamper aufgebaut haben! An der Rezeption machen wir noch einen Blick in die Zeitung, um uns das Wetter für die nächsten Tage anzusehen. Die Prognose verspricht wechselhafte Tage – es bleibt also April! - [21.07.03 - Jondal, Herand](https://www.bauer-seyr.at/schweden-norwegen/210703-jondal-herand) - ...und es hört nicht auf zu regnen! Kurz vor 10:00 Uhr beginnen wir zu packen. Als es mal kurz nur fein nieselt, bauen wir wie gehetzt das nasse Zelt ab und verstauen es im Auto. Wir wissen zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass es in diesem Urlaub das letzte Mal sein wird. Es ist wieder sehr kühl, aber vorerst verbringen wir unsere Zeit im Auto auf der Fahrt nach strongJondal strongins Hardangergebiet. Die Kirche in Jondal wird auch Hardangerkathedrale genannt, denn sie ist die größte in der Region. Wir gehen eigentlich nur in die Kirche, um einem dringenden Bedürfnis nachzukommen. Wie in fast allen Kirchen Skandinaviens gibt es dort nämlich eine Toilette und diese ist hier besonders groß und modern ausgestattet – sogar behindertengerecht! img class=alignleft size-full wp-image-252 title=Norwegen - Felsmalereien bei Herand src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe20notesimage4.jpg alt=Felsmalereien bei Herand width=180 height=240 Im Reiseführer lesen wir, dass es in der Nähe in strongHerand strongschöne Felsmalereien aus der Bronzezeit gibt. Um ein wenig auf unserer langen Fahrstrecke zu erleben, wollen wir sie uns auch ansehen. Wir erreichen den Ort Herand schon nach kurzer Zeit und finden auch sehr schnell das Symbol, das auf eine Sehenswürdigkeit hinweist. Da wir vermuten, dass die Malereien in nächster Nähe sein werden, nehmen wir nur den Fotoapparat mit. Nach ungefähr einem Kilometer führt die Straße in den Wald hinein und beginnt langsam anzusteigen. Die Straße wird zu einem Weg, nach einigen Metern verschwindet auch dieser und wir müssen mittlerweile wie die Gämsen über Stock und Stein klettern. Wir sind froh, dass wir die festen Schuhe anhaben, denn der feuchte Boden ist sehr rutschig. Aufgrund der Tatsache, dass es tagelang geregnet hat und heute die Sonne die Oberhand übernimmt, dampft es aus dem moosigen Waldboden. Die Luftfeuchtigkeit lässt unseren Kreislauf verrückt spielen, die T-Shirts sind schweißgetränkt. Deshalb überlegen wir einige Male wieder umzudrehen. Die Neugier auf die Felsmalereien lässt uns aber noch eine zeitlang durchhalten. Als wir nach fast einer Stunde mitten auf einer Schafweide anlangen, weit und breit keine Malereien in Sicht sind und wir vor Durst fast umkommen, entschließen wir uns, doch umzukehren. Auf dem gesamten Rückweg schimpfen wir abwechselnd auf den Reiseführer wegen ungenauer Angaben und auf die Norweger, die es mit dem Anschreiben nicht so genau nehmen. Aber wir nehmen uns vor, zu Hause im Internet die Felsmalereien zu suchen, damit wir wissen, was wir nicht gefunden haben! Im Hinterkopf macht sich aber das Gefühl breit, dass hier etwas nicht stimmt und wir gar nicht auf dem richtigen Weg sind. Enttäuscht und gleichzeitig geschafft von der unfreiwilligen Wanderung setzen wir unsere Fahrt fort. Doch nach ein paar Kurven sehen wir wieder eine Tafel UND DA SIND SIE, die Felsmalereien aus der Bronzezeit! Deutlich sieht man primitive Zeichnungen, die Boote, Tiere und Strichmännchen darstellen. Nach der Enttäuschung ist unsere Freude umso größer – ein schöner Anblick die Felsen mit den prächtigen Zeichnungen und gleich daneben die schönen Blüten des violetten Fingerhutes! Diese Stimmung versöhnt uns wieder komplett mit dem Land! img class=alignleft size-full wp-image-253 title=Norwegen - Wasserfall src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe20notesimage5.jpg alt=Wasserfall width=272 height=204 Die Fahrt führt uns weiter auf engen Straßen, vorbei an vielen Obstplantagen (Kirschen und Äpfel) und durch kleine Orte. Am Nachmittag ziehen wieder Wolken auf, und wie soll es auch anders sein, der Regen hat uns wieder eingeholt. Zeitweise schüttet es in Strömen und als es dann auch noch nebelig wird, sinkt unsere Stimmung auf den Nullpunkt. Der einzige kleine Trost zwischendurch sind die gewaltigen Wasserfälle, die fontainenhaft in die Tiefe stürzen und uns immer wieder aufs neue beeindrucken . In der Nähe von strongVågslid strongbefinden wir uns in über 1.200 Meter Höhe und die schneebedeckte, alpine Bergwelt wechselt sich ab mit einer „Mondlandschaft“. Aufgrund des Regens beschließen wir heute eine Hytte zu mieten. Der alte Mann an der Rezeption spricht kein Wort Deutsch oder Englisch, wir kein Norwegisch. Aber mit Händen und Füßen schaffen wir es doch, dass er uns den Schlüssel für unser kleines Häuschen übergibt (NOK 250,-). Obwohl es sehr primitiv eingerichtet ist, stellt es für uns doch den reinsten Luxus dar, denn wir haben einen 2-Platten-Kocher, Tisch, Sesseln und einen Kühlschrank. Das wichtigste aber ist, wir können in einem Bett schlafen (auch wenn es sehr hart ist und bei der geringsten Bewegung kracht)! - [20.07.03 - Bergen](https://www.bauer-seyr.at/schweden-norwegen/200703-bergen) - Nach einer fast schlaflosen Nacht aufgrund des Schnarchers im Nachbarzelt fällt das Aufstehen und Zusammenpacken ein wenig schwer. Es ist anfangs sehr windig, aber gegen 10:00 Uhr steigt die Temperatur bereits auf 22°. Wir sind unterwegs nach strongBergen strongund freuen uns, weil wir für die Tollroad heute nichts bezahlen müssen – ein Sonntagsgeschenk sozusagen! Deshalb nehmen wir es mit Gelassenheit, im Bergener Autobahnnetz ein wenig spazieren zu fahren, weil wir die richtige Ausfahrt nicht finden. Nur gut, dass noch nicht viel Verkehr unterwegs ist. Endlich finden wir den Hafen und einen Parkplatz, der uns nichts kostet, denn wir haben uns die Bergencard besorgt. Bester Laune machen wir uns auf den Weg mitten ins Geschehen. Zwar hat ein Großfeuer im Jahr 1702 die mittelalterlichen Hansehäuser an der Bryggen allesamt zerstört, aber ihre meist Anfang des 18. Jhdts. erbauten Nachfolger zählen dennoch zu den schönsten Häuserzeilen in ganz Norwegen, die zu Recht auf der UNESCO-Liste der schützenswerten Weltkulturgüter stehen. img class=alignleft size-full wp-image-245 title=Norwegen - Alte Häuser in Bergen src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe19notesimage4.jpg alt=Alte Häuser in Bergen width=244 height=183 Im Jahr 1343 eröffnete der „Hanse“ genannte Bund meist norddeutscher Städte sein erstes Kontor in Bergen, in dem hauptsächlich Stockfisch von den Lofoten, Salz und Getreide aus Mitteleuropa umgeschlagen wurden. Dieser Handel war so lukrativ, dass an der strongBryggenstrong, dem besten Teil des Hafens, bald ein nur von Deutschen bewohntes Viertel entstand. Zur Blütezeit der Hanse waren von den 10.000 Einwohner Bergens gut ein Fünftel Deutsche. Die deutschen Kaufleute sicherten sich viele Privilegien, die ihnen gegenüber ihren norwegischen Kollegen wichtige Wettbewerbsvorteile verschafften, aber auch der Neid ihrer Konkurrenten schürten. So musste die Hanse diverse norwegische Versuche abwehren, ihre Sonderrechte drastisch zu beschneiden – bisweilen sogar unter Androhung von Waffengewalt. Bereits im 16. Jhdt. begann der allmähliche Niedergang des Hansekontors in Bergen und 1764 waren alle Handelshäuser der Stadt in norwegischer Hand. img class=alignright size-full wp-image-246 title=Norwegen - Ansicht Bergen vom Hausberg Floy src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe19notesimage5.jpg alt=Ansicht Bergen vom Hausberg Floy width=265 height=198 Mit ihren leuchtenden Farben steht Haus an Haus und auch heute ist noch das Flair der früheren Zeit spürbar. Die kleinen Geschäfte und Cafés, die in diesen alten Holzhäusern untergebracht sind, laden uns zum Verweilen ein. Am strongTorget strong- dem Marktplatz - haben die Händler ihre Stände aufgebaut. Wir schlendern von einem zum anderen und uns läuft beim Anblick das Wasser im Mund zusammen. Da gibt es neben vielen anderen Sorten Obst riesige dunkelrote Moreller (Kirschen). Ich glaube der Preis ist der Größe der Früchte angepasst... Auch Blumen und allerlei touristischer Ramsch wird angeboten. Das Highlight des Marktes sind aber die vielen Fische, Muscheln und Krustentiere. Auch wir können dem Duft nicht widerstehen und kaufen uns köstliche Lachsbrötchen. Gleich neben dem Markt schaukeln im Hafenbecken riesige, beeindruckende Schiffe und Yachten. In der strongDomkirke stronglauschen wir eine Weile der Messe, die gerade zelebriert wird. Wir verstehen natürlich kein Wort und das Gequassel hört sich an, als würde man eine Märchenkassette verkehrt abspielen! Außerdem fällt uns auf, dass es hier auch sehr wenig Kirchgeher gibt, denn grob gezählt, sitzen etwa vierzig Personen vereilt in den Bänken. Die Kathedrale stammt aus dem 12. Jhdt. und wurde mehrfach umgebaut, sodass sie heute eine Mischung verschiedener Baustile darstellt. Hinter dem Altar wird ein großes, buntes Fensterbild von der Sonne angestrahlt, sodass der Raum in den schönsten Farben leuchtet. Nach dem Besuch der „Sonntagsmesse“ spazieren wir durch die schmalen Gassen der Altstadt zur strongFløybanstrong. Die 1918 eröffnete Standseilbahn führt uns in nur acht Minuten auf den 320 Meter hohen Hausberg Floy. Von hier oben hat man einen weiten Ausblick auf den Fjord, die verschiedenen Häuserzeilen und das verknotete Autobahnsystem Bergens. Nachdem wir die schöne Aussicht eine zeitlang genießen, machen wir es uns auf einer Bank bequem und verzehren unser Picknick. img class=alignleft size-full wp-image-247 title=Norwegen - Hakonshalle src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe19notesimage6.jpg alt=Hakonshalle width=265 height=198 Als Bergen im Mittelalter norwegische Hauptstadt wurde, entstand in der Stadt ein erster, Bergenhus genannter, und noch aus Holz erbauter Königshof. Während des 13. Jhdts. wurde dieser zu einer steinernen Festung ausgebaut. Der älteste Teil der noch heute erhaltenen Anlage ist die strongHåkonshallestrong, die zwischen 1247 und 1261 von König Håkon IV erbaut wurde. Bei der Explosion des holländischen Munitionsschiffes im Jahr 1944 wurde sie vollständig zerstört. Zum 700-jährigen Bestehen der Stadt 1961 wurde sie wieder originalgetreu aufgebaut. Heute dient sie als stimmungsvoller Konzertsaal mit Kunstgalerie. Wir schließen uns einer Führung an, bei der wir die verschiedenen Wohnräume, den Aussichtsturm und sogar den Kerker besichtigen dürfen. Tief beeindruckt verlassen wir nach einer Stunde das Gebäude und gehen zum danebenliegenden strongRosenkrantztårnstrong. Dieser fiel derselben Explosion wie die Håkonshalle zum Opfer. Benannt wurde der ebenfalls wieder aufgebaute Turm nach dem dänischen Stadthalter Erik Rosenkrantz. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-248 title=Norwegen - Stabkirche von Fantoft src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe19notesimage7.jpg alt=Stabkirche von Fantoft width=211 height=281 img class=aligncenter size-full wp-image-249 title=Norwegen - Stabkirche von Fantoft src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe19notesimage8.jpg alt=Stabkirche von Fantoft width=198 height=281 p Einige Kilometer vom Kern Bergens entfernt - im Vorort Paradis - steht die strongStabkirche von Fantoftstrong. Im Jahr 1883 kaufte ein reicher Bergenser die ursprünglich am Sognefjord beheimatete Kirche und ließ sie auf sein Privatgrundstück „verpflanzen“. 1992 brannte sie jedoch vollständig nieder, wurde aber inzwischen in alter Schönheit 1997 wieder aufgebaut. Eine Kirche im alten Stil gebaut mit neuem Holz sieht irgendwie eigenartig aus. Bis ins kleinste Detail ist sie nach Originalplänen erreichtet. Zu unserer Freude dürfen wir hier Fotos auch vom Inneren machen und die Schnitzereien mit den Fingern befühlen. img class=alignleft size-full wp-image-250 title=Norwegen - Troldhaugen - das Sommerdomizil von Edvard Grieg src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe19notesimage9.jpg alt=Troldhaugen - das Sommerdomizil von Edvard Grieg width=256 height=192 img class=alignleft size-full wp-image-251 title=Norwegen - Statue des Komponisten Edvard Grieg src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe19notesimage10.jpg alt=Statue des Komponisten Edvard Grieg width=144 height=192 Nur acht Kilometer entfernt liegt strongTroldhaugenstrong, das Sommerdomizil des Komponisten Edvard Grieg, am Nordhås-See. Das anheimelnde Holzhaus ist noch genau so erhalten, wie es 1907 war, dem Todesjahr von Grieg. Auch das Klavier des Tondichters im gemütlichen Wohnzimmer ist noch voll funktionsfähig. Erst sind wir fast allein im Haus unterwegs und können in Ruhe die einzelnen Räume mit den alten Einrichtungsgegenständen und den vielen Bildern bestaunen. Doch dann kommt eine Riesenhorde, verstellt die Sicht und ein Lärm entsteht, dass man sein eigenes Wort nicht mehr versteht. Übrigens, der Herr Grieg hatte eine verblüffende Ähnlichkeit mit Einstein, mit seinem struppigen weißen Haaren und dem ungepflegt wirkenden Schnauzbart! Den Abschluss des Tages soll die strongInsel Lysøystrong machen, die südlich von Bergen liegt. Dort ließ sich der Geiger Ole Bull inmitten eines Parks ein Sommerhaus im Stil der Alhambra erbauen. Es vermischen sich traditioneller norwegischer Holzbau mit maurischer und russischen Stilelementen. Das Gebäude ist nur erreichbar mit einem Pendelboot. Um mit der letzten Fahrt noch mitzukommen müssen wir uns sehr beeilen. Obwohl wir die schmalen Serpentinen hinunterrasen wie Niki Lauda in seinen besten Jahren, verpassen wir das Boot um nicht mal fünf Minuten. Wie zwei begossene Pudel stehen wir am Hafen und schauen dem Boot nach. Durch das Fernglas sieht man ganz gut die Umrisse des Hauses in der untergehenden Sonne. Gegen 17:00 Uhr sind wir wieder on the road again, weg vom beeindruckenden Bergen – ich habe sie zu meiner persönlichen Lieblingsstadt Norwegens erklärt! Am Campingplatz in Mo schlagen wir unser Zelt auf und genießen die warme Abendsonne. Doch schon nach kurzer Zeit – wie kann es anders sein - zeigen sich erste schwarze Wolken am Himmel und es dauert nicht lange, bis kräftiger Wind aufzieht, es zu blitzen und donnern beginnt und es dann ordentlich zu schütten anfängt. Ein gutes hat die ganze Sache allerdings doch – es ist die erste Nacht, in der es endlich wieder einmal dunkel wird! - [19.07.03 - Fahrt mit der Flambåhn](https://www.bauer-seyr.at/schweden-norwegen/190703-fahrt-mit-der-flambahn) - Die ganze Nacht regnet es ununterbrochen, unser Zelt ist triefend nass und die Luft ist kühler geworden, als die Tage zuvor. Nach dem Packen sind wir noch eine Stunde damit beschäftigt, das Zelt so halbwegs trocken zu tupfen. Das Wetter spielt April im wahrsten Sinn des Wortes, denn als wir am Bahnhof von Flåm ankommen, zeigt sich die Sonne wieder von ihrer schönsten Seite. img class=alignleft size-full wp-image-244 title=Norwegen - Wasserfall entlang der Flam-Bahn src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe18notesimage3.jpg alt=Wasserfall entlang der Flam-Bahn width=240 height=320 strongFlåmstrong liegt am südlichen Ende des Aurlandfjordes, der der Ausgangspunkt der Flåmbahn nach Myrdal ist, einer der spektakulärsten Eisenbahnstrecken Europas. Auf nur 20 Kilometern überwindet die Strecke einen Höhenunterschied von 870 Meter und ist mit ihren 20 Tunnels ein Meisterstück des Eisenbahnbaus. Mit 5,5 % Steigung ist sie zudem die steilste Bahnstrecke Europas. Die Flåmbahn wurde 1940 nach 16-jähriger Bauzeit eröffnet und ist seit 1944 elektrifiziert. Heute werden über 300.000 Fahrgäste im Jahr befördert, von denen die meisten Touristen sind. Um 12:20 Uhr ist Abfahrt und die Wirklichkeit ist schöner, als alle Beschreibungen in den Prospekten und Reiseführern. Unzählige Wasserfälle stürzen die Berge herab und beim schönsten, dem Kjosfossen dürfen wir sogar für 15 Minuten aussteigen. Die Gischt peitscht uns ins Gesicht und man versteht sein Wort kaum mehr, weil es vom gewaltigen Rauschen verschluckt wird. Nach einigen Minuten ertönt klassische Musik, die sich mit dem Plätschern des Wassers harmonisch verbindet. Wie gezaubert erscheint plötzlich neben dem Wasserfall eine junge Frau mit langem schwarzem Haar und einem roten wehenden Kleid. Mystisch bewegt sie ihren Körper und die Arme im Rhythmus der Musik. Dann verschwindet sie plötzlich wieder so schnell, wie sie aufgetaucht ist. Ein paar Meter daneben erscheint aus einer Ruine eine andere Tänzern und verzaubert uns. Zum Ausklang der Musik ist auch sie wieder verschwunden. Kurz darauf ertönt die Sirene des Zuges zum Einsteigen. Nach nicht ganz einer Stunde sind wir am Ziel und aus unserem Vorhaben, ein wenig Sightseeing zu machen, wird dann leider nichts. Denn mehr als die Endstation der Flåmbahn gibt es hier nicht! So überlegen wir nicht lange, springen wieder in den Zug und genießen bei der Rückfahrt wieder die wunderschöne Landschaft. Auf der Fahrt entlang des Hardangerfjordes begegnen uns wieder einige „lebensmüde“ Langläufer. Mit einem Affenzahn brausen sie mit ihren Schiern auf Rädern auf der Straße. Das Aprilwetter zeigt sich mittlerweile wieder von seiner schlechten Seite, denn Nieselregen und ordentliche Schauer wechseln sich ab. Aber gerade in dieser Stimmung sehen die schroffen Berghänge sehr beeindruckend aus, zumal wir sie ja auch aus dem Auto, also im Trockenen, betrachten können. Ungefähr 30 Kilometer vor Bergen checken wir in einem großen Campingplatz ein und in Windeseile stellen wir unser Zelt auf, denn dicke Wolken zeigen sich am Himmel und der Nieselregen peitscht auf uns herab. - [18.07.03 - Stabkirchen](https://www.bauer-seyr.at/schweden-norwegen/180703-stabkirchen) - img class=alignleft size-full wp-image-238 title=Norwegen - Stabkirche von Urnes src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe17notesimage2.jpg alt=Stabkirche von Urnes width=205 height=273 Nachdem gegen Mitternacht Regen und Wind aufziehen, zeigt sich am Morgen eine dichte Wolkendecke am Himmel. Auf der gesamten Fahrtstrecke von Skei nach Sogntal plagt sich die Sonne durchzukommen. Ein Tunnel reiht sich an den anderen und einer ist dunkler als der andere. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens müssen wir aber ständig das Fernlicht ausschalten, sodass wir halb blind durch die schmalen Röhren irren. Zu unserem Entsetzen ist das Überholen in den Tunnels auch noch erlaubt! Zusätzliche Gefahren stellen die vielen Schafe und Ziegen dar, die in den Tunnels gemütlich ihr Schläfchen abhalten und Schutz vor dem Wetter suchen. Unser erstes Highlight des Tages ist die strongStabkirche von Urnesstrong. Sie ist erreichbar mit einer kleinen Autofähre, die vom 11 km nordöstlich von Sogndal gelegenen Ort Solvorn über den Lustrafjord führt. Nach einer 15minütigen Fahrt und einer kleinen Bergwertung stehen wir vor ihr! Die Stabkirche von Urnes ist die älteste Norwegens und von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Sie wurde zwischen 1130 und 1150 erbaut und im 17. und 18. Jhdt. erweitert. Die Schnitzereien an den Portalen sind noch unbeeinflusst von der ersten christlichen Kunstrichtung, bei der die Pflanzenornamentik mehr und mehr durch die Tierornamentik verdrängt wurde. img class=alignright size-full wp-image-239 title=Norwegen - Altar in der Stabkirche von Urnes src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe17notesimage3.jpg alt=Altar in der Stabkirche von Urnes width=253 height=189 Mit einer Führung betreten wir das Innere der Kirche und uns bleibt - im wahrsten Sinn der Worte - der Mund offen stehen. Wir sind tief beeindruckt von der Konstruktion und den noch teilweise schön erhaltenem Mobiliar und Gemälden. Die Säulen und Balken sind mit Schnitzereien verziert und die Kanzel und der Altarraum werden geziert mit prächtigen Malereien. Ein großer schmiedeeiserner Leuchter in Form eines Wikingerschiffes hängt von der Decke. Mit einem mindestens 20 cm großen Schlüssel wird diese Kirche versperrt, den wir uns kurz ausleihen, um ein Foto davon zu machen. Heute wird die Kirche noch für besondere Anlässe, wie Hochzeiten und Taufen, verwendet. In einem Café genießen wir dann köstliche Waffeln mit Himbeermarmelade und sourcream, bevor wir uns auf den Rückweg machen. Kurz vor der Anlegestelle kaufen wir einem Mädchen noch eine Tasse riesige (2 cm Durchmesser) Bringebæren ab, die wir uns während der Wartezeit auf die Fähre schmecken lassen. Nicht weit von Urnes liegt der Ort strongKaupanger strongmit seiner gleichnamigen Stabkirche aus dem Jahr 1180. Sie ist zwar die drittälteste in Norwegen, wurde aber 1862 so gründlich renoviert, dass nicht mehr viel von ihrem ursprünglichen Charakter übrig blieb. Außen wurde sie mit einer waagrechten Vertäfelung versehen und graubraun gestrichen. Die Kaupanger Stabkirche ist fast ununterbrochen genutzt worden und dient heute noch als Distriktskirche. Aufgrund dessen, dass wir hier keine Führung bekommen und uns diese Kirche auch nicht so gut gefällt, verlassen wir die heilige Stätte schon nach kurzer Zeit und begeben uns wieder auf die Straße. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-240 title=Norwegen - Stabkirche von Kapauner src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe17notesimage5.jpg alt=Stabkirche von Kapauner width=210 height=281 img class=aligncenter size-full wp-image-241 title=Norwegen - Stabkirche von Kapauner src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe17notesimage6.jpg alt=Stabkirche von Kapauner width=375 height=281 p Zu unserer Freude meint es das Wetter gut mit uns, denn die Sonne setzt sich wieder durch. Es sind nur noch ein paar Schäfchenwolken übrig geblieben, als wir auf der Fahrt durch das Lærdal bis nach strongBorgund strongfahren. Hier steht, umgeben von steilen Felsen, die am besten erhaltene Stabkirche. Beim Anblick dieses Prachtstückes ist unsere Euphorie kaum zu bremsen, denn von der ersten Minute an sind wir total verzaubert von ihrer Schönheit. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-242 title=Norwegen - Stabkirche von Borgund src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe17notesimage8.jpg alt=Stabkirche von Borgund width=257 height=193 p Das Holz für die Kirche wurde im Winter 1180 eingeschlagen und vermutlich wurde das Gebäude unmittelbar danach errichtet. Das komplizierte Bauwerk wurde von fahrenden Handwerkergruppen erstellt, die Können und Erfahrung mitbrachten. Es gab ähnliche Kirchen auch in anderen europäischen Ländern, aber nur in Norwegen sind sie erhalten geblieben. Von den ursprünglich mindestens 1.000 Kirchen existieren heute nur noch 28. Die Stabkirche von Borgund hat ohne größere Änderungen überlebt. Sie war 1782 fast ein Raub der Flammen geworden, als eine geistig verwirrte Frau sie in Brand steckte. Nur einem Zufall ist es zu verdanken, dass ein Bewohner aus der Umgebung genau zu diesem Zeitpunkt vorbei ging und Hilfe holen konnte. Die Kirche wurde 1877 vom Verein zur Denkmalpflege gekauft. Sie ist mit drei Schiffen, einem Chor und einer Apsis ausgestattet und um das gesamte Gebäude führt ein Svalgang herum. Das Westportal ist mit für die damalige Zeit typischen Schnitzerein reich verziert. Es zeigt drachenähnliche, im Kampf verbissene Tiere und ineinander verflochtene Rankenmotive. Die Innenausschmückung ist einfach und der Kirchenraum liegt fast im Dunkeln. An den Außenwänden wurden Sitzbänke angebracht, die Alten und Kranken vorbehalten waren. Während der Messe standen die Männer rechts nahe dem Ausgang und die Frauen auf der linken Seite – und das hatte auch seinen Grund, denn der Teufel kommt von der linken Seite und da sollten die Frauen zuerst daran glauben! Heute ist nichts mehr von der ursprünglichen Ausstattung übrig geblieben; der Altar und die Kanzel stammen aus nachreformatischer Zeit. Auf den Außen- wie auch auf den Innenwänden gibt es mehrere Runeninschriften, die sprachhistorisch im 12. Jhdt. angesiedelt werden können. Jede Kirche ist hier direkt umgeben vom Friedhof, der nicht so kitschig oder prunkvoll ist, wie so mancher bei uns. Da steht meist ein einfacher Stein oder ein schmiedeisernes Kreuz, eine Kerze und ein paar Blumen und alles inmitten einer Wiese. Grabeingrenzungen oder Gruften gibt es hier nicht. Die Menschen sind einfacher und bescheidener, das kann man in diesem Land immer wieder beobachten. Irgendwie hat diese Kirche etwas Magisches an sich, denn wir können gar nicht genug bekommen von diesem Kunstwerk der Vergangenheit. Wie gebannt schauen wir sie uns immer wieder an und betrachten auch die prächtigen Details. Das gesamte Gebäude ist aus Holz, von den Balken, jedes Schindel bis hin zu den Nägeln. Die schönen geschnitzten Dachgiebeln mit den Drachenköpfen – übrigens, die Drachen sollten das Böse von der Kirche abhalten. Ein Wahnsinn, was die Handwerker leisteten und vollbrachten, denn Maschinen hat es zur damaligen Zeit nicht gegeben! Wir können uns nur schwer loseisen, auch nachdem wir schon unzählige Fotos gemacht haben. Ein kleines Stück der Fahrtstrecke müssen wir wieder zurückfahren und am Beginn des Lærdals erwartet uns der 24,5 km lange Tunnel nach Aurland – der längste Tunnel der Welt! Er ist genauso finster wie all die anderen, nur an vier Teilabschnitten hat man größere Ausbuchtungen gebaut, die schon von weitem durch ihre blaue Beleuchtung auf sich aufmerksam machen. Bei dem Gedanken eine Panne zu haben, macht sich ein ungutes Gefühl und Platzangst breit. Verschlimmert wird die ganze Situation noch, weil eine Fahrgeschwindigkeit von nur 70 kmh erlaubt ist. Dadurch dauert die Fahrt noch länger! img class=alignleft size-full wp-image-243 title=Norwegen - Stabkirche von Undredal src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe17notesimage9.jpg alt=Stabkirche von Undredal width=159 height=212 Auf dem Weg nach strongUndredal strongzur kleinsten Stabkirche Sakndinaviens werden wir von hunderten Schafen und Ziegen aufgehalten, die gerade auf dem Weg nach Hause sind. Weil sich die Vierbeiner trotz des Drängelns von hinten so viel Zeit lassen, verpassen wir um nur zwanzig Minuten die letzte Führung durch das Innere der Kirche. Die weiße Holzkirche mit ihren vierzig Sitzplätzen wurde 1147 gebaut und heute noch werden Gottesdienste abgehalten. Leider können wir sie nur von außen mit einem Blick durch die Fenster betrachten. Nicht weit von Flåm entfernt schlagen wir unser Nachtlager auf. Der kleine Campingplatz ist umrandet von Bergen mit prächtigen Wasserfällen. Die Abendsonne lässt das Gestein in schönem Gold erstrahlen, die Berge wirken richtig dreidimensional. In dieser romantischen Umgebung genießen wir unser Abendessen, doch noch bevor wir den Tisch abräumen, beginnt es zu nieseln. So müssen wir schon nach 21:30 Uhr ins Zelt klettern. - [17.07.03 - Geirangerfjord](https://www.bauer-seyr.at/schweden-norwegen/170703-geirangerfjord) - p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-233 title=Norwegen - Geiranger Fjord src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe16notesimage1.jpg alt=Geiranger Fjord width=373 height=280 img class=aligncenter size-full wp-image-234 title=Norwegen - Seven Sisters Wasserfälle src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe16notesimage2.jpg alt=Seven Sisters Wasserfälle width=210 height=280 p Warmer Sonnenschein weckt uns. Nach dem Frühstück gehen wir zur Touristeninformation und buchen eine eineinhalbstündige Fahrt mit einem Ausflugsschiff auf dem strongGeirangerfjordstrong. Hinten an der Reling stehend, genießen wir die Fahrt, die uns vorbei an den berühmten Wasserfällen „Brautschleier“ und „die 7 Schwestern“ führt. Wir werden begleitet von vielen kreischenden Möwen, als würden sie uns ihre Heimat zeigen. Felsen zwischen 1.400 und 1.600 Metern ragen hoch hinauf und wenn man genau schaut, kann man noch vereinzelt die alten Gehöfte sehen, die auf den Anhöhen stehen. Der Guide erzählt uns eine lustige Geschichte aus früherer Zeit, als die Bauern ihre Höfe nur mit einer Strickleiter vom Fjord aus erreichen konnten. Eines Tages, als der Steuereintreiber wieder unterwegs war, zog man die Leiter einfach hoch, sodass ihm der Zugang unmöglich war. Ob sie dadurch den Steuern entkommen konnten, das weiß man jedoch nicht. Die Kinder dieser Bauern mussten mit Seilen angebunden werden, damit sie nicht ins Meer hinunter stürzten. img class=alignleft size-full wp-image-235 title=Norwegen - See src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe16notesimage5.jpg alt=See width=226 height=169 Am Nachmittag sind wir wieder unterwegs, hoch in die Berge hinauf bis auf fast 1.500 Meter (bei Dalnsibba). Schöne Wasserfälle und Bergseen leuchten wieder im Schein der Sonne. Zwischendurch machen wir immer wieder kurze Pausen und gönnen unseren Füßen Kneippbäder im eiskalten Wasser. Als wir direkt an großflächigen Schneefeldern vorbeifahren, fühlen wir uns wie mitten in den Tiroler Bergen! Das Wetter wird zunehmend schlechter und nachdem wir durch einen 8 km langen Tunnel fahren, befinden wir uns wie in einer anderen Welt. Die Sonne versteckt sich hinter Regenwolken und es kühlt merklich ab. Um unseren Allerwertesten ein wenig aufzuwärmen, schalten wird die Sitzheizung unseres Autos ein. Bei Olden fahren wir in das Gebiet des strongJostedalsbreenstrong. Schon von weitem sehen wir den bläulich schimmernden Gletscherwasserfall. Dank der extrem hohen Niederschläge wächst der 475 km² große Jostedalsbre an einigen seiner 26 Zungen um bis zu 18 cm täglich, während anderswo in Europa aufgrund des Treibhauseffektes die Gletscher dramatisch abschmelzen. Wir erreichen am späten Nachmittag den im Westen gelegenen Briksdalsbre. Schnell die Wanderschuhe und eine Jacke angezogen und schon machen wir uns auf den Weg. Mehr als eine halbe Stunde über Stock und Stein sind wir unterwegs, bis wir am Fuß des Gletschers ankommen. Auf den letzten Metern macht sich bereits die kühle Luft des Eises bemerkbar. Unbeschreiblich schön ist die Gewaltigkeit des Eises und trotz des Schmutzes an der Oberfläche leuchtet das Blau aus den Gletscherspalten. Das Schmelzwasser stürzt laut tosend den Berg herunter. Aufgrund der fortgeschrittenen Tageszeit sind nur noch wenige Touristen hier. Als dann der Himmel doch noch ein wenig blau wird und die Sonne hinter den Wolken hervorguckt, ist die Stimmung perfekt. Glücklich und bester Laune fahren wir zurück und lassen den Tag in Byrkjelo ausklingen. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-236 title=Norwegen - Gletscher Jostedalsbreen src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe16notesimage7.jpg alt=Gletscher Jostedalsbreen width=171 height=228 img class=aligncenter size-full wp-image-237 title=Norwegen - Gletscher Jostedalsbreen src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe16notesimage8.jpg alt=Gletscher Jostedalsbreen width=171 height=228 p - [16.07.03 - Trollstiege, Geiranger](https://www.bauer-seyr.at/schweden-norwegen/160703-trollstiege-geiranger) - Wir werden langsam „Meister des Verfahrens“! Nachdem wir schon gestern einige Kilometer umsonst gefahren sind, geht es auch heute wieder retour statt vorwärts! Die verwirrenden Beschilderungen soll mal einer verstehen! Wenn man glaubt, hier auf geraden Straßen direkt zum Ziel zu kommen, hat man die Rechnung ohne die Natur gemacht. Die vielen Inseln und Fjorde zwingen zu enormen Umwegen – aber in wunderschöner Landschaft. Die geschlossene Wolkendecke, die wir frühmorgens noch gehabt haben, löst sich langsam auf und die Sonne gewinnt Oberhand. img class=alignleft size-full wp-image-228 title=Norwegen - Atlantikstraße src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe15notesimage3.jpg alt=Atlantikstraße width=258 height=193 Unser nächstes Ziel auf der Reise ist die strongAtlantikstraßestrong, die zwischen Molde und Kristiansund liegt. Der Atlanterhavsvei ist eine 8.274 Meter lange Festlandsverbindung durch den offenen Atlantik zwischen den Gemeinden Averøy und Eide in der Landschaft Nordmøre. Bis in das Jahr 1909 gehen die Pläne für eine Verbindung über die Inselkette im Atlantik zwischen Averøy und dem Festland zurück. Damals gingen die Pläne allerdings von einer Eisenbahnverbindung aus. Nachdem das Auto mehr und mehr an Bedeutung gewann, verlor sich das Interesse an der Eisenbahn nach und nach, bis das Projekt 1935 endgültig zu den Akten gelegt wurde. Erst in den 70er Jahren wurde die Idee einer Verbindung wieder aufgegriffen, dieses Mal aber als Strasse. Und am 1. August 1983 begannen die Bauarbeiten. Eröffnung war am 7. Juli 1989. img class=alignright size-full wp-image-229 title=Norwegen - Atlantikstraße src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe15notesimage5.jpg alt=Atlantikstraße width=256 height=191 Die Straße sieht auf Bildern, die aus der Luft aufgenommen sind, spektakulärer aus, als sie dann wirklich ist. Trotzdem finden wir die Fahrt lustig und bei der Rückfahrt legen wir einen kurzen Stop bei einer Raststelle ein, um die Landschaft zu betrachten. Im Meer schwimmen hunderte Fische und zwischen ihnen schweben rosa Quallen. Sie sehen sehr schön und anmutig aus, aber sie sind – wie man uns erzählt - sehr giftig. Auf dem Weg zurück nach Molde werden wir von der Polizei aufgehalten. Sind wir etwa zu schnell gefahren oder ist es nur eine Kontrolle? Als uns der Polizist dann noch auf norwegisch anspricht, sind wir leicht verunsichert. Wir werden nach unserem Reiseziel gefragt und woher wir kommen. Dann erklärt er uns, dass die Zufahrt nach Molde gesperrt ist. Der Besuch des israelischen Premierministers Ariel Sharon ist angesagt und deshalb ist großes Polizeiaufgebot unterwegs. An Molde vorbei fahren wir weiter auf der E64, nehmen bei Sølsnes wieder eine Fähre und erreichen am frühen Nachmittag Åndalsnes. img class=alignleft size-full wp-image-230 title=Norwegen - Fähre src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe15notesimage6.jpg alt=Fähre width=248 height=186 Die Natur zeigt sich wieder von ihrer schönsten Seite. Tiefgrüne Wiesen auf denen große Kuhherden grasen und eine Blütenpracht, farbig wie aus dem Malkasten! Und immer wieder erblicken wir zwischen den Bäumen Sprungschanzen. Unser nächstes Ziel ist die strongTrollstigvei strong(Trollstiege). Elf dramatische Serpentinen schlängeln sich den Berg hinauf. Die Straße ist schmal, aber dennoch parken alle paar Meter Autos am Rand. Nicht nur wir sind von den gewaltigen Bergen mit den Schneefeldern begeistert. Wasserfälle, wohin wir schauen, stürzen mit einer gewaltigen Wucht den Berg hinunter. Ungefähr bei der Hälfte führt ein Fall direkt unter der Straße hindurch und die Gewalt des Wassers peitscht uns die Gischt ins Gesicht. img class=alignright size-full wp-image-231 title=Norwegen - Trollstiege src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe15notesimage7.jpg alt=Trollstiege width=240 height=180 In meinem Magen macht sich ein mulmiges Gefühl breit, als wir in den Kehren bis an den Abgrund anderen Autos ausweichen müssen. Am oberen Plateau angekommen, bietet sich uns ein Bild wie auf einem 3.000er –eine Aussicht kilometerweit! Wir wandern ein Stück zu einem kleinen Aussichtsplatz, von wo man die Windungen der Straße auf einen Blick sieht. Das ist pure Freiheit und eine Luft gibt es da oben! Wir gönnen uns einen kurzen Aufenthalt in dieser prächtigen Umgebung, bevor wir auf der anderen Seite des Berges wieder hinunterfahren. Türkisgrüne Bergseen mit schwimmenden Eisschollen prägen das Bild. Gruppen von Touristen sitzen an den Ufern, genießen die Landschaft und ihr Picknick. Mittlerweile reiht sich eine Erdbeerplantage an die andere, die Luft duftet nach den köstlichen Früchten und bei fast jedem Haus steht ein Verkaufsstand. Auf der sogenannten Adlerstraße sieht man bereits auf den ersten Serpentinen wie aus der Vogelperspektive hinunter auf den Geirangerfjord. Wir checken auf dem Campingplatz direkt in der Ortschaft Geiranger ein und machen uns dann auf die Suche nach einer Bank. Mit unseren letzten 7,- NOK, die wir noch besitzen, kommen wir nicht sehr weit und unsere Mastercard ist leider nicht sehr beliebt hier im Norden (VISA gefällt ihnen schon besser – ham ma aber net!). Nach einem ausgedehnten Spaziergang kehren wir zu unserer „Unterkunft“ zurück und machen uns einen gemütlichen Abend. Es ist 19:00 Uhr und noch sehr heiß. Der Campingplatz ist vom Gebirge umgeben und über den Schatten, den diese spenden, sind wir dankbar, als langsam die Sonne hinter den Bergen versinkt. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-232 title=Norwegen - Abendstimmung src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe15notesimage8.jpg alt=Abendstimmung width=230 height=172 p - [15.07.03 - Trondheim](https://www.bauer-seyr.at/schweden-norwegen/150703-trondheim) - Die Fahrt nach Trondheim ist schnell geschafft und eine Parkgarage in der Nähe der Altstadt finden wir auch auf Anhieb. Es hat wohlige 21 Grad und die Sonne zeigt sich auch von ihrer schönsten Seite. img class=alignleft size-full wp-image-223 title=Norwegen - umgebaute Lagerhäuser am Kai von Trondheim src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe14notesimage3.jpg alt=umgebaute Lagerhäuser am Kai von Trondheim width=256 height=192 Vor 1.000 Jahren war Trondheim, das damals noch Nidaros hieß, die Hauptstadt Norwegens, gegründet 997. Trotz aller Modernität hat sich die Stadt viel vom Charme der Vergangenheit bewahren können, was besonders in der auf einer Insel zwischen dem Nidelv-Fluß und dem Trondheimfjord gelegenen Altstadt deutlich wird. Die hübsche rote hölzerne Zugbrücke strongGamle Bybrustrong stammt aus dem Jahr 1861 und führt hinüber nach Bakkland, wo im 19. Jhdt. ein Arbeiterviertel mit kleinen bunten Holzhäusern entstand. Gleich daneben am alten Kai im Hafen spiegeln sich die mehrstöckigen hölzernen ehemaligen Kaufmanns- und Lagerhäuser im Wasser. img class=alignright size-full wp-image-224 title=Norwegen - Fasade des Nirdarosdom src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe14notesimage4.jpg alt=Fasade des Nirdarosdom width=234 height=312 Wir genießen eine Weile das schöne Bild, bevor wir zur Krönungskirche Norwegens, dem strongNirdarosdomstrong spazieren. Die Kathedrale war seit der Beendigung ihres Baus Ende des 14. Jhdts. eine wichtige Pilgerstätte, zu der Gläubige aus ganz Skandinavien strömten. Das Ende dieser Wallfahrten kam mit der Reformation, und nachdem im Jahr 1537 der Erzbischof von Nidaros abgesetzt worden war, wurde die Kirche dem Verfall preisgegeben. Auch das Grab des Heiligen Olav haben übereifrige Reformatoren so gründlich dem Erdboden gleichgemacht, dass man es bis heute nicht wiedergefunden hat. Erst mit dem neuerlichen Erwachen norwegischen Nationalstolzes im 19. Jhdt. begann man mit dem Wiederaufbau des Doms. So fällt es heute nicht leicht zu sagen, was an der wuchtigen Kathedrale noch alt und was im 19. Jhdt. neu hinzugekommen ist. Wir sind aber trotzdem sehr beeindruckt von der Gewaltigkeit. Die Westfassade ist verziert mit 75 Skulpturen und über dem Haupteingang befindet sich eine prächtige farbige Glasrosette. img class=alignleft size-full wp-image-225 title=Norwegen - Fasade des Nirdarosdom src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe14notesimage5.jpg alt=Fasade des Nirdarosdom width=288 height=216 Bis zur Reformation war der Nidarosdom auch die Krönungskirche für die norwegischen Könige, und nach dem Ende der Union mit Dänemark lebte diese alte Tradition wieder auf. Sogar die schwedischen Könige, die Norwegen von 1814 bis 1905 regierten, kamen nach Trondheim, um sich die norwegische Krone aufs Haupt setzen zu lassen. img class=alignright size-full wp-image-226 title=Norwegen - Wasserspeier am Nirdarosdom src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe14notesimage6.jpg alt=Wasserspeier am Nirdarosdom width=204 height=161 In jüngerer Zeit allerdings sieht man in Norwegen eine Krönung als nicht mehr zeitgemäß an, sodass der regierende König Harald V. 1991 bei einer feierlichen Zeremonie im Nidarosdom lediglich gesegnet wurde. Seit 1988 kann man hier in einer Seitenkapelle auch die norwegischen Kronjuwelen besichtigen. Nachdem wir im Inneren von einer deutschen Führung viele Informationen über die Könige und die Geistlichkeit erfahren haben, besichtigen wir noch die verschiedenen Nischen. Danach warten wir noch, um mit einer Aufsichtsperson den Turm besteigen zu können. Fast zweihundert Stufen müssen wir durch sehr engen Raum klettern, aber dafür belohnt eine weite Aussicht auf Trondheim für die Plackerei. Die schönen Zinnen und Wasserspeier –finster blickende Köpfe – sind zum Greifen nahe. Nach einer Abschlussrunde um den Dom herum, spazieren wir in die Innenstadt. Wieder einmal stehen wir vor einer verschlossenen Tür, als wir die Vår Frue Kirke („Kirche unserer lieben Frau“) besichtigen möchten. So bleibt uns nur die äußere Ansicht der alten Steinkirche aus dem 13. Jhdt. img class=alignleft size-full wp-image-227 title=Norwegen - Stiftsgarden src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe14notesimage8.jpg alt=Stiftsgarden width=265 height=197 Wir holen uns von der Touristinformation einige Prospekte und ein großes Eis. Danach geht es weiter mit unserer Besichtigungstour. strongStiftsgårdenstrong, gebaut 1774 – 78, ist das größte Holzpalais Skandinaviens. Cecilie Christine Schöller ließ sich das große Anwesen als Residenz erbauen, in dem sie aber nie wohnte. Die Anlage umfasst ca. 140 Zimmer mit einer Wohnfläche von insgesamt 4.000 m². Stilmäßig kann man das Gebäude im Spätbarocken unterbringen, versetzt mit reichlichen Elementen aus dem Rokoko. Mit einer Führung dürfen wir einige Räume besichtigen und bekommen dabei vom Guide lustige Geschichten und Anekdoten über die Frau Geheimrätin Schöller zu hören. Sie zog 1783 nach Dänemark. Als sie drei Jahre später verstarb, erbte ihr Enkel Stiftsgården, das er 1800 an die Stadt verkaufte. Heute dient es dem König bei seinen Besuchen in Trondheim als standesgemäße Unterkunft. Auf dem Weg zum strongHafen strongdurchqueren wir den kleinen Stadtplatz, der voll ist mit Verkaufsständen, an denen köstlich riechende Jordbæren (Erdbeeren) und Moreller (Kirschen) angeboten werden. Wären sie nicht so teuer, dann würden wir uns auch welche gönnen! Schon von weitem sieht man die hohe gelbe Turmuhr, die im Hafenbecken steht. Reges Treiben herrscht auf dem Platzerl, das die Uhr umgibt. Die Leute sitzen auf den Stufen, um zu tratschen, sich die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen oder um das Essen zu genießen. Das Gekreische der Möwen komplettiert die Stimmung des Hafens. Auch wir gönnen unseren Beinen ein wenig Pause, bevor wir uns wieder auf die Straße begeben. Am späten Nachmittag sind wir unterwegs auf der E39 in Richtung Molde. Nachdem wir schon für die Parkgarage in Trondheim ordentlich bezahlt haben, werden wir wieder zur Kasse gebeten, als wir die Brücke nach Molde überqueren – für 1.275 Meter bezahlen wir 85,- NOK! Die Straße entlang des Fjordes wird immer schmäler und kurviger, sodass das Fahren schon sehr anstrengend ist. Wir suchen eine zeitlang, bis wir in einer Siedlung einen kleinen, primitiven Campingplatz finden, den wir – wie soll es anders sein – wieder teuer bezahlen müssen (100,- NOK). Aber wir lassen uns deswegen nicht die Urlaubsstimmung vermiesen. Nachdem wir unser Zelt aufgebaut haben, wird gekocht. Heute gibt es zwar nur Gulaschsuppe aus dem Packerl und Brot, aber es schmeckt! Gegen 21:00 Uhr setzt sich dann die Macht der Wolken durch und eine dicke graue Decke verdeckt den Horizont. Mal sehen, wie es morgen wird. - [14.07.03 - Bøla](https://www.bauer-seyr.at/schweden-norwegen/140703-bla) - img class=alignleft size-full wp-image-219 title=Norwegen - Fluss und im Hintergrund Berge src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe13notesimage1.jpg alt=Fluss und im Hintergrund Berge width=275 height=206 Strahlend blauer Himmel zeigt sich heute morgen. Gut gelaunt fahren wir weiter auf der E6 in Richtung Trondheim. Das türkisblaue Wasser des Ranafjordes glänzt in der Sonne und viele Fischer tummeln sich auf dem Gewässer und werfen ihre Netze aus. Abwechselnd bewaldete und verschneite Berge prägen das Bild und die Straße ist eingesäumt von schönen Heidenröschen. Eine Stimmung, wie in einem kitschigen Heimatfilm! Etwa 40 km vor Mosjøen erreichen wir fast die Baumgrenze. Wunderschöne Almen und Bergseen, in denen sich die schneebedeckten Berge spiegeln, verzaubern uns. Wir haben das Gefühl, als wären wir Heidi und Peter in den Schweizer Bergen, zudem auch viele Schafe mit ihren Glöckchen herumlaufen! Den nächsten Halt machen wir beim nur 16 Meter hohen strongLaksfossen strong– Wasserfall. Die Gischt peitscht uns ins Gesicht und die Sonne glitzert in den Wassertropfen. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-220 title=Norwegen - Wasserfall bei Laksfossen src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe13notesimage3.jpg alt=Wasserfall bei Laksfossen width=331 height=248 img class=aligncenter size-full wp-image-221 title=Norwegen - Blumenlandschaft src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe13notesimage4.jpg alt=Blumenlandschaft width=332 height=249 p Es ist inzwischen wohlig warm geworden und wir genießen die Sonne und das Plätschern des Wassers. Leider karren viele Busse Massen von Touristen heran, die mit ihrem Geschrei wahre Hektik verbreiten. Die Straße ist sehr kurvig und eine Fahrgeschwindigkeit zwischen 60 und 70 kmh ist vorgeschrieben. Daher kommen wir nur langsam voran, aber es ermöglicht uns, die schöne Landschaft mit ihrer Blütenpracht (Heidenröschen, Lupinen, Margariten, und rotblühender Klee) zu genießen. Die Mittagspause möchten wir auf einem Parkplatz neben dem Fjord verbringen und bald ist auch ein geeignetes Platzerl gefunden. Es stört uns nicht, dass schon ein Bus dort steht, denn es stellt sich heraus, dass es Landsmänner aus Amstetten sind. Bevor wir aber unser Essen komplett ausgepackt haben, heißt es auch schon wieder einräumen, denn die „Bremsen zerfressen uns regelrecht! Ein schneller Abschied von den NÖ’ern und schon sind wir wieder unterwegs; gegessen wird während der Fahrt. img class=alignleft size-full wp-image-222 title=Norwegen - Steinbilder bei Bola src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe13notesimage7.jpg alt=Steinbilder bei Bola width=269 height=202 Kurz vor Snåsa biegen wir auf die Straße 763 und fahren am Südufer des Sees Snåsavatn entlang. Nach ca. 25 km erreichen wir den kleinen Ort strongBølastrong. Hier hat man sehr interessante, in Stein geritzte Bilder aus der Stein- und der Bronzezeit gefunden. Herausragend unter ihnen ist die 6.000 Jahre alte Zeichnung eines lebensgroßen Rentiers. Bei unserem Spaziergang durch das bewaldete Gebiet werden wir wieder von den lästigen Gelsen verfolgt. Wild um uns schlagend betrachten wir die Bilder und lesen die interessanten Schautafeln. Die Nachmittagshitze und die lästigen „Viecher“ jagen uns bald wieder ins Auto zurück und wir setzen unsere Fahrt fort. Ab Steinkjer wird der Verkehr immer dichter, aber trotzdem schlagen wir uns bis nach Størdal durch. Ca. 15 km vor dem Ort quartieren wir uns im Campingplatz ein und bereiten uns ein leckeres Abendmahl. Aus dem teuer erstandenem Fleisch – 25 dag für 30,- NOK – und einem Glas Uncle Bens ist schnell Hühnchen süß-sauer gezaubert. Den Salat marinieren wir mit einer provisorischen Joghurtdressing. Fertig ist das 1A-Menü! Man wird im Urlaub richtig erfinderisch, wenn man nicht die tollen Küchenutensilien zur Verfügung hat. Hauptsache der Hunger ist gestillt! Obwohl der Campingplatz sehr primitiv ausgestattet ist, wird für alles mögliche Geld verlangt. Dass wir für warmes Duschen bezahlen müssen, daran haben wir uns mittlerweile gewöhnt, aber für warmes Wasser zum Geschirrspülen, das ist schon etwas übertrieben. Selbst für eine Steckdose (z. B. zum Haare fönen) wird abkassiert! Na, gute Nacht! - [13.07.03 - Polarkreis, Gronlingrotta](https://www.bauer-seyr.at/schweden-norwegen/130703-polarkreis-gronlingrotta) - Vom Geschnatter der Möwen aufgeweckt, kriechen wir erst gegen 09:00 Uhr aus den warmen Schlafsäcken. Die Wolkendecke ist wie gestern durchgehend grau, das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum unsere Wäsche noch sehr nass ist. Da heißt es alles einpacken und am Abend wieder aufhängen. Trotz allem gut gelaunt fahren wir weiter in Richtung Trondheim. Unsere Fahrt führt uns durch viele kleine Orte mit verstreuten bunten Häusern, einige davon mit Gras bewachsenen Dächern. An den schönen Fjordenden sehen wir immer wieder Fischer. Ein Teil der Strecke liegt in mehr als 800 Metern Höhe inmitten schöner Berglandschaft. Ständig werden wir durch Hinweisschilder erinnert, auf Elche aufzupassen, die wir liebend gerne gesehen hätten. Dafür müssen wir auf die „kleinen Elche“, nämlich Schafe wirklich acht geben, denn diese laufen rudelweise mitten auf der Straße herum oder schlafen in den Tunnels. Wenn man nicht gerade auf die Vierbeiner aufpassen muss, dann sind es die waghalsigen Langläufer, die mit ihren Schiern auf Rädern auf der Straße ihr Training absolvieren! img class=alignleft size-full wp-image-215 title=Norwegen - ein rießen Elch src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe12notesimage3.jpg alt=ein rießen Elch width=130 height=97 Und dann sehen wir ihn –den Elch! Auf einer fast verlassenen Alm bei Skar steht mitten auf einer Wiese ein Elch – leider nur aus Pappmasche. Übrigens, den einzigen Elch, den wir in freier Wildbahn gesehen haben! In einem Gehege daneben, meckern uns mehr als hundert Ziegen entgegen und eine zeitlang unterhalten wir uns mit ihnen. Als sie dann aber unbedingt aus dem Gatter wollen, flüchten wir uns wieder auf die Straße. Es ist kurz nach Mittag, als wir bei Stødi zum strongPolarkreis strong(66° 33´) kommen. Inmitten einer schneebedeckten Berglandschaft hat man ein großes Infocenter gebaut, wo die TouristenSouvenir und Ramsch kaufen können. img class=alignright size-full wp-image-216 title=Norwegen - Monument am Polarkreis src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe12notesimage5.jpg alt=Monument am Polarkreis width=148 height=197 In der Linie des Polarkreises stehen aus vielen Jahren Monumente, von einfachen Holzmasten, Steinhaufen bis hin zu einem schönen rosa-schwarzen Marmorstein aus Fauske. Jedes Mal, wenn ein Auto oder ein Zug die Linie des Polarkreises passiert, ertönt ein Hupkonzert. Es ist schon eine schöne Stimmung und irgendwie passt das graue, windige Wetter sehr gut zum Polarkreis. Den Kocher ausgepackt, kochen wir uns dann eine Suppe, um uns ein wenig von innen heraus zu wärmen. Die vielen Touristen, die an uns vorbeikommen, schmunzeln, weil sie sehen, dass wir im Auto sitzen und vor der Türe draußen der Kochtopf brodelt. Busse voll mit Russen, Franzosen und Italiener werden herangekarrt und wir ärgern uns darüber, dass viele von ihnen auf den Monumenten herumkraxeln müssen oder gar die Steine beschmieren. Aber egal, wo man hinkommt, diese Art von Menschen gibt es leider überall. img class=alignleft size-full wp-image-217 title=Norwegen - Gronligrotta src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe12notesimage6.jpg alt=Gronligrotta width=300 height=225 Vorbei an Bergen durch Wälder und zeitweise lange Strecken entlang eines Flusses, gesäumt von großen Flächen blühender lila Heidenröschen, erreichen wir 20 Kilometer vor der Stadt Mo i Rana die strongGrønligrottastrong. Die Höhle wurde aller Wahrscheinlichkeit schon vor der ersten Besiedelung gegen 1750 entdeckt. Im Jahre 1914 nahm ein norwegischer Geologe die erste Kartierung der Höhle vor. Spätere Forschungen haben allerdings ergeben, dass die Höhle noch größere Ausmaße hat, als ursprünglich angenommen. Heute geht man von einer Höhlenlänge von ca. 4.000 Metern aus. Das Gestein im Bereich der Höhle dürfte etwa 4-500 Millionen Jahre alt sein. Unter hohem Druck und bei hohen Temperaturen wurden der ursprünglich hier vorhandene Kalkstein zu Marmor und die darüber liegenden Gesteinsschichten zu Glimmerschiefer umgeformt. Mit einer geführten Tour klettern wir auf teilweise enge und rutschige Wege durch die Höhle und lassen uns von den prächtigen Farben und dem Glitzern an den Wänden verzaubern. Leider werden wir viel zu schnell durch die Gänge gejagt, sodass wir schon nach einer knappen halben Stunde am Ende der Führung angelangt sind. Ein schöner Ausklang des Tages. Wahrscheinlich haben wir noch zu viele Energien, denn es gelingt uns, am Abend fast zweimal das Essen vom Kocher zu schmeißen! p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-218 title=Norwegen - Gronligrotta src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe12notesimage7.jpg alt=Gronligrotta width=198 height=263 p - [12.07.03 - Å, Bodo, Saltstraumen](https://www.bauer-seyr.at/schweden-norwegen/120703-a-bodo-saltstraumen) - Wir sind schon sehr bald auf den Beinen, denn das Programm für den letzten Tag auf den Lofoten ist sehr groß. Nach einem schnellen Frühstück fahren wir in den kleinen Ort Reine, der von einer Zeitschrift zum schönsten Ort Norwegens gekürt wurde. Verwöhnt, wie wir von den Tagen davor schon sind, bietet uns der morgens ausgestorbene Ort nicht sehr viel. Spontan beschließen wir, gleich nach strongÅstrong weiterzufahren. Ganz am Ende der E10 liegt das Dorf Å, das die Bezeichnung malerisch, idyllisch und einzigartig wirklich verdient. Den Dorfbewohnern wurde im Verlauf der letzten Jahre einige Male ihr Ortsschild gestohlen. img class=alignleft size-full wp-image-211 title=Norwegen - Ortschild A src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe11notesimage3.jpg alt=Ortschild A width=174 height=137 Å ist der letzte Buchstabe im norwegischen Alphabet und zugleich Endpunkt der E10 und Ziel vieler Lofotreisender. Viele der alten Wohn- und Wirtschaftsgebäude stammen noch aus dem 19. Jhdt. und bilden den Kern des Fischereidorfmuseums. Das bedeutet, dass fast der gesamte Ort ein Museum ist. Im Sommer wird in der Bäckerei wieder Brot gebacken und in der warmen Backstube kaufen wir uns Filterkaffee und frische „Wiener Brød“ (eine Art Zimtschnecke). Während wir bequem sitzend vor der Bäckerei die Köstlichkeiten genießen, treffen wir auf eine Gruppe Jugendlicher. Als sich dann herausstellt, dass es sich um Österreicher und Schweizer handelt, tratschen wir über das Erlebte und die Pläne, die wir für den Urlaub noch so haben. img class=alignright size-full wp-image-212 title=Norwegen - Fischermuseum in A src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe11notesimage5.jpg alt=Fischermuseum in A width=191 height=255 Danach setzen wir unseren Museumsspaziergang wieder fort. Wir besichtigen eine Fischerhütte, die im unteren Stockwerk mit den Originaleinrichtungsgegenständen ausgestattet als Museum dient und im oberen Stockwerk noch bewohnt ist. Unser Rundgang führt uns auch zum Schmied, dem wir eine Weile zusehen, wie er kleine Messer herstellt. In der Trankocherei stinkt es fürchterlich und daher belassen wir es dabei, im Tranbottich nur umzurühren und die Kostprobe abzulehnen. Den Höhepunkt erleben wir im Trockenfischmuseum. Nach einem kurzen Film über Fischfang, Verarbeitung und Export von Stockfisch gehen wir mit einem Führer durch das Gebäude, wo mit Originaleinrichtung und –werkzeugen die Verarbeitung präsentiert wird. Der Besitzer des Museums, vor einigen Jahren noch selbst Fischer, erklärt alles mit einer Begeisterung, als wäre er erst eben von einem Fang zurückgekommen. Eine lustige Geschichte haben wir dabei auch erlebt. Fast alle Touristen werden von ihm persönlich begrüßt und nach der Herkunft gefragt. Mit dem Pärchen vor uns, das aus Deutschland kommt, unterhält er sich sofort mit fast perfektem Deutsch und als wir ihm sagen, dass wir aus Österreich kommen, wechselt er sofort auf Englisch. Der gute Mann weiß wohl nicht, dass man bei uns auch Deutsch spricht! Wahrscheinlich hat er – wie so viele andere auch - Austria mit Australia verwechselt. Die Italiener nach uns begrüßt er dafür wieder in gekonntem Italienisch. Kurz nach Mittag verlassen wir den malerischen Ort und fahren nach Moskenes, wo wir um 13:45 Uhr mit der Fähre nach strongBodø strongablegen. Nach einer dreistündigen Fahrt erreichen wir wieder das Festland und hier werden wir von einem stark bewölkten Himmel begrüßt – Gemein, die Lofoten haben wir mit prächtigem Sonnenschein verlassen! img class=alignleft size-full wp-image-213 title=Norwegen - Saltstraumen src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe11notesimage6.jpg alt=Saltstraumen width=264 height=198 Es dauert eine Weile, bis wir einen Bankomat finden, denn auch hier wird in einem „großen Supermarkt“ keine Mastercard akzeptiert. Auf der Fahrt Richtung Süden erreichen wir strongSaltstraumenstrong, den stärksten Gezeitenstrom der Welt. Alle sechs Stunden zwängen sich fast 400 Millionen Kubikmeter Wasser durch die 3 Kilometer lange und 150 Meter breite Meerenge zwischen Saltfjord und Skjerstdfjord. Die Geschwindigkeit der Wassermassen beträgt bis zu 20 Knoten. Die Stromschnellen, die sich dabei bilden, können einen Durchmesser von bis zu 10 Metern und eine Tiefe von 4 bis 5 Metern erreichen. Der Wind bläst wie ein Orkan, aber trotzdem beobachten wir das Spektakel fast eine Stunde lang. Das Ufer auf der anderen Seite ist gesäumt von vielen Fischern, denn die Fische beißen bei diesen Verhältnissen am besten. Nachdem wir am Campingplatz wieder unsere Schlafstätte aufgebaut haben, ist Wäschewaschen angesagt. Weil wir für einen Waschgang mit der Waschmaschine und für den Trockner je 60,- NOK (zusammen ungefähr 12,- EUR) bezahlen sollen, beschließen wir, unsere Unterhosen und Leibchen wie in alten Zeiten mit den Händen durchzudrücken. Ist ja ganz lustig, wenn da nicht danach die offenen Blasen an den Fingern wären! Echte Handarbeit ist halt beschwerlich! So, die Wäsche ist gewaschen, aber nass. Doch auf unseren Erfindergeist ist Verlass und so basteln wir aus unseren Wanderstöcken, dem Kamerastativ und dem Autospiegel eine perfekte „Wäschestange“. Müde von der Hausarbeit fallen wir schon bald ins Bett, äh Schlafsack. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-214 title=Norwegen - Zeltidylle src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe11notesimage7.jpg alt=Zeltidylle width=260 height=195 p - [11.07.03 - Eggum, Borge, Nusfjord](https://www.bauer-seyr.at/schweden-norwegen/110703-eggum-borge-nusfjord) - Strahlend blauer Himmel begrüßt uns morgens und nachdem wir unser „Haus“ verstaut haben, sitzen wir wieder bei Monika und Sepp im Campervan und frühstücken mit ihnen – es gibt köstlichen Filterkaffee! img class=alignleft size-full wp-image-202 title=Norwegen - Eggum src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe10notesimage3.jpg alt=Eggum width=265 height=199 img class=alignleft size-full wp-image-203 title=Norwegen - Skulptur bei Eggum src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe10notesimage4.jpg alt=Skulptur bei Eggum width=150 height=199 Danach gehen wir wieder getrennte Wege; während die beiden nach Borge fahren, führt unser Weg nach strongEggumstrong. Der hübsche, kleine Fischerort liegt am Ende einer steinschlaggefährdeten Straße. Es leben dort ca. 200 Einwohner in bunten Holzhäusern. Hinter dem Ort führt ein holpriger Weg zum „Fort von Eggum“. Das burgähnliche Gebäude war im Zweiten Weltkrieg eine deutsche Radarstation. Einen Kilometer weiter steht inmitten einer Schafweide direkt am Meer die Skulptur „Der Kopf“ vom Schweizer Markus Raetz. Er steht auf einem etwa zwei Meter hohen Granitsockel und präsentiert von jeder Seite eine andere Silhouette. Angeblich sollen es 16 verschiedene sein, wir finden nur vier davon. img class=alignleft size-full wp-image-204 title=Norwegen - Wikingerlanghaus src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe10notesimage6.jpg alt=Wikingerlanghaus width=226 height=170 strongBorge strongist unser nächstes Ziel, denn dort möchten wir das Wikingermuseum besuchen. Hier haben die Archäologen das bisher größte Gebäude der Wikingerzeit (83 Meter), den Hof eines der mächtigsten Herrscher in Norwegen, freigelegt. Und in diesem Gebäude fühlen wir uns wirklich in die Wikingerzeit zurück versetzt. Es riecht nach Holzteer, Handwerkskünste werden vorgeführt und viele Ausstellungsstücke veranschaulichen das Leben der damaligen Zeit. Im nächsten Raum hängen Kessel mit Hammelsuppe über offenem Herdfeuer, die mittags serviert wird. Im Hafen liegt die Nachbildung des 23 Meter langen Gokstad- Wikingerschiffes aus dem 9. Jhdt. vor Anker. Im Sommer wird jeden Nachmittag eine Rudertour damit veranstaltet, aber auf diesen teuren Spaß verzichten wir. Wir belassen es dabei, im Schiff zu sitzen und dem Knarren des Holzes zu lauschen. Auf einem Hügel hat man 1987 die Kirche neu errichtet. 1797 wurde eine Kirche vom Wind weggeblasen, zwei weitere brannten ab, die letzte im Jahr 1983. Von außen sieht sie ein wenig wie ein umgekipptes Schiff aus. Innen ist sie sehr modern eingerichtet mit einer wunderschön klingenden Orgel. Zufällig sind auch hier einige Jugendliche am Proben von verschiedenen Musikstücken. Nach eineinhalb Stunden Wikingerzeit setzen wir unsere Reise fort und machen einen Abstecher nach strongUnstadstrong. Diesen Umweg hätten wir uns jedoch sparen können. Der kleine Ort besteht aus wenigen Häuschen, hat irgendwie keinen Kern und auch nicht dieses schöne Flair, das wir von den vielen anderen Orten schon kennen! Damit wir keine Zeit unnötig vergeuden, ziehen wir eine Schleife nach dem letzen Haus und machen uns sofort wieder auf den Rückweg. Bei Leknes verlassen wir die E10 und fahren auf der Straße 815 bis nach Stamsund. Ein romantischer Fischerort bezaubert uns mit seinen rot angestrichenen Rorbuer (Fischerhütten) und bunten Holzhäusern. Im klaren, türkisgrünem Wasser schaukeln kleine Holzboote und am Ufer sitzen ein paar Jugendliche und genießen ihren Kaffee. Wir schlendern gemütlich in Richtung Hafen, denn hier ist einiges los. img class=alignright size-full wp-image-205 title=Norwegen - Möve src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe10notesimage7.jpg alt=Möve width=152 height=114 Für ein Sommerfest werden Bühnen, Verkaufsstände und Tische aufgestellt. In strongStamsund strongbefindet sich die größte Trockenfischexportfirma Norwegens. Direkt am Meer stehen riesige Gebäude und durch die offenen Fenster sehen wir Stapel von getrockneten Stockfischen. Vom Geruch angezogen schwirren unzählige Möwen rund um das Gebäude. Wir genießen die Stimmung eine zeitlang und setzen dann unsere Reise wieder fort. Das warme, sonnige Wetter, die wunderschöne Landschaft und die Freundlichkeit der Einwohner vermitteln uns ein Gefühl der Ruhe und Ausgeglichenheit. Und genau dieses Feeling brauchen wir, um nach dem Urlaub wieder erholt in den Alltag gehen zu können. Doch als wir in Richtung strongGravdal strongfahren, werden wir ruckartig aus dieser Stimmung herausgerissen, denn es kommt uns ein Auto auf unserer Straßenseite entgegen! Nur einer guten Reaktion und einem Dauerhupen verdanken wir es, dass der Lenker aufwacht und sein Auto zur Seite reißt. Das Herz pocht uns bis zum Hals und die Glieder zittern. img class=alignleft size-full wp-image-206 title=Norwegen - Kirche in Gravdal src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe10notesimage8.jpg alt=Kirchen in Gravdal width=198 height=264 Auf dem Parkplatz vor der Buskenes-Kirche versuchen wir uns wieder zu beruhigen. Die rot- weiße Holzkirche wird auch Drachenkirche von Gravdal genannt. Ihr Baustil ist sowohl von der Architektur der Wikingerschiffe als auch von den Stabkirchen inspiriert und knüpft bewusst an altnordische Traditionen an. Die erste Kirche wurde gegen 1324 an dieser Stelle errichtet und war während der Reformation Hauptkirche für die Buskenes- Kirchengemeinde. In der Mitte des 17. Jhdts. wurden mehrere Nachfolgebauten vom Sturm weggeblasen. 1903 schlug ein Blitz in die vorletzte Kirche ein, die bis auf den Grund nieder brannte, weshalb in der heutigen Drachenkirche auch keine alten Gegenstände mehr zu finden sind. Zwischen 1965 und 1967 wurde die Kirche restauriert. Leider ist uns der Zutritt ins Innere auch zu dieser Kirche nicht gestattet, denn sie ist verschlossen. Am späten Nachmittag verlassen wir wieder die E10 und fahren vorbei an schneebedeckten Bergen auf beiden Seiten, entlang des Meeres bis wir in strongNusfjord strongankommen. Dieses kleine malerische Fischerdorf, dessen rote Hütten hufeisenförmig um den Binnenhafen stehen, ist eines der beliebtesten Fotomotive auf den Lofoten. Der Ort steht auf der UNESCO-Liste der erhaltenswerten Kulturdenkmäler. Etwa 75 Menschen, Fischer oder in der Fischaufzucht Beschäftigte leben noch dort. Ein Teil der Hütten wird im Sommer an Touristen vermietet, die wie auch wir den Fischern beim Zerlegen und Waschen der frisch gefangenen Fische zusehen. Paletten mit hoch aufgestapelten getrockneten Stockfischen stehen am Hafen und der Geruch zieht viele Fliegen an. Irgendwie ekelig, wie sie sich auf den Fischen tummeln – und diese Fische werden als Spezialität verkauft! Auf einem felsigen Abhang brüten unzählige Dreizehenmöwen und kreischend fliegen Schwärme über unseren Köpfen umher. Wir fühlen uns wie in einem kitschigen Film, wären da nicht so viele deutschsprachige Touristen unterwegs, die mit ihrer Hektik die Ruhe zerstören. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-207 title=Norwegen - Nusfjord src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe10notesimage9.jpg alt=Nusfjord width=303 height=227 img class=aligncenter size-full wp-image-208 title=Norwegen - Palette mit Stockfischen src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe10notesimage10.jpg alt=Palette mit Stockfischen width=303 height=227 p Auf dem Weg zum Campingplatz fahren wir an Holzgerüsten vorbei, die vollgehängt sind mit aufgefädelten Fischköpfen. Das sieht vielleicht grauslich und makaber aus, aber auch die werden verarbeitet; als Fischmehl werden sie nach Afrika exportiert. Die zu den Köpfen gehörenden Fische finden wir zu unserer großen Freude ein paar Kurven weiter auf den Gerüsten hängen. Hurra!!! p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-209 title=Norwegen - Stockfischköpfe src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe10notesimage11.jpg alt=Stockfischköpfe width=292 height=219 img class=aligncenter size-full wp-image-210 title=Norwegen - der Himmel hängt voller Stockfische src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe10notesimage12.jpg alt=Der Himmel hängt voller Stockfische width=292 height=219 p Am Campingplatz in Sørvågen sind wir einer Invasion von französischen Jugendlichen ausgeliefert. Während die Gruppe mit den Burschen uns mit einem Lagerfeuer ausräuchert, sind die Mädels damit beschäftigt, die einzige Dusche zu blockieren! Unsere Lebensmittel sind inzwischen etwas knapp geworden und deshalb müssen wir uns als Nachtmahl mit einem Grießbrei begnügen. Als kleine Geschmacksverbesserung gibt es noch eine Banane und Kiwis. Als die breiige Milch noch auf dem Kocher steht, ahnen wir schon Schlimmes, denn irgendwie riecht dieser Kleister nicht nach Grießbrei. Eine kleine Kostprobe bestätigt uns, dass der Geschmack nicht mit dem Bild auf der Packung zusammenpasst! Denn anstatt eines köstlichen Grießbreis dürfte es sich hierbei um eine Art Kartoffelbrei handeln, der auch schon ordentlich vorgesalzen ist. Vielleicht wäre dieser Brei zuvor auch essbar gewesen, wenn wir nicht zu Beginn schon so viel Zucker hineingegeben hätten – Pfui! - [10.07.03 - Svolvaer, Lofoten](https://www.bauer-seyr.at/schweden-norwegen/100703-svolvaer-lofoten) - Kurz nach Mitternacht hat uns der Regen wieder eingeholt. Es kostet uns viel Zeit am Morgen, das Zelt so halbwegs trocken zu tupfen, bevor wir es einpacken können. Das Frühstück essen wir dann provisorisch im Auto auf unseren Knien. Danach machen wir uns wieder auf die Reise. Die weiße Holzkirche in Sortland bleibt uns leider verwehrt, da auch diese abgeschlossen ist. Jetzt können wir nicht für schöneres Wetter beten (ha, ha, ha,...)! Unverrichteter Dinge setzen wir unsere Fahrt fort. Entlang des Fjordes stehen wieder die bunten Holzhäuser und jedes mit prächtigem Garten. Da wechseln sich der Flieder, der Goldregen und Meere von Lupinen in allen Farben ab – tut gut für das Auge und das Gemüt. img class=alignleft size-full wp-image-195 title=Norwegen - Brücke src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe9notesimage3.jpg alt=Brücke width=260 height=195 Zwischen Sortland und Stokmarknes müssen wir wieder eine abenteuerliche Brücke überwinden. Diese macht vor der Erhebung in der Mitte noch eine Rechtskurve! In Melbu verlassen wir die Vesterålen und fahren mit der Fähre bis nach Fiskebøl, den Beginn der Lofoten. Die Wolkendecke hängt tief herunter, es nieselt wieder und es ist kalt wie zu Beginn des Winters. Genauso kalt ist unsere Stimmung, denn wir sind etwas deprimiert. Die schöne Landschaft, die uns hier geboten wird, kann unser Stimmungsbarometer erst gar nicht anheben. Gegen Mittag erreichen wir strongSvolværstrong, die Hauptstadt der Lofoten. Der Ort ist seit dem 17. Jhdt. ein Handelszentrum und genießt seit 1918 Stadtrechte. Svolvær ist buchstäblich von Wasser umgeben und wird von spitzen Felsgipfeln flankiert. Warm angezogen machen wir einen Spaziergang durch die Stadt. Erst besuchen wir die weiße Steinkirche – man staune, diese ist mal zur Abwechslung offen! Die Kirche wurde durch Spendengelder und Eigeninitiative des Volkes geschaffen und 1934 der Gemeinde schuldenfrei geschenkt. Diese kleinen Kirchen hier im Norden haben schon ein eigenes Flair, denn sie sind nicht so kitschig und protzig, wie so manche es bei uns ist. Witzig ist jedoch, dass in fast jeder irgendwo ein kleines Modellschiff von der Decke hängt. Außerdem sind sie mit einem WC ausgestattet! Am Hafen reiht sich ein Café an das andere, daher herrscht hier reges Treiben. Auch am Stadtplatz ist einiges los, denn hier gibt es einen Samimarkt. Die Sonne zeigt auch ihre ersten Sonnenstrahlen und es wird langsam wärmer. img class=alignleft size-full wp-image-196 title=Norwegen - Vagan Kirchen in Kabelvag src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe9notesimage5.jpg alt=Vagan Kirchen in Kabelvag width=287 height=215 Der nahegelegene Ort strongKabelvåg strongwird 1352 das erste Mal genannt und liegt an mehreren Buchten. Nicht weit vom Torget (Markt) entfernt, liegt die prächtige gelbe Vågan-Kirche, wegen ihrer Größe auch „Lofot-Kathedrale“ genannt. Sie ist die größte Holzkirche nördlich von Trondheim und in ihr finden 1.200 Menschen Platz. Im Inneren hängt eine große Portraitsammlung von Geistlichen seit 1544. Auf der anderen Seite der Kirchenbucht liegt der Trollstein. Der Sage nach soll der Teufel, der sich gerade auf dem Kjellberg befand, vor Wut über den Bau der Kirche den nächsten Felsbrocken gegriffen und ihn gegen die Kirche geschleudert haben. Er traf nicht – der Brocken wiegt immerhin 18 Tonnen – und der Stein fiel kurz vor der Kirche nieder. Auf dem Stein sieht man noch heute Spuren von des Teufels Krallen, außerdem ist ein normannisches Kreuz eingehauen. Wir genießen die Aussicht auf den Fjord, denn inzwischen haben wir endlich wieder blauen Himmel mit Schäfchenwolken und die Luft erwärmt sich auch langsam. img class=alignleft size-full wp-image-197 title=Norwegen - Gedenkstein src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe9notesimage6.jpg alt=Gedenkstein width=281 height=211 Weiter des Weges sehen wir einen Gedenkstein neben der Straße, auf dem die norwegischen Könige sich verewigt haben. Sie haben sich seit eh und je für Straßen und Verkehrsverbindungen interessiert. Die E10 führt von der Reichsgrenze zu Schweden nach Å auf den Lofoten. Um den verstorbenen König Olav zu ehren, hat die norwegische Straßenunterhaltungsbehörde beschlossen, die E10 die „Straße des Königs Olav“ zu benennen. Nächstes Ziel ist das Lofotmuseum. Mit einem Plan und einer kurzen Beschreibung spazieren wir in einem Herrenhaus und in alten Fischerhütten herum. Diese Ausstellung veranschaulicht das Leben der Fischer mit ihren primitiven Gebrauchsgegenständen. Im Bootshaus sieht man noch verschiedene Boote, Netze und Bojen. Nach einer Rast auf dem Sonnenbankerl fahren wir weiter nach strongHenningsværstrong. Der Fischerort, auch „Venedig des Nordens“ genannt, ist auf mehrere Inseln verteilt. Wir schlendern durch die schmalen Gassen zum Hafen, auf beiden Seiten stehen die Fischerhütten dicht gedrängt nebeneinander. Am Hafen können wir einem Fischer zusehen, wie er seine Fische zerlegt und reinigt. In den diversen Souvenirläden werden allerlei Krims Krams, Norwegerpullis und Wikingerfiguren angeboten. img class=alignleft size-full wp-image-198 title=Norwegen - Holzgerüste für Stockfische src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe9notesimage7.jpg alt=Holzgerüste für Stockfische width=311 height=233 img class=alignleft size-full wp-image-199 title=Norwegen - Stockfische src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe9notesimage8.jpg alt=Stockfische width=176 height=234 Auf der Fahrt zurück erblicken wir dann die ersten Holzgerüste, auf denen Stockfische zum Trocknen aufgehängt werden. Leider ohne die berühmten Fische, denn dazu sind wir von der Jahreszeit her zu spät dran. Der größte Teil der gefangenen Kabeljaus wird getrocknet und zu Stockfisch verarbeitet. Dazu werden die Fische ausgenommen, der Kopf abgeschnitten, paarweise an den Schwänzen zusammengebunden und auf hohe Holzgerüste gehängt, wo sie durch Wind und Wetter knochenhart trocknen. Seinen Namen hat der Stockfisch nicht daher, weil er trocken und hart wie ein Stock wird, sondern von den Stöcken, auf die er gehängt wird. Die Wolken haben sich fast restlos aufgelöst und daher überlegen wir, bis strongKvalnes strongzu fahren. Laut Straßenkarte ist dort eine gute Stelle, die Mitternachtssonne sehen zu können. Einen Haken hat die ganze Geschichte aber, es gibt dort keinen Campingplatz. Nach Überprüfung unserer Wasservorräte ist das dann aber schnell beschlossene Sache. Nach einigen Kilometern ist der Asphalt von der Straße verschwunden, dafür dürfen wir 60 kmh anstatt der zuvor 50 kmh fahren! Je schlechter die Strasse, desto schneller darf man fahren!?! Der kleine Ort ist schnell erreicht und ein Stück außerhalb suchen wir uns eine geeignete Stelle, an der wir unser Auto stehen lassen und nicht weit davon auch unser Zelt aufstellen können. Während wir noch über den besten Nachtplatz beratschlagen, sehe ich einen Campervan mit österreichischem Kennzeichen eine gute Autolänge vor uns stehen. Die muss ich gleich begrüßen gehen, denn man freut sich immer, ein wenig Heimat so nahe zu haben! Sepp ist ein gebürtiger Goißerer und seine Frau Monika kommt aus Baden bei Wien, wo die beiden auch leben. Wir schätzen die zwei auf etwa 60 – 65 Jahre. Schon nach kurzer Zeit laden sie uns in ihren Camper ein und kredenzen uns Tee und Kuchen. Stundenlang führen wir eine angeregte und lustige Unterhaltung. Seit mehr als vier Wochen sind die beiden schon unterwegs, von Deutschland, durch Finnland, bis 10 km vor die russische Grenze. Dort war es ihnen aber nicht recht geheuer und sie sind dann Richtung Schweden weitergefahren. Mit dem vielen von zu Hause mitgebrachten Bier und Wein haben sie im Laufe der Reise regen Tauschhandel mit den Einheimischen getrieben. So hat Sepp für eine Flasche Wein einen ganzen Lachs und ein andermal ein Elchgeweih eingetauscht. Ein Teil vom Lachs ist noch da und der wird uns auch gleich stolz präsentiert. Neben dem Alkohol haben sie auch die halbe Speisekammer mitgenommen (Marmelade, eingekochte Fleischsaucen und einen tollen Speck – wir dürfen uns davon auch überzeugen). Die Zeit vergeht rasend schnell und wir merken, dass das Glück heute auf unserer Seite ist, denn es wird eine tolle Mitternachtssonne geben. Es sind zwar wieder ein paar Wolken aufgezogen, aber die erzeugen eine mystische Stimmung. Gemeinsam gehen wir ins Freie und erfreuen uns an dem schönen Farbenspiel. Kurz nach Mitternacht bittet uns Monika noch mal in den Wohnwagen zu einem „Mitternachtsfrühstück“: Lachsbrötchen und dazu weißen Muskateller! Was braucht der Mensch mehr?! Um 1:00 Uhr nachts morgens bauen wir dann unser Zelt auf und gehen zufrieden – und mit vollem Bauch – schlafen. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-200 title=Norwegen - Mitternachtssonne src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe9notesimage9.jpg alt=Mitternachtssonne width=275 height=206 img class=aligncenter size-full wp-image-201 title=Norwegen - Mitternachtssonne src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe9notesimage10.jpg alt=Mitternachtssonne width=276 height=206 p - [09.07.03 - Jukkasjärvi, Norwegen](https://www.bauer-seyr.at/schweden-norwegen/090703-jukkasjarvi-norwegen) - img class=alignleft size-full wp-image-191 title=Schwefen - Übertage-Bergwerk in Kiruna src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe8notesimage1.jpg alt=Übertage-Bergwerk in Kiruna width=265 height=198 Es ist nach einem leichten Regen während der Nacht wieder sonnig, aber sehr windig. Nach dem Frühstück mit den beiden Rostockern wird zusammengeräumt und dann fahren wir ins Zentrum. Kiruna ist die größte Siedlung im Lappland und hat ihren Aufschwung dem Eisenerz zu verdanken. Der Abbau geht zwar seit der Jahrhundertwende ständig zurück, ist aber dennoch der wichtigste Industriezweig der Region. Von weitem schon sieht man die terrassenförmig abgebauten Berge. Danach fahren wir einen Teil der gestern gefahrenen Strecke wieder zurück und nehmen die Abzweigung nach strongJukkasjärvistrong. Zuerst halten wir auf dem Gelände, wo im Winter das berühmte Eishotel gebaut wird. Im Sommer wird dort in einer gekühlten Halle ein Eisschnitz-Workshop abgehalten. Ein paar Kilometer weiter befindet sich das strongNutti Sámi Siida Freilichtmuseumstrong. Die Relation Eintrittspreis zu dem, was man hier geboten bekommt, passt in keinster Weise zusammen. Ein typischer „Touristennepp“, auf den wir auch gleich hereinfallen! Ein Samimädchen in schwarzer Hose und T-Shirt führt uns auf dem sehr kleinen Gelände herum und zeigt uns zwei Samihütten und einen Speicherturm. Anschließend öffnet sie uns das Gehege zu den Rentieren, die wir dann noch mit Birkenzweigen füttern dürfen. Als Detail am Rande erzählt sie uns, dass es sich hierbei nur um Männchen handelt, denn die Weibchen sind mit dem Rest der Samifamilien auf der Alm. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-192 title=Schweden - Samihütte von aussen src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe8notesimage4.jpg alt=Samihütte von aussen width=301 height=226 img class=aligncenter size-full wp-image-193 title=Schweden - Samihütte von innen src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe8notesimage5.jpg alt=Samihütte von innen width=170 height=226 p Zum Abschluss zeigt sie uns noch das Lassowerfen, das wir dann auch versuchen dürfen. Tschüß, das ist es gewesen! Wenn wir dazwischen nicht selbst viele Fragen stellen und durch das Museum in Jokkmokk schon vorinformiert wären, sie würde uns „dumm sterben“ lassen. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-194 title=Schweden - Rentier src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe8notesimage6.jpg alt=Rentier width=300 height=225 p Die an den Park angrenzende Samikirche wiederum gefällt uns sehr gut. Eine kleine Einraumkirche mit hellblauen Bänken, naiven Bildern im Altarraum und einer kleinen bunten Orgel. Während wir das Flair der Kirche genießen, spielt und singt eine Gruppe junger Mädchen. Wir befinden uns etwa 100 km vor der norwegischen Grenze und die wollen wir auf jeden Fall noch überschreiten. Die Straßen sind gut befahrbar und es herrscht wenig Verkehr. Daher kommen wir schnell vorwärts. Zudem ist die Landschaft wunderschön zum Anschauen. Berge links, Berge rechts, viele Bergseen und verstreut gelegene kleine, bunte Holzhüttchen. Leider beginnt es zwischendurch wieder zu regnen. Also bleiben wir im Auto und genießen die Natur während der Fahrt. Obwohl Norwegen nicht wie Schweden zur EU gehört, ist die Grenze zwischen den beiden Staaten komplett offen. Es stehen nur noch die Grenzhäuser, aber die Schranken sind abmontiert und es ist kein Mensch mehr vor Ort, um irgendwelche Pässe oder Gepäck zu kontrollieren. Wir fahren weiter durch ein Gebiet mit schneebedeckten Bergen und vielen Wasserfällen. Am Fuße der Berge wächst auf großen Flächen wieder das schöne Wollgras. Der Regen hat sich in ein „Dauernieseln verwandelt und es ist sehr kühl geworden. So beschließen wir so lange zu fahren, bis wir ein bisschen Sonne finden. Gegen 15:00 Uhr erreichen wir die strongTjeldøya Brückestrong, die zwischen Narvik und den Vesterålen liegt. Sie überspannt den gesamten Fjord. Wie auf einer Hochschaubahn fahren wir erst bergauf und in der Mitte der Brücke geht es dann wieder abwärts. Zunehmend wird das Wetter wieder besser, zumindest regnet es nicht mehr und die Wolkendecke lässt hin und wieder ein paar Sonnenstrahlen durch. In Sortland (Beginn der Vesterålen) beschließen wir nach fast 400 km Fahrt, unser Lager aufzuschlagen. Der Campingplatz liegt romantisch an einem Bach und in der Ferne hören wir das Glöckchen eines Schafes. Wir plündern noch einen Supermarkt, bevor wir uns für die Nachtruhe zurückziehen. Ein Stoßgebet zum Himmel, um besseres Wetter zu bekommen und dann versuchen wir zu schlafen. - [08.07.03 - Muddus National Park](https://www.bauer-seyr.at/schweden-norwegen/080703-muddus-national-park) - Ein erster Blick aus dem Zelt verrät uns, dass das Wetter heute besser werden könnte. Die Mückenplage dagegen hat sich nicht verändert. Da heißt es schnell packen und rein ins Auto. Die Landschaft auf der Fahrt in den Norden zeigt sich wieder von seiner schönsten Seite. Entlang der Straße wächst im moorigen Boden flächenweise Baumwollgras, das schon von Ferne wie eine Schneedecke leuchtet. In besiedelten Gebieten dagegen strahlt das rosaviolett der Weidenröschen schon von weitem. Und wieder begegnen uns Rentiere auf der Straße. img class=alignleft size-full wp-image-189 title=Schweden - Wasserfall im Muddus Nationalpark src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe7notesimage2.jpg alt=Wasserfall im Muddus Nationalpark width=204 height=272 Kurz vor Mittag erreichen wir den strongMuddus Nationalparkstrong, ein nahezu unberührtes Gebiet. Der Rucksack ist schnell gepackt und schon machen wir uns auf zu einer mehrstündigen Wanderung (14 km). Anfangs ist der flache Boden dicht bedeckt mit noch weiß blühenden Heidelbeerstauden, doch dann steigt der Weg sehr schnell an. Nur gut, dass wir unsere Wanderstöcke auch mitgenommen haben! Von mehreren Stellen aus bieten sich uns wunderschöne Ausblicke auf Schluchten und Wasserfälle. Das Picknick dagegen können wir leider nicht genießen, denn die Gelsen machen Jagd auf uns. Mit zerstochener Kopfhaut und einer Schwellung aufgrund eines Stiches neben dem Auge kommen wir nach dreieinhalb Stunden wieder am Ausgangspunkt an. Aber es ist trotzdem ein schöner Ausflug gewesen. Auf der Durchreise von Gällivare möchten wir uns die weiße Kirche ansehen, doch auch diese bleibt uns verwehrt. Das müssen wir schon öfter feststellen, dass hier im Norden die Kirchen meist nur sonntags geöffnet sind. img class=alignright size-full wp-image-190 title=Schweden - Kirche von Kiruna src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe7notesimage4.jpg alt=Kirche von Kiruna width=273 height=205 Also setzen wir unsere Fahrt fort bis nach strongKirunastrong, wo wir uns wieder am Campingplatz einmieten. Wir stellen unser Zelt direkt neben das von zwei jungen Deutschen aus Rostock. Barbara und Jörg verwöhnen uns beim Abendessen mit einem guten Rotwein (Portugieser). Als Gegenleistung kredenzen wir unseren selbstgemachten Nussschnaps. Lange hält man das Sitzen leider nicht aus, weil - obwohl es abends sehr kühl wird – die Gelsenplage kaum auszuhalten ist. Das kann ja ein lustiger Urlaub werden, wenn das so weiter geht. Früh verkriechen wir uns ins Zelt, denn einen Vorteil hat der helle Abendhimmel: wir können bis spät in die Nacht lesen, ohne eine Lampe einschalten zu müssen. - [07.07.03 - Gammelstad, Jokkmokk](https://www.bauer-seyr.at/schweden-norwegen/070703-gammelstad-jokkmokk) - Als mich Lärm aufweckt und ich auf die Uhr sehe, traue ich meinen Augen nicht – es ist erst 01:00 Uhr morgens bzw. in der Nacht und es ist taghell! Auf dem Campingplatz geht es zu wie am späten Nachmittag. Zwei Kinder spielen noch Federball, ein Pärchen kommt vom Spaziergang und eine Frau marschiert mit ihrem Geschirr zur Spüle. Und sie sind doch verrückt diese Schweden; wahrscheinlich aufgrund der verrückten Jahreszeiten! Sonnenuntergang: 23:25 Uhr, Sonnenaufgang: 01:50 Uhr! Etwas müde von der vergangenen Nacht klettern wir aus dem Zelt. Nach einem kargen Frühstück räumen wir alles zusammen und machen uns auf den Weg ins Zentrum von Luleå, um Lebensmittel für die nächsten Tage einzukaufen. Einen Parkplatz finden wir schnell, das mit dem Bankomat wird schon etwas schwieriger, aber das Einkaufen selbst wird am kompliziertesten. Einen Teil der Lebensmittel erkennt man ja noch durchs Anschauen, aber eine Butter zu finden, die nicht gesalzen ist, ist beinahe unmöglich; dazu hätten wir schwedisch lernen müssen. Fertigprodukte, wie Packerlsuppen gibt es fast keine; hier wird alles frisch gekocht! Eine weitere Besonderheit erleben wir dann noch an der Kasse, denn wer mit Kreditkarte bezahlt, muss sich ausweisen. img class=alignleft size-full wp-image-187 title=Schweden - Kirche von Gammelstad src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe6notesimage4.jpg alt=Kirche von Gammelstad width=250 height=198 Weiter geht die Reise nach strongGammelstadstrong, die alte Kirchenstadt Luleå. 1649 stellte man fest, dass die Stadt näher zur Küste müsste und daher wurde Luleå Neustadt gegründet. Die Stadt wurde also geteilt. Gammelstad wurde am 7. Dezember 1996 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt und ist heute die einzige noch erhaltene befestigte Kirchenstadt Schwedens. Für den Bau der Kirche aus dem 15. Jhdt. wurde roter und grauer Granit verwendet. Der Holzaltar aus der Zeit um 1520 ist vergoldet und stammt aus Antwerpen. Die Fresken des Altarraumes datieren von 1480. Das prächtige Kruzifix ist ein bemerkenswertes Stück mittelalterlicher Kunst, und das Sandsteintaufbecken ist sogar noch älter als die Kirche selbst. Die Kirche ist umgeben von 408 fast ausschließlich rot bemalten Häuschen mit weißen Fensterrahmen, die nur durch schmale Gassen voneinander getrennt sind. Wir schlendern durch diese Gassen und gucken hin und wieder verstohlen durch die Fenster in das Innere der Häuser. Die gesamte Stadt ist ein Museum und das merkt man auch, weil der Ort bis auf wenige Touristen sehr verlassen wirkt. Unsere Reise durch Lappland in Richtung Jokkmokk führt uns durch Wälder, vorbei an Seen und kleinen Orten mit ihren typischen roten Holzhäuschen. Das satte Grün der Bäume und Wiesen ist sehr schön anzusehen und vor lauter Betrachten der Umgebung übersehen wir beinahe die Rentiere, die gemächlich über die Straße spazieren. Sie sehen lustig aus mit ihrem zerzausten Fell. img class=alignleft size-full wp-image-188 title=Schweden - Rentiere in der freien Wildbahn src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe6notesimage5.jpg alt=Rentiere in der freien Wildbahn width=250 height=198 Wer in Lappland mit dem Auto unterwegs ist, muss auf Rentiere achten. Sie gehören den Samen, und für verletzte oder getötete Tiere muss Entschädigung gezahlt werden. Es ist aber nicht immer einfach, Zusammenstöße zu vermeiden, denn Rentiere sind unaufmerksame Verkehrsteilnehmer. Im Sommer, wenn nur die älteren Tiere in die Nähe der Straßen kommen, ist es in den Bergen am gefährlichsten. Darüber hinaus gelten Rentiere als eine Art „Währung“. Daher soll man einen Samen nicht fragen, wie viele Tiere er besitzt – es käme der Frage nach seinem Jahreseinkommen gleich. Das Wetter zeigt sich von keiner guten Seite, als wir in strongJokkmokk strongankommen. Jokkmokk war der Name einer Samengruppe und bedeutet „Biegung des Flusses“ und heute noch ist es der einzige Ort, in dem sich im Sommer Samen aufhalten. Um uns eingehender mit der Kultur der Samen befassen zu können, besuchen wir dort das strongÅjtte Samenmuseumstrong. Es beschäftigt sich nicht nur mit der ethnischen Minderheit der Ureinwohner, sondern auch mit der Bergwelt und dem Menschen in seiner natürlichen Umgebung. In mehreren Räumen werden Schautafeln und Ausstellungstücke gezeigt, um die Lebensweise der Samen mit ihren Bräuchen näher zu bringen. Die samische Handwerkskunst war eine „Erfindung“, um für lange Zeiten des Jahres Beschäftigung zu finden und zusätzliche Einnahmequellen zu schaffen. Was lag näher, als sich der hier alltäglichen Materialien wie Holz, Silber oder die Produkte der Rentiere zu bedienen und daraus Gegenstände zu fertigen. Es wurden Messer, Werkzeug, Besteck, Kleidung Spielzeug und allerlei dekorative Gegenstände hergestellt. Mittlerweile ist es spät geworden und wir halten Ausschau nach einem Campingplatz, zumal es auch leicht zu nieseln beginnt. Die Wolken am Himmel verhindern auch diese Nacht einen Blick auf die Mitternachtssonne. - [05.07.03 - Stockholm](https://www.bauer-seyr.at/schweden-norwegen/050703-stockholm) - Nach einer wohltuenden Nacht stehen wir um halb acht Uhr morgens auf und eine Stunde später sitzen wir bei einem Frühstücksbuffet wie im Schlaraffenland. img class=alignleft size-full wp-image-180 title=Schweden - U-Bahn Malerei src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe4notesimage4.jpg alt=U-Bahn Malerei width=242 height=181 Der Himmel ist bedeckt mit Wolken und es sieht sehr regnerisch aus – mal sehen, was daraus noch wird. Für unsere ersten Ziele brauchen wir noch keinen Sonnenschein, denn wir beschließen, uns einen Teil der längsten Kunstgalerie der Welt anzusehen – nämlich die strongU-Bahnstrong. Die Hälfte der 99 Stationen sind mit Skulpturen, Mosaiken oder Gemälden versehen. Mehr als 70 Künstler steuerten ganz unterschiedliche Werke bei (Baubeginn waren die späten 40er Jahre). Der Höhepunkt ist die Linie nach Akalla, Station Solna Centrum: an den Wänden hinter den Gleisen erheben sich vor rotem Hintergrund grüne Hügel und Wälder. Man sieht einen Mann mit Akkordeon, eine Tankstelle, einige Elche, ein altes Flugzeug, das eine Rauchfahne hinter sich herzieht, einen Lastwagen, der einen Hügel hochfährt und vieles andere mehr. Das Werk wurde 1975 fertiggestellt. Wir gehen die Gleise auf und ab und schießen ein Foto nach dem anderen. Die wartenden Leute beobachten uns ein wenig verständnislos. Für die Einheimischen ist das nichts besonderes mehr, da finden diese Malereien kaum mehr Beachtung. img class=alignright size-full wp-image-181 title=Schweden - Vasa src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe4notesimage5.jpg alt=Vasa width=242 height=181 Es ist kurz vor Mittag, als wir beim strongVasamuseet strongankommen. Schon im Kassenraum ist dämmriges Licht aufgedreht und nachdem wir die Drehtür in den Ausstellungsraum durchschritten haben, stehen wir direkt vor der Vasa – einem riesigen Dreimaster: 61 Meter Länge, 12 Meter Breite! In unseren kühnsten Vorstellungen haben wir nicht so ein gewaltiges Schiff erwartet. Die mystische Beleuchtung erzeugt die richtige Stimmung dazu. Auf mehreren Etagen gehen wir rund um das Schiff. Außerdem werden auf einer großen Fläche Ausstellungen angeboten, um Einblick in das Leben auf einem Schiff des 17. Jhdts. zu bekommen. Ein sehr interessanter Film informiert über die Geschichte, Bergung und Rekonstruktion des Schiffes. Die Vasa wurde um 1625 auf Befehl von König Gustav II Adolf gebaut, der es im Dreißigjährigen Krieg einsetzen wollte und es nach Gustav Vasa, dem Begründer der Dynastie, benannte. Heck und Bug waren mit Blattgold belegt, die Kanonen aus Bronze gefertigt, und etwa 700 Statuen und Holzschnitzereien zierten dieses prächtige Schiff. 1628 standen König, Hofstaat und das Volk für den Stapellauf bereit, und die Geschützklappen wurden für die Salutschüsse zu Ehren des Königs geöffnet. Doch dann wurde das Schiff von einer Bö erfasst. Mit 1.400 Tonnen Gewicht (massive Eiche) war es zu schwer – es neigte sich, durch die Geschützklappen drang Wasser ein und das stolze Schiff sank mit Mann und Maus. Etliche Versuche wurden gestartet, um die Vasa zu heben, doch alle scheiterten und man vermochte nur 54 ihrer Kanonen zu bergen. Vor lauter Resignation geriet sogar die Position des Schiffes in Vergessenheit. img class=alignleft size-full wp-image-182 title=Schweden - Vasa src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe4notesimage6.jpg alt=Vasa width=192 height=256 So lag das Schiff auf Grund, bis 1956 der Meeresarchäologe Anders Franzén das Wrack erneut ausfindig machte und über Jahre hinweg einen Plan ausarbeitete, wie das Schiff am besten zu bergen sei. 1961 tauchte es dann tatsächlich wieder aus den Fluten auf. Die langwierigen Restaurationsarbeiten konnten beginnen. Über 24.000 Fundstücke wurden geborgen, darunter Skelette, Segel, Kanonen, Kleidung, Werkzeuge, Münzen, sogar Butter und Rum und des weiteren viele Gebrauchsgegenstände. Darüber hinaus fand Franzén zahlreiche Einzelteile des Schiffes, die nummeriert und registriert wurden, sodass man die Vasa in den nächsten 25 Jahren in mühevoller Kleinarbeit rekonstruieren und in altem Glanz erstrahlen lassen konnte. Die drei Stunden, die wir im Museum verbringen, vergehen rasend schnell. Bevor wir uns wieder auf den Weg machen, gönnen wir uns noch ein köstliches Sandwich (ca. EUR 4,- pro Stück – deshalb genießen wir jeden Bissen doppelt!) Ein nicht allzu langer Spaziergang führt uns nach strongSkansenstrong, das erste Freilichtmuseum der Welt. Der 300.000 m2 große Park wurde 1891 von Arthur Hazelins gegründet. Über 150 charakteristische Gehöfte, Häuser und Werkstätten aus ganz Schweden wurden zusammengetragen, um die Lebensweise von damals zu dokumentieren. Historisch kostümierte Darsteller „bewohnen“ die Dörfer und führen altes Handwerk vor. Da gibt es einen Münzpräger, in einem anderen Haus sehen wir einem Glasbläser bei seiner Arbeit zu. Vor der Bäckerei können auch wir dem herrlichen Duft nicht widerstehen und erstehen süßes Gebäck. Sehr schnell hat sich unter den Raben herumgesprochen, dass es bei uns ein paar Brösel zu holen gibt, denn sie zeigen keinerlei Scheu und setzen sich neben uns auf den Zaun auf Beobachtungsposten. In der Seglora Kyrka von 1730 aus Västergötland werden aufgrund ihres pittoresken Inneren heute noch Hochzeiten und Taufen abgehalten. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-183 title=Schweden - Seglora Kyrka src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe4notesimage8.jpg alt=Seglora Kyrka width=250 height=200 img class=aligncenter size-full wp-image-184 title=Schweden - Rentiere im Skansen src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe4notesimage9.jpg alt=Rentiere im Skansen width=267 height=200 p Am nördlichen Ende des Parks befindet sich ein Zoo mit skandinavischer Tierwelt (Rentiere, Elche) und ein Streichelzoo für die Kinder. In einem Gehege streiten sich die „Miniziegen“ und springen auf ihren Hinterfüßen stehend, aufeinander zu – zur großen Freude der kleinen Besucher. Auf einer Bank verweilen wir dann fast eine Stunde, da uns die Füße wieder ordentlich brennen und sich auch schon Rückenschmerzen bemerkbar machen (ja, wir sind doch nicht mehr die jüngsten...). Die großartige Aussicht auf einen Teil der Stadt entschädigt uns für die Unannehmlichkeiten. Die Sonne ist im Laufe des Tages schön warm geworden und kitzelt uns im Gesicht –was will man mehr. Bevor wir Skansen verlassen, genießen wir noch eine süße Waffel mit Vanilleeis als Belohnung für das brave Marschieren! Gleich neben dem Ausgang des Parks befindet sich das strongBiologiska Museetstrong, ein Holzgebäude von 1897. Es ist im altnordischen Stil erbaut; eine kleine Schindel reiht sich an die andere. Ein wunderschönes geschnitztes Portal ziert den Eingangsbereich des Museums. img class=alignleft size-full wp-image-185 title=Schweden - Königliches Dramatisches Theater src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe4notesimage10.jpg alt=Königliches Dramatisches Theater width=273 height=205 Wir müssen nicht lange auf den Bus warten, mit dem wir diesmal in den modernen Teil Stockholms fahren, vorbei am mächtigen strongKungliga Teaternstrong (Königliches Dramatisches Theater), das eine schöne Fassade aufweist. Das Theater wurde 1773 gegründet. Mitten in das Zentrum der modernen City, im südlichen Norralm, hat man den strongSergels Torgstrong gebaut - ein großer runder Springbrunnen, aus dem sich ein Glasobelisk erhebt. Er ist benannt nach dem bedeutenden Bildhauer Tobias Sergel (1740 – 1840).img class=alignright size-full wp-image-186 title=Schweden - Sergels Torg src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe4notesimage11.jpg alt=Sergels Torg width=154 height=205 Eine Bank lädt uns zum Verweilen ein und wir genießen ein wenig die Abendsonne. Danach spazieren wir ein Stück die strongDrottningsgåtanstrong, eine Shoppingmeile, entlang. Die Geschäfte haben mittlerweile schon geschlossen, sodass sich die Menschenmassen ein wenig gelichtet haben. Mit bleiernen Füßen schlendern wir noch die Hamngåtan entlang und am Ende eines Parks finden wir die „strongewige Baustellestrong“ von K. Bejemark. Da guckt ein metallener Arbeiter aus einem Kanalschacht. Gesichert ist der Kerl mit einer Absperrung, so lebensecht, als wäre es eben eine wirkliche Baustelle. Echt lustig anzusehen! Mit Bus und U-Bahn fahren wir gegen 20:00 Uhr zum Hotel zurück. Zur Belohnung für diesen anstrengenden Tag möchten wir noch in die hoteleigene Eisbar gehen - ein Raum, ausgestattet mit Bar, Tische und Hocker aus Eis, nachgeahmt dem berühmten Eishotel im Norden Schwedens. Da muss man sich warme Schuhe, Mantel und Handschuhe anziehen und die Drinks gibt es in Bechern auch aus Eis. Wäre witzig gewesen, doch als wir den Eintrittspreis lesen, vergeht uns das Lachen: SEK 125,- (ca. EUR 12,-) pro Person – die Drinks sind da noch nicht eingerechnet! Wir belassen es beim Zusehen, wie sich einige „geldige“ Touristen dem eiskalten Spaß hingeben. Nach einer kurzen Pause und dem täglichen Kneippbad für die Füße heißt es Taschen packen, denn morgen Nachmittag fliegen wir in den Norden Schwedens. Dann geht unsere Rundreise erst richtig los. - [06.07.03 - Flug nach Lulea](https://www.bauer-seyr.at/schweden-norwegen/060703-flug-nach-lulea) - span class=S3Früh aufgestanden sitzen wir schon vor 08:00 Uhr bereits in der U-Bahn in Richtung Hafen, um den Vormittag in Stockholm noch zu nutzen. Wir bewundern die vielen gewaltigen Schiffe, die dort ankern. Danach spazieren wir bis zum Stortorget und genießen dort einen Kaffee. Mit einem Rundgang über den Schlosshof und einem abschließenden Besuch beim „kleinen Jungen“ (denn Geld brauchen wir ja noch genug) sagen wir Stockholm auf Wiedersehen. Der Taxifahrer bringt uns dann zum falschen Abflugterminal, sodass wir im Flughafen noch einen kleinen Spaziergang machen müssen. Versöhnt hat uns dafür die Dame beim Check-in mit ihrer Freundlichkeit. Nach einer Stunde Flug landen wir in spanspan class=S4Luleåspanspan class=S3 im Norden Schwedens. Es ist bewölkt, sehr windig, aber nicht kalt. Noch am Flughafen übernehmen wir von einer grantigen Hertz-Dame unser Auto, einen Ford Focus. Ein bisschen klein der Wagen, aber wir bringen alles irgendwie unter. Auf dem Weg zum Campingplatz fahren wir gleich in die verkehrte Richtung, aber wir finden ihn schließlich doch noch. Romantik pur wird uns hier geboten, denn der Platz befindet sich mitten in einem Wald und die Zelte und Wohnwagen stehen hier auch nicht so nahe beieinander. Nachdem wir unser „Haus“ aufgebaut haben, schlüpfen wir in unsere Windjacken – es ist mittlerweile ein wenig frisch geworden – und erkunden die Umgebung. Wir folgen der Musik, die der Wind zu uns herüberträgt und diese bringt uns zu einem Schwimmbad – einem gut besuchten noch dazu! Irgendwie ist die Welt hier ein wenig verkehrt, denn während wir mit Jacken und festen Schuhen herumlaufen, tummeln die Menschen sich hier in ihren Badesachen! Zurückgekehrt zum Zeltplatz wollen wir uns noch ein wenig das Programm für die nächsten Tage zusammenstellen. Doch obwohl es nicht mehr sehr warm ist, sind die Gelsenüberfälle nicht aufzuhalten. Sie zerstechen alles, was ihnen geboten wird, selbst Socken sind kein Hindernis. Diese Biester sind kleiner als bei uns, aber das Gift hat eine stärkere Wirkung und die Dübel jucken fürchterlich! Gut, dass wir Schmerzlinderndes von zu Hause mitgebracht haben; hoffentlich hilft´s! Zum Lesen setzen wir uns ins Auto, denn dort sind wir vor diesen Biestern geschützt. span - [04.07.03 - Stockholm](https://www.bauer-seyr.at/schweden-norwegen/040703-stockholm) - Um 04:00 Uhr früh heißt es raus aus den Federn und wie ferngesteuert verrichten wir die morgendliche Wäsche. Bevor wir aber kurz vor 06:00 Uhr mit dem Flieger von Linz abheben, müssen wir noch die Hürde des Eincheckens meistern. Der Dame vom Schalter ist auch anzumerken, dass aufstehen bzw. arbeiten so früh am Morgen kein Spaß ist, denn ihren „Grant“ bekommen wir zu spüren. Das halbe „Zimmer- und Küchenkabinett“, das wir eingepackt haben, überschreitet bei weitem das vorgeschriebene Gewichtslimit. Aber was hilft´s, es muss alles mit! img class=alignleft size-full wp-image-174 title=Schweden - U-Bahn Station in Stockholm src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe3notesimage3.jpg alt=U-Bahn Station in Stockholm width=244 height=326 Die vierzig Minuten nach Wien und der anschließende Flug bis strongStockholm strongvergehen sehr rasch und kurz nach 09:30 Uhr heißt es „välkommen till Stockholm“. Die Stadt begrüßt uns mit angenehmen 20° und leichter Bewölkung. Wenn Englein reisen, wird sich der Himmel weisen... Die knapp 40 km vom Flughafen bis ins Zentrum und zu unserem Hotel legen wir mit dem Taxi zurück – die ersten 400 Kronen (ca. EUR 40,-) sind wir damit schon los! Da unser Hotelzimmer noch nicht bereit steht, besorgen wir uns noch im Hotel die „Stockholmkarte“. Mit dieser Karte können wir dann kostenlos fast alle öffentlichen Verkehrsmittel benützen und viele Sehenswürdigkeiten und Museen gratis oder zu reduzierten Eintrittspreisen besichtigen. Also los geht´s! Das erste, was wir bestaunen können, ist gleich die strongU-Bahnstationstrong neben unserem Hotel. Sie ist komplett mit schönen weiß-blauen Malereien versehen. Wir beginnen unsere Besichtigungstour mit dem strongPostmuseumstrong, das seit 1720 im Besitz der Königlichen Post ist. Auf mehreren Stockwerken schlendern wir von Raum zu Raum, in denen alte Postkutschen, -autos und –waggons stehen, Postkästen und allerlei Krims Krams rund um die Post zu finden sind. Die vielen Ausstellungsstücke zeigen, wie sich diese Dinge im Laufe der Zeit verändert und modernisiert haben. Auch die erste Briefmarke der Welt – die One Penny Marke von Mauritius vom 6. Mai 1840 – ist hier hinter dickem Panzerglas zu bewundern. Entzückend ist das Kinderpostamt im Kellergeschoss, in dem sich die Kleinen als Postbeamte oder Briefträger beweisen können. Beeindruckt verlassen wir nach fast zwei Stunden das Gebäude und spazieren zur strongRiddarholmskyrkanstrong. Die gotische Klosterkirche der Franziskaner wurde erstmals 1290 erwähnt und ist seit Schwedens Großmachtzeiten die Grabstätte von insgesamt17 schwedischen Königen. Heute ist sie nur noch Museum; es finden keine Gottesdienste mehr statt. Ein wenig unbehaglich ist mir schon dabei, an Grabstätten vorbei und sogar auf Gruftdeckeln zu gehen, begleitet vom leicht modrigen Geruch in der Kirche. Im Altarraum stehen die Sarkophage von mittelalterlichen Königen und seitlich des Altars gibt es noch barocke Grabkapellen. Adelswappen zieren die Wände im Inneren der gesamten Kirche. Unverwechselbar ist das Äußere der Kirche, ein mattroter Ziegelbau mit einem gusseisernen, durchbrochenen Turmhelm aus dem Jahr 1841. Das strongRiddarhusetstrong, das sich gleich über der Straße befindet, können wir leider nur von außen bestaunen, da Freitagnachmittag kein Zugang für Touristen ist. a href=http:www.riddarhuset.sejspindex.jsp?id=650 target=blankimg class=alignleft size-full wp-image-175 title=Schweden - Riddarhuset src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe3notesimage5.jpg alt=Riddarhuset width=268 height=195 aDas prachtvolle Versammlungshaus des Adels wurde 1641 – 74 im holländischen Barockstil erbaut und gilt als eines der schönsten Bauwerke Schwedens. Soviel wir von außen sehen, können wir dem nur zustimmen. Den Rittersaal im 1. Stock schmücken Wappenschilder von insgesamt 2.325 Adelsgeschlechter, von denen etwa 600 noch leben. Der Forschungsreisende Sven Hedin war 1902 der letzte, der geadelt wurde. Die Königliche Schwedische Akademie hält im Rittersaal jährliche Feierlichkeiten ab. Von dort schlendern wir durch die schmalen Straßen in Richtung strongAltstadtstrong, wo reges Treiben herrscht. In den verschlungenen Gassen drängen sich Menschenmassen; hören musizierenden Jugendlichen zu oder stehen Schlange an den Eisdielen, um etwas Leckeres zu bekommen. Auch wir gönnen uns den Luxus einer handgemachten belgischen Waffeltüte mit drei leckeren Eiskugeln (ca. EUR 4,- pro Tüte). img class=alignright size-full wp-image-176 title=Schweden - Wikingergnom src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe3notesimage6.jpg alt=Wikingergnom width=150 height=200 Ein Souvenirladen reiht sich an den anderen in den kleinen, alten Häusern. Pippi Langstrumpf Puppen und Wikinger grinsen uns aus den Schaufenstern an, aber bei den Preisen können sie uns nicht bezirzen, sie mitzunehmen! Zum Betrachten bekommen wir dann beim strongKungliga Slottetstrong - dem Schloss - auch einiges. Im Schlosshof dreht gerade das Fernsehen einen Bericht über die Wache und da werden uns einige Paraden geboten. Uniformierte schreiten elegant nach einem bestimmten Ritual quer durch den Hof, andere strampeln lauten Schrittes zu den anderen. Laute Befehle hallen durch den Hof, es wird salutiert und die Waffen auf die Schulter gelegt und so weiter... a href=http:www.stockholm-hotels.wslocation05-1.html target=_blankimg class=alignleft size-full wp-image-177 title=Schweden - königliches Schloss src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe3notesimage7.jpg alt=königliches Schloss width=279 height=124 aNach einiger Zeit beschließen wir, uns einen Teil der 608 Räume anzusehen. Das älteste Mobiliar - aus der Mitte des 17. Jhdts. - befindet sich im Nordflügel. Berühmt sind auch die Gobelins und schwedischen Wandteppiche. Recht nostalgisch wirkt das Arbeitszimmer König Oskars II., denn es ist exakt so erhalten, wie es der König vor seinem Tod 1907 zum letzten Mal betreten hat. In den unterirdischen Gewölben der Skattkammaren (Schatzkammer) werden die Kronjuwelen, sowie 12 Kronen, Reichsapfel und Zepter aufbewahrt. Das Schloss selbst ersetzt in seiner heutigen Form die Festung Tre Kronor aus dem13. Jhdt., die 1697 ein Raub der Flammen wurde. Bis 1754 entstand das jetzige imposante Schloss. Alle vier Fassaden sind unterschiedlich. Vor der „Königinnenseite“ (Osten) liegt ein kleiner Garten. Die Westfassade als „Königseite“ hat einen äußeren Schlosshof. Dort findet täglich die Wachablöse um 12:00 Uhr statt. img class=alignleft size-full wp-image-178 title=Schweden - Statue des Jungen, der in den Mond schaut src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe3notesimage8.jpg alt=Statue des Jungen, der in den Mond schaut width=130 height=174 Nicht weit vom Schloss entfernt liegt die Finska Kyrka und versteckt dahinter ein kleiner Park. Hier befindet sich die kleinste Statue Stockholms: der „strongJunge, der in den Mond schautstrong“ ist 14 cm „groß“. Wer ihm den Kopf streichelt, macht bald darauf einen großen Geldgewinn – behauptet zumindest die Legende. Demnach zu urteilen, müssten wir mittlerweile steinreich sein, denn wir haben ihm ordentlich die Glatze poliert! Für den Winter haben ihm Wohltäter eine rote Stickmütze spendiert, damit er nicht frieren muss. Diesen Satz habe ich noch zu Hause im Reiseführer gelesen und wir staunen nicht schlecht, denn die Mütze gibt es wirklich! (Für das Foto haben wir ihm aber die Mütze doch wieder abgenommen) Ein paar Schritte weiter und wir gelangen zur strongStorkyrkanstrong, die sogenannte „Große Kirche“ von 1306. Sie wurde 1740 mit einer Barockfassade verkleidet, damit sie besser zum nahem Schloss passte. Der Stockholmer Dom dient als Krönungs- und königliche Hochzeitskirche und ist Schauplatz der Reichstagseröffnung. img class=alignleft size-full wp-image-179 title=Schweden - Heiliger Georg mit dem Drachen src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentnorwe3notesimage9.jpg alt=Heiliger Georg mit dem Drachen width=262 height=197 Das helle, hochgewölbte Langschiff mit prächtiger barocker Kanzel und einem Hochaltar aus Ebenholz haben uns sehr beeindruckt. Im nördlichen Seitenschiff befindet sich Berndt Notkes „heiliger Georg mit dem Drachen“ von 1489, der an den Sieg Sten Stures des Älteren über den dänischen König Christian 1471 erinnert. Sie ist die größte Holzskulptur Schwedens, die noch teilweise ihre ursprüngliche Farbgebung aufweist - riesengroß und sehr schön. Wenn man bedenkt, dass dieses Werk mit den Händen erschaffen wurde! Unser nächstes Ziel ist der strongStortorgetstrong, nicht weit vom Dom entfernt. Im Mittelalter war hier ein lebhafter Marktplatz und irgendwie haben wir das Gefühl, es hat sich nicht viel verändert. Nur dass es jetzt Massen von Touristen sind, die den Platz beleben. Zudem findet heute eine Friedensdemonstration statt. An der Seite des Platzes steht die alte Handelsbörse, wo die Makler im Erdgeschoss noch heute ihre Geschäfte tätigen. Auf der Insel strongGamla Stanstrong, dem Altstadtkern Stockholms, gibt es viele kleine pittoreske Plätze, auf denen Kaffeehäuser zum Verweilen einladen. Nicht weit von der Tyska Kyrkan (leider geschlossen) finden wir wieder so einen, den Järntorget(Eisenmarkt). Vom Hunger bereits geplagt, besorgen wir uns in einem Cafe ein Stück Pizza und danach Kuchen mit Vanillesauce. Um unseren Füßen ein wenig Erholung zu gönnen, lassen wir uns auf dem Gehsteig nieder. Wir genießen die warme Sonne und beobachten dabei das Treiben. Da stehen ein paar Jugendliche mit einem „Marterstuhl“ mitten auf dem Platz und bieten „Freiluftmassagen“ an. Und es sind nicht wenige, die davon Gebrauch machen! Direkt neben uns steht eine bronzene Statue, die den Poeten Evert Taube darstellt, mit einer Zeitung in der einen Hand und mit der anderen seine Brille richtend. Beinahe jeder Tourist stellt sich mit gleicher Pose daneben und lässt sich fotografieren. Na ja, und da wir auch Touristen sind, machen wir natürlich das Foto auch! Nach diesem Monsterprogramm kehren wir schon gegen 18:00 Uhr ins Hotel zurück und beziehen unser Zimmer. Klein, aber fein – zum Schlafen reicht es! Unsere brennenden Füße verwöhnen wir mit einem Kneippbad in der Badewanne und ungewollt schlafen wir kurz danach ein – es ist noch nicht mal 19:00 Uhr! - [Schweden & Norwegen](https://www.bauer-seyr.at/schweden-norwegen) - Wenn mich noch vor ein paar Jahren jemand gefragt hätte, ob ich mir vorstellen könnte, einen Urlaub im Norden zu verbringen – ich hätte sicher verneint! Skandinavien bedeutet für viele Menschen - kalt, nass, finster - und das waren auch meine Vorstellungen. Erst als mir Hilde, eine Freundin, immer wieder vorschwärmte, wie schön es dort sei, wurde langsam mein Interesse geweckt. Dokumentationen wurden geschaut und Bücher durchgeblättert. Die Bilder haben schon viel Schönes gezeigt, aber die endgültige Entscheidung ist dann Anfang des Jahres gefallen: „Nutz´ ma halt die Gratismeilen von der Star Alliance“! Beim Durcharbeiten der Reiseführer wusste ich schon, dass es mir dort gefallen wird. Nach einer Einladung bei Hilde und Karli – Karli war mit seinen Ausführungen über Land, Sehenswürdigkeiten und Leben gar nicht mehr zu bremsen – freuten wir uns schon sehr auf die Berge, Fjorde, Stabkirchen und die kleinen, bunten Häuser! - [Bildergalerie Madeira](https://www.bauer-seyr.at/madeira/bildergalerie-madeira) - Bildergalerie Madeira - [Unsere Reiseführer für Madeira](https://www.bauer-seyr.at/madeira/unsere-reisefuhrer-von-madeira) - Obwohl Madeira nur eine kleine Insel, haben wir uns mit drei Reiseführern auf diesen Urlaub vorbereitet. [iframe http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=reisevonsabin-21&o=3&p=8&l=as1&asins=3899532953&fc1=000000&IS2=1<1=_blank&m=amazon&lc1=0000FF&bc1=000000&bg1=FFFFFF&f=ifr 140 250] Reiseführer "Madeira" Irene Börjes Verlag: Michael Müller Verlag (ISBN: 978-3-89953-295-1) [insert-html-here 1]Wieder einmal ein sehr gutes und informatives Buch aus dem Michael Müller Verlag, von dem wir schon einige Reiseführer zuhause in unserer Bibliothek stehen haben. Das Buch zeichnet seine ausführlichen Beschreibungen der Sehenswürdigkeiten, sein guter Aufbau der Inhalte und seine Kompaktheit aus. Ein Reiseführer, der sehr zu empfehlen ist. [iframe http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=reisevonsabin-21&o=3&p=8&l=as1&asins=3770164539&fc1=000000&IS2=1<1=_blank&m=amazon&lc1=0000FF&bc1=000000&bg1=FFFFFF&f=ifr 140 250] Reiseführer "Madeira" Susanne Lipps Verlag: DUMONT direkt (ISBN: 978-3-7701-6453-0) [insert-html-here 1]Diesen Reiseführer haben wir uns nicht selbst gekauft, sondern ist in den Reiseunterlagen unseres Reisebüros "Lumera" enthalten gewesen. Das freut einen natürlich besonders (auch wenn man ihn wahrscheinlich im Buchungspreis indirekt mit bezahlt). Inhaltlich kann er nicht mit dem Reiseführer vom Michael Müller Verlag mithalten, weil er auch kleiner ist und nur etwa halb so viele Seiten umfasst. Aber als "Zweitführer" ist er für die kleine Urlaubshandtasche schon sehr gut geeignet. [iframe http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=reisevonsabin-21&o=3&p=8&l=as1&asins=3763342745&fc1=000000&IS2=1<1=_blank&m=amazon&lc1=0000FF&bc1=000000&bg1=FFFFFF&f=ifr 140 250] Madeira - Die schönsten Levada- und Bergwanderungen (50 Touren) Rolf Goetz Verlag: Rother Wanderführer (ISBN: 978-3-7633-4274-7) [insert-html-here 1]Da Madeira ja ein Paradies für Wanderer ist, kann daher auch ein Wanderführer im Gepäck nicht fehlen. Einige unserer Wanderungen haben wir diesem Reiseführer entnommen - und wenn mir noch mehr Zeit gehabt hätten, dann wären noch mehrere gefolgt. [insert-html-here 1]Die Wanderungen sind in 3 Schwierigkeitsgrade unterteilt - Blau für einfache Wege, Rot für den trittsicheren Bergwanderer und Schwarz für die Mutigen, die sich auch mal ohne Handlauf einen ungesicherten Höhenweg zutrauen. Alle Touren sind bereits im Inhaltsverzeichnis farblich gekennzeichnet, was einen schnellen Überblick ermöglicht. [insert-html-here 1]Die Touren selbst sind sehr ausführlich beschrieben: Höhenprofil, Wanderkarte und Informationen zu Ausgangspunkt, Rückfahrten der Verkehrsmitel, Höhenunterschiede, Anforderungen und Einkehrmöglichkeiten runden die ausführlichen Beschreibungen der Strecken ab. - [Reiseroute Madeira](https://www.bauer-seyr.at/madeira/reiseroute) - Datum Gefahrene KM Strecke 01.05.2008 36 Santa Cruz – Achada do Gramacho 02.05.2008 98 Funchal 03.05.2008 14 Levada do Caldeirão Verde 04.05.2008 79 São Jorge – Parque Thematico - Machico 05.05.2008 78 Botanischer Garten – Monte – Subtropical Gardens- Camacha 06.05.2008 62 Ponta de São Lourenço 07.05.2008 134 Pico Ruivo – São Vicente 08.05.2008 175 Ribeira Brava – Cãmara de Lobos 09.05.2008 141 Palheiro Gardens – Curral das Freiras – Cabo Girão 10.05.2008 158 Encumeada Pass – Paúl da Serra – Rabaçal – Porto Moniz 11.05.2008 23 Santa Cruz 998 1 - FUNCHAL 8 - Jardim do Mar 15 - Encumeada 22 - Santo da Serra 2 - Monte 9 - Prazeres 16 - Curral das Freiras 23 - Camacha 3 - Câmara de Lobos 10 - Paúl do mar 17 - Pico do Arieiro 24 - Flughafen 4 - Cabo Girão 11 - Fajã da Ovelha 18 - Pico Ruivo 25 - Machico 5 - Ribeira Brava 12 - Ponta do Pargo 19 - Ribeiro Frio 26 - Caniçal 6 - Ponta do Sol 13 - Porto Moniz 20 - Santana 27 - São Lourenço 7 - Calheta 14 - São Vicente 21 - Porto da Cruz - [Gedanken danach](https://www.bauer-seyr.at/madeira/gedanken-danach) - Madeira hat unser Herz voll und ganz in Beschlag genommen, denn die Blumeninsel vulkanischen Ursprungs ist für Jung und Alt wärmstens zu empfehlen. Das ganze Jahr über blüht und grünt es in allen Winkeln. Madeira heißt übersetzt Holz, denn der größte Teil der Insel ist mit Wäldern bedeckt, Je nach Höhenlage wechselt Lorbeerwald mit Drachen-, Öl- und Eukalyptusbäumen. Viele Schmetterlinge und über 200 Vogelarten beleben das bunte Bild und laden den Besucher ein, ständig wieder etwas Neues zu entdecken. Die Insel wurde 1418 zufällig vom portugiesischen Seefahrer João Gonçalves Zarco entdeckt und befindet sich auf dem 33. nördlichen Breitengrad, nur 600 km westlich von Nordafrika. Nach und nach wurden viele kleine Dörfer gebaut, die von ihrem ursprünglichen Charme nichts verloren haben. Große Naturschutzgebiete, Wasserfälle, Levadas und das grandiose Meer laden den Besucher ein, eine abwechslungsreiche Zeit dort zu verbringen. Das haben wir auch und die Zeit ist rasend schnell vergangen. Wir haben uns eine gute Mischung von Wandern, Sightseeing und Relaxen zusammengestellt und konnten alles so realisieren, wie wir es uns vorgestellt hatten. Wir wissen heute schon, dass uns diese Insel in einigen Jahren sicher wieder einmal als Gäste begrüßen darf. - [11.05.08 – Heimreise](https://www.bauer-seyr.at/madeira/110508-heimreise) - Die Koffer sind schnell gepackt und auch die Flaschen, die Steine und die Blumenableger finden ihren Platz. Noch einmal genießen wir das reichhaltige Frühstück und dann checken wir aus. Unsere vier Koffer sind rasch im Auto verstaut und dann geht es auch schon los. Das Verkehrsaufkommen zum Aeroporto ist sehr gering und schon nach kaum einer halben Stunde sind wir am ersten Ziel des Tages. Wir freuen uns schon auf zuhause - endlich wieder gut schlafen und außerdem habe ich mir bei der gestrigen Wanderung meine Rückennerven verkühlt und kann mich kaum bewegen. Der Abflug ist echt ein Erlebnis, denn wir sitzen über dem Flügel und jetzt bei Tageslicht können wir gut sehen, wie knapp am Ende der Landebahn das Flugzeug abhebt. Wir haben prächtiges Wetter eingepackt, mal sehen, ob wir es bis nach Österreich auch mitnehmen können. Die Müdigkeit sitzt schon noch etwas in unseren Gliedern, denn die Tage hier waren zwar wunderschön, aber auch sehr anstrengend. Der Flug von Madeira nach Lissabon vergeht sehr schnell und reibungslos - übrigens wir haben eine Pilotin. Von wegen Frau am Steuer, der Touch-Down ist ganz weich, nur die Bremsung fällt ein wenig abrupt aus. Lissabon begrüßt uns mit Nebel und Regen - nein, hier wollen wir nicht bleiben! Wir haben ja noch 1.874 km vor uns und da kann sich das Wetter sicher noch ändern. Auf den Anschlußflug müssen wir nicht lange warten und schon befinden wir uns wieder im Flugzeug. Wir erreichen Frankfurt um 18:30 Uhr und jetzt wird es langweilig, denn wir haben hier fast vier Stunden Aufenthalt. Den Großteil der Zeit verbringen wir in einer sehr gemütlichen Caféteria, wo wir viel Geld für Snacks und Getränke ausgeben (müssen). Danach schlendern wir noch ein wenig in der Zollfreizone herum und kaufen uns in einer Bücherei eine Gartenzeitschrift (damit wir morgen im eigenen Garten gleich loslegen können). Fast gleichzeitig mit dem Aufleuchten für das Boarding wird durchgesagt, dass sich der Abflug noch verzögert, weil die Maschine defekt ist. Wir müssen auf eine andere ausweichen, nur die kommt aus London und ist noch gar nicht gelandet. Na super, wir können kaum noch die Augen offen halten und jetzt müssen wir noch länger ausharren. Das Ende unseres Urlaubes wird uns schon noch anstrengend gemacht, aber auf der anderen Seite können wir auch auf eine schöne Zeit zurückblicken. Mehr als eine halbe Stunde später ist es dann Gott sei Dank soweit. Wir landen gegen 23:00 Uhr am fast schon ausgestorbenen Flughafen in Linz. Das Gepäck kommt sehr rasch und zu unserer Begeisterung ist dieses Mal auch alles dabei! Hubert erwartet uns schon in der Ankunftshalle und dann können wir es uns im Auto gemütlich machen und nach Hause chauffieren lassen. Danke Hubert und gute Nacht! - [10.05.08 – Encumeada Pass – Paúl da Serra – Rabaçal – Porto Moniz](https://www.bauer-seyr.at/madeira/100508-encumeada-pass-paul-da-serra-rabacal-porto-moniz) - Etwas verspätet brechen wir auf, weil unser Auto - Gott sei Dank noch direkt vor dem Hotel - wieder zu "schreien" beginnt. Nachdem wir den Kühlertank aufgefüllt haben, starten wir zum zweiten und letzten Versuch, die Wanderung zum Risco-Wasserfall zu machen. Die Fahrt bis Santa Cruz verläuft reibungslos und schnell. Kein Wunder, es ist Sonntag und es sind sehr wenig Autos unterwegs. Einige Kilometer aber danach spaziert ein Straßenarbeiter neben der Fahrbahn und deutet, dass wir die Geschwindigkeit reduzieren sollen. Nach der Kurve wissen wir dann auch, warum - ein Unfall! Kein Wunder bei diesen mörderischen Auffahrten und der Fahrweise der Einheimischen. Die Lichtverhältnisse sind heute auch nicht besonders. Die tiefstehende Sonne und abwechselnd die relativ dunklen Tunnels fordern vollste Aufmerksamkeit beim Fahren. Keine zweihundert Meter weiter stehen wir wieder. Das gibt es doch nicht, der nächste Crash. Nachdem wir die Stauzone hinter uns haben, geht es aber wieder problemlos weiter. Als hätten wir mit der Wetterfee einen Pakt geschlossen, ist heute nirgends eine Regenwolke zu sehen. Schöner blauer Himmel begleitet uns über den Encumeada Pass. Er stellt die Verbindung von Süden nach Norden her. Wir biegen aber Richtung Westen ab. Im Jahr 2000 wurde der Encumeada-Tunnel eröffnet und seitdem benutzen fast nur Touristen die Passstraße. Und wirklich - auch heute sind nicht viele Autos auf der schmalen, holprigen Straße unterwegs. Wir erreichen auf 1.300 Meter die Hochebene Paúl da Serra. Die Landschaft erinnert an das schottische Hochmoorland. Die spärliche Vegetation, wie Ginster, Adlerfarne oder Gräser, hält das raue Klima hier aus. Hier oben grasen große Rinderherden auf den hügeligen Weiden. Da heißt es aufpassen, denn Zäune gibt es keine und die Rindviecher laufen auch auf der Straße herum. Sie gucken uns mit ihren großen, dunklen Augen an. Eine Kurve weiter haben wir das Gefühl, als befänden wir uns in einer anderen Welt. Von der Sonne rosa gefärbte Wolken steigen auf und der Wind wirbelt die rote Erde durch die Luft. Paúl da Serra ist wichtiges Auffangbecken für Regenwasser, das über Levadas verteilt wird. Neben dem Wasser sorgen viele Windgeneratoren für Energie. Majestätisch bewegen sich die Flügel der Windräder, die hier wie aufgefädelt stehen. Untypisch für Madeira fahren wir Abschnittsweise auf schnurgeraden Straßen. Sie sind zwar geflickt wie Fleckerlteppiche, aber wir kommen trotzdem ohne Hindernisse voran. Kurz vor Mittag erreichen wir den Parkplatz, der 2 km oberhalb von Rabaçal liegt. Wir machen uns zum Wandern bereit und schlendern dann die asphaltierte Straße bis zum Ort hinunter. Es würde auch einen Pendelverkehr nach Rabaçal hinunter geben, aber wir sind noch fit und wanderlustig. Die zwei Kilometer lange, autofreie Straße führt durch ein Waldgebiet und ist auch schnell geschafft. Ein breiter Stufenweg führt bis zum Forsthaus und von dort zeigen die Wegweiser zu den Wanderwegen "Risco-Wasserfall" und "25 Fontes". Wir entscheiden uns dafür erst die längere, anstrengendere Wanderung zu machen, zu den 25 Fontes. Anfangs müssen wir viele, viele Stufen bergab steigen und hier stauen sich schon die Leute aufgrund der bergauf schnaufenden Wanderer. Schnellen Schrittes passieren wir aber diese Engstelle und befinden uns dann in einer mystisch wirkenden Welt. Moose und Farne überwuchern die Felswände und Flechten hängen wie Bärte von den Bäumen herunter. Sie sind Zeichen dafür, dass die Luft hier sehr sauber ist. Der violett blühende Storchenschnabel gibt dem vielen Grün farbige Akzente. Ruhig plätschert das kristallklare Wasser in der Levada neben uns und immer wieder wird sie gespeist von Rinnsalen, die von hoch oben kommen. Die Gegend gleicht wahrlich einer verwunschenen Märchenlandschaft. Lange Zeit wandern wir durch dichten Lorbeerwald bis wir eine steinerne Brücke erreichen. Nach der Überquerung und einem Anstieg über steile Treppen wird es abenteuerlich. Die Levada hat hier einen völlig anderen Charakter angenommen. Die Mauern sind höher gebaut, sodass das Wasser jetzt auf Kniehöhe neben uns fließt. Außerdem ist der Fußweg nur noch knapp 40 cm breit. Wir benutzen den Rand des Kanals als Reling, denn es gibt keine andere Absicherung. Nur gut, dass das üppige Grün den Blick in die Tiefe etwas mildert - und hier geht es sehr, sehr tief hinunter. Wir konzentrieren uns zwar auf den schmalen Steig, aber aufgrund der vielen Wanderer müssen wir oft ausweichen. Wir haben aber auch nicht das Bedürfnis in das kalte Wasser der Levada zu springen. Eine Zeitlang führt der Weg so durch die atemberaubende Natur. Nach einer knappen Stunde erreichen wir das halbrunde Becken, wo in der Mitte ein großer Wasserfall und an beiden Seiten mehrere kleine herabfallen. Je nach Jahreszeit sind es mehr oder weniger, aber heute sind es mehr als 25 Fontes. Mindestens genau so viele Wanderer bevölkern das Gebiet rund um das Becken. Es ist echt schwierig ein brauchbares Foto zu machen, auf dem mal kein Kopf oder keine Hand zu sehen ist. Daher genießen wir erst mal das Naturschauspiel und warten ab, bis die Menschenmassen weniger werden. Hungergefühl kommt auf und wir tun es vielen anderen gleich und machen es uns auf dem trockenen Ausläufer des Bachbettes bequem. Die von der Sonne aufgeheizten Steine sind am Hintern sehr angenehm. Das Massenpicknick ist von vielen Madeira-Buchfinken nicht unbeobachtet geblieben. Sie sitzen auf den Ästen oberhalb der Menschen oder direkt vor ihnen auf den Steinen und lauern, ob etwas Fressbares für sie abfällt. Franzosen, die gegenüber von uns sitzen, werfen den Vögeln Chips zu und husch sind die knusprigen Stücke in ihren Schnäbeln verschwunden. Von uns gibt es nur Apfelstücken und siehe da, die gesunden Dinge mögen sie nicht. Einer von ihnen kann nicht glauben, dass das alles ist, was wir im Rucksack haben. Mutig kommt er immer näher und dreht das Kopferl nach allen Seiten. Das wäre wieder ein fähiger Kandidat für Heidi Klum! Als die nächsten Touristen ihre Vorräte auspacken, wird auch da nachgeguckt, was für sie abfällt. Echt süß, die kleinen Geschöpfe mit ihrem schönen Gefieder. Gestärkt machen wir uns wieder auf den Rückweg. Ein guter Zeitpunkt, denn schon nach wenigen Metern kommt uns eine Horde entgegen, die sich schon mit lauter Musik aus einer tragbaren Stereoanlage ankündigt. Kaum zu verstehen, warum man so eine wunderschöne Stimmung mit Discomusik zerstören muss. Wir kämpfen uns wieder entlang der Levada zurück. Es wäre beinahe empfehlenswert, Verkehrsampeln oder Vorrangschilder aufzustellen, damit die vielen Wanderer aneinander vorbeikommen. Stellenweise gibt es Ausweichstellen, aber aufgrund des Massenaufkommens geht es nur langsam voran. Erst als der Weg nach der Brücke wieder breiter wird, schaffen wir das letzte Stück rascher. Etwas außer Atem erreichen wir die Gabelung, an der es in die andere Richtung zum Risco-Wasserfall geht. Im Gegensatz zur bereits hinter uns liegenden Wanderung sind diese 0,9 km ein gemütlicher Spaziergang. Schon aus der Entfernung hören wir das Rauschen des Wassers. Zwei Wasserfälle vereinen sich und ihre Wassermassen stürzen aus 100 m Höhe in die Tiefe hinab. Durch den tollen Lichteinfall wird uns hier ein beeindruckendes Schauspiel geboten. Wasser fließt von allen Seiten über die Felsen, als hätte man eine Raindance-Dusche aufgedreht. Einfach wunderschön! Ab hier ist die Wanderung zu Ende, denn die Levadamauern sind sehr brüchig und beschädigt. Der Tunnel, der direkt unter dem Wasserfall durchführt, ist bereits mit einem Gitter versperrt. Nur schwer können wir uns von diesem schönen Ort trennen, aber wie heißt es "alles hat ein Ende…". Wir lassen die letzten Stunden Revue passieren, während wir zum Forsthaus zurück schlendern. Es ist kurz nach 14:00 Uhr, als wir dort ankommen. Den Rückweg fahren wir aber mit dem Shuttledienst, um wieder ein wenig durch zu schnaufen. Wir halten uns am Parkplatz aber nicht lange auf, sondern fahren auf der Straße Richtung Norden weiter. Bei einem Miradouro bleiben wir stehen, weil man von dort einen weiten Blick in alle Richtungen hat. Wir beobachten den Rundflug von Schwalben und auch einen Adler auf Beutejagd können wir erspähen. Lange Zeit befinden wir uns allein auf der Straße, nein, nicht ganz richtig, die Kühe sind ja auch noch da. Die einen fressen gemütlich, einige sonnen sich nur und andere stehen auf der Straße und machen den Touristen das Fahren schwer. Nicht nur, weil man aufpassen und ihnen ausweichen muss, sondern weil die Straßen auch gespickt sind mit ihren Kuhfladen. Wir erreichen die Einfahrt zu Porto Moniz. Auf einem Parkplatz auf der Anhöhe halten wir kurz, weil man von dort oben einen wunderschönen Blick hat auf den gesamten Ort. Noch vor zehn Jahren war Porto Moniz ein kleiner Fischer- und Bauernort, hat sich aber nach und nach zu einem beliebten Badeort entwickelt. Hauptattraktion sind zweifellos seine Meeresschwimmbecken, die von bizarren Lavafelsen umgeben sind. Vor hunderttausenden von Jahren formten vulkanische Schlackenbänder ein halbrundes, seichtes Becken, deren kristallklares Wasser durch die Flut ständig ausgetauscht wird. Wie weiße Milch sieht von hier oben die Gischt aus, wenn sie gegen die schwarzen Felsen peitscht. Weinfelder ziehen sich zwischen den Häusern den Hang hinauf. Der gesamte Ort macht auf uns den Eindruck, als wären die Häuser fast alle neu gebaut. Außerdem sind sie größer, als wir sie aus den anderen urigen Fischerdörfern kennen. Tatsächlich wurden mit dem Aufschwung des Tourismus viele Hotelanlagen gebaut. Im rechten Teil des Ortes befindet sich sogar ein Hubschrauberlandeplatz. Unmittelbar daneben regelt ein großer Kreisverkehr das Verkehrsaufkommen. Heute ist nicht viel los, es ist ja Wochenende. Im Zentrum befindet sich ein großer, kostenloser Parkplatz. Wir schlängeln uns die Serpentinen hinunter und parken dort. Für eine komplette Besichtigung des Ortes sind wir heute nicht mehr aufgelegt und daher schlendern wir entlang des Kais. In einer Bar kaufen wir uns ein Eis und machen es uns auf der Mauer der Promenade am Meer gemütlich. Als würden wir in einem Theater sitzen, bietet uns die Natur rundherum die perfekte Kulisse dazu. Direkt vor uns das kitschig aussehende türkisfarbene Meer mit der weißen Gischt. Links von uns können wir die Badegäste im Naturschwimmbecken beobachten. Von hier aus sieht es noch viel spektakulärer aus, als von oben. Die Steine unter unseren Hintern sind ganz schön heiß. Diese warme Umgebung wird auch von den Eidechsen geliebt und im Nu wuseln viele um uns herum. Ah, auf unser Eis haben sie es abgesehen! Wollen wir mal nicht so sein. Die Waffeltüte von meinem Cornetto schmeckt ihnen. Mal sehen, wie es mit Schokolade aussieht. Das Magnum ist schon im Bauch verschwunden, aber auf dem Holzstiel klebt noch eine Menge Schokolade. Zaghaft probiert erst mal nur einer. Richtig süß, wie die kleine Zunge das süße Braun schleckt. Innerhalb weniger Minuten sind viele Neider da und jeder versucht das meiste zu erhaschen. Eine ganz freche Echse will sich gleich das Holzstaberl mitnehmen und zerrt wie wild geworden daran. Als es merkt, dass das nicht zu schaffen ist, läuft sie Wolfgang über die Hand und zwickt ihn in den Finger. So jetzt ist es aber genug mit den Streitereien! Wir spazieren wieder zum Auto zurück. Auf der Fahrt Richtung Hotel machen wir noch einen kurzen Abstecher in Seixal. Dort ist es aber wie ausgestorben und daher drehen wir bald wieder um und setzen unsere Fahrt fort. Was wir nicht wissen ist, dass ein Teil der Strecke im Norden von Porto Moniz kommend nur durch Tunnel zu befahren ist. Die schöne Küstenstraße führt als Einbahnstraße nur von Santana kommend am Meer entlang. Echt schade. Dafür dürfen wir wieder durch die abenteuerlichen, schwarzen Tunnel mit den eingebauten Duschen fahren. Die Strecke ab São Vicente kennen wir ja schon und fahren sie, auch wegen der späten Zeit, relativ zügig. Streckenweise ist die Straße aber nur einspurig und in schlechtem Zustand. Vor Ponta Delgada müssen wir aufgrund des Gegenverkehrs ein Stück zurück schieben. Mich packt die pure Angst, denn es geht so knapp an die Felswand, dass ich schon um unser Leihauto fürchte. Bei einem Miradouro oberhalb des Ortes legen wir noch einmal einen kurzen Stop ein. Ponta Delgada ist eine Streusiedlung auf einer Landzunge, die weit ins Meer ragt. Inmitten von Wein- und Gemüsefeldern wurden die Häuser erbaut und die Wallfahrtskirche liegt direkt am Meer. Die Landschaft ist sehr grün und die Pflanzen scheinen die Straße zuwuchern zu wollen. Ein kleiner, bewachsener Felsvorsprung ein Stück daneben bringt uns zum Lachen, denn darauf steht das Hinweisschild "RESTAURANTE" und zeigt nach rechts direkt ins Meer. Nur wo ist es? Weit und breit kein Restaurant in Sicht! Ab Ponta Delgada haben wir die anstrengenden Serpentinen geschafft. Jetzt geht es schnell zum Hotel zurück - denken wir zumindest. Denn ab da haben wir einen Schläfer vor uns, der gemütlich die Straße entlang schleicht und wir gezwungen sind, ihm nach zu zockeln. Überholmöglichkeiten gibt es hier nämlich nirgends. Müde erreichen wir das Hotel und nach einer erfrischenden Dusche gönnen wir uns heute ein letztes Mal das Abendessen im hoteleigenen Restaurant. Ich bestelle mir noch einmal den schwarzen Degenfisch und Wolfgang probiert den Stockfisch. Der schmeckt zwar sehr gut, ist aber sehr intensiv. Bom Apetite! - [09.05.08 – Palheiro Gardens – Curral das Freiras – Cabo Girão](https://www.bauer-seyr.at/madeira/090508-palheiro-gardens-curral-das-freiras-cabo-girao) - Es ist wohl schon der vierte Versuch, die Palheiro Gardens zu finden. Und heute verfahren wir uns auch nur einmal, bis wir schließlich vor den Toren stehen. Gleich neben dem Eingang begrüßen uns prächtige Kamelienblüten auf meterhohen Stauden. Meine Kamelie zuhause besteht mittlerweile nur noch aus einem 20cm hohen Stock mit vier Blättern und geblüht hat sie seit dem Kauf nie wieder! Da frisst mich schon der Neid, wenn man diese riesigen Büsche sieht. Vom Eingang führt ein 500 Meter langer Weg durch einen Landschaftsgarten. Violette Schmucklilien, höher als wir, säumen den Weg. Am Ende des Weges erreichen wir eine beeindruckende Protea-Sammlung. Verschiedene Arten von Nadelkissenproteas wechseln mit den großen Königsproteas. Ich dachte immer, dass die Blüten an langen Stengeln vom Boden weg wachsen. Dabei sind das Büsche, voll mit diesen mächtigen Blüten. Wir kommen auf unserem Rundgang zu einem Garten im französischen Stil mit verschiedenen Abteilungen. Im Zentrum quaken Frösche in einem kleinen Teich und die Seerosen suchen die Oberfläche des Wassers. Aus Hecken wurden kunstvoll Figuren geschnitten. Ehrlich, manche sehen aus wie erigierte Penisse! Weiter geht es an einer gepflegten Rasenfläche vorbei, die von Blumenbeeten unterbrochen ist. Mittagsblumen in verschiedenen Farben, Rittersporn, Ringelblumen, Ziergräser und viele andere Sommerblumen bilden ein richtig harmonisches Bild. Auch von meinen Lieblingsblumen, den Mohnblumen, gibt es schöne Exemplare. Die roten, gefüllten Blüten bestechen durch ihre Höhe. Schön, dass schon einige verblüht sind, denn so kann ich mir heimlich eine Blütenkapsel pflücken. Und nächstes Jahr haben wir dann in unserem Garten auch so herrliche Blüten. Gärtner sind verteilt zwischen den Beeten, zupfen Unkraut und lockern die Erde. Eine Brücke führt über ein Bächlein und wir befinden uns in einem ganz anderen Bereich des Gartens. Hier dominieren Mammutbäume den Park. Riesengroße Mellalucabäume (Teebäume), mexikanische Pinien oder Araukarien (Südtannen) konkurrieren miteinander. Ein Stück weiter oben befindet sich eine barocke Kapelle. Außen hui, innen pfui - eine Renovierung würde ihr wirklich nicht schaden. Egal, wir sind wegen der Blumen und Pflanzen hier. Eine Fülle an Blüten finden wir schon daneben. Auf Beeten mit Buchsbaumhecken eingefasst wachsen wieder Mengen von verschiedenen Blumen, unbeschreiblich schön. Zwei Meter hohe dunkelblaue Rittersporn, orange Lilien, gelbe Mohnblumen, rosarote Montbretien, riesige Engelstrompeten und viele, viele andere Sommerblüher begeistern uns. Man merkt, dass jedes Fleckchen Erde mit viel Liebe gestaltet wurde. Die Harmonie der schattenspendenden Bäume mit dem Blumenmeer darunter ist einmalig. Immer wieder laden gemütliche Bankerl darunter zum Verweilen ein. Im unteren Teil des Gartens stoßen wir auf ein Tea House. Da sich die Sonne hinter einer Wolkenschicht versteckt und die sich wiederum ein wenig von ihrem Wasser entledigen, unterbrechen wir unsere Euphorie und gönnen uns Kaffee und Kuchen. Mittlerweile hat der kurze Nieselregen wieder etwas nachgelassen und wir widmen uns wieder dem Garten. Inmitten dieser atemberaubend manipulierten Natur wird selbst der Rosengarten zum Ereignis. Umgeben von einem alten Gemäuer finden wir einen herrlichen Rosengarten. Schade, dass das Wetter nicht ganz mitspielt. Da fällt mir mein Opa ein, der mal gesagt hat, dass der Herrgott da oben alles hört und sieht. Regen habe ich schon immer gehasst und als Kind hab ich dann immer ein Lied von der Connie Froboess gesungen. Viel vom Text weiß ich heute nicht mehr, aber einen Versuch ist es wert. "Ach lieber Gott, lass die Sonne wieder scheinen, für Mama, für Papa und für mich. Alle Kinder, die großen und die kleinen, haben Sehnsucht nach Sonne wie ich. Wenn die Wolken, die grauen wieder weinen, ja dann wein bestimmt auch ich…" usw. Und wie bei kleinen Kindern verblasst der Frust in uns und wir genießen trotz allem das schöne Flair. Die Fotos mit den weinenden Rosen haben auch ihre Besonderheit. Als hätte mich der liebe Gott wirklich gehört, zerreißt kurz darauf die Wolkendecke und der blaue Himmel macht sich wieder breit. Es hört auf zu regnen und die Luft wird innerhalb kurzer Zeit warm. Die laue Brise verteilt den Duft der Rosen. Nachdem ich die Aufnahmen noch einmal gemacht habe, setzen wir uns gemütlich auf ein Sonnenbankerl, schließen die Augen und hören dem Gezwitscher der Vögel zu. Wir sind ganz allein im Rosengarten und fühlen uns wie Adam und Eva im Paradies. Da kommt wieder richtiges Urlaubsgefühl hoch und so soll es auch sein! Nachdem wir schon mehr als drei Stunden hier im Garten unterwegs sind, machen wir uns langsam auf den Weg in Richtung Ausgang. Hier wird das gelbe Herrenhaus, das nicht öffentlich zugänglich ist, schön sichtbar. Ursprünglich hieß der stattliche Besitz Quinta do Palheiro Ferreiro und ging 1885 in Besitz der Weinhändlerfamilie Blandy über. Sie verwandelten ihn in eine aufwändig bepflanzte Gartenanlage. Über Jahre hinweg wurde der Pflanzenreichtum durch Mitbringsel aus den verschiedenen Reisen erweitert und mit viel Aufwand und Liebe erhalten. Wir müssen echt blind gewesen sein, denn nicht weit vom Eingang entfernt "stolpern" wir über einen Blauglockenbaums. Letzten September haben wir zuhause auch einen gepflanzt, aber der braucht zum Wachsen noch ein wenig Zeit. Da ist dieser ein prächtiges Exemplar dagegen und voll mit den namensgebenden blauen Blüten - die übrigens unserer auch schon hat! Wir verlassen mit einem Glücksgefühl diesen schönen Platz und machen uns auf die Reise weiter ins Landesinnere. Die abenteuerliche Serpentinenfahrt erweist sich aufgrund der verparkten Straße und den entgegen kommenden Busse als sehr mühsam. Lohnenswert ist sie aber allemal, denn entlang der Bergstraße wuchern Mimosen- und Eukalyptuswälder. Die Eukalypten verströmen einen Duft, als hätte jemand gerade einen Saunaaufguß gemacht. Die Blätter, deren Unterseiten fast weiß sind, glänzen in der Sonne. Lange Zeit müssen wir einem Lastwagen nachtrotten, dann aber klebt er sich an die Felswand und lässt uns vorbeifahren. Zeitweise fühlen wir uns wie zuhause in den Alpen. Die Steilhänge sind mit Ginster überwuchert und stellenweise plätschert das Wasser an den Steinen von oben herab. Am östlichen Berghang des Tals erreichen wir schließlich den Aussichtspunkt Eira do Serrado auf ca. 1.000 Meter Höhe. Hier oben gibt es ein Hotel mit Restaurant, eine Bar und Souvenirläden. Hier werden neben allerlei Souvenir und anderem Kram auch Fenchelzuckerl und verschiedene Produkte von der Kastanie verkauft. Kastanienbäume wachsen hier genug und die Früchte sind eine Einkommensquelle (Kastanienlikör, Kastaniensuppe, Kastanienkuchen,…). Wir halten uns aber hier nicht lange auf, sondern spazieren zum Miradouro, einer großen Aussichtsplattform. Der Rundumblick hier wird uns unvergesslich bleiben. Eingenistet zwischen gewaltigen Berghängen liegt das Dorf Curral das Freiras. Das Becken, in dem es liegt, ist vor langer Zeit durch Vulkanaktivität entstanden. Frei übersetzt heißt das kleine Dorf mit ihren ca. 1.700 Einwohnern, Nonnenstall. 1566 flüchteten Nonnen vom Santa Clara Kloster durch einen versteckten Bergpfad vor französischen Seeräubern, die in Funchal einfielen. Das Tal war bis 1959 abgeschnitten und nur äußerst beschwerlich zu erreichen. Wir genießen die Aussicht, die Ruhe und die warme Sonne. Das Rauschen des Windes und das Zwitschern der Vögel werden aber leider bald gestört von einer Busladung Franzosen. Wir haben schon mehrmals festgestellt, dass Madeira von diesem Volk wahrlich überfallen wird (nur kommen die Franzosen diesmal in friedlicher Mission!). Überall trifft man sie in Massen und dort, wo sie sind, schlagen sie kurz Radau und dann verschwinden sie wieder. Sie sind halt keine Genießer, so wie wir. Nachdem wieder Ruhe eingekehrt ist, bleiben wir noch eine Weile, bis uns der Hunger zurück treibt. In der Bar genießen wir dann einen erfrischenden Salat, während wir uns auf einem Monitor eine DVD über Madeira ansehen. Als wir wieder in unser Auto einsteigen, fahren schon die nächsten Busladungen auf den Parkplatz. Aufgrund des Bilderbuchwetters machen wir auf der Heimfahrt noch einen Abstecher beim Aussichtspunkt Cabo Girão. Sie ist mit 580 Metern die zweithöchste Steilklippe der Welt und nur mit einem Panoramalift zu erreichen. Wir ziehen es aber vor von oben hinunter zu blicken. Es ist mittlerweile nach 17:00 Uhr und die Abendsonne eröffnet uns einen atemberaubenden Blick auf die Küste mit ihrem schwarzen Strand und die Felder der Bauern. Der vulkanische Boden ist sehr fruchtbar und im Schutz der Felsen herrscht ein nahezu tropisches Klima. Dort werden Maracujas, Mangos, Papayas, aber auch die Malvasiertraube kultiviert. Die Terrassenfelder auf den Steilwänden sind nicht weniger beeindruckend. Keine Ahnung, wie die Bauern da hinkommen, um diese zu bepflanzen! Plötzlich sehen wir jemanden mit langen Stangen dort herum klettern. Uns wird schon beim Zusehen mulmig. Obwohl der Aussichtsplatz mit einer Mauer geschützt ist, habe ich echt Schwierigkeiten, mich weit genug nach vorne zu beugen, um Fotos zu machen. Die Überwindung lohnt sich aber, denn ich kann diese schönen Bilder als Erinnerung einfangen. Riesige Opuntien und Aloen haben auf der anderen Seite den Steilhang vereinnahmt. Ein erlebnisreicher Tag geht dem Ende zu - zumindest was die Ausflüge betrifft. Jetzt müssen wir schnell zum Hotel zurück, denn um 18:30 Uhr ist eine Verkostung des Madeiraweins. Und die wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Doch kurz vor der Küstenstraße, die zur Autobahn führt, beginnt unser Auto zu piepsen. Nein, bloß keine Panne so kurz vor Ende des Urlaubes. Nach einem Blick in das Handschuhfach sind wir auch nicht klüger, denn eine Betriebsanleitung für das Auto gibt es nicht. Nach Interpretation des Lamperls öffnen wir die Motorhaube und kontrollieren mal das Kühlerwasser - Bingo: laut Anzeige ist das Wasser wirklich am Limit. Nur, woher jetzt welches nehmen? Alle unsere Vorräte haben schon wir verbraucht. Außerdem haben wir doch keine Zeit - wir müssen doch zur Weinkost! Das Auto hat Erbarmen mit uns, denn die Alarmleuchte erlischt nach einiger Zeit, nachdem wir den Druck verringert haben. Ohne weitere Probleme können wir dann zum Hotel zurück fahren. Na ja, unseren täglichen LKW haben wir natürlich auch heute wieder vor uns. Wir verstauen den ganzen Kram im Kofferraum und los geht es direkt in die Adega. Ein Wahnsinnsduft steigt uns in die Nase schon nach den ersten Schritten in den Weinkeller. Außer einem jungen Pärchen ist niemand da. Fein, dann bleibt uns mehr. Der Kellner stellt für jeden vier Gläser in einer Reihe vor uns auf und schenkt uns auch gleich das erste voll. Vom trocken Aperitif bis zu den süßen Digestifs, sie schmecken uns alle! Dazwischen bekommen wir Käse, Crackers und Oliven zum Neutralisieren der Geschmacksnerven. Mit dem Tempo, wie wir die Proben hinunter gekippt haben, genauso schnell kommt auch der Schwips. Gutes Timing - wir genießen gerade den Inhalt des letzten Glases, als eine Horde - ja wieder - Franzosen einfällt. Wir kaufen noch vier Bottles für zuhause - nein, nicht alle für uns - Geschenke für unsere Taxifahrten zum und vom Flughafen (Hubert und Helga). - [08.05.08 – Ribeira Brava – Cãmara de Lobos](https://www.bauer-seyr.at/madeira/080508-ribeira-brava-camara-de-lobos) - Ratlosigkeit macht sich in uns breit, denn es hat wieder die ganze Nacht geregnet und der Himmel ist grau bedeckt. Tja, auch die Blumeninsel muss irgendwann mal gegossen werden! Eigentlich wollten wir heute eine Wanderung im Landesinneren machen. Na ja, man weiß ja hier nie, wie sich das Wetter von einer Minute auf die andere entwickelt. Und so ist es dann auch. Knapp eine Stunde später grinst die Sonne wieder zwischen den Wolken durch. Also packen wir unsere Sachen und brausen los. Wir fahren bis Ribeira Brava und biegen dann ins Landesinnere ab. Bei Serra de Água geht es dann weiter in Richtung Encumeada Pass. Die Wolken matchen sich wieder mit der Sonne und es nieselt leicht. Die Abhänge sind fast zur Gänze mit Ginster bewachsen und hätten wir schöneres Wetter, dann wären wir von der Landschaft voll begeistert. Riesige Büsche vom Madeiras Stolz und Schmucklilien zieren den Straßenrand. Da heißt es, sich beim Fahren nicht allzu viel ablenken zu lassen, denn stellenweise sind die Straßenverhältnisse sehr schlecht. Wie an der Nordküste ist auch diese Strecke gespickt mit den alten, schwarzen Tunnels mit eingebauter Dusche. Je weiter wir hochfahren umso grauslicher wird das Wetter. Die Wolken hängen bis ins Tal herab, dazu noch der Nieselregen und unbedingt warm ist es hier auf über tausend Meter auch nicht. Bei Bica da Cana auf 1.620 Meter ändern wir unsere Pläne und kehren um. Es hat keinen Sinn bis Rabaçal weiter zu fahren, denn eine Wanderung bei Regen wollen wir wirklich nicht unternehmen. Dasselbe Spiel, das wir bei der Fahrt über den Encumeada Pass zuvor erlebt haben, widerfährt uns jetzt in umgekehrter Reihenfolge. Je weiter wir wieder in Richtung Süden fahren, umso schöner wird es. Kaum zu glauben, aber da treffen irgendwo in der Mitte zwei komplett verschiedene Welten aufeinander. In Ribeira Brava machen wir den ersten Halt. Wir suchen nicht lange nach einem Parkplatz, sondern fahren in die nächstbeste Tiefgarage in der Nähe des Hafens. Eine lange Mole im Hafen bildet eine ruhige Badebucht mit dunklem Sandstrand und Steinen. Ein paar lustige Palmenschirme spenden ein wenig Schatten. Trotzdem lassen sich junge, hübsche Mädels in der Sonne braten. Genug geschaut, wir schlendern weiter die Promenade entlang. Wir erreichen die Markthalle, die schön mit Kachelbildern geschmückt ist. Auf den Bildern sieht man typische Marktszenen mit Fischverkäufern, Obsthändlern oder Bauern. Im Gegensatz zum Markt in Funchal ist hier nicht viel los. Der Ort ist aber auch viel kleiner und nicht so touristisch angehaucht. Gegenüber der Markthalle hockt der dicke Turm der Fortaleza São Bento. Die 300-Jahre alte Küstenbefestigung beherbergt heute die Tourist Information. Im 17./18. Jh. sorgte der Wachtturm dafür, dass die Piraten kein allzu leichtes Spiel hatten. Über eine Wendeltreppe könnte man hochsteigen und das Panorama genießen, die Damen an der Rezeption verweigern uns aber den Zutritt. Kann man nichts machen. Wir folgen der Küstenstraße weiter durch einen in den Berg gesprengten Tunnel. Hier schaukeln die Fischerboote im Hafen und die Fischer hantieren mit ihren Netzen. Ein prächtiger Blick auf die unverbaute Küste und ihren steilen Klippen hält uns gefangen. Eine Weile betrachten wir die idyllische Atmosphäre und dann setzen wir unseren Rundgang fort. Wir folgen einer von den beiden Gassen, die von der Küste in den Ortskern führen. Kleine, weiße Häuser mit schmiedeeisernen Balkonen säumen die Straße, geschmückt mit der strahlenden Farbenpracht der Sommerblumen an den Fenstersimsen. Wir erreichen den großzügig angelegten und mit hübschem Flusskieselmuster belegten Kirchenplatz mit dem Gotteshaus São Bento aus dem 16. Jahrhundert. Die weiße Kirche ist mit schwarzem Basaltstein eingefasst und ein blau-weißer Kirchturm aus Kacheln schmückt ihr Haupt. Im Inneren bestechen der goldene barocke Altar und die schönen alten Azulejo-Verkleidungen an den Wänden. Als besonders wertvoll gelten das Taufbecken und die Kanzel. Heimlich, weil fotografieren verboten ist, halten wir die Bilder mit unserer Kamera fest. Nur wenige Schritte daneben befindet sich inmitten eines tropischen Gartens das Câmara Municipal. Baumfarne, Dattelpalmen, Jacaranden, Magnolien und Platanen verwandeln das rosafarbene Rathaus, eine ehemalige Quinta vom Ende des 18. Jahrhundert, in eine schattige Oase. Die genießen wir eine Weile und betrachten auch die Pfaue und Enten, die gemütlich im Park herumstolzieren. Das Flair dieses Ortes hält uns echt gefangen und wir flanieren noch ein wenig in den Gassen. Wir stöbern in den kleinen Geschäften und werden dann in einer Boutique fündig, denn wir haben den Nachbarjungs ja T-Shirts versprochen für das Leihen der Stirnlampen. Mit schönen Eindrücken machen wir uns wieder auf den Weg zurück zur Garage und fahren an der Küste weiter. Nicht weit entfernt liegt eine der ältesten Siedlungen der Insel, Cãmara de Lobos. Noch heute wird der Ort vom Fischfang geprägt. In der halbrunden, von Felsen eingerahmten Bucht liegen die bunten Boote und die am Hafen sitzenden Fischer führen ein Schwätzchen, spielen Karten oder Domino. Nein, stimmt nicht ganz, ein Boot war draußen und schaukelt gerade ans Ufer. So pittoresk die Boote auch aussehen, ihre Tage sind gezählt, denn sie sind nur für den Fischfang in Küstennähe geeignet. Jetzt hoffen die Fischer auf die Unterstützung der EU, die eine bessere Zukunft verspricht. Über viele Stufen steigen wir den Hügel im Zentrum des Ortes hoch und die heiße Plagerei lohnt sich. Der Rundblick bis zur Steilküste Cabo Girão ist atemberaubend. Auf der anderen Seite kann man auf das Dächermeer der Altstadt hinunter schauen. Wir sind leicht entsetzt, dass sehr viele Dächer desolat sind. Ja, teilweise fehlen große Flächen davon und man sieht in die kaputten, nicht bewohnbaren Innenräume. Von außen ist kaum sichtbar, dass viele der Häuser leer stehen. Der Abstieg in die Altstadt über eine schmale Gasse ist nicht minder anstrengend wie der Aufstieg. Der Weg ist sehr steil und der Belag ist stark beschädigt. Die wunderschönen, winzigen Gärten entschädigen aber für alles, denn egal wie viel Platz auch ist, die Stufen und Plätze sind mit Unmengen von Blumentöpfen voll gestellt. Blumen überall - wenn nicht im Freiland gepflanzt, dann in Töpfen. Und das zieht sich die gesamte Altstadt durch. Im Freien des Cafés Pance Monion vor dem Kirchenplatz machen wir es uns gemütlich und bestellen Mittagslunch. Während wir essen, beobachten wir die Leute und das Geschehen rund um uns. Wir sitzen im Schatten und es weht ein laues, warmes Lüftchen - hier könnten wir es länger aushalten. Aber die Zeit drängt, wir möchten der Kirche São Sebastião auch noch einen Besuch abstatten. Der Bau geht auf die ersten Jahre von Cãmara de Lobos um 1430 zurück. Der Innenraum ist im gesamten sehr dunkel. Der Altarraum ist in hellblau gehalten mit goldenen Ornamenten. Schöne Fliesen zieren die seitlichen Wände und den Boden. Von der bemalten Decke hängen schwere, goldene Luster. Und wie in allen bisher besichtigten Kirchen ist auch diese mit einem Blütenmeer geschmückt. Die haben alle einen ordentlichen Verschleiß an Blumen. Auf dem Weg zurück zum Parkplatz im Hafen machen wir einen kurzen Abstecher in die kleine Kirche Nossa Senhora da Conceição. Die Betonung liegt auf kurz, denn diese Einraumkirche findet überhaupt keinen Gefallen bei uns. Sie ist so überladen und golden, alles vollgehängt mit wuchtigen Bildern. Kaum dass wir sie betreten haben, sind wir auch schon wieder draußen. Ein letzter Blick auf die umliegenden, mit üppigen Bananen- und Weinplantagen bewachsenen, Hänge von Cãmara de Lobos und dann fahren wir weiter in Richtung Funchal. Es bleibt noch ein wenig Zeit und daher versuchen wir wieder einmal die Palheiro Gardens im Umland von Funchal zu finden. Und diesmal schaffen wir es auch. Da aber der Garten in einer Stunde schließt und wir uns aber mehr Zeit dafür nehmen wollen, lassen wir es für heute und machen uns auf den Heimweg. Morgen ist auch noch ein Tag. - [07.05.08 – Pico Ruivo – São Vicente](https://www.bauer-seyr.at/madeira/070508-pico-ruivo-sao-vicente) - Während der Nacht hat es geregnet und der Wind hat in der Früh seine Mühe, die Wolken zu vertreiben. Na ja, gehen wir erst einmal frühstücken und dann überlegen wir weiter. Doch das erübrigt sich, denn eine halbe Stunde später sind die Wolken verschwunden, als wären sie nie da gewesen. Also brechen wir auf, um Madeiras höchsten Berg, den Pico Ruivo, zu besteigen. Ausgangspunkt ist Santana und die Richtung dieselbe, wie bei unserer ersten Wanderung. Nur fahren wir bei Pico das Pedras noch einige Kilometer weiter. Auf 1.300 Meter Höhe wächst fast nur noch Nadelwald. Die weißen Madonnenlilien machen Platz für den Farn und den Ginster. Die letzten Wolken haben wir unter uns gelassen, blauer Himmel, Sonne und ein leichtes Lüftchen haben sich hier durchgesetzt. Die Straße wird etwas holprig, aber für Bergverhältnisse ist sie relativ breit. An der Achada do Teixeira auf 1.592 m Höhe befindet sich ein großer Parkplatz und es stehen noch nicht allzu viele Autos da. Es ist hier oben etwas kühl und daher ziehen wir uns Jacken an. Schnell ist das Notwendigste gepackt und dann geht es auch schon los. Am Ausgangspunkt befindet sich ein großer Wegweiser und der Weg ist sogar gepflastert, sodass es ganz nach einem Spazierweg aussieht. Der langgezogene Bergrücken ist dann auch gemütlich zu gehen, obwohl es immer wieder ein wenig bergauf und bergab geht. Größtenteils ist das Wegerl auf der Sonnenseite und die Wolken schweben unter uns. Ist die Wolkendecke mal ein wenig zerrissen, sieht man bis nach Santana. Die Vegetation ist sehr karg hier oben. Neben niedrigen Ginsterbüschen, Disteln und Erika wächst hier nicht mehr viel. Hin und wieder plätschert ein Rinnsal die Steine herunter. Ungefähr einen halben Kilometer vor dem Gipfel steht eine Schutzhütte und dort legen wir noch eine kurze Rast ein. Ab da geht es nur noch steil aufwärts. Auf wilden Steinstufen klettern wir Schritt für Schritt nach oben. Mehrmals müssen wir kurz stehen bleiben, um unsere Lungen wieder mit Sauerstoff zu füllen. Dann haben wir es geschafft. Die Gipfelsäule und Stege wurden mit Holz verkleidet und ein Sicherheitszaun rund um das Aussichtsplateau errichtet. Wir stehen auf 1.862 Metern und der Rundumblick auf die Hochgebirgslandschaft ist gewaltig. Es scheint, als liege uns die ganze Insel zu Füßen. Wir ziehen die Jacken aus und lassen der Sonne den Schweiß auftrocknen. Um den Kreislauf wieder zu stabilisieren, essen wir ein wenig Obst und Kekse. Als wäre ein Vulkan ausgebrochen, "raucht" es rundherum. Die Wolken ziehen mit großer Geschwindigkeit an uns vorüber und innerhalb kurzer Zeit ist die Aussicht wie durch einen Vorhang zugedeckt. Da haben wir echt Glück gehabt, dass wir so zeitig aufgebrochen sind und noch die schöne Aussicht hier oben hatten. Gestärkt und ausgeruht treten wir den Rückweg an. Die 415 Stufen bis zur Schutzhütte - ich habe mitgezählt - sind schnell geschafft und mitleidig sehen wir in die roten, verschwitzten Gesichter der Wanderer, die uns entgegenkommen. Sie haben die Plagerei bis zum Gipfel noch vor sich. Je weiter wir hinunter kommen, umso dichter wird die Wolkendecke und am Parkplatz angekommen, sehen wir kaum noch hundert Meter weit. Nur fünf Minuten vom Parkplatz entfernt gibt es eine Felsformation, die "Homem em Pé" genannt wird. Der "stehende Mann" befindet sich auf einer Hochebene und bei schönem Wetter könnte man bis nach Santana sehen. Die Betonung liegt auf könnte, denn da steht der Mann und ist vollkommen eingehüllt in einen grauen Schleier. Schade, wir hätten ihn vor dem Gipfelaufstieg besuchen sollen. Auf der Rückfahrt nach Santana durchbrechen wir wieder die Wolkendecke und als wir beim Hotel vorfahren, herrscht wieder Bilderbuchwetter. Wir duschen, ziehen uns frische T-Shirts an und dann brechen wir wieder auf. Es ist kurz nach 14:00 Uhr und den angebrochenen Nachmittag möchten wir an der Nordküste verbringen. São Jorge lassen wir schnell hinter uns, denn das kennen wir ja schon. Gemütlich kurven wir die schmale Straße entlang der Küste. Einerseits, weil es eh nicht schneller geht und andererseits genießen wir das Flair der kleinen Orte. Die Häuser sind ähnlich groß, haben fast einheitlich rote Dächer und sind in hellen, pastelligen Farben getüncht. Das betont den vielen, bunten Blumenschmuck noch mehr. Und immer wieder wird die Gegend vom Weinanbau und den Bananenplantagen beherrscht. Die armen Bauern müssen auf den ärgsten Abhängen herum klettern, um ihre Arbeit verrichten zu können. Hin und wieder sehen wir auch Orangenbäume, voll mit den köstlichen Kugeln. Bei Boaventura wird die Fahrbahn dann aber sehr abenteuerlich. An die vielen Kurven haben wir uns ja bereits gewöhnt, aber jetzt wird die Straße immer holpriger und schmäler. Streckenweise ist sie sogar einspurig mit seitlichen Ausweichstellen. Das i-Tüpfchen sind dann aber die schwarzen Naturtunnels. Und alles Gute kommt von oben, denn es gießt durch das Gestein von oben herab. Wir finden im Ortszentrum von São Vicente keinen Parkplatz und fahren daher weiter zu den nahe gelegenen Lavagrotten. Das sind 400.000 bis 800.000 Jahre alte Vulkanröhren, die dadurch entstanden sind, dass die Lava an der Oberfläche schon erkaltet ist, während im Inneren die glühend heiße Magna noch abfloss. Stellenweise fließen jetzt noch kleine Bäche durch die Kanäle. Die Grutas kann man nur mit einer Führung besichtigen, die eine halbe Stunde dauert. Wir verstehen zwar nur die Hälfte davon, denn wir haben Mühe zu unterscheiden, wann sie Portugiesisch und wann sie Englisch spricht. Die Wanderung durch die feuchte Bergwelt ist aber sehr interessant, denn man sieht noch gut die erstarrten Lavaströme, die auf ihrem Weg an die Oberfläche Felsen und Gestein mitgeführt haben. Gut, dass wir unsere Windjacken angezogen haben, denn von der Decke tropft klares Wasser, das in Auffangbecken gesammelt wird. Hier wächst auch zarter Farn, der nur durch das künstliche Licht und die konstante Luftfeuchtigkeit von 16° wächst. Nach der Führung begleitet uns der Guide noch in das angeschlossene Vulkanologiezentrum, wo wir uns einen 3D-Film über die Entstehung Madeiras ansehen. Dann starten wir den zweiten Versuch mit der Suche eines Parkplatzes im Ort und das Glück ist diesmal auf unserer Seite. São Vicente ist ein kleiner Ort, deren weiße Häuser im Schutz eines Bergmassives gebaut sind. Schmale, steingepflasterte Gassen führen bis zum Kirchenplatz. Die Kirche wäre laut Reiseführer mit ihren Fliesenbildern, der bemalten Holzdecke und dem vergoldeten Altar sehr schön zum Besichtigen gewesen, ist aber wegen Renovierung für Besucher geschlossen. Trotzdem haben wir uns schon nach den ersten Schritten in den Ort verliebt. Da trifft das Wort pittoresk voll und ganz zu. Wir schlendern gemütlich durch die Gassen, schmökern in den Auslagen und gucken über Hausmauern. Dahinter verbergen sich schön angelegte Gärten und wie überall auf der Insel Bananenstauden oder Papayabäume. Wir machen es uns in der Snack Bar Estoril direkt am Kirchenplatz gemütlich und bestellen uns etwas zu Essen. Wir überlegen, ob es das Mittag- oder das Abendessen ist. Macht nichts, wir sind hungrig. Mein Omelette hätte für uns beide gereicht und das Cerveja Coral (Bier) schmeckt auch sehr gut! Bevor wir uns auf die Heimfahrt machen, statten wir dem kleinen Greißler noch einen Besuch ab - die Tante Emma hätte an diesem Geschäft ihre Freude gehabt! Um schneller vorwärts zu kommen, fahren wir die Strecke quer durch die Insel über Ribeira Brava. Der Verkehr ist anfangs nicht sehr schlimm, dann kommen wir aber vor Funchal in den Abendverkehr. Im Nu stehen wir mitten im Stau. Erst geht es etwas schleppend voran, aber nach einer Viertelstunde sind wir dann durch. Also, reine Fahrzeit von São Vicente bis Santana ist gut eine Stunde - die Stauzeit abgezogen. Da sind wir über die Nordküste vom Hotel bis São Vicente schon viel länger gefahren! Zum Abschluss dieses schönen Tages gönnen wir uns an der Hotelbar noch ein Betthupferl: für jeden ein Glaserl Madeirawein. Und den genießen wir bis auf den letzten Tropfen, denn wir löhnen dafür ganze acht Euro! Für diesen Preis hätten wir in der Vinothek schon eine halbe Flasche bekommen! - [06.05.08 – Ponta de São Lourenço](https://www.bauer-seyr.at/madeira/060508-ponta-de-sao-lourenco) - Wo ist die Blumeninsel Madeira geblieben? Wir sind heute über Caniçal zur Ponta de São Lourenço gefahren, um ans Ende des Ostzipfels zu wandern. Irgendwie haben wir das Gefühl uns in einer anderen Welt zu befinden, denn diese wüstenartige Landschaft ist der krasse Gegensatz zum Rest der Insel. Das kommt daher, weil es in dieser Gegend fast nie regnet. Die Wolken ziehen über die nur wenige hundert Meter hohen Felsen hinweg und lassen an den höheren Hängen der Inselmitte ihr Wasser ab. Die Farbtöne der Felsen von rostrot über currygelb bis zum schwarzen Vulkangestein bezaubern den Betrachter. Und das türkisblaue Meer ergänzt die Farbpalette des Malers "Natur". Die Vegetation ist sehr charakteristisch, denn sie ist so gut wie unberührt. Die Wanderung beginnt an einem großen Parkplatz. Sie führt ständig durch wind- und wasserumbraustes, karges Land. Zu Beginn gehen wir über Holzplanken, die eine Mulde überqueren. Danach geht es ständig bergauf, bergab, mal auf betonierten Stufen, mal auf wildem Gestein und dazwischen auch auf flachen Bergrücken. Wir kommen nur langsam voran, weil immer wieder bizarre Felsformationen unsere Aufmerksamkeit erregen. Außerdem bieten sich an allen Seiten beeindruckende Ausblicke auf beide Küsten. Caniçal und die Landebahn des Flughafens sind gut erkennbar. Alle fünfzehn Minuten unterbricht ein Flugzeug im Landeanflug die abgeschiedene Ruhe. In einer weitläufigen, geschützten Bucht liegen die Käfige für die Fischzucht. Ein Fischerboot dreht seine Kurven und kontrolliert die Goldbrassen. Die Sonne brennt gnadenlos herab und trotz der leichten Brise ist uns schon sehr heiß. Es sind viele Wanderer unterwegs und alle hoffen, beim schon in Sichtweite befindlichen Casa do Prainha, ein wenig Schatten zu finden. Das Häuschen steht auf einer breiten Mulde nahe der Küste und war einst ein Hirtenhaus. Es ist umringt von Dattelpalmen und wirkt wie eine Oase in der Wüste. Wir lassen es erst links liegen, denn das Ziel ist schon so nahe. Es dauert aber dann doch noch, denn nach jeder Kurve bietet sich uns wieder eine Kulisse, scheinbar schöner als die vorherige. Die Abhänge bis zur Küste sehen aus, wie von Hand angelegte Steingärten. Die endemischen Eidechsen nuckeln an den Blüten weißer Blumen oder genießen die Sonne. Schmetterlinge flattern in der Luft und huschen von einer Blüte zur anderen. Schon von weitem sehen wir den kleinen "Gipfel" und irgendwie erinnert uns das Bild an Australien. Da strömen die Menschen, scheinbar im Gänsemarsch, den steilen Abhang hoch. Wie Ameisen sehen sie aus dieser Entfernung aus. Der letzte Hügel hinauf ist bewachsen von einem Blütenmeer der kleinen, roten Mohnblumen. Ich liebe Poppies (engl.) über alles und kann mich daher von dieser wunderschönen Kulisse kaum trennen. Die rostfarbene Erde, das türkisblaue Meer und die Möwen, die darüber schweben, der azurblaue Himmel mit den Schäfchenwolken - ein Maler könnte das Bild nicht schöner malen! Wir sitzen, ein wenig erschöpft vom letzten steilen Aufstieg, nun gemütlich auf einem Stein und genießen die ruhige, friedliche Stimmung. Von hier oben haben wir Sicht bis zum Ende der Insel und sogar bis nach Porto Santo, der Nachbarinsel. Um uns für den Rückweg zu stärken, packen wir unsere Jause aus und plötzlich sind wir umringt von vielen Eidechsen. Sie haben jede Scheu verloren und pirschen sich ganz nahe zu uns heran, um nachzusehen, ob vielleicht etwas Fressbares für sie abfällt. Ganz wild sind sie auf unsere Wurst, aber das Brot lassen sie links liegen. Ganz ehrlich, uns schmeckt das weiße Gebäck von hier auch nicht sonderlich. Auf den Eibischgummi wiederum fahren sie voll ab, die süßen Brüder. Wir genießen die Rast und die Aussicht und nur schwer können wir uns von diesem schönen Ort losreißen. Dann wird es uns aber doch zu heiß und wir klettern wieder vorsichtig die Anhöhe hinunter. Wir flüchten uns in den Schatten des alten Hirtenhauses und setzen unser Mittagessen fort. Auch hier lauern wieder unzählige Echsen auf unser Essen. Übrigens, Tomaten mögen sie auch nicht! Lustig, sie zu beobachten, denn das Haxerl, das sie gerade nicht belasten, heben sie in die Höhe. Zuhause müssen wir mal nachlesen, warum sie das tun. Es sieht auf jeden Fall lustig aus. Jetzt heißt es aber, alles wieder zurück wandern. Um 14:30 Uhr erreichen wir den Ausgangspunkt, verschwitzt und trotz der vielen Sonnencreme mit Sonnenbrand im Genick und an den Handgelenken. Wir staunen nicht schlecht, als auf dem Parkplatz ein fahrender Kiosk steht und mit den vielen Leuten wahrscheinlich das Geschäft seines Lebens macht. Wir gönnen uns auch ein Eis, setzen uns damit noch eine Weile auf einen Felsen und genießen das laue Lüftchen. Wir befreien unsere heißen Füße von den Wanderschuhen und machen uns dann auf den Heimweg. Bei Faial legen wir noch einen kurzen Stop ein am Fuße des Penha de Águia, dem Adlerfelsen. Das Wahrzeichen der Nordküste hat seinen Namen von den Fischadlern, die früher hier nisteten. Er hat eine Höhe von 590 Metern und die Kuppe ist von einem Wäldchen bedeckt. Für die zweistündige, steile Wanderung sind wir aber schon zu müde und daher fahren wir für heute zurück ins Hotel. Die kühlende Dusche und das Fußbad bringen uns wieder ein wenig in Schwung, sodass wir den Abend noch schön ausklingen lassen können. - [05.05.08 – Botanischer Garten – Monte – Subtropical Gardens – Camacha](https://www.bauer-seyr.at/madeira/050508-botanischer-garten-monte-subtropical-gardens-camacha) - Ein Gockel aus der Nachbarschaft dürfte ein Frühaufsteher sein, denn heute kräht er uns schon um 05:30 Uhr aus den Betten. Da uns das aber ein wenig zu früh ist, drehen wir uns noch einmal um und schlafen noch eine Runde. Als wir den Vorhang dann wegziehen, präsentiert sich das Wetter von seiner schönsten Seite. Blauer Himmel und klare Sicht bis zum Pico Ruivo. Wie wunderschön! Auf der Fahrt nach Funchal erkennt man auf den Straßen die Touristen schon am Fahrstil. Sie nehmen die kurvigen Straßen um einiges langsamer. An den Autos selbst würden sie nicht auffallen, denn auch die Einheimischen sind mit kleinen Autos unterwegs. Unser erstes Ziel, der Botanische Garten, ist leider nicht so leicht zu finden, obwohl auf der Autobahn der Weg mehrmals ausgeschildert ist. Wir irren auf den schmalen Serpentinen in den Vororten von Funchal herum. Als wir schon leicht genervt sind, stehen wir - oh Wunder - plötzlich vor den Toren des Gartens. Das Bilderbuchwetter ist nicht mit in den Süden gekommen - hier ist es bewölkt. Aber solange es nicht regnet sind wir zufrieden. Vom Eingang führt der Weg direkt in den Bereich der Kakteen und Sukkulenten. Opuntien, größer als wir, und Säulenkakteen mit mehr als vier Meter Höhe beeindrucken uns schon sehr. Fächeraloen mit prächtigen Blüten in Ausmaßen, wie wir sie noch nie gesehen haben. Zuhause haben wir auch einige im Topferl, aber die sind im Vergleich wie Ameisen. In einem anderen Teil des Gartens wurden wunderschöne Bilder aus verschiedenen farbigen Bodendeckern gestaltet. Von dort bietet sich auch ein weiter Ausblick über Funchal. Heimelig fühlen wir uns im großen Kräutergarten. Gleich daneben wachsen Bananenstauden, Feigenbäume und die Papayas hängen von den Bäumen. Den unteren Teil dominiert ein Papageienpark. Viele Arten von Lorries und Sittichen, so bunt, wie Kinder sie in ihrer Naivität malen. In einem Käfig sitzen zwei Papageien, die die vorbei gehenden Touristen anquatschen. Es ist wirklich lustig, wie sie einzelne Wörter nachreden oder sonst was antworten. Auf jeden Fall machen sie einen Höllenlärm mit ihrem Geplapper und Gekreische. Nicht weit davon entfernt, finden wir das nächste Highlight. Ein Pfau präsentiert sich von seiner schönsten Seite. Mit aufgedrehtem Gefieder stolziert er herum, als wäre er bei Heidi Klum und müsste mit den "Germanys next Topmodels" konkurrieren. Ein paar Schritte weiter macht es ihm ein komplett weißer Pfau nach. Wer ist der schönste hier im Land? Vom botanischen Garten aus erreichen wir die Seilbahn nach Monte. Etwa eine Viertelstunde schweben die Gondeln über Wälder mit Eukalypten, gelb blühenden Mimosen, riesigen Opuntien und Aloen. Die Wolken hängen mystisch die Berghänge herab. Dass es etwas kühler geworden ist, merken wir erst, als wir aus der Gondel aussteigen. Die Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte ist erreichbar über eine große Freitreppe mit 70 Stufen (ich habe sie gezählt). Der Eingang der Kirche wird verziert von zwei Kachelbildern mit biblischen Szenen. Das Innere wirkt auf uns sehr einladend. Im Gegensatz zu den anderen Kirchen, die wir bisher gesehen haben, ist sie sehr hell, ja sogar bunt. Der Altarraum ist in hellblau gehalten und die bemalte Holzdecke in Blau- und Rottönen. Unmengen von weißen Lilien schmücken die Kirche und verströmen ihren Duft. Gedränge herrscht in der Seitenkapelle. Dort befindet sich der Sarg des letzten österreichischen Kaisers. Karl I. wurde 1918 in die Verbannung geschickt, weil er nicht abdanken wollte. Drei Jahre später, am 1. April, verstarb er auf Madeira an den Folgen einer Lungenentzündung. Eine Rückführung nach Österreich verweigert die Bundesregierung bis heute. Zum 50. Todestag ließen die Habsburger in der Kirche von Monte eine Seitenkapelle errichten. Unterhalb der Wallfahrtskirche startet Madeiras witzigstes Transportmittel, die Korbschlitten. Sie waren früher das einzige Verkehrsmittel von Monte nach Funchal hinunter. Heute werden die 2,5 Kilometer nur noch als Touristenattraktion gefahren - und das für stolze 30 Euro! Vom Preis abgesehen, ich würde da niemals einsteigen, denn mir wird beim Zusehen schon ganz übel. Zwei sogenannte Correios sausen mit dem Schlitten den Berg hinunter und plötzlich kommt ein Auto um die Kurve. Das Auto weicht aus, der Schlitten bremst und von den Insassen des wilden Gefährts kommt ein Aufschrei. Das wäre mir zu viel Nervenkitzel. Kann man nur hoffen, dass die beiden vor der Fahrt nichts gegessen haben! Apropos Essen - wir schauen uns kurz die Speisekarte des Restaurants an, das direkt an der Straße liegt. Da die Preise normal sind, beschließen wir, hier zu bleiben im "Restaurante Belomonte". Es ist sehr urig hier drin und wir bekommen einen Platz fast direkt am Fenster mit Blick auf die Kirche. Beim Durchlesen der Speisekarte zerreißt es mich vor Lachen, denn die Übersetzungen sind echt kabarettreif! Der berühmte Lorbeerspieß mit Rindfleisch wurde zum "FleischamspieB mit LorbeerspieB". Wem das nicht zusagt, es gibt auch "Beefsteak mit Eis und Pommes Frites" - diese Kombination muss auch sehr interessant schmecken. Da Wolfgang sich schon mit mir schämt, weil mein Lachanfall nicht mehr zu bremsen ist, nimmt er mir die Karte weg. Ich bestelle mir wieder den schwarzen Degenfisch mit der gegrillten Banane. Das Fleisch und der Fisch schmecken ganz gut, aber das Gemüse und die Kartoffeln sind tot gekocht. Na ja, satt geworden sind wir trotzdem. Auf dem Weg von der Kirche und der Seilbahnstation befinden sich die Monte Palace Tropical Gardens auf 70.000 m2 Fläche. Die zehn Euro Eintritt sind schon etwas happig, aber es ist ja ein riesiges Gelände und es gibt viel zu bestaunen. Gleich nach dem oberen Eingang wächst ein Olivenbaum, der 300 v. Chr. von den Römern gepflanzt wurde. Rundherum blüht und duftet der Lavendel und große Terracottavasen vervollkommnen das Bild. Über Treppen geht es hinunter und im Nu befinden wir uns im Orient. Zwei Gärten wurden mit chinesischen und japanischen Elementen, wie Statuen, Buddhas, Portale, Brückerl, Wasserfälle und einem Koi-Fischbecken gestaltet. Eine der bedeutendsten Kachelsammlungen Portugals befindet sich hier inmitten der tropischen Vegetation. Sie stammen aus Palästen, Kirchen und auch aus Privatbesitzen und repräsentieren mehrere Jahrhunderte. Sie beschreiben Ereignisse aus der Kultur, Gesellschaft und der Religion. Teilweise steht die Gartenarchitektur im Vordergrund, an anderen Stellen die botanischen Gesichtspunkte. Über 100.000 Pflanzen sind seit der Entstehung des Gartens im Jahr 1991 schon gepflanzt worden. Prächtige Königsprotesas, Strelitzien, Callas oder Clivias finden unsere Bewunderung. Auch alter Baumbestand, Farne, Palmen, aber auch Rhododendren haben ihren besonderen Reiz. Mitten im Park thront ein Schlösschen in dessen Innerem diverse Ausstellungen vorhanden sind. Hinter dem Gebäude plätschert ein künstlich angelegter Wasserfall in einen großen Teich. Hier tummeln sich viele Schwäne. Nicht weit entfernt steht die größte Vase der Welt. Sie wurde designet und hergestellt in Südafrika. Mit ihrer Höhe von 5,345 Meter und 555 kg Gewicht kam sie 1992 ins Guinness Buch der Rekorde. Nach 17:00 Uhr verlassen wir den Garten. Spontan entscheiden wir uns, auf der Rückfahrt Camacha zu besichtigen, das Zentrum der Korbflechterei. Der Ort thront auf einem fast 700 m über dem Meeresniveau gelegenen Bergrücken. In den umliegenden, feuchten Tälern wachsen die kleinen Korbweiden, aus denen die Bewohner Möbel und andere Gegenstände flechten. Von diesem Handwerk lebt ein Drittel der Bevölkerung, meist ganze Familien. Die Männer schneiden im Frühjahr die Ruten, die dann gekocht oder wochenlang eingeweicht werden. Das Flechten erfolgt dann in Heimarbeit. Kilometermäßig liegt der kleine Ort nicht weit von Funchal entfernt, aber die Fahrt erscheint unendlich lange aufgrund der kurvigen Strecke. Kurz vor Erreichen unseres Zieles tauchen wir in eine dicke Wolkendecke ein und diese bleibt uns auch eine Zeitlang erhalten. Hauptanziehungspunkt in Camacha ist das Café Relógio. Es beherbergt eine Korbflechterwerkstatt, Ausstellungs- und Verkaufsräume für Korbarbeiten. Im Untergeschoß kann man werktags den Flechtern beim Arbeiten zusehen. Da es heute aber schon zu spät ist, sind nur noch zwei Arbeiter da. Doch die zeigen auch zu später Stunde ihre Kunst. Wir erstehen einen geflochtenen Mini-Weindekanter als Souvenir und dann machen wir uns auf den Weg ins Hotel. Die Fahrt durch die bergige Landschaft ist für uns ein abschließendes kleines Highlight des Tages. Die Berghänge leuchten schon von weitem durch den blühenden Ginster in hellem Gelb und am Straßenrand wächst die orange Kapuzinerkresse. Das Fahren ist aber sehr anstrengend, denn dauernd müssen wir parkenden Autos und Lastwagen ausweichen. In den Tunnels vor Santana schleicht dann noch ein LKW mit 20 Km/h vor uns her. Aber irgendwann kommen auch wir ans Ziel. - [04.05.08 - São Jorge - Parque Thematico - Machico](https://www.bauer-seyr.at/madeira/040508-sao-jorge-parque-thematico-machico) - Nach der gestrigen Anstrengung treten wir heute etwas kürzer. Wir möchten die urigen Fischerdörfer ein wenig unter die Lupe nehmen. Der Reiseführer empfiehlt uns das kleine Örtchen São Jorge, das nur drei Kilometer von Santana Richtung Westen entfernt liegt. Nur - diese wenigen Kilometer haben es in sich; die reinste Bergwertung und dazu noch schmal und sehr kurvig. Im Schneckentempo kriechen wir die Straße hoch, dass ich daneben Blumen vom Rand hätte pflücken können. Würde mich schon reizen, denn die Pracht ist unwiderstehlich. In São Jorge gibt es laut Reiseführer die schönste Barockkirche der Insel. Sie liegt direkt am Platz und gleich daneben finden wir auch einen freien Parkplatz. Von außen wirkt die 1761 erbaute Kirche schon ein wenig heruntergekommen. Ein paar Kids sitzen vor der Kirche und spielen. Als wären wir Außerirdische erregen wir mit unserer Foto- und Filmkamera vollste Aufmerksamkeit. Das Tor steht offen und das ist auch gut so, denn es muffelt gewaltig. Die Barockelemente sind wirklich sehr beeindruckend, aber schön, das ist sehr subjektiv. Das düstere Innere wird durch den goldenen Altar aufgehellt, aber uns ist das alles zu wuchtig und protzig. Am linken Seitenaltar steht zudem noch eine Madonna, rundherum beleuchtet und mit reichlich Blumenschmuck verziert. Die Wandfliesen sind schon sehr angeschlagen und einen Frühlingsputz würde die Kirche auch dringend benötigen. Das einzige Highlight für uns sind die Kinder, die mit einer Pastoralassistentin einziehen, vor der Madonna Platz nehmen und zu singen beginnen. Sie blicken sich immer wieder nach uns um und wir lächeln ihnen zustimmend zurück. Nach dem Gesang ziehen sie sich in die Sakristei zurück. Wir verlassen die Kirche und nach einem letzten Blick zurück, fahren wir weiter. Die kurvige Strecke findet ihre Fortsetzung bis Arco de São Jorge. Die Fahrt ist zwar anstrengend, aber das, was uns dafür geboten wird, ist Ausgleich genug. Berge neben uns, Berge hinter uns und Berge vor uns. Die seitlichen Terrassen sind bewachsen mit Felder und Blumenteppichen. Wahrlich eine Fahrt durch einen botanischen Garten! Das Örtchen selbst besteht aus ein paar Häusern neben der Straße und dem berühmten Rosarium. Mehr als 1.700 verschiedene Arten von Rosenstöcken, darunter auch sehr alte, sind hier zu bestaunen. Es handelt sich somit um eine der größten Kollektionen Portugals. Da die Öffnungszeiten mit jenen im Reiseführer nicht überein stimmen, müssen wir im wahrsten Sinn des Wortes eine Stunde totschlagen. Es gibt hier nämlich sonst nichts zu besichtigen. Wir schlendern die Durchzugsstraße auf und ab, gucken über die Gartenzäune und aalen uns ein wenig in der Sonne. Dann endlich kommt eine Dame und öffnet das Tor. Schon am Eingang empfangen uns der herrliche Duft und das farbenprächtige Blütenmeer. Rosen in allen Farben zeigen sich von der schönsten Seite, von weiß beginnend, über rosa, rot, orange, gelb bis hin zu lila. Wir sind hin und weg von der Vielfalt der Präsentation als Hecke, über Rosenbögen und dekorative Töpfe. Der Park wird noch von Statuen, Lauben und einem Brunnen aufgelockert. Die warme, duftende Luft und das Gezwitscher der Vögel lassen uns die Zeit total vergessen. Und bevor wir das Rosarium verlassen, ruhen wir uns noch ein wenig im Schatten in gemütlichen Sesseln aus. Auf dem Rückweg halten wir bei einem Miradouro, einer Aussichtsplattform, weil man von dort oben wunderbar auf Arco de São Jorge hinuntersieht. Der Ort liegt auf einer Landzunge, die weit ins Meer hineinragt. An der Schutzmauer wuchern die eleganten, weißen Madonnenlilien und viele Eidechsen genießen die Sonne. Ein Bauer steht mit seinen Kisten voll mit Obst am Straßenrand und lässt uns Anonas verkosten. Mit etwas Mühe schaffen wir es, uns wieder in den Verkehr einzureihen. Das Fahren auf Madeiras Straßen ist zeitweise sehr abenteuerlich. Dass ein Auto Blinker besitzt, die man auch verwenden soll, das wissen sehr viele nicht. Auch von Abstand halten dürften sie noch nichts gehört haben. Und obwohl die Straßen oft sehr schmal sind, hindert dies viele nicht, ihr Auto auf der Fahrbahn zu parken. Am mörderischsten sind aber die Auffahrten auf die Autobahn. Die sind meistens so kurz, dass man anhalten muss, um keinen Unfall zu produzieren. Dann heißt es von Null auf Hundert in 5 Sekunden, um den flüssigen Verkehr nicht zu behindern! Am Ortsrand von Santana befindet sich der relativ neu errichtete Parque Temático Madeira. Wir kennen solche Freiluftparks schon von anderen Ländern und waren bisher immer voll begeistert. Es erscheint uns hier aber etwas komisch, dass schon am Parkplatz nichts los ist. Aufgrund eines Gutscheines, den wir von Hertz bekommen haben, bezahlen wir "nur" acht Euro Eintritt. Gleich neben dem Eingang gibt es auf dem 7 ha großen Gelände einen Teich, auf dem Bootsfahrten angeboten werden. Davor hat man zwei Santanahäuschen zur Besichtigung aufgebaut. In mehreren Ausstellungsgebäuden wird über die Entstehung der Insel informiert oder man kann auch per 3D-Animation einen Vulkanausbruch nachvollziehen. In kleineren Gebäuden werden alte Arbeitsgeräte ausgestellt. Eigentlich sollten laut Prospekt da Handwerker sitzen und ihr Können vorführen, aber anscheinend sind ausnahmslos alle in der Mittagspause. Wir erkennen bald, dass wir da auf einen Touristennepp reingefallen sind. Dementsprechend uninteressiert setzen wir unsere Runde fort. Für die Kinder gibt es Spielplätze, ein Labyrinth, einen Bimmelzug und einen Bungee-Jumping-Platz. Also ein überteuerter Kinderspielplatz! Selbst die Lasagne für zehn Euro, die wir uns in einem Restaurant gönnen, schmeckt überhaupt nicht. Gleich nach dem Essen beschließen wir den Park zu verlassen und versuchen ihn so schnell als möglich aus unserem Gedächtnis zu streichen. Was machen wir jetzt mit dem angebrochenen Nachmittag? Wir blättern im Reiseführer und entscheiden uns dann für Machico, der ältesten Stadt Madeiras. Nicht weit von der Altstadt entfernt finden wir auf Anhieb einen Parkplatz. Machico ist ein nettes Städtchen zum Bummeln und Flanieren durch die schmalen Gassen. Blöd nur für uns, dass heute Sonntag ist und von den vielen, kleinen Geschäften kein einziges offen hat. Einzig an der Strandpromenade gibt es ein paar Cafés und fahrende Kioske. Wir setzen uns gemütlich auf eine Bank und beobachten die Menschen und das Treiben rundherum. Ein junges Pärchen sonnt sich auf dem Strand, der aus großen, bunten Steinen besteht. Da diese schönen Steine bei mir großen Gefallen finden, packe ich mir ein paar Exemplare davon in den Rucksack. Die passen sicher - neben denen vom Tessin - wunderbar in unseren Steingarten. Von unserem Platz aus haben wir gute Sicht auf einige Fischer, die ihr Glück versuchen. Machico wurde zum Fischerdorf, nachdem der Zuckeranbau nicht mehr lukrativ war. Am Hafengelände befindet sich eine kleine Werft. Direkt daneben wurde eine hypermoderne Brückenkonstruktion errichtet. Passt irgendwie nicht in dieses alte Zentrum, auf der anderen Seite verleiht es ihr aber einen modernen Touch. Auch der Fortaleza do Amparo (1708), einer von drei Festungen, die errichtet wurden, um die Stadt gegen Piratenangriffe zu schützen, hat man einen modernen gelben Anstrich verpasst. Sie ist umgeben mit einem kleinen, aber schönen Seerosenteich. Eine Zeitlang sehen wir den Jungs zu, wie sie sich mit den Fröschen spielen. Die Festung wird auf der anderen Seite von einer wunderschönen Platanenallee flaniert und die spendet herrlichen Schatten. Heute beherbergt die Festung die Tourist Information, die aber geschlossen ist. Es scheint heute nicht unser Tag zu sein und daher werden wir langsam etwas lustlos. Wir schlendern noch ein wenig durch die Straßen, sehen schöne Flammenbäume und einen Baum mit roten Blüten und die Äste voll mit gefährlich wirkenden Stacheln. Mal sehen, ob wir noch herausfinden, wie der heißt und woher der kommt! Das Zentrum der Altstadt ist die Pfarrkirche aus dem 17. Jahrhundert mit ihrer barocken Ausstattung. Obwohl es im Reiseführer heißt, dass sie meistens verschlossen ist, sind die Tore einladend offen. Ein komischer Geruch steigt uns schon am Eingang entgegen - vielleicht kommt das vom Mittel zum Einlassen der Kirchenbänke. Apropos Bänke, sie sind nur für sehr schlanke Leute gedacht, denn zwischen den Sitzflächen sind Armlehnen angebracht und die sind so eng, dass ein 100-Kilo-Mensch stecken bleiben würde! Das Innere ist dunkel, aber die hölzerne Decke ist bunt bemalt. Der Altar ist cremefärbig-golden gehalten, sodass man dadurch ein paar helle Akzente geschaffen hat. Also, man braucht nicht wirklich lange, um Machico zu besichtigen, aber der Ort ist gemütlich mit seinen netten Sträßchen und Plätzen. Lohnenswert ist es allemal dem Ort einen Besuch abzustatten. - [03.05.08 - Levada do Caldeirão Verde](https://www.bauer-seyr.at/madeira/030508-levada-do-caldeirao-verde) - Blauer Himmel begrüßt uns an diesem herrlichen Tag und das passt wunderbar, denn heute haben wir unsere erste Levadawanderung am Programm. Ende des 15. Jahrhunderts begann man Kanäle zu bauen, um das reichlich vorhandene Wasser vom Norden und vom Inselzentrum in die Städte, Dörfer und auf die Plantagen zu leiten. Die Kanäle - Levadas - wurden nicht nur gemauert, sondern auch in die Felswände geschlagen. Begrenzungsmauern und Wartungswege wurden bei jeder Levada mit errichtet. So durchziehen sie die gesamte Insel und ermöglichen nun den Wanderern in Regionen vorzudringen, wo nie ein Fahrzeug hinkommen würde. Von Santana fahren wir Richtung Pico Ruivo. Die etwa vier Kilometer lange Strecke ist gesäumt von violetten Schmucklilien, weißen Madonnenlilien und vielen anderen prächtigen Blumen. Es sieht hier wie ein einziger angelegter Garten aus. Die Gärtner von England würde da glatt der Neid fressen! Am Parkplatz vom Rancho Madeirense auf 880 m starten wir unsere Wanderung. Ein kurzer Blick auf die Uhr - 09:45 Uhr, dann geht es los. Am Beginn des Weges lassen wir ein etwas herabgekommenes Santanahäuschen hinter uns. Anfangs ist das Wegerl noch breit und am Rand bewachsen mit Hortensien und Farnen. Der Duft des Lorbeerwaldes ist - romantisch gesagt - echt betörend! Nur langsam kommen wir vorwärts, weil wir ständig die Kameras auspacken müssen. Wir erreichen den Park von Queimadas, wo zwei strohgedeckte Häuser, ein Ententeich, plätschernde Bäche und urige Gartenzäune eine Atmosphäre schaffen, wie gerade aus einem Bilderbuch entsprungen. Über eine Holzbrücke führt nun der Wanderweg weiter, wird aber immer schmaler. Dichtes Grün am Wegrand mildert das schwindelerregende Gefühl, denn seitlich geht es bis zu 100 Meter abwärts. Quer über den Weg wachsende Bäume und Wurzelwege machen die Wanderung zeitweise sehr abenteuerlich. Stellenweise fließt das Wasser auch von der Steinwand und das oft so heftig, dass wir im Laufe des Wanderns mehrere Duschen bekommen. An einer unpassierbaren Engstelle wird die Levada umgangen, weil ein Wasserfall die Felswand herunterstürzt. Wir betrachten das ursprüngliche Hinweisschild für den Wanderweg und uns wird angst und bange, denn das ist bereits fast abgesoffen! Die Levadawege sind jetzt nur noch 30 cm breit und werden mit Drahtseilen gesichert - auch wenn diese nicht unbedingt sehr vertrauenserweckend aussehen. Das Plätschern des Wassers, das Zwitschern der Vögel und das Surren der Insekten sind anfangs die einzigen Geräusche in diesem schönen Lorbeerwald. Doch der Frieden wird dann durch eine Horde Jugendlicher abrupt gestört. Als wären sie alleine auf der Welt, laufen sie mit einem gewaltigen Radau die Levada entlang. Lange, nachdem sie uns überholt haben, können wir das Gekreische immer noch hören. Um ein wenig Abstand zu gewinnen, legen wir eine längere Pause bei einem wunderschön gelegenen See ein, in den ein Wasserfall herunterstürzt. Wie durch einen Laubengang geht es dann weiter und immer wieder bieten sich weite Ausblicke auf die entfernt liegenden Orte. Nach ca. eineinhalb Stunden erreichen wir den ersten Tunnel. Wir packen die Stirnlampen aus, die wir uns von den Nachbarjungs geborgt haben. Der erste Tunnel ist nur zwanzig Meter lang, aber finster und in der Mitte krümmt er sich dann auch noch. Dem zweiten ca. 200 m langen Tunnel folgt ein dritter und ein vierter. Eines haben sie alle gemeinsam, sie sind stockdunkel, sehr niedrig und mehr als einmal macht unser Kopf Bekanntschaft mit dem rauen Stein. Eine Viertelstunde später endet die Levada und wir erreichen einen breiten Überlauf. Auf einem felsigen Steig klettern wir noch die letzten Meter hoch und werden dann belohnt mit einem ewig langen Wasserfall, der tosend in einen eisigen, kristallklaren See stürzt. Es ist bereits nach 13:00 Uhr und daher folgen wir dem Beispiel vieler anderer Wanderer und fallen über unsere Jause her. Bevor wir aufbrechen, werden noch unsere Füße mit Blasenpflaster und Kniestrümpfe versorgt. So, jetzt sind wir für den Rückweg wieder fit. Wir haben fast die halbe Strecke hinter uns gebracht, als uns eine Fata Morgana erscheint. Da kommt uns eine Gruppe entgegen, zwei Erwachsene, mindestens sieben Kinder und ein Hund. An sich ja nichts Ungewöhnliches, aber der Mann ist mit nacktem Oberkörper und die Mädels mit Bikinioberteilen und Flip-Flops unterwegs. Ein Kind ist blind, ein anderes hat ein Gipsbein, keiner trägt einen Rucksack oder gar eine Wasserflasche und der kleine, dicke Hund hat Asthma. Wie angewurzelt bleiben wir stehen und starren ihnen sprachlos nach. So eine Verantwortungslosigkeit haben wir noch nie erlebt. Hätte uns interessiert, ob sie bis zum Wasserfall kommen? Leider treffen wir die grölende Jugendgruppe auch auf dem Rückweg wieder. Sie führen sich auf, als wären sie ein Rudel Werwölfe. Eine Zeitlang müssen wir das Geheul ertragen, denn wir wollen auch so rasch als möglich wieder zum Ausgangspunkt zurück. Die Füße brennen, das Becken schmerzt - wir müssen uns eingestehen, dass das fehlende körperliche Training jetzt ihren Tribut fordert. Nach mehr als sechs Stunden erreichen wir dann das Auto. Raus aus den Wanderschuhen, schnell noch einen Schluck Wasser trinken und dann nichts wie zurück ins Hotel. Nach der erfrischenden Dusche, erholen wir uns noch ein wenig. Am Abend besuchen wir wieder das hoteleigene Restaurant. Dort stechen wir als Bleichgesichter aus der Gruppe der rotköpfigen anderen Hotelgäste heraus. Fast alle haben einen Sonnenbrand, sodass wir beim Hinsehen schon Schmerzen bekommen. Das Gesicht der Französin neben uns ist so aufgeschwollen, dass sie kaum sprechen kann. Die sind doch echt wahnsinnig. Madeira liegt am afrikanischen Breitengrad! Eine Spezialität dieser Insel ist der Espada com Banana und den probiere ich heute einmal. Dass die süße Banane zum Fisch passt, dass kann ich mir nämlich nicht vorstellen, aber ich werde vom Gegenteil überzeugt. Die Süßkartoffel, die dazu serviert wird, harmoniert auch wunderbar. Ich bin total begeistert und kann mir sehr gut vorstellen, dass ich dieses Gericht sicher noch einmal bestellen werde. Bom apetite! Als wir die Rechnung verlangen, fragt uns die Kellnerin, ob wir unterschreiben wollen. Als Wolfgang darauf verneint, gebe ich ihm zu bedenken, dass er nie berühmt werden wird, wenn er keine Autogramme gibt! - [02.05.08 – Funchal](https://www.bauer-seyr.at/madeira/020508-funchal) - Trotz der Müdigkeit ist die erste Nacht nicht von königlichem Schlaf gekrönt. Das Haus ist sehr hellhörig und außerdem haben die hier keine so tollen Matratzen, wie wir sie zuhause besitzen! Das tolle Frühstücksbuffet stimmt uns aber wieder milde, denn es gibt alles, was das Herz begehrt. Also, das klappt schon mal! Wir schlagen uns - [01.05.08 – Anreise: Linz – Achada do Gramacho](https://www.bauer-seyr.at/madeira/01052008-anreise-linz-achada-do-gramacho) - Die Fahrt zum Flughafen Linz dauert nicht lange, da heute ein Feiertag ist. Bei 12°, starker Bewölkung und Wind hebt die Maschine um 11:15 Uhr ab. Die Sonne hat sich hinter den Wolken versteckt, denn nachdem wir die dicke Wolkendecke durchdrungen haben, zeigt sich uns der schönste blaue Himmel. Nach genau einer Stunde landen wir nach kurzen Flugturbulenzen in Frankfurt. Haben wir das schlechte Wetter aus Österreich mitgebracht oder waren die Deutschen etwa auch nicht brav? Der Regen tangiert uns aber nicht sonderlich, denn jetzt unternehmen wir erst mal eine Wanderung im weitläufigen Flughafengebäude. Eineinhalb Stunden später sitzen wir wieder im Flugzeug - Richtung Portugal. Als hätten wir uns die Plätze ausgesucht, haben wir - wie fast bei jedem Flug, den wir machen - wieder einmal einen Sitzplatz genau über dem Flügel. In der Reihe 13 - ich dachte mir, dass es aufgrund des Aberglaubens keine 13 in Flugzeugen gibt? Nach drei Stunden Flug holt uns ein Shuttlebus ab und wir bekommen eine Gratisrundfahrt auf dem Flughafen in Lissabon. Ist nicht sonderlich interessant, da eine Baustelle neben der anderen ist, aber so vergeht die Zeit auch - und davon haben wir genug! In einem eigenen Inlandsterminal warten wir nun auf den letzten Flug. Wir gönnen uns portugiesisches Süßgebäck und Mangofruchtsaft, setzen uns auf eine Bank und beobachten die Leute und das Geschehen um uns herum. Das Ziel so nahe vor den Augen wird plötzlich eine Verspätung durchgegeben. Nach mehr als einer Stunde hebt dann doch der Flieger ab. Wir genießen noch im Licht der Abendsonne die berühmte Hafenbrücke von Lissabon. Um 19:45 Uhr landen wir in Santa Cruz am Flughafen von Madeira. Die Ankunftshalle ist geschmückt mit großen, wunderschönen blauen Fliesenbildern. Wir sind vom ersten Eindruck schon sehr angetan. Hier wird es uns mit Bestimmtheit gut gefallen und wir sind schon neugierig, was wir die nächsten Tage sehen und erleben werden. Schnell ist das Gepäck aus dem Flieger geladen und zu unserer Freude sind auch alle Taschen da! Wir sind eigentlich den ganzen Tag nur gesessen und trotzdem macht sich Müdigkeit in uns breit. Der Schalter von Hertz ist schnell gefunden und in kurzer Zeit erhalten wir unseren kleinen VW Polo. Nach einer ersten Orientierung fahren wir los in Richtung Santana, nach Achada do Gramacho, wo wir für die Zeit des Urlaubes wohnen werden. Wir kommen nicht weit und schon haben wir uns verfahren. Für unseren iPAQ gibt es leider keine Navigations-Susi, die uns den Weg ansagt und ich habe eine Orientierung wie ein blindes Huhn. Also die besten Voraussetzungen für einen lustigen Urlaub! Wir fahren wieder zurück zum Flughafen, tun so, als würden wir erst jetzt die Fahrt beginnen und probieren es noch einmal. Na ja und siehe da, diesmal klappt es auch. Aber das soll es nicht gewesen sein, denn nicht weit von unserem Ziel entfernt, übersehen wir das Schild zum Hotel. Wir versuchen auf einem Seitenweg umzukehren. Ein nachkommendes Auto verhindert das aber und plötzlich befinden wir uns auf einer Einbahnstraße. Diese schlängelt sich eng, kurvig und rumplig entlang des Berghanges und wir sind gezwungen viele Kilometer zurückzulegen, bis sich wieder eine Gelegenheit bietet, umzukehren. Dann endlich fahren wir wieder Richtung Santana. Der erste Eindruck der Insel stimmt uns wieder etwas milde, denn das viele Grün mit den farbigen Klecksen der Blumen gefällt uns sehr gut. Mit Argusaugen suchen wir das Hinweisschild zum Hotel und von der anderen Seite haben wir auch kein Problem, es zu finden. Es ist schon kurz nach zehn Uhr, als wir schließlich die Quinta do Furão erreichen. Quinta do Furão heißt frei übersetzt "Landsitz der Frettchen" und die Tierchen zieren hier auch alles. Das Einchecken erfolgt reibungslos und dann schleppen wir alles in den dritten Stock hoch. Wir sind begeistert vom ersten Eindruck unseres Zimmers. Es ist sehr geräumig angelegt, die Einrichtung rustikal gehalten und wir haben von hier oben eine wunderschöne Aussicht. Rechts oben liegen die Berge, linkerhand erstreckt sich der Ostzipfel der Insel und das Meer, direkt unter uns liegt der Swimming Pool und dahinter die Weinberge. Ist das nicht eine Pracht? Ohne fertig auszupacken, fallen wir nach dem Waschen müde in die Betten und schlafen schnell ein. - [Madeira](https://www.bauer-seyr.at/madeira) - Madeira ist ein Reiseziel, das schon lange auf unserer Wunschliste steht. Schon deswegen, weil das Klima dort ganzjährig sehr angenehm sein soll und man nicht viel Regen fürchten muss. Die Insel ist in der ganzen Welt berühmt für ihre Naturschönheiten und wird daher auch der schwimmende Garten des Atlantiks genannt. Nicht nur Gold und Gewürze wanderten in die Bäuche der portugiesischen Handelsschiffe, sondern auch Pflanzenableger aus allen Kontinenten. Über Jahrhunderte pflegten dann die Engländer eine hoch entwickelte Gartenkultur. Wir freuen uns schon auf die vielen prächtigen Gartenanlagen und Parks mit ihren außergewöhnlichen Blumen, Pflanzen und Bäumen. Aufgrund unterschiedlicher Höhenlagen gibt es verschiedene Klimazonen, die wachsen lassen, was man auf allen Kontinenten findet. Und wo es viele Blumen und Büsche gibt, da fühle ich mich so richtig wohl! Zwei Drittel der Insel stehen unter Naturschutz und große Flächen sind reine Wandergebiete. Berühmt ist die Insel natürlich auch für ihre spektakulären Levadawanderwege. Das sind die Wartungswege, die entlang der Wasserkanäle gebaut wurden und für Wanderer gesichert sind. Also ein weiterer Grund, der für Madeira spricht. Der Staatsfeiertag bietet heuer wieder einen Zwickeltag und so ist die Reise schnell beschlossen. Den Flug und das Auto buchen wir wie immer direkt über das Internet. Nur die Unterkunft müssen wir über ein Internet-Reiseservice buchen. Mit Lumera finden wir einen sehr zuverlässigen Partner, von dem wir einige Zeit vor der Abreise viel Informationen und einen kostenlosen Reiseführer erhalten. Wir entscheiden uns für ein Zimmer in einem Weingut im Norden in der Nähe von Santana. Einige Wochen vor der Abreise beobachten wir schon die Wettervorhersagen und die versprechen Gutes. Also steht einem perfekten Urlaub nichts mehr im Weg! - [Wandern auf den Azoren](https://www.bauer-seyr.at/azoren/liebe-gruesse-von-den-azoren) - Wandern auf den Azoren - es hängt von der Uhrzeit ab, ob man ein Eisbein oder einen Sonnenbrand bekommt. - [Heimreise (18.07.2015)](https://www.bauer-seyr.at/azoren/heimreise-18-07-2015) - Die letzten sieben Sachen sind schnell verstaut, die Haustür zugesperrt und die Verabschiedung von unserer Hauswirtin ist auch sehr herzlich. Die Fahrt zum Flughafen verläuft reibungslos und bevor wir das Auto abgeben, füllen wir den Tank noch voll. Ein abschließendes Frühstück und dann stellen wir uns in die Warteschlange zum Einchecken. Dabei kommen wir mit - [São Miguel: Caloura (17.07.2015)](https://www.bauer-seyr.at/azoren/sao-miguel-caloura-17-07-2015) - Unser letzter Tag auf der Insel bricht an und der zeigt sich nicht von der besten Seite. Da es dauernd regnet, bleiben wir am Vormittag zuhause, packen und dann lümmeln wir in den Betten herum und lesen. Kurz vor zwei Uhr zwingt uns der Hunger aus dem Haus, wir steigen ins Auto und fahren in - [São Miguel: Ponta Delgada (16.07.2015)](https://www.bauer-seyr.at/azoren/sao-miguel-ponta-delgada-16-07-2015) - Wieder mal verspricht das Wetter nichts Gutes und der Himmel ist grau bedeckt, der Wetterbericht sagt für Nachmittag sogar Regen an. Daher müssen wir den Tag nutzen, so gut es geht. Wir widmen uns heute der Hauptstadt Ponta Delgada. Das Auto stellen wir am Hafen in der Parkgarage des Solmar Avenida Centers ab. Direkt am - [Terceira: Angra do Heroísmo (15.07.2015)](https://www.bauer-seyr.at/azoren/terceira-angra-do-heroismo-15-07-2015) - Um 05:00 Uhr morgens schmeißt uns der Wecker aus den Federn - wir müssen zum Flughafen, denn heute steht der Tagesausflug in die Hauptstadt der Insel Terceira auf unserem Programm. Kaum eine Menschenseele ist auf der Straße unterwegs, ist auch gut so, denn der wahnsinnige Laster, der uns in der Dunkelheit fast blind entgegen kommt, - [São Miguel: Lagoa do Fogo, Caldeira Velha, Salto do Cabrito, Ribeira Grande, Porto Formoso Teeplantage Chá, Parque da Ribeira dos Caldeirões (14.07.2015)](https://www.bauer-seyr.at/azoren/sao-miguel-lagoa-do-fogo-caldeira-velha-salto-do-cabrito-ribeira-grande-porto-formoso-teeplantage-cha-parque-da-ribeira-dos-caldeiroes-14-07-2015) - Der neue Tag bringt uns wunderschönes Wetter, aber bei 87% Luftfeuchtigkeit rinnt uns bei der kleinsten Bewegung die Suppe von der Stirn. Heute versorgen wir uns mit Brötchen und von der Hauswirtin selbsteingekochte Palmen-Bananen-Marmelade aus ihrem kleinen Laden. Wir fragen sie auch danach, um was für „wilde“ Tiere es sich handelt, die uns beinah jede - [São Miguel: Vila Franca do Campo, Caldeiras von Furnas (13.07.2015)](https://www.bauer-seyr.at/azoren/sao-miguel-vila-franca-do-campo-caldeiras-von-furnas-13-07-2015) - Der Himmel ist heute eingehüllt in eine Wolkenschicht und die Temperaturen sind sehr, sehr angenehm. In der Nacht dürfte es geregnet haben, denn unsere Terrasse und die Pflanzen und Büsche sind nass. Wir haben relativ lange geschlafen und sitzen dann auch gemütlich beim Frühstück. Aufgrund dessen, dass wir heute später von Zuhause wegfahren, herrscht in - [São Miguel: Sete Cidades, Wanderung Lagoa Azul und Lagoa Verde (11.07.2015)](https://www.bauer-seyr.at/azoren/sao-miguel-sete-cidades-wanderung-lagoa-azul-und-lagoa-verde-11-07-2015) - Andere Insel, anderes Wetter … es hat 23, aber gefühlte 33 Grad, es ist schwül und Kopfschmerzen machen sich bemerkbar. Daher ist unser Enthusiasmus ein wenig gebremst und wir wissen erst nicht, was wir heute anstellen sollen. Dann entscheiden wir uns für das kleine Fischerörtchen Sete Cidades an der Westküste. Die Fahrt führt durch eine - [Pico: Ponta do Pico, Furna de Frei Mathias (10.07.2015)](https://www.bauer-seyr.at/azoren/pico-ponta-do-pico-furna-de-frei-mathias-10-07-2015) - Bei Bilderbuchwetter verabschieden wir uns herzlich bei unseren neu gewonnenen Freunden und den Vermietern. Da wir unser Mietauto erst gegen 16:00 Uhr abliefern müssen, können wir den heutigen Tag noch nutzen. Als erstes fahren wir nochmal ans Ende der Insel bis zum Leuchtturm. Der Küstenstreifen ist wenig besiedelt und wirkt noch sehr unberührt. Dann nehmen - [Pico: São João, Sao Matheus, Furna de Frei Mathias (09.07.2015)](https://www.bauer-seyr.at/azoren/pico-sao-joao-sao-matheus-furna-de-frei-mathias-09-07-2015) - Während der Nacht regnet es durchgängig und auch beim Morgengrauen hält die dicke Wolkendecke den Himmel bedeckt. Auf dem Weg zum Frühstück nieselt es noch leicht und eine Stunde später schaut es schon etwas besser aus. Wir beschließen heute mal in den Süden zu fahren auf der Suche nach dem schönen Wetter. Beinahe nach jeder - [Pico: São Roque do Pico, Wanderung nach Lajido (08.07.2015)](https://www.bauer-seyr.at/azoren/pico-sao-roque-do-pico-wanderung-nach-lajido-08-07-2015) - Wir fühlen uns heute etwas gerädert und daher ist es angenehm, dass es nicht so schwül ist - dafür ist aber windstill. Wir fahren wieder entlang der Nordküste und nichtsahnend kommt hinter der Kurve plötzlich eine Kuhherde auf uns zugerannt. Der Bauer fährt mit seinem Auto hinter ihnen her und treibt sie die Straße entlang. - [Pico: Gruta das Torres, Madalena (07.07.2015)](https://www.bauer-seyr.at/azoren/pico-gruta-das-torres-madalena-07-07-2015) - Das schwüle Wetter macht uns etwas zu schaffen. Der Himmel ist in graue Wolken gehüllt und verspricht nichts Gutes. Das heutige Ziel ist die Gruta das Torres im Westen der Insel. Unser Navi rät uns zur Strecke über die Südküste, na dann machen wir das mal. Wir stellen uns die Frage, wann die Azoreaner uns - [Pico: Santo Amaro, São Roque, Lagoas, Lajes do Pico (06.07.2015)](https://www.bauer-seyr.at/azoren/pico-santo-amaro-sao-roque-lagoas-lajes-do-pico-06-07-2015) - Frühstück wird uns auf der Sonnenterrasse des Haupthauses angerichtet. Mit Blick in den tollen Garten und auf den Swimming-Pool genießen wir frisch gebackenes Brot, selbst gemachtes Joghurt und Marmeladen und führen Smalltalk mit unseren Tischnachbarn, einem jungen Paar aus Montreal. Dann begeben wir uns auf die Fahrt entlang der Nordküste und steuern als erstes die - [Faial: Jardim Botânico, Praia do Almoxarife, Farol da Ribeirinha, Cedros (05.07.2015)](https://www.bauer-seyr.at/azoren/faial-jardim-botanico-praia-do-almoxarife-farol-da-ribeirinha-cedros-05-07-2015) - Nach einem reichhaltigen Frühstück packen wir unsere Koffer, verabschieden uns von den Hausleuten und brechen auf Richtung Flamencos. Dort ist unser Ziel der Botanische Garten, der 1986 eröffnet wurde und von der Universität betreut wird. Im Besucherzentrum zeigen sie uns einen interessanten Film über die Azoren, deren Entstehung, Fauna und Flora. Seit 500 Jahren werden - [Faial: Whalewatching (04.07.2015)](https://www.bauer-seyr.at/azoren/faial-whalewatching-04-07-2015) - Heute tauchen wir ein in die faszinierende Welt der Meeressäuger und darauf freuen wir uns schon sehr. Wie vor zwei Tagen abgesprochen treffen wir uns wieder vor dem Tauchcenter Norberto Diver, wo wir eine Tour gebucht haben. In einer interessanten Einführung werden uns die verschiedenen Wale und Delfine anschaulich erklärt. In den azoreanischen Gewässern kann - [Faial: Caldeira, Capelinhos, Cabeço Verde, Varadouro (03.07.2015)](https://www.bauer-seyr.at/azoren/faial-caldeira-capelinhos-cabeco-verde-varadouro-03-07-2015) - Ein wunderschöner Tag begrüßt uns heute und wir freuen uns auf die Wanderung rund um die Caldeira, einem großen Vulkankegel. Unsere Rücksäcke sind schnell gepackt und danach gehen wir in den Frühstücksraum und begutachten das Buffet. Dabei entdecken wir frisch gebackenes Brot und selber eingekochte Marmeladen. Mmmh lecker! Auf Anraten unseres Reiseführers machen wir uns - [Faial: Horta (02.07.2015)](https://www.bauer-seyr.at/azoren/insel-faial-horta-02-07-2015) - Lissabon schläft noch, als bei uns um 05:30 Uhr der Wecker läutet. Aufstehen, waschen und anziehen wie in Trance, dann fahren wir mit dem Lift zur Rezeption, um uns zu verabschieden. Da es um diese Zeit noch kein Frühstück gibt, lässt uns Leonel in der Küche etwas einpacken, während er uns noch einen Espresso bringt. - [Azoren](https://www.bauer-seyr.at/azoren) - Nur wenige Flugstunden entfernt, auf neun kleine Inseln verteilt, befindet sich ein wahrliches Naturparadies Europas - die Azoren. Hier hat der Massentourismus noch nicht zugeschlagen und hier kann man noch abseits des Trubels Ruhe und Entspannung genießen. Atemberaubende Landschaften vulkanischen Ursprungs mit rauschenden Wasserfällen, heiße Quellen und Fumarolen, magische Kraterseen und natürliche Meerwasserpools und nicht - [Kanada - Bildergalerie](https://www.bauer-seyr.at/kanada/kanada-alle-bilder) - Und zum Abschluss des Reiseberichts noch alle Bilder auf einen Blick: - [Kanada - Fotobuch](https://www.bauer-seyr.at/kanada/kanada-fotobuch) - Screenshots der Fotohighlights des Kanada Urlaubs. - [Unsere Reiseführer für Kanada](https://www.bauer-seyr.at/kanada/unsere-reisefuehrer-fuer-kanada) - [Kanada - unser Reiseroute](https://www.bauer-seyr.at/kanada/kanada-unser-reiseroute) - Für Google Earth gibt es hier ein KML Download-Datei mit allen Tageszielen und Sehenswürdigkeiten unseres Urlaubs: Kanada Reiseroute - Google Earth - [Gedanken danach](https://www.bauer-seyr.at/kanada/gedanken-danach) - Kanada - ein großes, wunderbares Land! Wir konnten in den vier Wochen nur einen Bruchteil von British Columbia und Alberta bereisen, aber der erste Eindruck war wirklich toll. Die Regionen in Kanada werden mit entsprechenden Slogans benannt – British Columbia: Beautiful BC und Alberta: Wild Rose Country – und die passen wirklich. Wir hatten uns entschieden, - [22.06.13 - Heimreise](https://www.bauer-seyr.at/kanada/heimreise) - Tanks ausleeren, Müll entsorgen, fertig packen und dann noch einen Kontrollgang. Das Propangas aufzufüllen erweist sich noch als Herausforderung, da es entweder Tankstellen gibt, die keines haben oder Tankstellen die zwar eines haben, aber geschlossen haben. Beim dritten Anlauf klappt es dann aber doch. Nun müssen wir noch einen Umweg fahren, weil die Straße zum - [21.06.13 - Coombs](https://www.bauer-seyr.at/kanada/coombs) - Wir sind auf dem Weg zurück nach Vancouver - zuvor aber müssen wir unbedingt die "Ziegen am Dach" des Old Country Markets in Coombs ansehen - die Touristenattraktion #1 in diesem Ort. Dann setzen wir mit der Fähre von Nanaimo nach Vancouver über. - [20.06.13 - Pacific Rim Nationalpark](https://www.bauer-seyr.at/kanada/pacific-rim-nationalpark) - Zum Abschluss des Urlaubs wandern wir noch einen Rainforest Trail und besuchen den Long Beach. Tofino, das letzte Städtchen auf dieser Halbinsel, ist nicht wirklich sehenswert - außer man ist Surfer. - [19.06.13 - Ucluelet](https://www.bauer-seyr.at/kanada/ucluelet) - Whale watching ist angesagt und das nicht zu knapp. 4 Stunden sind wir auf offener See unterwegs und sehen Wale, Robben, Seelöwen, Seeotter, Seeadler ... - [18.06.13 - Duncan, Chemainus, Mac Millan Provincial Park](https://www.bauer-seyr.at/kanada/duncan-chemainus-mac-millan-provincial-park) - Wir machen uns auf den Weg in den Norden von Vancouver Island und besuchen die Orte Duncan und Chemainus - beide wirklich sehenswert (Totempfahle bzw. gigantische Hauswandbilder) - [17.06.13 - Victoria](https://www.bauer-seyr.at/kanada/victoria) - Victoria ist eine wunderschöne Stadt mit englischem Flair. Vom Campingplatz in Westbay zieht sich ein Weg entlang der Küste bis direkt in das Zentrum - mit sehenswerten Ausblicken auf die Stadt - [16.06.13 - Butchart Gardens, Butterfly Gardens](https://www.bauer-seyr.at/kanada/butchart-gardens-butterfly-gardens) - Butchart Gardens mit seinen Blumen und Butterfly Gardens mit seinen Schmetterlingen - das reicht allemal als tolles Tagesprogramm. - [14.06.13 - Osoyoos](https://www.bauer-seyr.at/kanada/osoyoos) - Auf der Fahrt zurück Richtung Vancouver besuchen wir das Desert Center in Osoyoos im Okanagan Valley. Man mag es kaum glauben - rund um uns sind Obstplantagen und Weinstöcke, dennoch befinden wir uns im trockensten Gebiet von Kanada. - [13.06.13 - Kelowna](https://www.bauer-seyr.at/kanada/kelowna) - Kelowna ist ein nettes Städtchen - die Skyline kann man besonders gut von den Rotary Marsches aus sehen. - [12.06.13 - Mount Revelstoke Nationalpark](https://www.bauer-seyr.at/kanada/mount-revelstoke-nationalpark) - Auf der Fahrt zurück Richtung Vancouver machen wir einen Abstecher in den Mount Revelstoke Nationalpark. Wahrscheinlich sind wir im Frühsommer noch zu früh dran - im Herbst soll es hier sehr schön sein. - [11.06.13 - Boswell, Nelson](https://www.bauer-seyr.at/kanada/boswell-nelson) - Weiter geht die Fahrt entlang des faszinierenden Kootenay Lake. Das "berühmte" Glass House muss natürlich besucht werden. Den Abend verbringen wir dann ganz im Zeichen des Koblauchs. - [10.06.13 - Fort Steele Heritage Town, Kimberley](https://www.bauer-seyr.at/kanada/fort-steele-heritage-town-kimberley) - Wir verlassen wehmütig die Rocky Mountains - aber viel Schönes liegt noch vor uns. Toll zum Ansehen sind die Dutch Creek Hoodoos und lange Zeit verweilen wir im Fort Steele Heritage Town. - [09.06.13 - Banff Nationalpark, Kootenay Nationalpark](https://www.bauer-seyr.at/kanada/banff-nationalpark-kootenay-nationalpark) - In Banff besichtigen wir das berühmte Fairmont Banff Springs Hotel und lustwandeln in seinen Hallen - schließlich regnet es draußen. Weiter geht es dann zu den Paint Pots im Kootany National Park - [07.06.13 - Yoho Nationalpark](https://www.bauer-seyr.at/kanada/yoho-nationalpark) - Nicht weit von Lake Louise entfernt erstreckt sich der Yoho Nationalpark mit seinen Sehenswürdigkeiten. Ob berühmte Eisenbahntunnels oder Wässerfälle, Fossilienfunde oder nette Lokale - hier gibt es von allem etwas. - [06.06.13 - Banff Nationalpark](https://www.bauer-seyr.at/kanada/banff-nationalpark) - Payto Lake - das muss man gesehen haben! Ehrfürchtig stehen wir vor diesem wunderschönen Gletschersee und staunen nur noch über all diese Pracht. Aber auch die anderen Sehenswürdigkeiten am Icefield Parkway sind bei Sonne um so vieles schöner... - [05.06.13 - Jasper, Lake Louise](https://www.bauer-seyr.at/kanada/jasper-lake-louise) - Ein weiteres Highlight dieses Urlaubs steht an - die Strecke zwischen Jasper und Lake Louise führt wohl durch den schönsten Teil der Rocky Mountains. Schon die Athabasca Falls beeindrucken uns stark. vorbei an weiteren tollen Wasserfällen führt uns dann die Fahrt zum Columbia Icefields Park und dem Athabasca Gletscher. - [04.06.13 - Jasper](https://www.bauer-seyr.at/kanada/jasper2) - Heute stehen DIE Sehenswürdigkeiten des Jasper National Park auf dem Programm - Maligne Canyon, Medizin Lake und Maligne Lake. Eine wunderbare Tour, die sich keiner entgehen lassen sollte. Zum Abschluss gibt es dann noch Steaks beim Griechen in Jasper. - [03.06.13 - Jasper](https://www.bauer-seyr.at/kanada/jasper) - Wir sind mitten in den Rocky Mountains in Jasper angelangt. Trotz Nieselregens erkunden wir die wunderschöne Umgebung und unternehmen eine Kanufahrt. - [02.06.13 - Wells Gray Provincial Park, Mount Robson](https://www.bauer-seyr.at/kanada/wells-gray-provincial-park-mount-robson) - Im Wells Gray Provincial Park unternehmen wir noch eine Wanderung zu den Moul Falls. Diesen Wasserfall muss man gesehen haben! Wir können bis zum Grund des Wasserfalls hintunter steigen und stehen mitten in der Gischt - Regenbögen wohin man sieht! - [01.06.13 - Wells Gray Provincial Park](https://www.bauer-seyr.at/kanada/wells-gray-provincial-park) - Wir verbringen den ganzen Tag im Wells Gray Provincial Park mit Wanderungen und Besichtigungen der Naturschönheiten. - [31.05.13 - Secwepemc Heritage Museum, Wells Gray Provincial Park](https://www.bauer-seyr.at/kanada/secwepemc-heritage-museum-wells-gray-provincial-park) - Heute geht es in den Wells Gray Provincial Park, in dem wir uns die nächsten Tage herum treiben werden. Wasserfälle, Bären, Wanderungen, Frühlingsblumen und und und... - [30.05.13 - Lillooet, Hat Creek Ranch](https://www.bauer-seyr.at/kanada/lillooet-hat-creek-ranch) - Zuerst spazieren wir durch die "Westernstadt" Lillooet und decken uns beim deutschen Bäcker mit Schwarzbrot ein. Dann geht es weiter zur Hat Creek Ranch. - [27.05.13 - Übernahme Campervan](https://www.bauer-seyr.at/kanada/uebernahme-campervan) - „It´s a new car, don´t break it“ - wir sind erst die zweiten Mieter und das Innere des Autos ist wirklich sehr schön. Jetzt kann der eigentliche Urlaub losgehen... - [29.05.13 - Shannon Falls, Brandywine Falls, Whistler](https://www.bauer-seyr.at/kanada/shannon-falls-brandywine-falls-whistler) - Die erste Tagesetappe steht an. Von Vancouver aus besichtigen wir die Wasserfälle der Shannon Falls und Brandywine Falls. Dann geht es weiter nach Whistler, wo wir unseren ersten freilebenden Bären sehen. - [28.05.13 - Museum of Anthropology](https://www.bauer-seyr.at/kanada/museum-of-anthrophology) - Das Museumsgebäude erinnert an die Bauweise der Ureinwohner und steht auf sechs Totempfählen. Natürlich ist aufgrund des Regens heute viel los hier, aber das soll uns nicht stören. Schon im Foyer sind wir schwer begeistert, denn hier sind gewaltige Totempfähle, Dachbalken, Pfähle von Eingangsportalen, Boote und Vorratskisten ausgestellt. Die Totems werden von unten nach oben "gelesen" und stellen Geschichten dar - meistens repräsentieren sie die Wichtigkeit der Familie und stellen die Position des Clans dar. - [26.05.13 - Vancouver, Stanley Park](https://www.bauer-seyr.at/kanada/vancouver-stanley-park) - Der Stanley Park ist ein Stück unberührte Wildnis im Herzen von Vancouver und umfasst eine Fläche von 405 Hektar. Wir steigen eine Station vor dem Aquarium aus und schlendern entlang der Uferpromenade. - [25.05.13 - Vancouver](https://www.bauer-seyr.at/kanada/vancouver) - Der erste Tag unseres Urlaubs steht ganz im Zeichen des Sightseeings in Vancouver. Tolle Skyline, wunderbarer Blick auf die Berge und das Meer - viele unvergessliche Momente nehmen wir mit. - [24.05.13 - Anreise](https://www.bauer-seyr.at/kanada/anreise) - Die Anreise nach Kanada gestaltet sich schwieriger als erwartet. London Heathrow ist für mehrere Stunden gesperrt, sodass sich unser Flug verzögert. Zu allem Überfluß geht auch unser Gepäck verloren. - [Kanada](https://www.bauer-seyr.at/kanada) - Vorwort zu unserer Kanada Reise. Wir sehen Vancouver, die Rocky Mountains, Bären, Squirrel und vieles mehr... - [Bildergalerie Südfrankreich](https://www.bauer-seyr.at/suedfrankreich/bildergalerie-sudfrankreich) - Bildergalerie Südfrankreich - [Unser Reiseführer für Südfrankreich](https://www.bauer-seyr.at/suedfrankreich/unser-reisefuehrer-fuer-suedfrankreich) - Reiseführer "Provence • Côte d´Azur" Ralf Nestmeyer Michael Müller Verlag (ISBN: 978-3-89953-367-5) Auch dieser Reiseführer vom Michael Müller Verlag können wir nur jedem Südfrankreich-Urlauber ans Herz legen. Der Autor Ralf Nestmeyer beschreibt die Sehenswürdigkeiten sehr detailreich und lesenswert - wir wurden (wie auch schon bei Südengland-Reiseführer) nicht enttäuscht. - [Autobahngebühren und Tankfüllungen für unseren Campervan](https://www.bauer-seyr.at/suedfrankreich/autobahgebuehren-und-tankfullungen-fur-unseren-campervan) - Liste der Mautgebühren auf unserer Urlaubsreise in Österreich, Italien und Südfrankreich im Vergleich - [Tageskilometer und Campingplätze](https://www.bauer-seyr.at/suedfrankreich/tageskilometer-und-campingplatze) - Datum Ziel Gefahrene km Campingplatz Betrag 01.05. Savona 893 wild campiert 02.05. Sospel 194 Domain Ste Madeleine 16,60 03.05. Roquebrune 67 wild campiert 04.05. Cagnes 67 Val du Fleur 18,90 05.05. Vence 40 Domaine de la Bergerie 16,40 06.05. Grasse 29 wild campiert 07.05. Fréjus 86 Le Pont d´Argens 20,45 08.05. Saint Tropez 45 La Croix du Sud 22,30 09.05. Cassis 122 Les Cigales 19,10 10.05. Raphéle-les-Arles 131 Camping de la Chapelette 18,00 11.05. Ste-Marie-de-la-mer 101 Le Clos du Rhône 26,30 12.05. Carcassonne 216 wild campiert 13.05. Pont du Gard 217 La Sousta 17,60 14.05. Bonnieux 71 Le Vallon 15,94 15.05. Cucuron 28 Camping du Plan 12,20 16.05. Rustrel 66 Le Colorado 15,40 17.05. Roussillion 61 Arc du Ciel 16,24 18.05. Mazan 66 Le Ventoux 17,60 19.05. Orange 51 Le Jonquier 25,20 20.05. Vaison-la-Romaine 40 Le Voconce 17,40 21.05. Heimfahrt 1.335 3.926 km € 295,63 - [Gedanken danach](https://www.bauer-seyr.at/suedfrankreich/gedanken-danach) - Schnell ist die Zeit vergangen und voll mit Eindrücken und Erlebnissen sind wir nach einer Marathonfahrt wieder nach Hause zurück gekehrt. In den drei Wochen hatten wir lediglich zwei Regentage und selbst da gab es keinen Grund zu frieren. Dieses Klima begünstigt natürlich die prächtige, wunderschöne Vegetation, die uns immer wieder erfreut hat. Das satte Grün in allen Nuancen wurde unterbrochen vom gelb leuchtenden Ginster und den sattroten Blüten des Klatschmohns. Selbst die Trennstreifen an den Autobahnen wurden liebevoll mit Büschen und Rosen bepflanzt. Vielleicht rechtfertigt das die hohen Autobahngebühren! Um diese so gut als möglich zu vermeiden, haben wir uns vorwiegend auf den Landstraßen aufgehalten. Außerdem kann man hier auch das südliche Flair besser genießen. Neben der reizvollen Landschaft bieten die vielen, kleinen Orte, die auf den Hügeln und Abhängen thronen, ein wahrlich pittoreskes Bild. Wir haben uns wirklich in die kleinen, mittelalterlichen Städtchen verliebt, denn obwohl sie sich auf den ersten Blick sehr ähnlich sind, hat doch jedes einzelne seine eigenen Reize. Was sie jedoch alle gemeinsam haben, ist die Sauberkeit und die Liebe der Einwohner zum Detail. Da wird mit viel Mühe alles Alte renoviert und nicht modernisiert. Die vorwiegend pastell färbigen Häuser mit schönen hölzernen Fensterläden und den französischen Balkonen bilden eine Harmonie mit den teilweise verspielten wasserspukenden Steinbrunnen, die oft versteckt in den Gassen stehen. Die Provence ist auch bekannt für die kunstvollen Glockenkäfige, die sich auf den Dächern von Türmen und Kirchen befinden. A propos Kunst: die vielen Kunstateliers und – läden, die man wirklich überall findet, laden zum Schmökern und Staunen ein. Und in fast jedem Ort steht ein Karussell, so verspielt, es wäre es eben erst aus einem Bilderbuch entsprungen! Diese Idylle hat aber auch seine Schattenseiten, denn wir waren mit einem Campervan unterwegs und diese sind – besonders an der Côte d´Azur - leider nicht sehr gerne gesehen. In fast jedem Ort sind sie Parkplätze mit Parkverbotsschildern und Höhenbegrenzungen für Campingautos versehen. Wir mussten oft mehrmals kreisen und lange nach Plätzen suchen, wo wir unser Gefährt abstellen konnten. Nur gut, dass wir unsere Drahtesel eingepackt hatten, die uns dann gute Dienste leisteten. Kulinarisch konnte Frankreich bei uns auch voll punkten, denn wir haben einiges probiert und für köstlich befunden. Die Desserts sind dennoch die Favoriten geworden und so einiges werden wir zuhause sicher nachkochen! Einzig das Baguette würden wir nicht gegen unsere Vielfalt von Schwarzbrot tauschen! Bis auf ein einziges Mal sind uns die Einheimischen immer freundlich begegnet und wir haben mehrmals feststellen müssen, dass sie sehr kommunikativ und hilfsbereit sind. Vielleicht auch deswegen, weil ich mich bemüht habe, ihre Sprache zu sprechen und dabei auch immer erwähnt habe, woher wir kommen! Alors, à bientôt, France! - [21.05.09 - Heimreise](https://www.bauer-seyr.at/suedfrankreich/21-05-2009-heimreise) - Früher, als die Tage davor packen wir zusammen und fahren los Richtung Autobahn, denn heute haben wir eine lange Fahrt vor uns. Geplant ist einen Tag im Elsass, in Strassbourg zu verbringen, um dann morgen über Deutschland nach Hause zu fahren. Doch es kommt oft anders, als man glaubt! Wir fahren in Bellène auf die autoroute und es geht auch sehr zügig voran. Auf der anderen Fahrtrichtung staut es bis Lyon zurück und das obwohl fast keine LKW´s unterwegs sind. Mal da, mal dort eine Pause gemacht, vergeht die Zeit im Nu. Das Wetter wird zu unserem Verdruss immer schlechter und als erste Regentropfen gegen die Windschutzscheibe prasseln, überlegen wir, was wir weiter machen sollen. Den weiten Ausflug nach Carcassonne mußten wir mit Regen bezahlen und das ist bei uns nicht sehr gut angekommen! Ein Blick auf die Uhr und in den Wetterbericht und dann beschließen wir, lieber in Richtung Heimat zu fahren. Von den vielen Überflutungen, die ständig im Radio gemeldet werden, bekommen wir Gott sei Dank nicht viel mit. Irgendwann heißt es dann au revoir France und willkommen in Deutschland. Ab jetzt gilt fast keine Geschwindigkeitsbeschränkung mehr und unser Dahinrasen wird nur durch vereinzelte Baustellen unterbrochen. Es ist mittlerweile dunkel geworden und wir haben auch herausgefunden, warum die Fahrt so zügig voran geht. Denn aufgrund des von uns komplett vergessenen Feiertages darf ein Großteil der LKW´s nicht fahren. Wir haben uns schon gewundert, warum alle Park- und Rastplätze von den großen Gefährten voll geparkt sind. Die Aussicht, die Nacht doch noch im eigenen Bett verbringen zu können, treibt uns voran und lässt unsere Müdigkeit ein wenig vergessen. Die letzten eineinhalb Stunden Fahrt ab Passau sind dann aber schon noch anstrengend, weil es mittlerweile nach 22:00 Uhr ist und die LKW´s wieder fahren, zudem ist es stockdunkel und es regnet sehr stark. Aber kurz vor Mitternacht haben wir es geschafft und kommen wohlbehalten zuhause an. - [20.05.09 - Orange, Vaison-la-Romaine](https://www.bauer-seyr.at/suedfrankreich/20-05-2009-orange-vaison-la-romaine) - Ausgeschlafen und voller Tatendrang brechen wir auf und Susi lotst uns auf Anhieb zu einem Parkplatz gleich neben dem berühmten Arc de Triomphe (Stadtgründungsbogen). Das dreibogige römische Monumentaltor, das fälschlich als Triumphbogen tituliert wird, hat eine Länge von 19 Metern, eine Höhe von 18 Meter und eine Breite von 8 Metern. Es ist eines der besterhaltenen und größten Bauwerke seiner Zeit und gehört seit 1981 zum UNESCO-Kulturerbe. Der Bogen repräsentierte die Vorherrschaft Roms über die Völker der Region, die als Geschichte in die Oberfläche dieses symbolträchtigen Monuments eingemeißelt ist. Zwischen ihren vier Halbsäulen sind Gefangene in Ketten und darüber erneut Kriegstrophäen auszumachen. Enttäuschung macht sich aber in uns breit, als wir sehen, dass der Triumphbogen aufgrund von Renovierungsarbeiten ein Kondom übergestülpt hat. Wie kleine Ameisen stehen wir unter dem Monument und staunen trotzdem über die Mächtigkeit des Bauwerkes. [Not a valid template]Nach einem kleinen Spaziergang erreichen wir die Altstadt und die im Zentrum liegende Cathédrale Notre-Dame, die in der Zeit von 1083 – 1126 im romanischen Stil erbaut wurde. Während der Religionskriege wurde sie aber stark beschädigt. Orange wurde erst 1107 zum Bistum erhoben. Wir betreten das Innere durch das Südportal und erschrecken ein wenig, weil man von dort direkt bei einem flieder bemalten Seitenaltar landet. Bis auf die Decke ist der gesamte Innen-raum bemalt und wirkt dadurch größer und dreidimensionaler. Schöne, große Fenster in bunten Farben komplettieren das Aussehen. Sie sieht sehr aufgeräumt aus denn man hat sehr wenig Deko verwendet. Dezente Orgelmusik begleitet unseren Rundgang durch die Kathedrale und läßt uns so für eine Zeitlang dem Lärm des regen Treibens auf den Straßen entfliehen. Eine Straße weiter landen wir beim Hôtel de Ville aus dem Jahr 1671. Ein schöner, vergoldeter Glockenturm, der in der Sonne strahlt, ziert das Rathaus. Der Platz davor ist gefüllt von Tischen und Sesseln der umliegenden Restaurants und Cafés, die zum Verweilen einladen. Markant ist auch die Weihnachtsbeleuchtung, die überall in den Gassen noch hängt und die vielen Sterne ein wenig irritieren. [Not a valid template]Wir schlendern aber weiter durch die Gassen bis zum Théâtre Antique aus dem 1. Jhdt. n. Chr. Es zählt heute zu den besterhaltenen Bauwerken der Welt. Es wurde am Hang des stadtzugewandten Hügels errichtet und dazu mussten einige Gänge direkt in den Fels geschlagen werden. Vom 16. bis zum 19. Jhdt. bildeten viele im Areal des einstigen Theaters erbaute Häuser ein reguläres Wohnviertel der Stadt. Teile des Theaters dienten während der Frz. Revolution als Gefängnis, in dem die Feinde unter unwürdigen Bedingungen festgehalten wurden. 1824 wurde mit der Renovierung begonnen und seit 1869 finden wieder regelmäßig Aufführungen und Konzerte statt. Etwa 7.000 Personen bietet es heute Platz, zu römischen Zeiten wird eine Zahl um die 10.000 angenommen. Je nach Rang und sozialer Stellung fanden die Besucher Einlass, wobei die unteren Schichten auf den oberen Rängen saßen. Noch erhalten geblieben sind die ersten drei ursprünglichen Sitzreihen. Die massive Bühnenwand ist 103 m lang und 36 m hoch und wird geziert von einer Nachbildung der 3,55 m hohen Kaiserstatue des Augustus. [Not a valid template]Audioguides führen uns durch das Theater und machen uns die Geschichte lebendig. Auf der Bühne wird eine Schülergruppe in das Leben und Werken von damals instruiert und mit Spaß und Freude bringen sie ihre Darbietungen den Klassenkameraden und den Touristen rundherum. Sitzreihe um Sitzreihe klettern wir hoch und oben angekommen wird uns ganz schön schummrig, denn es geht s-e-h-r weit hinunter! Unser wohlverdientes Mittagessen nehmen wir im angrenzenden Restaurant zu uns. Die „Grotte d´Auguste“ bietet ein schönes Ambiente, denn sie ist umgeben vom Theater links und auf der rechten Seite vom Augusteum, einem Tempel, der der Verehrung der römischen Kaiser gewidmet wurde. Bevor wir uns wieder ins Auto setzen und uns auf die Reise zum nächsten Ziel machen, genießen wir noch einen abschließenden Espresso am Place de la République direkt vor dem Rathaus. [Not a valid template]Gegen 16:00 Uhr erreichen wir den außerhalb von Vaison-la-Romaine gelegenen Camping-Car-Parkplatz. Wieder schwingen wir uns auf die Fahrräder und los geht´s zu den nächsten Ausgrabungen, denn hier ist die größte französische archäologische Ausgrabungsstätte aus dem 1. und 2. Jhdt. n. Chr. Die Stadt besaß in römischer Zeit ca. 60 bis 70 Hektar Fläche. Reste eines Tempels, große Gärten mit Säulen, verschiedene Thermalbäder, Straßen und Villen können an verschiedenen Orten in der Umgebung besichtigt werden. Forum und Basilika – das Herz der Römerstadt - wird durch die moderne Stadt bedeckt und ist deshalb nicht ausgegraben. Vaison-la-Romaine wird auch das französische Pompeji genannt, denn seit 1907 ist es den Archäologen gelungen, rund ein Fünftel des römischen Vasio freizulegen. Auch hier bieten die Ausführungen eines Audioguides einen ausgezeichneten Einblick in den Aufbau einer römischen Provinzstadt inklusive antikem Theater. Das Amphitheater, das in den Nordhang geschlagen wurde, bot etwa 5.000 bis 6.000 Zuschauern Platz und ist sehr schön renoviert. Um 18:30 Uhr werden die Pforten geschlossen und daher radeln wir zurück zum Auto. Die Suche nach einem Campingplatz ist erst sehr mühsam, doch auch diese Herausforderung meistern wir mit bravour und dann machen wir es uns noch unter der Markise gemütlich. [Not a valid template] - [19.05.09 - Carpentras und Châteauneuf-du-Pape](https://www.bauer-seyr.at/suedfrankreich/19052009-carpentras-und-chateauneuf-du-pape) - Aufgrund der beiden Regentage sind wir unserem Programm etwas voraus - eigentlich hätten wir heute einen freien Tag machen können. Aber nein, das ist nichts für uns. Daher ein schneller Blick in den Reiseführer, was in der näheren Umgebung interessant klingt. Und schon ist ein neues Ziel gefunden: Carpentras. Die quirlige Kleinstadt ist eigentlich bekannt für ihren bunten Freitagsmarkt, auf dem sich im Winter die Trüffelfreunde tummeln. Dienstags scheint die Stadt aber ein ruhiges Flair zu versprühen, denn heute ist alles schön beschaulich. [Not a valid template] [Not a valid template]Wir betreten die Stadt durch das mächtige Porte d’Orange und landen relativ schnell am Kirchenplatz. Die spätgotische Cathédrale ist nach dem Hl. Siffrein benannt. Mehr als 100 Jahre wurde gebaut, da die finanziellen Mittel nur begrenzt flossen. Wir betreten die Kirche durch die sogenannte Juden-pforte. Juden, die konvertieren wollten, benutzten dieses Südportal auf dem Weg zu ihrer Taufe. Das Kircheninnere wirkt nüchtern und dunkel, einzig der Altarraum wird durch goldene Schnitzereien aufgewertet. Die schönen Glasfenster zeigen Bilder und Szenen aus der Bibel. Die lustigen Wasserspeier in Form von Kobolden, Monstern und Tieren an der Außenfassade entzücken uns da schon sehr viel mehr. Gleich hinter der Kirche finden wir die Reste eines 2000 Jahre alten römischen Torbogens, auf dessen Seite interessante Reliefdarstellungen von Vertretern der unterworfenen Völker dargestellt sind. Danach schlendern wir noch durch die überdachte Passage Boyer, der lokalen Nobeleinkaufsmeile. Nach der Revolution von 1848 wurde diese von Arbeitslosen errichtet. Es ist knapp vor 12:00 Uhr und die Verkäuferinnen sind gerade dabei, alles was vor den Geschäften steht hinein zu räumen. Wir finden nette Sachen, aber das Geldbörserl sitzt fest verschlossen. Unser Rundgang führt uns zurück zum Kirchenplatz mit dem großen Brunnen und seinen netten Restaurants. Mittags genießen wir wieder die tollen französischen Köstlichkeiten. Zu jedem Essen gibt es auch Baguette dazu und uns fällt auf, dass hier auch immer eigene Kindermenüs angeboten werden. Auf der Fahrt Richtung Orange machen wir noch einen kleinen Abstecher in Châteauneuf-du-Pape, einem bekannten Weinbaugebiet der Provence. Der Ortsname deutet schon an, dass der Weinanbau auf die Päpste von Avignon zurück geht. [Not a valid template]Schon von weitem dominiert die hoch über der Stadt liegende Burgruine das Landschaftsbild. Papst Johannes XXII. ließ diese Burg zum Schutz seiner Weinberge bauen. Als wir dann aber dort parken, sehen wir, dass außer zwei schön renovierten Seitenwänden nichts mehr davon übrig ist. Sie wurde in den Religionskriegen schwer beschädigt und im 2. Weltkrieg schließlich von den Deutschen gesprengt. Dafür überblickt man von hier oben das gesamte Weinanbaugebiet sehr schön. Uns fällt noch auf, dass die Weinstöcke hier sehr viel niedriger sind als bei uns zu Hause (z.B. im Burgenland). An allen Ecken und Enden werken die Weinbauern und binden Äste an, spritzen die Früchte und was sonst noch so anfällt. Seit 1929 ist die Rebsorte Châteauneuf-du-Pape geschützt und nur 13 bestimmte Rebsorten sind zugelassen. Das Dorf selbst ist wie ausgestorben und es scheint sich hier nichts zu tun - bis auf ein paar Weinkeller, die mit Weinverkostungen locken. Da wir schon zu Mittag süffigen Wein genossen haben, sehen wir von einer Degustation ab - sonst müsste Wolfgang seinen Führerschein abgeben. Schließlich geht die Fahrt noch bis Orange auf den Campingplatz weiter. - [18.05.09 - Fontaine-de-Vaucluse, L’Isle-sur-la-Sorgue und Pernes-les-Fontaines](https://www.bauer-seyr.at/suedfrankreich/18052009-fontaine-de-vaucluse-lisle-sur-la-sorgue-und-pernes-les-fontaines) - Die Fontaine-de-Vaucluse ist ein beliebtes Ausflugsziel. Dementsprechend wimmelt es hier nur so von Touristen, die die Restaurants und Souvenirstände stürmen. Fast den gesamten Weg hinauf zur Ursprungsquelle der Sorgue wird der Kitsch und Tand immer schlimmer. Dafür entlohnen uns dann das türkisfarbene Wasser und die wunderbaren Spiegelungen der 230 m hohen Berghänge in der Quelle. Am Ende des Tales entspringt die größte Quelle Europas aus dem Fels. Aus unterirdischen Kanälen strömt bis zu 200 m3 Wasser pro Sekunde hervor und füllt damit einen kleinen See. Die Tiefe der Quelle war lange Zeit unerforscht, selbst mehrere Versuche des Tiefseeforschers Jacques Cousteau scheiterten. Mittlerweile weiß man, dass die Quelle 308 Meter tief ist (erforscht 1985 durch ein ferngesteuertes U-Boot). Bevor wir das Tal verlassen, fallen wir noch auf dem Weg zum Auto in einen Spezialitätenladen ein und decken uns mit Olivenpaste, Balsamikoessig, Orangenhonig und süßen Leckereien ein. Weiter des Weges verschlägt es uns nach Venedig - zumindest in das Klein-Venedig der Provence, L’Isle-sur-la-Sorgue. Der Ort wird deswegen so genannt, weil die Stadt durch zwei glasklare Wasserarme der Sorgue umflossen wird. Es plätschert und sprudelt, wohin man nur schaut. Wir lassen uns in einem der vielen Restaurants direkt an der Sorgue nieder und genießen das herrlich gegrillte Entrecôte mit grüner Pfeffersauce. Danach gibt es noch eine super Crème Brullée – ein Gedicht! [Not a valid template]Beim Verdauungsspaziergang umrunden wir die von Feigenbäumen eingesäumte „Insel“ und stoßen immer wieder auf alte teilweise bemooste Schaufelräder. Sie dienten zum Antrieb der Papier-, Öl- und Getreidemühlen. Im 19. Jhdt. gab es noch mehr als 60 Wasserräder, da L´Isle das Hauptzentrum der Wollverarbeitung war. Heute gibt es davon nur noch sechs zu bewundern. Immer wieder laden dazwischen gemütliche, lauschige Plätzchen zum Verweilen ein. Alles wirkt sehr sauber und aufgeräumt und aufgrund der allgemeinen Siestazeit ist es auch beschaulich ruhig. Ein uriger Opa sitzt gemütlich in seinem Stuhl beinahe mitten auf der Straße und pafft seine Pfeife. Das Straßenbild wird geprägt von hohen, pastellfärbigen Häusern mit schönen gotischen und Renaissance-Fassaden. Auf unserem Rundgang kommen wir auch an der Stiftskirche Notre-Dame-Des Anges vorbei, die wir leider nicht besichtigen, da sie gerade wegen Renovierungsarbeiten eingerüstet ist. Aber die bereits abgeschlossenen Arbeiten lassen auf einen wunderschönen barocken Bau schließen. Im Park, der an den Parkplatz angrenzt, können wir noch Boule-Spielern über die Schulter schauen. Als es uns dann aber zu heiß wird, brechen wir auf und genießen die Klimaanlage im Auto. [Not a valid template]Als letzten Punkt für heute haben wir noch die vielen Brunnen von Pernes-les-Fontaines auf dem Programm. Es ist mittlerweile 16:00 Uhr und es hat noch 29° - da tut das Lüftchen gut, das uns jetzt umspült. Wir sind nämlich den schönen Glockenturm hoch gestiegen und blicken in die Umgebung. In nächster Nähe muss sich eine Schule befinden, denn die Ruhe hier oben wird nur durch Geschrei von Kindern gestört. [Not a valid template]In der Tourist Information erhalten wir einen Plan für den Brunnen-Rundgang und schon geht es auf die Schnitzeljagd nach den über 37 Fontaines aus dem 18. Jahrhundert. Einer der schönsten ist der Fontaine du Cormoran aus dem Jahr 1761. Ein Kormoran mit majestätisch ausgebreiteten Flügeln ziert den Brunnen ganz oben. Unmittelbar daneben befindet sich die sehr gut erhaltene Markthalle, an die das Porte Notre Dame schließt – ein Stadttor von 1548, ausgestattet mit zwei Türmen und einer Brücke. Nicht weit davon entfernt gelangen wir zur Cathédrale Notre Dame. Ein kurzer Blick hinein genügt, denn langsam sind wir ein wenig gesättigt von den vielen Kirchen. Das einheimische Völkchen ist auch hier touristenfreundlich eingestellt, denn mal werden wir gefragt, ob sie uns bei der Suche helfen können, dann wieder herzlich willkommen geheißen. Müde und eine Dusche dringend benötigend, suchen wir bei Mazan einen Campingplatz auf und schon sind wir in „Holland“ gelandet. Vom Betreiber bis hin zum letzten Stellplatz - überall nur Holländer! Wir fühlen uns aber trotzdem sehr wohl hier! - [17.05.09 - Gordes, Abbaye de Senanque, Roussillon](https://www.bauer-seyr.at/suedfrankreich/17052009-gordes-abbaye-de-senanque-roussillon) - Unweit von Gordes liegt das Village des Bories, in dem gut erhaltene Steinhütten restauriert und zu einem Museumsdorf zusammen gefasst wurden. Seit 1977 steht das Freilichtmuseum unter Denkmalschutz. Natürlich ist die Anfahrt für Busse und Campervans verboten. Daher müssen wir fast zwei Kilometer zu Fuß zum Eingang latschen - und das in der brütenden Mittagssonne. [Not a valid template]Unbehauene Steine wurden ohne Beton so aufeinander geschichtet, dass tonnenförmige, fensterlose Behausungen entstanden. Solche Steinhütten wurden im gesamten Mittelmeerraum seit Jahrtausenden errichtet und befinden sich unter anderem auch in Italien, Spanien und Irland. Jene aus Gordes sind „erst“ aus dem 16. Jahrhundert und wurden bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts von Schafhirten bewohnt. Finster und eng ist es in den kleinen Hütten und manche davon sind mit Gebrauchsgegenständen und Werkzeugen bestückt, die Einblick in die ländliche Kultur und den Alltag längst vergessener Zeiten geben. Beschriftungen erklären die verschiedenen „Bauwerke“ und in gebückter Haltung betreten wir Ställe, Wohn- und Arbeitsräume. Mit ein wenig Phantasie sieht man sogar in den Backöfen das Brot liegen. Eine wirklich interessante Ausstellung. Der leicht bergab gehende Rückweg ist schneller geschafft und bevor wir uns wieder auf die Straße begeben, plündern wir noch den Kühlschrank. [Not a valid template]Auf einer schmalen rumpligen Straße fahren wir weiter zur Abbaye de Sénanque, die nur 4 Kilometer außerhalb von Gordes liegt. Von einer Aussichts-plattform hoch über dem Tal haben wir einen tollen Panorama-ausblick auf das Zisterzienser-kloster und die bekannten vorgelagerten – noch nicht blühenden – Lavendelfelder (berühmtes Fotomotiv). Das Kloster wurde 1148 von den Mönchen nach fast einem Jahrhundert Bauzeit gegründet und wurde des öfteren auch wieder aufgegeben. So wurde z.B. bis in die 80-iger Jahre des vorigen Jahrhunderts das Kloster als Seminarheim verwendet. Erst seit 1988 wird es wieder von Zistersziensermönchen bewohnt und die jahrhundertealte Tradition wiederbelebt. Ein Rundgang durch das Kloster ist nur im Rahmen einer Führung möglich, daher beschränken wir uns auf einen Blick in das Innere der romanischen Klosterkirche. Sie wurde 1160 als dreischiffige Basilika errichtet und besticht durch ihre schlichte und formvollendete Architektur. Die schmucklose Ausstattung ist eine Folge des bei der Ordensgründung proklamierten Grundgedankens, dass keine Verzierungen vom Gebet ablenken sollen. Gerade diese Schlichtheit gefällt uns, die sich auch in dem großen Kreuz des Altarraums, über das ein weißer Stoff geworfen wurde, wiederspiegelt. [Not a valid template]Gegen die Besinnlichkeit der Abbaye wirkt der Touristen-auflauf in Gordes dagegen richtig hektisch - obwohl an diesem Sonntag nicht wirklich viele Besucherbusse hier Station machen. Auf der Terrasse direkt am Dorfplatzerl genehmigen uns erst einmal einen Café Gourmand (Espresso mit Crème brullée, Kokosbusserl mit Apfel und Nuss, sowie ein Waffelschälchen mit einem Kugerl Vanilleeis). Unmittelbar gegenüber thront das Château de Gordes, das um 1540 errichtet wurde und seit 1931 unter Denkmalschutz steht. Das Renaissance-Schloss beherbergt ein Kunstmuseum der Malerei und die örtliche Tourist Information. Bei der Innenausstattung sind die zahlreichen offenen Kamine bemerkenswert, wovon der älteste auf das Jahr 1541 datiert wird. Die kleinen Altstadtgassen laden mit ihren Kunst- und Handwerksläden wieder zum Flanieren ein - und so erliege ich in einem kleinen Geschäft dem Charme einer alten verspielten Jardinière (Blümenregal). Zum Abschluss machen wir noch einen Abstecher zum teuersten Hotel am Platz, denn auf dessen Parkplatz haben sich acht rote Ferraris angesammelt. Beinahe jeder Tourist bleibt stehen und schießt ein Foto - selbst der Koch des Hotels eilt mit seiner kleinen Kamera herbei, um diese Pracht fest zu halten. Bevor wir dem pittoresken Dorf au revoir sagen, bleiben wir nochmal auf einem Aussichtsplatzerl stehen und genießen ein letztes Mal den Blick auf das auf einer Anhöhe liegende Häusermeer. Auch Gordes gehört zu den schönsten Dörfern Frankreichs und hat aufgrund ihres reizvollen Erscheinungsbildes diesen Titel wahrlich verdient. [Not a valid template]Weiter geht es zum nicht weit entfernten pittoresken „roten Dorf“ – Roussillon. Malerische Gassen und Häuser verleihen dem Ort ein Ambiente, wie es sonst nirgends zu finden ist. Die Fassaden sind in warmen Tönen gestrichen und spiegeln die gesamte Farbpalette der hiesigen Ockerbrüche wider. Sie sind vom Dorf aus in kurzer Zeit zu Fuß erreichbar und wir erleben hier ein grandioses Farbenspiel, das von Licht und Schatten noch verstärkt wird – noch viel beeindruckender, als das gestrige in Rustrel! Pittoresk ragen die roten „Schornsteine“ in den Himmel und das Farbenspektrum streckt sich von grellem Safrangelb bis hin zu sattem Weinrot und Zinnober. Das grandiose Schauspiel der Farben nimmt uns total gefangen und wir sind wie verzaubert. Es scheint, als würde der azurblaue Himmel mit den smaragdgrünen Pinien um die Wette zu leuchten. Ein ausgetretener Rundweg führt durch den stillgelegten Bruch, aufgelockert durch vereinzelte Informationstafeln. Mehr als eine Stunde spazieren wir durch die Brüche, immer wieder überrascht von bizarren Felsformationen und Farben. [Not a valid template]Schweren Herzens reißen wir uns los und statten dem Dorf noch einen Besuch ab. Der eigentliche Ortskern ist nicht besonders groß und es herrscht hier reges Treiben. Künstlerateliers und kleine Lädchen säumen die Gassen und laden zum Flanieren ein. Wir betreten ein paar Antiquitätenläden und erstehen einige Dinge für unsere Terrasse zu Hause. Gerne wären wir noch ein wenig hier geblieben, aber der Hunger ist mittlerweile groß geworden und leider essen die Franzosen erst so spät zu Abend. Wir checken beim nahe gelegenen Campingplatz ein, mit Blick auf die färbige Umgebung. Wir machen es uns gemütlich und verdauen die vielen, schönen Eindrücke des Tages. - [16.05.09 - Cucuron, La Tour-d’Aigues, Lourmarin und Rustrel](https://www.bauer-seyr.at/suedfrankreich/16052009-cucuron-la-tour-daignes-lourmarin-und-rustrel) - In der Früh ist es noch sehr dunstig, aber die ersten Flecken blauen Himmels sind bereits sichtbar. Guter Stimmung machen wir uns auf den Weg zu einem kurzen Abstecher nach Cucuron. Das Dorf ist nicht auf Touristen eingestellt - daher werden wir wie das siebente Weltwunder angeschaut, so wie wir mit Kamera und Wasserflasche bewaffnet durch die schmalen Gassen den Hügel zur Kirche hochschlendern. In der Kirche drehen wir uns gleich wieder um, da wir nicht sicher sind, ob sie nicht jeden Moment über uns zusammen bricht. Ab zurück zum Auto, denn mehr Sehenswertes hat das Dorf nicht zu bieten (außer viele liebe Katzen, die alle gestreichelt werden wollen). [Not a valid template]Wir steuern unser nächstes Ziel an - La Tour-d’Aigues, denn hier steht das schönste Renaissance-Schloss der Provence. Von einem italienischen Architekten geplant, wurde es von 1550 – 1571 erbaut. Leider sind heute nur noch vorwiegend Fensterrahmen erhalten, da das Château 1780 bei zwei Bränden so starken Schaden nahm. Auf Schautafeln kann man aber die einstige Pracht dieses Bauwerks sehr gut nachvollziehen. Heute beherbergt das Château ein Fayence Museum und das historisches Museum der Stadt. Im Innenhof finden im Sommer Freilichtaufführungen statt. Uns gefällt auch, dass das Schloss mitten in der Stadt integriert ist. Begleitet von schönstem Bilderbuchwetter spazieren wir „durch“ die Open-Air-Räume des Châteaus. Danach machen wir es uns auf der Tribüne bequem und betrachten noch die Fassaden mit den schönen Reliefs und Verzierungen. [Not a valid template]Mittag wird‘s und der Hunger meldet sich. Daher machen wir uns wieder auf die Reise bis Lourmarin und dort machen wir es uns in einem Restaurant gemütlich bei Rindfleischeintopf und gegrilltem Lamm. Der Gastgarten liegt an einer kaum befahrenen Straße und so beobachten wir die Menschen beim Flanieren. Als Bo Derek sich am Tisch auf der gegenüberliegenden Straßenseite niederlässt, sind wir schon nahe darin sie um ein Autogramm zu bitten - aber irgendwann kommt uns die Vermutung, dass es sich um eine Doppelgängerin handeln muss, denn so gut erhalten kann die Schauspielerin dann doch nicht mehr sein. Aber mit der Vorstellung ist es noch lange nicht vorbei - denn nun treten die Ladies von Ascot auf. Geschmacklose Kleider, hervorquellende Brüste, hohe Stöckelschuhe und hochgesteckte Frisuren - das deutet alles auf eine englische Hochzeit in der Provence hin. Gänzlich sicher sind wir, als wir das Brautpaar mitten in der ungemähten Wiese in der Nähe des Châteaus sehen - nicht gerade das Hochzeitmotiv, das uns an unseren schönsten Tag begeistern würde. [Not a valid template]Das Château von Lourmarin ist auf jeden Fall sehenswert - eine elegante Wendeltreppe führt in die Repräsentationsräume, die auf zwei Etagen verteilt besichtigt werden können. 1495 wurde mit dem Bau des Renaissanceschlosses begonnen und 1542 wurde ein Neubau angefügt, der heute auch zu besichtigen ist. Vom ursprünglichen Inventar ist auch hier nicht viel erhalten geblieben, aber uns beeindrucken die hohen Kamine und die wunderschönen Fliesenböden. In der ehemaligen Küche befinden sich Ausstellungsstücke aus aller Herren Länder. Nach etwa einer Stunde Schlossbesichtigung schlendern wir wieder zurück ins Dorf. Übrigens, das englische Brautpärchen steht immer noch in der „schiachn Wiesn“ und in beinahe der gleichen Position wie schon vorher - diesmal hat sich aber die Schwiegermutter fürs Foto hinzugesellt. Lourmarin ist als eines der „Plus beaux villages de France“ (Schönste Dörfer Frankreichs) klassifiziert und daher spazieren wir abschließend noch gemütlich durch die Altstadtgassen. Dabei müssen wir feststellen, dass das Dorf fest in touristischer Hand ist und von seiner Ursprünglichkeit nicht mehr sehr viel erhalten ist. Aber es gefällt uns hier trotzdem sehr gut, denn es strahlt eine Gemütlichkeit aus. An Stelle des täglichen Cafés gibt es heute zwei Kugeln Eis - extra lecker, aber der Preis ist auch lecker (4 Kugeln für 8 Euro)! Dann geht es weiter Richtung Norden. Apt lassen wir links liegen und daher erreichen wir in kürzester Zeit den Campingplatz in Rustrel. Schnell auf die Drahtesel und los geht´s! [Not a valid template]Das Abendlicht nutzen wir zur Besichtigung des Colorado Provençal - den Ockerbrüchen von Rustrel. An einigen Stellen wird heute noch Ocker abgebaut, um daraus Naturfarben für das Kunstgewerbe herzustellen. Durch die von Erosion und Menschenhand geschaffenen Ockerberge führen zwei Wege, wovon einer bei einem kleinen Wasserfall endet. Das weiche Licht hebt die Rot- und Gelbfärbungen besonders hervor und die Felsen wirken dreidimensional spektakulär. Es bietet sich hier eine ungeahnte Vielfalt an Motiven, denn die Cheminées de Fées - "Schornsteine der Feen" - ragen hoch hinauf und werfen prächtige Schatten. Das Grün der Pflanzen und Bäume, die auf dem ockerfarbenen Boden wachsen, wirkt noch intensiver. Wir könnten hier Stunden verbringen, aber langsam versinkt die Sonne und es kühlt auch ein wenig ab. Zufrieden mit dem schönen Tag strampeln wir die 2,4 Kilometer zurück zu unserem Campingplatz und lassen den Tag mit einem kühlen Corona Bier ausklingen. [Not a valid template] - [15.05.09 - Bonnieux, Ansouis](https://www.bauer-seyr.at/suedfrankreich/15052009-bonnieux-ansouis) - Nebel hängt bis ins Tal - der Blick aus dem Fenster frustriert. Die ganze Nacht hat es hindurch geregnet, das verspricht leider nichts Gutes für diesen Tag. So packen wir das erste Mal all unsere warmen Klamotten inklusive Regenjacken aus. [Not a valid template]Mit den festen Wanderschuhen bewaffnet, stapfen wir in den Altstadtkern von Bonnieux, das laut Reiseführer eines der schönsten Dörfer der Provence ist. Die Häuser schmiegen sich in Serpentinen an den Berghang - wildromantisch. Mitten im Ort befindet sich die neue Kirche, die sowohl Bauformen der Romanik als auch der Gotik vereinigt und keine Uhr besitzt. Stattdessen zeigt ein Haus mit Uhr und Glockenstuhl an, was die Stunde geschlagen hat. Wir retten uns vom Nass in das Innere der Kirche und sprechen ein ernstes Wort mit dem Herrn: Oh mon dieu, nous avons besoin du soleil! Auf dem Marktplatz haben heute viele Händler und Bauern ihre Leckereien aufgestellt und preisen diese lautstark an. Wir schlendern den Markt einmal hinauf und hinunter, aber es wird uns zu schwierig, den Wasserfontänen, die von den Überdachungen der Marktstände kommen, auszuweichen. Außerdem sind 12 Grad Plus eindeutig zu wenig, sodass wir nicht wirklich Lust zum Bummeln haben. Daher beschließen wir, uns im Bäckereimuseum wieder aufzuwärmen. Hier sind historische Backwerkzeuge und ein 150 Jahre alter Backofen ausgestellt. Sonst gibt es nicht viel zu besichtigen und unsere Hoffnung, dass das Wetter danach vielleicht ein bisschen besser wäre, wird leider nicht erfüllt. Also zurück zum Van und ein warmes Süppchen kochen, frisches Baguette haben wir zuvor noch von der Boulangerie (Bäckerei) mitgenommen. [Not a valid template]Es muss also Plan B in Kraft treten - irgendein In-Door Programm. Daher fahren wir nach Ansouis zum Château, das erhaben das kleine Dorf überragt. Es ist eines der ältesten der Region und wird erstmalig 961 urkundlich erwähnt. Bemerkenswert ist, dass es bis vor kurzem noch immer von ein- und derselben Familie bewohnt wurde (erst kürzlich hat der letzte Besitzer es über das Internet versteigert). Besichtigt werden kann das Schloss nur mit einer geführten Tour, die um 14:00 beginnt. Unser Gruppe besteht aus 10 Interessierten (Belgier, Australier, Engländer, Franzosen und uns Österreichern). Die hübsche Guide spricht leider nur französisch, daher erklären diejenigen, die etwas von den Erklärungen verstanden haben, den Nicht-Verstehenden alles in Englisch im Schnelldurchgang. Kreuz und quer erfolgen so die Simultanübersetzungen. Echt lustig! Die Führung dauert 1 ½ Stunden und ist sehr interessant, obwohl nach der Versteigerung der Großteil des ursprünglichen Inventars ausgeräumt wurde. Das Bemerkenswerte an diesem Schloss ist, dass hier mit der Zeit zwei Burgen zusammen gebaut wurden. So findet man in der Mauer der prächtigen Mitteltreppe auf einmal ein zugemauertes Außenfenster und andere Merkwürdigkeiten. Nach dem Ende der Führung wollen wir zurück zu unserem Auto - aber irgendwie verlaufen wir uns in dem kleinen Kaff immer wieder hoffnungslos und finden es nicht mehr. Zum Glück hat es zu regnen aufgehört, denn wir irren etwa eine halbe Stunde planlos durch die mittelalterlichen Gassen bis wir endlich den richtigen Parkplatz wieder finden. Aus Frust über den Tag wollen wir nicht mehr weiterfahren - daher wird der nächstbeste Campingplatz anvisiert. Dort ist nichts los, kein einziger Camper außer uns weit und breit. Mittlerweile hat es aufgehört zu regnen und wir werden am frühen Abend mit einem wunderschönen Regenbogen belohnt. [Not a valid template] - [14.05.09 - Avignon](https://www.bauer-seyr.at/suedfrankreich/14052009-avignon) - Um unser Schlafdefizit ein wenig auszugleichen, brechen wir heute erst um 11:00 auf - alle anderen Campervans sind schon unterwegs. Avignon, die Stadt der Päpste, erkundigen wir heute wieder mit den Rädern, da im näheren Umkreis um die Altstadt natürlich um diese Uhrzeit nicht die kleinste Parklücke zu finden ist. [Not a valid template]Als erstes steuern wir die Markthalle an - zwar nicht antik oder mittelalterlich, aber außen durch den Bewuchs kurios anzu-sehen. Kulinarisch sind alle Leckereien, die das Meer hergibt, zu finden - frisches Obst und Gemüse, dazwischen steigt uns wieder der Duft von frischem Baguette in die Nase. Handgemachte Trüffelpralinen neben den teuren Weinen und überall lecker Käse - das Menü wäre schnell zusammengestellt. Zum Glück für die Geldtasche sind unsere Mägen vom späten Frühstück noch restlos gefüllt. In der Nähe der Markthalle ketten wir unsere Fahrräder an und stiefeln zu Fuß weiter. Gasse an Gasse - ein richtiges Labyrinth führt uns auf den großen Platz vor dem Papstpalast. [Not a valid template]Wer sich einen ähnlichen Palast wie am Petersplatz in Rom vorstellt, wird hier enttäuscht, denn dieser Bau gleicht mehr einer mittelalterlichen Festung als einem religiösen Sitz des obersten Hirten der Christenheit. Aber die Zeiten waren hart und gefährlich damals! In Avignon residierten 7 der Päpste und fast jeder hat den Bau des Vorgängers umgebaut oder gleich neu gebaut. Nachdem die Päpste Avignon wieder Richtung Rom verlassen hatten, verlor auch das Palais des Papes seine Funktion, blieb aber weiter im päpstlichen Besitz, bis die Stadt 1791 an Frankreich fiel. Der Papstpalast wurde geplündert und zur Kaserne umfunktioniert. Daher ist von der Originalausstattung kaum mehr etwas erhalten. Ein ähnliches Schicksal erlitt auch die im romanischen Stil erbaute Cathédrale Notre Dames des Domes, die auf einem etwas erhöhten Niveau gleich neben dem Palast steht. Sie wurde im 12. Jhdt. errichtet und mehrmals erweitert. Gekrönt wird die Kathedrale durch eine goldene Marienfigur aus dem 19. Jhdt. Im Inneren sind nur noch Bruchstücke von Fresken zu sehen, die meisten Wände sind kahl ohne Verputz. Das Schmuckstück ist der Bischofsstuhl aus weißem Marmor. [Not a valid template]Dafür haben wir von der dahinterliegenden Gartenanlage einen grandiosen Rundumblick auf die Rhône und die berühmte Brücke von Avignon - eigentlich auch wieder ein Restbestand des Aquädukts. Die Pont-Saint-Bénézet, wie sie in Wirklichkeit heißt, wurde erstmals im 12. Jhdt. erbaut und im 13. Jhdt. neu errichtet. Sie wurde bis ins 17. Jhdt. restauriert, bis sie bei einer Flut 1668 weggespült wurde. Ursprünglich spannte die Brücke 22 Bögen über den Fluss, von denen heute nur mehr 4 – samt einer romanischen Kapelle - erhalten sind. Ihre Berühmtheit erlangte die Brücke aufgrund des Kinderliedes „Sur le pont d´Avignon, on y danse…“. Im Süden der Altstadt gelangen wir in die 300 m lange, von Platanen gesäumte, Rue des Teinturiers – die „Straße der Färber“. Sie verläuft direkt neben dem Kanal der Sorgue und das Wasser plätschert über alte Wasserräder. Die großen Schaufelräder, wurden von den Färbereien bis zum Ende des 19. Jhdt. betrieben. Heute sind nur noch drei Theater, zwei Antiquariate, eine Galerie, eine Kapelle der Grauen Büßer und Restaurants zu finden und reges Leben herrscht erst in der Hochsaison. Der obligatorische Café crème am Marktplatz schließt den Rundgang durch die nette Stadt ab. Zurück zum Auto radeln wir noch ein Stück entlang der 4,5 Kilometer langen mittelalterlichen Stadtmauer, die mit 39 Türmen bewehrt ist. Sieben Tore mit Fallgittern und Zugbrücken bieten Zugang zur größten erhaltenen Altstadt Frankreichs. Nun geht die Fahrt weiter in das Lubéron-Gebirge, wo wir in Bonnieux einen netten Campingplatz finden. Leider werden die Wolken am Himmel ein wenig inkontinent und es beginnt zu nieseln - hoffen wir auf besseres Wetter morgen. - [13.05.09 - Carcassonne, Pont du Gard](https://www.bauer-seyr.at/suedfrankreich/13052009-carcassonne-pont-du-gard) - Nach zwölf Tagen Sonnenschein muss auch mal Regen sein – doch leider gerade in Carcassonne. Aber dafür wirkt die hoch oben auf dem Felsen thronende Festung noch mystischer als bei strahlendem Sonnenschein (zumindest reden wir uns das ein)! [Not a valid template]Es gibt eine schöne Legende, wie die Stadt zu ihrem Namen kam. Bei einer Belagerung hatte die Herrin der Burg, Madame Carcas die geniale Idee, das letzte Schwein zu mästen und es den Belagerern vor die Füße zu werfen. Es sollte vorgetäuscht werden, dass genügend Nahrung vorhanden sei. Entmutigt zogen die Truppen von Karl dem Großen wieder davon und die Dame Carcas ließ die Siegesglocken läuten: Carcas-sonne. Carcassonne-Cité war lange Zeit eine wichtige französische Grenzstadt zu Spanien. Dementsprechend massiv sind die Mauern der Stadt gebaut. Die Cité ist von zwei mehrtürmigen Mauerringen auf einer Länge von 3 km umgeben. Erst 1659 verliert Carcassonne seine strategische Bedeutung und damit beginnt der Verfall der so eindrucksvollen Wehranlage. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhundert werden großflächige Restaurierungsarbeiten durchgeführt und so ist die Stadt heute auch Teil des UNESCO Weltkulturerbes. Im Mittelalter lebten hier auf den 14 Hektar über 3.000 Menschen, heute sind es 229 ständig lebende Einwohner. Alle anderen leben außerhalb und arbeiten für den Tourismus. [Not a valid template]Schon der Aufstieg zur Festungsanlage ist beeindruckend, denn wir werden nicht wie andere Touristen mit dem Bus bis zum Haupttor gekarrt, sondern betreten Carcassonne durch ein kleines Nebentor. Weil es noch zeitig am Vormittag ist (09:00 ist noch keine Zeit in Frankreich), sind noch alle Geschäfte und auch das Château geschlossen. Außerdem schüttet es mittlerweile wie aus vollen Schaffeln. Einzig die Basilika Saint Nazaire, die 1096 geweiht wurde, ist bereits geöffnet. Im Laufe der Jahrhunderte wurden zahlreiche Veränderungen an dem Bauwerk vorgenommen. An der Außenfassade fallen uns die Unmengen an phantasievoll gestalteten Wasserspeiern auf, da durch den Regen diese nun auch wirklich „spucken“. Diese komischen Figuren erinnern uns regelrecht an den Film „Der Herr der Ringe“! Das schlichte rote Holztor hebt sich vom grauen Stein ab und selbst am heutigen Regentag zieht es die Aufmerksamkeit auf sich. Im Innenraum empfängt uns nur Dunkelheit, unsere Augen gewöhnen sich nur langsam an die schlechten Lichtverhältnisse. Der Altarraum wird bestimmt durch hohe bunte Glasfenster, durch die leider derzeit nur wenig Licht hereinfällt. Wie schön müsste der Innenraum erst bei strahlendem Sonnenschein wirken! Der Stil der Kirche ist sehr schlicht gehalten, an den Wänden finden wir kaum Dekoration. Wir verweilen eine Zeitlang im Inneren und hoffen auf das Ende des Regens, wenn wir wieder hinaus gehen. Doch unsere Gebete werden leider nicht erhört! [Not a valid template]Mittlerweile hat auch das Château Vicomtal geöffnet - daher be-schließen wir, wieder ins Trockene zu fliehen. Der Rundgang durch die Altstadt muss noch warten, bis es hoffentlich zu regnen aufhört. Wieder einmal mit deutsch-sprachigen Audioguides bewaff-net, erkunden wir das Château Raum für Raum, durch Gänge, über Treppen bis in alle Ecken. Der offizielle „Restaurateur“ der Wehranlage (Eugène Viollet-Le-Duc) nimmt uns mit auf die imaginäre Reise durch die Burg und erklärt anschaulich die Herausforderungen der Restaurierungsarbeiten. Auf den Wehrgängen, die die einzelnen Türme miteinander verbinden, eröffnen sich uns immer wieder eindrucksvolle Ausblicke auf Carcassonne und die Umgebung. [Not a valid template]Nach über 2 Stunden geben wir die Audioguides zurück und stürzen uns in das Getümmel der engen Gassen. Zwischenzeitlich scheinen eine Menge an Touristenbussen sich ihrer Ladung entledigt zu haben, denn es wuseln trotz anhaltendem Regen viele Gruppen von Japanern, Österreichern und anderen Nationalitäten herum. Besonders ins Auge sticht uns die russische Delegation, denn zwei ihrer „Girls“ sind in Hot Pants und Flip Flops unterwegs - ohne Regenschutz! Damit ihre Haare nicht allzu nass werden, versuchen sie zu zweit ihre Köpfe mit einem kleinen Fetzerl zu bedecken. Der Nächste marschiert neben uns mit einem Plastiksackerl auf dem Kopf vorbei und ebenfalls in kurzen Hosen und Schlapfn - vielleicht der Papa – würde gut dazu passen? Unsere Preisrecherchen für das heutige Mittagsmenü beginnen bei 45 Euro für drei Gänge. Schließlich kehren wir dann in ein uriges französisches Beisl ein, in dem wir uns bei typisch französischem Essen (Quiche Lorainne = Zwiebelkuchen und Cassoulet = Bohneneintopf mit Fleisch am Knochen) die Bäuche vollschlagen. Der gute Hauswein kommt aus dem 5 Liter Tetrapack (verschämt hinter der Theke eingeschenkt), die Nachspeisen (Mousse au Chocolat und Crème Flottante) werden aus der Supermarkt-Großpackung herausgestochen - von unserem Platz aus ist das alles bestens einsehbar. Aber was will man für 12 Euro anderes erwarten - Hauptsache es hat uns gut geschmeckt. Anfangs finden wir das alles noch lustig, aber als der Kellner dann Gäste aus dem Lokal weist, weil sie nichts essen möchten, ist es mit dem Spaß dann vorbei. Es sind nicht sehr viele Leute im Lokal und wenn der Koch grad mal nichts zu tun hat, dann kommt er mit dem Putzlappen in der Hand und beginnt die Regenspuren der Touristen an der Eingangstüre wegzuputzen. Jetzt ist es uns dann doch zu viel und wir bezahlen die Rechnung. Eigentlich hatten wir den ganzen Tag für Carcassonne eingeplant, aber da uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht, brechen wir gegen 14:30 wieder auf und nehmen die zwei Stunden Autoroute zurück in die Provence in Angriff. Während der Fahrt werden wir dann noch ganz besinnlich, da im Radio gerade WHAM’s topaktueller Schlager „Last Christmas“ gespielt wird - wahrscheinlich sind dem Moderator die hier herrschenden 15 Grad schon winterlich genug! Zwei Stunden später – wieder bei Sonne und 24 Grad - erreichen wir unser nächstes Ziel - Pont du Gard. Dieser Teil des 50 Kilometer langen Aquädukts, das für die Wasserversorgung des antiken Nîmes verantwortlich war, ist eines der besterhaltensten römischen Baudenkmäler Europas. Drei Arkadenreihen überspannen mit 35 Bögen in knapp 49 Metern Höhe das Flüsschen Gardon. Wenn man bedenkt, dass die bis zu sechs Tonnen schweren Steine ohne Beton zusammen gehalten werden, dann staunt man umso mehr! Um die erste Faszination zu verdauen, lassen wir uns auf einem Bankerl mit bestem Blick auf die Brücke nieder und lesen die Daten über das Meisterwerk nach. Dass die Franzosen ein kommunikatives Volk sind, haben wir mittlerweile schon mehrmals festgestellt. Während wir unsere Euphorie miteinander teilen, quatscht uns ein Opa, der neben uns sitzt, an. Er erzählt uns, dass er vom Pont so begeistert ist, dass er mit seiner Frau seit Jahren immer wieder hierher fährt. So konnte er mit den Jahren beobachten, wie die verschiedenen Wasserstände die Umgebung verändern und so die Brücke immer anders aussieht. Interessiert lauschen wir - mit Blick auf das Bauwerk - seinen Erzählungen. [Not a valid template] Danach fahren wir ein Stück näher an die Brücke heran. Wie kleine Kinder stehen wir überwältigt von der Größe und der architektonischen Leistung vor dem Bauwerk und bewundern es ausgiebig von allen Seiten. Wir können sogar die Brücke mit unseren Rädern befahren, denn 1743 wurde die untere Etage verbreitert, um sie als Brücke für Fuhrwerke nutzen zu können. Im Licht der Nachmittagssonne schimmern die Arkaden goldgelb und Unmengen von Menschen tummeln sich darauf herum. Wir beschließen, noch ein paar nächtliche Fotos von dem beleuchteten Bauwerk zu schießen und daher radeln wir um halb zehn nochmal zur Brücke. Einmalige Stimmung, wenn man ganz alleine im Dunklen davor steht. Kaum ein Laut ist zu hören, nur das leise Plätschern des Wassers. Übrigens, das einzigartige Monument wurde 1985 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. [Not a valid template] - [12.05.09 - Saintes Maries-de-la-Mer, Aigues Mortes](https://www.bauer-seyr.at/suedfrankreich/12052009-saintes-maries-de-la-mer-aigues-mortes) - Über dem Hafen von Saintes Maries-de-la-mer schweben in der Früh die Möwen, der Mistral bläst immer noch - zum Glück ist es aber nicht kalt. [Not a valid template]Deshalb marschieren wir zu Fuß zur Notre-Dame-de-la-Mer, der berühmten Wallfahrtskirche der drei Marien und der schwarzen Sarah. Das Gotteshaus wurde als Wehrkirche errichtet und sieht von außen auch wie eine Burg aus. Das Besondere an dieser Kirche ist, dass man bei der Besichtigung sogar auf das Dach steigen kann. Und so klammern wir uns windgepeitscht am Dachfirst fest und blicken weit hinaus in die Camargue. Als es dann darum geht, wieder zurück auf die Ebene zu kommen, hab ich dann aber ordentlich die Hosen voll. Die Höhenangst und der Wind machen mir derartig zu schaffen, dass ich beinahe nicht mehr hinunter klettern kann. Mit zittrigen Knien landen wir dann doch wieder gut auf der Straße. [Not a valid template]Das Innere der Kirche erschrickt uns zuerst durch seine Dunkelheit - einzig der Altarraum wird erhellt, da eine Gruppe von Wallfahrern gerade eine Messe feiert. Während sich die Gläubigen im vorderen Bereich der Kirche bei schönen mehrstimmigen Gesängen versammelt haben, erkunden wir den restlichen Kirchenraum. Die Reliquien der Marien werden in einer Ausbuchtung hoch über dem Altarraum aufbewahrt und nur für die alljährliche Zigeunerwallfahrt mittels eines komplizierten Seilzugs herunter gelassen. Alljährlich am 24. Und 25. Mai strömen die Roma und Sinti aus allen Teilen Europas zu Tausenden herbei, um ihre Schutzpatronin zu huldigen. Die Krypta der Kirche beherbergt die Figur der schwarzen Sarah, gekleidet in ein türkises Gewand (top aktuelle Trendfarbe). Die heilige Sarah war laut der Legende die Dienerin der Marien, als sie auf der Flucht an der französischen Küste an Land gingen. Da sie als dunkelhäutige Frau dargestellt wurde, haben sie die Zigeuner zu ihrer Schutzheiligen auserkoren. [Not a valid template]Die Camargue ist unter anderem auch bekannt für seine einmalige Vogelwelt. Daher liegt die Idee nahe, dem ornithologischen Park – Parc Ornithologique de Pont de Gau - einen Besuch abzustatten. In der Camargue gibt es über 400 Flugvogelarten. Nirgendwo sonst können die berühmten frei lebenden flamants roses (Rosaflamingos) so gut aus nächster Nähe beobachtet werden und an keinem Ort in Europa brüten sie so regelmäßig. Entlang eines 4 Kilometer langen Rundweges auf einem 60 Hektar großen Geländes können wir die vielen Flamingos, Störche, Möwen, Enten, Nutrias,… in ihrer natürlichen Umgebung fast hautnah beobachten. Wir nehmen uns viel Zeit und schlendern gemütlich entlang der Wege und Stege und zu sehen gibt es wirklich genug. Uns ziehen natürlich die Flamingos in ihren Bann, denn wie Models stehen sie im Wasser, drehen sich mal auf die eine Seite, dann wieder auf die andere. Einige stolzieren im Wasser herum, andere stehen ruhend auf einem Bein. Auch eine Auseinandersetzung zwischen drei Tieren können wir live miterleben. Da wird als Abschreckung ordentlich gekreischt! Wie ein Strich am Himmel wirken die Flamingos, wenn sie fliegen. Über unseren Köpfen herrscht reger „Flugverkehr“ und wir staunen über die Eleganz der Tiere. In diversen Beobachtungsstationen können wir unter anderen auch Schwärme von Reihern, Stelzenläufern, Möwen oder Seeschwalben beobachten. [Not a valid template]Nach einer kurzen Rast geht die Fahrt weiter nach Aigues Mortes - die Stadt Europas mit der besterhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer. Mächtige Wehrtürme und Mauern umfassen die Altstadt, die zum Herumschlendern einlädt. Und wären da nicht so viele Touristen unterwegs, man würde das Gefühl haben, dass gleich ein Ritter aus der nächsten Gasse kommt! Der 34 m hoch aufragende Tour de Constance wurde von 1242 bis 1254 erbaut und als Wohn- und Leuchtturm genutzt. Er diente zur Zeit der Hugenottenkriege im 17. Jhdt. als Gefängnis für Frauen. Die berühmteste Gefangene war Marie Durand, die als 15-jährige erst nach 38 Jahren begnadigt wurde. [Not a valid template]Unser erster Besuch gilt der kleinen von außen unscheinbaren Kirche Notre-Dame-des-Sablons. Im Inneren verzückt uns die Mischung zwischen Altem und Neuem, die hier sehr gut gelungen ist. Die Kirche besteht aus Stein mit einer niedrigen Holzdecke und enthält fast keine Verzierungen. Im Gegensatz dazu stehen die modernen bunt gestalteten Glasfenster, die sehr viel Licht in den Innenraum lassen. Einzig die Salatschüssel als Weihwasserkessel und die Plastiktischdecke am Altar stören das Ambiente. Gleich nebenan öffnet sich der Dorfplatz, dessen Mitte ein Standbild von Ludwig dem Heiligen ziert. Aus seinem Sockel ragen beidseitig Kreuzfahrerschiffe heraus. Wir lassen uns in einem der vielen Cafés nieder und genießen köstliches Eis. Außerdem verschicken wir hier kostenlos einen Teil unserer Internet-Reiseberichte, da wir endlich wieder ein freies W-LAN in Reichweite des Handys anzapfen können (nicht verraten!) Das war’s für heute mit den Besichtigungen, denn nun steht die lange Fahrtstrecke nach Carcassonne an. Diese tolle mittelalterliche Stadt liegt zwar weit abseits unserer restlichen Route, wurde uns aber sehr empfohlen und daher nehmen wir die zwei Stunden Fahrt auf uns. Wir erreichen einen Parkplatz auf einer Anhöhe knapp außerhalb der Cité, auf dem wir heute Nacht „wild“ campieren möchten. Während wir den grandiosen Ausblick auf die Wehrmauern bei untergehender Sonne genießen, herrscht leider reges Treiben auf dem Parkplatz. Nachdem das gleiche Auto nun schon zum vierten Mal „vorbeischaut“ und eine dunkle Gestalt unser Auto umkreist, wird uns etwas mulmig und wir beschließen, doch lieber einen Campingplatz aufzusuchen. Da dieser aber bei unserer Ankunft leider schon seine Pforten geschlossen hat, „campen“ wir auf dem Parkplatz vor der Einfahrt. [Not a valid template] - [11.05.09 - Les Baux-de-Provence, Glanum und Arles](https://www.bauer-seyr.at/suedfrankreich/11052009-les-baux-de-provence-glanum-und-arles) - Es ist ein wunderschöner, sonniger Tag und wir fahren durch die Pampas nach Les Baux-de-Provence. Prächtige Baumalleen säumen den Wegesrand, dazwischen immer wieder rot blühender Mohn. Der Ort scheint regelrecht auf den Felsen geklebt worden zu sein - so erscheint es uns zumindest beim Schlendern durch die engen Gassen. Hauptattraktion sind jedoch die Ruinen des Châteaus, deren Erkundung wir mit deutschsprachigen Audioguides ausgestattet in Angriff nehmen. Wir kommen aber nicht weit, denn gleich neben dem Eingang beginnen zwei mittelalterlich gekleidete Junker mit der Vorführung von hölzernen Katapulten. Von der kleinen Ein-Mann Steinschleuder bis hin zum Riesenkatapult, für das 6 „Freiwillige" aus dem Publikum zum Spannen der Schleudervorrichtung notwendig sind - es fliegen nur so die Steine (bzw. Riesenwasserbomben) durch die Gegend. Den Rest der Besichtigung bestreiten wir wieder in Eigenregie und klettern wie die Gämsen auf dem steinigen Gelände herum. Von dem weitläufigen Burggelände hat man einen phantastischen Ausblick auf das umgebende Kalksteinmassiv und die Weinberge und Olivenhaine. Angeblich wird hier das beste Olivenöl hergestellt (die Oliven werden in Fenchelsud tagelang eingeweicht) - wir können hierzu kein Urteil abgeben, haben das Öl leider nicht gekostet. Am Nachmittag führt die Reise weiter nach Glanum, der interessanten Ausgrabungsstätte eines griechisch-römischen Heilbads. Zuvor bestaunen wir noch das gut erhaltene Mausoleum und den Triumphbogen, die direkt neben der Straße aufragen. Die alten Bauten von Glanum werden durch ausführliche Erklärungen und guten Skizzen für den Besucher sehr anschaulich dargestellt, sodass wir stundenlang in die alte Welt der Römer und Griechen abtauchen. In Arles finden wir nahe der Altstadt intuitiv den besten Parkplatz, der auch noch für Campervans geeignet ist. Durch die kleine Gasse, die uns ins Zentrum führt, sieht man schon von weitem das berühmte antike Amphitheater mit seinen vier Wehrtürmen, die es so unverwechselbar machen. Die hohen Eintrittsgebühren entrichten wir gerne, da die Renovierungsarbeiten schon sehr weit gediehen sind. Vom Wehrturm aus haben wir einen grandiosen Ausblick auf das rote Dächermeer der Altstadt, einzig der Weg zum Turm war aufgrund von Umbauarbeiten für die kommenden Corrida-Veranstaltungen wie das reinste Labyrinth. Unmittelbar an das Amphitheater grenzt das antike römische Theater an, das zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Auch hier werden im Bühnenbereich Aufbauarbeiten für die nächsten Vorstellungen durchgeführt. Laut Informationen des Leiters einer österreichischen Reisegruppe, bei dem wir mit lauschen, gab es in der Antike eine festgelegte Sitzordnung - je höhergestellt der Bürger war umso weiter vorne durfte er Platz nehmen (wir sitzen natürlich in der ersten Reihe). Zwei Gassen weiter öffnet sich ein großer quadratischer Platz, auf dessen Seiten sich das Rathaus und die Kathedrale befinden. Die Kirche ist ein schlichter Steinbau, der einen sehr hohen Innenraum aufweist. Die Wände werden durch bunte Glasfenster unterbrochen. Um für Morgen gleich einen Vorsprung zu haben, beschließen wir, gleich in die Camargue weiterzufahren. Auf der Fahrt nach Saintes Maries-de-la-mer sehen wir bereits erste weiße Pferde, schwarze Stiere und rosa Flamingos in den Feuchtgebieten seitlich der Straße. Am Campingplatz empfängt uns der gefürchtete Mistral-Wind mit voller Wucht - hoffentlich wir er nicht noch stärker, sonst holt er unsere frisch gewaschene Wäsche von der Leine! - [10.05.09 - Marseille, Aix-en-Provence](https://www.bauer-seyr.at/suedfrankreich/10052009-marseille-aix-en-provence) - Einen Fehler muss man im Urlaub immer begehen - unserer nennt sich Marseille. Am Vorabend haben wir sogar schon überlegt, Marseille einfach auszulassen und uns dann dagegen enschieden. Schließlich ist sie ja die zweitgrößte Stadt Frankreichs. Der einzige Vorteil war, dass sonntags nicht viel Verkehr herrscht und wir im Zentrum relativ schnell einen Parkplatz finden. Aber schon beim Aussteigen landen wir fast in der Hundekacke, die uns in der ganzen Stadt unangenehm auffällt (Wien is a Lerchalschaß dagegen). Ein Wunder, dass wir ohne Verschmutzung unseres Schuhwerks diesen Tag überstehen. Unser erstes Ziel ist das Palais Longchamps, das gleich um die Ecke zu unserem Parkplatz liegt. Der gewaltige Bau ist etwas renovierungsbedürftig, beeindruckt aber durch seine großen Wasserfontainen, die aus einem Brunnen mit 4 Stieren in die Tiefe stürzen. Über Unmengen von Treppen gelangen wir hinauf zu dem halbkreisförmigen Rundgang, an dessen Enden heute das kunsthistorische und das naturhistorischen Museum untergebracht sind. Der dahinterliegende kleine Park ist schmucklos, wird aber von vielen Freizeitjoggern genutzt. Eine Runde dauert etwa 2 Minuten, die Läuferin mit dem rosa Laibchen überholt in der dritten Runde die vor ihr liegenden Dame im hellblauen Trikot Das obligatorische Ringelspiel für die Kinder darf hier natürlich auch nicht fehlen. Wir nehmen die Métro in den alten Hafen - der leider überhaupt kein Flair besitzt, da er im 2. Weltkrieg stark in Mitleidenschaft gezogen wurde und heute daher fast keine historischen Bauten mehr vorhanden sind. Wir nehmen daher gleich den beschwerlichen halbstündigen Aufstieg zur Notre Dame de la Garde in Angriff, die bekannte Wallfahrtskirche. Die Basilika versöhnt uns etwas mit Marseille. Von aussen wirkt der Bau beeindruckend und wuchtig, der Innenraum selbst wirkt aber eher klein. Durch die vielen goldenen Mosaike ist der Raum sehr hell und zeigt Stil. In der Mitte des Altarraums steht die bekannte schwarze Maria mit dem Jesuskind am Arm. Die Wände zu beiden Seiten werden durch Bilder mit Schiffsszenen geschmückt, die an die Errettung von in Seenot geratenden Seeleuten erinnern - unterhalb sind Votiftafel mit Danksagungen angebracht. Das waren die beiden Highligts von Marseille - nix wie raus... Über die Autoroute ist es nur ein Rutscher in die für die Franzosen lebenswerteste Stadt - Aix-en-Provence. Gleich bei den ersten Schritten in die Altstadt hinein fällt uns auf, dass alle Hausfronten in den verschiedensten Gelbtönen gehalten sind, mit grauen Fensterläden und schönen schmiedeeisenen französischen Balkonen. Nach den engen Gassen öffnet sich ganz unvermittelt die Prachtmeile der Cours Mirabeau. In der Fußgängerzone wird heute ein Flohmarkt abgehalten, in dem durchgehend sehr edle Dinge angeboten werden (Bilder, Schränke, Bücher, Porzellan,...). Der Wind frischt auf und es beginnt leicht zu regnen - also ziehen wir uns in ein überdachtes Café zurück. Nach 5 Minuten ist der Spuk zum Glück vorbei und wir können unseren Café Gourmand genießen (kleiner Schwarter mit selbst gemachten Biskotten, schwarzem Schokoküchlein und Straciadella-Eis - lecker, lecker, will mehr davon!!!). Selbst das Rudel ärgster Österreicher, die sich am Nebentisch niederlassen, kann uns jetzt nicht mehr aus der Ruhe bringen (Bestellung wird aufgegeben - der zweiten Kellnerin, die etwas später vorbei kommt, wird hingeworfen: Mia ham eh scho) Die Stadt ist bekannt durch seine über 40 Brunnen. Auf der Suche danach schlendern wir durch die verschiedenen Altstadtteile. Und die Häuserfronten sind immer noch gelb! Schließlich müssen wir diese schöne Stadt doch noch verlassen - und die Sonne bricht durch die Wolken. Nicht weit von Arles - eines unserer morgigen Ziele - entfernt, finden wir einen Campingplatz in der Einöde, bei dem wir das Gefühl haben, die einzigen Tagesgäste zu sein. - [09.05.09 - St. Tropez, Cassis](https://www.bauer-seyr.at/suedfrankreich/09052009-st-tropez-cassis) - Die nette Dame an der Rezeption warnt uns davor, mit dem Auto ins Zentrum von St. Tropez zu fahren, da heute Markttag ist. Wir beherzigen ihren Rat und parken zirka 3 Kilometer vor dem Ortsbeginn, um die restliche Strecke mit den Rädern zu bewältigen. Der Verkehr leitet uns direkt ins alte Hafenbecken und schon stecken wir mitten im Geschehen fest. Die Harley-Fahrer von gestern sind auch schon alle hier und eine Maschine schöner als die andere parkt am Quai. Natürlich präsentieren die stolzen Besitzer ihre Prachtdinger auch gerne den Interessierten und so manch einer legt einen Burn-Out seines Hinterreifens hin. Irgendwann fällt der Blick unweigerlich auf die teuren Jachten, die hier im Hafen vor Anker liegen. Die Reichen und Schönen (sind weniger schön als reich) lassen sich von ihren Bediensten „umwuseln". Hier wird nirgends selbst Hand angelegt, für alles hat mein einen „Boy". So zählen wir auf einer Jacht mindestens 10 Angestellte , die nur dazu da sind, das Boot zu putzen, das Auto des Chefs vorzufahren, das Essen zu servieren, die Taschen zu tragen, die lebendigen Puppen (Kleinkinder) zu hüten,... die Lady mit der Dolce Gabbana Brille und der Louis Vuitton Tasche stolziert von Bug zum Heck und zeigt sich den gaffenden Massen. Nach dem Bestaunen der Maßarbeit des Kapitäns und seiner Crew beim Ablegemanöver aus den dicht an dicht liegendenen Jachten schlendern wir in die Altstadt von St. Tropez und bestaunen die Speisekarten der vielen kleinen Restaurants. Vielmehr bestaunen wir die Preise! Zwischen den vielen Cafés und Restaurants haben sich auch einige Immobilienmakler einquartiert - und über diese Preise staunen wir erst recht (30 m2 für € 1,4 Millionen). Gegen Mittag erreichen wir dann den Markt am großen Platz. Hier dominiert der typische „Schrott" für die Touristen - von Brillen angefangen über bedruckte T-Shirts bis hin zu den klassischen Tischdecken mit Olivenmotiven. Der einzige gute Stand, den wir finden, ist der Bäcker, bei dem wir uns mit einem gefüllten Baguette versorgen. Mit dem Mittagsessen in der Hand verziehen wir uns auf deine naheliegende Bank und beobachten fasziniert die vorbeiflanierenden Menschenmassen. Die Schlange vor dem Bankomat unmittelbar neben uns wir immer länger - man spürt die Wirtschaftskrise so richtig... Ausser Abgase (von Harlys und Jachten) und teuren Preisen hat St. Tropez nicht viel zu bieten - aber man muss es gesehen haben, um es wirklich zu begreifen. Wir schwingen uns auf unsere Maschinen - äh... Drahteseln - und kämpfen uns gegen den Wind bis zu unserem Auto zurück. Weiter geht die Fahrt ins Landesinnere durch ein Weinanbaugebiet. Die Fahrtbahn zieht sich schnurgerade durch die Ebene, bis wir die nächsten Miniberge erreichen. Dort zieht sich die Straße dann in Serpentinen hinauf, von Straßenbankett oder gar Absturzsicherung hat man hier noch nie etwas gehört. Hyéres und Toulon lassen wir links liegen und brausen auf der Autobahn direkt bis Cassis. Die Autobahn ist gesäumt von blühendem Ginster und roten Mohnblumen. Gegen 16:00 Uhr erreichen wir Cassis und checken gleich auf dem einzigen Campingplatz der Gegend - hoch über dem Meer - ein. Radl auspacken, aufsitzen und ab den Berg hinunter zum Hafen. Das Flair hier ist ganz anders als in St. Tropez und nimmt uns gleich gefangen. Die Leute sind viel ausgeglichener, die Häuser weniger herausgeputzt, alles viel stimmiger. Der Hafen selbst wird von der auf einer Anhöhe thronenden Burg dominiert, die im Besitz der Familie Michelin ist. Zu deren Füßen erstehen wir Tickets für die letzte Bootsfahrt des Tages hinaus zu den berühmten Calanques. Dies sind Einschnitte in das Kalksteinmassiv, die kleine Buchten ausgeformt haben. Die Bootsfahrt zur ersten Calanque bringt uns hinaus in die stürmische See und das kleine Boot springt von Welle zu Welle. Jede einzelne Bucht bietet ihren eigenen Reiz und der Kontrast zwischen dem weissen Kalkstein und dem türkisblauen Meer ist einfach atemberaubend. Bei den letzten Buchten wird das Massiv schon sehr hoch und bietet Kletterfreaks hervorragende Bedingungen - so sehen wir einige an für uns vollkommen unerklärlichen Stellen herumhängen. Nach einer Stunde laufen wir wieder wohlbehalten und salzverkrustet in den Hafen ein. Der Weg zurück zum Campingplatz ist beschwerlich, da wir einen leeren Magen haben und die ganze Strecke unsere Räder steil bergauf schieben. Dafür schmecken die aufgewärmten Gnocchi mit Salat umso besser. - [08.05.09 - Fréjus und Port Grimaud](https://www.bauer-seyr.at/suedfrankreich/08052009-frejus-und-port-grimaud) - Auf dem Gratisstadtplan, den wir von der netten Rezeptionisten des Campingplatzes erhalten, ist ein Parkplatz extra für Campervans in der Nähe des historischen Zentrums von Fréjus eingezeichnet. Daher nutzen wir auch sofort dieses touristische Angebot und parken dort mit 6 weiteren „Brummis". Die Räder sind schnell ausgepackt und schon schwingen wir uns ins Getümmel. Die Straße führt uns über die hier sehr beliebten Kreisverkehre in nur 10 Minuten ins Stadtinnere zu unserem ersten Ziel, dem römischen Amphitheater. Leider können wir nur in einiger Entfernung rund herum gehen und durch die Absperrung schauen, da - trotz angegebener Öffnungszeit - das Kassenhäuschen geschlossen ist. Daher radeln wir weiter auf den Spuren der alten Römer, die Fréjus zu einem mächtigen Hafenzentrum ausbauten. So kommen wir an des Portes des Gaules vorbei - den Überresten einer Römerstraße und eines Stadttors. Auf der Suche nach den nächsten Sehenswürdigkeiten versuchen wir durch Blick auf den Stadtplan die weitere Marschrichtung festzulegen, da schleift ein Auto mit einer Oma am Steuer mitten auf der Kreuzung vor uns ein und fragt, ob sie uns helfen kann. Wir wollen eigentlich nur den Weg zu den nächsten römischen Überresten wissen, da springt sie schon aus dem Auto, schnappt sich unseren Plan und fängt wie wild zum erklären an - natürlich auf Französisch. Auf die Frage, ob wir Holländer seinen, erklärt Sabine ihr, dass wir aus Österreich sind und ihr Schulfranzöisch auch schon wieder mehr als 2 Jahrzehnte zurückliegt. Oma lobt sie aber, weil sie sogar zwischen den verschiedenen Zeiten unterscheidet und bietet sich als Touristenführerin an. Schon springt sie in ihr Auto und winkt uns, dass wir ihr auf unseren Rädern folgen sollen - sie führt uns direkt zum römischen Theater. Wir wollen ihr schon dankend auf Wiedersehen winken, da deutet sie: Weiter, weiter ... Wir also wieder auf unsere Räder und strampeln ihr bergauf so schnell wie möglich nach - wir sind ein rollendes Hinderniss für die anderen Straßenteilnehmer. So aber werden wir den ganzen Weg bis zum Aquädukt gelotst und erhalten auch noch einen kurzen historischen Abriss der wichtigsten neueren zeitgeschichtlichen Ereignisse - vor 50 Jahren konnte ein Staudamm nach mächtigen Regenfällen nicht mehr Stand halten und barst. Die alles verheerenden Wassermassen stürzten zu Tal und begruben einen weiten Teile des historischen Fréjus unter Schlamm- sogar ein ganzer Zug wurde über 200 Meter weit „weggeschwemmt". Die alten röm ischen Aquädukte jedoch wiederstanden der Wasserflut unbeschadet. Wir verabschieden uns endgültig von Omi und radeln noch weitern bis zur Villa Aurélinne - auch hier ist wieder alles zugesperrt. Erst viel später fällt uns eine mögliche Erklärung ein: 8.5. - Feiertag in Frankreich! Wir brausen zurück in die Altstadt und besichtigen die Kathedrale und das Bapisterium. Der Kricheninnenraum besteht eigentlich aus zwei voneinander unabhängigen Kirchenräumen, die jeweils einem anderen Schutzheiligen gewidment sind. Das modern wirkende Hauptschiff ist Maria gewidmet, während das Seitenschiff mit den Zusatzaltären dem Saint-Etienne geweiht ist. Die Akustik der Kirche ist gewaltig - Wolfgangs Niesanfall klingt wie mit Lautsprechern verstärkt. Das Bapisterium stammt aus dem 5 Jhdt. und ist einer der ältesten erhaltenen Sakralbauten Frankreichs - leider nur durch eine Glasabsperrung einsehbar. Da die Kathedrale direkt am Marktplatz gelegen ist und Hunger sich bemerkbar macht, beschließen wir in einem der umliegenden Restaurants einzukehren. Das Menü schmeckt ausgezeichnet - die Jagd nach der Taube, die sich in den durch ein Zelt überdachten Gastraum verirrt hat, gestaltet das Mittagessen abwechslungsreich. Den täglichen café au lait genehmigen wir uns gleich hier - erst mit viel Milch wird dieser bittere Sud erst wirklich genießbar (zum Glück bekommen wir den Kaffee gleich in einem bouillontassengroßen Häferl serviert). Vollgestopft bis oben hin flanieren wir danach gemütlich über den kleinen Flohmarkt. Danach geht's wieder zurück zum Capervan. Auf Umwegen erreichen wir Port Grimaud, da die Polizei Saint Maxime großräumig abgesperrt hat. Schon von weitem kommen uns immer wieder Horden von schweren Maschinen entgegen, denn bei Port Grimaud findet gerade ein Harley Davidson Treffen statt. Der Ort selbst ist ein Kleinvenedig aus der Retorte, eine pastellfarbene Lagunenstadt mit rund 2.000 Häusern, 5 Kilomentern künstlichen Kanälen und kess gespannten Brücken, wo Wohlhabende ihre Jachten am liebsten vor der eigenen Haustüre vertauen. Im Zentrum findet ein kleiner Kunsthandwerksmarkt statt - ringsum laden Geschäfte und Restaurants die vielen Tagesbesucher zum Verweilen ein. Menschenmassen wälzen sich durch die Gassen und Kanäle. Wir entfliehen dem Trubel für kurze Zeit in die Dorfkirche mit ihrem quadratischen Turm und schmunzeln über den Sarkophag, in dem der Architekt dieses Wunderlands begraben liegt. Auf dem Weg zurück schauen wir noch kurz beim einheimischen Maklerbüro die aktuellen Immobilienangebote durch - aber 1,5 Mio. für 90 m2 haben wir leider gerade nicht im Börserl eingesteckt. In Ramatuelle - 7 Kilometer ausserhalb von Saint Tropez - finden wir mitten im Grünen einen schnuckeligen Campingplatz. - [07.05.09 - Auribeau-sur-Siagne, La Napoule, Massive de Estérel](https://www.bauer-seyr.at/suedfrankreich/07052009-auribeau-sur-siagne-la-napoule-massive-de-esterel) - Die Fahrt durch Grasse verläuft aufgrund des Berufsverkehrs etwas zäh - danach werden wir durch die Schönheit der Landschaft belohnt. Blühender Mohn zu beiden Seiten, dazwischen das helle Schimmern der Blätter der Olivenbäume, Rosen ... Auribeau-sur-Siagne ist schnell erreicht und wir parken sogar auf einem öffentlichen Parkplatz - oh Wunder. Der Parkplatz ist eingesäumt von meterhohen Oleanderhecken - der Neid frisst uns, wenn wir an die zurückgeschnittene mickrige Staude zu Hause denken. Es scheint, als ob das ganze Dorf noch schläft, denn auf den Straßen sind ausser den Straßenfegern keine Menschen zu sehen. Oben bei der Kirche angekommen, bewacht ein kleiner Zerberus (schwarzer Pudel der Mesnerin) laut kläffend den Eingang. Die Kirche ist von aussen unscheinbar, wirkt aber im Inneren sehr hell durch ihren weissen Altar und unterscheidet sich im großen und ganzen nicht viel von anderen Kirchen hier im Süden Frankreichs. Im Anschluss schlendern wir noch einige Zeit durch die Gassen, die geschmückt sind mit bepflanzten Töpfen. Fast an jeder Hausmauer wuchert der Jasmin oder hohe Rosmarinhecken. Während des Spaziergangs werden wir immer wieder von schmusebedürftigen Katzen aufgehalten, die sich von uns ausgiebig kraulen lassen. Bald erreichen wir wieder die Küste bei La Napoule und schlendern gemütlich durch den kleinen Markt hinunter zum Strand. Direkt am Strandende ragt eine Burg bis ans Wasser. Davor ankern Jachten aller Größen und Preisklassen in der kleinen Marina. Ab hier fahren wir die berühmte Küstenstraße des Estérel mit ihren rot leuchtenden Felsen entlang. Das türkis blaue Meerwasser bildet einen guten Kontrast zu den Küstenhängen. Fotomotive über Fotomotive - daher kommen wir nur langsam voran. An den Hängen klammern sich rießige Villen mit noch größeren Pools fest. Hier konnten sich die diversen Architekten an seltsamen Häuservariationen austoben. Bei Agay lümmeln wir zur Mittagszeit an der Strandpromenade herum und lassen uns von der angenehmen Sonne wärmen. Danach brechen wir in das Hinterland der Küste - das Estérel Gebirge - auf. Die 12 Kilometer lange und wildromantische Bergstraße ist gesäumt von blühendem Lavendel. Je höher wir hinaufkommen, umso mehr gelb blühender Gingster gesellt sich dazu. Wir lassen unser Auto auf einem Parkplatz stehen und wandern auf den Gipfel des Pic de l'Ours (493 m) hinauf. Unser Aufstieg führt uns über Geröllfelder und dichten, niedrig wachsenden Nadelwald hindurch. Von oben haben wir eine Rundumsicht auf die besiedlete Küstenregionen und auch auf das gebirgige Hinterland. Nach 2 Stunden kommen wir verschwitzt zurück zum Auto und suchen schnell einen Campingplatz bei Fréjus, um uns wieder zu erfrischen. - [06.05.09 - Tourrettes-sur-Loup, Gorges du Loup und Grasse](https://www.bauer-seyr.at/suedfrankreich/06052009-tourrettes-sur-loup-gorges-du-loup-und-grasse) - Da wir bei der gestrigen Suche nach einem Stellplatz bereits durch Tourrettes-sur-Loup gefahren sind, kennen wir die beschränkten Parkmöglichkeiten für Campervans vor ort bereits aus erster Hand. Also spielen wir wieder Bus - zum Glück sind in der Vorsaison noch wenige Reisegruppen unterwegs. Im Ortszentrum nimmt uns sofort das (tägliche) Markttreiben gefangen. Rund um den Kirchenplatz und das Ortszentrum bieten viele Händler ihre Waren feil - von Käse über Früchte und Antipasti bis hin zu Keramik, Seife und Klamotten gibt es hier alles zu kaufen. Dem herrlichen Duft von Käse und Antipasti können wir gerade noch wiederstehen, aber die tollen Angebote bei Essig und Öl lassen uns schwach werden. Natürlich führt uns unser Besuch auch in die Dorfkirche, die sehr dunkel und einfach wirkt. Die kleinen Fenster lassen nicht viel Licht in den Raum strömen, sodass eine düstere Stimmung vorherrscht. Plötzlich geht die Kirchentüre auf, eine Omi kommt herein und drückt den Lichtschalter - schon erstrahlt der Raum in einer vollkommen anderen Atmosphere. Jetzt werden Details sichtbar, die vorher verborgen lagen. Einzig beim Eingang stört ein Detail: Bei uns daheim stehen Zwerge in der Grottenbahn, hier wurde Maria in eine kitschige Grotte gestellt. Wir lassen die Kirche und das Marktgetümmel hinter uns und schlendern durch die Gassen der Altstadt. Auch hier haben sich in den unteren Etagen der hohen Steinhäuser die Kunsthandwerker eingenistet - aber im Gegensatz zu manch anderer Stadt beeinflussen sie das Erscheinungsbild der Altstadt nicht negativ. Im Gegensatz zu Èze haben wir hier das Gefühl, dass die Stadt auch wirklich bewohnt wird. In den engen Gassen schmücken viele Blumentöpfe die kleinen Nischen, Katzen schleichen herum und manch ein Bewohner verschwindet hinter einer Eingangstür. Der Mittagshunger macht sich bemerktbar - daher führt uns die Nase zurück auf den Marktplatz zu einem Socca-Verkäufer. Socca ist eine Spezialität dieser Region und wird aus Maismehl, Wasser und viel Olivenöl hergestellt. Der Brei wird im Holzofen zu einer Flade gebacken und auf Wunsch mit Salz und Pfeffer gewürzt. Schmeckt sehr lecker, aber unsere Mägen schreien danach nach einem Schnaps. Weiter geht die Fahrt in die Gorge du Loup, ein schmales Tal hinauf. Nachdem die Straße immer enger wird, lässt uns unser Bauchgefühl diesmal rechtzeitig in einer größeren Ausbuchtung neben der Straße parken. Schnell sind unsere Fahrräder ausgepackt und schon radeln wir die Bergstraße hinauf - zumindest das erste Drittel, dann wird geschoben. Der finstere Tunnel, den wir durchwandern müssen, kühlt uns etwas ab - und schneller als erwartet erreichen wir den sehenswerten Wasserfall, der sich hier direkt neben der Straße in die Tiefe stürzt. Der Wind zerstäubt das herabfallende Wasser wie ein Parfum. Apropos Parfum - der nächste Stopp ist Grasse - das Mekka der Parfumindustrie. Auch hier schwingen wir uns wieder auf die Räder und legend die letzten Kilometer strampelnd zurück. Als erstes Ziel haben wir das Internationale Parfummuseum ins Visier genommen. Ein Audioguide informiert uns in den vielen Räumen über die Kultur und Herstellung der teuren Duftwässerchen. So viel Kultur macht müde - darum ruhen wir unsere Knochen wieder einmal bei einem café au lait aus. Dazu gibt es diesmal eine süsse französchische Spezialität: Gauffre (Waffel mit Schlagobers und flüssiger Schokolade). Natürlich lassen wir uns auch hier die Altstadt nicht entgehen und schieben unsere Räder durch das verwirrende Gassenlabyrinth. Am Ende erreichen wir den Place aux aires, der von einen schönen Brunnen und einer prächtigen Platanenallee dominiert wird. In der angenehmen Abendsonne sitzend lassen wir den Tag gemütlich ausklingen. - [05.05.09 - St.-Paul-de-Vence, Vence](https://www.bauer-seyr.at/suedfrankreich/05052009-st-paul-de-vence-vence) - Unsere mitgebrachten Vorräte gehen langsam zur Neige. Daher beschließen wir, uns am Vormittag einen Supermarkt zu suchen. Den wir auch prompt finden - ein rießiger Einkaufstempel mit Unmengen vorgelagerten Parkplätzen. Aber für Autos über 2,2 Meter nicht geeignet. Vor jeder Zufahrt hängt ein Schranken für die Höhenmessung, der Campervans aussperrt. Also kurven wir wie Aussätzige in der näheren Umgebung herum. Die negative Einstellung der Franzosen gegen uns Mobilhaus-Touristen verflüchend, wollen wir schon aufgeben - da wird direkt neben einer Einfahrt eine größere Lücke frei. Nach dem Auffüllen des Kühlschranks geht die Fahrt weiter nach St.-Paul-de-Vence, das im Reiseführer als Bilderbuchdorf angeführt wird. Diesmal gibt es endlich eine Parkplatz, der auch für größere Autos geeignet ist - und nur 300 Meter unterhalb der Altstadt. Auf dem Weg dorthin eröffnenen sich bereits wunderschöne Fotomotive auf die Steinhäuser und die umgebende Stadtmauer - und alles ist in eine Orangenblüten-Duftwolke eingehüllt. Schon nach wenigen Schritten befinden wir uns in mitten von Touristen, die alle durch die engen Gassen der Stadt schlendern. Alle Wege sind mit Kieselsteinen geplastert, die in Blumenornamentik verlegt wurden. Auch in dieser Stadt buhlen viele Kunsthändler um die Gunst der Touristen - zum Teil mit sehr ausgefallenen und kreativen Ideen. Auf dem Weg Richtung Aussichtsterasse verspeisten wir am Brunnenplatz unser Mittagessen und amüsieren uns wie immer über die "Japanerfotos" und das tolle hochhackige Schuhwerk so mancher "schönen" Frau. Dunkle Wolken und eine kühle Brise ziehen am frühen Nachmittag auf. Wir sind trotzdem guter Dinge und lassen uns unseren täglichen café au lait nicht verdrießen. Auch in Vence gibt es keine Parkplatz für Vans. Daher spielen wir diesmal Omnibus und parken auf einem Busparkplatz. Ganz gut ist uns nicht dabei - aber wir haben nicht vor, lange hier zu bleiben. Denn das einzig Besichtigungswerte ist die Chapelle Matisse, eine Kapelle, die von dem berühmten Impressionisten Henri Matisse entworfen wurde. Die Kapelle st Auf dem Rückweg überqueren wir noch den Stadtplatz, der uns durch die hohen schlanken Häuser ein wenig an Amsterdam erinnnert. Die tägliche Suche nach einem Stellplatz gestaltet sich sehr schwierig, da wir die beiden im Reiseführer erwähnten Plätze nicht finden. Also beschließen wir, den nächstbesten Campingplatz aufzusuchen, der zu unserer Freude wildromatisch gelegen ist. - [03.05.09 - Gorbio, La Turbie und Roquebrune](https://www.bauer-seyr.at/suedfrankreich/03052009-gorbio-la-turbie-und-roquebrune) - Wir stehen spät auf und gegen 10:00 brechen wir bei strahlend schönem Wetter auf. Während der Fahrt können wir die wunderschöne Landschaft genießen, die in verschiedenen Grüntönen leuchtet, unterbrochen durch roten Klatschmohn, gelben Ginster und violetten Judasbäumen. [Not a valid template]Eine schmale Serpentinenstraße führt in das verträumte Örtchen Gorbio. Bei jeder Felswand, die sich dem Außenspiegel nähert, sprudeln Stoßgebete aus mir heraus – die scheinbar auch erhört werden, da wir ohne Schramme am Parkplatz ankommen. Dieser liegt oberhalb des Ortes und von dort hat man einen schönen Blick auf eine riesengroße Ulme, die 1713 auf dem Dorfplatz gepflanzt wurde. Der Ort zieht uns schnell in seinen Bann, besonders durch seine mittelalterlichen Arkaden. Die Häuser ragen 3-stöckig über uns empor und werfen ihren Schatten in die engen Gassen. Die kleinen Treppen und Vorplatzerl sind liebevoll mit Blumen und Töpfen dekoriert. Wir fühlen uns ein wenig in die Ritterzeit zurück versetzt. Zwischen den vielen Steinhäusern finden wir die kleine einfache Dorfkirche, die sehr gut erhalten ist. Ihr Turm wird geschmückt von bunten Schindeln, die einen schönen Kontrast zum vielen Stein bieten. Auch die bunten Fahnen, die das Rathaus flankieren, heben sich vom vielen Grau ab. Auf dem kleinen Platzerl davor befindet sich ein schöner Brunnen. Immer wieder bieten sich auch gute Ausblicke auf die umliegenden Berghänge. Wir schlendern auf Kieselsteinpflaster durch das Gassenlabyrinth, das von Jasminduft durchzogen wird. Ganz unerwartet erreichen wir einen kleinen Park mit Olivenbäumen, darunter gemütliche grün gestrichene Bänke. Hier verweilen wir ein wenig und lassen uns von dem leichten Lüftchen umwehen. Die Ruhe wird kurz von zwei Jungs gestört, die mit einem giftgrünen Laubfrosch spielen, den sie uns auch prompt verkaufen wollen – schließlich kaufen Touristen ja eh alles. Weiter geht die Bergfahrt Richtung Roquebrune - Susi zeigt uns ja bekanntlich immer den schnellsten Weg. Dieser entpuppt sich aber als etwas breiterer Eselspfad, sodass wir nach zirka 3 Kilometern die Hosen voll haben und umkehren. Aber links geht’s den Berg steil runter, rechts geht die Felswand vertikal nach oben – und dazwischen stecken wir mit unserem breiten Campervan. Zu allem Verdruss ist die Straße auch nicht im besten Zustand. Wir manövrieren unser Gefährt im Schritttempo den Weg verkehrt zurück, bis wir zum Glück eine Wendemöglichkeit finden. Daher fahren wir wieder dieselbe Strecke, die wir morgens gekommen sind, zurück nach Menton und biegen von dort nach La Turbie. Auch hier sind die Parkmöglichkeiten hoffnungslos überfüllt und wir können mit unserem riesigen Gefährt nirgends stehen bleiben. Daher parken wir unser Auto außerhalb bei einer Baustelle, packen die Räder aus und strampeln den Berg zurück hinauf. Die Stadt liegt auf der Via Aurelia, der damaligen Handelsstraße, die nach Westen führte. Sie wurde mit Steinen aufgebaut, die größtenteils vom Tropaeum Alpium, einem römischen Siegesdenkmal, stammen. Von der Aussichtsplattform unterhalb der berühmten römischen Siegestrophäe haben wir einen wunderbaren Ausblick auf Monaco und Monte Carlo. Der Zugang zum gigantischen Monument (über 35 Meter hoch) ist heute gratis – welch nette Überraschung. Das Denkmal wurde vom römischen Senat um 5 vor Christus erreichtet, um die Unterwerfung aller gallischen und germanischen Völker durch Kaiser Augustus zu preisen. Auf einer großen Tafel zählt die lateinische Inschrift alle Namen der unterjochten Stämme auf. Nach dem Rundgang um das Monument und einem kurzen Besuch im dazugehörenden Museum mit einer maßstabgetreuen Nachbildung besteigen wir ehrfürchtig (eher nur fürchtig, weils so tief nach unten geht) das obere Plateau. Schwer vorzustellen, dass das Monument zur damaligen Zeit über 50 Meter hoch gewesen ist. Im 20. Jhdt. wurde mit der Rekonstruktion des ursprünglichen Bauwerkes begonnen, das im Laufe der Jahrtausende sehr gelitten hatte und sogar gesprengt werden sollte. Wir blicken auf das rote Dächermeer der Altstadt hinunter, die unser nächstes Ziel ist. Auch hier breitet sich eine mittelalterliche Stadt mit ihren engen Gassen und Arkaden vor uns aus, die sehr liebevoll mit vielen Blumen geschmückt ist. Im Gegensatz zu Gorbio wurden hier die Häuser und Wege jedoch bereits restauriert. Leider ist die Kirche eingerüstet, sodass wir keine Aufnahmen von dem eindrucksvollen Glockenturm machen können. Der Innenraum ist bunt bemalt und mit roten Teppichen ausgelegt. Am späten Nachmittag starten wir den zweiten Anlauf nach Roquebrune – diesmal jedoch aus der anderen Richtung. Wieder ist der Parkplatz überfüllt – der Ort selbst ist sogar für Wohnmobile gesperrt. Also ist wieder russisches Bergab-Parken in einer Kurve vor der Ortseinfahrt angesagt und ein kleiner Spaziergang den Berg hinauf notwendig. Am Eingang zur Altstadt orientieren wir uns an einem Ortsplan und stiefeln trotzdem kreuz und quer treppauf, treppab, um eines der alten römischen Steintore zu finden, derer es vier geben soll. Wir entdecken keines, dafür aber beeindruckt uns der tausendjährige Olivenbaum, der angeblich 10 Meter Durchmesser hat. Vom Place des Deux Frères kämpfen wir uns die verwinkelten Gassen hoch bis zum Eingang der Burg aus dem 10. Jhdt. Sie befindet sich auf dem höchsten Punkt der Gemeinde und der 26 Meter hohe Donjon ist vermutlich der älteste erhaltene in Frankreich. Leider sind die Tore nur noch eine halbe Stunde geöffnet und daher beschließen wir, nicht ins Innere der Burg vorzudringen. Wir setzen uns am Vorhof auf ein schattiges Bankerl und suchen in unseren Reiseführern nach dem nächstgelegenen Stell- oder Campingplatz. Da es aber in näherer Umgebung keine gibt, beschließen wir, unser Auto einfach in der Kurve stehen zu lassen. Wir futtern die letzten mitgebrachten Essensreste und spülen mit einem köstlichen Freistädter Bier nach. Dann geht’s ab in die Heia, auch wenn wir diesmal etwas bergab liegen. Bonne nuit. - [02.05.09 - Menton und Sospel](https://www.bauer-seyr.at/suedfrankreich/02052009-menton-und-sospel) - Die Brummis wecken uns in der Früh, aber wir sind gut ausgeschlafen. Nach der Morgentoilette im Campervan gibt es ein kleines Frühstück. Ein bisschen eng ist es schon in unserem fahrenden Haus, die Beulen sprechen Bände. Wir müssen uns erst an den knappen Raum gewöhnen. Der Morgen empfängt uns mit blauem Himmel, Sonnenschein und 22 Grad. Das ist doch wunderbar! Um 08:45 geht die Reise weiter – wir wollen einen Abstecher nach San Remo machen. Schnell auf die autostrada und los geht die Fahrt. Die Autobahn ist spektakulär ins Gelände hinein gebaut und bietet immer wieder tolle Ausblicke auf die in die Hänge hinein gebauten Orte, wahnwitzige Brückenkonstruktionen und eine bunt blühende Vegetation. Meterhohe, blühende Oleanderhecken, silbrig schimmernde Olivenbäume und die gelben Ginsterhecken beherrschen das Bild. Dazu der blaue Himmel – ein richtig kitschiges Bild! Ein Tunnel folgt dem anderen – und bei jeder Ausfahrt staunen wir wieder über ein neues „Gemälde“, das sich uns zeigt. Einmal Terrassen mit Olivenbäumen, beim nächsten der Ausblick auf die schneebedeckten Berge, danach thronen wieder kleine Dörfer auf den Bergkuppen. San Remo liegt auf der Strecke und natürlich wollen wir uns diese berühmte Stadt nicht entgehen lassen. Parkplätze und Straßen sind maßlos überfüllt und unzählige quirlige Mopedfahrer ignorieren alle bekannten Verkehrsvorschriften, einen Blinker dürften die Fahrzeuge auch nicht besitzen – und wir mit unserem riesigen Gefährt mitten drinnen. Hätten wir doch nur einen Smart – die parken hier quer zur Fahrbahn in den kleinsten Lücken. Stau, Stau, Stau, Stau, Stau… und Susi ist total verwirrt, weil sie uns schon mitten im Meer vermutet. Daher müssen wir sie reseten – hilft aber nicht lange und wir verlassen uns dann doch auf die Verkehrsschilder! Langsam haben wir die Schnauze voll von Italien – also bloß weg von hier. Wir fahren noch einige Kilometer entlang der Küste, die zwar wunderschön, aber auch sehr eng ist. Als wir dann noch eine Vollbremsung hinlegen müssen, weil sich ein frecher Italiener ohne zu blinken noch vor uns drängt, dass es im Kühlschrank nur so scheppert, reicht es endgültig. Mal sehen, was Frankreich uns bietet. Also rauf auf die autostrada und bei Menton erst wieder runter. Wir sind ja lernfähig – und deshalb parken wir gemütlich 3 Kilometer außerhalb vom Zentrum. Die Fahrräder sind schnell ausgepackt, Helme auf und schon strampeln wir los Richtung Hafen. Am Strand braten Unmengen von Sonnenhungrigen. Weil sich der Mittagshunger einstellt, radeln wir bis zur zone piétonne und versorgen uns mit französischem Baguette (belegt mit Tomate und italienischem Mozzarella). Ich bemühe mich, auf Französisch zu bestellen – aber der Verkäufer antwortet mir auf Italienisch. Irgendwie läuft hier etwas falsch! Wusste gar nicht, dass ich einen italienischen Akzent habe! Essend schlendern wir die überfüllte Straße auf und ab – in der Luft liegt der Duft der Seifen und Potpourris. Ein kleines Geschäftchen reiht sich an das andere und lädt zum bummeln ein. Dazwischen stehen die Verkäufer mit ihren Kühlvitrinen, in denen sich Berge von buntem, dekorierten Eis befinden. Uns sind aber zwei Euro für eine Kugel wirklich zuviel! Entlang der Rue Longue steigen wir zur Basilique San Michel hoch, die über der Stadt thront. Die barocke Kirche stammt aus dem Jahr 1675 und wurde im italienischen Stil erbaut. Vor der Kirche befindet sich ein Steinmosaik, mit dem Wappen der Grimaldis. Menton stand bis 1861 unter monegassischer Herrschaft. Leider ist die Basilika geschlossen – aber der Ausblick aufs Meer entschädigt dafür. Auf gleicher Höhe, aber in einiger Entfernung, sehen wir den berühmten Cimetière du Vieux-Château, der auf vier Ebenen angelegt ist. Jede Terrasse des Friedhofs ist einer bestimmten Nationalität oder Religion gewidmet. Unmittelbar neben der Kirche befindet sich die Chapelle des Penits-Blancs, die Büßerkapelle mit einem beeindruckenden Turm. Auch da sind die Tore verschlossen. Zurück im Hafen pausieren wir eine Zeitlang im Park. Gemütlich sitzen wir unter riesigen Bäumen im Schatten und saugen Urlaubsatmosphäre auf. Rund um uns wird gepicknickt, Kinder graben in der Sandkiste und Jugendliche spielen Ball. An den Park grenzend steht das kleine Fort Le Bastion aus dem 16. Jhdt. Es wurde zu Lebzeiten von Jean Cocteau entworfen und mit eigenen Gemälden und Keramiken ausgestattet. Attention aux garçons heißt es auf der Rückfahrt, denn die armen Kellner müssen beim Servieren mit vollen Tabletts quer über die dicht befahrene Promenade laufen. Weiter geht die Fahrt in die Hügel des Hinterlands über eine 22 km lange Serpentinenstraße Richtung Norden nach Sospel. Hier finden wir sofort einen Parkplatz bei einem Park, in dem die alten Franzosen Boule spielen. Zwei Mannschaften zu je zwei bis drei Spieler haben als Ziel, je drei 900 g schwere Eisenkugeln in die Nähe der 6-10 Meter entfernten Holzkugel zu werfen. Dabei sollen gegnerische Kugeln abgedrängt und so eigene Punkte gemacht werden. Auf der rechten Uferseite schlendern wir über die berühmte, sehr gut erhaltene Steinbrücke aus dem 11. Jhdt. hinein in die Altstadt. Die Brücke besitzt einen Turm, der früher als Zollhaus diente. 1944 wurde sie stark zerstört und nach dem Krieg bis 1953 wieder aufgebaut. Sie wird flankiert von pastellfarbenen Häusern, die von beiden Seiten das Flussbett der Bévéra einrahmen. Auf der anderen Flussseite gönnen wir uns unseren ersten café au lait, der ganz ausgezeichnet schmeckt. Dabei schauen wir belustigt einer polternden Mädchengruppe zu, die die Braut – als Bunny verkleidet – von einer Challange zur anderen schickt. Je weiter man in die Altstadt vordringt, umso verfallener wirken die Häuser – da sticht die Kirche Saint-Michel mit ihrer barocken Fassade richtig hervor. Sie wurde im 12. Und 13. Jhdt. im Stilmix aus frz. Klassik und ital. Barock auf dem Grund einer Kirche errichtet, von der nur noch der romanische Glockenturm erhalten ist. Der Innenraum besticht durch Helligkeit und durch den wunderschönen Altarraum – aber auch hier sieht man den Zahn der Zeit schon gewaltig nagen. Schon wird es wieder Abend und wir verlassen das schöne Bergdorf. Vier Kilometer oberhalb von Sospel liegt der Campingplatz für heute Nacht – eine von vielen Bäumen gesäumte Terrassenanlage. - [04.05.09 - Monte Carlo, Monaco und Èze](https://www.bauer-seyr.at/suedfrankreich/04052009-monte-carlo-monaco-und-eze) - Trotz des regen Verkehrs entlang der Durchzugsstraße war es in der Nacht verhältnismäßig ruhig und wir schlafen gut. Um nicht im Berufsverkehr rund um Monaco stecken zu bleiben, brechen wir schon um 08:00 nach Èze Village auf. Natürlich wieder keine Parkmöglichkeit für Campervans auf den Parkplätzen im Zentrum, daher parken wir etwas außerhalb – dafür aber belegen wir gleich zwei Plätze. Wir packen die Räder aus und schon geht’s los ins 7 Kilometer entfernte Monaco. Der Stadtstaat ist der am dichtesten besiedelte der Welt mit ca. 17.000 Einwohnern / km². Seit 1911 ist Monaco eine konstitutionelle Monarchie, in der der regierende Fürst das Staatsoberhaupt ist und die Unabhängigkeit, die seit 1489 besteht, war bisher an das Bestehen der Grimaldi-Dynastie gebunden. Bei Aussterben der Grimaldi fällt Monaco an Frankreich. Von Anfang an geht die Küstenstraße von Èze wunderbar bergab – noch denken wir nicht an die Rückfahrt. Auf halber Strecke wird die Fahrbahn vierspurig mit Mittelstreifen und wir sind uns nicht mehr sicher, ob wir mit unseren Rädern bereits auf der Autobahn strampeln. Nach einer halben Stunde erreichen wir den Jardin Exotique (Botanischer Garten), der oberhalb von Monaco Stadt liegt. Im Café daneben frühstücken wir bei „deux café au lait et des croissants" auf der Dachterrasse mit Blick auf den Prinzenhof und den teuren Jachten im Hafen. Ich glaub, die Kellnerin hat uns diesen schönen Blick auch auf die Rechnung gesetzt, denn für die Kaffees und Kipferl bezahlen wir 9,20 Euros! Gestärkt rasen wir mit unseren Radln die berühmte Rennstrecke, den Circuit de Monaco, hinunter, die meterhohen Sicherheitsgitter sausen nur so an uns vorbei – denn es werden gerade die Vorbereitungen für den Grand Prix (21. – 24. Mai) getroffen. Für den Großen Preis von Monaco werden zahlreiche Straßen abgesperrt, von Verkehrsschildern und Blumenkübel befreit und Zäune und Tribünen aufgestellt. Die Rennstrecke ist 3,340 km lang, zählt zu den gefährlichsten des Formel-1-Kalenders und die berühmte Haarnadelkurve ist die langsamste Stelle aller Rennen. Natürlich legen wir beim berühmten Hôtel de Paris und dem Casino kurze Boxenstopps ein. Das Casino wurde 1878 errichtet und bei der Inneneinrichtung wurde mit Verschwendung an die Kunst gedacht und viele Skulpturen und auf edle Materialien wie Marmor und Gold wurde nicht verzichtet. Danach quälen wir uns den Berg zum Palais de Prince hinauf und stellen unsere Räder auf einem Parkplatz vor dem fürstlichen Palast ab. Der Prinzenhof mit der schönen Renaissance-Fassade wurde im 13. Jhdt. auf einer alten Festung erbaut und im 15. und 16. Jahrhundert erweitert. Ein Teil des Palais ist bei Abwesenheit der fürstlichen Familie - von Juli bis September – zu besichtigen. Prächtige Räume mit kostbaren Möbeln, Gemälden und Teppichen zieren das Innere, aber auch der aus dem 17. Jhdt. stammende Innenhof mit der Doppeltreppe aus weißem Marmor erregen Aufmerksamkeit. Wir besorgen wir uns noch eine Kleinigkeit zum Essen und stellen uns dann mit Hunderten anderen Schaulustigen hinter die Absperrung und warten auf die Wachablöse, die jeden Tag um 11:55 zelebriert wird. Eine halbe Stunde vorher wird die Ablöse per Kleinbus auf den Platz gefahren und verschwindet schnellen Schrittes im Palast – das war wohl noch nicht das wirkliche Schauspiel. Kurz darauf geht ein Raunen durch die versammelte Menge der Schaulustigen, weil eine schwarze Limousine (Kennzeichen MC 01) den Palast verlässt und auf der Rückbank - Fürst Albert II im sandfarbenen Anzug! Nachdem sich die Menge wieder beruhigt hat, startet pünktlich die Wachablöse. Aus dem - dem Palast gegenüberliegenden - Wachhaus marschieren zu Pauken und Trompetenklängen 10 schnittige Soldaten in Richtung Palais. Anschließend werden lautstark einige Kommandos gerufen, ein paarmal mit den Füssen fest aufgestampft, die Puffen übergeben und das war´s. Ein tolles Spektakel, das aber nur 5 Minuten andauert – und schon löst sich auch die Menschenmenge vor dem Palais wieder auf. Wir streifen noch durch die Altstadtgässchen bis zur Kathedrale Notre-Dame-Immaculée, die im Innenraum auf den ersten Eindruck durch die wuchtigen grauen Säulen sehr bedrückend wirkt. Aber je länger wir in dieser heiligen Halle verweilen umso besser gefällt sie uns – besonders durch das schlichte, aber zugleich auch elegant wirkende Interieur. Den Altarraum schmückt ein großes goldenes Mosaikbild. Helle Sitzbänke mit roten Samtpölster, kleine, aber farbenprächtige Fenster und der schöne Natursteinboden verleihen dem Inneren Eleganz und Stil. Die Kathedrale wurde zwischen 1875 und 1884 aus weißem Stein aus La Turbie erbaut. Sie dient heute als Ruhestätte von Prinzessin Gracia Patricia und Fürst Rainier III. auf der linken Seite der Krypta und in der rechten Krypta liegen die Bischöfe von Monaco. Schön langsam wird es Zeit für den Rückweg. Daher flanieren wir zurück auf den großen Platz vor dem Prinzenhof, um unsere Räder zu holen – aber oh Schreck, diese sind weg! Diebstahl geht uns durch den Kopf – also auf zum nächsten Polizisten, die hier zum Glück reichlich herumlaufen. Und der erklärt mit einem leicht süffisanten Grinsen im Gesicht, dass hier oben nur die Fahrzeuge der High Society (bzw. die Amtslimousinen der Offiziellen) geparkt werden dürfen. Man dürfe zwar die Räder in der Menge herum schieben, aber bloß nicht versperrt parken. Auf jede unserer englischen Fragen antwortet er auf Französisch – was sonst! Dann lotst er uns aber doch noch zu unseren Drahtlimousinen, die von der Polizei auf den äußersten Rand des Platzes geschleppt wurden. Erleichtert fahren wir den Berg wieder hinunter und machen uns auf den Rückweg nach Èze, den wir größtenteils schiebend bewältigen. Nach 1,5 Stunden beschwerlicher Schufterei in der brütenden Nachmittagshitze erreichen wir völlig durchschwitzt unser Auto – mit Citybikes und ohne Kondition bewältigt man solche Bergwertungen natürlich nicht schneller. Fehlende Elektrolyte werden dem Körper prompt mit Hilfe eines kühlen Freistädters zurückgeführt – und schon geht es wieder weiter zur Altstadt von Èze. Der Weg hinauf sieht mit seinen Burger- und Frittenbuden schon sehr touristisch angehaucht aus. Ein Souvenirladen nach dem anderen buhlt mit Restaurants und Cafés um die Gunst der Besucher. Dafür ist das Dorf autofrei! Am Berg oben angekommen präsentiert sich jedoch ein altes, liebevoll restauriertes Village aus dem 11. Jhdt. mit vielen kleinen Hand- und Kunstwerksläden, die über Unmengen von Stiegen miteinander verbunden sind. Typisches provenzalisches Dorfleben findet man in Èze nicht, denn es widmet sich ganz und gar dem Tourismus. Das Dorf hat in den letzten mehr als 50 Jahren eine gewaltige Entwicklung durchgemacht, denn bis 1952 gab es hier noch kein fließendes Wasser. Heute leben hier etwa 2.600 Einwohner. Nach dem Besuch der kleinen, sehr renovierungsbedürftigen Kirche empfängt uns leider beginnender Regen, sodass wir uns rasch auf den Rückweg machen. Dennoch bekommen wir eine kleine Dusche, bis wir den Campervan erreichen. Der nächste Campingplatz liegt in Cagnes, den wir nach einigen Irrfahrten und Stau durch das Zentrum dann auch finden. Klein, fein, rein – gutes Nächtelein. - [01.05.09 - Anreise über Italien](https://www.bauer-seyr.at/suedfrankreich/01052009-anreise-uber-italien) - Gegen 09:00 brechen wir bei knapp 10° mit den Glückwünschen der Nachbarn – die voller Bewunderung für unser Gefährt sind - in den Urlaub auf und fahren der Sonne entgegen. Aber erst zwei Stunden später – in Deutschland – zeigen sich die ersten Sonnenstrahlen. Der Verkehr ist flüssig, die paar kleineren Baustellen halten uns nicht auf. Gegen 13:30 heißt es „benvenuto“ in Italia. Ticket für die Autobahn lösen – schließlich muss man hier nach Kilometern zahlen! Dann geht die Fahrt in Südtirol vom Brenner durch Obstplantagen hinunter. Direkt neben der Autobahn wachsen die Kirschen durch das Blei sicher besonders gut – lecker! Am Gardasee bei Affi leitet uns Susi, unser Navigator, von der Autobahn ab – das war keine gute Entscheidung. Wir versinken im Stau auf den Bundesstraßen und versuchen verzweifelt, den Weg zurück zur Autobahn zu finden. Alles ist sehr eng – während wir auf die Radlfahrer noch aufpassen, fahren uns die Mopeds um die Ohren. Susi leitet uns kreuz und quer über die Felder – das Kartenmaterial von Italien scheint nicht aktuell zu sein. Wenn Englein reisen, wird sich das Wetter weisen. Noch vor kurzem muss es hier wie aus Schaffeln gegossen haben, denn bei Piacenza ist der Po über die Ufer getreten und ganze Felder stehen unter Wasser. Weiter führt die Reise über Voghera und Tortona. Um Genua auszuweichen, biegen wir Richtung Novi Ligure ab. Es ist bereits 19:30 und nach 10 Stunden Fahrt meinen wir, dass es genug für heute ist. Deshalb versuchen wir in Albisola einen Campingplatz zu finden. Laut Susi sollte auch nach einem Kilometer hinter der Mautstelle einer sein. Dieser Kilometer wird immer länger und länger, weil wir wieder einmal im Stau stehen - und vom Campingplatz ist weit und breit nichts zu sehen. Also wieder zurück auf die autostrada und bei Savona starten wir den nächsten Versuch. Und tatsächlich – hier gibt es Campingplätze – aber nur volle! Um 20:30 liegen die Nerven blank – und wir schummeln uns auf einem LKW-Parkplatz unter die großen Gefährten. Fenster zu, Jalousien runter und ab ins Bett. Buona Notte! - [Südfrankreich](https://www.bauer-seyr.at/suedfrankreich) - Mit 17 Jahren - mein allererster Urlaub überhaupt - war ich auch das erste Mal an der Côte d´Azur in Südfrankreich. Zu dieser Zeit war noch Baden und Relaxen bei mir angesagt und daher haben wir uns vom Land nicht allzu viel angesehen. Gerade einmal: Schlendern an der Promenade von Nizza, Wachablöse in Monaco, der Wasserpark von Antibes, Besuch einer Parfumfabrik in Grasse und der Canyon du Verdon. Durch einige Orte sind wir nur durchgefahren und das war´s! Ein wenig mehr habe ich mich mit dem Land dann wieder in der Schule befasst, als ich für die Französisch-Matura unter anderem den Schwerpunkt Côte d´Azur ausarbeiten musste. All das hinerließ einen bleibenden Eindruck, sodass der Wunsch wieder einmal nach Südfrankreich zu fahren, immer latent war. Die Entscheidung fiel dann heuer im Winter, als es draußen dunkel und kalt war und wir uns schon nach Sonne und Urlaub sehnten. Wir stapften zu Thalia und kauften uns einen Reiseführer, den ich als Abendlektüre vor dem Schlafengehen in mich aufsaugte. Wochenlang habe ich dann noch zusätzlich im Internet gesurft, unzählige Reiseberichte gelesen und auf einer Karte eingezeichnet, was alles empfohlen wurde oder ich das Gefühl hatte - das müssen wir uns unbedingt ansehen. Und schon bald wurde mir bewusst, dass die drei Wochen Urlaub wieder einmal nicht ausreichen werden! Egal, wir werden wie immer spontan entscheiden, wie wir die Route anlegen und wo wir wie lange bleiben. Das hat noch jedes Mal toll geklappt! Anfang des Jahres statteten wir dann dem Autoverleih Hymer Sulzbacher in Eferding einen Besuch ab und mieteten uns gleich einen kleinen Campervan - für uns aber ein Wahnsinnsgefährt. Jahrelang waren wir nur mit kleinen Mietautos und unserem Minizelt unterwegs, aber diesmal können wir das halbe Küchenkabinett mitnehmen. Das wird der reinste Luxusurlaub und die Vorfreude wächst mit jedem Tag, mit dem der Urlaub näher rückt! - [Bildergalerie Korsika](https://www.bauer-seyr.at/korsika/bildergalerie-korsika) - Bildergalerie Korsika - [Unsere Reiseführer für Korsika](https://www.bauer-seyr.at/korsika/unsere-reisefuhrer-fur-korsika) - Eine kurze Buchrezension unserer Reiseführer für Korsika - [Reiseroute Korsika](https://www.bauer-seyr.at/korsika/reiseroute-korsika) - Datum Km Ziel Tanken Maut 02.09.11 868 Bastia € 72,47 € 8,00 (Brenner) € 53,70 (Ital. Autobahn) 04.09.11 134 Corte 05.09.11 180 Cap Corse 06.09.11 87 St-Florent 07.09.11 213 Calvi € 55,58 08.09.11 157 Balagne 09.09.11 172 Castagniccia € 64,50 10.09.11 212 Valée de L´Asco, Ajaccio 11.09.11 31 Ajaccio 12.09.11 260 Bonifacio 13.09.11 204 Sartène, Filitosa € 61,97 14.09.11 158 Les Calanches 15.09.11 157 Gorges de Spelonca 16.09.11 12 Ajaccio 17.09.11 185 Corte, Bastia € 66,33 18.09.11 858 Savona, Heimreise € 70,00 € 8,00 (Brenner) ~ € 50,00 (Ital. Autobahn) Gesamt 3.888 € 390,85 € 119,70 - [Gedanken danach](https://www.bauer-seyr.at/korsika/gedanken-danach) - Zwei Wochen Urlaub für ganz Korsika, das ist unmöglich, das haben wir schon nach wenigen Tagen festgestellt. Die Mittelmeerinsel bietet so vieles an Schönheiten, Kulinarischem und Gastfreundlichkeit, dass man ewig bleiben könnte. Korsika besteht zum großen Teil aus Hochgebirge mit mehr als hundert Gipfeln über 2.000 Meter. Von den Bergen bis zum Meer besitzt sie eine einzigartige Vielfalt der Küstenlandschaft mit wildromantischen Klippen und kleinen, einsamen Buchten. Die über tausend Kilometer Küste mit kristallklarem Wasser und traumhaften Sand- und Kiesstränden zählen zu den schönsten der Welt. Keine Mittelmeerinsel ist so grün wie Korsika – die duftende Macchia überzieht den Großteil des Landes, begleitet von den Kastanienwäldern der Castagniccia und Landstrichen mit alten korsischen Schwarzkiefern und Korkeichen. Ergänzt wird diese Harmonie von Agaven, Oleander & Co, Abhängen voll mit Opuntien und auch der Anbau von Wein ist hier mittlerweile von großer Bedeutung. In dieser unberührten Natur fühlen sich viele Raubvögel, Kühe, Wildschweine, Ziegen und Schafe sehr wohl. Wir sind ihnen ständig auf unseren Fahrten entlang der kurvigen Bergstraßen begegnet. Und immer wieder zwingen sie die Autofahrer anzuhalten. Und das ist oft ganz gut so, denn unbeirrt von den Gegebenheiten der Straßen veranstalten die Korsen riskante Überholmanöver. Während die Straßen an der flacheren Ostküste besser erschlossen sind, befinden sich jene an der engen Westküste oft in sehr schlechtem Zustand. Das gehört zur Identität der Korsen, die noch kaum Wert legen, dass ihre Insel von Touristenmassen überflutet wird. Anstelle von hohen Hotelkomplexen und Autobahnen findet der Besucher hier romantische Bergstraßen, ein gut erschlossenes Wandernetz und pittoreske Dörfer vor. Obwohl leider viele Häuser dem Verfall preisgegeben sind, strahlen die Ortskerne dennoch eine südländische, friedliche Stimmung aus. Oft ganz unerwartet begegnet man Kunstwerken von einer Pracht und Schönheit, wie man sie nie erwartet hätte. Das korische Kulturerbe besteht aber nicht nur aus Kapellen, Kirchen, Zitadellen, Menhiren und Dolmen, Brücken oder Türmen, sondern auch aus religiösen, kulturellen und folkloristischen Festen, die in jedem Dorf das ganze Jahr über stattfinden. Eine Besonderheit sind die polyphonen Männergesänge der traditionellen korsischen Volksmusik. Egal, wo wir auch hingekommen sind, überall sind wir auf die Gastfreundschaft der Korsen gestoßen. Im Speziellen möchten wir da nochmal die Familie Casanova erwähnen, die uns zudem noch in die korsischen kulinarischen Genüsse eingeführt haben. Seien es die verschiedensten Ziegenkäsearten, das geräucherte Fleisch, oder auch die vielfältigen Produkte, die aus den Kastanien hergestellt werden – all das hat unsere Zustimmung gefunden. Während des gesamten Urlaubes haben wir das leckere Kastanienbier in vollen Zügen genossen. Nein, hauptsächlich haben wir natürlich Mineralwasser getrunken, von denen es auf der Insel auch eigene Quellen gibt. Also, das sind alles wirklich gute Gründe, warum Korsika entdeckt werden will. Noch dazu bietet die Mittelmeerinsel ganzjährig ein Wetter wie aus dem Bilderbuch. Von der bewegten Geschichte Korsikas ist während des Aufenthaltes auf der Insel nicht mehr viel zu spüren. Nachdem das Land erst Untertan der römischen Päpste war, dann zu Genua gehörte, wurde nach Aufständen die Unabhängigkeit ausgerufen. Seit einem Verkauf ist es, bis auf kurze Zeiträume, französisches Staatsgebiet. Ein Freiheitssymbol zeigt der Mohrenkopf auf dem korsischen Wappen. Und egal, wo man auf der Insel auch hinkommt, fast überall begegnet man Paoli oder Napoleon – die korsischen Nationalhelden. - [18.09.11 - Heimreise](https://www.bauer-seyr.at/korsika/heimreise) - Während Wolfgang im Nu in den Schlaf geschaukelt wird, kann ich fast nicht schlafen. Dementsprechend sind in der Früh meine Augen wie zugeklebt und auch mein Kreislauf is a bissi down. Wir sind bei den ersten dabei, die kurz nach halb neun die Fähre verlassen und dann geht’s schnurstracks auf die autostrada. Savona begrüßt uns mit dunklen Wolken, die sich im Laufe der Fahrtstrecke noch ordentlich entleeren. Das Verkehrsaufkommen ist an sich nicht sehr schlimm, bis wir in Südtirol ankommen. Von Brixen bis Sterzing stecken wir mitten im mehr als 25 km langen Stau, für den wir fast zwei Stunden brauchen. Trotzdem kommen in Südtirol erste Heimatgefühle auf, die zwar kurz verschwinden, als wir auf der Tankstelle Englisch sprechen müssen. Unfälle aufgrund des starken Regens und eine Menge Baustellen sind die Ursache für das schleppende Vorwärtskommen. Deshalb machen wir nur in Vomp einen kurzen Klo-Stop und um einen Kaffee zu trinken. Mittag- und Abendessen sind gestrichen, macht nix, wir haben in Korsika eh gute Reserven angelegt! Nach dem kurzen Abstecher bei den Nachbarn, beschließen wir doch nach Hause zu fahren, da sie in Deutschland auch nur Regen zu bieten haben. Nach zwei Wochen Sonne ist der Regen sicher mal eine Abwechslung, aber nicht in dieser Menge und mit diesen Temperaturen. Wir erreichen um 19:30 Uhr unser Zuhause, schmeißen noch schnell unser Klump ins Haus und dann geht es ab in die Federn. - [17.09.11 - Corte, Bastia, Erbalunga](https://www.bauer-seyr.at/korsika/corte-bastia-erbalunga) - Der Abschied von den Casanovas fällt uns schwer, denn wir haben uns hier sehr wohl gefühlt. Ein gemeinsamer letzter Espresso, Küsschen links, Küsschen rechts und dann müssen wir leider aufbrechen. Merci beaucoup pour votre hospitalité! Unser erstes Ziel heute ist noch einmal Corte, nachdem es beim ersten Anlauf am Nachmittag ordentlich gewittert hat. Die Parkgarage kennen wir schon, den Weg in die City ist bekannt und der Brunnen am Platz plätschert auch noch. Mit keinem Blick würdigen wir die Sehenswürdigkeiten, die haben wir bereits abgehakt. Wir hetzen wie von der Wildsau gejagt direkt zum Belvédère, dem Aussichtsplateau hoch. Die Zitadelle ist doch viel schöner mit blauem Himmel und Schäfchenwolken, da genießen wir den Rundumausblick auf die Bergwelt gleich viel mehr. Und um beim Bewährten zu bleiben, essen wir auch im selben Restaurant wieder zu Mittag. Nur bei der Auswahl experimentieren wir wieder ein wenig. Übrigens, Kastanienpudding schmeckt besser, als er aussieht. Zum Abschluss des Urlaubes trinken wir aber wieder das köstliche, korsische Pietra-Bier und literweise Wasser. Auf dem Weg zum Auto spazieren wir diesmal eine andere, steingepflasterte Gasse hinunter. Dabei kommen wir an der Statue von Pasquale Paoli vorbei, der auf einem hohen Sockel auf die Leute und Autofahrer herunter guckt. Au revoir Monsieur Paoli, vielleicht sehen wir uns einmal wieder! Bei Ponte Leccia biegen wir ein Stück ins Vallée de l´Asco ab, um für eineinhalb Stunden in der Schlucht baden zu gehen und die letzten Sonnenstrahlen zu genießen. Es hat um 17:00 Uhr noch 27° und wir haben gelesen, dass wir zuhause 10° bekommen werden. Brrrr! Vielleicht bleiben wir doch lieber da! Bastia lassen wir hinter uns und fahren bis Erbalunga weiter, einem kleinen Hafenort auf einem grünen Felsvorsprung. Winzige, verwinkelte Gassen führen bis zum Hafen hinunter, wo kleine, bunte Fischerboote im ruhigen Wasser schaukeln. Der halb verfallene Genueserturm fällt bei den kaputten Häusern erst gar nicht auf. Aber gerade das macht das Flair des Südens aus. Die bunten Blüten der Oleander stehen im schönen Kontrast zu den grauen Häuserfassaden mit den Schieferdächern. Mauersegler haben an die Firste ihrer Nester geklebt und sind emsig beschäftigt, die Mäuler der quietschenden Kleinen zu stopfen. Der Ort ist winzig, aber es gibt viele lauschige Plätze und an jedem Eck gibt es ein Restaurant, eine Bar oder eine Pizzeria. Wir aber machen es uns auf der warmen Hafenmauer bequem und beobachten, wie die Fischer in das Hafenbecken herein tuckern und anleinen. Das Meer plätschert neben uns und die untergehende Sonne färbt den Himmel in ein zartes Rosa. Bevor wir nach Bastia zurückfahren, sehen wir den Männern, die vor dem Rathaus Boule spielen, noch eine Weile zu. Sie lassen uns prompt mitspielen, indem wir die Kugeln, die sie aus der Bahn werfen, aufsammeln dürfen. Im Hafen von Bastia bekommen wir dann einen kleinen Schock, als uns mitgeteilt wird, dass die Fähre nicht wie geplant um 23:00 Uhr ablegt, sondern erst um 01:00 Uhr einläuft. Na ja, und deshalb sitzen wir im Auto und versuchen irgendwie die Zeit zu vertreiben. - [16.09.11 - Ajaccio](https://www.bauer-seyr.at/korsika/ajaccio-2ter-besuch) - Das Schlafen ist heute so richtig gut und da wir uns vorgenommen haben, einen Relaxtag einzulegen, bleiben wir länger als sonst liegen. Nach einem gemütlichen Frühstück und ein wenig Herumkramen, Fotos auf das Notebook übertragen, usw. fahren wir gegen Mittag nochmal nach Ajaccio. Dort streifen wir ein wenig durch die Gassen und zum Hafen hinunter, wo wieder ein riesiges Kreuzfahrtschiff der TUI vor Anker liegt. Es ist kurz nach 13:00 Uhr und der Magen knurrt - nahe der Parkgarage gibt es auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine Brasserie, voll mit Einheimischen - da muss die Küche super sein. Also beschließen wir uns auf die Lauer zu legen, bis zwei Sitzplätze frei werden. Als es soweit ist, stürmen wir quer über die Straße und ergattern den Tisch. Ich bin mir sicher, dass sich der Kellner innerlich vor Lachen gebogen hat, als ich Jus de poivre (Pfeffersaft) statt Jus de poire (Birnensaft) bestellen möchte. Erst sein „pardon“ lässt mich überlegen, was ich da von mir gegeben habe. Ja, so schnell kann es gehen, wenn man einfach so drauf los plappert, anstatt erst zu überlegen! Obwohl wir eigentlich satt sind, bestellen wir uns als Dessert noch Café Gourmand, den wir aus dem Urlaub in Südfrankreich liebgewonnen haben. Da gibt’s zu einem Espresso viele Leckerlis, wie Eis, Kucherl, Panna Cotta, Erdbeermus, Früchte – alles in Miniaturausgabe. Richtig süß zum Ansehen, aber noch viiiiiiiel besser zum Vernaschen. Um das opulente Essen zu verdauen, spazieren wir noch den Cour Grandval hinauf - die von Palmen und Platanen gesäumte Prachtstraße. Sie endet am Place d´Austerlitz, wo sich das Denkmal Napoleons I. befindet. Auf einer hohen Stele schaut er erhaben auf die Menschheit herunter, eingerahmt von zwei Adlern, die an seine Siege erinnern. Danach latschen wir zum Auto und fahren zurück zu unserer Unterkunft. Dort machen wir es uns wieder auf den Liegen im Garten mit einem Buch gemütlich. Da Lesen müde macht, gibt es noch ein Nachmittags-Nickerchen. Am Abend planen wir noch den morgigen Tag und das war´s dann schon. - [15.09.11 - Gorges de Spelonca](https://www.bauer-seyr.at/korsika/gorges-de-spelonca) - Dass der heutige Tag so tierisch wird, hätten wir uns nicht gedacht. Wir nehmen wieder die Route über die Berge, zweigen aber schon vor Piana ins Landesinnere ab. Und ab da beginnt dann die Viecherei. Zuerst begegnet uns eine Schweinemama mit ihren sieben Zöglingen. Sie hat ihre Kleinen nicht im Griff, denn die vergnügen sich auf der Straße. Am Col de Sevi überfällt uns dann gleich eine Horde von Halbwildschweinen. Eine Busladung Touristen ist schon dabei wie wild ihre Fotos zu schießen. Dann wirft einer eine Handvoll Brot in die Schweinemenge und die Größeren schlägern sich sofort darum. Als die Vorspeise verdrückt ist, soll natürlich mehr her. Also, am besten, direkt auf die Menschen los und mal a bissi schnuppern oder am Bein schlecken. Ehrlich, so schnell bin ich noch nie ins Auto gesprungen. Wir lassen die Horde der Menschen und Schweine zurück und fahren weiter. Wenige Kilometer danach blockieren dann Ziegen die Straße und dem nicht genug, auch die Kühe machen es sich im Straßengraben gemütlich. Nicht weit daneben pennt wieder eine Sau am nicht vorhandenen Straßenbankett. Die vielen Tiere lassen die tollen genuesischen Brunnen, an denen wir nur kurz anhalten, zur absoluten Neben-sache werden. Ebenso wie die Gruppe Radfahrer, die ihre Helme lieber auf die Lenker als am Kopf montiert haben (damit den Helmen bei einem Sturz nichts passiert). Wir biegen von der Hauptverkehrsroute ab und Susi schickt uns wieder auf kleine, holprige Straßen mit weggebrochenem Asphalt. Auch da sind wieder die Schweine zuhause. Zwei verspeisen gerade mitten auf der Fahrbahn mit Inbrunst den Kopf eines ihrer Genossen – igitt, igitt! An der nächsten Kurve wartet schon die nächste schweinische Großfamilie. Kaum bleiben wir stehen, kommt die ganze Sippe schon angerannt. Bei den treuherzigen Blicken der kleinen Schweinderl werden wir weich und füttern sie mit einem Teil unserer Trockenfrüchte. So, jetzt ist es genug, wir haben ja schließlich noch was anderes vor. Es ist ja nicht so, dass wir jetzt zu unserem Ziel durchfahren können, nein, die prächtige Aussicht nötigt uns immer wieder zum Anhalten. Staunen, genießen und bildlich festhalten - so viel wie möglich. Von der kurvigen Bergstraße können wir tief in die Schlucht und hoch hinauf auf die Bergspitzen sehen. Auf der anderen Talseite klebt das Bergdorf Ota an den Abhängen. Kurz vor Ota befindet sich ein wahres Kunstwerk genuesischer Brückenbauer. Von dort ist der Ausgangspunkt für unsere Wanderung in die Gorges de Spelunca. Durch das Zusammenspiel dreier Flüsse wurden diese wundervollen Schluchten geformt. Die Intensität der Farben ist beeindruckend, denn die verschie-denen Rottöne leuchten je nach Einstrahlung der Sonne unterschiedlich. Die Korsen haben uns für diese Wanderung viele Steine in den Weg gelegt! Wir klettern auf Geröllwegen bergauf und bergab, wie eben alles hier ist in Korsika. Das Wasser plätschert beruhigend neben uns und kleine Echsen begleiten uns kurze Abschnitte. Die tolle Aussicht auf die Abhänge geben ständig neue Perspektiven frei und nur langsam kommen wir vorwärts. Auf Schautafeln entlang des Weges werden Vorkommen und Besonderheiten von Gestein, Tieren und Vegetation in Wort und Bild beschrieben. Mitten im Dickicht, wo man es nicht erwartet, finden wir dann die Pont génois de Zaglia, eine weitere alte Genueser-Brücke. Im Schatten suchen wir uns schöne Steine im Flussbett und unsere Füße bekommen im kühlen, kristallklaren Wasser ein Kneippbad. Ist das gut! Wohin wir schauen, überall sitzen Wanderer und genießen ihr Picknick, schlafen oder sonnen sich. Schwer können wir uns losreißen und den Rückweg antreten. Die Nachmittagssonne lässt das Gestein rosa leuchten und weil die Steine so schön sind, wandert ein kleiner als Souvenir mit uns zurück. Die Rückfahrt wird noch tierischer, denn jetzt sind alle Ziegen, Schweine und Kühe auch auf dem Weg nach Hause oder sonst wohin. Die Schweinefamilie lauert uns wieder auf und deshalb bekommen sie unser letztes Obst. Im Rückspiegel sehen wir, wie sie uns noch nachlaufen. Einige Kurven weiter schneiden uns wieder die Ziegen den Weg ab. Der Verkehr kommt zum Erliegen, weil die Tiere stocksteif stehenbleiben und uns nur anstarren. Weit bis über die Hälfte der Fahrtstrecke geht es so dahin und daher kommen wir mit einiger Verspätung wieder in Ajaccio an. Am Abend klopfen wir bei unseren Hausleuten an, um die noch offene Rechnung zu begleichen – was man ja üblicherweise am Beginn der Reise macht. François und Lina laden uns gleich herzlich auf ihre Terrasse ein und ehe wir uns versehen, steht schon ein Corona Bier auf dem Tisch. Im Laufe des Abends entwickeln wir eine gemeinsame Sprache aus Französisch, Englisch, Händen und Füssen, mit der die Verständigung aber wunderbar klappt. Aus dem kurzen Vorbeischauen wird so ein netter Abend. Gourmet François plündert noch seinen exquisiten Vorratskeller und zaubert die tollsten korsischen Spezialitäten auf den Tisch. Angefangen von Wildschweinwurst und Schinken vom Schweinehals (Fett pur, aber waaaaahnsinnig gut!!!!) über Ziegen- und Molkekäse (gibt’s nur in Korsika) bis hin zu Kastanien- und Frühlingsblütenhonig. Das Ganze begleitet von mehreren Flaschen bestem Patrimonio Roséwein, was wünscht man sich mehr. Nach den opulenten Leckerlis muss natürlich Verdauungsmedizin her – und so können auch wir einen kleinen Teil mit österreichischem sabinegemachten Nussschnaps beitragen (der bei allen sehr gut ankommt). Und so wird es unter Lachen und Scherzen Mitternacht, bis wir uns dann zur Nachtruhe verabschieden. - [14.09.11 - Les Calanche](https://www.bauer-seyr.at/korsika/les-calanche) - Serpentinenstraßen führen uns hoch, vorbei an schönen Küsten- und Strandabschnitten. Viele Radfahrer erschweren das Vorwärtskommen, aber die sind noch harmlos gegen die zwei Busse, denen wir bis auf den Pass der Les Calanches nachzockeln müssen. Dafür schaufeln sie uns aber auch den Weg frei, als an den engen Passagen der Verkehr zum Erliegen kommt. Parkende Autos am Straßenrand, Unmengen von Menschen, die aus den Bussen ausgestiegen sind und nun zu Fuß weitergehen bzw. ihre Fotos schießen, Radfahrer und alles, was so keucht und fleucht. Über dem Golf von Porto hat die Natur durch Erosion skurrile Granitskulpturen modelliert und diese wilde Landschaft ist von einmaliger Schönheit. Die Orange- und Rottöne des Granits zum Kontrast des türkisenen Meeres machen Les Calanches zu einer außergewöhnlichen Landschaft. Und die möchte auf den Bildern von allen festgehalten werden. Es herrscht ein Durcheinander von Autos, Bussen und Menschen, wie bei einer Völkerwanderung. Die Busfahrer bestimmen dabei das gesamte Geschehen. Die einzig Glücklichen sind die Moped- und Radfahrer, denn die können sich bei diesem Chaos wie bei einem Hindernislauf durch wurschteln. Aber egal, aufgrund der Stehzeiten zwischendurch kommen auch wir zu unseren Fotos und irgendwann schaffen auch wir es in Porto anzukommen. Unser erster Weg führt uns zur Marina, wo wir eine Bootsfahrt für den gesamten Nachmittag buchen. Dann muss für das leibliche Wohl gesorgt werden und da widmen wir uns heute den Fischen: Fischsuppe, Meeresfrüchtesalat, Spaghetti fruit de mer. Um 14:30 Uhr legt das Boot ab und schon nach einem kurzen Stück kurvt der Bootsführer nahe an das rote Gestein. Erst in der Nähe kann man die vielen Tafoni (korsisch „große Löcher“) sehen, die in vorgeschichtlicher Zeit als letzte Ruhestätte für die Toten benutzt wurden. Heute dienen sie als kurzfristigen Unterstand für die Wanderer und Vögel. Bizarre Formen und das Spiel von Licht und Schatten animieren dazu überall Figuren und Geister hinein zu interpretieren. Wir schippern auch an das Naturschutzgebiet Scandola heran, das 1983 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurde. Erosionen durch Wind und Meerwasser haben grandiose Landschaften hervorgebracht, wie zum Beispiel Grotten, hohe Spalten, Felsnadeln und spitze Bergkuppen. Die Felswände sind teilweise mit Myrte bewachsen und Fischadler bauen hier ihre Horste. Der Boots-führer zeigt uns an den Ausläufern der Felsen die wunderschönen, blauen Kaninchenfische, die wir durch das klare Wasser gut erkennen können. Das Boot legt kurz am Plage von Girolata an, einem kleinen Dorf auf einem Felsvorsprung, das von einer Festung mit rechteckigem Turm überragt wird. Wir genießen ein gemütliches Pietra-Bier mit Blick auf das Meer, als plötzlich jemand ruft „deux vaches sur la plage“. Ja, in der Tat, da trotten doch tatsächlich zwei Kühe gemütlich über den Strand. Mal sehen, ob sie ein lauschiges Plätzchen für ein Sonnenbad finden. Beim zweiten Teil unserer Fahrt dreht das Boot in die andere Seite der Bucht und steuert das Capo Rosso an. Hier leuchtet das Gestein im Abendlicht wie Gold und alle sind fasziniert von dieser Eleganz. Je länger wir um die Felsformationen kreisen, umso intensiver wird mit der untergehenden Sonne die Leuchtkraft. Ein wirklich toller Tag neigt sich dem Ende. Wir riskieren es und fahren dieselbe Strecke zurück und am Pass werden wir mit einem spektakulären Sonnenuntergang belohnt. - [13.09.11 - Sartène, Cauria, Filitosa](https://www.bauer-seyr.at/korsika/sartene-cauria-filitosa) - Sartène erhebt sich über einem Tal wie eine Burg und am Abhang ziehen sich die Weinberge hinauf. Die vier- und fünfstöckigen Häuser über der Anhöhe mit ihren Steinfassaden ragen stolz hoch und sind von weitem schon sichtbar. Der Place de la Libération ist der zentrale Punkt der Stadt, wo lauschige Platzerl von Ulmen und Palmen beschattet werden. Der Platz wird flankiert vom Rathaus und der Église Ste-Marie. Diese Kirche ist berühmt für die Prozession am Karfreitag, der sogenannten Catenacciu („Der durch die Kette Gefesselte“). Der Rote Büsser wird mit einer 14 Kilo schweren Kette am Fußgelenk gefesselt und muss ein riesiges 34 kg schweres Holzkreuz durch das Stadtviertel schleppen. Gebete und Gesänge hallen durch die Gassen, begleitet von den Ausrufen „Perdono Mio Dio“ (Gott vergib mir). Diese Prozession wird alljährlich zum Gedächtnis an den Leidensweg Christi begangen und zeigt die traditionelle Frömmigkeit der Korsen. Die Relikte dazu sind im hinteren Teil der Kirche ausgestellt und mit Bildern dokumentiert. Während wir Fotos und Modelle dazu betrachten, untermalt leise Orgelmusik die Stimmung. Als es uns in der schwülen Kirche zu heiß wird, verlassen wir sie wieder und freuen uns über die gute Luft im Freien. Aber nicht lange, denn es hat auch hier 28°. In einer Brasserei auf dem Platzl genehmigen wir uns das Mittagessen. Heute probieren wir Focaccia légumes und endlich eine echte Crème brulée – ein Gedicht. Wir spazieren einige Runden durch die Altstadt und zum Abschluss noch durch das Quartier de Santa Anna, das mit einem Gewölbegang vom Rathaus erreichbar ist. Dieses Viertel hat sich sein mittelalterliches Flair bewahrt und wird von einem gepflasterten Gassenlabyrinth durchzogen. Kleine Geschäfterl und Restaurants beleben das Quartier und laden zum Verweilen ein. Nur das geht leider nicht, wir müssen weiter. Unser nächstes Ziel ist das Plateau de Cauria, wo in der Macchia verteilt, 170 Monolithen gefunden wurden. Durch einen 3 km langen Rundweg sind die wichtigsten Ausgrabungsstätten, Menhire und ein Dolmen, miteinander verbunden. Sie stellen bewaffnete Männer der Bronzezeit dar, die einen Speer tragen. 1960 wurde mit den Ausgrabungen begonnen, obwohl sie bereits 1840 erstmals erwähnt wurden. Neben den vielen Macchia Büschen wachsen hier auch prächtige Korkeichen. Weiter auf der Straße, die ausgebessert aussieht wie ein Fleckerlteppich und auch dementsprechend zu befahren ist, erreichen wir den Zugang zu den Alignements de Palaggiu. Ein steil bergauf führender, ausgeschwemmter Weg führt wieder ins Dickicht der Macchia Büsche. Laut Reiseführer muss man hier 1 km zu Fuß gehen (was aber mit Sicherheit mehr gewesen ist), um zum größten Megalithen Feld Korsikas zu gelangen. 258 aufrechte, schräge und umgestoßene Granitmonolithen stehen in sieben Reihen. Wir haben das Glück, dass wir uns allein hier befinden und so können wir die Stimmung richtig genießen, denn die Sonne bildet schöne Schattenspiele. Auf dem Rückweg kommen uns dann Horden entgegen, unter ihnen ein Biker fortgeschrittenen Alters. Na, viel Vergnügen bei den Bergwertungen wünschen wir ihm. Kurz vor Sonnenuntergang schaffen wir es noch rechtzeitig zur Ausgrabungsstätte Filitosa, die mit 8.000 Jahre Geschichte aufwarten kann. Hier wurden tolle Menhire und auch Siedlungen und Felshöhlen ausgegraben. Wir haben schönstes Abendlicht für unsere Fotos und können die mystische Stimmung so richtig genießen. Nun wird es aber Zeit für die Rückfahrt nach Ajaccio und Susi sucht uns dafür eine super Route, nämlich durch die Berge. Die kleine Straße gleicht einer Waschrumpel, da der Asphalt durch die Hitze immer wieder zusammengeschoben wurde. Außerdem werden wir irgendwo in der Pampas von einer Ziegenherde aufgehalten. Weil sie auf nichts reagieren, sondern uns nur dumm angucken, muss ich aussteigen und die Jungs und Mädels verscheuchen. Nach einer wilden Fahrt, die aber laut Susi die schnellste gewesen ist, kommen wir dann müde und erledigt in Ajaccio an. - [12.09.11 - Bonifacio](https://www.bauer-seyr.at/korsika/bonifacio) - Schön brav schlucken, gähnen, schlucken, gähnen - damit sich die Ohren nicht verschlagen. Das ist ja ärger, als beim Fliegen. Wir sind unterwegs nach Bonifacio und da geht es dauernd bergauf und bergab. Zwischendurch durchfahren wir kleine Dörfer mit ihren rumpligen Straßen oder Baustellen. Es ist eine sehr mühsame und kurvige Fahrt, es herrscht viel - [11.09.11 - Ajaccio](https://www.bauer-seyr.at/korsika/ajaccio) - Wir verlassen die Parkgarage inmitten des Zentrums der Stadt und befinden uns direkt auf dem Place du Géneral-de-Gaulle. Ein weiter Platz, wo sich Napoleon Bonaparte aus Bronze hoch zu Ross als Kaiser befindet, flankiert von seinen vier Brüdern. Eine tolle Aussicht auf das Meer und die Umgebung herum hat man von der Aussichtsterrasse am Ende des Platzes. Obwohl es schweineheiß ist, trotten wir weiter und kommen am Rathaus vorbei. Das rosafarbige Haus ist mit einer Fahne dekoriert, die darauf hinweist, dass sich die Stadt am 9. September an das Jahr 1943 erinnert, als sie als erste französische Stadt von der deutschen Besatzung im zweiten Weltkrieg befreit wurde. Hinter dem Rathaus herrscht jeden Vormittag munteres Markttreiben. Von Klamotten beginnend, Schmuck und Sonstigem steigt uns nach einiger Zeit der bekannte strenge Geruch in die Nase. Der korsische Käse aus Schaf- oder Ziegenmilch verströmt schon ein eigenes Aroma. Mein Fall ist es ja nicht, aber er findet rege Abnahme. Wir widmen uns wieder den Obst- und Brotständen, um unsere Vorräte aufzustocken. Bevor wir mit unserer Sightseeing-Tour weitermachen, verstauen wir die Sackerl im Kofferraum unseres Autos. Busse über Busse mit Ladungen von Touristen werden in die Stadt gekarrt und beinahe an jedem Platz oder Straße begegnen wir großen Gruppen, die alles blockieren oder einen über den Haufen laufen. Wie zum Beispiel beim Löwenbrunnen - auch dieser mit einem Standbild von Napoleon. Der berühmte Korse wurde in Ajaccio 1769 geboren und viele Straßen, Museen und Denkmäler erinnern an sein ungewöhnliches Schicksal. Bei unserem Rundgang durch die Stadt kommen wir auch am Geburtshaus vorbei, das heute ein Napoleon-Museum beherbergt. Im kleinen Park dahinter wieder eine Büste, die ihn als Zehnjährigen mit hübscher Lockenpracht zeigt. In der Kathedrale, die wir als nächstes besichtigen, befindet sich das Familiengrab der Bonapartes. Der monumentale Hochaltar aus weißem Marmor war eine Stiftung von Napoleons Schwester. Die Kuppel wurde in Trompe-l´œil-Malerei gestaltet, eine Darstellungsweise, in der der Betrachter hier nicht zwischen Wirklichkeit und Gemaltem unterscheiden kann. Die Reliefs sind nur angedeutet und der Raum wirkt dadurch größer. Leider können wir uns den Rest der Kirche nicht mehr ansehen, weil alle Besucher rausgeschmissen werden. Der Herrgott möchte seine Mittagsrast verbringen. Vom Jetée de la citadelle, der Mole, haben wir eine schöne Aussicht auf die Uferpromenade und den Hafen mit den verschiedensten Booten und Schiffen. Heute liegt ein Monster von Kreuzfahrtschiff, die Independence of the seas, im Hafen. Da wirken die Menschen daneben wie Stecknadelköpfe. Auch Jachten, die man sonst bestaunt, schmieren daneben komplett ab. Von den kleinen Fischer-booten ganz zu schweigen, das sind im Verhältnis dazu nur Nussschalen. Das Thermometer zeigt 33° an - also zu heiß, um noch weiter herum zu laufen. Wir lassen uns im Schatten eines Restaurants nieder und probieren mal den berühmten korsischen Roséwein und dazu Galettes, saure gefüllte Palatschinken aus Kastanienmehl – primitiv gesagt. Am Tisch neben uns verdrücken die Gäste Töpfe voll mit Muscheln. Die Stimmung wird untermalt von einem Ziehharmonikaspieler. Auch eine Flugshow mit drei alten Fliegern bekommen wir geboten. Zum Abschluss dürfen wir noch beim Ablegen des Kreuzfahrtschiffes zusehen. Es ist kaum aus dem Hafen draußen, da gleitet das nächste schon herein. Am Nachmittag fahren wir ans Ende Ajaccios hinaus zum Pointe de la Parata mit den vorgelagerten Îles Sanguinaires. Die vier kleinen, schroffen Inseln verteilen sich wie Wachposten am Eingang des Golfes von Ajaccio. Wir umwandern die Felsformation auf deren höchste Stelle ein alter Turm steht. Mit Schautafeln wird die Vegetation anschaulich dokumentiert. Zurück beim Auto beschließen wir den Tag für heute und „zuhause“ machen wir es uns im Garten mit Lesestoff gemütlich. - [10.09.11 - Vallée de l´Asco, Ajaccio](https://www.bauer-seyr.at/korsika/vallee-de-lasco-ajaccio) - Heute ziehen wir in Bastia bei Joëlle aus und das ist auch gut so. Eine Woche mit kaum Schlaf, weil die Nachbarn und Lieferanten das Ihrige dazu taten, das zehrt schon ordentlich. Das Stiegenhaus hat mich auch im Traum verfolgt und die nächtliche Gerangel um Platz im Bett... Als Draufgabe dürfen wir zum Abschluss noch die Wohnung reinigen und wenn „wir es nicht mehr schaffen, den Fußboden aufzuwischen, dann ist es auch nicht so schlimm“. Die gute Dame ist wirklich durchgeknallt! Ein neuer Tag - ein neues Ziel wartet auf uns. Die sieben Sachen sind schnell zusammengepackt, über die Todesstiege wieder hinunter gehievt, aus der engen Gasse gefahren und dann sind wir auch schon en route. Bei Ponte Lecchia biegen wir ab ins Vallée de l´Asco, ein romantisches Tal, das von reißenden Wildbächen gegraben wurde. Es bietet mit seinen Wäldern und Schluchten den Lebensraum für eine vielfältige Fauna und endemische Arten wie dem Bartgeier und dem Mufflon (eine Unterart des Wildschafs). Wir kommen bei einem Menschenauflauf vorbei, der sich beim langsamen Vorbeifahren als ein Rudel Jäger mit drei erlegten Wildschweinen entpuppt. Die Straße führt vorbei an senkrecht abfallenden Felshängen auf der einen Seite und dem teilweise ausgetrockneten Flussbett auf der anderen Seite. Wir schlängeln uns die wildromantische Strecke hoch, die zuerst spärlich, aber dann mit prächtigen Kiefern bewaldet ist. In Asco, dem einzigen Dorf im Tal, machen wir kurz Halt. Hier haben zwei Bars an der Einfahrt für die Touristen geöffnet, sonst herrscht tote Hose. Außerdem merkt man schon die Nachsaison, viele Restaurants und Sehenswürdigkeiten haben mittlerweile nicht mehr geöffnet. Wir biegen bei der Dorfausfahrt ab auf ein schmales Wegerl, das in die Schlucht hinunter führt und finden dort eine schöne alte genuesische Brücke vor, die den glasklaren Fluss überspannt. Weiter des Weges kommen wir an zahlreichen Bienenstöcken vorbei und nicht genug der Tiere - über uns kreisen wieder die Greifvögel und neben der Fahrbahn sind wieder zahlreiche Mutterkühe mit ihren Babykühen unterwegs. Mittlerweile haben wir eine Höhe von 1.900 m erreicht. Der anfangs lichte Baumbestand wird dichter und besteht hier vorwiegend aus korsischen Schwarzkiefern. Wir fahren an zwei Radfahrern vorbei, die sich plagen, die gewundene, steil ansteigende Straße hoch zu strampeln. Hut ab, aber verstehen tun wir diese Tortur nicht wirklich, zumal sie schlecht ausgerüstet sind. Am Ende der Schlucht, dem Haut-Asco, befinden sich nur Unterkünfte und Restaurants für die Wanderer. Hier soll es sich angeblich auch um ein Schigebiet handeln. Die Piste finden wir, aber der Lift dazu bleibt verschollen. Is eh wurscht, wir tun es den anderen Touristen gleich und setzen uns gemütlich an einen Tisch und genießen das Leben! Die Aussicht ist einfach ein Traum, die Berge wirken so nahe, als wären sie greifbar. Etwa eineinhalb Stunden später, wir rollen den Berg wieder hinunter, begegnen uns die beiden Radfahrer wieder. Die T-Shirts sind sichtbar waschelnass, die Köpfe hochrot und von Motivation ist auch nichts mehr zu sehen. Wäre interessant, ob sie es doch noch schaffen bis ans Ende der Schlucht? Wir werden es wohl nie erfahren. 10 km bevor wir wieder nach Ponte Lecchia kommen, parken wir unser Auto am Straßenrand, schlüpfen in unsere Badesachen und gehen in die Schlucht, um im kühlen Nass ein wenig zu plantschen. Es ist 17:00 Uhr und es hat noch 28°, da ist das gerade das richtige. Danach aalen wir uns ein wenig auf den warmen Felsen. Das Wasser plätschert meditativ neben uns, aber sch..., davon muss ich immer aufs Klo! So, jetzt müssen wir Meter machen, denn bis Ajaccio sind es noch einige Kilometer bzw. Fahrtstunden. Die Strecke bis Corte ist straßenmäßig angenehm zu fahren, aufgrund breiter Fahrstreifen und wenig Verkehr. Auffallend sind die vielen zweisprachigen Straßenschilder, bei denen von Nationalisten die französische Bezeichnung mit schwarzem Lack übersprüht wurde. Kurz vor 19:00 Uhr erreichen wir unser neues Zuhause für die nächste Woche in Ajaccio. Lina Casanova empfängt uns herzlich und wir fühlen uns von der ersten Minute an sehr wohl. Unser kleines Reich ist wunderschön, geschmackvoll eingerichtet und mehr als toll ausgestattet. Beim Empfangstrunk unterhalten wir uns aus einem Mischmasch von Englisch und Französisch und haben viel Spaß dabei. Wir lernen den Rest der Familie kennen und besser gesagt, fast den Rest, denn der weiße Kater „Diesel“ ist noch unterwegs. Mal sehen, wann der noch vorstellig wird. Laut Beschreibung im Internet soll es hier „très calme“, also sehr ruhig sein und das werden wir jetzt mal testen. Also, bonne nuit! - [09.09.11 - La Castagniccia](https://www.bauer-seyr.at/korsika/la-castagniccia) - Makelloser blauer Himmel wird uns wieder geboten - der Regen, der für Donnerstag angesagt gewesen wäre, wurde storniert. Wir verbringen unseren Urlaub fast schon wie dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“, weil wir mittlerweile schon einige Male die gleiche Strecke in den südlichen Teil Korsikas fahren. Bei Ponte Leccia biegen wir diesmal auf die D71 in die Berge ab, denn wir möchten heute die Castagniccia erkunden. Je höher wir hinauf kommen, umso bewaldeter werden die Abhänge und Kühe und Schafe betrachten die Straßen und die Umgebung als ihr Terrain. Auch viele Greifvögel ziehen wieder ihre Kreise in den Lüften. Direkt über uns können wir zweien davon bei ihrem Liebesgeplänkel zusehen. Kurve um Kurve fahren wir mittlerweile durch dichte Edelkastanienwälder. Mitten in der Pampas, wo man nichts mehr vermutet, liegt der winzige Ort St. Thomas de Pastoreccia. Die Einheimischen starren uns nach, denn Touristen sind für sie wohl fast wie Außerirdische. Am Ende des Ortes, besser gesagt nach den fünf Häusern, parken wir vor dem Friedhof. Dort befindet sich eine kleine unscheinbare steinerne Kapelle, die jedoch im Inneren wahre Schätze bereithält. Hinter einem Altartisch, auf dem ein Jesus liegt, sind die Wände voll mit den tollsten Malereien aus dem späten 15. Jhdt. Leider wurde aber 1930 die Rückwand der Kapelle bei einer missglückten Renovierung zerstört, wobei sich ein Teil der Fresken löste. Kaum vorzustellen, wie schön dieser Gottesraum im Gesamten ausgesehen haben muss. Wir winden uns weiter auf der Bergstraße entlang und überqueren den Col de Prato (985 m), um das Dörfchen La Porta zu erreichen. Hier befinden wir uns im Herzen von Korsika und stehen vor der berühmtesten Barockkirche des Landes, die Église St-Jean Baptiste. Sie wurde 1648 – 1680 erbaut und besitzt eine tolle ockergelbe Fassade. Daneben ragt stolz der freistehende Campanile hoch, den man schon von weitem sehen kann. Der Innenraum der Kirche haut uns aber um, denn dieser ist so „schräg“, dass wir aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Die Säulen und Emporen sind nur gemalt, wie so vieles andere auch, ein Wirr-Warr an Dingen und Farben. Sie ist stark renovierungsbedürftig und es würde auch nicht schaden, mal ein wenig Ordnung reinzubringen – aber auf jeden sehenswert. Auf den Spuren von Asterix und Obelix geht es weiter mit einem kurzen Stopp nahe Piedicroce an der Ruine eines Franziskanerklosters, das von den Deutschen 1943 zerbombt wurde. Es sind noch kleine Teile von Säulen und Reliefs zu sehen und es ist ewig schade, dass man diese nicht erhalten hat, sondern das Gebäude Wind und Wetter überlässt. Auch der Kirche im Ort selber statten wir einen schnellen Besuch ab. Die Église St-Pierre et St-Paul ist sehr farbenprächtig mit gemalten Marmorpfeilern. Uns gefallen die Kanzel, der Altartisch und vor allem die Orgel, die nebenbei auch die älteste Korsikas ist. Die Straße wird immer enger und es ist kaum vorstellbar, dass auf dieser ständig LKWs unterwegs sind. Der Grund dafür ist, dass in der Castagniccia die Urquelle des Orezza-Mineralwassers ist. Von einem Brunnen, der für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, kann man sich das natürliche Mineralwasser zum Trinken holen. Es ist sehr Eisen-, Natron- und Kohlensäurehaltig. Das Wasser war in der Antike schon bekannt und wurde als Heilwasser bei Anämie, Malaria, Leber- und Nierenerkrankungen und außerdem bei Störungen des Nervensystems verwendet. Nachdem ich das Wunderwasser probiert habe, bin ich froh, dass ich keine dieser Störungen habe. Es schmeckt echt scheußlich. Wir beschließen für heute der Kurverei ein Ende zu bereiten und treten den Weg zurück nach Bastia an. Von der Besichtigung der vielen Kirchen und Kapellen haben wir mittlerweile einen Heiligenschein bekommen. Und übrigens, Obelix hätte nur weiter suchen müssen, denn wir finden sie zu guter Letzt doch noch - Wildschweine. - [08.09.11 - Balagne, L´Île Rousse](https://www.bauer-seyr.at/korsika/balagne-lile-rousse) - Wir nehmen wieder die Strecke über die Berge, weil sie kürzer und auf jeden Fall schöner ist. Vorbei an St-Florent durchqueren wir auf der D81 die Désert des Agriates. Tolle, nicht zu hohe Berge, stellenweise mit Macchia bewachsen, dazwischen Steppengegend - das ist das Bild, das sich uns hier zeigt. Die gelben und roten Früchte der Erdbeersträucher leuchten in der Sonne und über uns kreisen Greifvögel. Wir erreichen die Balagne - hier werden die Berge niedriger und sind komplett mit Macchia bewachsen. Die Abhänge sind bedeckt mit Opuntien (Ohrwaschlkakteen), voll mit ihren Früchten. 15 km später kommt L´Île Rousse in Sicht mit der vorgelagerten Ile de la Pietra, auf der ein alter Turm und ein Leuchtturm stehen. Auch heute stauen wir wieder durch die Stadt. Doch wir umgehen den Stau, indem wir auf dem Parkplatz am Rand der Altstadt unser Auto abstellen. Und dann stapfen wir los – erstes Ziel: der Place Paoli. Der schöne Platz mit schattenspendenden Platanen und vielen Cafès ist der zentrale Treffpunkt der Stadt. Viele Tische sind besetzt und die Menschen lauschen dem jungen Balladensänger, der sich während des Singens in der Sonne braten lässt. Die Sting-Songs bringt er wirklich gut rüber, das muss man ihm zugestehen. In der Mitte des Platzes umgeben vier große Palmen einen Brunnen mit der Büste Pasquale Paolis. Dieser Herr verfolgt uns schon seit dem ersten Tag. Es handelt sich um einen Verfechter der Demokratie und unter ihm erlebte Korsika 14 Jahre andauernde Zeit der Unabhängigkeit. Er wurde aber von französischen Truppen geschlagen und ging danach ins Exil nach England. Auf der Place du marché schlendern wir durch die offene Markthalle und probieren mal dies, mal das. Der Verkäufer mit den Honigprodukten schaltet von Satz zu Satz zwischen Französisch und Deutsch um. Er wäre der geborene Marktschreier für Hamburg. Einen Stand weiter probiert Wolfgang dann den Schaf- und Ziegenkäse (nicht so mein Fall). Und natürlich wollen die Verkäufer ihre Ware auch an den Mann bringen und fragen gleich, wie viel er haben möchte. Da antwortet Wolfgang brav mit dem im letzten Jahr einstudierten Satz „je ne peux pas parler français“. Darauf antwortet ihm der Mann, dass er sehr gut französisch spricht. Ich krieg einen Lachkrampf! Käse wird´s keiner - aber wir nehmen uns Kastanienhonig mit, denn der hat uns sehr gut geschmeckt, weil er nicht so süß ist. Dann spazieren wir durch die Altstadt entlang der Rue Notre-Dame. Von dort erstreckt sich eine Esplanade, die zur Ile de la Pietra und zum Leuchtturm führt. Der Abhang ist mit Mittagsblumen (leider schon verblüht) bewachsen. Das ockerfarbige Gestein harmoniert schön mit dem kristall-klarem, türkisen Meer und verlockt dazu hinein zu springen. Das haben auch einige gemacht, vor allem wird hier geschnorchelt. Tja, wir haben unser Schnorchelzeugs auch mit, aber das liegt gut im Kofferraum des Autos und das ist uns jetzt eindeutig zu weit weg. So, wir haben in der prallen Mittagssonne den Berg erklommen und stehen nun vor dem Leuchtturm. Von hier oben haben wir eine tolle Aussicht auf das Meer, auf die Stadt und weit in die Berge hinein mit den kleinen Dörfern, die auf den Abhängen kleben. Erhitzt und verschwitzt haben wir uns jetzt unser Steak und Salat verdient, das wir uns in einem Gastgarten in der Altstadt bestellen. Gestärkt und ausgeruht führt uns unsere Reise weiter auf der Route des Artisans, eine touristische Strecke durch die schönen Dörfer der Region, die entlang der D71 wie Schwalben-nester an den Felsen kleben. Hier kann man die alten, in der Balagne über Jahrhunderte ausgeübten Handwerksberufe kennenlernen. In Pigna, dem Hauptsitz der Künstler-genossenschaft spazieren wir durch die vielen, gewundenen Gassen des kleinen Orts und gucken in einige winzige Lädchen und Ateliers. Wir erstehen eine CD mit korsischen polyphonen Gesängen. Diese Art von korsischer Musik hat auf der Insel eine lange Tradition und erlebt in den letzten Jahren seine Wiedergeburt. Auf der ganzen Insel wird auf zahlreichen Festivals die Musiktradition gepflegt. Dreistimmig von Männern gesungen, stammen Texte und Melodien teilweise aus dem Mittelalter und wurden mündlich überliefert. Sie handeln von Alltagssituationen und sind nicht sakralen Ursprungs. Auch einen Blick in die kleine Kirche werfen wir und sind ganz hingerissen von der Mischung hübscher Figuren aus Großmutters Zeiten und moderner Kreuzwegbilder aus Steinen. Das gesamte Dorf sieht aus, als wäre die Zeit stehen geblieben. Außerdem ist es Autofrei und besitzt die Auszeichnung „Ville fleuri“ mit zwei Blumen. Das ockergelbe Dorf mit seinen hellblauen Fensterläden gefällt uns, aber unsere Reise geht trotzdem weiter. Auf dem Weg nach Aregno begegnen uns immer wieder Friedhöfe mit großen, weißen Mausoleen. Auch die Église de la Trinité befindet sich inmitten eines Friedhofs. Der Kapellenbau aus mehrfarbigen Granit und breitem Türsturz ist dekoriert mit vielen Figuren, die ihre Geschichte erzählen. Sie sollte wieder ein Highlight unserer Reise sein - und das darf doch nicht wahr sein, aber auch diese Kirche ist aufgrund von Renovierungsarbeiten verpackt, sodass fast alle Details verdeckt sind. Jetzt sind wir aber schon a bissi sauer! Daher fahren wir weiter bis auf 500 m den Berg hinauf, nach Sant´Antonino. Hier ist es auch möglich, sich auf dem Rücken eines Esels den Hügel rauftragen zu lassen – wirklich! Die Häuser wurden rund angelegt und auf gepflasterten Gassen laufen wir wie in einem Labyrinth durch überwölbte Gänge. Irgendwann landen wir auf einer Aussichtsterrasse, von wo wir einen 360° Panoramarundblick in die Balagne haben. Bei schönstem Abendlicht und korsischen Klängen treten wir die Rückreise an. - [07.09.11 - Calvi](https://www.bauer-seyr.at/korsika/calvi) - Bevor wir Bastia verlassen, bekommt unser Auto die erste französische Tankfüllung verpasst und mit diesem Luxussaft für satte 1,57 Euro pro Liter geht es heute an die Westküste. Übrigens, dort werden wir uns noch freuen, dass wir hier „so billig“ getankt haben, denn in Calvi ist der Sprit um 1,63 Euro zu haben. Über zwei Stunden Fahrt stehen uns bevor und auf der Strecke sehen und erleben wir so einiges, sodass uns nicht langweilig wird. Seien es die vielen zerschossenen Verkehrsschilder oder die wahnsinnigen Autofahrer mit ihren riskanten Überholmanövern. Zur Ablenkung hören wir beruhigende irische Musik. Wir kommen zu einer Baustelle mit Ampel, an der ein Timer die zwei Minuten Wartezeit herunter zählt – sowas ist uns auch noch nie begegnet. Der Verkehr kommt auch in l´Île-Rousse zum Stocken, weil die Stadt im Verkehr erstickt. Ab hier werden wir begleitet von traumhafter Landschaft mit Blick auf die Küste und den weiten Horizont. Kurz nach Mittag erreichen wir Calvi, es hat 30° und stürmische Winde wehen uns um die Ohren. Unser Auto lassen wir auf einem großen Parkplatz im Hafen stehen und schlendern zur Zitadelle hoch. Die hohen, ocker-farbigen Bastionsmauern erheben sich über die Unterstadt und den Hafen. Auf unserem Rundgang innerhalb der Mauern haben wir von allen Seiten eine tolle Aussicht auf die schönen Häuser, die in Größe und Farbe wunderbar harmonieren. Im Hafen ankern neben den Fischerbooten auch die Wahnsinnsjachten der Schönen und Reichen und etwas außerhalb liegt ein Kreuzfahrtschiff der TUI. Am Kai reiht sich ein Restaurant an das andere und in einem davon haben wir zuvor noch gut gespeist. Um in die Altstadt zu kommen, spazieren wir mit Steinen gepflasterte Treppengassen hinauf. Über dem Place d´Armes thront die Église St-Jean Baptiste mit ihrer großen Laternenkuppel. Sie wurde im 13. Jhdt. erbaut und 1576 zur Kathedrale erhoben. Der Innenraum ist weiß getüncht und bis auf den bunten Fliesenboden sehr schlicht gehalten. An einem Pfeiler befindet sich eine geschnitzte Eichenkanzel mit fantasievollen Motiven. Sehenswert sind auch das elegante Weihwasserbecken aus Alabaster, der Renaissance-Taufstein und natürlich die Madonna in ihrem hübschen hellblauen Gewand. Nicht zu vergessen ist der Ebenholz-Christus, der auf einer Trage steht, in seinen Händen Weintrauben und ein Palmenblatt und darauf wartet, abgeholt zu werden. Der Überlieferung nach wurde er während der Türkenbelagerung 1553 durch die Stadt getragen und hat nach dem Ende der Belagerung den Namen „Wundertätiger Christus“ bekommen. Eine Gasse weiter unten liegt etwas versteckt die Betkapelle der Bruderschaft des Hl. Antonius mit tollen Fresken im Innenraum. Er ist der Schutzpatron des Viehs und wird daher mit Schweinen dargestellt. Wir schlendern wieder in die Neustadt hinunter und es hat den Eindruck, als gäbe es hier nur Geschäfte. Wir tun es den anderen Touristen gleich und stürzen uns auch ins Gewühl. Aber außer einem Wasser und zwei Flaschen Wein ist bei uns nichts drin. Der typische Touristenkram findet bei uns keinen Gefallen und die Klamotten, die es jetzt für Minus 50% zu erstehen gibt, sind auch nicht zu gebrauchen. Zum Abschluss des Tages gönnen wir uns noch einen café au lait und dann machen wir uns gegen 17:00 Uhr bei noch 29° auf die Rückfahrt. Im tollen Licht der Abendsonne und den Klängen von Carla Bruni´s Chansons lassen wir den Tag nochmals Revue passieren. - [06.09.11 - Serra di Pigno, Murato, St-Florent](https://www.bauer-seyr.at/korsika/serra-di-pigno-murato-st-florent) - Um unser erstes Ziel von heute zu erreichen, fahren wir wieder in die Berge. Einen Teil der Strecke kennen wir von gestern Abend schon, nur biegen wir vor Patrimonio zum 960 m hohen Serra di Pigno ab. Schon ab der Kreuzung wird die Straße, wenn man das überhaupt noch so nennen kann, schmäler. Der Asphalt weist kratertiefe Schlaglöcher wie nach einem Meteoriteneinschlag auf. Ab etwa der halben Strecke bevölkern Ziegen die Straße und erst durch unser Zurufen traben sie gemächlich zur Seite. Oben angekommen gehört der Berg nur uns, denken wir erst. Denn neben der riesengroßen Radarstation, oder was immer das auch ist, liegen gemütlich Kühe herum. Aber was fressen die Viecher hier oben eigentlich? Es wächst da nur halbhohe Macchia und hin und wieder mal eine Herbstzeitlose. Der Wind bläst ordentlich, aber das ist mal eine gute Abwechslung zur Schwüle in den Städten. Dafür haben wir eine traumhafte Aussicht auf Bastia, St-Florent, das Meer und die umliegenden Bergen. Es herrscht hier eine Ruhe, die nur durch das Surren des Senders etwas gestört wird. Wir genießen eine Weile den Frieden und dann kehren wir zur Kreuzung zurück. Von dort nehmen wir die D38, die uns in das Gebiet des Nebbio bringt. Während wir die schmale Bergstraße hinunter fahren, öffnen sich weite Blicke auf die Felder rundherum. Wir legen bei Oletta den nächsten Halt ein. Die Kirche sieht nur von außen toll aus, das Innere muss man nicht unbedingt gesehen haben, obwohl unser Reiseführer davon schwärmt. Uns beeindrucken da die Greifvögel mehr, die in der Luft regelrecht schweben und ihrer Beute auflauern. Weiter des Weges in den Süden kommen wir unserem Highlight des Tages immer näher, nämlich der Kirche San Michele in Murato. Sie wurde in etwa 1280 aus grünem Serpentin und Kalkstein erbaut und an der Außenfassade reichlich mit Figuren verziert. Da sie sich etwas außerhalb des Ortes befindet und auf einem kleinen Plateau steht, kommt sie besonders gut zur Geltung. Tja, so sollte das alles sein, aber als wir die letzte Kurve rumfahren und auf dem Parkplatz stehenbleiben, ist der Schock riesengroß. Die Kirche ist zu unserem Entsetzen in ein blaues Kondom verpackt. Das darf doch nicht wahr sein! Arbeiter klopfen an der Fassade herum und um die Kosten von 607.329 Euro soll sie in ein neues Kleid gepackt werden. Die Enttäuschung ist riesengroß. Auf der Strecke nach St-Florent machen wir noch einen kurzen Halt in Piève. Der tolle Glockenturm und die drei Menhir Statuen daneben, ehemalige Grabstelen aus kristallinem Schiefer, versöhnen uns wieder ein wenig. Die letzten Kilometer vor St-Florent sind landschaftlich wieder traumhaft. Die Abhänge sind bewachsen mit mächtigen Kakteen, Edelkastanien und Feigen- und Olivenbäumen. Die Fahrt auf der engen, sehr kurvigen Straße kostet viel Konzentration, die plötzlich von halbwilden Schweinen auf der Straße unterbrochen wird. St-Florent ist schon von weitem sichtbar und an der Hafeneinfahrt wuselt es nur so von Menschen. Der Badeort wird auch „St. Tropez von Korsika“ genannt, da er schöne Strände hat und vor allem einen großen Hafen besitzt. Dort stellen wir auch unser Auto ab und können auf dem Weg in die Altstadt die vielen, tollen Jachten bewundern. Wir spazieren durch die verwinkelten Gassen, vorbei an lauschigen Plätzen, bis zur Zitadelle hoch. Sie überragt die Stadt und den Hafen und von dort haben wir einen tollen Blick auf die alten, auf Meereshöhe erbauten, Häuser. Abschließend streifen wir noch durch die Einkaufsstraßen und im Hafen wieder angekommen, schauen wir einer Gruppe junger Boule Spieler noch eine Zeitlang zu. So, das war´s für heute – Rückfahrt und zuhause noch gemütlich machen, morgen ist auch noch ein Tag! - [05.09.11 - Cap Corse](https://www.bauer-seyr.at/korsika/cap-corse) - Das Hinausfahren aus der Stadt ist schon ein Abenteuer für sich. Der Straßenrand ist verparkt, die Lieferanten stehen daneben auf der Straße und dazwischen queren die Fußgänger in alle Richtungen. Zudem sind die Fahrstreifen nicht breiter, als sie unbedingt sein müssen. Daher geht es zwar mit stop and go doch flüssig voran. Es gibt kein Gedränge oder Gehupe, sondern es wird sehr zuvorkommend gefahren. Ein Kreisverkehr nach dem anderen hält den Verkehr flüssig und die Korsen manövrieren ihre kleinen Autos gekonnt durch die kleinsten Gassen und Kurven. Die Fahrt entlang der Küste des Cap Corse ist sehr scenic, ein Blütenmeer wohin man schaut und rechterhand das türkise Meer mit den Badebuchten. Unser erster Abstecher nach Castello zur Chapelle Notre-Dame-des Neiges ist leider erfolglos, da die süße kleine Kapelle aus Stein leider verschlossen ist. Vorbei am Ort Erbalunga, der direkt auf einer Landzunge klebt, schlagen wir uns wieder ins Landesinnere durch nach Sisco. Aber auch da bleiben uns die Tore verschlossen. Genug von Kirchen und Kapellen, ab jetzt bleiben wir auf der Durchzugsroute und widmen uns der schönen Landschaft. Die Abhänge sind bewachsen mit Macchia Büschen und Feigenbäumen und die Straße ist in der Höhe in den Felsen gehauen. Große Flächen der Macchiasteppe ist im heurigen Sommer einem Brand zum Opfer gefallen, da gibt es außer Asche nichts mehr zu sehen. Entlang der malerischen Buchten mit kleinen Marinas, können wir immer wieder einen der vielen korsischen Genueser Türme, wie zum Beispiel die Tour de Losse, sehen. Diese Türme wurden auf Betreiben der Schutzmacht Genua erbaut und dienten hauptsächlich als Beobachtungsposten. So konnte man die Bevölkerung vor drohenden Gefahren warnen, damit diese ins Hinterland flüchten konnte. Außerdem waren die Turmwächter dafür zuständig, von den durchfahrenden Schiffen die Abgaben zu kassieren. Heute gibt es auf Korsika noch etwa 60 dieser Türme, die restauriert werden. Bei Macinaggio biegen wir ins Landesinnere ab und müssen bis Rogliano die kurvige, schmale Straße mit Schlaglöchern und ohne Bankett befahren. Der Gegenverkehr kann sich über einen breiteren, frisch asphaltierten Fahrstreifen freuen. Wir erreichen den Pass (der Col de la Serra - 365 m) und nach einem halbstündigen leichten Marsch aufwärts kommen wir zur Moulin Mattei. Das ist eine der seltenen Windmühlen und wurde nach dem Ersten Weltkrieg von dem Spirituosenfabrikanten Mattei gekauft und restauriert. Seine Produkte sind angeblich berühmt und anerkannt, wir haben aber davon noch nie was gehört. Von hier oben haben wir einen malerischen Ausblick auf den Hafen von Centuri. Weiter geht es über Ersa bis an die Westküste nach Centuri. Es ist mittlerweile fast zwei Uhr nachmittags und Hunger macht sich in uns breit. Daher fallen wir in das nächstbeste Restaurant ein, einem Fischlokal. Was wir zu essen bekommen, das sind wir uns nicht ganz sicher, da wir unser Dictionary vergessen haben und mir die Küchenbegriffe nicht mehr so geläufig sind. Na, dann lassen wir uns eben mal überraschen. Während wir auf unser Essen warten, können wir zusehen, wie die Kellnerin den Gästen die lebendigen Langusten auf den Tisch setzt, damit diese schon Freundschaft schließen können. Meint der Gast, dass es dem Tier in seinem Bauch gut gefallen könnte, dann wird die Languste in die Küche gebracht, um wenig später auf einem Teller wieder zurück zu kommen. Ja und was ist aus unserer Bestellung geworden? Wir bekommen leckere Frito Misto, Dorade und „Liché“ - keine Ahnung, was das für ein Fisch ist, Wolfgang schmeckt er auf jeden Fall sehr gut. Wir sind zum Bersten voll als wird das Restaurant verlassen und etwas träge setzen wir unsere Tour fort. Das winzige Dorf Canelle ist unser nächstes Ziel und das können wir jedem Korsikabesucher nur wärmstens empfehlen. Enge Gässchen, mit Schieferplatten gepflastert, Stufen, die unter überwölbten Durchgängen in den Fels geschlagen sind, führen durch das Dorf, das – so scheint es – bis heute nicht aus seinem Dornröschenschlaf aufgewacht ist. Das eintönige grüne Schiefergestein wird aufgeputzt von den schönen Oleanderblüten. Nach dem letzten Haus kommen wir zu einer in Stein gefassten Quelle, geschmückt mit einer kleinen Statue. Drei Frauen sitzen gemütlich auf ihren Hockern, den Zeichenblock auf dem Schoß und versuchen die Stimmung abseits jeglicher Hektik auf Papier festzuhalten. Richtig romantisch! Wir fahren wieder zurück nach Centuri, wo wir einen hübschen kleinen Hafen vorfinden. Das Becken ist gefüllt mit Fischerbooten und am Ufer liegen Berge von Fischernetzen. Draußen an der Mole peitscht das Meer ans Ufer und die feine Gischt erfrischt unsere Haut. Bevor wir uns wieder auf die Reise machen, schlendern wir ein wenig die Hafenmauern auf und ab. Die Westküste zeigt sich von einer ganz anderen Seite als der Osten. Sie ist stärker zerklüftet und die Hänge fallen steil zum Meer ab. Agaven und mächtige Opuntien bedecken die Abhänge, die gerade voll sind mit Kaktusfeigen. Die untergehende Sonne spiegelt sich bereits im Meer, als wir einen kurzen Halt in Pino einlegen. Hier können wir Boule Spielern im Schatten großer Platanen eine Weile zusehen und danach auch unsere Einkäufe erledigen. Unser letztes Ziel für heute ist Nonza, das sich regelrecht an die Steilküste über dem tiefblauen Meer klammert. Der einstige Turm einer Festung aus grünem Schiefer ragt heute noch über den Ort hinaus. Von dort oben haben wir einen weiten Ausblick auf den schwarzen Kieselstrand, der aus den Gesteinshalden einer früheren Asbestmine stammt (geschlossen seit 1965). Vom Fuß des Turms können wir auch auf den kleinen Platz mit der entzückenden Église Ste-Julie hinuntersehen. Die Dorfkirche aus dem 16. Jhdt. ist gelb und orange bemalt mit türkisfärbigem Portal und besitzt eine tolle Freitreppe am Eingang. Zum Abschluss des Tages genehmigen wir uns noch ein Pietra in der Bar „La Sassa“ unmittelbar unter dem La Tour de Nonza und lauschen dem Meeresrauschen und dem französischen Gequassel rund um uns. Der Duft von Rosmarin, Basilikum und Weinraute, die hinter uns am Abhang wachsen, strömt in unsere Nasen. Ach, ist der Urlaub schön! Wir brechen auf und können so während der Rückfahrt noch den schönen Sonnenuntergang genießen. Der Verkehr ist sehr wenig geworden und so beschließt Wolfgang die Pole Position in der Tour-de-Korsika zu übernehmen. Im Halbdunkel durchqueren wir das Patrimonio, wo ein Weingut neben dem anderen liegt. Aber denen widmen wir uns später. - [04.09.11 - Corte](https://www.bauer-seyr.at/korsika/corte) - Fast die ganze Nacht hat es heftig gewittert und geschüttet. Aufgrund der hohen, engen Gassen hat der Donner ordentlich gegrollt, so dass wir das Fürchten gelernt haben. Aber wie von Zauberhand weggewischt, sieht der Tag heute eigentlich ganz freundlich aus. Mal sehen, ob wir der Ruhe trauen können, denn laut Wetterbericht soll es ja heute den ganzen Tag regnen. Wir beschließen den Tag in Corte zu verbringen, das auf halber Strecke nach Ajaccio liegt, unserem Ziel in der zweiten Woche. Corte war von 1755 bis 1769 Hauptstadt der Korsischen Nation und ist es bei den Korsen heimlich auch geblieben. Die Straßen sind wider Erwarten sehr gut zu fahren und die prächtigen blühenden Oleanderhecken auf beiden Seiten bringen unsere Reiselust auf den Höhepunkt. Wild romantisch wird es dann, als wir in die Berge kommen. Steile Abhänge aus grünem Schiefergestein glänzen in der Sonne und rundherum Büsche und Bäume – Natur pur. Nach nicht ganz eineinhalb Stunden erreichen wir Corte und stellen unser Auto am Fuß der Stadt in einer Parkgarage ab. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen ist, dass wir dafür heute keinen Cent bezahlen müssen. Merci beaucoup – vielen Dank! Unsere Rucksäcke umgeschnallt und dann geht es auch schon los. Unser erstes Ziel ist die Chapelle Ste-Croix mit ihrer hellblauen, schlichten Fassade. Diese kleine Einraumkapelle könnte mit ihrer Einrichtung aus einem alten Heimatfilm stammen. Über dem Altar befindet sich ein großes Reliefmedaillon mit der Jungfrau aus der Offenbarung. Die kleine Orgel ist umgeben mit einer geschwungenen Tribüne, die mit kunstvollen Gemälden geschmückt ist. Wirklich süß! Punkt 12:00 Uhr erreichen wir die Altstadt. Essensgerüche steigen uns von allen Seiten in die Nase, kein Wunder, reiht sich doch auf dem Place Gaffori ein Restaurant neben das andere. Aber bevor wir es uns gemütlich machen, muss erst noch ein bisschen Bildung sein. Der Platz wird dominiert von der beigefarbigen Église de l ´Annoniciation aus dem Jahr 1450. Diese wirklich hübsche Kirche ist mit buntem Anstrich bekleckst und das schlichte Interieur sehr übersichtlich gestaltet. Bemerkenswert ist auch die kleine holzgeschnitzte Orgel. Auf dem Platz befindet sich die Statue von General Gaffori, ein 1704 geborener Arzt, der gegen Genua einen bewaffneten Aufstand führte. Direkt daneben erhebt sich die Fassade eines Hauses, in der noch die Kugeleinschläge zu sehen sind, die bei der Belagerung Cortes durch die Genuesen entstanden. Enge Straßen und Gassen mit Kugelsteinen gepflastert, schlängeln sich kurvig den Berg hinauf und schnell erreichen wir die Aussichtsplattform Bélvedère. Von dort haben wir einen schönen Rundumblick auf die Bergwelt und auf die Zitadelle, deren ältester Teil, das sogenannte „Adlernest“ in exponierter Lage auf einem Felssporn thront. Leider können wir diese traumhafte Aussicht nicht lange auf uns wirken lassen, denn nun hat uns der Regen eingeholt und es beginnt leicht zu tröpfeln. Nein, in wenigen Minuten hat der Nieselregen zu ordentliche Schauer gewechselt und wir schaffen es gerade noch rechtzeitig unter die Sonnenschirme des Restaurants „U Campanile“. Im Nu haben sich alle Sessel, die so halbwegs im Trockenen stehen, gefüllt. Da der Steinboden diese Wassermengen nicht aufnehmen, geschweige denn ableiten kann, stehen wir schon nach kurzer Zeit im wahrsten Sinn des Wortes im Regen. Die Kellnerin bringt leere Eisbehälter, damit die Gäste nach ihren Aussagen nicht im „Swimming Pool“ stehen müssen. Der Ideenreichtum nimmt kein Ende, denn das Servicepersonal bekommt beim Bringen der Teller Begleitschutz mit Sonnenschirmen, sodass das Essen trocken zu den Gästen kommt. Obwohl es schüttet wie aus vollen Schaffeln ist der Humor der Gäste ungebrochen. Wir genießen unser Essen in vollen Zügen – es gibt Wildkräuter- und Wildschweinpastete, Lammragout und Korsischen Käse mit Feigenmarmelade. Das Pech für einige, dass die Tische in den Restaurants bald alle belegt sind, ist das Glück des Herrgotts in der Kirche nebenan, denn der kann sich jetzt über regen Besuch freuen. Selbst der schwarze Dorfhund folgt dem Beispiel der Touristen und trottet mehrmals hinein. Kurz vor halb vier setzen wir uns aber auch wieder dem Regen aus und huschen so schnell es geht zur Parkgarage zurück. Nass bis auf die Unterwäsche (unser neuer Regenschirm schirmt alles ab - nur nicht den Regen) erreichen wir das Auto und schon geht es direkt nach Bastia zurück. Die gesamte Fahrt über gießt es in Strömen. Die teilweise sintflutartigen Regenfälle führen dazu, dass Straßenabschnitte mit Erdmorast überflutet werden und viele Autofahrer am Straßenrand stehenbleiben. Es blitzt und donnert, dass es nur so kracht. Polizei ist unterwegs und Hupkonzerte machen die Situation noch spektakulärer. Wir sind froh, als wir die Garage in Bastia wieder erreichen. Keine zwei Stunden später ist der Regen wie weggeblasen und über dem Meer ist bereits wieder blauer Himmel zu sehen. - [03.09.11 - Bastia](https://www.bauer-seyr.at/korsika/bastia) - Eine schlecht geschlafene Nacht liegt hinter uns und es ist nach wie vor sehr schwül. Bei der geringsten Bewegung klebt die Haut, als hätten wir uns mit Leim eingecremt. Da bringt die kalte Dusche nach dem Frühstück nur kurzfristig Abkühlung. Danach packen wir die wichtigsten Dinge und stapfen los. Unmittelbar um die Ecke unserer Unterkunft befindet sich die Église Sainte Marie. Die gelbe Kirche wurde 1495 errichtet und 1570 zur Kathedrale erhoben. Im Innenraum dominiert der wunderschöne Boden aus weißem Carrara-Marmor, rotem Marmor aus Oletta und blauem Marmor aus Corte. Wer sich hier in der Kirche eine Abkühlung erwartet, der wird enttäuscht, denn es hat hier nahezu die gleiche Temperatur wie in einer Sauna. Im Pfarrhaus neben dem Kirchengebäude wohnten der Schriftsteller Viktor Hugo und sein Vater einige Jahre. Wir schlendern weiter und kommen an einem kleinen, aber sehr stilvollen Flohmarkt vorbei. Unser Rundgang führt uns durch die schmalen Gassen mit ihren mehrstöckigen Häuserfronten. Bemerkenswert sind hier die nachgerüsteten kleinen Klos auf den Balkonen. Der erd- und pastellfarbene Putz bröckelt an vielen Stellen schon von den Fassaden und viele Fenster hängen in ihren Rahmen. Die aus den Fenstern aufgespannte Wäsche bringt etwas Farbe in das schmutzige Gelb und das triste Grau. Aber das passt einfach alles in das südliche Flair. Das wird komplettiert von den vielen schön blühenden Oleanderbüschen, Hibisken, Bougainvilleas, Feigenbäumen und Palmen. Wir machen einen kurzen Abstecher zum Ancien palais des gouverneurs, dem früheren Palais des genu-esischen Gouverneurs (15. - 18. Jhdt.). Seit dem 20. Jhdt. steht das Gebäude auch unter Denkmalschutz und beherbergt heute ein Museum. Am Kai des Hafens sind die Restaurants wie auf einer Perlschnur aufgereiht und die Speisekarten lassen uns schon jetzt das Wasser im Mund zusammenlaufen. Dominiert wird das Hafenviertel aber von der Barockkirche Saint-Jean-Baptiste mit ihren zwei mächtigen Glockentürmen. Sie ist Johannes dem Täufer geweiht und die größte Pfarrkirche Korsikas. Hier werden wir Zeuge einer für uns ungewöhnlichen Taufe. Ein kleines, etwa zweijähriges Mädchen ist heute der Mittelpunkt des Spektakels, das von einem jungen, feschen Priester vollzogen wird. Am Taufbecken wird der Kleinen erst eine Ladung Wasser über den Kopf gegossen und danach darf sie sich´s auf dem Altartisch bequem machen. Zu guter Letzt darf sie eine an einer Leine gehängten Glocke läuten und das lässt sie sich nicht zweimal sagen. Im Gegenteil, sie hört gar nicht mehr auf zu bimmeln. So, nun können wir uns dem Inneren der Kirche widmen. Auf dem schwarz-weißen Steinfußboden stehen schlichte, dunkelbraune Holzbänke, die gut mit dem Gold der prachtvollen Orgel harmonieren. Auf dem barocken Hochaltar befindet sich ein Christus aus Pappmaché und im hinteren Teil des Gotteshauses bewundern wir das mächtige Taufbecken aus Marmor. Wir verlassen die Kirche über den Seitenausgang und befinden uns direkt auf dem Place du Marché. Der Marktplatz ist mit Schieferplatten verlegt und hat sein ursprüngliches Erscheinungsbild bewahrt. Zu unserer Freude ist heute Markttag und so stürzen wir uns gleich ins Getümmel. Erst mal flanieren wir von Stand zu Stand und gucken, was es da so Köstliches gibt. Und das ist schon einiges – Kastanienbrot, Hasenfleisch, Weiße Pfirsiche, Ziegenkäse, Wildschweinwurst, getrocknetes Fleisch, Kaktusfeigen, Honig, Blumen und vieles, vieles mehr. Die verschiedensten Düfte vermischen sich und wir fühlen uns so richtig wohl. Daher greifen wir auch gleich zum Portemonnaie und kaufen Obst, Brot und Fleisch für die Jause am Abend. Unser nächstes Ziel führt am Hafen vorbei, wo gerade wieder einige Fährschiffskolosse ankern. Im ruhigen Wasser des Hafenbeckens schaukeln die Yachten und kramen Fischer auf ihren Booten herum. Jetzt kommt das Urlaubsgefühl in uns so richtig auf. Wir spazieren wieder eine Gasse hinauf und erreichen den Place St. Nicolas, einer der größten Plätze Europas. Er ist sogar größer als der Petersplatz in Rom. Aber er hat nicht das Flair; die große Fläche wurde mit rotem Asphalt geteert und bis auf ein Kriegerdenkmal und einer großen Statue von Napoleon ist er schmucklos. Eine Platanen- und Palmenallee fassen den Platz ein, die etwas Schatten bieten. Die Sonne knallt heute wieder so richtig herab und daher beschließen wir hier unsere Mittagspause einzulegen. Wir nehmen an einem der vielen Tische des Restaurants „U L´essentiel“ Platz und bestellen Salat, Wasser und Cola für den Kreislauf. Obwohl wir noch kurz zuvor beschlossen haben, uns hier nicht mehr wegzubewegen, schlendern wir doch weiter und besuchen die kleine Bruderschaftskapelle Oratoire de l´Immaculée Conception. Ein wunderschönes Kieselmosaik auf dem Vorplatz zieht schon am Eingang unsere Aufmerksamkeit auf sich. Der Bau der Kapelle wurde 1589 begonnen und in den nächsten Jahrhunderten mit der Innenausstattung komplettiert. Die Wände sind im unteren Teil mit geschnitztem Holz getäfelt und darüber mit karmesinrotem Samt bespannt. In einer Seitenvitrine befindet sich die Marienstatue der „Unbefleckten Empfängnis“, die jedes Jahr am 8. Dezember in einer Prozession durch die Straßen der Altstadt getragen wird. Auf dem Rückweg zu “unserem” Haus machen wir noch einen Abstecher zum Jetée du Dragon, dem Ende der Hafenmole, von wo wir eine tolle Aussicht auf das Hafenbecken, die Fähren, das Häusermeer und die umliegende Gegend haben. Geschafft und mit schmerzendem Fuß (Wolfgang) spazieren wir nach Hause. Nach einem Nachmittagsschläfchen gibt es die Dusche Nummer zwei und dann fallen wir über unsere Errungenschaften vom Markt her. Es ist mittlerweile kurz nach 18:00 Uhr, es beginnt zu donnern und dann kommt ein ordentlicher Regenguss, der aber nicht lange andauert. Gegen 20:00 Uhr verlassen wir nochmal das Haus und schlendern zweimal ums Hauseck, wo wir uns am Place du Donjon in einer Brasserie niederlassen. Wir bestellen uns Cocktails, lauschen dem Chansonnier und beobachten die vorbeiflanierenden Menschen. Es ist wieder so angenehm geworden, sodass wir ohne Jacken gemütlich den Abend ausklingen lassen. Bonne nuit! - [Korsika](https://www.bauer-seyr.at/korsika) - Früher, als vom Wecker geplant, reißt uns der Brandmelder aus unseren Träumen. Nachdem wir feststellen, dass es ein Fehlalarm gewesen ist, ist an Weiterschlafen nicht mehr zu denken, denn ab nun sind die Gelsen lästig. Mit noch zugeschweißten Augen werden die letzten Notwendigkeiten erledigt und während wir noch unsere Cornflakes essen, bekommen wir von Susi (TomTom) bereits unsere ersten Anweisungen. A bissi bald, aber sie will sich halt schon wichtig machen! Wir plündern noch den Bankomat und Punkt 06:00 Uhr fahren wir auf die Autobahn auf. Es liegen 888 km vor uns - eine lange Strecke, aber egal, es geht in den Urlaub! Dunst- und Nebelschwaden, die ab Linz immer dichter werden, liegen über Wiesen und Feldern, und es hat 12 Grad. Der Tradition folgend kehren wir in der Raststation in Mondsee ein, um dort zu frühstücken. Und wie jedes Mal beglückt uns der Sonnenaufgang über dem See mit den umliegenden herrlichen Bergen. Auch unser Auto bekommt Frühstück an der Tankstelle und dann geht unsere Reise so richtig los. Bis auf kurze Pipi-Pausen, Füße-Vertreten und Fahrertauschen düsen wir direkt Richtung Süden. Das Wetter ist mittlerweile sehr schön geworden. Bei der Durchquerung von Südtirol kommen die Glücksgefühle wieder hoch, die uns Sterzing, Brixen, Bozen & Co beschert haben, als wir vergangenes Jahr dort unseren Urlaub verbracht haben. Trotz der vielen Baustellen kommen wir zügig voran, begleitet von einer traumhaften Landschaft und rundherum flankiert von prächtigen Bergmassiven mit ihren Burgen und endlos scheinenden Weinbergen und Apfelplantagen. Später gesellen sich dann Olivenbäume und Säulenzypressen dazu. Bei Verona wird der Verkehr dichter und wir werden dazu genötigt, fast ständig auf der Überholspur zu fahren, weil der rechte Fahrstreifen von LKWs aus aller Herren Länder dominiert wird. Kurz vor halb zwei legen wir bei Mantua unsere Mittagsrast ein und bekommen eine Ohrfeige, als wir aus unserem klimatisierten Auto aussteigen. 30° warme Luft fegt uns um die Ohren und ich bin mit langen Jeans, Socken und Jacke unterwegs. Wir haben die Abzweigung nach Bologna verlassen, da überholt uns die Polizia, um dann mit Warnblinkanlage und Leuchtschrift „traffico rallentato“ im Zick-Zack über die mittlerweile vier Fahrstreifen zu fahren. Was soll das denn? Alle Autos und LKWs werden ausnahmslos dazu verdonnert, hinter ihnen mit 70 km/h herzufahren. Nach einigen Minuten, ein Winken aus dem Fenster und die Polizei zischt im Höllentempo wieder ab. Doch der Action nicht genug, kurz darauf wirbelt ein schräg vor uns fahrendes, schwarzes Auto Rauch auf. Oje, wir sehen, dass er links hinten einen Reifenplatzer hat. Wir lassen ihn vorne vorbei, damit er von der Autobahn abfahren kann. Eine Baustelle nach der anderen, ein Tunnel nach dem anderen und es herrscht sehr dichter Verkehr – das Fahren ist jetzt schon sehr anstrengend. Die Außentemperatur ist mittlerweile auf 35° gestiegen, nur gut, dass wir noch nicht raus müssen. 16:15 Uhr – Hurra, wir haben es geschafft, wir sind in Livorno. Ab jetzt hängen wir am Fährhafen in der Wartelinie herum. Eineinhalb Stunden später gleitet unsere Fähre, die Marina Seconda im weiß-gelben Kleid von der corsica ferries sardinia ferries in den Hafen ein und wir können hautnah zusehen, wie sie das Maul aufreißt und Busse, Autos und Menschen ausspuckt. Wir kommen uns wie kleine Ameisen vor neben diesem Monster. Dabei ist es nicht mal das größte Fährschiff. Kurz darauf kommt die MOBY mit riesigen Comic-Figuren auf dem Korpus in den Hafen und die ist um einiges gewaltiger. Nach einer halben Stunde werden wir verschluckt und dürfen dann in den Bauch einfahren. Wir beziehen unsere Kabine, nehmen eine Dusche und essen anschließend eine Kleinigkeit im Restaurant. Dazu trinken wir das korsische Kastanienbier Pietra, um uns schon ein wenig auf Korsika einzustimmen. Lecker! Obwohl wir den Rest der vierstündigen Überfahrt vermützen, erreichen wir müde und erschlagen um 22:45 Uhr Bastia. Wir verabreden uns mit Joëlle, unserer Vermieterin, vor der Kirche. Leider kennt sich unsere Susi in Bastia nicht so gut aus und deshalb veranstaltet sie mitten in der Nacht mit uns eine Sightseeing-Tour. Wir waren ja auf enge Gassen vorbereitet, aber was wir hier vorfinden, ist schon der Hammer. Mir wird als Beifahrer schon angst und bange, geschweige denn, dass ich hier selber fahren möchte! Joëlle und wir finden einander dann doch noch im Trubel der Altstadt von Bastia. Sie bringt uns durch die engen Gassen zu ihrer Wohnung und spätestens hier wachen wir wieder auf. Über drei Etagen mit Todesstiegen müssen wir beinahe auf allen Vieren hochklettern. Hinter einer primitiven Holztüre öffnet sich dann eine schnuckelige Wohnung, liebevoll mit Antiquitäten und allerlei Krims-Krams und Bildern dekoriert. Das Irre ist, dass es sich hier um die eigene Wohnung von ihr handelt und Joëlle meint, dass es ab jetzt die unsrige ist. Und es scheint, als wäre sie eben erst ausgezogen – die Situation ist schon etwas durchgeknallt. Es ist furchtbar heiß und nach wenigen Minuten sind wir durchgeschwitzt und die Perlen laufen uns von der Stirn. Wir verabschieden uns von unserer Vermieterin, packen das Notwendigste aus und legen uns dann schlafen. Versuchen es zumindest, denn da wir uns mitten in der Altstadt befinden und nicht weit von uns Livemusik spielt, kann man sich gut vorstellen, dass es schwer ist, ein Auge zu zubekommen. Da hier zurzeit ein Festival der korsischen Musik stattfindet, blüht uns das nun jede Nacht! Bienvenue à Bastia! - [Bildergalerie Elsass](https://www.bauer-seyr.at/elsass/bildergalerie-elsass) - [Unsere Reiseführer für das Elsass](https://www.bauer-seyr.at/elsass/unsere-reisefuehrer-fuer-das-elsass) - Folgende Reiseführer für das Elsass waren uns hilfreich: - [Unsere Stellplätze im Elsass](https://www.bauer-seyr.at/elsass/unsere-stellplaetze-im-elsass) - Oft ist es nicht leicht, Park- & Stellplätze für Campervans zu finden - vor allem in Südfrankreich ist dies eine Herausforderung. Ganz anders im Elsass! Hier gibt es fast keine Höhenbegrenzungen auf den Parkplätzen und freien Stellplätze finden sich überall. Oft sind diese vor oder in der Nähe von Gasthäusern - also verrichtet man seine - [Riquewihr, Ribeauvillé, Schnackensee (18.09.2014)](https://www.bauer-seyr.at/elsass/riquewihr-ribeauville-schnackensee-18-09-2014) - Der Gockel, der im Gehege auf der anderen Straßenseite wohnt, kennt die Uhr überhaupt nicht, denn er hat lange vor fünf Uhr morgens zu "krähen" begonnen. Dafür stimmt die Kirchenuhr, denn die hat alle Viertelstunde glockenklar und vor allem laut gebimmelt. Gestern Abend war das Dorf komplett verschlafen und heute wuselt es rund um uns. - [Colmar, Hunawihr (17.09.2014)](https://www.bauer-seyr.at/elsass/colmar-hunawihr-17-09-2014) - Oje, die Wolken hängen tief herunter und Dunst liegt über der Straße, sodass wir keine hundert Meter weit sehen können. Der Herbst lässt grüßen! Eine halbe Stunde später stellen wir unser Auto in COLMAR am Parkplatz in der Rue d´Agen ab. Von dort erreichen wir in wenigen Minuten den Plâce d’Unterlinden, wo im ehemaligen Dominikanerinnenkloster - [Eguisheim, Gueberschwihr , Neuf-Brisach (16.09.2014)](https://www.bauer-seyr.at/elsass/eguisheim-gueberschwihr-neuf-brisach-16-09-2014) - Wir checken vom Campingplatz aus und stellen unseren Van auf den danebenliegenden Parkplatz. Zeitig in der Früh spazieren wir gemütlich in den Seitengassen die wenigen Meter bis in die Altstadt von EGUISHEIM. Hier geht es im wahrsten Sinn des Wortes rund, denn der Ort wurde in Ringgassen um die Burg herum erbaut. Wenn wir also - [Kaysersberg, Kientzheim, Eguisheim (15.09.2014)](https://www.bauer-seyr.at/elsass/kaysersberg-kientzheim-eguisheim-15-09-2014) - Wir satteln die Drahtesel und strampeln auf dem Radweg Richtung Kaysersberg, das eingebettet inmitten von Weinfeldern liegt. Romantisch radeln wir durch die Weinberge, die jetzt immer näher rücken und wir haben den Eindruck, als hätte jedes Haus seinen eigenen Weingarten. Auf den Anhöhen können wir sehen, wie die fleißigen Winzer zwischen den Reben arbeiten. Mehrmals - [Obernai (14.09.2014)](https://www.bauer-seyr.at/elsass/obernai-14-09-2014) - Auch heute bedeckt eine dicke Wolkenschicht den Himmel und es ist leicht windig. Wir sind nach OBERNAI gefahren und sind nun gespannt, was uns das verschlafen wirkende Städtchen so bieten wird. Was wir aber aus unserer bisherigen Reise schon wissen, ist das im 7. Jhdt. die Heilige Odilia in Obernai geboren wurde und dass hier - [Straßburg, Blaesheim (13.09.2014)](https://www.bauer-seyr.at/elsass/strassburg-blaesheim-13-09-2014) - Die ganze Nacht hat es durchgetröpfelt und kühle, feuchte 16 Grad erwarten und heute früh. Die Wolken hängen tief herab, doch laut Wettervorhersage soll es von Tag zu Tag trockener werden. Schnell ist mittlerweile schon routinemäßig alles zusammengepackt und verstaut und dann machen wir uns auf den Weg. Schnell erreichen wir die Autobahn Richtung Straßburg - [Rosenwiller, Rosheim, Mont-Ste-Odile, Obernai (12.09.2014)](https://www.bauer-seyr.at/elsass/rosenwiller-rosheim-mont-ste-odile-obernai-12-09-2014) - In der Nacht über Nacht ordentlich abgekühlt und draußen nieselt es noch. Die Stimmung passt perfekt zu unserer ersten Besichtigung, nämlich dem ältesten jüdischen Friedhof des Elsass in ROSENWILLER. Er liegt etwas außerhalb des Ortes, ist umgeben von einer schlichten Steinmauer und Wiesen und Wäldern. Angelegt Anfang des 14. Jhdts ist der Friedhof mit den - [Molsheim, Grendelbruch (11.09.2014 )](https://www.bauer-seyr.at/elsass/molsheim-grendelbruch-11-09-2014) - Wir müssen in MOLSHEIM einige Runden fahren, bis wir für unser großes Auto in der Kirchgass einen Parkplatz finden. Es gibt viele Parkplätze hier, aber alle sind gesteckt voll und es macht den Eindruck, als würden die Autos schon übereinander parken. Der Rucksack ist schnell gepackt und dann stapfen wir auch schon los zu unserem - [Savèrne, Château du Haut-Barr, Molsheim (10.09.2014)](https://www.bauer-seyr.at/elsass/saverne-chateau-du-haut-barr-molsheim) - Auf gleichem Weg wie schon gestern spazieren wir wieder in die City von SAVERNE. Aufgrund des Bilderbuchwetters spiegelt sich die 140 m lange Fassade des Schlosses im Wasser der Zorn, der Fluss, der in Lothringen entspringt, parallel zum Rhein-Marne-Kanal das Städtchen Savèrne durchquert und schließlich im Rhein mündet. Es scheint, als hätte Frau Holle heute - [La Petite-Pierre, Neuwiller-lès-Saverne, Savèrne (09.09.2014)](https://www.bauer-seyr.at/elsass/la-petite-pierre-neuwiller-les-saverne-saverne-09-09-2014) - Unser erstes Ziel führt uns in Serpentinen hoch nach La PETITE-PIERRE, ein Kleinod inmitten der bewaldeten Nordvogesen. Das reizende 600 Seelendorf wird beherrscht von der Burg Lützelstein aus dem 12. Jhdt. Nach mehrmaligen Umbauten wurde sie 1872 geschlossen, beherbergt heute interessante Ausstellungen und ist Sitz des Regionalen Naturparks Nordvogesen. Besonderes Augenmerk legen wir aber auf - [Wissembourg, Kuhlendorf (08.09.2014)](https://www.bauer-seyr.at/elsass/wissembourg-kuhlendorf-08-09-2014) - Zu früher Stunde sind wir heute schon unterwegs und schlendern am Quai Anselmann entlang. Dabei entdecken wir viele alte Wappen und Zunftschilder an den Mauern der mittelalterlichen Häuser. Die Stadt hat auch zu dieser frühen Stund seinen Charme und so tun wir es den Einheimischen gleich, lassen uns auf den Sesseln vor einem Café nieder - [Betschdorf, Ruine Fleckenstein, Wissembourg (07.09.2014)](https://www.bauer-seyr.at/elsass/betschdorf-ruine-fleckenstein-wissembourg-07-09-2014) - Die Gemeinde BETSCHDORF begrüßt ihre Besucher an der Einfahrt mit einem überdimensional großen Keramikkrug. Sie hat sich einen Namen mit der einheimischen Töpferei von Salzbrandtöpferwaren gemacht. In die Öffnungen des Brennofens wird Kochsalz eingebracht, das bei höchster Brenntemperatur verdampft und hinterlässt auf den Töpfen eine charakteristische Oberfläche. Wir freuen uns auf den Töpfermarkt, der laut - [Scheibenhardt, Scheibenhard, Seebach, Hunspach (06.09.2014)](https://www.bauer-seyr.at/elsass/scheibenhardt-scheibenhard-seebach-hunspach-06-09-2014) - Auch heute zeigt sich das Wetter nicht von seiner schönsten Seite und die dicke Wolkendecke lässt keinen Sonnenstrahl durch. Trotzdem genießen wir die Fahrt durch die bäuerliche Gegend mit den kleinen pittoresken Dörfer und den Maisfeldern. Die schmalen, holprigen Wege vermitteln uns das Gefühl, als wären wir mit einem Monstertruck unterwegs. Wir schlängeln uns die - [Braunsbach (05.09.2014)](https://www.bauer-seyr.at/elsass/braunsbach-05-09-2014) - Zwei Wochen Regen liegen hinter uns - jetzt sind wir richtig heiß auf den lang ersehnten Urlaub. Dank der guten Vorbereitungen ist der halbe Hausrat schnell im Campervan verstaut und wir verabschieden uns noch von den Nachbarn. Doch denkste, bevor wir uns auf den Weg machen können, werden wir noch von Maria und Franz „genötigt“ - [Elsass](https://www.bauer-seyr.at/elsass) - Mit dem Campervan quer durch das Elsass Das Elsass ist optimal mit dem Campervan zu bereisen. Überall sind Stellplätze und Campingplätze, auch Parkplätze kann man ohne Probleme anfahren. Höhenbegrenzungen - wie oft in Südfrankreich - haben wir hier keine einzige gesehen. Kulinarisch ist das Elsass mit dem "restlichen Frankreich" nicht zu vergleichen - aber in - [Beaune, Feldkirch (07.06.2019)](https://www.bauer-seyr.at/burgund/beaune-feldkirch) - Auf der Heimreise nach Österreich legen wir noch einen Stop in Beaune ein und besichtigen das berühmte Hôtel-Dieu - UNESCO Weltkulturerbe! - [Rückfahrt nach St. Jean de Losne (06.06.2019)](https://www.bauer-seyr.at/burgund/st-jean-de-losne) - Aus der geplanten Rückfahrt nach St. Jean de Losne am Vormittag wird es nichts - unser Motor springt nicht an. Als Techniker abwarten, der als letzten Versuch mal fest mit dem Hammer auf den Motorblock schlägt. Hilft nichts, da muss eine neue Batterie rein - weil die Lichtmaschine tauschen dauert zu lange. - [Chalon-sur-Saône (05.06.2019)](https://www.bauer-seyr.at/burgund/chalon-sur-saone-rueckreise) - Die Rückreise führt uns wieder nach Chalon-sur-Saône, wo wir unser Boot anlegen und übernachten. Diesmal besuchen wir die von außen wunderschöne Kathedrale und auch noch weitere Sehenswürdigkeiten - [Cuisery, Truchère (04.06.2019)](https://www.bauer-seyr.at/burgund/cuisery-truchere) - Wir biegen von dem großen Strom Saone ab auf die kleine Seille und tuckern bis nach Cuisery, eines der berühmten Bücherort im Burgund. In Truchère gibts dann zu Abend Schnecken und Froschschenkerl. - [Tournus (03.06.2019)](https://www.bauer-seyr.at/burgund/tournus) - Die nächste Stadt auf unserer Hausboottour ist Tournus, die Stadt mit den meisten Sternenköchen pro Einwohner der Welt. - [Chalon-sur-Saône (02.06.2019)](https://www.bauer-seyr.at/burgund/chalon-sur-saone) - Weiter geht die Bootsfahrt nach Chalon-sur-Saône - eine tolle Stadt mit interessanten Sehenswürdigkeiten. Die Insel Saint-Laurent ist die kulinarische Erlebnismeile der Stadt. - [Verdun-sur-le-Doubs (01.06.2019)](https://www.bauer-seyr.at/burgund/verdun-sur-le-doubs) - Verdun-sur-le-Doubs ist eine bezaubernde Stadt an der Saone und der erste richtige Besichtigungsstop auf unserem Hausbooturlaub in Burgund. - [Besançon, Seurre (31.05.2019)](https://www.bauer-seyr.at/burgund/besancon-seurre) - Im Nu vergehen auch die letzten Wochen und Tage und nun ist es soweit. Unsere Rucksäcke sind gepackt und den letzten Abend verbringen wir noch bei Wolfgang´s Eltern. Bei einem gemeinsamen Essen und einem Glaserl Wein plauschen wir gemütlich, bis wir uns gegen 22:45 Uhr verabschieden und aufbrechen. Bussi links und rechts, knuddeln, Katze kraulen - [Burgund - mit dem Hausboot auf Saône und Seille](https://www.bauer-seyr.at/burgund) - Reisebericht unseres Urlaubs mit dem Hausboot auf der Saône und der Seille - [Bildergalerie Südengland](https://www.bauer-seyr.at/suedengland/bildergalerie-sudengland) - Bildergalerie Südengland - [Unsere Reiseführer für Südengland und ein Tipp!](https://www.bauer-seyr.at/suedengland/unsere-reisefuhrer-und-ein-tipp) - table border=0 tbody tr tdiframe src=http:rcm-de.amazon.deecm?t=reisevonsabin-21&o=3&p=8&l=as1&asins=3899531981&fc1=000000&IS2=1<1=_blank&lc1=0000FF&bc1=000000&bg1=FFFFFF&f=ifr style=width:120px;height:240px; scrolling=no marginwidth=0 marginheight=0 frameborder=0iframe td tdstrongReiseführer Südenglandstrong br Ralf Nestmeyer Michael Müller Verlag (ISBN: 3-89953-198-1) br Dieser Reiseführer aus dem Michael Müller Verlag hat uns gute Dienste erwiesen. Wie immer sind die Informationen sehr detailreich und interessant. Als Grundlage für die Reiseplanung unbedingt zu empfehlen. Und auch vorort leistet der Reiseführer durch sein Kartenmateriel gute Dienste.td tr tr tdiframe src=http:rcm-de.amazon.deecm?t=reisevonsabin-21&o=3&p=8&l=as1&asins=376543843X&fc1=000000&IS2=1<1=_blank&lc1=0000FF&bc1=000000&bg1=FFFFFF&f=ifr style=width:120px;height:240px; scrolling=no marginwidth=0 marginheight=0 frameborder=0iframe td tdstrongWanderführer Cornwallstrong br Bernhard Pollmann, Ingolf Pompe Verlag: Bruckmann (ISBN: 3-7654-3843-X) br Eigentlich wollten wir auch ein paar Wanderungen aus diesem Reiseführer einlegen. Aber der Regen hat uns da einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir können daher leider keine Bewertung für den Wanderführer vergeben.td tr trtd tdtr tbodytable strongInternetstrong Wir haben uns auch viele Reiseberichte im Internet durchgelesen und schon daheim eine ungefähre Reiseroute mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zusammengestellt. TIPP: Wer auf seiner Reise viele Sehenswürdigkeiten besuchen möchte, dem empfehlen wir die Mitgliedschaft beim a title=The national Trust href=http:www.nationaltrust.org.uk target=_blankNational Trust (The National Trust)a. Dieser Verein verwaltet viele Landhäuser, Gärten, Castles und sonstige Sehenswürdigkeiten. Die Mitgliedschaft für ein Jahr kostete 2007 £43.50 (etwa € 57), dafür sind die Eintritte in die Sehenswürdigkeiten dann (fast) alle gratis. In unseren 14 Tage haben wir die Mitgliedschaft locker mit den ersparten Eintritten wieder verdient. Beitreten kann man immer direkt beim Eingang zu den jeweiligen Sehenswürdigkeiten aber auch a title=The national Trust Shop href=https:www.nationaltrust.org.ukmainw-trustw-supportw-jointodayw-jointoday-joinonline.htm target=_blankonlinea. - [Reiseroute Südengland](https://www.bauer-seyr.at/suedengland/reiseroute) - Übersicht über unsere Reiseroute quer durch Südengland. Angeführt sind auch die Campingplätze, die wir angesteuert sind, sowie eine Klassifizierung der Qualität. - [Gedanken danach](https://www.bauer-seyr.at/suedengland/gedanken-danach) - Mit gemischten Gefühlen sind wir abgeflogen, denn einerseits hatten wir die schönen Bilder in uns, aber andererseits gehört England auch zu den feuchten Gebieten. Zudem waren die Wettervorhersagen die Wochen davor nicht rosig. Begonnen hat der Urlaub aber sehr schön und mit dem Regen, der anfangs nur nachts kam, konnten wir leben. Leider ist er dann in der zweiten Woche immer mehr geworden, sodass wir früher zurück gefahren sind. Trotzdem hat uns der Aufenthalt in Südengland sehr gut gefallen. Die Gesamtheit aus Klima, Landschaft und Menschen findet man nicht überall. Die Region verdankt dem Golfstrom ein Mikroklima, das für Pflanzen geradezu ideal ist. Die einzigartige Landschaft und vor allem der Blütenreichtum mit vielen subtropischen Blumen in den Gärten haben uns echt begeistert. Wir haben dabei nette Ideen für unseren eigenen Garten gesammelt. Die Südküste von Cornwall hat auch im Winter Plus- Temperaturen zu verzeichnen. Obwohl es viel geregnet hat, kalt war es nicht wirklich. Badewetter gab es aber auch nicht. Wir konnten also die vielen, schönen Sandstrände zwischen den Steilklippen nicht nutzen. Eine weitere Schönheit dieses Landes sind die vielen kleinen verträumten Dörfer. Eines haben sie alle gemeinsam außerhalb des Ortskerns wurden Parkplätze angelegt, auch wenn sie sehr teuer sind. Außerdem gibt es an jedem öffentlichen Ort, wie Kirche, Park oder Hafen saubere Toiletten - diese sind zum Ausgleich kostenlos. Was uns auch noch positiv aufgefallen ist - die Engländer fahren sehr diszipliniert im Straßenverkehr. Zum Unterschied von Österreich beherrschen sie das Kreisverkehr-Fahren. Das Straßennetz wird in England durch viele Kreisverkehre geregelt. Da wird nicht gedrängelt oder gar ein Vorrang genommen. Es sind sehr freundliche und zuvorkommende Menschen, das haben wir immer wieder erlebt. Im Supermarkt bekommt man seine Sachen sogar in Plastiksackerl eingepackt. Ist aber wahrscheinlich in den teuren Preisen eingerechnet. Ja, Geld haben wir sehr viel dort gelassen, aber Urlaub ist Urlaub und da lassen wir es uns nicht schlecht gehen! Für Kinder wird auch sehr viel getan. In fast allen Sehenswürdigkeiten bekommen die Kleinen beim Eintritt Clipboards mit Fragebögen, sodass sie spielerisch lernen können. Also England, ein Land für Groß und Klein und wärmstens zu empfehlen. Kann leicht sein, dass wir nicht das letzte Mal dort gewesen sind! - [28.07.07 - Heimreise](https://www.bauer-seyr.at/suedengland/280707-heimreise) - Schlaf haben wir die letzte Nacht nicht viel gefunden, denn eine Gruppe junger Leute hat durchgehend Lärm produziert. Um halb vier Uhr morgens stehen wir dann auf und packen zusammen. Wir warten in der Hotelhalle auf den Hotelbus, der uns zum Abflugsterminal bringt. Beim Einchecken haben wir trotz unseres Übergepäcks keine Probleme. Die Flüge von London nach Wien und weiter nach Linz vergehen auch sehr schnell. Evi und Markus holen uns vom Flughafen ab und wir gehen noch gemeinsam zum „Da Vinci essen. Mmmmh, schmeckt das wunderbar! Wir haben zwar vor, ein Nachmittagsschläfchen zu machen, aber wir genießen die Zeit im Garten und gehen dafür abends ein wenig früher ins Bett. Es ist doch schön, wieder zuhause zu sein und in seinem eigenen Bett zu schlafen! - [27.07.07 - London Heathrow](https://www.bauer-seyr.at/suedengland/270707-london-heathrow) - Nach dem getrennten Verbringen der Nacht, frühstücken wir wieder gemeinsam. Wir lümmeln noch Stunden auf dem Bett und lauschen dem Fernseher. Immer wieder zeigen sie die schrecklichen Bilder der überfluteten Gebiete. Die Menschen sind schockiert, denn so schlimme Regenfälle gab es noch nie. Viele haben ihr Hab und Gut verlassen müssen und stehen nun existenzlos da. Da werden bei uns die Erinnerungen aus dem Jahr 2002 wach, als es auch in Österreich zu so schlimmen Überflutungen kam. img class=alignleft size-full wp-image-426 title=England - Flugzeug im Landeanflug src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0817.jpg alt=Flugzeug im Landeanflug width=389 height=259 Zu Mittag ziehen wir um und zwar in das Doppelzimmer, das wir von zuhause aus reserviert hatten. Das Zimmer liegt genau gegenüber der Start- und Landebahn von Heathrow. Wie kleine Kinder kleben wir mit den Nasen an der Fensterscheibe und schauen den Fliegern beim Landen zu. Von unserer Perspektive sieht es aus, als würden die Maschinen auf den Dächern der Hangar landen. Fast im Minutentakt segeln sie herein. Am Horizont sind die nächsten drei bis vier schon zu sehen. Der letzte ist nur noch als kleiner, silberner Punkt auszumachen. Gleich neben dem Hotel gibt es eine Bowlinghalle, in der ein McDonalds ein Verkaufpult hat. Wir beschließen uns dort ein Mittagsessen zu besorgen. Als gäbe es hier etwas gratis, wimmelt es hier nur so von Eltern, Kindern und Behinderten mit deren Betreuern. Wir setzen uns mit unserem Essen an einen Tisch direkt an die angeschlossenen Kegelbahnen. Fast alle Reihen sind besetzt und mit Begeisterung werden die Kugeln geworfen. Für die ganz Kleinen gibt es eine eigene Hilfe in Form eines Metallgestells, wo die Kugel darauf gelegt wird und die dann mit einem leichten Schubs abrollt. Mehr als zwei Stunden schauen wir den verschiedenen Gruppen zu. Bowling ist Englands Volkssport und das sieht man hier. Außerdem ist es das richtige Schlechtwetterprogramm. Es regnet zwar heute mal ausnahmsweise nicht, aber Badewetter herrscht auch keines. Den restlichen Nachmittag hängen wir wieder im Hotel herum. Man merkt, dass wir ausgelaugt sind und Ruhe brauchen können. Wir haben versucht, unsere Flüge für heute umzubuchen, aber dafür hätten wir für uns beide fast 800 Euro Aufzahlung und Umbuchungsgebühren bezahlen müssen. Das ist es uns auch nicht wert. Als wir am Abend noch einmal zu McDonalds gehen wollen, steht ein Türsteher am Eingang und meint wir müssen einen Pfund pro Person bezahlen, nur dass wir zum Verkaufsstand gehen können. Die sind ja komplett verrückt - dreieinhalb Euro und dann haben wir noch gar nichts gekauft! Von unseren Vorräten ist nur noch dünnes Roggen- Vollkornbrot übrig, daher ernähren wir uns klassisch von Brot und Wasser. Mahlzeit! Wir nehmen uns vor, am Sonntag zuhause den Griller anzuwerfen, denn wir brauchen endlich wieder einmal was Ordentliches zu Essen! p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-394 title=England - Britische Pfund src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0530.jpg alt=Britische Pfund width=389 height=259 p - [26.07.07 - London Heathrow](https://www.bauer-seyr.at/suedengland/260707-london-heathrow) - Irgendwann in der Nacht hat es wieder zu regnen begonnen. Er lässt zwar zwischendurch immer wieder ein wenig nach, aber ein Ende ist nicht in Sicht. Am Himmel ist die Wolkendecke durchgehend dunkelgrau. Wieder einmal packen wir das Zelt und die restlichen sieben Sachen im Regen zusammen. Schnell noch in die Waschräume und dann sitzen wir von oben bis unten durchnässt ratlos im Auto und überlegen. Eigentlich wollten wir heute in Tintagel auf den Spuren von King Arthur wandeln. Aber im dichten Regen? Außerdem ist unsere Motivation am Tiefpunkt. Zu Mittag entscheiden wir dann, unseren Urlaub einen Tag früher als geplant zu beenden und nach London zurückzufahren. Laut Wetterbericht in den Nachrichten sind die Highways überflutet und teilweise gesperrt. Daher beschließen wir, im Süden die Autoroutes zu fahren. Es herrscht richtige Weltuntergangsstimmung auf der A30, schwarze Wolken hängen bis zur Straße herunter und auf einigen Abschnitten steht das Wasser auf der Fahrbahn. Der Verkehr ist aber nicht so schlimm und wir kommen zügig voran. Etwa auf der halben Strecke verlassen wir kurz die Autoroute und suchen im nächsten Ort ein nettes Pub, um etwas zu essen. Wir haben das Glück und finden eines, das bei Einheimischen sehr beliebt sein muss. Es herrscht hier ein Kommen und Gehen und auch wir fühlen uns sehr wohl. Der Tee schmeckt ausgezeichnet und wir bestellen uns Hühnerstreifen mit irgendwelchem komischen Salat ist aber auch sehr gut. Weil es so gemütlich ist, bleiben wir lange sitzen und beobachten die Menschen. Bevor wir aufbrechen, telefonieren wir noch mit dem Hotel in London, damit wir für eine zusätzliche Nacht ein Zimmer bekommen. Da alles ausgebucht ist, bietet sie uns zwei Einzelzimmer zu einem sauteuren Preis an (ca. 184 Euro pro Zimmer). Wir buchen trotzdem, denn Hauptsache wir müssen nicht für eine Nacht in ein anderes Hotel. Ein weiteres freudiges Ereignis ist, dass unsere Susi ihren Urlaub auch beendet und wieder mit uns spricht. Wir sind sehr froh, denn ein wenig Bammel hatten wir schon, durch London zu fahren und das Hotel wieder zu finden. Am Nachmittag hört es auf zu regnen, aber für wie lange, denn die schwarzen Wolken sind hartnäckig. Ungefähr zehn Meilen vor London Heathrow gerät der Verkehr ins Stocken - Stopp and Go für lange Zeit. Wir befragen Susi, ob sie eine andere Strecke bis zum Flughafen kennt und auch dafür hat sie einen Schleichweg parat. Gegen 18:00 Uhr erreichen wir das Hotel, checken ein und räumen alles in ein Zimmer. Dann fahren wir zu Sixt und retournieren das Auto. Hier diskutieren wir kurz mit dem Angestellten, weil sie uns eine Endreinigung verrechnen und das natürlich zu Londoner Preisen! Wir haben schon oft Mietautos gehabt, zwar jedes Mal von Hertz, aber für eine Reinigung haben wir noch nie etwas bezahlt. Das Abendessen besteht aus allen unseren Essensresten, die wir noch haben. Nach der Stärkung beginnen wir unseren Kram wieder in die verschiedenen Taschen zu verteilen. Dann machen wir es uns noch ein wenig gemütlich. Kurz nach 10:00 Uhr gehe ich in mein eigenes Zimmer, lese noch ein paar Seiten und drehe dann das Licht aus. Ich bin kurz vor dem Wegschlafen, da beginnt es im Zimmer höllisch zu piepsen. Ganz verstört, schlüpfe ich in mein Gewand und laufe zu Wolfgang. Es handelt sich um einen Feueralarm und daher gehen wir rasch in die Hotelhalle hinunter. Im Treppenhaus treffen wir die Brandbeauftragten, die uns anweisen, auf den Parkplatz hinaus zu gehen. Nach einigen Minuten kommen zwei große Feuerwehrautos mit Sirenengeheul heran gebraust. Sie stürmen ins Haus, wo sie schon erwartet werden. Nach einer halben Stunde ist der ganze Spuk vorbei Fehlalarm. Na dann, gute Nacht und süße Träume! - [25.07.07 - St. Michaels Mount, Lanhydrock Garden](https://www.bauer-seyr.at/suedengland/250707-st-michaels-mount-lanhydrock-garden) - Kurz nach Mitternacht setzt starker Wind ein und es dauert nicht lange, da schüttet es auch schon wieder kräftig. Kurz nach halb vier Uhr morgens, beginnen die Nachbarn sich lautstark zu unterhalten und mit Geschirr und Plastiksackerl zu lärmen. Wir sind gerädert, als wir in der Früh erwachen. Wir warten den Moment ab, wo der Regen nicht so stark ist und packen dann das Zelt zusammen. Überall rinnt das Wasser heraus und alles ist nass. Wir sind frustriert! Langsam ist die Power aus uns heraus und das Campen ist nicht mehr lustig. In meinem Frust verschütte ich dann noch mein Magnesium im Auto. Mir drückt es die Tränen heraus und ich bin ratlos. img class=alignleft size-full wp-image-423 title=England - St. Michael Mount src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0794.jpg alt=St. Michael Mount width=389 height=259 Wir verlassen die feuchte Stätte und fahren Richtung Marazion, denn vor der Küste des kleinen Ortes befindet sich eine Gezeiteninsel, auf der die Burg strongSt. Michael Mountstrong thront. Die Sehenswürdigkeit ähnelt dem Mont-Saint-Michel in Nordfrankreich, ist allerdings nicht so bekannt. Ebenso wie sein französisches Pendant war St. Michael´s Mount lange Zeit eine Pilgerstätte. Erreichbar ist die Insel bei Ebbe über einen 200 Meter langen Granitdamm. Wir müssen aber das Boot nehmen. Sehr vertrauenserweckend sieht dieses jedoch nicht aus. img class=alignleft size-full wp-image-422 title=England - St. Michael Mount src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0785.jpg alt=St. Michael Mount width=389 height=259 Der Wind und der Regen tragen ihren Teil dazu bei, dass mir das Herz fast in die Hose rutscht. Die Überfahrt dauert Gott sei Dank nicht lange und schon nach zehn Minuten legen wir im kleinen Hafen aus dem Spätmittelalter an. Wir treten in die Fußstapfen der Pilger und klettern den alten mit Kopfstein gepflasterten Pfad bis zum beeindruckenden mittelalterlichen Schloss hoch. Von hier oben hat man einen herrlichen Ausblick über die Bucht nach Penzance. Der Felsengarten des Hügels ist schön bepflanzt und hier wachsen unter anderem auch Yucca-Palmen und Mimosen. Die Burg ist in Privatbesitz und seit über sechshundert Jahren residiert die Familie von Lord St. Levan, Nachkomme der St. Aubyns, auf St. Michael´s Mount. Das Wohnrecht wird von Generation zu Generation vererbt. Abgesehen von den Privatgemächern des Lords kann man fast alle wichtigen Räume des Schlosses besichtigen. Leider dürfen wir hier nichts fotografieren oder filmen. Die Räume sind sehr niedrig und mit dunklen Holzfußböden ausgestattet. Fenster mit bunten Glasbildern machen die Räume freundlich, denn das schwere, dunkle Mobiliar erdrückt den Raum regelrecht. Langweilig wird den Bewohnern sicher nicht, denn sie besitzen eine Bibliothek mit 1.300 Büchern und einem Spieltisch. Dicke, rote Fauteuils verhelfen dem Raum zu einem gemütlichen Ambiente. Die edlen Herrschaften hielten früher schon viel von getrennten Bereichen, denn es gab bereits einen eigenen Raucherraum. Im Kellergeschoss hängen viele Informationstafeln über die Arbeit der Angestellten. Der Butler Henry Lee bastelte 1932 aus Champagnerkorken ein originalgetreues Modell der Burg. Dem muss ja ordentlich langweilig gewesen sein! Und die Herrschaft waren wohl heftige Säufer, denn ich kann mir vorstellen, dass er dazu viele von den Korken gebraucht hat. Das Modell ist auch ausgestellt und sieht sehr beeindruckend aus. Auch eine mumifizierte Katze ein Statussymbol für Reichtum - besitzt die Familie. Die hauseigene Kirche ist sehr schön, sie wird jedoch gerade renoviert. Daher verlassen wir sie schnell wieder. Zu Mittag haben wir unsere Besichtigung abgeschlossen. Wir gehen in das angeschlossene Restaurant, weil sich Hunger in uns breit macht. Wolfgang probiert sozzled swine sausages, irgendwelche komischen Würstel und ich bestelle mir wieder einmal Scones. Uns fällt auf, dass sie hier sehr kinderfreundlich sind, denn es gibt eigenes Kinderessen. Um die Wartezeit ein wenig zu verkürzen, bekommen die Kids Stifte und Malblöcke. Als wir das Restaurant verlassen, begrüßen uns die ersten Sonnenstrahlen. Der Himmel färbt sich langsam blau und es ist sehr schwül. img class=alignleft size-full wp-image-424 title=England - Lanhydrock House src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0796.jpg alt=Lanhydrock House width=389 height=259 Etwa drei Kilometer von Bodmin liegt das strongLanhydrock Housestrong, das 1642 erbaut wurde. 1881 brannte ein Teil des Hauses ab, wurde aber im viktorianischen Stil wieder aufgebaut. Das Haus war bis 1953 im Besitz der Familie Robartes. Der Weg zum Haus selbst ist auf diesem riesigen Gelände schon eine kleine Wanderung. Wir hätten aber auch die Möglichkeit mit einem Oldtimer für vier Pfund pro Person uns wie Herrschaften vorfahren zu lassen. Das Haus ist umgeben von einem schönen Park, der wiederum mit einer Mauer eingesäumt ist. img class=alignleft size-full wp-image-425 title=England - Lanhydrock House src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0806.jpg alt=Lanhydrock House width=389 height=259 Einen solchen Garten haben wir während unseres Urlaubs noch nicht gesehen. Hier finden wir Blumenbeete und Büsche, die mit peinlicher Genauigkeit geometrisch gepflanzt und geschnitten sind. Hat aber auch seinen gewissen Reiz! Wir streifen durch den Garten und dann gehen wir in das Haus hinein. Es ist eines von wenigen, die man auch von innen besichtigen kann. Noch bevor wir einen Raum betreten, werden wir „untersucht, ob ich keine Stöckelschuhe trage. Außerdem werden uns die Kameras und Rucksäcke abgenommen und in einen Spind gesperrt. Es dürfen keine Fotos gemacht werden. In jedem Zimmer sitzt eine Aufsichtsperson und passt auf, dass nichts angefasst oder eingepackt wird. Es können 49 Räume besichtigt werden. Die Wohnräume im Untergeschoss haben alle einen offenen Kamin, Mosaikböden und eine Stuckdecke. Bunte Textiltapeten und schwere, dunkle Möbel machen den Raum heimelig. Im großen Wohnzimmer ist auf dem riesigen Tisch in der Raummitte eine Tafel gedeckt. Schwere Kristallschalen und -karaffen und silbernes Kaffeegeschirr harmonieren gut mit dem bemalten Speisegeschirr. Für meine Begriffe ist das alles sehr kitschig, aber zur damaligen Zeit war das sicherlich ein Prestigemerkmal. Wir gehen weiter zur Küche, die in einzelne Fachbereiche unterteilt ist. Da gibt es zum Beispiel eigene Räume für die Käseherstellung oder für die Pattiserie. In einem anderen Teil existiert ein Grillspieß, auf dem ein ganzes Schwein aufgespießt werden kann. Zum Schleppen der riesigen Messingkochtöpfe haben sie sicher mehrere Köche gebraucht. Im ersten Stock befinden sich die Schlafräume, darunter ein süßes Kinderzimmer, das mich an den Film „Der kleine Lord erinnert. Da gibt es ein großes, hölzernes Schaukelpferd und ein kindgroßes Spielhaus bis ins Detail. Schade, dass Schnüre gespannt sind, ich hätte gerne damit ein wenig gespielt! Im Dachgeschoß sind die Räume der Angestellten und der Gepäckraum. Zum Schluss betreten wir noch die fast 40 Meter lange Gemäldegalerie im Nordflügel. Ein Wahnsinn, dass so ein Raum in einem Wohnhaus existiert. Hunderte Bücher sind hier in Schränken verstaut. Wir bleiben nicht lange, denn es hat einen sehr muffigen Geruch hier. Bevor wir Lanhydrock verlassen, gehen wir noch kurz in die eigene Kapelle und in den Garten im hinteren Bereich. Wir fahren weiter Richtung Norden und durchqueren dabei das Bodmin Moor. Auch hier existieren weite Gras- und Weideflächen zur Freude der vielen Kühe, Schafe und Pferde. Der Weg bis Tintagel ist gesäumt mit vielen Windrädern, dürfte wohl eine sehr windige Gegend sein. Wir finden nahe der Küste einen netten Campingplatz auf einem Reiterhof. Ja, es ist wirklich sehr windig hier und der hilft uns beim Trocknen unseres nassen Zeltes. Lange halten wir es nicht aus in der freien Natur und ziehen uns nach dem Abendessen wieder zurück. - [24.07.07 - Glendurgan Garden, Porthleven, Porthcorno, St. Ives](https://www.bauer-seyr.at/suedengland/240707-glendurgan-garden-porthleven-porthcorno-st-ives) - Ein freundlicher Tag begrüßt uns. Good news wir können uns heute wieder mal Kaffee zum Frühstück brühen. Der Campingplatzbetreiber hat uns einen Kocher geliehen. Laut Wetterbericht wird heute der schönste Tag der ganzen Woche. Na darauf freuen wir uns aber! img class=alignleft size-full wp-image-411 title=England - Glendurgan Garden src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0692.jpg alt=Glendurgan Garden width=389 height=259 Unser erstes Ziel ist der nahe gelegene strongGlendurgan Gardenstrong. Wir sind noch vor dem Öffnen der Tore dort. Auf dem Parkplatz lernen wir eine deutsche Mutter kennen. Während ihre beiden Jungs zwei Wochen hier Lernferien verbringen, ist sie allein in Cornwall unterwegs. Wir unterhalten uns nett mit ihr und nach der Kasse trennen sich unsere Wege wieder. Glendurgan Garden wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vom Reeder Alfred Fox angelegt. Das Herrenhaus ist nach wie vor im Besitz der Familie. Schon am ersten Eingangstürl begrüßt uns die Familie Fox in Form eines Fuchses aus Stein, der auf einer Mauer sitzt. Nette Idee! img class=alignright size-full wp-image-412 title=England - Irrgarten im Glendurgan Garden src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0698.jpg alt=Irrgarten im Glendurgan Garden width=259 height=389 Der Garten selbst ist ein typischer kornischer Schluchtgarten, das heißt, er liegt zwischen steilen Hügeln in einem schmalen Einschnitt. Die wird von einem kleinen Wasserlauf durchflossen, der kurz vor dem Strand einen bildet. Wie in den anderen Gärten dominieren auch hier hohe Rhododendren, Kamelien und auch Farne, Palmen und Bambus. Das Markenzeichen ist aber der historische Irrgarten aus Kirschlorbeer aus dem Jahr 1833. Der Lorbeer reicht den Erwachsenen bis zu den Hüften. Die Kinder sehen nicht darüber und sie haben auch vollen Spaß mit den Irrwegen. Als hätten wir uns verabredet, treffen wir hier auch die deutsche Frau wieder. Nach einem kurzen Plausch setzten wir in entgegen gesetzte Richtungen unseren Marsch fort. Auch hier gibt es einen hauseigenen Strand mit wunderschönen bunten Steinen. Am liebsten hätte ich mir gleich einen Kübel davon mitgenommen. Aber noch mehr Übergepäck wäre dann vielleicht doch etwas teuer geworden. Auf dem Rückweg treffen wir die Deutsche wieder. Sie ist, wie wir, auch von den schönen, hohen Hortensienbüschen fasziniert. Wir kommen an einem Teich vorbei, wo es nur so von großen, blau schimmernden Libellen wimmelt. Noch bevor wir Glendurgan Garden verlassen, läuft uns die deutsche Frau ein drittes Mal über den Weg. Ein Magnet könnte nicht zuverlässiger sein! Gut gelaunt erreichen wir den pittoresken Ort strongPorthlevenstrong. Wir finden einen Parkplatz direkt im Hafen und von dort schlendern wir gemütlich die alten viktorianischen Häuser entlang. Immer wieder bleiben wir stehen um das Treiben zu beobachten. Wir schauen einem Krabbenfischer lange zu, wie er aufwendig die Tiere aussortiert, ihnen die Scheren zubindet und in verschiedene Körbe verteilt. Die kleinen wirft er wieder ins Meer zurück und ihnen folgt auch gleich wieder der Fangkorb. img class=alignleft size-full wp-image-413 title=England - Fischer src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0716.jpg alt=Fischer width=389 height=259 Der Steg führt weit in das Meer hinein und von dort haben wir gute Sicht auf ein paar Surfer, die die hohen Wellen reiten. Sieht echt gefährlich aus. Vielleicht kreist auch deshalb immer wieder ein Hubschrauber mit Höllenlärm sehr niedrig über die Hafenanlage, um das Geschehen zu beobachten. In einer Bäckerei kaufen wir uns jeder ein Pasty, eine mit Fleisch gefüllte Blätterteigtasche - eine Spezialität in Cornwall. Wir sind entsetzt, wie groß dieses Ding ist. Eine hätte für uns zwei locker gereicht. Und wenn wir vorher gewusst hätten, wie scheußlich es schmeckt, dann hätten wir überhaupt keine bestellt. Nach einigen Bissen wandern sie in den Litter (Abfallkübel). img class=alignleft size-full wp-image-414 title=England - Porthleven src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0724.jpg alt=Porthleven width=389 height=259 Das Bilderbuchwetter entschädigt uns aber und außerdem haben wir ja im Auto noch ein paar Kekse. Da wissen wir wenigstens, was wir essen! Wir lungern lange im Hafen herum und schweren Herzens verlassen wir den schönen Ort. Cornwall ist eine Halbinsel und an dessen westlichem Ende befindet sich Land´s End. Die 60 m hohe Granitküste ist das bekannteste Wahrzeichen der egion. Land's End selbst ist heute in Privatbesitz eines Millionärs, der das Gelände verschandelt hat, indem er dort eine Art Disneyland errichtet hat. Auch wenn man den Funpark nicht nutzen, sondern die beeindruckenden Klippen bewundern möchte, werden massive Eintrittspreise verlangt. img class=alignleft size-full wp-image-417 title=England - Wiese src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0755.jpg alt=Wiese width=389 height=259 Gerne wären wir hier ein wenig spazieren gegangen. Aber wir drehen wieder um und setzten unsere Reise fort. Die Landschaft hier ist sehr schön, denn die cornische Heide leuchtet schon von weitem in den verschiedensten Rottönen. Nur ein paar Meilen weiter führt die Straße nach Porthcurno. In der Nähe des Ortes befindet sich das einzigartige strongMinack Theatrestrong. Ein Freilichttheater mit 750 Sitzplätzen, das in einen Felsenabhang direkt ans Meer gebaut wurde. Das Theater war Idee und Lebenswerk von , img class=alignleft size-full wp-image-416 title=England - Minack Theatre src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0751.jpg alt=Minack Theatre width=389 height=259 die das Gelände in den 20ern für hundert Pfund gekauft hatte und dort in einem selbst gebauten Haus wohnte. Shakespeares „Der Sturm wurde hier 1932 aufgeführt und war ein voller Erfolg. Alle zehn Jahre gibt es eine Jubiläumsaufführung dieses Stückes. Rowena Cade arbeitete ihr ganzes Leben am Ausbau des Theaters, bis sie am 26. März 1983 im Alter von 89 Jahren starb. Zwischen Juni und September werden jährlich bis zu 16 Stücke aufgeführt. Der Titel jedes gespielten Stücks wird mit der zugehörigen Jahreszahl in eine der steinernen Rückenlehnen graviert. Heute ist kaum noch ein unbeschrifteter Platz zu finden. Die Sonne scheint und Schäfchenwolken grasen am blauen Himmel. Uns bleibt fast der Atem weg von dieser Schönheit, die wir hier finden. Die äußeren Hänge werden seit 1998 durch Anpflanzungen in farbenfrohe Gärten verwandelt. Die Symbiose zwischen den bunten Blüten und den Steinen ist einmalig. Der Ausblick auf das türkis färbige Meer und die Steilküste ist nicht minder beeindruckend. Zu Füssen des Theaters liegt geschützt ein schöner Sandstrand. Eine Weile sehen wir zwei Klippenspringern zu und nicht weit daneben sitzen Fischer gemütlich auf den Steinen. Wir setzen uns auf die Tribüne und stellen uns vor, dass auf der Bühne ein Stück aufgeführt wird. Auf einmal wird uns klar, dass gerade eben eine Aufführung stattfindet, denn die Touristen arrangieren immer wieder Szenen für ihre Fotos. img class=alignright size-full wp-image-415 title=England - Minack Theatre src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0742.jpg alt=Minack Theatre width=259 height=389 Links neben der Bühne ist in die Wand ein kleiner Balkon eingelassen und von dort oben fühle ich mich wie Statler oder Waldorf, die beiden Opas aus der Muppet Show. Egal, wo wir uns auch hinsetzen, der Blick zur Bühne ist überall toll. Im Grunde würde man kein Bühnenbild brauchen, denn die Kulisse, die das Meer darstellt, ist Highlight genug. Ein abschließender Besuch im Tea Room ist für uns ein weiteres Erlebnis, denn der Raum wirkt, als würde er über dem Theater schweben. Im Souvenirladen können wir allen Angeboten widerstehen, wir sparen uns das Geld für die nächsten Eintritte. Wir fahren die Scenic Route entlang der Küste und da, wo die Hecke nicht so hoch ist, sehen wir sogar bis zum Meer. Das Land ist leicht hügelig und in den Talsenken liegen kleine, malerische Orte. Dazwischen breiten sich die Felder der Farmen aus. Viele schwarz gefleckte Kühe weiden auf den Wiesen. Unterteilt sind die Flächen mit Steinmauern oder Ginsterwällen. Fuchsien und Lilien bringen Farbtupfer in das satte Grün. Dann kommen wieder Abschnitte, wo der Boden dicht mit niedrigen Farnen und Heidekraut bewachsen ist. Einfach wunderschön! img class=alignleft size-full wp-image-420 title=England - Restaurant in St. Ives src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0766.jpg alt=Restaurant in St. Ives width=259 height=389 Wie sind während der Fahrt so beeindruckt von der Landschaft und den Orten, dass wir im Nu in strongSt. Ivesstrong landen. Der Ort liegt im äußersten Westen Cornwalls direkt am Atlantik und ist bekannt aus Rosamunde Pilchers Verfilmung „Die Muschelsucher. In diesem Film geht es um ein besonderes Bild und St. Ives besitzt seit 1993 eine Außenstelle der Londoner Tate Gallery. In den vielen, engen, verwinkelten Gassen besitzt der Ort auch zahlreiche Galerien und Kunstgewerbeläden. Auf der Suche nach einem Parkplatz drehen wir eine Runde im schönen Ortskern. Dann führt uns ein Hinweisschild auf einen großen Parkplatz außerhalb der Altstadt. Wir müssen zwar von dort ein schönes Stück gehen, aber schon nach den ersten Metern verlieben wir uns in diesen pittoresken Ort. Die schmalen mit Kopfstein gepflasterten Gassen mit ihren kleinen Läden und Pubs laden wirklich zum Bummeln ein. Viele Menschen sind unterwegs und belagern die Take-Away- Geschäfte. Uns fällt auf, dass die vielen Leute aussehen wie frisch gekochte Lobster. Da bekommen wir beim Hinsehen schon Schmerzen. Dann erreichen wir den Hafen mit seinem goldenen Sandstrand und jetzt wissen wir auch, woher die Lobster kommen. Denn da lümmeln im Sand noch weitere herum. Sie sind echt wahnsinnig, die Engländer. Da gibt es einmal in der Woche einen schönen Sommertag und sie schmeißen sich in die Sonne von früh morgens bis zum Sonnenuntergang, um sich braten zu lassen. Der Strand reicht bis weit ins Meer hinein, denn ist herrscht gerade Ebbe. Sieht echt lustig aus, denn die Boote liegen mitten auf dem Strand vor Anker. Wir schlendern ein Stück am Hafen entlang und entdecken ein Pub, das mir sehr vertraut vorkommt. Menschenmassen stehen hier, Bier trinkend und sich gemütlich unterhaltend wir beschließen, uns ihnen anzuschließen. img class=alignleft size-full wp-image-418 title=England - Pub in St. Ives src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0762.jpg alt=Pub in St. Ives width=389 height=259 Wir holen zwei Guinness an der Bar und machen es uns dann im Gastgarten gemütlich. Der reinste Pilcher Film! Und wir wandeln wirklich auf den Spuren der strongRosamunde Pilcherstrong, denn das Pub war bereits Schauplatz in einem ihrer Filme. Da wir uns langsam einen Zeltplatz suchen müssen, brechen wir wieder auf. Wir schlendern noch einmal durch die schöne Altstadt und völlig außer Atem vom Aufstieg zum Parkplatz erreichen wir das Auto. Nur ein paar Meilen von St. Ives entfernt finden wir einen ganz kleinen Campingplatz. Vom ersten Moment ist er uns sehr sympathisch, denn kaum öffnen wir die Autotüren, werden wir schon von einer süßen Katze begrüßt. Als ich sie zu mir locke, ist sie nicht feige, springt sofort zu mir ins Auto und legt sich auf meinen Schoß. Von der Campingplatzbetreiberin erfahren wir dann, dass es gar nicht die eigene Katze, sondern die vom Nachbarn ist. Wir bekommen ein nettes Platzerl und sind von der gesamten Infrastruktur sehr begeistert. Weniger begeistert sind wir vom Wetter, denn nach diesem schönen Tag, der hinter uns liegt, machen sich wieder erste schwarze Wolken am Himmel breit. Zum Sitzen vor dem Zelt ist es leider auch zu kalt und daher machen wir unsere Pläne für die nächsten Tage im Auto. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-419 title=England - Hafen von St. Ives bei Ebbe src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0763.jpg alt=Hafen von St. Ives bei Ebbe width=389 height=259 p - [23.07.07 - Pendennis Castle, Trebah Garden, Lizard Point](https://www.bauer-seyr.at/suedengland/230707-pendennis-castle-trebah-garden-lizard-point) - Es hat die ganze Nacht in Strömen geschüttet. Wir haben fast nichts geschlafen, weil das Prasseln des Regens auf das Zelt einen Höllenlärm gemacht hat. Wieder einmal packen wir im Regen das Zelt zusammen und suchen noch die Waschräume auf. Die Strecke bis Falmouth schaffen wir schnell. Der Ort besitzt einen schönen Naturhafen. Na ja, richtig schön wäre er, wenn das Wetter nicht so grauslich wäre. Es ist durch den heftigen Nieselregen richtig diesig, sodass wir kaum hundert Meter weit sehen können. Also Falmouth selbst haken wir ab. img class=alignleft size-full wp-image-407 title=England - Pendennis Castle src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0661.jpg alt=Pendennis Castle width=389 height=259 Nach einem kurzen Halt im Hafen fahren wir an der Küste weiter bis zum strongPendennis Castlestrong. Mehr als eine Stunde sitzen wir im Auto auf dem Parkplatz und sind deprimiert, rat- und lustlos. Wir lauschen im Radio den Wetternachrichten und es wird kein Ende des Regens angekündigt. Mit Bestürzung hören wir, dass im Gebiet um Gloucestershire bereits ganze Orte überschwemmt und viele Zufahrtsstrassen gesperrt sind. Echt schlimm, was sich da abspielt. Davon bekommen wir an der Küste nicht ganz so viel mit. Eingepackt wie Mumien spazieren wir dann zum Eingang des Castles hoch. Wir sind heute die ersten Besucher und etwas unmotiviert gehen wir auf den runden Mittelturm zu. Pendennis Castle, Cornwalls größte Festung, ist umgeben von zwei Mauerringen. Dank der Lage hoch auf einem Hügel, von dem aus man die gesamte Bucht überblicken kann, erwies sich der Standort während mehrerer Kriege als strategisch äußerst günstig. Dreiundzwanzig Wochen trotzte die Besatzung der Festung lang den Angreifern. Erst als der Hungertod drohte, kapitulierte der Kommandant. img class=alignright size-full wp-image-406 title=England - Kanone im Pendennis Castle src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0658.jpg alt=Kanone im Pendennis Castle width=259 height=389 Alte Kanonen stehen nahe den Mauern und mystisch ankert in nicht weiter Entfernung ein Schiff im Dunst des Wassers. Wir aber suchen das Trockene und gehen in die Burg hinein. Die Innenräume im Untergeschoß sind sehr karg ausgestattet. Auf dem Weg nach oben stoßen wir uns beide einige Male den Kopf an den harten Mauern der engen Wendeltreppen. Als wir den ersten Raum betreten, beginnen plötzlich die beiden Kanonnieren heftig miteinander zu schreien. Wir verstehen zwar kaum ein Wort, aber es sieht sehr spektakulär aus. Dann gehen Kanonenschüsse los und aus dem Abschussloch qualmt es heftig heraus. Da sind wir also mitten in einen Krieg geraten! Ein Bewegungsmelder löst diese Show aus und im Laufe unserer Besichtigungstour werden wir noch öfter erschreckt von plötzlich sprechenden Puppen. Sie machen aber die nüchterne Ausstellung sehr lebendig. Mehr als zwei Stunden stapfen wir sowohl in der Burg, als auch draußen im Regen herum. Das Mittagessen gönnen wir uns noch im angeschlossenen Tea Room. Als wir danach zum Auto zurück gehen, hat es fast aufgehört zu regnen. Die Regenhosen sind ordentlich versaut und die Jacken vom Wasser angesaugt. Wir nützen die Regenpause und machen uns auf den Weg zu den strongTrebah Gardensstrong. Die Straßen dorthin sind teilweise überflutet, weil die Kanalisation diese Regenmassen nicht mehr aufnehmen kann. Wir haben aber Gott sei Dank kein Problem und ohne Verzögerungen erreichen wir den Trebah Garden. img class=alignleft size-full wp-image-408 title=England - Trebah Garden src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0672.jpg alt=Trebah Garden width=389 height=259 Jahrzehntelang war der Garten sich selbst überlassen und wurde erst Ende der 80er Jahre wiederhergestellt. Das Markenzeichen sind die riesigen Baumfarne, Palmen und Bambus. Hier gedeiht der schnellstwachsende Bambus. Eine neue Pflanze wächst bis zu dreißig Zentimeter pro Tag in den ersten sieben Tagen. Bedingung ist die wolkenlose und windstille Lage. Dieser Bambus wird vorwiegend für die Küche verwendet. Wir schlagen uns durch das Dschungeldickicht und jedes Mal, wenn wir einen Zweig streifen, ergießt sich ein wahrer Regenfall über uns. Die Palmen breiten ihre Blätter wie Fächer über die Spazierwege. Durch den Garten ziehen sich viele Wasserfälle und zudem ist fast nach jeder Kurve ein Teich zu finden. Darin tummeln sich viele Fische, unter anderen auch Unmengen von riesigen Kois in allen Größen und Farben. Eine Weile spielen wir mit ihnen, denn sie folgen uns, wenn wir von einem Ende des Teiches zum anderen gehen. Der Garten endet an einem Sandstrand, auf dem Besucher auch baden dürfen. Wir sehen eine zeitlang den anderen Menschen zu und dann spazieren wir gemütlich wieder in Richtung Eingang zurück. Es reicht gerade für den Rundgang im Garten, dann öffnet sich schon die nächste Wolke und es gießt wieder. img class=alignleft size-full wp-image-410 title=England - Lizard Halbinsel src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0689.jpg alt=Lizard Halbinsel width=389 height=259 Es ist gerade mal kurz nach halb vier und daher beschließen wir, noch ein Stück in den Süden zu fahren. Wie sollte es auch anders sein, aber auf der Fahrt zur strongLizard Halbinselstrong werden die Straßen wieder schmäler. Darum sind wir überrascht, als etwa acht Meilen vor dem Ziel die Straße sogar mit einem Mittelstreifen versehen ist. Der südlichste Punkt Großbritanniens ist Lizard Point. Der Ort besteht nur aus einigen Bauernhöfen, Cafés, Souvenirläden und vielen Touristen. Wir sind beeindruckt von den gewaltigen Felsformationen, die stark mit Lilien und Heidekraut bewachsen sind. Das Meer peitscht die weißen Wogen gegen die Klippen, sodass die Gischt aussieht wie aufgeschäumte Milch. Etwas weiter östlich steht ein gewaltiger, weißer Leuchtturm aus dem Jahr 1752 und er besitzt eines der stärksten Leuchtfeuer der Welt. Die Küste von Lizard war lange Zeit als Grab für Schiffe gefürchtet. Auf der Wiese daneben tummeln sich viele Feldhasen. Beim Abzählen kommen wir auf siebzehn Stück dieser süßen, kleinen Geschöpfe. Die einen fressen in aller Ruhe, andere hetzen sich gegenseitig von einem Ende der Wiese zum anderen. Viel Spaß noch! Wir fahren zurück nach Falmouth, huschen noch schnell in einen Store und dann nisten wir uns wieder im gleichen Campingplatz wie gestern ein. Die Wiese ist komplett durchnässt und wir hoffen, dass es jetzt mal eine Weile trocken bleibt. Erste blaue Flecken am Himmel sind ja schon zu sehen! p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-409 title=England - Hasen am Campingplatz src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0686.jpg alt=Hasen am Campingplatz width=259 height=389 p - [22.07.07 - Lost Gardens of Haligan, Trewithen Garden, Trellisik Garden](https://www.bauer-seyr.at/suedengland/220707-lost-gardens-of-haligan-trewithen-garden-trellisik-garden) - img class=alignleft size-full wp-image-398 title=England - Lost Gardens of Heligan src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0567.jpg alt=Lost Gardens of Heligan width=389 height=259 Unsere Susi beschließt ab heute auch Urlaub zu machen und trotz allem guten Zureden, sie rührt sich nicht mehr. Jetzt müssen wir auf die gute alte Straßenkarte zurückgreifen. Wir finden mit Hilfe der Hinweistafeln auf der Straße zu den nahe Mevagissey gelegenen strongLost Gardens of Heliganstrong. Kurz nachdem die Eingangspforten geöffnet werden, stehen wir an der Kasse. Wir bekommen zum Geländeplan jeder noch einen Minikompass. Was das wohl zu bedeuten hat? Ist der Garten so verwunschen, dass wir nicht mehr raus finden? Wir sind auf alles vorbereitet! img class=alignleft size-full wp-image-399 title=England - Lost Gardens of Heligan src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0570.jpg alt=Lost Gardens of Heligan width=389 height=259 Im Eingangsbereich leuchten uns schon rote und orange Lilien entgegen. Der Garten war früher in Familienbesitz und man leistete sich im 19. Jahrhundert schon mehr als zwanzig Gärtner. Nach dem Ersten Weltkrieg verwilderte der Garten, bis er verkauft wurde. Vor mehr als fünfzehn Jahren erwachte er dann aus seinem Dornröschenschlaf. Unter dichten Brombeerranken und Efeu schlummerten viele Kostbarkeiten. Da sich lange Zeit niemand um die Gärten gekümmert hatte, blieb viel von seiner Ursprünglichkeit erhalten. In historischen Gewächshäusern kann man heute tropische Nutzpflanzen bewundern. Über dreihundert Obst - und Gemüsesorten, wie Wein oder Orangen, werden nach alten Anbautechniken gezüchtet. In gemauerten Gräben, die mit Pferdemist beheizt werden, züchten sie sogar Ananas. Diese Anlage stammt noch aus georgianischer Zeit und ist noch gut erhalten. Der nahe gelegene Golfstrom begünstigt das subtropische Klima, sodass Palmen, Farne und riesenblättrige Gunneras bestens gedeihen. Haushohe Rhododendren sind unter freiem Himmel anzutreffen und wir stellen uns die Blütenpracht vor, die im Frühling hier herrscht. img class=alignright size-full wp-image-400 title=England - Bananenstaude in Lost Gardens of Heligan src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0577.jpg alt=Bananenstaude in Lost Gardens of Heligan width=259 height=389 Jetzt im Sommer leuchten die verschiedenfärbigen Hortensien. Sie gehören heute mit einem Durchmesser von sechzig Metern zu den größten der Welt. Ein italienischer Garten mit vielen gemütlichen Sitzgelegenheiten lädt in der warmen Sonne zum Träumen ein. Jasmin blüht und verströmt seinen betörenden Duft; Ziergräser schaukeln im Wind hin und her. Über zweihundert Jahre alt ist ein von Mauern unterteilter Ziergarten. Wir können die Blütenpracht, die wir hier finden, kaum fassen. Ganze Felder mit Kornblumen, Cosmea, Rittersporn, Zierwicken oder Löwenmäulchen erfreuen sich unserer Aufmerksamkeit. Wir spazieren weiter und kommen an einem Gehege vorbei, wo Hühner und Gänse untergebracht sind. Der Garten gliedert sich in mehrere Teile. Neben den bereits erwähnten Bereichen gibt es hier auch einen Dschungel. Vier Teiche wurden im dreihundert Meter langen Tal angelegt. Sie sind heute zum Teil mit schönen Seerosen bewachsen. An den Hängen wachsen unter anderem auch Bambus, Agaven, Hanfpflanzen, Bananenstauden und Farne und das in Dimensionen, wie wir sie zuletzt in Australien gesehen haben. Auch ein Sequoia und ein Giant Redwood haben hier ihren Platz gefunden. An den Dschungel schließt sich das verlorene Tal an. Es bietet den Eindruck der ursprünglichen Landschaft Cornwalls mit den Alleen aus Eichen und Buchen. Alte Holzkohlenmeiler werden heute wieder betrieben. img class=alignleft size-full wp-image-401 title=England - Mudmaid src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0588.jpg alt=Mudmaid width=389 height=259 Nach einem Gewaltmarsch durch das Gelände sitzen wir zu Mittag im Tearoom und genießen die uns liebgewonnen Scones mit Clotted Cream und Jam. Ausgerastet und gestärkt nehmen wir den letzten Teil in Angriff. Mitten im Wald treffen wir die friedlich schlummernde Schönheit Mudmaid. Ihr mit Efeu bewachsener Körper ist halb versunken in der Erde. Auf dem Kopf wachsen Lilien als Haare. Ein Stückchen weiter funkeln uns zwei blaue Augen an. Der Kopf eines Giganten scheint aus dem Boden zu brechen. Das Gesicht ist bemoost und wieder bilden Lilien die Haare. Diese Figuren wurden 1998 von den cornischen Künstlern Susan und Pete Hill geschaffen und verzaubern jeden Besucher. Am Ausgang können wir noch in greifbarer Nähe Vögel und einem Eichkatzerl beim Fressen beobachten. Tief beeindruckt verlassen wir nach mehr als drei Stunden die einst verlorenen, aber nun wieder gefundenen Gärten. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-402 title=England - Eichkatzerl src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0601.jpg alt=Eichkatzerl width=259 height=389 p Auf engen, unübersichtlichen Straßen fahren wir weiter bis zu unserem nächsten Ziel, dem strongTrewithen Gardenstrong. Der eigentliche Eingang ist gesperrt, daher müssen wir einen kleinen Umweg fahren. Am Gatter sitzt gemütlich eine Dame auf einem Hocker und sammelt das Eintrittsgeld ein. Sie erzählt uns, dass heute eine Veranstaltung stattfindet und auch Gärtner für Fragen anwesend sind. Ein paar Schritte weiter werden wir mit Blasmusik begrüßt. Eine andere Dame drückt uns einen Plan in die Hand und dann starten wir auch schon los. Bis vor neunzig Jahren gab es in Trewithen keinen richtigen Garten, nur einen locker bepflanzten Park. Es dauerte ein halbes Jahrhundert bis aus dem Park ein schöner Frühlingsgarten wurde. Man beschreitet den Garten zunächst über einen großzügig angelegten Rasen, der sich über 200 Meter lang vor der Südfront des Hauses erstreckt. Er ist gesäumt mit vielen haushohen Rhododendren, die aufgrund der Jahreszeit nicht mehr blühen. Auf unserem Rundgang finden wir aber einen im Schatten, der noch einzelne wunderschöne rote Blütestände hat. Hortensien in weiß und blau bestimmen das Bild. Hin und wieder entdecken wir noch einen Schmetterlingsflieder. Der Garten ist im Frühling sicher sehr schön, aber jetzt blüht fast gar nichts mehr. Selbst Sommerblumen sind hier nicht sehr viele zu sehen. Der Garten ist einfach nur grün. Wir sind von anderen Gärten schon so verwöhnt, dass wir beschließen, nach nicht mal einer halben Stunde wieder zu fahren. Einen Garten haben wir ja heute noch auf dem Programm, den strongTrelissick Gardenstrong. Das Ehepaar Copeland bepflanzte den ursprünglichen Landschaftspark mit wertvollen asiatischen Rhododendren, Kamelien und Magnolien. img class=alignleft size-full wp-image-403 title=England - Rhododendren src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0608.jpg alt=Rhododendren width=389 height=259 Wir werden nicht enttäuscht, denn hier begrüßt uns gleich ein Blütenmeer. Leuchtend rote Lilien konkurrieren mit vielen anderen prächtigen Blumen. Ein weitläufiger, sauber abgegrenzter und sehr gepflegter Rasen lädt zum Faulenzen ein. Inmitten dieses großen Parks steht eine immens große chinesische Zeder, auf dem Kinder wie die Äffchen herum klettern. Die Eltern sitzen im Schatten darunter und genießen ihr mitgebrachtes Picknick. Mr. Copeland war Direktor der familieneigenen Porzellanfabrik, die für ihr exquisites, mit Blumen bemaltes Porzellan berühmt war. Viele der Blumen, die Teller und Teetassen zierten, wuchsen in Trelissick. 1955 schenkte die Familie den 150 Hektar großen Park dem National Trust. img class=alignleft size-full wp-image-404 title=England - Trellisik Garden src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0615.jpg alt=Trellisik Garden width=389 height=259 Um die Blütezeit zu verlängern, wurden zu den vorhandenen früh blühenden Sorten spät blühende Rhododendren und zahlreiche sommerblühende Hortensien gepflanzt. Der Garten besteht aus zwei Teilen, die durch eine kleine Holzbrücke verbunden sind. Geht man darüber, gelangt man in den neueren Teil des Gartens. Dort wurden mehr als hundert Hortensiensorten gepflanzt. Der Jahreszeit entsprechend stehen sie momentan in voller Blüte und schon von weitem leuchten ihre satten Farben entgegen. Wir können uns gar nicht satt sehen. Gemütlich spazieren wir entlang der Blütenpracht und versuchen die Eindrücke in uns aufzusaugen. img class=alignleft size-full wp-image-405 title=England - Trellisik Garden src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0636.jpg alt=Trellisik Garden width=389 height=259 Doch dann heißt es plötzlich zurück an den Start die Speicherkarte des Fotoapparates ist leider voll. Rasch holen wir Nachschub und beginnen mit unserem Rundgang von der anderen Seite. In einer tiefen, schattigen Schlucht ragen mehr als hundert Jahre alte nordamerikanische Zypressen hoch in den Himmel hinauf. Ein wenig abgelegen finden wir ein nettes Holzhäuschen mit Aussicht auf einen Teil des Gartens. Die Füße brennen uns schon gewaltig - so machen wir es uns auf dem Bankerl bequem und genießen die Ruhe und das Flair des Gartens. Wir beobachten die vielen Schmetterlinge, die sich am Nektar der vielen Blüten erfreuen. Als „Neo-Engländer nehmen wir im Tearoom abschließend noch unseren 5 o´clock tea ein und verlassen gegen sechs Uhr abends den Garten. Wir müssen eine zeitlang suchen, bis wir überhaupt einen Campingplatz finden. Aber die Suche lohnt sich, denn wir bekommen einen schönen Platz inmitten einer Farm. Leider müssen wir uns bald ins Zelt zurück ziehen, weil es zu regnen beginnt. - [21.07.07 - Looe, Polperro & Eden Project](https://www.bauer-seyr.at/suedengland/210707-looe-polperro-eden-project) - img class=alignleft size-full wp-image-390 title=England - Brücke von Looe src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0512.jpg alt=Brücke von Looe width=389 height=259 Eine kühle Brise weht uns heute um die Ohren. Vor der Einfahrt von strongLooe strongbefindet sich ein großer Parkplatz, von dem der Ort schnell erreichbar ist. Looe ist ein kleines Fischerörtchen, das durch den gleichnamigen Fluss in zwei Hälften geteilt wird. East und West Looe sind durch eine Brücke mit sieben Bögen miteinander verbunden. West Looe erstreckt sich entlang der Küste mit hübschen Wohnhäusern und einer schönen Uferpromenade. East Looe ist der größere und lebhaftere Teil der Ortschaft mit zahlreichen Geschäften, Restaurants und vielen Souvenirläden. Enge, mit Kopfstein gepflasterte Gassen und mittelalterliche Häuser prägen den Kern. Es sind für die frühe Zeit schon viele Menschen unterwegs. Die Geschäfte, Bäckereien und Pubs haben schon geöffnet und die verschiedenen Düfte vermischen sich. Wir spazieren durch die Gassen, bis wir im Hafen ankommen. Ein kleiner gepflegter Sandstrand schließt sich daran an und auch dort herrscht schon reges Getümmel. Viele Segler putzen ihre Boote und machen sich bereit, in See zu stechen. img class=alignleft size-full wp-image-392 title=England - Pier von Looe src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0520.jpg alt=Pier von Looe width=389 height=259 Entlang der Hafenmauer befindet sich der Banjo Pier. Auf dem schlendern wir zurück und sehen eine Weile einem Jungen und seinem Vater beim Krabbenfischen zu. Sie werfen eine Leine mit einem Beutel in das Wasser. In dem befindet sich ein Fischkopf. Dann warten sie ein paar Minuten und ziehen die Leine wieder hoch. Die Krabben hängen am Beutel, weil sie sich verfangen haben. Innerhalb kurzer Zeit haben sie einen Kübel Krabben gefangen. Wir unterhalten uns mit ihnen und dabei erzählen sie uns, dass die Tiere wieder ins Wasser zurückgeworfen werden. Ist ja nur ein Hobby und was können die armen Tiere dafür! 220 Krabben in eineinhalb Stunden war der Rekord, den sie einmal erreichten! Eine komische Freizeitgestaltung. img class=alignright size-full wp-image-391 title=England - Polperro src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0516.jpg alt=Polperro width=259 height=389 Wir setzen unsere Reise fort in das Schmugglerdorf strongPolperrostrong. Tagsüber ist am Ortseingang auf dem Parkplatz für Besucher die Fahrt zu Ende. Nur Anrainer und Lieferanten dürfen in Schrittgeschwindigkeit in die Fußgängerzone hineinfahren. Für faule Touristen gibt es für zwei Pfund eine Pferdekutsche, die so schnell unterwegs ist, dass wir sie zu Fuß ständig überholen. Schmale Gassen führen an Souvenirläden und historischen Häusern vorbei bis hinunter zum kleinen Hafen. Liebevoll sind die vorwiegend weißen Häuser mit vielen Blumen und allerlei Krims Krams geschmückt. Der Ort ist zwar auch schon touristisch angehaucht, verdient aber trotzdem die Bezeichnung pittoresk. Das ist für uns echt ein Ort zum Abhängen, wären da nicht die bedrohlichen, schwarzen Wolken am Himmel. Dennoch sitzen wir eine Weile auf der uralten Hafenmauer, betrachten die Umgebung und beobachten die anderen Touristen. Für teures Geld nehmen sie an den Bootsfahrten im Hafen teil. Wir lassen es uns im Urlaub auch gut gehen, aber für die offensichtlichen Touristennepps sind wir nicht zu haben. Polperro ist vor allem bekannt durch seine Schmugglertradition, die hier besonders ausgeprägt war. Im 13. Jahrhundert wurden Zölle auf Import und Export vom König eingehoben, um die leeren Kassen zu füllen. Daher gab es wohl kaum einen Ort an der englischen Küste, der sich nicht seiner Vergangenheit als Schmugglernest rühmt. Erst 1680 ließ die englische Krone Zöllner auf Schiffen entlang der Küste patrouillieren. Diese waren aber schlecht bezahlt und außerdem gab es viele unterirdische Gänge und schnell war ganz Polperro im Schmugglergeschäft involviert. Geschmuggelt wurde Tee, Kaffee, Tabak, Schokolade, Wein, Schnaps und Seide. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Einfuhrzölle gesenkt, das zum Ende der Schmuggeleien führte. Man braucht nicht viel Phantasie, um sich in alte Zeiten zurück zu versetzten, und sich vorzustellen, wie ein cleverer Schmuggler so manches Fässchen ins Trockene gebracht hat. Apropos trocken- zu Mittag beginnt es wieder ordentlich zu regnen, sodass wir in einem „Restaurant das Trockene suchen. Wir bestellen uns Fish & Chips und obwohl es auf der Karte Bier und Wein gibt, Alkohol ausschenken dürfen sie nicht. Das Essen schmeckt nicht schlecht, aber es ist eine sehr fettige Angelegenheit. Danach hätten wir dann noch einen Schnaps gebraucht, aber es gibt ja hier keinen Alkohol. Mit vollem Magen erklimmen wir noch die Anhöhe zur St. John´s Church. Im Nachhinein gesehen, hätten wir uns diese Anstrengung sparen können. Nicht nur, dass die Kirche nicht sehenswert und dreckig ist, es stinkt und muffelt so stark, dass unsere Fische schon nahe daran sind, wieder an die frische Luft zu kommen. Da tut uns dann der gemütliche Spaziergang zurück zum Parkplatz sehr gut. Wir verlassen uns nicht darauf, dass es bei diesem einen Regenguss bleibt. Deshalb überlegen wir uns ein Schlechtwetterprogramm für den Nachmittag. img class=alignleft size-full wp-image-395 title=Enland - Eden Project src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0532.jpg alt=Eden Project width=389 height=259 In der Nähe von St. Austell liegt das Milleniumsprojekt Eden. Eine verlassene Kaolingrube wurde um stolze 76 Millionen Pfund zu einem riesigen Gewächshaus umfunktioniert. Auf dem Weg dorthin dirigiert uns Susi auf „Straßen - da sind ja unsere Forstwege noch breiter. Es heißt aufpassen, dass wir keinen Fußgänger über den Haufen fahren. Wir sind auf Schleichwegen Richtung Bodimik unterwegs und die Fahrbahn ist unübersichtlich aufgrund der hohen Hecken. Dann geht es bergauf und als wir auf der anderen Seite des Hügels wieder hinunter fahren, endet die Straße im Meer! Wir kriegen einen Lachkrampf, als Susi daraufhin sagt „dann fahren sie mit der Fähre. Eine halbe Stunde später fahren wir dann auf der anderen Seite weiter. Susi führt uns noch ein paar Mal in die Irre, doch dann erreichen wir den weiten Parkplatz. img class=alignright size-full wp-image-396 title=England - der tropische Bereich des Eden Projects src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0534.jpg alt=der tropische Bereich des Eden Projects width=259 height=389 strongEden Projektstrong wurde 2001 eröffnet und kann pro Jahr mehr als 750.000 Besucher verzeichnen. Es ist somit die größte touristische Attraktion Cornwalls. Die amerikanische Schauspielerin Halle Berry schwebte im Bond-Film Stirb an einem anderen Tag wie eine Spinne in das Gewächshaus hinab. Acht riesige Gewächshäuser in Form von Bienenwaben umschließen 195.600 Kubikmeter Raum. Im größten (15.000 m²) wachsen Pflanzen und Bäume in einem feucht-tropischen Klima. Schon nach kurzer Zeit klebt uns die Kleidung am Körper. Wir fühlen uns, als wären wir im Regenwald Australiens, zumal auch die Vegetation entsprechend vorhanden ist. Riesige Palmen und Lianen wachsen neben meterhohen Bananenstauden und Zuckerrohr. Auch ein Flaschenbaum, Kaffeesträucher und Colabäume gedeihen hier prächtig. Informative Tafeln und Ausstellungsstücke lockern das viele Grün auf. Wir sind stark beeindruckt. Wasserfälle und schöne exotische Blumen fehlen hier auf dem Rundweg natürlich auch nicht. img class=alignleft size-full wp-image-397 title=England - Sonnenblume im Eden Project src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0559.jpg alt=Sonnenblume im Eden Project width=259 height=389 Im zweiten Biome gedeihen über 100.000 mediterrane Pflanzen. Hier kann die Vegetation unter anderen von Südafrika, Kalifornien oder Italien bewundert werden. Zypressen, Olivenbäume, Feigensträucher, Agaven und Opuntien sind schön zwischen Steinen angepflanzt. Kräuter aller Arten und Sorten verströmen ihren betörenden Duft. Wären da nicht so viele Touristen, wir würden uns fühlen wie im Urlaub in den verschiedenen Ländern! Die kleineren Gewächshäuser widmen sich der heimischen Flora. Auch im Außenbereich ist ein wunderschöner Garten angelegt - nur den können wir leider nicht mehr genießen. Innerhalb kurzer Zeit beginnt es wieder so heftig zu schütten, dass wir Unterschlupf im Souvenirladen suchen. Verrückt, was es da alles zu kaufen gibt und noch verrückter sind die Preise dazu. Als der Regen dann etwas nachlässt, laufen wir zum Auto zurück. Unsere Regenbekleidung ist ja im Kofferraum gut aufgehoben! Wieder einmal beschließen wir, ein B&B zu nehmen und wieder finden wir kein freies Zimmer. Selbst der erste Campingplatz, den wir ansteuern, ist überfüllt. Beim nächsten müssen wir lange warten, bis der Rezeptionist kommt. Wir haben beide Kopfschmerzen, deshalb nehmen wir nach dem Zeltaufbau eine Chemiekeule und gehen sehr bald schlafen. - [20.07.07 - Plymouth](https://www.bauer-seyr.at/suedengland/200707-plymouth) - Die Hasen sind schon vor uns auf und frühstücken gemütlich neben uns. Rasch packen wir zusammen und machen uns auf den Weg in die Stadt. Der Himmel ist wieder verhangen mit schwarzen Wolken und es dauert nicht lange, da peitscht der Regen wie wild gegen die Windschutzscheibe. Wir machen einen kurzen Halt und plündern noch den Morrison Store, um unsere Vorräte aufzufüllen. Gleich neben dem Geschäft befindet sich ein McDonalds und dort nehmen wir ein verspätetes Frühstück ein. Gegen Mittag erreichen wir den Hafen von strongPlymouth strongund da wir ein Indoor-Programm brauchen, besuchen wir das strongNational Marine Aquariumstrong. Leider bekommen wir an der Kasse keinen Orientierungsplan, daher irren wir erst ein wenig herum. Das Aquarium in Plymouth ist mit einer Tiefe von 10 Metern Europas tiefstes und Großbritanniens größtes . Die Hauptattraktion des 4 Million Pfund teuren Baus ist das 10½ Meter tiefe Mittelmeeraquarium mit einer Höhe von drei Stockwerken und 2½ Millionen Liter Wasser. Darin schwimmen mehrere metergroße Haie und andere Fische. Wir haben den Eindruck, als würden die Fische über uns fliegen, denn die Bewegungen des Wassers sind nicht sichtbar. Wenn man sich ganz nahe an die Scheibe stellt, dann wird man durch das Schweben der Tiere richtig schwindlig. In zahlreichen kleineren Aquarien können Seeigel, Seepferdchen und Korallenfische bewundert werden. Wir sehen einem Seepferdchen-Pärchen beim Liebesspiel zu. Da kuschelt sich der eine um den anderen herum. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-385 title=England - Seepferdchen src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0453.jpg alt=Seepferdchen width=259 height=389 img class=aligncenter size-full wp-image-386 title=England - Seegurke src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0473.jpg alt=Seegurke width=259 height=389 p Mein Leben lang habe ich noch nie einen Seeapfel gesehen, zumal dieser ja nicht man eine Ähnlichkeit mit einem Apfel hat. Auch der gelbe Butterflyfish und die roten Seesterne strahlen eine Eleganz aus. Über zwei Stunden spazieren wir durch die teilweise dunklen und mystisch wirkenden Räume. Als hätte man einen Schalter umgelegt, lacht draußen wieder die Sonne und wir beschließen, Plymouth zu erkunden. In einem riesigen Einkaufszentrum parken wir auf der Dachterrasse und bepackt mit Rucksack und Fotoapparat legen wir los. img class=alignleft size-full wp-image-477 title=England - Charles Church in Plymouth src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland_1532.jpg alt=Charles Church in Plymouth width=320 height=213 Die strongCharles Churchstrong im Herzen der Stadt ist immer noch eine Ruine und soll dadurch an den Schrecken des zweiten Weltkrieges und die vielen Toten erinnern. Rund um sie wurde ein Kreisverkehr gebaut, sodass die alte Kirche mit den neuen Gebäuden harmonisch vereint ist. Sieht echt toll aus. Wir schlendern ein Stück herum, so gut es geht, denn es gibt keinen Weg hin zur Ruine. Dann flanieren wir durch die breite Einkaufsstraße, an der Altstadt vorbei, hinauf zum Hoe Park. Auf einem Hügel direkt am Meer breitet sich der Park aus. Schon von weitem kann man das strongDenkmal von Sir Francis Drake strongsehen. Auf der berühmten Rasenfläche soll Sir Darak noch in Ruhe sein Bowling- Spiel beendet haben, bevor er die angreifende spanische Armada bekämpfte. Noch heute ist der Park ein beliebter Treffpunkt für Studenten und Stadtbummler, die von der wenige Schritte entfernte Innenstadt ein wenig entspannen möchten. Am Fuße des Hoe befindet sich der historische img class=alignright size-full wp-image-387 title=England - Smeatons Tower src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0486.jpg alt=Smeatons Tower width=259 height=389 strongLeuchtturm Smeaton´s Towerstrong, der in den späten 1880er Jahren errichtet wurde. Wie auf einem gemalten Bild thront der rot- weiß gestreifte Leuchtturm vor der Kulisse des türkisgrünen Meeres. Wir sitzen eine zeitlang auf einer Bank und genießen die schöne Aussicht. Als uns der Wind dann aber doch zu kalt wird, spazieren wir weiter entlang des Hafens zu den img class=alignleft size-full wp-image-388 title=England - Mayflower Steps src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0490.jpg alt=Mayflower Steps width=259 height=389 strongMayflower Stepsstrong. Eine in den Boden eingelassene Steinplatte am Hafen markiert den bedeutungsvollen Ort, von wo aus die berühmten Pilgrim Fathers zu ihrem Ruderboot hinab stiegen, das sie zur Mayflower brachte. Am 6. September 1620 hatten sie von dort ihre Reise in die Neue Welt begonnen. Heute hüpfen ein paar 12-jährige Jungs von diesen Treppen in das Meer und machen ihre ersten Erfahrungen als Klippenspringer! Als wir da so stehen, den Buben zusehen und die Erinnerungstafeln lesen, fährt eine Stretch- Limousine vor. Der Chauffeur steigt aus, öffnet die hinteren Türen und wir staunen nicht schlecht, als eine Horde Schüler herausklettert. Ihre weißen Uniformhemden sind beschmiert mit Zeichnungen und Unterschriften. Dann öffnet der Fahrer den Kofferraum und gibt den Kindern irgendwelche Softdrink- Flaschen. Die Kids jubeln, präsentieren sich den Zuschauern, trinken ihre Flaschen leer, werfen die leeren in die Abfallkübel, steigen wieder in die Limousine und dann wird wieder abgefahren. Was war das denn? Etwas verständnislos schauen wir dem Auto nach und schütteln den Kopf. Nur das ist nicht das einzige „Partyauto, das wir sehen. Wir finden schließlich heraus, dass heute „schools-end ist und in England das entsprechend gefeiert wird. Ein paar Mal begegnen uns auch Universitätsabsolventen mit ihrer Uniform. Herzlichen Glückwunsch. Wolfgang bietet ihnen an, von dem Glücklichem und den stolzen Eltern ein Foto zu machen. img class=alignleft size-full wp-image-389 title=England - Altstadt von Plymouth src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0496.jpg alt=Altstadt von Plymouth width=389 height=259 Wir sind mittlerweile fast am Ausgangspunkt unseres Spazierganges angekommen. Besonders sehenswert ist auch die Altstadt von Plymouth, die sogenannte Barbican, von den Bewohnern kurz und liebevoll The Barbie genannt. Mit urigen Kneipen, gemütlichen Cafe´s und einem tollen Blick auf den Hafen lässt sich auch dort gut entspannen. Es ist schon spät - daher gehen wir zum Auto zurück und verlassen die schöne Stadt. Auf dem Weg von Plymouth nach Saltash überqueren wir die gewaltige Tamar Bridge, die seit ihrer Erbauung 1961 das Tor nach Cornwall ist. Wieder fahren wir eine wunderschöne Landschaft entlang bis Looe. Dort beschließen wir, in der Nähe einen Campingplatz zu suchen. Wir werden schnell fündig. Der Platz liegt auf einer Anhöhe mit Blick auf das Meer echt schön! Wir haben zwar Bedenken, denn während wir unser Zelt aufbauen, sehen wir von Ferne, wie Regen niedergeht. Aber der zieht an uns vorbei und wir haben einen schönen Abend. Die gute Stimmung wird aber getrübt, denn unser Campingkocher beschließt, selbst Urlaub zu machen. Das Abendessen wird zwar noch gerettet, denn die Nachbarn sind so freundlich und leihen uns ihren Kocher. Sind wirklich nett, die Engländer, das bemerken wir immer wieder. - [19.07.07 - Dartmoor](https://www.bauer-seyr.at/suedengland/190707-dartmoor) - Auf direkter Strecke fahren wir heute ins Dartmoor. Buntes Treiben herrscht auf der Straße, denn ständig sind Schafe oder Squirrls auf der Fahrbahn. Unser erstes Ziel, nämlich Buckland Abbey, bleibt uns im wahrsten Sinn des Wortes verschlossen. img class=alignleft size-full wp-image-378 title=England - Blumenwiese src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0390.jpg alt=Blumenwiese width=389 height=259 Daher besuchen wir das nahe gelegene strongGarden Housestrong. Der Garten ist terrassenförmig angelegt und umschließt einen Turm aus dem 16. Jahrhundert. Durch üppige Bepflanzung mit Blumen und Stauden in allen Farben entsteht ein unvergessliches Panorama. Wo man auch hinschaut, überall Blütenmeere oder Gräser, deren Ähren sich in der leichten Brise wiegen. Bienen fliegen von einer Blüte zur anderen und die Vögel zwitschern. Immer wieder finden wir Nischen mit gemütlichen Bankerl. Wir können gar nicht genug bekommen von diesem Flair, machen Unmengen von Fotos und nehmen mal hier, mal dort ein paar Samenkapseln mit. Überall wuseln die Gärtner, zupfen Unkraut oder pflanzen neue Blumen und Stauden. An den Ausläufern verschmilzt der Garten mit der umgebenden Landschaft. Ein Katzerl, das uns schon am Eingang begrüßt hat, läuft uns immer wieder über den Weg und schmust mit uns. Wir sind ganz erstaunt, dass sie uns so gut versteht - ist anscheinend mehrsprachig aufgewachsen! In einem Teil des Hauses ist der Tea Room untergebracht. Wir bestellen uns wieder Scones (diesmal aber süße) mit Clotted Cream und Strawberry Jam. Eine bröselige Angelegenheit, aber sooooo lecker. Wir beobachten die Ladies am Nebentisch und sind beruhigt, dass sie genau soviel Mist hinterlassen. img class=alignleft size-full wp-image-383 title=England - Clapper-Bridge im Dartmoor src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0433.jpg alt=Clapper-Bridge im Dartmoor width=389 height=259 Als wir den Garten verlassen, ist der Himmel noch voll mit Schäfchenwolken, aber das soll sich bald ändern. Bei Yelverton biegen wir ins strongDartmoor strongab. Das Dartmoor ist seit 1949 ein Nationalpark mit einer Fläche von 954 km². Weite Wiesenlandschaften wechseln sich mit kleinen Mooren und den Tors ab. Tors sind flache Wiesenhügel mit Granitfelsbildungen von bis zu 10 Meter Höhe. Charakteristisch für das Dartmoor sind auch die so genannten Clapper-Bridges, aus dünnen erbaute Brücken über Bäche und Flüsse. Berühmt ist das Dartmoor auch für sein Gefängnis in Princetown. So manch entflohener Sträfling hat sich in der Finsternis des Moors verborgen. Sir Arthur Conan Doyles hat sich für seinen Roman „Der Hund von Baskerville Anregungen zu den schaurigen Geschichten aus dem Moor geholt. Das Gefängnis ist schon von weitem sichtbar, aber wir belassen es dabei, nur daran vorbei zu fahren. Je weiter wir ins Moor hineinfahren, umso schöner wird die Landschaft. a href=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0393.jpgimg class=alignright size-full wp-image-379 title=England - Blumenwiese src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0393.jpg alt=Blumenwiese width=259 height=389 aDie weite, grüne Fläche ist dicht bewachsen mit Farnen und wird unterbrochen vom pink färbigen Fingerhut und den gelben Ginsterbüschen. An sonnigen Tagen offenbart das Moor die besondere Schönheit dieser Region. Wir sehen auch erste Dartmoor-Ponys auf den flachen Wiesen. Diese zu beobachten haben wir dann genügend Zeit, denn Punkt 13:00 Uhr beginnt es so stark zu schütten, dass wir auf einem Parkplatz stehen bleiben müssen. Lustigerweise bleiben auch die meisten Ponys wie versteinert stehen. Eine geschlagene Stunde prasselt das Wasser vom Himmel und als wäre nichts gewesen, verziehen sich die schwarzen Wolken und die Sonne lacht wieder. Wir fahren weiter und wundern uns, warum so viele Hinweisschilder „Drive more carefully aufgestellt sind. img class=alignleft size-full wp-image-380 title=England - Dartmoor Pony src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0409.jpg alt=Dartmoor Pony width=389 height=259 Aber bereits nach der nächsten Kurve wissen wir es, denn die Fahrbahn ist belagert von vielen Ponys. Wir bleiben am Straßenrand stehen und dann kommen die süßen Tiere auch schon angestapft. Wahrscheinlich wurden sie von Touristen mal gefüttert, obwohl das verboten ist. Die letzten 35 Ponys, die als Lastenträger eingesetzt waren, wurden einfach laufen gelassen in der freien Natur, als 1930 die letzte Zinnmine geschlossen wurde. Seitdem vermehren sie sich und sind sehr robust und widerstandsfähig. Rund 2.500 Pferde teilen sich das Land heute mit unzähligen Schafen. Wir haben den Eindruck, als würden wir mitten in einer Pferdekoppel stehen, denn rings um uns werden die Ponys immer mehr. img class=alignleft size-full wp-image-382 title=England - Clapper Bridge bei Two Bridges src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0432.jpg alt=Clapper Bridge bei Two Bridges width=389 height=259 Es führen nur zwei größere Straßen durch das Dartmoor und sie kreuzen sich im Ort strongTwo Bridgesstrong. Nach einem kurzen Aufenthalt fahren wir bis Postbridge, um uns eine schön erhaltene Clapper-Bridge anzusehen. Auch wenn der Name klapprig klingt, er kommt vom Sächsischen und bedeutet „Großer Stein. Große Platten überspannen aufgetürmte Steine und bilden so eine Brücke. Und die hier in Postbridge ist sehr schön gelegen und komplett erhalten. Ich lasse es mir nicht nehmen und probiere auch aus, ob sie mein Gewicht trägt. Mulmig ist mir schon, denn sie ist nicht sehr breit und da macht sich meine Höhenangst doch ein wenig bemerkbar. a href=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0440.jpgimg class=alignright size-full wp-image-384 title=England - Widecombe-in-the-Moor src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0440.jpg alt=Widecombe-in-the-Moor width=259 height=389 aDie Brücke in Dartmeet ist nicht mehr begehbar, da der mittlere Teil schon weggebrochen ist. Ein absolutes Muss für jeden Dartmoor-Reisenden ist laut Reiseführer das Örtchen strongWidecombe-in-the-Moorstrong. Der Weg dorthin ist aber sehr mühsam, denn es führen teilweise nur einspurige Wege dorthin. Immer wieder ist die Straße von Autos oder Traktoren versperrt. Stellenweise ist sie von meterhohen Büschen verwachsen und in einem Örtchen davor ist die Straße sogar überflutet. Mitten im Ort gibt es einen großen Parkplatz, der aber von Dartmoor-Ponys schon in Besitz genommen ist. Die Kathedrale des Dartmoors aus dem 15. Jahrhundert mit ihrem schlanken Turm zeugt vom einstigen Zinnreichtum des Ortes. Uns gefällt die Kirche nur von außen gut. Das Innere ist ungepflegt und schmuddelig. Im Pfarrhaus daneben findet ein Markt statt mit kitschigen Basteleien von Hausfrauen. Ein Aussteller findet unsere Aufmerksamkeit, denn der hat beeindruckende Fotografien vom Moor. Sie sind uns aber zu teuer, außerdem machen wir selber ja auch tolle Bilder. Die Rückfahrt ist genauso spektakulär, aber das Verkehrsaufkommen ist aufgrund der Tageszeit etwas weniger geworden. Wir beschließen, dass wir uns heute ein B&B suchen, damit wir nicht jeden Morgen unsere Sachen im nassen Zustand einpacken müssen. Unser Vorhaben erweist sich aber als sehr schwierig, denn wir finden keine freie Unterkunft. Also programmieren wir unsere Susi, damit sie uns einen Campingplatz sucht. Sie dirigiert uns durch ganz Plymouth hindurch, schickt uns in Sackgassen und schließlich zu einem Caravanpark, der keine Urlauber mit Zelt nimmt. Kein Verlass auf unsere Susi, ist wohl ein bisschen verwirrt, die gute Dame! Also versuchen wir es auf die eigene Faust und halten Ausschau nach Hinweisschildern. Dann endlich finden wir mitten in einem Wohngebiet einen, wo eine Menge Feldhasen auf der Wiese herumwuseln. Es ist schon schön in der Natur zu leben! p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-381 title=England - Blume src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0425.jpg alt=Blume width=259 height=389 p - [18.07.07 - Exeter & Coleton Fishacre](https://www.bauer-seyr.at/suedengland/180707-exeter-coleton-fishacre) - Die Nacht war ausnahmsweise einmal trocken. England zeigt sich heute von seiner schönsten Seite. Die Schäfchen am Himmel haben dort übernachtet und es weht nur eine leichte Brise. Unsere gute Stimmung wird nur durch Susi ein wenig getrübt, denn sie mag heute nicht arbeiten. Mit viel Locken und Streicheln schaffen wir es dann doch noch, dass sie wieder mit uns spricht. Sie führt uns auf schmalen Gassen durch malerische Dörfer mit kleinen, weißen Fachwerkhäusern und ihren Strohdächern. img class=alignleft size-full wp-image-373 title=England - Reedgedecktes Haus src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0324.jpg alt=Reedgedecktes Haus width=389 height=259 Wir bleiben kurz an einem Haus stehen und sehen eine Weile zu, denn hier wird gerade ein neues Dach gedeckt. Bündelweise liegt das Reetgras zur Verarbeitung bereit. Reetgras wächst an Ufern oder sumpfigem Gelände und wird nach der Ernte getrocknet. Das Reetdach hat eine hervorragende Isolationswirkung und kann in der Regel ohne weitere Dämmung verwendet werden. Es hält im Sommer die Hitze ab und wärmt im Winter. Das Reet wird in geschnürten Bündeln geliefert, auf den Dachlatten verteilt und dann so verschoben, dass die unteren Reethalmenden eine schräge einheitliche, durchgehende Fläche bilden, die auch lang andauernden Regen nach unten ableitet. Die Reetbündel werden dann mit einem Draht vernäht. Ein solches Reetdach hält mindestens 60 Jahre. Würde uns auch gut gefallen, in so einem Haus zu wohnen. Zu kaufen gibt es genügend hier, denn dauernd sehen wir „For Sale Schilder hängen. img class=alignleft size-full wp-image-376 title=England - Kathedrale von Exeter src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0344.jpg alt=Kathedrale von Exeter width=389 height=259 Wir erreichen strongExeter strongum die Mittagszeit und fahren in die erste Parkgarage, die wir finden. Das ist keine so gute Idee, denn wir bezahlen für vier Stunden Parken 6,40 Pfund (10,30 Euro). Voller Tatendrang laufen wir gleich los, weil wir eine Kirchturmspitze in der Nähe sehen. Nur die ist dann verschwunden, was eigentlich auch egal ist, denn die gehört eh nicht zur Kathedrale. Nach einigem Herumirren finden wir in die Altstadt und dann steht sie in voller Pracht vor uns. Die hell leuchtende Steinfassade im Westen der dreischiffigen strongKathedrale strongwird durch drei übereinander angeordneten Skulpturenreihen geschmückt, die früher einmal bunt bemalt gewesen waren. In der untersten Reihe sind Engel dargestellt, darüber thronen die Könige und Richter, die wiederum von den Aposteln und Propheten überragt werden. Die turmlose Westfassade wurde 1327 begonnen und 1346 vollendet. Das Meisterwerk der gotischen Baukunst stammt aus dem Jahr 1224, wurde aber erst 1369 fertig gestellt. Die Türme der normannischen Vorgängerkirche von 1112 wurden in das Querschiff mit einbezogen, weil es zuvor diverse Einstürze von Vierungstürmen gegeben hatte, die der eigentlichen englischen Turmbautradition entsprachen. img class=alignright size-full wp-image-375 title=England - Mittelschiff der Kathedrale von Exeter src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0336.jpg alt=Mittelschiff der Kathedrale von Exeter width=259 height=389 Beim Eintreten in das Innere der St. Peter´s Cathedral werden wir darauf aufmerksam gemacht, dass eine Messe zelebriert wird, wir uns daher ruhig verhalten müssen und nicht fotografieren dürfen. Daher lassen wir uns auf den Stühlen nieder und lauschen der Orgelmusik und dem Pfarrer (von dem wir mehr als die Hälfte nicht verstehen!). Eine Stunde müssen wir warten, bis die Messe beendet ist. Dann nehmen wir das Innere genauer unter die Lupe. Ein filigran wirkendes Rippengewölbe überspannt das Mittelschiff, das das längste ununterbrochene Gewölbe der Welt mit einer Länge von ca. 100 Metern ist. Durch die schönen Rosettenfenster dringt die Sonne herein und bringt den Innenraum zum Strahlen. Bemerkenswert ist auch das Chorgestühl von ca. 1340 an der Nordwand des Langhauses. Die Brüstung bildet ein bemaltes Steinrelief mit 12 musizierenden Engeln. Sie wird heute noch vom Chor der Kathedrale genutzt. img class=alignleft size-full wp-image-374 title=England - Uhr src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0335.jpg alt=Uhr width=259 height=389 Ein weiteres Highlight ist die astronomische Uhr aus dem 15. Jahrhundert. Das untere Hauptziffernblatt, der älteste Teil der Uhr, ist wahrscheinlich um 1480 entstanden. Eine Scheibe, bemalt mit einer Lilie, zeigt die Zeit und die Position der Sonne im Himmel an. Das obere Ziffernblatt zeigt die Minuten an und wurde in den 1760er Jahren hinzugefügt. In der Mitte des Ziffernblattes zeigt eine silberne Kugel die Mondphasen. Unter dem Stundenanzeiger ist der Spruch „Pereunt et Imputantur aufgemalt, was bedeutet: „sie vergehen und werden uns hinzugezählt. Ehrfürchtig verlassen wir die Kathedrale und genießen noch das Ambiente, das im Park rund um die Kirche herrscht. Auch hier gibt es massenweise Japaner mit demselben Fotografierverhalten wie überall auf der Welt. Zwei Polizisten, die es aber gelassen nehmen, müssen dann noch als Motiv herhalten. Gleich daneben hat sich eine Schülergruppe mit Uniformen in die Wiese gesetzt und genießt die Jause. Der Park ist eingerahmt von den schönen Fachwerkhäusern der Altstadt. Wir spazieren durch die High Street und schauen hin und wieder in einen Shop, was es da so gibt. Wir kommen an der Guildhall, dem ältesten Rathaus Englands, vorbei. Der Stadtrat tagt immer noch in den historischen Räumen, die über 800 Jahre lang als Hauptsitz des öffentlichen Lebens von Exeter diente. img class=alignleft size-full wp-image-377 title=England - Coleton Fishacre House src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0363.jpg alt=Coleton Fishacre House width=389 height=259 Beim Hinausfahren aus der Stadt sehen wir noch die Ruine einer mittelalterlichen Brücke. Dann geht es up on the highway in Richtung Kingswear. Auf sehr schmalen Straßen, die teilweise wie ein Tunnel mit Bäumen zugewachsen sind, fahren wir zumstrong Coleton Fishacre Housestrong. Das beeindruckende Herrenhaus gehörte früher der D'Oyly Carte Familie, die berühmt ist durch Gilbert und Sullivan, zwei berühmte Operettenkomponisten des 19. Jahrhunderts. Ein wunderschönes Haus, umgeben von einem nicht minder prächtigen Garten, präsentiert sich uns hier. Seltene und exotische Pflanzen sonnen sich in diesem speziellen Klima. Bäche plätschern zwischen Bäumen und Sträuchern und die letzten Strahlen der Abendsonne spiegeln im Wasser alle Farben wider. Leider haben wir nur knapp eine Stunde um dieses Flair genießen zu können, bevor der Garten schließt. Aber dieser Abstecher hat sich auf jeden Fall gelohnt. Nicht weit von Plymouth entfernt finden wir einen Campingplatz, der auf den ersten Blick einen guten Eindruck hinterlässt. Er liegt mitten im Grünen und wir werden von einer Schmusekatze begrüßt. Gleich neben unserem Zeltplatz steht ein riesiger Käfig, in dem sich viele Meerschweinchen tummeln. Irgendwo müssen sie ein Loch gefunden haben, denn während wir beim Essen sitzen, bekommen wir laufend Besuch von diesen schnuckeligen Tieren. Als wir vor dem Schlafengehen die sanitären Anlagen aufsuchen, wird jedoch das Grauen sichtbar. Alles ist mehr als primitiv, dreckig und voll mit Spinnweben. Außerdem gibt es warmes Wasser nur gegen Bezahlung (50 Pence für 5 Minuten das ist Wucher!). Na ja, kaltes Wasser soll die Haut straffen; mal sehen, vielleicht sehen wir nach dem Urlaub etwas jünger aus! p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-370 title=England - Blüte src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0280.jpg alt=Blüte width=259 height=389 p - [17.07.07 - Osmington, Cerne Abbas & Abbotsbury](https://www.bauer-seyr.at/suedengland/170707-osmington-cerne-abbas-abbotsbury) - Leichter Frust macht sich heute in uns breit, denn in der Früh sieht es echt grauslich aus. Dunkle Wolken, Wind und Nieselregen bestimmen das Wetter. In höllischem Tempo bauen wir unser Zelt ab, gehen noch in den Waschraum und machen uns danach auf den Weg in Richtung Osmington. Rosa leuchtende Heide und pittoreske Dörfer wechseln einander auf der Fahrt ab. img class=alignleft size-full wp-image-365 title=England - das weiße Pferd bei Osmington src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0239.jpg alt=das weiße Pferd bei Osmington width=389 height=259 In strongOsmington strongheißt es die Augen offen zu halten. An der Ausfahrt des Ortes finden wir es dann - das weiße Pferd. Es handelt sich um das stilisierte Bild eines überdimensional großen Pferdes, das in den Boden gekerbt wurde. Dadurch wird die darunter liegende sichtbar. Das Alter des Bildes ist umstritten. Wir fahren wieder ein Stück ins Landesinnere, denn bei strongCerne Abbasstrong gibt es eine weitere Hügelfigur. Kurz bevor wir den Ort erreichen, sehen wir schon von weitem eine weiße Figur. Wir trauen unseren Augen nicht - es ist nicht der Giant, den wir suchen, sondern img class=alignleft size-full wp-image-367 title=England - Homer Simpson als Hügelfigur src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0241.jpg alt=Homer Simpson als Hügelfigur width=389 height=259 Homer Simpson! Daher durchqueren wir die Stadt und versuchen es an der anderen Ortseinfahrt noch einmal. Obwohl wir dann endlich ein Hinweisschild finden, sehen wir erst wieder nur Homer. Beim zweiten Hinsehen entdecken wir dann den Riesen gleich daneben. Homer „füttert den Giant mit einem Riesendonut. Wir haben ihn nicht gleich gesehen, weil seine Linien nicht mehr so strahlend weiß sind, wie die von Homer. img class=alignleft size-full wp-image-366 title=England - die eigentliche Hügelfigur src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0240.jpg alt=die eigentliche Hügelfigur width=389 height=259 Die 55 Meter hohe Darstellung eines Mannes mit Riesenpenis ist die größte Hügelfigur des Landes und gilt als Fruchtbarkeitssymbol. Kinderlose Frauen verbringen angeblich eine Nacht auf dem 6,9 Meter langen Penis … und hoffen. Die Linien entstanden durch Einritzen in das weiße kalkhaltige Gestein und sind etwa 30 cm tief bzw. breit. Man nimmt an, dass der Giant aus der Römerzeit stammt, während Homer über Nacht entstanden ist. Dieser ist sehr umstritten und seine Gegner hoffen nun, dass die umweltfreundliche Wasserfarbe, die hier verwendet wurde, vom Regen weggewaschen wird. Eine schöne Wanderroute hätte es hier zu den Hügelbildern und durch das schmucke Cerne Abbas gegeben, aber da es in Strömen schüttet, begnügen wir uns nur mit den Fotos und fahren dann weiter. Unsere Susi dirigiert uns mitten durch die Pampas auf so schmalen Wegen, dass bei Gegenverkehr immer ein Auto zurückschieben muss. Mir bleibt zeitweise das Herz stehen, so knapp ist die Angelegenheit. Ich habe Angst um unser Auto, denn ein Schaden wäre eine sehr teure Angelegenheit. img class=alignleft size-full wp-image-368 title=England - Schwanenzucht src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0250.jpg alt=Schwanenzucht width=389 height=259 Als wir am frühen Nachmittag strongAbbotsbury strongerreichen, hat es zu regnen aufgehört - stellenweise ist der Himmel bereits blau. Mitten im Zentrum finden wir einen Parkplatz. Von dort spazieren wir an der Kirche vorbei zur strongSwannerystrong, zur Schwanenzucht. Dabei handelt es sich um eine Meereslagune mit einer Kolonie von über 800 Schwänen. Mönche züchteten seit 1393 diese Tiere zur Aufbesserung des Speisezettels. Sie galten als besondere Leckerbissen auf der königlichen Tafel. Schwäne zu züchten war ein Privileg, das den Monarchen vorbehalten war. Es wurden eigens Häuser angelegt, wo sie angeregt wurden zu brüten, denn Schwäne sind eigentlich Wandervögel. Nicht nur der Braten, sondern auch die Daunen waren hoch begehrt. Schon beeindruckend was sich hier tut, denn neben den vielen Schwänen sind auch Enten und andere Meeresvögel anzutreffen. Auf kleinen Stegen wird man durch das Areal geleitet und viele Informationstafeln erklären den gesamten Lebenslauf der Tiere. Wir verspeisen im angrenzenden Tea Room aber keinen Schwan, sondern probieren eine englische Spezialität, nämlich ein Pasty, gefüllt mit Hühnerfleisch (ist ja ein ähnlicher Vogel wie der Schwan). Bis auf die komische braune Tunke schmeckt dieses Ding ganz ausgezeichnet. Dazu gibt es Salat und die berühmten Chips. img class=alignleft size-full wp-image-369 title=England - St. Catherines Chapel src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0266.jpg alt=St. Catherines Chapel width=389 height=259 Nicht weit von der Swannery entfernt, führt der Wanderweg einen Hügel hinauf zur strongSt. Catherines Chapelstrong, ein architektonisches Kleinod mit steinernem Tonnengewölbe, das den Seeleuten seit Jahrhunderten die Orientierung erleichtert. Mittlerweile hat sich die Sonne wieder ein wenig durchgesetzt und die Ähren leuchten golden in ihrem Schein. Große, lila Distelblüten ragen aufrecht und stolz von oben herab. Der Aufstieg ist sehr atemraubend, aber die wunderschöne Aussicht belohnt uns für alle Mühen. Man sieht auf der einen Seite fast bis zum Meer und auf der anderen Seite das pittoreske Abbotsbury. Dazwischen liegen Wiesen und Felder, unterteilt mit Steinmauern. Auf einer Wiesefläche grasen mindestens hundert Schafe und wir beobachten, wie drei Hirtenhunde in nicht mal fünf Minuten die Herde zusammentreibt. Die Schafe haben mächtigen Respekt vor den Hunden, denn keines zeigt Widerstand, alle folgen brav. Die Kapelle selbst ist zwar außen sehr gut erhalten, aber im Innenraum ist fast nichts mehr zu sehen. In einer Nische haben Touristen eine Art Altar eingerichtet. Da liegen viele Teelichter und Zettel mit Wünschen und Bitten. Kann man nur hoffen, dass es was hilft und sie in Erfüllung gehen. Der Weg zurück in das Örtchen ist nicht so beschwerlich, obwohl wir sehr starken Gegenwind haben. Abbotsbury ist geprägt von steilen Straßen und alten, steinernen Häusern, die alle noch nach traditioneller Art mit Stroh gedeckt sind. Geschafft, aber voller schöner Eindrücke erreichen wir wieder unser Auto. img class=alignleft size-full wp-image-371 title=England - Sub-Tropical Gardens src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0293.jpg alt=Sub-Tropical Gardens width=259 height=389 Nur ein paar Meilen entfernt liegt unser nächster Abstecher, die strongSub-Tropical Gardensstrong. Der Earl of Ilchester, der einen Hang zur Botanik hatte, sammelte auf seinen Reisen durch Asien und Amerika subtropische Pflanzen und Samen. Er legte sich einen Garten an und aufgrund der windgeschützten Talsenke und dem milden Klima entwickelte dieser sich prächtigst. Riesige Bäume sind Schutz für Lilien, Funkien, und Hortensien in allen Farben. Wir fühlen uns wie im Paradies, denn außer dem Vogelgezwitscher ist kein Laut zu hören und der Himmel ist blau, als wäre es nicht mehr derselbe Tag. Der Garten ist schwerpunktmäßig in verschiedene Bereiche unterteilt. Im Teil mit zentralasiatischer Vegetation begegnen wir einem wunderschönen, bunten Fasan. Im Himalayateil sitzen wir auf einem netten Ruhebankerl, wo uns ein „Fenster im Blätterdach einen beeindruckenden Ausblick auf die St. Catherines Chapel bietet. Farne und Bambus in Dimensionen, als hätten sie ihr Leben lang nur Blaukorn bekommen, dominieren im australischen Part. Außerdem gibt es ein großes Gehege, in dem Kokaburra auf Ästen sitzen. Wir beobachten sie eine zeitlang und versuchen mit ihnen zu lachen, denn Kokaburra heißt ja übersetzt „lachender Hans. Wir kommen bei unserem Rundgang auch an einer Skulpturen- Ausstellung vorbei. img class=alignright size-full wp-image-372 title=England - Skulptur src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0308.jpg alt=Skulptur width=259 height=389 Kinder und Liebespaare werden in verschiedenen Stellungen dargestellt und es sind einige dabei, die uns sehr gut gefallen. Auf einer einsamen Bank mitten in einer Wiese machen wir dann ein gemütliches Nachmittagsschläfchen . Gut erholt geht es dann Richtung Ausgang. Davor gibt es aber noch ein großes mit Seerosen bewachsenes Becken mit Ummengen von Kois drin, die uns nach schwimmen, wohin wir auch gehen. Uns tun sie schon richtig leid, denn wir haben leider kein Brot, mit dem wir sie hätten füttern können. Bevor wir dann endgültig wieder zum Auto gehen, schlendern wir noch durch den Souvenir-Shop, der bei jedem Garten angehängt ist. Am Parkplatz werden wir dann „verjagt, denn wir sind schon die letzten und der gute Mann möchte zusperren. Unsere Reise führt uns weiter entlang der Küste. Wir fahren durch schöne Dörfer und lange Strecken führen uns nur an Wiesen und Feldern vorbei, voll mit Pferden, Kühen oder Schafen. Wolfgang findet endlich heraus, warum es hier in England nur gesalzene Butter gibt. Die Kühe stehen so nahe am Meer, atmen die salzige Luft und fressen das Gras, das vom salzigen Regen wächst. Ist doch ganz logisch oder nicht? Das Wetter, das gerade herrscht, entschädigt uns für den Regen am Vormittag, denn die Schäfchenwolken am blauen Himmel stimmen uns wieder positiv. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen ist, dass wir heute im schönsten Campingplatz von England einchecken. Der Leacroft Touringclub liegt abseits der Straße idyllisch mitten im Grünen und ist wunderbar ruhig. Er ist modern und sauber ausgestattet und die Betreiber sind so freundlich und zuvorkommend. Schade, dass wir morgen wieder weiter müssen. - [16.07.07 - Winchester, Mottisfont Abbey, Corfe](https://www.bauer-seyr.at/suedengland/160707-winchester-mottisfont-abbey-corfe) - img class=alignleft size-full wp-image-357 title=England - Winchester src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0159.jpg alt=Winchester width=389 height=259 Die ganze Nacht hat es geregnet und deshalb ist in der Früh alles triefend nass. Wir nutzen die Situation, dass es gerade nicht regnet und packen schon sehr früh unser Hab und Gut zusammen. Die Fahrt nach strongWinchester strongverläuft reibungslos und wir finden recht schnell eine Parkgarage. Auf dem Weg zur Kathedrale kommen wir an der strongGuildhall strongvorbei. Das aus viktorianischer Zeit stammende Rathaus beherbergt heute eine Gallery und die Tourist Information. Wir statten ihr einen kurzen Besuch ab und nehmen uns ein paar Prospekte mit. Nicht weit davon entfernt steht am östlichen Ende des Broadways die Bronzestatue von Alfred dem Großen, den Winchester seinen Aufstieg zur englischen Hauptstadt verdankt. Die Verlängerung des Broadways, die High Street, ist die einstige römische Hauptstraße. Wir schlendern gemütlich durch die Altstadt und beobachten das rege Treiben. Viele Menschen tummeln sich hier und laufen von einem Geschäft ins andere. Wir kommen auch beim strongButtercross strongvorbei, einem imposanten Marktkreuz aus dem 14. Jahrhundert. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-358 title=England - Buttercros src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0169.jpg alt=Buttercros width=259 height=389 p Als wir an der strongKathedrale strongankommen, entschuldigt sich die Dame an der Kasse für den Lärm, der im Inneren herrscht. Schülergruppen proben für eine Schulaufführung und da geht es wirklich rund. img class=alignleft size-full wp-image-360 title=England - Kathedrale von Winchester src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0191.jpg alt=Kathedrale von Winchester width=389 height=259 Die Akustik in der Kirche tut das Ihrige dazu, dass der Schall in alle Ecken getragen wird. Wir sitzen eine zeitlang auf einer Bank und hören und sehen den Mädels und Jungs zu. Eine junge Dame begeistert uns sehr, denn sie schafft ein Stimmvolumen, dass uns die Gänsehaut über den Rücken läuft. Dann widmen wir uns der Besichtigung des Innenraumes. Die Kathedrale beeindruckt alleine durch ihre Ausmaße, denn das Kirchenschiff ist mit 170 Meter Länge das zweitlängste in Europa. Die verschiedenen Baustile bilden eine harmonische Einheit und sie wirkt im Gesamteindruck sehr hell. img class=alignright size-full wp-image-359 title=England - Wandmalerei src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0187.jpg alt=Wandmalerei width=259 height=389 Ein wunderschön geschnitztes Chorgestühl mit Baldachinen schmückt den Altarraum. Nicht weit davon entfernt existiert noch ein Boden mit mittelalterlichen Fliesen. Fehlende wurden nachgeahmt und ergänzt. Darauf steht ein vergoldetes Denkmal des Heiligen Swithun. Seitlich im Kreuzgang befindet sich die heilige Grabkapelle mit Wandmalereien aus dem 12. und 13. Jahrhundert, die liebevoll restauriert wurden. Tiefe Harmonie strahlt die Krypta aus, die fast ausschließlich nur im Sommer zugänglich ist, da sie die restliche Zeit des Jahres unter Wasser steht. Die zwei Statuen aus dem 14. Jahrhundert und eine Bleifigur von 1992, die sich in der Krypta befinden, haben sozusagen die meiste Zeit nasse Füße. Die Kathedrale von Winchester ist auch die letzte Ruhestätte von Alfred dem Großen. Beim Verlassen der Kirche besichtigen wir noch die im seitlichen Teil des Innenraums befindende Fare Trade Ausstellung. Das Äußere der Kirche ist sehr schlicht, als hätte man auf alle Ornamente vergessen. Nicht eine Statue ist am ganzen Außenbau zu sehen, keine Steinmetzarbeiten und auch keine Turmspitzen sind sichtbar. Der Bau hat lediglich einen flach gedeckten Stumpf, als wäre seine Spitze abgebrochen. Wir schlendern ins Zentrum zurück und überlegen erst, ob wir noch in Winchester oder auf der Strecke in den Süden zu Mittag essen. Da das Parkticket noch gültig ist, beschließen wir noch in der Stadt zu bleiben. Wir haben bald ein Pub gefunden. Nachdem wir uns erst im Gastraum an einem netten Tisch gesetzt haben, lockt uns dann doch die Sonne in den Gastgarten. Dort hätten wir eher einen Sonnenbrand bekommen, bevor ein Kellner gekommen wäre. Dass man an der Bar bestellen muss, um etwas zu bekommen, das wissen wir nämlich nicht. Das Essen kommt dann aber sehr schnell und das Henderl, das wir bestellt haben, schmeckt auch vorzüglich. img class=alignleft size-full wp-image-361 title=England - Mottisfond Abbey src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0197.jpg alt=Mottisfond Abbey width=389 height=259 Am frühen Nachmittag verlassen wir Winchester und unser nächstes Ziel, strongMottisfont Abbeystrong, ist schnell erreicht. Die ehemalige Augustinerabtei besitzt einen herrlichen Landschaftsgarten, der vor allem für seine umfangreiche Sammlung alter Rosen berühmt ist. 1972 übernahm der National Trust die Anlage, die damals aus einem großen Küchen- und Kräutergarten bestand. Mit Hilfe eines bekannten Gärtners wurde dieses Paradies von Rosen in Verbindung mit apart blühenden Stauden geschaffen. Der Garten ist durch Mauern in schöne abgeschlossene Nischen unterteilt und gemütliche Plätzchen laden zum Verweilen ein. Einige dieser Gelegenheiten nutzen wir auch und genießen die warme Sonne. Am Eingang an der Kassa haben wir von dem netten Herren eine deutsche und zusätzlich eine englische Beschreibung des Gartens bekommen mit den Worten: „Falls ihr das Deutsch nicht versteht…. Beim ersten Leseversuch der deutschen Beschreibung verstehen wir dann auch gleich den Hintergrund - die Übersetzung ist mehr als schlecht, sodass wir teilweise gar nicht verstehen, was dabei gemeint ist. Wir verwenden daher die original englische Version und die deutsche wandert beim Hinausgehen in den litter (Abfalleimer). img class=alignleft size-full wp-image-364 title=England - Corfe Castle src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0237.jpg alt=Corfe Castle width=389 height=259 Um schneller vorwärts zu kommen, fahren wir ein großes Stück der Strecke auf der Autoroute. Und so schaffen wir es noch mehr als eine Stunde vor dem Schließen der Tore strongCorfe Castlestrong zu besichtigen. Schon von Weitem sieht man die Überreste der Festung, da sie majestätisch auf einem Hügel erbaut wurde. Sie zählt zu den schönsten Burgruinen von England. Am Fuße des Hügels stellen wir unser Auto auf dem National Trust Parkplatz ab (wir dürfen ja schließlich als Mitglieder gratis parken!). Von dort folgt ein Fußmarsch durch einen Wald hinauf, wo wir von jeder Lichtung atemberaubende Aussichten auf die Ruine bekommen. So wird uns im Laufe des Aufstiegs bewusst, wie groß und gewaltig das Castle einst gewesen sein muss. Sie wurde im 11. Jahrhundert erbaut und später erweitert. Die Burg wurde nach sechswöchiger Belagerung im Bürgerkrieg 1646 zerstört, was zum heutigen Aussehen der Burganlage führte. Ein Teil der Ringmauer gleich neben dem Eingang hängt derartig schief, dass man glaubt, er könnte jeden Moment in die Tiefe stürzen. Mit einer Beschreibung ausgestattet erklimmen wir den letzten Anstieg zu den Ruinen. Von oben hat man eine wunderschöne Aussicht auf die Umgebung. img class=alignleft size-full wp-image-362 title=England - Corfe src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0220.jpg alt=Corfe width=389 height=259 Zu Füßen der Burg liegt das nicht minder attraktive Örtchen strongCorfestrong. Es macht den Eindruck, als wäre es aus einem Bilderbuch entsprungen und zudem noch die Zeit stehengeblieben. Die Kinderbuchautorin Enid Blyton lebte viele Jahre lang in der Gegend von Corfe. Die Kulisse des Ortes und die Atmosphäre, die es ausstrahlt, hat sie in ihren berühmten „Fünf Freunde Büchern mit einfließen lassen. Das Dorf wurde größtenteils aus grauem Kalkstein aus Purbeck erbaut und hat zwei Hauptstraßen. Ein Teil der Steinhäuschen hat so niedrige Türen, dass nur die Zwerge von Schneewittchen durchgehen können. Rund um den Marktplatz gibt es eine Ansammlung von mehreren Restaurants, Cáfes, Pubs und kleinen Läden. Wir besorgen uns noch Lebensmittel für das Abendessen und begeben uns dann auf die Suche nach einem Campingplatz. Wir finden gleich in der Nähe einen, der sehr romantisch gelegen ist. Umgeben von einem kleinen Wäldchen stellen wir unser Zelt auf. Kaum sind wir mit dem Essen fertig, da beginnt es auch schon wieder zu nieseln. Als hätten wir den Rasensprenger programmiert, werden wir beinahe jeden Tag mit dem Regen beglückt. Wir ziehen uns in unser „Haus zurück, hören noch eine zeitlang Musik und schlafen bald ein. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-363 title=England - Corfe src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0232.jpg alt=Corfe width=389 height=259 p - [15.07.07 - Isle of Wight](https://www.bauer-seyr.at/suedengland/150707-isle-of-wight) - Gegen zwei Uhr morgens hört es auf zu regnen und ich mache mich das erste Mal auf den Weg zur Toilette. Den Rest der Nacht schlafen wir ganz gut. Heute heißt es bald aufstehen, denn wir haben gestern telefonisch noch die Fähre auf die strongIsle of Wightstrong gebucht. Nach dem Frühstück brechen wir auf, der Himmel verspricht nichts Gutes. Es ist stark bewölkt und der Regen meint dauernd, er muss sich durchsetzen. Es ist für uns sehr irritierend, denn es kommen uns viele Autos entgegen, die ohne Licht fahren und das bei diesen Wetterverhältnissen! Auf dem Weg bis Lymington fahren wir durch viele kleine Dörfer mit Backstein- und Fachwerkhäusern mit ihren Reet gedeckten Dächern und kleinen Pubs und Inns. Zwischen den Ortschaften breitet sich ein dunkler Wald aus, dessen Boden dicht mit Farnen bewachsen ist. Immer wieder müssen wir die Geschwindigkeit reduzieren, weil Pferde, Perlhühner oder sonstiges Getier auf der Fahrbahn herumstehen. Erste Pilcher- Gefühle machen sich in uns breit endlich dürfen wir in ihren Romanen mitspielen. img class=alignleft size-full wp-image-351 title=England - Kinder beim Segeln src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0090.jpg alt=Kinder beim Segeln width=389 height=259 Kurz vor 10:00 Uhr befahren wir die Fähre zur Isle of Wight (£ 38,50 hin und retour). Der gesamte Hafen von Lymington ist voll von Yachten, eine imposanter als die andere. Da sehen die winzigen Boote der Kinder, die gerade Segelunterricht bekommen, wie Spielzeugboote aus. Früh übt sich, wer einmal ein Meister werden will. Aber die Kleinen stellen sich ganz gut an. Die entsprechende Brise ist ja vorhanden. Der Himmel ist bewölkt, aber die Temperaturen sind mit einem Jackerl erträglich. Die Überfahrt dauert nicht lange und gleich nach dem Anlegen fahren wir in Richtung der Needles. img class=alignleft size-full wp-image-352 title=England - Alum Bay src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0093.jpg alt=Alum Bay width=389 height=259 Etwa eineinhalb Kilometer vor den Klippen ist vorerst Endstation. Ab hier geht es zu Fuß weiter. Ist aber eine lohnenswerte Kurzwanderung. Die Vegetation entspricht jener der Bergwelt mit vielen prächtigen Wiesenenzianen. Aber am meisten beeindruckt uns die strongAlum Baystrong, eine tief abfallende Steilküste aus Sandstein mit den vertikalen Farbschattierungen wie aus einer Farbpalette. Von rot über braun bis hin zu schwarz gibt es dort alle Farben zu finden. Wunderschön! img class=alignleft size-full wp-image-353 title=England - Needles src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0104.jpg alt=Needles width=389 height=259 Wir können uns nur schwer loseisen, aber wir haben ein anders Ziel, nämlich die berühmten Needles . Am westlichsten Teil der Insel liegen die drei etwa 30 Meter hohen Kalknadeln. Die äußerste Erhebung wird durch einen Leuchtturm geschmückt. Eine gute Aussicht auf diese Felsformation hat man von der ehemaligen Beobachtungsstation der Wehranlage. Bevor wir aber diese besichtigen können, werden wir wieder zur Kasse gebeten. Um uns dieses und noch viele weitere Eintrittsgelder zu ersparen die wir sicher noch im Laufe unserer Reise zu bezahlen hätten entschließen wir uns Mitglieder des National Trusts zu werden. Wir sind zwar mit einem Schlag 72 Pfund los, aber dafür dürfen wir viele andere Sehenswürdigkeiten in ganz England ab jetzt ohne Bezahlung besichtigen. Die Anlage selbst beeindruckt uns nicht so, aber die Aussicht auf die weißen Klippen zum Meer hinunter ist schon wunderschön. Wir sehen eine zeitlang zu, wie das Meer wie Milch aufschäumt, wenn das Wasser auf die Kalksteine peitscht. Bevor wir wieder aufbrechen, verzehren wir noch unsere Jause. img class=alignright size-full wp-image-354 title=England - Mottistone Manor Garden src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0127.jpg alt=Mottistone Manor Garden width=389 height=259 Die Straße, die wir danach fahren ist der reinste Horror für mich, denn unsere Forstwege zuhause sind breiter. Als uns dann noch ein Autobus begegnet… Wir bleiben immer wieder stehen, nicht nur um Autos auszuweichen, sondern auch um die Eindrücke aufzunehmen. Wunderschöne Strände und Klippen, als auch schmucke Cottages mit reetgedeckten Dächern verzaubern uns gänzlich. Als wir dann am strongMottistone Manor Gardenstrong ankommen und sich die Sonne zeigt, ist unser Glück perfekt. Inmitten des kleinen, aber hübschen Gartens steht ein schönes Herrenhaus - leider nicht zu besichtigen. Die Blüten räkeln sich in der Sonne und zeigen ihre schönen Farben. Wir schlendern entlang der Beete und genießen das friedliche Ambiente. Die ersten Samenkapseln verschwinden in unseren Hosentaschen. Mal sehen, vielleicht können wir uns diese Blütenpracht auch nach Hause holen. Es ist sehr schwül und leider zeigen sich wieder erste schwarze Wolken am Horizont. strongBrighstonestrong, ist unser nächstes Ziel, bekannt aufgrund seiner reetgedeckten Cottages und der Pfarrkirche St. Mary aus dem 12. Jahrhundert. Ein Nieselregen veranlasst uns dazu, dort ein kleines Museum zu besuchen. img class=alignleft size-full wp-image-355 title=England - Reed gedecktes Haus src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0137.jpg alt=Reed gedecktes Haus width=389 height=259 Wir sind auf dem Weg nach strongCalbournestrong, als es zu schütten beginnt, dass unser Scheibenwischer überfordert ist. Wir bleiben am Straßenrand stehen und nach einer Viertelstunde ist der Spuk wieder vorbei. Calbourne gehört auch zu den Vorzeigedörfern der Insel. Vor allem die Winkle Street zieht die Touristen magisch an, die von liebevoll herausgeputzten Häusern geziert wird. Ein kleiner Bach, schon halb verwachsen mit Blumen, plätschert an den Häusern vorbei. Am meisten gefesselt hat uns aber der Ort Shanklin. Wie aus einem Bilderbuch entschlüpft präsentiert sich der Altstadtkern mit den pittoresken weißen, reetgedeckten Cottages. Wir spazieren die kleinen Straßen auf und ab und bestaunen die Häuser. Nach dem Regenguss ist es so schwül geworden, dass wir es uns im Garten eines Tea Rooms bequem machen. Irgendwie haben wir das Gefühl, dass hier jedes Haus ein Tea Room ist. Bei uns zuhause gibt es da schon Unterschiede zwischen einem Restaurant, Pub oder Kaffeehaus. Wir bestellen uns leckere Scones with cheese, clotted cream and red onion jam. So was Leckeres haben wir schon lange nicht mehr gegessen und ab diesem Zeitpunkt erkläre ich die Scones zu meinem Lieblingsgericht in England. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-356 title=England - Scones mit Tee src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0148.jpg alt=Scones mit Tee width=389 height=259 p Pünktlich um 18:00 Uhr geht unsere Fähre zurück auf das Festland und dann machen wir Meter in Richtung Winchester. Nur wenige Meilen entfernt nehmen wir einen Campingplatz. Er liegt sehr idyllisch unter Bäumen an einen angrenzenden Wald. Einige Feldhasen sitzen gemütlich im Gras und lassen sich auch von uns nicht stören. Süß die Kleinen, denn sie sind nur halb so groß wie die bei uns. Wir sind mit dem Aufstellen unseres Zelts noch nicht fertig, beginnt es wieder zu regnen. Deshalb machen wir es uns einige Stunden im Auto „bequem und gehen dann bald schlafen. - [14.07.07 - Stonehenge & Salisbury](https://www.bauer-seyr.at/suedengland/140707-stonehenge-salisbury) - Kurz nach 08:00 Uhr klettern wir noch unausgeschlafen aus dem Bett. Der Fluglärm hat uns nachts nicht gestört, aber aufgrund der Kartonwände war der Lärm von den Gängen und das Türenschlagen enorm laut. Zudem tropfte der Wasserhahn im Bad. Das Schlimmste aber war das Bett selbst, denn es glich einem Trampolin. Wenn sich der eine bewegt hat, dann machte der andere einen Salto in die Luft. Außerdem haben wir fast die ganze Nacht um die gemeinsame Bettdecke gekämpft. Das waren aber nicht die einzigen Mängel des Zimmers, denn nachdem wir uns geduscht haben, war das Bad überflutet und die Klospülung reichte auch nur für einen kleinen Klogang. Nichts wie weg heißt da die Devise und so packen wir zusammen und verstauen alles wieder im Auto. Auf der Strecke aus London hinaus halten wir noch bei einem McDonalds um zu frühstücken. Unsere Susi führt uns schnell und zuverlässig auf den Motor Highway. Schon nach kurzer Zeit lassen wir London hinter uns und befinden uns auf der Strecke Richtung Stonehenge. Wolfgang gewöhnt sich sehr schnell an das Fahren auf der „falschen Straßenseite und wir kommen rasch voran. img class=alignleft size-full wp-image-343 title=England - Stonehenge src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0008.jpg alt=Stonehenge width=389 height=259 Eine Meile vor strongStonehenge strongkommt der Verkehr aber zum Stehen; nur schleppend geht es noch vorwärts. Dafür können wir das Monument aus Stein, das inmitten einer großen grünen Wiese liegt, schon von weitem bewundern. Massen von Menschen stehen oder spazieren um den Steinkreis herum und Massen von Autos und Bussen stehen auch auf dem Parkplatz. Ein Parkwächter weist uns auf den overflow- parking inmitten einer Schafweide ein und nimmt uns dafür drei Pfund ab. Es ist kurz nach Mittag, als wir an der Kasse anstehen zwei lange Menschenschlangen warten geduldig davor. Wir sind jedoch wider Erwarten schnell an der Kasse angelangt und hier dürfen wir gleich die nächsten 7 Pfund abliefern. Ausgestattet mit einem Audio-Guide (diesen gibts sogar gratis) stürzen auch wir uns ins Gewühl. img class=alignleft size-full wp-image-344 title=England - Stonehenge src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0010.jpg alt=Stonehenge width=259 height=389 Der Himmel ist bedeckt mit schwarzen Wolken und nur an einigen Stellen guckt die Sonne ein wenig hervor. Wir fühlen uns in der Zeit zurückversetzt, denn es macht sich eine mystische Stimmung breit. Aus dem Kopfhörer kommen Informationen, Sagen und Mythen über Stonehenge. Stonehenge ist eine Wall- und Grabenanlage, die von einer Megalithstruktur umgeben wird und aus mehreren Steinkreisen besteht. Die erstaunlichsten Steinkreise sind zum einen ein äußerer Kreis mit einem Durchmesser von 30 Metern, bestehend aus Pfeilersteinen von Decksteinen überbrückt, zum anderen eine innere hufeisen- förmige Struktur. Die gesamte Anlage ist von einem kreisförmigen Graben mit einem Durchmesser von 104 Metern umgeben. Stonehenge wurde in der Jungsteinzeit begründet und mindestens bis in die Bronzezeit aktiv benutzt. Errichtet wurde die Stätte in mehreren Abschnitten, über einen Zeitraum von etwa 2.000 Jahren hinweg. Um das Monument herum liegen etwa 400 Hügelgräber aus der Zeit zwischen 2.000 und 1.500 vor Christus. Sie enthielten reiche Grabbeigaben und Splitter von Blausteinen, ähnlich denen der konzentrischen Kreise. Stonehenge scheint seine Bedeutung als Stätte für Begräbnisse gegen Ende der Bronzezeit verloren zu haben und könnte dazu benutzt worden sein, die Sommer- und Wintersonnenwende, das Frühlings- und Herbstäquinoktium (Tag- und Nacht-Gleiche) sowie Sonnen- und Mondfinsternis vorauszusagen. Vielleicht hat es auch zur Vorhersage der verschiedenen Stellungen von Sonne und Mond zur Erde und damit zur Vorhersage der Jahreszeiten gedient, war also eine Art Kalender. Stonehenge könnte auch ein Versammlungsort für religiöse Zeremonien gewesen sein, die mit Sonne und Mond zu tun hatten. Die letzten kultischen Nutzungen werden etwa auf das 7. Jahrhundert nach Christus datiert. Fast zwei Stunden schlendern wir rund um den Steinkreis und lassen die Stimmung und die vielen Informationen auf uns wirken. Im Hintergrund meckern die Schafe und die Vögel zwitschern. Hin und wieder setzten wir uns auf eine Bank, lassen die Eindrücke auf uns wirken und beobachten die anderen Leute. Es gibt welche, die wie bei einem Wettbewerb um das Gelände herumsprinten, andere wiederum erledigen dabei über Handy ihre Geschäfte. Na ja, jedem das Seine! Bevor wir uns wieder auf die Reise begeben, picknicken wir noch gemütlich. img class=alignleft size-full wp-image-345 title=England - Stockrosen src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0036.jpg alt=Stockrosen width=389 height=259 Unser nächstes Ziel ist strongSalisbury strongund Susi dirigiert uns wieder verlässlich ans Ziel. Ein wenig abseits parken wir das Auto und schlendern gemütlich Richtung Kathedrale. Wir sind schon von der davor liegenden Wohngegend begeistert, denn hier schmückt ein Blumenmeer die kleinen, liebevollen Vorgärten. Stockrosen höher als die Haustüre oder Rosenbüsche, nicht minder prächtig, leuchten uns in allen Farben entgegen. Nach einem kurzen Spaziergang erreichen wir dann die imposante Kathedrale, die von einem großen, grünen Park umgeben ist. Sie gilt als herausragendes Beispiel für die englische . Die Westfassade der Kirche ist von oben bis unten kunstvoll verziert mit Figuren. Jesus als Gott oder der Heilige Christophorus mit dem Jesuskind sind zur zwei davon. Staunend stehen wir davor wie kleine Kinder vor dem Weihnachtsbaum und bewundern die Fassade. img class=alignleft size-full wp-image-346 title=England - Kathedrale von Salisbury src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0049.jpg alt=Kathedrale von Salisbury width=389 height=259 Berühmt ist die Kathedrale aber wegen seines 123 Meter hohen Turmes, übrigens der höchste noch stehende Großbritanniens. Der Turm ist trotz nachträglicher Armierungen nicht definitiv gesichert, denn seine Spitze neigt sich um mehr als 70 cm. Im Inneren kann man gut sehen, wie sich die tragenden Säulen und Pfeiler unter dem Gewicht des Turmes biegen. Übrigens wurde die Kathedrale zunächst ohne Turm erbaut, fertig gestellt 1258. Rund 60 Jahre später wurde der Tower hinzugefügt. Das Innere besticht mit seinen hohen, gotischen Bögen aus hellem Kalkstein und schwarzen Marmorsäulen. Im hinteren Teil der Kathedrale gibt es einen witzigen Brunnen. Je nachdem, von welcher Seite man auf das Wasser schaut, spiegelt sich mal eine bunte Glasfensterscheibe oder das Deckengewölbe darin. Nicht weit davon entfernt steht an der Wand das Uhrwerk der medieval clock. img class=alignright size-full wp-image-347 title=England - Kathedrale von Salisbury src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0064.jpg alt=Kathedrale von Salisbury width=259 height=389 Seit über 500 Jahren tickt die Uhr im Kirchturm ununterbrochen und ist somit die älteste noch funktionierende Kirchturmuhr in Großbritannien. Um mehr Informationen über die Kirche zu bekommen, machen wir eine Führung mit (ist kostenlos - oder besser wurde im Eintrittspreis schon eingerechnet). Ein altes Mutterl (sicher schon an die 70 Jahre) erzählt uns mit einer Begeisterung Fakten und Gschichterl über das Bauwerk. Man merkt, dass es ihr Freude macht, wenn sie ein paar Touristen beglücken kann. Plötzlich ertönt aus einem Lautsprecher die Mitteilung „bleiben Sie, wo sie gerade sind und verharren Sie in Ruhe…. Da steht der Herr Pfarrer auf der Kanzel und spricht das Vater unser und die Menschen sollen mit ihm mitbeten. Das Mutterl erzählt uns danach, dass zu jeder vollen Stunde gebetet wird. Da wir aber schon ausgebetet haben, verlassen wir die Kathedrale, genießen einen letzten Blick und schlendern Richtung Altstadt weiter. Wir haben den Park noch nicht verlassen, da befinden wir uns plötzlich mitten in einer Hochzeitsgesellschaft. Eine aufgetakelte Braut mit einem Spitzenkleid, wie aus Großmutters Zeiten, steigt in eine cremefärbige Limousine. Das Haupt des Bräutigams wird geschmückt von einem hohen Zylinder und auch die Hochzeitsgesellschaft sieht aus, als kämen sie von einem Kostümfest. Sie haben schon komische Sitten, die Engländer! Sektschlürfend lässt sich das Brautpaar in die Altstadt fahren und ein Stück begleiten wir sie dabei. img class=alignleft size-full wp-image-348 title=England - Cathedral Close North Gate src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0070.jpg alt=Cathedral Close North Gate width=259 height=389 Durch das Cathedral Close North Gate gelangt man in die Gassen der Altstadt mit ihren schönen, schwarz-weißen Tudorfachwerkhäusern. Es herrscht reges Treiben hier und bald wären wir am historischen Market Cross aus dem Spätmittelalter vorbeigelaufen. Vergeblich versuchen wir in den kleinen, Geschäften Lebensmittel für die nächsten Tage zu finden. Überall gibt es nur „preisgünstige Spezialitäten und keine Dosen und Packerl, wie wir sie zum Campen brauchen. Wir flanieren eine zeitlang in den verschiedenen Gassen herum und geben schließlich auf. Als wir wieder beim Auto ankommen, brennen uns die Füße ordentlich. Auf unserem Tagesprogramm steht aber noch das drei Kilometer entfernte strongOld Sarumstrong, das einstige Salisbury. Römer und Sachsen siedelten hier, bevor die Normannen es zu einem Bischofssitz machten. Eine Kathedrale und ein Castle entstanden. Um 1220 beschloss man umzuziehen, da nicht mehr genügend Raum und Trinkwasser für die Bewohner vorhanden war. Man begann die Steine der alten Kirche für den Bau einer Stadtmauer um die neue Kathedrale zu verwenden. img class=alignright size-full wp-image-349 title=England - Old Sarum bei Salisbury src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0079.jpg alt=Old Sarum bei Salisbury width=389 height=259 Heute fristet Old Sarum ein Ruinendasein und außer ein paar Steinwällen ist nicht mehr viel zu sehen. Von hier oben haben wir aber einen weiten Ausblick auf Salisbury und die Kathedrale, die stolz heraus ragt. Auch den Campingplatz erspähen wir und deshalb machen wir uns gleich auf den Weg dorthin. Ein wenig geschockt sind wir schon, als uns die gute Frau über zwanzig Pfund für eine Nacht abnimmt. Das sind über dreißig Euro und wenn das jeder Campingplatz kostet, dann sind wir nach den zwei Wochen arme Kirchenmäuse! Dafür dürfen wir unser Zelt inmitten einer sattgrünen Wiese aufstellen, mindestens sechs Meter entfernt vom Nachbarn, sagt die Campingplatzbetreiberin. Bevor wir aber unseren Feierabend genießen können, fahren wir noch einmal in die Stadt um Vorräte einzukaufen. Als Belohnung sitzen wir nach dem Abendessen gemütlich in unseren Minisesseln und schlürfen Rotwein aus Email- Bechern. Eingemummt in den Windjacken sitzen wir noch bis zum Sonnenuntergang und machen Pläne für morgen. Der Himmel färbt sich im Minutentakt von rosa in alle Rotschattierungen und dazu passend gibt es irgendwo in der Umgebung ein Feuerwerk. Wir haben uns schon in die Schlafsäcke zurückgezogen, als es kurz vor 22:00 Uhr zu regnen beginnt. Mal schauen, wie es morgen wird. Gute Nacht! p style=text-align: center;img class=size-full wp-image-350 title=England - Campingplatz src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentengland0082.jpg alt=Campingplatz width=389 height=259 p - [13.07.07 - Anreise nach London](https://www.bauer-seyr.at/suedengland/130707-anreise-nach-london) - Der Vormittag ist noch von Stress geprägt, denn bis Mittag verbringen wir unsere Zeit noch in der Firma mit Aufräumen und Urlaubsübergabe so gut wie möglich. Dann geht es schnell in die Stadt zum Eybl, Regenhosen besorgen - man weiß ja nie! Zuhause angekommen werde ich noch von den Nachbarjungs mit einem Geburtstagsgeschenk überrascht und von Birgit mit Kaffee und Kuchen verwöhnt. Hubert bringt uns gegen 17:00 Uhr zum Flughafen - dort ist die Hölle los! Mehr als hundert Menschen mit Massen von Koffern und Taschen füllen den Schalterraum (Charterflug nach Antalya). Neidisch schauen sie uns nach, als wir an ihnen vorbei zum Check-in für Linienflüge marschieren. Obwohl wir unsere Taschen zuhause auf die Waage gestellt haben, macht uns die freundliche Dame am Schalter darauf aufmerksam, dass wir 12 kg Übergepäck haben. Wir sind leicht entsetzt, denn ein Kilo Übergepäck kostet 10 Euro laut Homepage der AUA. „Ich bin heute gut aufgelegt, weil ich am Wochenende frei habe und deshalb sehe ich darüber hinweg sagt sie daraufhin und schiebt unsere Taschen auf dem Laufband weiter. Außerdem checkt sie das Gepäck auf mich ein, denn ich sehe vertrauenswürdiger als Wolfgang aus. Huch, das ist noch mal gut gegangen! In der Abflughalle sitzen wir dann gemütlich und genießen die Sonnenstrahlen vielleicht sind es ja die letzten, denn der Wetterbericht verspricht nichts Gutes. Unser Take-off verspätet sich um eine Viertelstunde, da der Luftverkehr stark überlastet ist. Doch der Anschlussflug ist zum Glück nicht gefährdet. Schon beim Abflug von Wien macht der Pilot die Durchsage, dass wir aufgrund des starken Rückenwindes 20 Minuten früher in London Heathrow landen werden. Wir befinden uns in über 10.400 Meter Höhe, sind 800 kmh unterwegs und es hat eine Außentemperatur von 500° C. Schon beeindruckend diese Werte. Die Tortellini mit der Sahnesauce, den Schwammerln und Zucchini schmecken ganz gut wer weiß, was wir die nächsten zwei Wochen so serviert bekommen! Die Einreise geht wider Erwarten rasch von statten, einzig der Pass wird eingescannt und dann ist der Spuk auch schon vorbei. Jetzt heißt es nur noch, den Schalter von Sixt zu finden, um unser Leihauto abzuholen. Nachdem wir ein wenig herum fragen, bekommen wir die Auskunft, dass an der Bushaltestelle am anderen Ende Sixt einen Abholdienst eingerichtet hat. Als wir dort ankommen, wartet der Fahrer schon auf uns. Während der kurzen Fahrt zum Sixt-Stützpunkt plaudern wir nett mit dem Fahrer. Nicht mehr so freundlich hingegen ist sein Kollege im Büro, als wir beschließen, die Zusatzversicherung nicht abzuschließen. 250 Pfund für die 14 Tage, um im Falle eines Schadens den Selbstbehalt von 500 Pfund nicht löhnen zu müssen das ist uns dann doch etwas zuviel! Um 22:10 Uhr sagt er zu uns, dass er bereits seit 10 Minuten außer Dienst sei und er nun nach Hause gehen wolle. Er drückt uns die Autopapiere und zwei Münzen für den Schranken in die Hand und schmeißt uns aus dem Büro. Wir können weder das Auto genau besichtigen, noch bekommen wir eine Einweisung dafür. Nachdem wir unsere Taschen im Auto verstaut haben, uns kurz orientieren wie wir zum Hotel kommen, starten wir los. Wir fahren zum Schranken und werfen die erste Münze hinein der Schranke öffnet sich nicht. Als sich nach dem Einwurf der zweiten Münze immer noch nichts tut, sind wir ordentlich sauer. Wir suchen uns die Notfallnummer und rufen dort an. Da öffnet uns der „freundliche Mensch noch einmal und gibt uns eine weitere Münze, die dann Gott sei Dank den Schranken öffnet! Jetzt heißt es nur noch das Hotel finden. Wir kurven ein wenig in der Gegend herum und schließlich finden wir es. Nachdem das Auto geparkt ist, schleppen wir die schweren Taschen in die Hotelhalle (eigentlich hätten wir sie ja auch im Auto lassen können). Der Rezeptionist findet aber keine Buchung auf unseren Namen. Nach einer kurzen Recherche erklärt er uns, dass es vom Holiday Inn zwei Hotels in der gleichen Straße gibt und wir natürlich im anderen Hotel gebucht haben. Mit letzter Kraft schleppen wir unser Gepäck wieder zum Auto und folgen dem Weg, der uns beschrieben wurde. Zum Glück braucht man nur gerade aus fahren und so erreichen wir schon nach kurzer Fahrt unser Hotel nun aber das richtige. Müde fallen wir kurz vor Mitternacht in das Bett und trotz unserer Bedenken wegen des lauten Fernsehers aus dem Nachbarzimmer schlafen wir sehr schnell ein. - [Südengland](https://www.bauer-seyr.at/suedengland) - Die Filme der Rosamunde Pilcher haben mich schon immer fasziniert. Nicht die Handlung selbst, sondern die imposanten Gärten mit ihren prächtigen Herrenhäusern, die steilen Klippen, die wunderschöne Landschaft und die pittoresken Fischerdörfer. Einzig das unbeständige, regnerische Wetter hat uns lange davon abgehalten, Südengland zu besuchen. Der Grund mitten in der Hauptreisezeit unseren Urlaub dort zu verbringen, war der, dass der Reiseführer für Juli die wenigsten Regentage und die wärmsten Temperaturen versprochen hat. Wir hoffen wirklich, dass es das Wetter gut mit uns meint, denn wir sind wieder mit Leihwagen und Zelt unterwegs. Diesmal sind wir zu dritt, denn wir haben Susi mit, die im iPAQ wohnt und uns die Reiseroute ansagt. Schon Wochen vor der Abreise habe ich im Internet Bilder geschaut und Infos „gesaugt. - [Bildergalerie Kanalinseln](https://www.bauer-seyr.at/kanalinseln/bildergalerie-kanalinseln) - Eine Auswahl unserer schönsten Bilder - [Unser Reiseführer für die Kanalinseln und ein Tipp](https://www.bauer-seyr.at/kanalinseln/unser-reisefuehrer-fuer-die-kanalinseln) - Wie immer zum Abschluss des Reiseberichts eine kurze Übersicht über unseren verwendeten Reiseführer. - [Gedanken danach](https://www.bauer-seyr.at/kanalinseln/gedanken-danach) - „It´s beautiful, it´s not cold“ - das sind die richtigen Worte für diese wunderbaren Inseln mitten im Ärmelkanal. Ein echter Geheimtipp für Wanderurlauber, die noch ein ursprüngliches Stück Europas entdecken wollen. - [09.06.12 - St. Helier, Heimreise](https://www.bauer-seyr.at/kanalinseln/st-helier-heimreise) - St. Helier, die Hauptstadt von Jersey, ist eine Besichtigung wert. Das Elisabeth Castle, das bei Flut mit einem Amphibienautobu erreichbar ist; der Fischmarkt und die Markthalle; die Einkaufsstraßen Kings- und Queen Street; der Liberation Place, auf dem die Befreiung von den Deutschen im 2. Weltkrieg ausgerufen wurde ... alles Sehenswürdigkeiten ersten Ranges. - [08.06.12 - Wanderung nach Rozel](https://www.bauer-seyr.at/kanalinseln/wanderung-nach-rozel) - Endlich wieder schönes Wetter - also auf zur Küstenwanderung nach Rozel, Auf dem Weg dahin sehen wir einige alte Forts und beeindruckende Landschaften. - [07.06.12 - Eric Young Orchid Foundation, Castle Orgueil](https://www.bauer-seyr.at/kanalinseln/eric-young-orchid-foundation-castle-orgueil) - Die Eric Young Orchid Foundation ist ein Muss für jeden Orchideenliebhaber. Das Castle Orgueil in Gorey beeindruckt durch seine Größe und den Blick auf die Küste - auch mit Kindern besonders zu empfehlen. - [06.06.12 - Wanderung zum Devil´s Hole, Hamptonne](https://www.bauer-seyr.at/kanalinseln/wanderung-zum-devils-hole-hamptonne) - Unsere erste Küstenwanderung von Grève de Lecq zum Devil´s Hole bietet immer wieder atemberaubende Ausblicke, auch wenn alle 15 Minuten ein Regenschauer auf uns herabprasselt. Dafür wird das Wetter dann während des Besuchs im Country Life Museum bei Hamptonne wieder schön, sodass wir noch eine Abstecher zum beeindruckenden Castle Orgueil machen, das über dem Hafenbecken von Gorey thront. - [05.06.12 - St. Aubin, St. Brelade](https://www.bauer-seyr.at/kanalinseln/st-aubin-st-brelade) - Die St. Matthew´s Church besticht durch ihre Inneneinrichtung auf blauem Glas im Jugendstil. Weiter geht es in die Lavender Farm, wo wir direkt beim Destillieren des Lavenelöls zusehen können. Zum Abschluss noch besichtigen wir die berühmte Fisherman's Chapel mit seinen beeindruckenden Fresken aus dem 14./15. Jahrhunderts. - [04.06.12 - Durrell Wildlife Park](https://www.bauer-seyr.at/kanalinseln/durrell-wildlife-park) - Besonders sehenswert ist der Durrell Wildlife Park - ein Tierpark, der sich dem Erhalt der madagassischen Tierwelt verschrieben hat. - [03.06.12 - Samarès Garden, La Hougue Bie](https://www.bauer-seyr.at/kanalinseln/samares-garden-la-hougue-bie) - Der Besuch von Samarès Manor und Garden ist Pflicht für alle die Rosen lieben. Das megalithische Ganggrab La Hougue Bie ist mit 9 Meter eines der größten, besterhaltenen in Europa und liegt unter einem 14 m hohen Erdhügel. - [02.06.12 - Guernsey / Jersey](https://www.bauer-seyr.at/kanalinseln/guernsey-jersey) - Am letzten Tag in Guernseyr zieht es uns in die Candie Gardens mit alten Baumbeständen, Palmen, Hortensien und Magnolien. Mitten drinnen thront Victor Hugo als Statue. Noch ein kurzer Abstecher zum Victoria Tower - und dann müssen wir schon zum Flughafen. Mit einer 12-sitzigen Maschine fliegen wir nach Jersey weiter. - [01.06.12 - Lihou Island](https://www.bauer-seyr.at/kanalinseln/lihou-island) - Heute geht es zeitig auf die Halbinsel Lihou Island, die nur für 2 Stunden bei Ebbe zu erreichen ist. Die Insel ist ein Paradies für Seemöwen, die dort ihre Brutpflege betreiben. Natürlich besichtigen wir auch heute ein Hügelgrab - Le Creux ès Faies. Danach gehts weiter zur Little Chapel - einer kleinen Version von Lourdes. Das besondere der Kirche - alle Wände sind aus Porzellanscherben. Zum Abschluss besichtigen wir noch kurz Castle Cornet, das die Hafeneinfahrt von St. Peter Port bewacht. In der Red Onion Bar lassen wir mit Cider den Tag ausklingen. - [31.05.12 - Victor Hugo Haus, Wanderung zur Fermain Bay](https://www.bauer-seyr.at/kanalinseln/victor-hugo-haus-wanderung-zur-fermain-bay) - Eine Führung durch das Victor Hugo Haus in St. Peter Port zahlt sich aus. Für die damalige Zeit war Hugo ein extrem fortschrittlich denkender Mann, was sich auch in seinem Haus im Exil wiederspiegelt. Dann erwandern wir uns von St. Peter Port den Cliffpath zur Fermain Bay. Am späten Nachmittag besuchen wir dann den Garten des Haus von Sausmarez Manor, der einen Skulpturenrundweg bietet. Den Tag beenden wir mit der Suche nach Gran´mère du Chimquière, einem 1,5 Meter hohen Menhir, der direkt vor der St. Martins Parish Church steht. - [30.05.12 - Island of Herm](https://www.bauer-seyr.at/kanalinseln/island-of-herm) - Herm, kleinste der bewohnten Kanalinsel, kann man zu Fuß locker an einem Tag umrunden. Sie besticht durch wunderbare Strände und eine unberührte Natur. Leider sehen wir die Puffins in der Puffins Bay nicht, dafür ab Fuchsienbüsche, Blauglöckchen und Eukalyptusbäume. - [29.05.12 - Sark](https://www.bauer-seyr.at/kanalinseln/sark) - Heute besuchen wir Sark, die viertgrößte Kanalinsel. Mit dem Fahrrad geht es über den 90 m hohen Grat La Coupée auf Little Sark, auf die kleiner der beiden Felseninseln. Dort besichtigen wir die vorgelagerten Vogelfelsen Létac de Sark. Zurück auf der Hauptinsel Great Sark statten wir der St. Peter Church einen Besuch ab und besichtigen im Anschluss die wunderschönen Gärten des Herrenhaus - der Seigneurie. - [28.05.12 - Nordküste Guernsey](https://www.bauer-seyr.at/kanalinseln/nordkueste-guernsey) - Mit dem Bus fahren wir an die Nordküste der Insel und besichtigen Rousse Tower, einen Martello-Turm. Dann gehts weiter in das Guernsey Freesia Center und danach zur Vale Parish Church aus dem 12. Jhdt. Beeindruckt sind wir von den steinzeitlichen Begräbnisstätten Les Fouaillages, La Varde und Le Déhus. Den Tag beschließen wir einem englischen Pub, dem Albion House, das sogar einen Eintrag im Guinness Buch der Rekorde besitzt. - [27.05.12 - Alderney](https://www.bauer-seyr.at/kanalinseln/alderney) - Unser erster Tagesausflug geht auf die Insel Alderney. Schon die Anreise mit der 18 sitzigen Propellermaschine ist abenteuerlich. In der Hauptstadt St. Anne mieten wir Fahrräder und erkunden die Insel. Vorbei geht die Fahrt am alten Fort Clonque, The Gannets mit den beiden Vogelinseln, vorbei an wunderschönen Blüten und über den 37 Meter hohen Leuchturm von 1912 zurück zur Hauptstadt. - [25. / 26.05.12 - Anreise nach Guernsey](https://www.bauer-seyr.at/kanalinseln/anreise-nach-guernsey) - Die Hauptstadt von Guernseyr - St. Peter Port - empfängt uns mit strahlendem Wetter. Wir nutzen den Rest des Tages und besichtigen den schönen Hafen, der von der im Jahr 1204 erbauten Schutzburg Castle Cornet bewacht wird - [Kanalinseln](https://www.bauer-seyr.at/kanalinseln) - Nachdem unser Kanada-Urlaub ins Wasser fällt, muss schnell ein neues Ziel her: Die Kanalinseln (Channel Island) im Ärmelkanal zwischen England und Frankreich. - [Bildergalerie Lüneburger Heide](https://www.bauer-seyr.at/lueneburger-heide/bildergalerie-lueneburger-heide) - Die schönsten Bilder unseres Urlaubs in der Lüneburger Heide - [Unser Reiseführer für die Lüneburger Heide und ein Tipp](https://www.bauer-seyr.at/lueneburger-heide/reisefuehrer) - Unser Tipp: Je nachdem, in welchem Teil der Lüneburger Heide man Station macht, sollte man auf jeden Fall die lokalen Tourist Informationen aufsuchen und sich eine Wanderkarte für das Heidegebiet kaufen. Die Wanderrouten sind zwar gut ausgeschildert, aber die wanderbaren Heideflächen sind sehr groß. Kilometerweit nur Landschaft - keine Orte... Da ist es ganz gut, - [Gedanken danach / KM - Übersicht](https://www.bauer-seyr.at/lueneburger-heide/gedanken-danach) - Wer Ruhe, Erholung und Entspannung sucht und dazu nicht ganz tatenlos herumsitzen möchte, der ist in der Lüneburger Heide bestens aufgehoben – das können wir mit Sicherheit bestätigen! Die Urlaubsregion befindet sich im Nordosten Niedersachsens zwischen den Städte Bremen, Hannover und Hamburg. Die kleinen, hübschen Orte dazwischen bieten ihren eigenen Flair und locken mit diversen Attraktionen die Besucher an. Komplettiert wird das Gesamtpackage von den weiten, faszinierenden Heideflächen mit krummen Bäumen oder Wacholderbüschen und nicht zu vergessen die Heidschnucken-Herden. Das Gebiet ist ein Paradies für Wanderer, Fahrradfahrer und Reiter und wer es bequem haben möchte, macht es sich in einer Pferdekutsche gemütlich und lässt sich durch die Heide fahren. Die Großteils unter Naturschutz stehende Landschaft ist natürlich während der Blütezeit – zwischen Mitte August und Mitte September - ein besonderes Highlight. Wir haben viele nette und kommunikative Menschen getroffen und kennengelernt und eine schöne Zeit hier verbracht, begleitet von gutem Essen und leckerem Kuchen. Also, alles was das Herz begehrt. Als Krönung unseres Urlaubs hat das Wetter auch super mitgespielt, sodass die Lüneburger Heide in uns einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen hat. - [14.09.12 - Wanderung Oberhaverbeck](https://www.bauer-seyr.at/lueneburger-heide/wanderung-oberhaverbeck) - Am letzten Tag unseres Urlaubs unternehmen wir eine Wanderung durch die Lüneburger Heide direkt von unserem Quartier in Oberhaverbeck aus. Es geht zum Töpferstein und weiter Richtung Wulfsberg - zum Teil auf der Strecke des Jacobswegs. - [13.09.12 - Lüneburg](https://www.bauer-seyr.at/lueneburger-heide/lueneburg) - Lüneburg bietet ein original mittelalterliches Stadtbild und ist reich an Sehenswürdigkeiten. Besonders schön sind der Platz Am Sande, das Rathaus, das schwangere Haus und der neue Wasserturm. Das Rathaus muss man auf jeden Fall mit einer Führung besichtigen. - [12.09.12 - Müden, Ellerndorfer Wacholderheide](https://www.bauer-seyr.at/lueneburger-heide/mueden-ellerndorfer-wacholderheide) - Im Ort Müden fasziniert uns die pittoreske St. Laurentus Kirche. Dann geht die Wanderung quer durch Mischwald zum Wietzer Berg und dann weiter durch Heidelandschaft. Zum Abschluss wandern wir noch durch die kleine Ellerndorfer Wacholderheide, die aber ganz bezaubernde Ausblicke erlaubt. Wir treffen auf einen jungen Schäfer mit seiner Heidschnuckenherde und erfahren Interessantes und Amüsantes über das Leben eines hauptberuflichen Schäfers. - [11. 09.12 - Celle](https://www.bauer-seyr.at/lueneburger-heide/celle) - In Celle besuchen wird das Welfenschloss und nehmen an einer empfehlenswerten Führung teil. Danach erwandern wir die wunderschöne Altstadt von Zelle mit ihren Fachwerkshäusern. - [10.09.12 - Höpen, Schneverdingen, Pietzmoor](https://www.bauer-seyr.at/lueneburger-heide/hoepen-schneverdingen) - In Höpen gibt es die größte Sonnenuhr Deutschland sowie einen Heidegarten mit über 120.000 Pflanzen aus 130 verschiedenen Heidesorte. Die Gegend um Höpen lädt zum Wandern durch Heidefelder ein. In Schneverdingen ist der Besuch des Brunnens empfehlenswert. Gleich in der Nähe liegt das Pietzmoor, das man über einen Bohlensteg durchwandern kann. - [09.09.12 - Niederhaverbeck, Wilsede](https://www.bauer-seyr.at/lueneburger-heide/niederhaverbeck-wilsede) - Leichte Rundwanderung von Niederhaverbeck zum Wildseder Berg, danach weiter zum Totengrund und zum Steingrund. Dabei begegnen wir einem Schäfer mit seiner Heidschnuckenherde und gehen durch prachtvolle Heidelandschaften. Kulinarisch verwöhnen wir uns mittags mit neuen Heidekartoffeln und Heidschnucken Klöpse. - [08.09.12 - Gifhorner Mühlenmuseum, Wienhausen](https://www.bauer-seyr.at/lueneburger-heide/gifhorner-muehlenmuseum) - Heute steht der Besuch des Gifhorner Mühlenmuseums in der Lüneburger Heide am Programm. Hier sind 14 Mühlen aus aller Welt naturgetreu nachgebaut. Unter anderem eine ungarische Schiffsmühle, eine Wassertretmühle aus Taiwan aber auch eine Tiroler Wassermühle. Portugisische, griechische und französische Windmühlen runden das Bild ab. - [07.09.12 - Museumsdorf Hösseringen, Uelzen](https://www.bauer-seyr.at/lueneburger-heide/museumsdorf-hoesseringen-uelzen) - Besichtigung des Museumsdorf Hösseringen in der Lüneburger Heide. Interessante Ausstellungen zum Thema Milch und eine Sammlung originaler alter Häuser machen diesen Ausflug zu einem Erlebnis. Am Heidelehrpfad lernt man alles zum Thema Heide und Bewirtschaftung von Heideflächen. Dann geht es weiter nach Uelzen zum Hundertwasser Bahnhof. - [Lüneburger Heide](https://www.bauer-seyr.at/lueneburger-heide) - Beim Durchblättern der Gartenzeitung „Mein schöner Garten“ fesselt mich eine Seite mit dunkelgrünen Wacholderbüschen inmitten einer fast durchgängig rosaroten Fläche. Wow, das ist ja umwerfend schön, da müssen wir hin. Die Lüneburger Heide! Sie blüht von Mitte August bis Mitte September, das ist ja genau unsere Reisezeit – na wunderbar. Einige Klicks im Internet und die Lust ist geweckt auf die blühende Heide, wollige Heidschnucken, reetgedeckte Bauernhäuser, Bienenhonig, Wälder, Wassermühlen, Hügelgräber, hübsche kleine Städte und Dörfer mit ihren hübschen Fachwerkhäusern und, und, und… Die Lüneburger Heide ist die größte Heidelandschaft Deutschlands und erstreckt sich zwischen Bremen, Hannover und Hamburg. Sie ist durch das Eingreifen des Menschen in die Natur entstanden, um Ackerland zu schaffen und den Holzbedarf zu decken. Nach der Rodung eroberte Heidekraut die wenig fruchtbaren und trockenen Flächen und die Heidschnucken leisten noch heute ihren Beitrag dazu, dass sich kein Baumbestand breit macht. - [Heimreise (15.09.2018)](https://www.bauer-seyr.at/bodensee/heimreise-vom-bodensee) - Wir sind reiseerprobt, denn nach dem Aufstehen sind die restlichen Habseligkeiten schnell verstaut und so können wir uns schon um 08:30 Uhr von den Vermietern verabschieden. Es liegen 180 Kilometer bis München vor uns und wir hoffen, dass wir mit keinen Staus zu rechnen haben. Das Wetter ist durchwachsen und graue Wolken hängen tief herunter - [Arbon (14.09.2018)](https://www.bauer-seyr.at/bodensee/arbon) - Arbon ist eine pittoreske schweizer Stadt am Bodensee mit so vielen Sehenswürdigkeiten, dass ein Tag gar nicht ausreicht - [Scheidegg, Scheidegger und Hasenreuter Wasserfälle (13.09.2018)](https://www.bauer-seyr.at/bodensee/scheidegg-scheidegger-und-hasenreuter-wasserfaelle) - Eine wunderschöne Wanderung zu den Wasserfällen steht heute am Programm. Am Abend gibt es dann am Karren bei Dornbirn lecker Essen. - [St. Gallen (12.09.2018)](https://www.bauer-seyr.at/bodensee/st-gallen) - In St. Gallen besuchen wir die berühmte Stiftsbibliothek und besichtigen die wunderschöne Kirche. Aber auch die Stadt selbst bietet beeindruckende Häuserfronten. - [Langenargen, Affenberg Salem, Meersburg (11.09.2018)](https://www.bauer-seyr.at/bodensee/langenargen-affenberg-salem-meersburg) - Heute ist ein tierischer Tag angesagt, denn wir besuchen den Affenberg bei Salem, in dem eine Kolonie Berberaffen zu Hause ist. Am Eingang des Geheges werden wir von Störchen begrüßt. - [Wanderung Meersburg, Hagnau, Immenstaad (10.09.2019)](https://www.bauer-seyr.at/bodensee/wanderung-meersburg-hagnau-immenstaad) - Die Wanderung von Meersburg über Hagnau nach Immenstaad führt einlang von Weinfeldern und Obstplantagen und ist mit vielen Infotafeln äußert liebevoll und informativ gestaltet. - [Dornbirn, Wanderung Rappenlochschlucht, Alplochschlucht (09.09.2018)](https://www.bauer-seyr.at/bodensee/dornbirn-wanderung-rappenlochschlucht-alplochschlucht) - Nach dem Besuch Dornbirns wandern wir durch die Rappenlochschlucht und dann weiter in die Alplochschlucht. - [Rheindelta, Altenrhein, Rorschach, Lindau (08.09.2018)](https://www.bauer-seyr.at/bodensee/rheindelta-altenrhein-rorschach-lindau) - Schnell noch in Bregenz das schmalste Haus und die schmalste Gasse suchen und dann geht die Radtour ins Rheindelta und bis nach Roschach schon los. Retour geht es mit der Fähre. - [Bregenz, Lindau (07.09.2018)](https://www.bauer-seyr.at/bodensee/bregenz-lindau) - Die Hauptstadt Vorarlbergs bietet abseits der Bregenzer Festspiele viele Sehenswürdigkeiten. Kulinarik auf den Wochenmärkten, rauchschwangere Kapellen, historische Plätze und Gebäude - ein Tag Bregenz ist viel zu kurz. - [Unteruhldingen, Birnau, Andelshofen, Salem (06.09.2018)](https://www.bauer-seyr.at/bodensee/unteruhldingen-birnau-andelshofen-salem) - Das Freilichtmuseum Uhldingen gibt in einem weiten Gelände Einblick in das Leben ein steinzeitlichen Pfahlbausiedlung. - [Pfänder Drei-Tausender-Rundwanderung (05.09.2018)](https://www.bauer-seyr.at/bodensee/pfaender-drei-tausender-rundwanderung) - Die 3-Tausender Rundwanderung Pfänder/Hochberg/Hirschberg dauert den ganzen Tag - uns kochen danach die Füße. Dafür ist der Eiskaffee im Restaurant der Bergstation umso erfrischender. - [Insel Mainau (04.09.2018)](https://www.bauer-seyr.at/bodensee/insel-mainau) - Die Insel Mainau im Bodensee ist immer einen Besuch wert. Wir bewundern den großen Dalienbereich, der über und über in Blüte steht. - [Salem, Zeppelin-Fahrt, Lindau (03.09.2018)](https://www.bauer-seyr.at/bodensee/salem-zeppelin-fahrt-lindau) - Schloss Salem beeindruckt uns bei einer Führung durch die Anlage und das Münster. Vollauf begeistert sind wir jedoch vom Zeppelinflug über den Norden des Bodensees. - [Landschlucht, Konstanz (02.09.2018)](https://www.bauer-seyr.at/bodensee/landschlucht-konstanz) - Die Leonhards Kapelle in Landschlacht ist eines der ältesten Gotteshäuser am Bodensee und berühmt für ihre Wandmalereien. In Konstanz geht es dann in das Aquarium Sea Life mit mehr als 3.500 Tieren. - [Bodensee](https://www.bauer-seyr.at/bodensee) - Der Start in den Bodenseeurlaub ist erfolgt. 14 Tage Erholung mit dem Besuch vieler Sehenswürdigkeiten in Deutschland, Österreich und der Schweiz stehen auf dem Programm. - [Bildergalerie Australien - der Norden und Westen](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw/bildergalerie-australien-der-norden-und-westen) - Bildergalerie Australien – der Norden und Westen - [Gedanken danach](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw/gedanken-danach) - Lange haben wir uns auf diesen Urlaub gefreut und unsere Erwartungen wurden nicht nur belohnt, sondern völlig übertroffen. Wir haben so viel gesehen und erlebt und jeder Tag war so voll von Eindrücken, dass wir noch Wochen gebraucht haben, um diese auch zu verarbeiten. Trotz der vielen Kilometer, die wir wieder abgeradelt haben, war für uns die geistige Erholung das wichtigste. Irgendwie hat man das Gefühl, dass in diesem Land die Uhren langsamer ticken und die Menschen sich danach anpassen. Da wird auf den Straßen oder an den Kassen nicht gedrängelt, man hat Zeit für ein gemütliches Tratscherl und wenn mal Not am Mann ist, wird auch zugepackt! Viele Menschen bei uns könnten in diesem Land einiges lernen. Außerdem wird grundsätzlich jeder “mate” genannt und das spiegelt die gastfreundschaftliche und offene Kultur des Landes sehr treffend wider. Bedingt durch die Geschichte Australiens findet man Menschen aus allen Regionen der Erde in Australien wieder, die alle einen Teil ihrer Kultur und Sprache eingebracht haben. Wenn auch ein ziemlich schwer verständliches Nuscheln die Verständigung erschwert, hindert das nicht daran ein harmonisches Zusammenleben zu gewährleisten. Egal, ob man sich in einem Geschäft, auf einer Tankstelle oder auf einer Wanderung inmitten der Berge befindet, in Australien begrüßt man sich noch und das mit „how do you do“. Das zwitschern hier auch schon die Vögel! Apropos, die gefiederten Freunde sind zwar zeitweise sehr anstrengend, weil sie mit ihrem Liebesspiel bereits beginnen, noch bevor die Sonne ihre ersten Strahlen schickt, aber wunderschön anzusehen. Der Großteil der bunten Gesellen scheint in einen Farbtopf gefallen zu sein, denn bei fast jeder Farbe haben sie „hier“ geschrien! Mehrmals haben wir unsere Freude besonders mit den Kakadus gehabt. Sie sind pärchenweise unterwegs und vollführen oft die tollsten Theaterstücke, die ein Regisseur nicht besser interpretieren könnte. Hier kann die Vogelwelt in ihrem ursprünglichen Lebensraum beobachtet und bewundert werden. Die australische Tierwelt aber wird bestimmt von Beuteltieren. Das Känguru und der Koala werden beide schon als Wahrzeichen von Australien angesehen. Das schöne für die australische Pflanzen- und Tierwelt ist, dass hier eine Reihe von zahlreichen natürlichen Lebensräumen in zahlreichen Nationalparks angeboten wird. Jeder für sich zeigt seine eigene Schönheit mit den beeindruckenden, roten Sandsteinschluchten. Große Flächen innerhalb des Landes sind von Trockenbusch bedeckt und in diesen Bereichen bietet sich eine ideale Atmosphäre für Eukalyptus- und Akazienarten, Kasuarinen, Flaschen- und Grasbäumen. Mehr als 20.000 Pflanzen verschiedener Art können auf dem fünften Kontinent bewundert werden. Es ist einfach ein faszinierendes Bild, das sich aufgrund der Fauna und Flora in der Welt auf der anderen Seite der Erde bietet. Zahlreiche Wildblumen verzauberten uns, je näher wir in den Süden vorrückten. Die klimatische Vielfalt in Westaustralien ermöglicht über 12.000 verschiedenen Wildblumenarten eine Blüte für fast fünf Monate im Jahr. Wir haben riesige, blühende Wiesen und Felder gesehen, die schon von weitem in allen Farben geleuchtet haben. Aufgrund der dünnen Besiedelung reihen sich hier Farmen aneinander, die so groß sind, wie so manches Land in Europa. Auch die Orte und Städte sind alle sehr großzügig angelegt und beherbergen im Zentrum zudem meist einen schönen Park. Diese Schönheit entsteht durch das Zusammenspiel von Natur und Mensch. Regelmäßige, kontrollierte Buschbrände bieten die Möglichkeit, dass wieder neues Leben gedeihen kann. Hilfestellung kommt dabei zum Beispiel von den intensiven Regengüssen. Wenn wir uns nur vorstellen, dass überall dort, wo wir die Floodway Schilder gesehen haben, alles überflutet ist, dann ersäuft halb Australien während der Regenzeit regelrecht. Ein Blick auf unsere Fotos genügt, um festzustellen, dass es ein bunter und farbintensiver Urlaub gewesen ist. Wir hatten in diesen vier Wochen nicht einen Regentropfen und an die heißen Temperaturen im Norden haben wir uns auch schnell angepasst. Der Griff zur Sonnencreme, Sonnenbrille und dem Hut ist auch zur Routine geworden. Naturphänomene sind auf diesem Kontinent zu finden, die wir von zuhause nicht kennen. Die täglichen Sonnenuntergänge haben eine Intensität in den Himmel gemalt, wie man sie bei uns gar nicht zu sehen bekommt. Unglaublich viele Dinge und Gegensätze finden hier zusammen und diese interessante Mischung hat wieder einen tiefen Eindruck hinterlassen. Australia, I´m sure we´ll see you again! - [09.10. - 10.10.09 - Heimreise](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw/heimreisevonaustralien) - Wir verlassen pünktlich um 10:00 Uhr den Campingplatz und die knapp zwei Kilometer bis zur Apollo-Station schaffen wir im Morgenverkehr schnell. Hier müssen wir aber mehr als eine Stunde warten, damit wir unser Auto abgeben können. Die Dame am Schalter ist glücklich, dass sie mal ein Auto zurück nehmen kann ohne Unfall, denn wie sie uns erzählt, hat sie heute nur Rückgaben mit accidents und erschwerend dazu Kunden, die kaum Englisch sprechen können. Am Flughafen kratzen wir gerade noch die A$ 4,00 für das Wagerl zusammen, damit wir unser Gepäck nicht herum schleppen müssen. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen ist, dass wir das Geld nicht mehr zurück bekommen – auch nicht schlecht 2,70 Euro als Leihgebühr – eigentlich eine Frechheit! Jetzt heißt es wieder bis zum Check-In um 12:30 Uhr warten. Als wir unsere Taschen auf das Förderband legen, sind wir überrascht, als uns gesagt wird, dass wir zwei Kilo Übergewicht haben. Im Laufe der Wochen haben wir schon einiges von unseren alten Klamotten und Schuhen entsorgt, doch das ist zu wenig. Nach einem Telefonat meint die gute Dame dann, dass wir A$ 77,00 pro Kilo zu bezahlen hätten. Das sind mehr als 100 EURO für die zwei Kilo, die sind ja komplett verrückt! Für dieses Geld gehen wir lieber zu Hause shoppen. Also zurück mit dem Gepäck, da packen wir wieder aus und entsorgen unsere noch dreckigen Badetücher. Damit aber noch nicht genug, denn dann fällt ihr ein, dass wir von Frankfurt bis Linz noch weniger Gepäck haben dürfen. Entweder wir bezahlen diese Gebühr oder sie checkt uns nur bis Frankfurt durch. Da wir wissen, dass die Lufthansa nicht so happig ist, nehmen wir in Kauf, in Frankfurt das Gepäck zu holen und komplett neu einzuchecken. Nach dem Einchecken müssen noch Ausreisekarten ausgefüllt werden, die bei der Passkontrolle benötigt werden. Der Beamte fragt uns, ob wir mehr als A$ 10.000,00 ausführen – ha, ha, ha! Ein paar Schritte weiter zerlegt ein Security-Mann unser Handgepäck und verteilt es in Kisten, die wir dann selbst zum X-Ray tragen müssen. Das nennt man Arbeitsplatz-Beschaffung. Als beim Durchleuchten dann noch die externe Festplatte aufpoppt, geht es wieder zurück an den Start. Und damit es nicht zu langweilig wird, kommt noch eine Befragung getrennt voneinander. Die Herren dürfen keinen Sprengstoffs und die Damen keine Liquors oder Parfums am Körper tragen! Nach einer abschließenden Begrabschung haben wir es dann endlich bis zum Gate geschafft, das inmitten des Duty-Frees liegt. Uns interessiert das alles aber nicht mehr, wir haben schon Action genug gehabt. Die fünf Stunden Flug bis Singapur vergehen relativ schnell und reibungslos. Wir setzten uns von Beginn an die Kopfhörer auf, Wolfgang zieht sich eine Komödie nach der anderen hinein und ich begnüge mich mit den Best-Of-CD´s. Nach einem gschmackigen Essen bekommen wir noch ein leckeres Limonen-Ananas-Eis – 97% Fat Free! Wir sind schon echt gespannt, was die Waage zuhause sagt, nach dem wochenlangen Fat Free oder Fat Reduced-Essen! Geschmacklich hat sich auf den Großteil der Produkte das auch ausgewirkt! Wir mussten in den Woolworths oft lange suchen, um ein creamy Joghurt zu finden, das dann auch lecker war. Wir landen in Signapur bei 30° und die zwei Stunden Aufenthalt nutzen wir zum Spazierengehen in der Duty-Free-Zone. Mit mehr als einer halben Stunde Verspätung hebt die Boing 747-400 um Mitternacht ab und wir freuen uns, dass wir eine Dreierbank für uns beide haben. Die Müdigkeit ist mittlerweile so groß, dass ich beinahe die Sicherheitshinweise verschlafe. Schlafen ist aber trotz der Augenmaske und der Ohrstöpsel nur schwer möglich. Dazwischen ziehen wir uns wieder einen Film nach den anderen hinein. Der Flug ist aber sehr angenehm, da das Flugzeug nicht ausgebucht und es sehr ruhig in der Kabine ist. Trotzdem werden die 13 Stunden Flug sehr zermürbend. Mit einer Stunde Verspätung erreichen wir Frankfurt bei 12° und Regen. Jetzt heißt es sputen, denn wir müssen unser Gepäck holen und neu einchecken. Unsere Taschen sind schnell da, aber dann beginnt die Odyssee! Mit einem Bus fahren wir vom Terminal 2 zum Terminal 1 und da kommen wir kaum durch die Eingangstür, denn es wimmelt hier von Menschenmassen, wie wir sie noch nie gesehen haben. Der Flughafen erstickt komplett! Ich warte mit dem ganzen Krempel mitten in der Halle und Wolfgang findet mit Mühe heraus, dass wir an einem Ticketautomat unsere Sitzplätze reservieren und dann das Gepäck am Schalter einchecken müssen. Da stehen dann Schlangen, sodass sich die Reisenden, die zum Gate möchten, regelregt den Weg durch zwängen müssen. Die Zeit läuft und wir bewegen uns keinen Zentimeter. Wenn das so weitergeht, dann versäumen wir noch unseren Flug. Also bleib ich weiter stehen und Wolfgang probiert es an einem anderen Schalter. Wir freuen uns kurzfristig, als vor mir eine Gruppe, die falsch gestanden ist, heraus fällt. Nur noch eine Familie vor uns! Tja, aber die brauchen zwanzig Minuten, weil ihre Reservierung nicht mehr da ist. Wie wir uns gedacht haben, gibt es hier dann kein Problem mit unserem Übergewicht beim Gepäck. Wir zwängen uns bis zum X-Ray durch und auch da heißt es wieder Geduld zeigen. Und die Zeit läuft und läuft. Bevor wir zum Gate gehen, sucht Wolfgang noch die Toilette auf und dann endlich haben wir es geschafft - denken wir zumindest. Wo sind bloß die Boarding Pässe? Nach dem Abtasten seines Körpers findet Wolfgang seine eigene, nur wo ist meine? Die Dame am Gate fragt nach unseren Namen und meint dann, dass sie uns eh schon ausrufen wollte, weil sie informiert wurde, dass mein Boarding Pass auf der Herrentoilette gefunden wurde und wir außerdem schon zu den letzten gehören! Sie schicken Wolfgang aber wieder in den ersten Stock um die Karte zu holen, denn auf dieser kleben auch unsere Gepäckaufgabescheine. Jetzt macht sich wieder das Chaos des Frankfurter Flughafens bemerkbar, denn plötzlich weiß keiner mehr, wer am Gate angerufen hat, geschweige denn, wo mein Boarding Pass jetzt ist. Nachdem ich einen Nachdruck davon bekomme, fährt uns ein Bus zum Flieger, wo wir schon heiß erwartet werden. Nach knapp fünfzig Minuten Flug kommen wir am Linzer Flughafen an. Birgit und die Jungs stehen auf der Terrasse und winken uns zu. Wir freuen uns schon auf zuhause, aber was wir noch nicht wissen, damit wird es so schnell nichts. Die Einreise verläuft problemlos, doch als wir die Gepäckhalle erreichen, ertönt schon das Horn und wir werden ausgerufen. Zwei unserer Taschen wollten partout nicht mit uns nach Hause fliegen. Da wir nun auch keine Gepäckscheine haben, müssen wir eine Beschreibung unserer Taschen machen. Sie bekommen am Abend eine extra Fahrt zu uns nach Hause. Kurz vor 10:00 Uhr vormittags kommen wir dann endlich zu Hause an. Geschafft und müde versuchen wir nun, den Tag irgendwie zu überbrücken, aber am Nachmittag rafft uns die Müdigkeit dann doch hin. Mehr als eine Woche brauchen wir, bis sich der Jetlag dann so halbwegs gelegt hat. Dann hat uns auch der Alltag schon wieder gefangen. - [08.10.09 - Perth](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw/perth) - Den letzten Tag lassen wir heute gemütlich angehen und daher lassen wir das Auto am Campingplatz stehen und fahren nach 09:00 Uhr mit dem Bus in die City. Perth besteht aus dreißig selbständigen Kommunen mit eigenen Verwaltungen und der Kern der Stadt wird liebevoll City genannt, weil sie vergleichsweise klein ist. Sie ist aufgrund der weiten Entfernung die abgeschiedenste Großstadt der Erde und wurde 12.August 1829 gegründet. Vom Busbahnhof weg spazieren wir ein Stück in die Stadt und gewinnen schon einen ersten Eindruck von der drittgrößten Metropole Australiens. Es herrscht hier eine richtig wilde Mischung an kleinen, alten Gebäuden und im Gegensatz dazu riesige, moderne Klötze. Aber irgendwie ergibt das trotz allem eine interessante Harmonie. Es gibt hier kostenlose Busse, mit denen man kreuz und quer durch die ganze Stadt bummeln kann. Einen davon besteigen wir und fahren damit in die Seele der Stadt, den Kings Park. Der größte Teil des 400 Hektar großen Geländes besteht aus naturbelassenem, australischem Buschland. Den südlichen Teil des Parks nimmt der Botanische Garten ein, der etwa 2.000 verschiedene Pflanzen aus der Region zeigt. Und hier finden wir wunderschöne Exemplare der Kangaroo Paw, einer Blume, deren Blüten einer Kängaruhpfote ähneln. Wir spazieren durch eine prächtige Eukalyptusallee und Grass Trees bis auf die Aussichtsterrasse des Parks, von wo wir einen guten Blick auf die modernen Glas- und Betonbauten und auf den Swan River haben, der sich an dieser Stelle zu einem See erweitert. Auf den weitläufigen Grasflächen tummeln sich viele Touristen, Jogger, Mamis mit ihren Kinderwägen und auch der Pensionistenverein ist unterwegs. Alle genießen sie die angenehme Frühlingswärme. Weiter des Weges gelangen wir wieder in das Innere der Stadt und widmen uns jetzt den einzelnen interessanten Gebäuden. Vorbei am weißen Parliament House, das in seiner Architektur an den Tower of London erinnert, gelangen wir zum Barracks Arch von 1863. Die noch vorhandene Hausfront ist der Rest eines Gebäudes, das als Unterkunft für Soldaten aus der frühen Siedlerzeit diente. 1966 wurde das Gebäude bis auf die Front abgetragen, um Platz für den Bau des Freeways zu machen. Als Fußgänger hat man es in Australiens Städten nicht leicht, denn sie sind gegenüber den Autofahrern abgewertet. Uns fällt auf, dass es sehr wenige Übergänge gibt, die aber super mit Ampeln geregelt sind. Wenn die Ampel auf grün schaltet, dann gehen alle Fußgänger gleichzeitig. Das heißt, man kann kreuz und quer in einem Quadrat hin und her laufen. Das muss aber schnell gehen, die die Grünphasen sind nicht sehr lang. Dementsprechend wuseln die fesch gekleideten Businessleute, behängt mit ihrem Security-Ausweis, in Horden durch die vielen Straßen der Stadt. Fast verschluckt von einem Wolkenkratzer aus Glas wirkt The Cloisture, das um 1858 erbaute Backsteingebäude diente ursprünglich als weiterführende Eliteschule für Jungen. Unseren nächsten Halt machen wir beim His Majesty´s Theatre, das am Weihnachtsabend 1904 eröffnet wurde und damals das teuerste Gebäude Westaustraliens war. Vorbei an der Trinity Church landen wir beim ältesten Gebäude der Stadt, dem Old Courthouse von 1836. Es verbindet die Fußgängerzonen Hay Street Mall und den Boulevard St. George's Terrace miteinander. Die einzige offene Geschäftsarkade wurde im englischen Fachwerkstil erbaut und gefällt uns sehr gut. Ein kleines Lädchen reiht sich an das nächste und sie stellen einen krassen Gegensatz zu den beiden Shopping Malls dar. Hier wimmelt es nur so von Menschen, die sich hektisch ihren Weg durch die Massen bahnen. Nachdem wir in einem Café etwas gegessen haben, setzen wir uns gemütlich auf ein Bankerl mitten in der Mall und beobachten ein wenig das Treiben rundherum. Und da gibt es wirklich viele, die falsch gestrickt sind. Eine Omi, noch gut beisammen, erregt Aufmerksamkeit, weil sie mit lila Schuhen, lila Hut, lila Jackerl, lila Handtasche, lila Mascherl auf ihrem Gehstock und als Draufgabe einen Blumenstrauß mit lila Blumen schnellen Schrittes durch die Gasse marschiert. Hübsch, nur der dick aufgetragene Lippenstift ist etwas zerlaufen. Kurz darauf stapft ein junges Mädel vorbei mit kurzem Rockerl und Stiefel aus dickem Fell. Ob die auch bellen können? Es wird hier echt volles Programm geboten und daher fällt es uns schwer, unsere Sightseeing-Tour fortzusetzen. Wir statten einem Souvenirladen einen Besuch ab, aber außer Ramsch finden wir leider nichts. Ein paar Geschäfte weiter erblicken wir dann doch noch das, was wir schon vermisst haben – die Weihnachtsdeko inmitten der Sommersachen! Die Town Hall von Perth wurde von Strafgefangenen zwischen 1867 und 1870 erbaut. Über die Jahre diente es als politischer Sitzungssaal, Marktplatz, Kamelstall und Feuerwehrhaus. Ein Team von 15 Gefangenen arbeitete drei Jahre jeden Tag, um das Gebäude fertig zu stellen. Wir finden auf unserem Weg durch die Stadt eine offene Kirche, die St. Georges Cathedral. Im neogotischen Stil erbaut, wurde sie 1888 geweiht. Der Architekt der hat die Kathedrale nie gesehen, da er vor der Fertigstellung verstorben ist. Und da hat er wirklich was versäumt, denn sie wurde mit rotem Backstein errichtet und der harmoniert mit dem dunklen Holzgebälk wunderschön. Auf der anderen Straßenseite befindet sich das Government House inmitten eines großen grünen Parks. Auch dieses Gebäude wurde von Gefangenen mit Backsteinen erbaut. Zum Ausklang des Tages bummeln wir noch Richtung Hafen zum Wahrzeichen von Perth, dem Swan Bell Tower. Den Eintrittspreis von A$ 11,-- pro Person finden wir ja etwas übertrieben, aber was soll´s! Im ersten von sechs Stockwerken bekommen wir von einer Glöcknerin interessante Infos über die Glocken und die Kunst des Läutens. Und da der „Unterricht“ praxisnahe gestaltet wird, müssen wir dann auch gleich an die Schnüre! Die Vorgabe, dass wir mit den Füssen am Boden bleiben müssen, ist ehrlich gesagt, schwer zu verwirklichen. Der Turm beherbergt die originalen Glocken aus dem 14. Jhdt. der Londoner Kirche St Martin’s in the Fields, die der Stadt 1988 anlässlich des 200jährigen Bestehens zum Geschenk gemacht wurden. Auf den nächsten Stockwerken sind die Glocken zu bewundern und in Ausstellungen über deren Geschichte noch einiges zu erfahren. Ganz oben bietet eine offene Aussichtsplattform einen 360 Grad Rundumblick auf die Skyline der Stadt und den Hafen. Der Swan Bell Tower wurde eigens für die Glocken gebaut und repräsentiert in seiner Architektur das Wahrzeichen West Australiens: den Schwan. Müde schlendern wir in das schräg gegenüber liegende Busterminal und fahren mit dem Bus zum Campingplatz zurück. - [07.10.09 - Nambung Nationalpark, Yanchep Nationalpark](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw/nambung-nationalpark-yanchep-nationalpark) - Beide haben wir vergangene Nacht von zuhause geträumt – was ist das für ein Ohmen? Das Innere unseres Campers ist mit Kondenswasser beschichtet und es ist sehr kalt draußen. Um 07:45 Uhr brechen wir auf und mit Sorge stellen wir fest, dass es heute stark bewölkt ist. Mal schaun, was der Tag noch bringen wird. Die Natur rund um uns stimmt uns auf jeden Fall positiv. Der Straßenrand ist gelb gesäumt von den vielen blühenden Akazienbäumen und rundherum eine bunte Blütenpracht. Schöner könnte man den eigenen Garten gar nicht anlegen und Karli Ploberger hätte seine Freude mit diesem prächtigen Naturgarten. Ist das ein Frühling! Als wir bei Jurien Bay die Küste erreichen ist der Himmel wieder – wie gewohnt – blau und Schäfchenwolken haben sich darauf verteilt. Wir erreichen den Nambung Nationalpark nach Plan, obwohl wir wegen ständigem Fotoschießen stehen bleiben müssen. Der Nationalpark liegt direkt an der Küste und gleich nach der Einfahrt verzücken uns schneeweiße Dünen. Der 175 Quadratkilometer große Park ist bekannt für die Pinnacles Desert. Das sind teilweise bis zu vier Meter hohe Kalksteinnadeln, die über ein weites Gebiet verstreut sind. Durch das jahrhundertelange Zusammenspiel von Regen, Wind und verschiedene Temperaturen sind sie angeblich entstanden. Auf einem vier Kilometer langen Drive auf Sand können wir hier durch das Nadellabyrinth fahren. In einem ständigen Hop-on und Hop-Off bewegen wir uns wie im Slalom durch die Pinnacles. Und egal, in welche Richtung wir uns drehen, Fotomotive über Fotomotive. Die zeitweise sehr skurril aussehenden Säulen regen die Phantasie an und in fast jede kann man irgendetwas hinein interpretieren. Da bieten zwei Galahs ein wenig Abwechslung, indem sie ihr Liebesspiel vorführen und da geht es ganz schön ab. Außerdem können wir einem Ranger zusehen, wie er mit einem Besen den Sand aus dem Sand kehrt. Klingt komisch, ist aber so! Der Parcours durch die Nadeln ist mit Steinen ein wenig abgegrenzt und es gibt trotzdem dämliche Touristen, die das nicht respektieren und auf die nicht befahrbare Piste fahren. Nach mehr als zwei Stunden herum fahren und –spazieren statten wir noch dem Interpretive Center einen Besuch ab und dann fahren wir wieder weiter. Kurz nach der Kreuzung Highway Nr. 1 und Nr. 60 kommen wir bei der Emu Downs Windfarm vorbei. Da stehen auf der Anhöhe schnell im vorbeifahren gezählt mindestens 43 Windräder. Sieht echt dramatisch aus. Die nächste Unterbrechung zur Fahrt ist ein Buschbrand, den wir schon aus einer Entfernung von mehr als 30 Kilometer sehen und riechen können. Breite, schwarze Rauchsäulen steigen auf und färben den Himmel grau. Als wir unser nächstes Ziel erreichen, den Yanchep Nationalpark, haben wir das Feuer hinter uns gelassen und Bilderbuchwetter stellt sich wieder ein. Nur eine leichte Brise weht heute, aber dafür haben wir ja Jacken eingepackt. Dieser Park unterscheidet sich zu den anderen wesentlich, da er durch die Nähe zu Perth eher als Ausflugsziel für die Städter dient. Er besitzt unter riesigen Eukalypten einen Koala-Boardwalk, wo wir bis auf einen, schlafende Koalas betrachten können. Das sind nachtaktive Tiere, die tagsüber schlafen, und in der Nacht fressen, weil es da kühler ist. Eine weitere Attraktion sind die über 400 Kalksteinhöhlen, davon aber nur zwei mit einer Führung zu besichtigen sind. Für uns ist es heute aber schon zu spät, daher spazieren wir ein wenig herum und machen es uns dann aber auf einem Bankerl im Park vor einem kleinen See bequem. Wir beobachten eine Entenfamilie mit 12 Jungen, Sittiche aber auch andere Besucher. Am Ausgang des Parks sticht mir ein hoher, rot leuchtender Flammenbaum ins Auge und als ich ihn mir aus nächster Nähe ansehen will, sitzt da ein Känguru und frisst in Ruhe. Es lässt sich von mir nicht stören, schaut mich mal kurz an und frisst weiter. Da erzählt uns ein Parkbesucher, dass wahrscheinlich in einer Stunde diese Wiese voll von Kängurus sein wird. Trotzdem brechen wir auf und fahren die letzten 50 Kilometer nach Perth. Wir haben also unser letztes Reiseziel erreicht, für das wir morgen noch einen Tag zur Verfügung haben. Wir freuen uns aber auch schon wieder auf zuhause, denn obwohl wir so viel erlebt und gesehen haben, es wird langsam anstrengend alle Eindrücke zu verarbeiten. Wir freuen uns aber vor allem auf unser eigenes Bett und auf SCHWARZBROT! - [06.10.09 - Kalbarri, Hutt Lagoon, North Hampton, Geraldton](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw/kalbarri-hutt-lagoon-north-hampton-geraldton) - Ich hab´s Wolfgang versprochen, es ist die endgültig letzte Wanderung in diesem Urlaub – und zwar ist das ein 3 km langer Rundweg zum Mushroom Rock ins Rainbow Valley. Informationstafeln entlang des Weges erklären geologische und botanische Gegebenheiten der Küste. Die Gesteinsschichten werden durch verschiedene Stufen der Verwitterung hervorgerufen. Härtere Schichten sind resistenter und formen Überhänge. Die weicheren dagegen erodieren leichter. Es dauerte tausende Jahre, bis diese Formen erzeugt wurden. Wir erreichen schnell die Felsformation, die wirklich wie ein Pilz aussieht. Da er direkt am Meer „wächst“, beobachten wir eine Weile die herein brausenden Wellen. Von da weg heißt es dann klettern, aber wir sind ja frisch und munter und da ist das kein Problem. Wir erreichen ein Plateau, auf dem Steine wie große Murmeln herum liegen. Dazwischen blühen in großen Flächen die pink farbigen Mittagsblumen. Als nächstes kommen wir ins Rainbow Valley und es trägt nicht unverdient diesen Namen. Leider haben wir hier Schatten, sodass die Farben nicht so kräftig strahlen. Das tut aber der Wirkung keinen Abbruch. Wir haben somit die halbe Wanderstrecke hinter uns und der letzte Teil geht durch niedriges Gehölz. Diese Bodendeckerbüsche stabilisieren einerseits die dünne Erdschicht, andererseits sprengen sie aber auch das Gestein, indem sie mit ihren Wurzeln in die Tiefe graben. Dazwischen wachsen wieder allerlei Wildblumen und wir entdecken sogar kleine, weiße Orchideen. Nach einer Stunde erreichen wir wieder den Parkplatz. Hat sich wirklich noch gelohnt, diese letzte Wanderung! An der südlichen Grenze von Kalbarri befindet sich der Rainbow Jungle, eine Aufzuchtstation für gefährdete Papageienarten und Sittiche. Mehr als hundert Vögel mit Beschreibungen über Herkunft, Vorkommen und Besonderheiten gibt es da zu bewundern. Und wir kommen aus dem Staunen wirklich nicht mehr heraus. Dieser Park ist mit so viel Liebe bis ins Detail angelegt, dass wir ewig dableiben hätten können. Die Vögel sind teilweise in Einzelgehegen untergebracht und dann gibt es noch ein großes Voliere, in das der Besucher hinein gehen kann. Hier sind Futtertöpfe mit Körnern, Obst oder Gemüse aufgestellt. Es herrscht gefährlicher Luftverkehr, denn da fliegen die Tiere an dir vorbei, dass man sich oft ordentlich erschreckt. Andere hüpfen zwischen den Füssen durch oder setzten sich auf die Bank zu uns. Ein ganz neugieriger Sittich will unbedingt wissen, was in unserer Wasserflasche drin ist. Sie wirken richtig zahm und stehen dem Besucher Modell. Dann gibt es da einen Nacktaugenkakadu, der alle Leute, die an ihm vorbei gehen mit „hello“ begrüßt. Wie in einem Dschungel schlängeln wir uns durch die einzelnen Räume, die mit viel Grün, Brunnen und Sitzgelegenheiten dazwischen, gestaltet sind. In einem Gehege sitzt ein Red Capped Parrot oder Western King, der ein Überbleibsel vom Godwanaland ist, bevor sich der Kontinent geteilt hat. Es wird angenommen, dass es die älteste Spezie ist und nicht mit den anderen australischen Parrotarten verwandt ist. Er kommt nur mehr im südwestlichen Teil Australiens vor. Im Gegensatz dazu hat sich der graurosa farbige Galah in den letzten fünfzig Jahren schon fast in ganz Australien verbreitet. Sie sind mittlerweile zur Plage geworden, weil sie die Brutstätten anderer Vögel übernehmen und auch Krankheiten verbreiten. Der Eastern Rosella ist der berühmteste Sittich in Australien, denn er dient seit mehr als hundert Jahren einem Ketchup als Logo. Beim Ausgang sitzt ein Port Lincoln, der sogar Jingle Bells oder Waltzing Mathilda singt. Außerdem fragt er „How ya going“. Schweren Herzens verlassen wir diesen entzückenden Ort und fahren auf dem Gregory Gray Drive gen Süden. Die wunderschöne Landschaft zieht an uns vorbei und von weitem schon sind das gelbe Leuchten der vielen Akazienbäume und die roten Lampenputzer zu sehen. Eine Farm reiht sich an die nächste und die Ähren der Felder schaukeln im Wind. Wir kommen auch an der Hutt River Province vorbei, dem einzigen unabhängigen Staat auf dem Kontinent. Aus Wut über den Staat gründete der Farmer Casley eine selbstverwaltete Regierung. Aufgrund der damaligen australischen Gesetzgebung war es den Bürgern möglich, bei drohendem Landverlust oder landwirtschaftlicher Not aus dem Commonwealth auszutreten und ein „eigenes Land“ zu gründen. Als die Regierung Exportquoten einführte, fühlte er sich in seiner Existenz bedroht. Er führte lange Prozesse, bekam aber dann am 21. April 1970 recht! Ist doch pervers! Lange, bevor wir Port Gregory erreichen, fahren wir an der Pink Hutt Lagoon entlang. An einer Stichstraße bleiben wir kurz stehen und spazieren zum See, denn es ist kaum zu glauben, was man da sieht. Einen See mit rosarotem Wasser! Wir treffen zwei junge Deutsche und die zweifeln schon an ihrem Verstand. Im Wasser gibt es eine besondere Meeresalgenart, die die Salzkristalle im Wasser rosa färbt, die die Algen während ihrer Blütezeit freisetzen. Der Farbstoff wird industriell abgebaut und als Lebensmittelfarbe verwendet. Wir fahren weiter und machen dann wieder einen kurzen Halt in Northampton, einer kleinen Stadt mit noch erhaltenen, historischen Gebäuden aus den 1840er Jahren, als hier Blei abgebaut wurde. Uns interessiert auch der Bowling Club, denn da spielen viele betagte Damen eine Art „Eisstockschießen“. Das ganze wird auf Teppich gespielt mit Kugeln, die auf zwei Seiten leicht abgeschrägt sind, damit sie umfallen, wenn sie zum Stillstand kommen. Und wie sich das für einen Club gehört, trägt man auch einheitliche Kleidung mit weißem Hütchen. Wirklich amüsant zum Zusehen. Trotzdem müssen wir weiter fahren und halten erst wieder für einen Abstecher in Geraldton. Und zwar sehen wir uns hier das Kriegerdenkmal HMAS Sydney War Memorial an, das hoch über der Stadt errichtet wurde. Der Metallturm besteht aus 645 Möwen, je eine für die im Zweiten Weltkrieg verstorbenen Seemänner. Über das mysteriöse Schicksal des Schiffes HMAS Sydney wird auf Schautafeln berichtet. Wir haben wunderschönes Licht für die Fotos, aber der Wind hebt uns beinahe aus. Da es hier oben aus vollen Rohren bläst, überfliegen wir den Text nur und fahren dann weiter Richtung Süden, um für morgen so nah als möglich an den Nambung Nationalpark zu kommen. Knapp hundert Kilometer davor checken wir dann aber in einem Roadhouse ein, weil das Fahren bei Dunkelheit zu sehr anstrengt. - [05.10.09 - Kalbarri Nationalpark](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw/kalbarri-nationalpark) - Im Park direkt vor dem Strand findet heute ein Markttag statt. Wir schlendern von Stand zu Stand und staunen über die Mischung der Ware, die angeboten wird. Von Handwerk, über Kulinarisches bis zum Flohmarkt und Ramsch gibt es hier alles zu kaufen. Wir gehen aber weiter, denn vor dem Visitor Center werden täglich Pelikane gefüttert. Es ist bereits eine Menschenmenge da, die auf die Pelikane und einem Ranger wartet. Dann kommt eine etwas ältere Dame mit einem Blechkübel und erklärt, dass sie eine Donationbox haben, bla, bla, bla. Dann holt sie sich Kinder aus der Menge und lässt die Pelikane, äh, den Pelikan füttern. Es ist heute nur einer gekommen und begleitet wird er von einer Horde Möwen! Der Pelikan wird heute hungrig wieder gehen müssen, denn die Kids werfen die Fische den Möwen vor die Schnäbel. Lange sehen wir uns dieses Spektakel nicht an, sondern brechen in den Kalbarri Nationalpark auf. Eine 27 km lange golden leuchtende unsealed Straße führt bis zum Natures Window. Auf Fotos verzichten wir hier vorerst, denn es tummeln sich schon Unmengen vor dem „Fenster“. Wir nehmen den 8 km langen Loop Walk Trail in Angriff. Es bieten sich schon von oben atemberaubende Ausblicke in die Schlucht und auf den Murchison River. Das erste Drittel führt der Weg am Bergkamm entlang und ist relativ bequem zu gehen. Mit Blick auf die gegenüberliegenden gestreiften Abbruchkanten geht es dann langsam über Geröll bis zum Sandstrand hinunter. Den müssen wir dann eine Zeitlang durchwaten, bis wir eine irre Kletterpartie absolvieren müssen. Das Wasser unter mir bewegt sich bei jedem Schritt mit und die Felsen hängen über. Wie soll man da nur vorbeikommen? Mir klopft das Herz bis in die Ohren, als ich die Passage hinter mir hab – Scheiß Höhenangst. Ab da wird es abwechslungsreich und der Weg führt ständig auf und ab. Das kühle Lüfterl, das wir im ersten Teil der Wanderung hatten, ist jetzt zur Gänze weg. Hier im Talkessel ist es fast windstill und das nützen die verdammten Fliegen aus. Sie stürmen von allen Seiten auf uns los und belästigen uns bis auf die Haut. Wir haben uns schon zuvor Äste von einem Grevillabusch abgerissen und schlagen damit ständig wie wild geworden um uns. Fast den gesamten Wanderweg geißeln wir uns selbst, um die Fliegen zu verscheuchen. Doch trotz der Fliegenattacken haben wir noch ein Auge für die Schönheiten rund um uns. Im Murchison River schwimmen große Schwärme Fische, schwarze Kormorane sonnen sich auf einem Ast und ein schwarzer Schwan gleitet elegant im Wasser. Als der Weg wieder weg vom Wasser führt, sind die Hänge voll mit Frühlingsblumen, rundherum ein Gemecker, wie von Ziegen (es sind aber nur die Raben, die so ein Theater machen). Das letzte Stück kostet nochmal ordentlich Kraft, denn wir müssen wieder durch Sand waten und das zermürbt ordentlich. Nach drei Stunden gelangen wir wieder zum Ausgangspunkt zurück. Jetzt machen wir unsere Fotos beim Natures Window und das eröffnet wieder einen tollen Blick. Es dauert nicht lange, da müssen wir den Platz auch schon wieder räumen, weil die nächste Menschmasse kommt und sich vor das Window pflanzt. Unser Mittagspicknick haben wir aufgrund der lästigen Begleitung nicht ausgepackt, sondern machen das jetzt im Auto. Wir fahren weiter zum Z Bend und genießen dort den Lookout. Er ist im mittleren Abschnitt einer Schlucht, die durch ihr Zick-Zack ein Z darstellt. Diese ungewöhnliche Formation ist durch Risse im Tumblagooda–Sandstein entstanden. Von der Aussichtsplattform geht es 150 Meter in die Tiefe bis zum River. Die Fahrt aus dem Park dauert lange, da wir ständig anhalten müssen, um Fotos von der schönen Gegend zu machen. Unvorstellbar, was das für eine Pracht gewesen sein muss, denn es wächst eine Banksiastaude neben der anderen. Jede ist voll mit vertrockneten Blütenständen. Auch die Grasbäume sind schon verblüht. Dafür leuchten die Blüten der Grevillas und der Flaschenputzerbüsche schon von weitem. Von vielen Blumen und Büschen kennen wir leider die Namen nicht und da packen wir die Gelegenheit am Schopf und besuchen das Wildflower Center, das kurz vor der Ortseinfahrt liegt. Auf einem Rundweg sind die Pflanzen beschriftet und werden erklärt. Tja, so steht es zumindest in einer Ferienzeitung. Nur, das was wir vorfinden, sind vertrocknete, verblühte Büsche und die Wildblumen müssen wir suchen. Wir geben uns aber mit ein paar Kangaroo Paws zufrieden und verlassen daher nach kurzer Zeit das Center wieder. Wir fahren durch Kalbarri durch, um noch einige Lookouts an der Küste zu besuchen. An der Küste gibt es Häuser und Villen, dass wir nur so schaun. Aufgrund des angenehmen Klimas rund ums Jahr und der Nähe zu Perth haben sich viele Menschen hier ihren Zweitwohnsitz zugelegt. Das würde uns auch gefallen! Erster Lookout ist der sogenannte Red Bluff. Cliffs of Beauty and Tragedy – das mussten viele Seefahrer feststellen. Das berühmteste hier gesunkene Schiff war die Zuytdorp aus Holland mit 200 Mann Besatzung. Wir können Gott sei Dank nur die Beauty genießen – abgesehen von den Fliegen! Dramatische rote Felsen werden von hohen Wellen attackiert, dass es nur so zischt. Wir haben einen weiten Ausblick über die Küste und das im schönen Abendlicht. Was wünscht man sich mehr? Wir fahren gerade in eine andere Stichstraße zu einem Aussichtspunkt, als wir drei Riesenkängurus im Gebüsch sitzen sehen. Als wir anhalten, um sie zu fotografieren, werden wir von ihnen beobachtet. Ein paar Hüpfer und dann richten sie sich wieder auf. Was machen die Menschen da bloß? Wir tun nichts, sondern fahren weiter zu den Aussichtspunkten. Der Wind tost uns um die Ohren, aber der Blick von dort oben ist einfach super. Das Meer peitscht weiß wie Milch an die Küste und das sieht echt spektakulär aus. Mittlerweile ist es schon nach 18:00 Uhr geworden und wir sind langsam geschafft. Außerdem macht sich Hungergefühl breit. Deshalb beschließen wir den Tag, fahren zum Campingplatz und genießen noch den Rest des Tages. - [04.10.09 - Monkey Mia, Denham, Shell Beach, Kalbarri National Park](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw/monkey-mia-denham-shell-beach-kalbarri-national-park) - Alpträume aufgrund der Horrorfahrt hatten wir keine, aber schlecht geschlafen haben wir trotzdem. Das schwere Abendessen ist uns beiden ordentlich im Magen gelegen. Dafür klagt heute keiner über die Kreuzschmerzen, die wir seit Wochen wegen der Matratze im Auto, haben. Vielleicht hat uns die Rüttelmassage gestern gut getan. Sobald, wie noch nie, brechen wir um 07:15 Uhr auf und fahren nach Monkey Mia. Wir bezahlen die A$ 8,-- pro Person Obolus, stapfen am Visitor Center vorbei und stellen uns mit vielen anderen Touristen in einer Reihe Knietief ins Meer. Zwei Rangerinnen sind schon da und erzählen über ein Mikro alles Wissenswerte über die Delfine, die allmorgendlich an den Strand kommen. In den frühen 1960er Jahren folgten Delfine einem Fischerboot bis an den Strand und dort wurden sie von einer Urlauberin gefüttert. Seitdem kommen einige in der Shark Bay lebenden Bottlenoose Delfine jeden Vormittag, um sich füttern zu lassen. Es dauert nicht lange, da kommen sie von allen Seiten herangeschwommen. Sie streicheln den Rangerinnen um die Beine und dann dürfen einige Touristen die Tiere füttern. Das Spektakel ist so schön anzusehen, dass die Fotokameras nur so klicken. Wir fahren wieder nach Denham zurück, um uns die St. Andrews Church anzusehen. Die kleine Einraumkirche wurde 1954 komplett aus Muschelblöcken erbaut. Leider können wir nicht ins Innere, da gerade eine Messe abgehalten wird. Da aber die Tür offen ist, können wir ein wenig hinein gucken und sehen, dass der Weihwasserkessel eine große Muschel ist. Echt entzückend diese Kirche, die mitten im Wohngebiet liegt und kaum auffällt. Einen kurzen Abstecher machen wir zur Eagle Bluff Aussichtsterrasse, die oberhalb der Klippen angebracht ist. Auf Schautafeln erfährt man, dass das hier wachsende Seegras das größte Vorkommen der Welt ist und daher Seekühe da leben können. Die Shark Bay ist dafür unter anderem 2008 zur World Heritage Area erklärt worden. Seekühe, Haie oder Rochen, die man mit viel Glück erspähen kann, tauchen heute nicht auf. Von der Plattform sehen wir gut auf die beiden Eagle Islands hinüber, wo heute Vogelkolonien leben. Kormorane oder Rock Parrots brüten dort. Im 19. Jhdt. kamen sogar Schiffe aus Europa, um birds droppings - auf Deutsch: Vogelscheiße – abzubauen. Es enthält sehr viel Phosphat und wurde als Düngemittel verwendet. Auch auf die Salzhügel der Minen können wir hinübersehen. Unseren nächsten Halt machen wir auf dem Shell Beach. Ein 120 km langer schneeweißer Strand, der nur aus kleinen Muscheln besteht und das fünf Meter tief aufgeschichtet. Bis heute rätseln Wissenschaftler über die massive Anhäufung und das schnelle Wachstum. Die sogenannten cardid cockles leben in diesem Salzwasser und wenn sie absterben, werden sie an den Strand geschwemmt. Unser Staunen wird jäh beendet, als eine Horde Japaner den Strand in Beschlag nimmt. Sowohl akustisch, als auch schauspielerisch, denn bei jedem Foto wird geschrien und gesprungen. Die sind echt a bissl narrisch! Wir setzen uns erst mal in die „Muschelsandkiste“ und spielen ein wenig. Leider haben wir unser Küberl und´s Schauferl zu Hause vergessen. Auf dem Weg Richtung Hamelin erleben wir ein Naturphänomen. Ein von einem Flugzeug erzeugter Kondensstreifen bleibt fast eine dreiviertel Stunde am Himmel! Dann biegen wir wieder in den North West Coastal Highway ein und fahren Richtung Süden. Hier wird der Frühling so richtig sichtbar, denn die Büsche blühen und auch die rote Erde am Straßenrand ist voll mit Blumen in allen Farben. Da jubelt meine Gärtnerseele und wir müssen mehrmals anhalten, um die verschiedenen Blüten zu fotografieren. Wunderschöne gelbe Banksia, weiße Grevillas und viele andere, die wir dem Namen nach nicht kennen. Auf einer Tafel, schon weit vor dem Nationalpark, ist zu lesen: Kalbarri – you´ll love it. Und das weiß ich schon, bevor wir überhaupt noch hinein gefahren sind. Allein die Flora hat mich schon in ihren Bann gezogen. Ein Blütenmeer präsentiert sich auf allen Seiten und wir freuen uns schon auf das, was noch kommt. Wir steigen kaum aus dem Auto, da stürzen hundert Fliegen auf uns los, dass wir uns nicht wehren können. Am liebsten fliegen sie in die Ohren und Nasenlöcher. Wir sprühen uns mehrmals mit dem Insektenmittel ein, aber das hält nicht lange oder diese Mistviecher sind schon so abgestumpft. Die vermiesen uns echt die Freude an der schönen Natur. Trotzdem spazieren wir zum ersten Aussichtspunkt, dem Hawks Head. Von da hat man einen schönen Blick auf einen kurzen Abschnitt des 700 km langen Murchison River, der von rot-weiß gestreiftem Sandstein dramatisch flankiert wird. Vom Ross Graham Lookout sieht man, wie der Fluss eine Schleife zieht. Wir steigen auch den kurzen Weg hinunter bis zum Flussbett. Auf dem Weg dorthin können wir zwei kleine Echsen beim Spielen zusehen. Süß, die kleinen Dinger und man kann gut sehen, wie ihre Augen sich bewegen. Im Fluss ist derzeit nicht sehr viel Wasser, deshalb liegen viele Steine im Trockenen. Jeder für sich ist ein richtiges Kunstwerk aus Farben und Muster, wie man sie nicht schöner meißeln könnte. Die Suche nach einem Campingplatz ist heute nicht sehr einfach, weil sie sehr ausgebucht sind. Wir haben nicht gewusst, dass hier die Schulferien begonnen haben. Mal sehen, wie es uns die nächsten Tage noch geht. - [03.10.09 - Francois Peron National Park](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw/francois-peron-national-park) - Auf den Weg nach Denham fahren wir laut Navigator fast ständig im Wasser und wir möchten nicht wissen, wie es hier in der Regenzeit wirklich aussieht. Auf beiden Seiten der Straße kommen laufend ausgetrocknete Salzseen. Es ist sehr wenig Verkehr und deshalb erreichen wir sehr schnell die einstige Perlenfischerstadt Denham. Dort checken wir am Campingplatz ein und dann machen wir uns gleich auf den Weg in den acht Kilometer entfernten Francois Peron National Park. Der Park nimmt die gesamte Nordhälfte der Halbinsel ein und wurde seit 1880 als Schaffarm genutzt. 1990 kaufte die Regierung das Land und deklarierte es als Nationalpark. Nach einigen Kilometern erreichen wir das Peron Homestead, wo das Leben der Farmer und die Landschaft der Halbinsel dokumentiert werden. Hinter dem Gebäude befindet sich ein natürlich heißes Sprudelbad, das wir uns aber für später aufheben. Wir reduzieren mit Hilfe eines netten Australiers – aus Sydney - bei unseren Autoreifen den Druck und dann ab ins Abenteuer. Dass es wirklich ein solches werden wird, das haben wir zu diesem Zeitpunkt Gott sei Dank noch nicht gewusst. Der erste Teil der Piste ist weicher Sand und wir versuchen schön in den vorgefahrenen Rillen zu bleiben. Das klappt auch wunderbar. Hin und wieder fahren wir wie auf Wellblech und dann kommt wieder der Pudding. Es ist eine einspurige Piste und alle paar hundert Meter kommen Ausweichstellen. An beiden Seiten wachsen halbhohe grüne Hecken und Wildblumen. Nach etwa neun Kilometern erreichen wir die Big Lagoon, eine azurblaue Oase. Hier packen wir unsere Mittagsjause aus und genießen die Ruhe, denn es sind nur sehr wenig Menschen da. Wir driften die Strecke wieder zurück und biegen dann auf die Hauptroute Richtung Cape Peron. Dieser Weg ist etwas breiter und anfangs ganz gut befahrbar. Doch ab etwa halber Strecke kommt es dann dick. Wir müssen ausgetrocknete Salzseen umrunden, der Untergrund ist steinhart und übersät mit Schlaglöchern, dass wir oft nicht wissen, wohin wir ausweichen sollen. Zeitweise führen mehrere Wege durch, sodass wir uns aussuchen können, fahren wir durch diese Schlaglöcher, oder doch durch die anderen? Dann kommt wieder normale Fahrstrecke. Kaum ist der erste Schock verdaut, kommt nochmal so ein See. Aber all das ist harmlos gegen das, was jetzt kommt – nämlich soft sands! Und kaum zu glauben, aber auch den gibt es mit Schlaglöchern und Wellblechpiste. Immer wieder schleicht ein Goanna quer über den Weg, aber für die haben wir kaum einen Blick, weil die Augen nur auf die Piste starren. Nach einer Stunde und zehn Minuten erreichen wir den Parkplatz und sind echt erstaunt, dass da so viele Autos stehen. Mit unseren Kameras bewaffnet stapfen wir durch den Sand Richtung Meer. Was wir da vorfinden, entschädigt für alle Strapazen, die wir bis hierher gehabt haben. Denn das ist das Paradies! Es ist kaum zu beschreiben, wie schön es hier ist. Rote Sandsteine, die mit bunten Wildblumen bewachsen sind, weißer Sandstrand, türkises Meer und azurblauer Himmel. Das kristallklare Wasser sprudelt an die Küste und Möwen kreisen am Himmel. Während wir fassungslos dastehen ruft ein Fischer neben uns, dass in Küstennähe ein Dugong im Wasser schwimmt. Kurz orientiert und dann erblicken wir ihn auch. Wir schlendern im Wasser die Küste entlang und kosten die Stimmung hier voll aus. Eine leichte Brise umschmeichelt unsere Körper und wir sind einfach glücklich. Wir verschwenden keinen Gedanken, dass uns ja der Rückweg noch bevor steht. Schweren Herzens verlassen wir diesen Ort und kämpfen uns wieder durch die Sand- und Salzpiste. Einmal werden wir abrupt aus unserem Tunnelblick heraus gerissen, als plötzlich ein Busch neben uns zu laufen beginnt und auf uns zukommt. Nein Blödsinn, das sind zwei Emus, die getarnt durch ihre Federn nur schwer auszumachen sind. Wir brauchen wieder etwa die gleiche Zeit für den Rückweg und der erste Weg führt uns zur Tankstelle, um die Reifen und den Tank wieder zu befüllen. Als Belohnung für diese wilde Fahrt, wird heute nicht gekocht, sondern ausgegangen und gut gespeist. - [02.10.09 - Carnavon - Fahrt bis zum Hamelin Pool](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw/carnavon-fahrt-bis-zum-hamelin-pool) - Es war gut, dass wir uns gestern Abend entschlossen haben, nicht mehr in der Dunkelheit zu fahren, denn das Ergebnis sieht man heute. Neben und auf der Fahrbahn Richtung Carnavon liegen alle paar hundert Meter tote Kängurus. Raben und Raubvögel sitzen auf dem Aas und bevölkern so die Straße. Deshalb müssen wir auch heute immer wieder bremsen, um nicht zusätzlich die Vögel abzuschießen. Schnell ist Carnavon erreicht und schon von weitem ist der sogenannte Big Dish zu sehen. Das ist eine riesige Satelittenschüssel, die 1964 als NASA Tracking Station gebaut wurde. 1969 war zur Durchführung der Apollo-Missionen auf der Erde ein umfangreiches Kontrollnetz angelegt worden, um das Kontrollzentrum in Houston zu den Raumfahrzeugen permanent zu verbinden. Später wurde sie als erste Station des australischen Satelittenfernsehens genutzt und 1987 schließlich stillgelegt. Heute dient der Komplex nur noch als Aussichtsstation und von dort hat man eine gute Sicht auf die Obstplantagen. Mehr als 180 Plantagen (Bananen, Mangos, Ananas,…) gibt es in Carnavon und sie decken zum Beispiel 80 % des Bedarfs an Bananen in ganz Westaustralien. Der Highway Nr. 1 führt direkt an Plantagen vorbei ins Zentrum der Stadt. Das ist auch unser erstes Ziel, denn wir müssen unsere Vorräte nochmal auffüllen und auch unserem Auto Futter geben. Die Stadt ist großzügig angelegt, viele Bougainvilleas in allen Farben und die orangeroten Tulpenbäume geben ihr noch schöne Farbtupfer. Die Luft ist hier um einiges kühler als im Norden und die Vegetation dadurch noch grüner. Man merkt, dass hier noch eher Frühling, als Sommer ist. Das stört uns aber nicht, denn wir hatten eh jetzt mehr als zwei Wochen Sauna! Beim Verlassen der Stadt klettern wir zum Abschluss noch die Aussichtsplattform des Big Dishes hoch und genießen die Aussicht auf die Stadt und die Plantagen. Entlang des Highways ist die das ist echt mal eine nette Abwechslung auf der schnurgeraden Straße in den Süden. Next Stop Hamelin Pool. Wir checken am Campingplatz ein und schlendern dann gleich los zu den berühmten Stromatoliten. Das sind Kalksteine, die durch einzellige Cyanobakterien gebildet werden. Auf dem Weg dorthin kommen wir noch am „Muschelsteinbruch“ vorbei, wo zum Bau von Gebäuden mit Handsägen Quadersteine herausgeschnitten wurden. Vor über 6.000 Jahren schwemmte der Regen von den dort befindlichen Muscheln Calciumcarbonat heraus. Das bildete ein weißes Kristall, das wiederum die Bindung zwischen den Muscheln herstellte. So erhielt man festes Material, das z.B. für den Bau der Kirche in Denham verwendet wurde. Heute werden diese Muschelbausteine nur noch für Renovierungen verwendet. Schautafeln informieren darüber und auch einiges über die Stromatoliten, die wir inzwischen erreichen. Sie wachsen entlang der Küste normalerweise bis zum höchsten Punkt der Flut und sind sehr zerbrechlich. Der Zugang zum Hamelin Pool ist durch eine Sandbank begrenzt und verringert dadurch die Menge des eindringenden Frischwassers bei Flut. Der Salzgehalt steigt durch die Luftverdunstung und in diesen Bedingungen können nur sehr wenige Lebewesen überleben. 1954 entdeckte ein Geologe diese in Hamelin, die es schon vor 3,5 Billionen Jahren gegeben hat und am Aufbau der Erdatmosphäre beteiligt waren. Es kann bis zu 30 Jahre dauern, bis 1 cm gewachsen ist. Entlang eines 200 m langen Holzsteges kann man tote und auch lebende Stromatoliten bestaunen. Wir finden das alles hochinteressant und toll zum Ansehen, zumal das Abendlicht eine hervorragende Beleuchtung abgibt. Wieder am Campingplatz zurück, machen wir es uns noch gemütlich und planen die nächsten beiden Tage hier. - [01.10.09 - Cape Range Nationalpark](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw/cape-range-nationalpark-tag2) - Zweiter Tag, zweiter Versuch! Es ist heute wieder sehr stürmisch, aber die Wolkendecke ist nicht so dicht, wie gestern. Auf der Fahrt bis ans Ende des Nationalparks begegnen uns viele Emus und Wallaroos. Während die Emus stolz herum stapfen, hocken die Wallaroos hinter den Büschen oder großen Steinen, um ein wenig Schutz vor der Sonne zu finden. Aufgeschreckt durch die Autos hüpfen sie dann aber davon. Am Yardie Creek machen wir heute wieder eine Bootsfahrt. Der ganzjährig wasserführende Fluss befindet sich auf Meereshöhe und wird durch das angrenzende Meer, das nur durch eine Sandbank getrennt ist, ständig gespeist. So kommt es zu einer ständigen Vermischung von Süß- und Salzwasser. 1991, als der Cyclone übers Land zog, hat es so viel geregnet, dass die Sandbank drei Jahre überschwemmt und so der Creek mit dem Meer direkt verbunden war. Entlang der Wasserlinie können hier die Mangroven wunderbar gedeihen. Außerdem ist das Gestein übersät mit Austernschalen. Viele Wasservögel, wie der Fischadler oder der Riffreiher, bevölkern den Creek und auch Krabben bekommen wir zu sehen. Etwa in der Mitte der Gorge erzählt uns dann der Guide, dass in den Höhlen Schwarzfußfelsen-Kängurus leben und es dauert nicht lange, da erblicken wir auch schon einige. Sie sind perfekte Kletterer, deshalb können sie sich in den Felswänden aufhalten. Diese Kängurus sind schon sehr selten und es gibt sie nur noch an drei Plätzen. Auf der Rückfahrt wird und uns noch eine Stelle gezeigt, wo schon mehrmals Lizzards gesichtet wurden. Die dürften sich aber schon aus dem Staub gemacht haben oder sie hatten keine Lust, Modell zu stehen. Bevor wir wieder ans andere Ende des Nationalparks fahren, machen wir noch einen kleinen Walk oberhalb der Gorge mit gutem Blick hinein. Der Wind hat sich mittlerweile beruhigt, es ist keine Wolke mehr am Himmel zu sehen und es ist wärmer geworden. Da kommt uns der gleiche Gedanke: wir fahren nochmal zur Turquoise Bay und sehen mal nach, was sich da so tut. Und wir werden überrascht, denn wir müssen sogar etwas warten, bis ein Parkplatz frei wird. Der Strand wird bevölkert mit einer Menge von Leuten und es sind mindestens genauso viele im Wasser. Also schnell zurück zum Auto, hinein in die Badeklamotten und dann geht’s auch schon los. Die ersten Schritte ins Wasser sind schon etwas frisch, aber wenn man mal drin ist, dann ist es wunderbar. Anfangs haben wir etwas Probleme, wie der Schnorchel richtig aufgesetzt gehört, aber dann läuft alles wie geschmiert. Wie in einem riesigen Aquarium schwimmen Fische, einer prächtiger, als der andere. Sie haben sich mittlerweile an die Touristen gewöhnt, denn sie schwimmen nicht weg, sondern um uns herum. Nemo können wir aber leider nicht finden. Auch die Korallenbänke sind sehr schön, nur leider sehr viele auch schon zerstört. Die Strömung ist hier so stark, dass es uns wieder zurück zu unserem Strandplatzerl getrieben hat. Als uns dann zu frieren beginnt, verlassen wir das schöne türkise Meer und wärmen uns in der Sonne etwas. Dann müssen wir uns eh auf dem Weg Richtung Exmouth machen. Es ist viel los on the road, denn wir müssen sie mit den Emus und Wallaroos teilen. Immer wieder bevölkern sie die Straße und als wir durch Exmouth durchfahren, kommen auch wieder die Schafe dazu. Trotzdem schaffen wir die Strecke bis Coral Bay ganz gut. Nur das Thema Campingplatz ist nicht zu lösen, denn es ist alles restlos ausgebucht. Im Backpackers hätten wir noch in einem Zehnbett-Zimmer übernachten können und das wollen wir aber dann doch nicht. Deshalb fahren wir weiter und bekommen als Wiedergutmachung einen traumhaft schönen Sonnenuntergang zu sehen. Dunkelorange leuchtet die Sonne beim Versinken und rosa ist der Himmel auf der anderen Straßenseite - ein Wahnsinn! Etwa 40 Kilometer vor Minilya überqueren wir die Grenze zwischen dem gemäßigten Klima im Süden und den Tropen am Wendekreis des Steinbocks. Weil das Fahren in der Dunkelheit sehr anstrengt und wir schon für acht Kängurus bremsen müssen, beschließen wir die Nacht auf einem 24-Stunden-Rastplatz zu verbringen. Bis zum nächsten Roadhouse wären es noch gute dreißig Kilometer und das ist uns einfach zu viel. - [30.09.09 - Cape Range Nationalpark](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw/cape-range-nationalpark-tag1) - Es kommt oft anders, als man denkt. Wir wollten nach der Hitze und den Anstrengungen im Norden hier zwei Tage relaxen. Am Strand faulenzen, dazwischen ein wenig schnorcheln und einfach in den Tag hinein leben. Doch das Wetter spielt dabei überhaupt nicht mit. Schon in den Morgenstunden hat es wieder zu stürmen begonnen und frühstücken müssen wir leider wieder im Auto, denn auf den Crunch des Sandes wollen wir verzichten. Wir brechen daher spät auf und statten als erstes dem Vlamingh Lighthouse einen Besuch ab. Es wurde am Nord West Cape 1912 erbaut und von dort hat man einen weiten Ausblick auf die Buchten und eine beeindruckende Antennenanlage. Wenn wir jetzt Flügerl hätten, wäre es nicht schwierig einfach abzuheben. Es bläst hier oben, dass wir uns gegen den Wind lehnen müssen. Also nichts wie weg. Unseren nächsten Halt machen wir beim Jurabi Costal Park. Die Wolkendecke am Himmel wird immer dichter und dunkler und wir verschwenden keinen Gedanken, ins Wasser zu gehen. Lediglich bis zu den Knien waten wir hinein. Der Herr Kneipp hätte seine Freude daran gehabt – es ist saukalt und höchstens für den Kreislauf gut. Dann besuchen wir das Milyering Visitor Center, wo es allerhand Informationen und Ausstellungsgegenstände über den Cape Range Nationalpark gibt. Wir buchen hier auch eine Bootsfahrt für morgen in der Yardie Gorge. Anschließend checken wir im Yardie Homestead Caravan Park ein und überlegen, wie wir weitermachen. Entlang der Küste kann man immer wieder zu Stränden zufahren und wir sehen uns einen nach dem anderen an. Mittlerweile ist es Mittag geworden und wir machen es uns in einer Bucht hinter dem Auto – als Windfang – gemütlich. Dabei können wir Wallaroos beobachten, wie sie hinter den Büschen grasen. Bevor wir aber noch unsere Kameras geholt haben, hüpfen sie mit ihrem Kleinen schon davon. Nicht so tragisch, denn wir sehen im Laufe des Tages noch viele davon. Auf den Fahrten zu den Buchten erblicken wir auch Emus, mit ihren Jungen. Zur High Tide finden wir uns am Turquoise Beach ein und schaun mal, ob´s zum Schnorcheln wird. Die Wolkendecke hat sich ein wenig gelichtet und die Sonne gräbt sich langsam durch. Doch für das snorkelling ist es eindeutig zu kalt. Es sind zwar ein paar ganz Hartgesottene im Wasser, aber der Großteil der Menschen steht vermummt in dicke Jacken ratlos am Beach und sieht auf die mächtigen Wellen, die herein stürzen. Wir fahren weiter zu den Oyster Stacks, denn auch hier kann man angeblich schnorcheln. Doch auch da packen wir unsere Ausrüstung nicht aus. Zwei Schweizer Jungs, die gerade aus dem Wasser stapfen, erzählen uns, dass zwar sehr viele Fischerl und schöne Korallen zu sehen sind, aber die Strömung sehr stark ist, dass sie sich beide schon die Knie an den Korallen aufgeschunden haben. Um nicht den gesamten Tag tatenlos zu sein, fahren wir ein Stück weiter und unternehmen in der Mandu Mandu Gorge eine Wanderung. Laut Infotafel ist die Strecke drei Kilometer lang und es werden zwei Stunden dafür vorgeschlagen – Schwierigkeitsstufe: 4. Etwa die halbe Distanz jongliert man im Flussbett auf groben Schotter und dann beginnt die Bergwertung. Es geht bis fast zum Ausgangpunkt immer wieder up and down und das ganz schön wild. Der Wind trägt auch seinen Teil dazu bei, dass es zeitweise ein wenig zum fürchten wird. Doch von oben haben wir einen tollen Blick in die Schlucht hinein und weit ins Meer hinaus. In den Gesteinslücken wächst das australische Edelweiß, nämlich die niedrige Art der Mulla Mulla. Nach gut einer Stunde sind wir wieder beim Auto angelangt. Wir beschließen, dass es für heute genug ist und fahren zum Campingplatz zurück. - [29.09.09 - Tom Price - Fahrt bis Exmouth](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw/tom-price-fahrt-bis-exmouth) - Heute sind es die grau-rosa Galahs und die weißen Nacktaugenkakadus, die uns wecken. Direkt über uns ist eine Stromleitung und da gibt es Machtkämpfe, wer wo sitzen darf. Als wir beim Frühstück sitzen, versuchen wir heraus zu finden, was dahinter steckt. Man sitzt immer zu zweit und die beiden Nacktaugenkakadus sitzen am Mast direkt beim Licht. Man kann nämlich in das silberne vom Licht hinein sehen und da sieht man das Spiegelbild. Fliegt mal der zweit von dem Pärchen davon, muss der andere natürlich nach. Und schon ist der Platz frei für die Galahs, natürlich auch zu zweit. Da wird kokettiert und geschmust – bis wieder die weißen Kakadus anrücken. Ein ordentliches Gekreische reicht dann, um die andern zu verscheuchen. Die sind aber mutig und pirschen sich von der anderen Seite heran und vollführen Kunststücke, zum Beispiel mit dem Schnabel in die Stromleitung einhängen und sich dann wie im Zirkus auf einem Trapez herum drehen. Das ganze Schauspiel wird von den Nacktaugenkakadus beobachtet. Also werden kurzerhand die Galahs verscheucht und dann probieren sie das gleiche auch aus. Und siehe da, es gelingt. Wir beobachten das Spektakel lange und amüsieren uns köstlich dabei. Leider müssen wir dann aufbrechen. Bei der Ausfahrt des Campingplatzes erspähe ich dann noch eine wunderschöne Sturts Desert Pie, das ist eine niedrige, rote Blume. Stolz ragen ihre Blüten der Sonne entgegen und der Wind schupft sie sanft hin und her. Unser erstes Ziel ist der nur wenige Kilometer entfernte Mount Nameless, der mit 1.128 m der höchste Berg Westaustraliens ist. Die Anfahrt führt über eine unsealed Straße, die noch so halbwegs befahrbar ist. Was dann aber kommt, das übersteigt alles bisher da gewesene. Eine drei Kilometer lange wildeste Schotterpiste mit Geröll, Schlaglöchern und Seitenhängen schlängelt sich in Kurven steil den Berg hinauf. Die Plagerei wird aber belohnt mit einer grandiosen Aussicht über die Hamersley Ranges und die Mine, wo Eisenerz abgebaut wird. Es ist schon ein Wahnsinnsgefühl, da oben zu stehen, weit und breit kein Mensch und alles liegt dir zu Füssen. Es ist hier schön zu sehen, dass das Sandgestein, wie Oblaten hauchdünn übereinander geschichtet ist. Die Natur bringt schon Werke zustande, dass man immer wieder nur staunen kann. Wir sind gut wieder den Berg hinunter gekommen und fahren ins Zentrum von Tom Price. Auf einem Parkplatz kurz vor dem Ort hat man einen ausrangierten Minentrucker aufgestellt. Das ist vielleicht ein Monster, da ist unser Auto – das ja auch nicht gerade klein ist – wie eine Ameise. Im Ort erledigen wir dann unsere Post, die Einkäufe und statten dem Tourist Office einen Besuch ab. Zum Schluss genehmigen wir uns noch Fish & Chips, tanken das Auto nochmal auf und dann geht es ab on the road. Das Fahren erweist sich als sehr mühsam, da es heute sehr windig ist. Der Himmel ist übersät mit Schäfchenwolken und es weht eine kühle Brise. Der erste Teil der Fahrtstrecke ist sehr schön anzusehen, da viele Wildblumen, vor allem die fliederfarbenen Mulla Mulla am Straßenrand wachsen und im Wind hin und her schaukeln. Nach etwa 20 Kilometer endet die asphaltierte Straße und wir stehen vor einer Piste. Jetzt sind wir aber ordentlich überrascht, denn damit haben wir nicht gerechnet. Mehr als 60 Kilometer müssen wir auf dieser Straße dahin radeln, die teilweise eine ordentliche Hochschaubahn oder Sprungschanze abgibt. Dann ist sie so plötzlich wieder asphaltiert, als wäre sie nie anders gewesen. Gestern haben wir am Campingplatz so gut es ging den Staub entfernt, denn bis ins Bett ist schon alles rot gefärbt! Alles umsonst! Nach einigen kurzen Pausen kommen wir gut voran. Doch bei Nanutarra artet der Wind dann schon in einen ordentlichen Wüstensturm aus. Wir müssen unser Auto nachtanken und da heißt es Staub „fressen“ und die Augen zumachen. Die ganze Fahrt über – wie auch schon die Wochen davor – werden unsere Fahrten begleitet von den sogenannten Birds of Prey. Zuhause freuen wir uns, wenn wir, wenn auch selten, einen Raubvogel am Himmel erspähen und hier sieht man sie überall kreisen. Besonders da, wo tote Tiere liegen und die gibt es natürlich am Straßenrand zur Genüge. Kurz nach der Abzweigung bei Winning Richtung Exmouth beginnt eine große Schafherde und die lieben Tierchen meinen, auch auf der Straße etwas Gras zu finden. Mehrmals müssen wir abbremsen, weil gerade die Kleinen der Mama über die Straße nachlaufen. Etwas Witziges haben wir heute auch mehrmals gesehen, nämlich Light Aircraft Landing Strips. Das sind auf dem Highway gekennzeichnete Abschnitte, die für die Flugzeuge der Flying Doctors dienen. Das muss man sich mal vorstellen, da fährst mit dem Auto so dahin und plötzlich kommt dir ein Flugzeug entgegen! Gegen 18:30 Uhr erreichen wir den Lighthouse Caravan Park und wir schaffen es kaum, die Autotür aufzuhalten, weil es hier so stürmt. Als erstes packen wir mal Jacken und lange Hosen aus und gegessen wird heute im „Haus“. - [28.09.09 - Karijini Nationalpark](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw/karijini-nationalpark) - Galahs, die direkt über uns auf dem Baum im Geäst ihre Liebesspiele vollbringen, reißen uns aus dem Schlaf. Sie lassen sich auch nicht dabei stören, als wir dann beim Frühstück draußen sitzen. Schnell haben wir wieder alles gepackt und verstaut und die Fahrtstrecke bis zum Osteingang des Karijini Nationalparks auch geschafft. Es ist der zweitgrößte Nationalpark Westaustraliens und das Juwel der Pilbara. Das tiefrote Gestein ist bedeckt mit Spinifexgras und verstreuten Eukalyptusbäumen. Außerdem finden wir hier noch viele Wildblumen, die ihre Pracht zeigen. Das Farbenspiel der weißen Smokebushes, den gelben Akazien bis hin zu den fliederfarbigen Mulla Mulla harmoniert mit dem vertrockneten Spinifexgras und den silber leuchtenden Eukalypten wunderbar. Nach dem Besuch im Visitor Center fahren wir in die Dales Gorge. Beim Circular Pool Lookout beobachten wir eine Weile zwei Spinifex Pigeon beim Balzen. Das Weichen scheint aber irgendwie nicht richtig interessiert zu sein und hopst immer wieder davon. Das Männchen brav hinterher, so wie es sich gehört. Dann widmen wir uns wieder der prächtigen Umgebung und der tollen Aussicht. Von hier hat man einen schönen Rundumblick in die Schlucht hinein und auf den unten liegenden Pool. Der sieht toll aus, aber man sieht schon von oben, dass er bedeckt ist mit einer Ölschicht von den Sonnencremes. Also geht es weiter zu den Fortescue Falls. Am Parkplatz sind wir leicht schockiert, weil der voll ist, dass kaum ein freier Platz zu finden ist. Da müssen Massen von Menschen am Wasserfall sein. Die Sicht von oben ist wieder ein Wahnsinn. Das Wasser fällt über mehrere Stufen 25 Meter in die Tiefe. Der Abstieg bis an den Pool ist schnell geschafft und halb so wild. Und es sind gar nicht so viele Touristen da, als vermutet. Kristallklares Wasser und darin schwimmen, unbeirrt von den Menschen, eine Menge kleiner Fischerl. Wir machen es uns auf einer Naturstufe bequem und genießen die Natur, das beruhigende Plätschern des Wassers und die „kühle“ Brise im Schatten. Das bunte Treiben nimmt aber rasant zu und wir packen langsam wieder unsere Kameras ein und machen uns auf den Weg nach oben. Wir fahren erst mal zurück zur Picknick Area und packen unsere Jause aus. Danach gibt´s noch einen Iced Coffe – ist mittlerweile unser Urlaubsgetränk geworden, den wir im 2-Liter-Kanister kaufen. Wir lassen uns das angenehme Lüftchen um die Ohren wehen und tanken Kraft für das, was danach kommt. Unser nächstes Ziel ist die Kalamina Schlucht, die aber über eine unsealed road zu erreichen ist. Und diese Piste versuche ich auch mal zu fahren. Ich hätt´s nicht geglaubt, aber das ist ja wirklich lustig. Man muss die richtige Geschwindigkeit finden, damit man über das Wellblech drüber rutscht. Der Gegenverkehr ist eh an der Staubwolke schon zu sehen. Die Kalamina Gorge ist nicht so spektakulär, wie die anderen, aber es führt nur ein kurzer Weg zum Wasserfall. Auch hier könnte man schwimmen gehen, aber wir haben noch so einiges vor uns. Der Lookout in die Knox Gorge ist echt spektakulär und um das schöne Nachmittagslicht zu nutzen, steigen wir bis in die Gorge hinunter. Und das ist eine Herausforderung, denn von einem Weg ist hier keine Rede. Eine wilde Geröllpiste führt bis an den Grund der Gorge und dann geht es erst richtig los. Anfangs führt der Weg durch wildes Gestrüpp, und nach und nach kommen Kletterpartien, die für Gämsen leichter gewesen wären. Dazwischen müssen wir Balanceakte auf Steinen im Wasser vollbringen, an überhängenden Felsvorsprüngen vorbei klettern und als dann der Abschnitt kommt, wo es heißt swin, ist es genug. Wir kehren um und kämpfen uns wieder hinauf bis zum Parkplatz. Zeitlich hätten wir die Gorge auf keinen Fall mehr geschafft und die untergehende Sonne taucht die Schlucht auch bereits voll in den Schatten. Also beschließen wir zum Abschluss noch zum Oxer und Junction Pool Lookout zu fahren, wo vier Schluchten aufeinander treffen. Die Abendsonne taucht das rote Gestein in ein tolles Licht und das Spinifex bildet einen guten Kontrast dazu. Über hundert Meter geht es hinunter und wir können uns gar nicht vorstellen, was da los ist, wenn Wasser durch die Schluchten schießt. Es ist ein schöner, aber heißer Tag gewesen und völlig durchgeschwitzt fahren wir noch bis Tom Price, wo wir es uns im Tourist Park gemütlich machen. - [27.09.09 - Fahrt über Port Hedland nach Munjina](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw/fahrt-uber-port-hedland-nach-munjina) - Wir sind nun zwei Wochen in diesem tollen Land und werden jeden Morgen vom Gezwitscher der Vögel geweckt, aber trotzdem können wir uns nicht daran gewöhnen. Die verschiedenen Gesänge sind wunderschön, aber sie beginnen damit, schon bevor die Sonne ihre ersten Sonnenstrahlen schickt. Es ist heute etwas stormy und wie immer sehr heiß, aber das soll uns heute nicht stören, denn wir haben eine große Fahrtstrecke vor uns. Unter Lachen und Scherzen ist sehr viel Zeit vergangen und wir rücken erst um 10:00 Uhr aus. Die Landschaft der ersten 50 km ist sehr karg und trotzdem laufen hier Unmengen von Rindern herum. Was zum Teufel fressen die hier? Weit und breit ist kein grünes Gräschen in Sicht. Schon bedauernswert, die Tiere. Auch diesmal begegnen wir einem Verrückten, der mit dem Fahrrad in der „Wüste“ unterwegs ist. Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt und das kann er noch ungefähr 150 Kilometer tun, denn soweit ist es bis zum nächsten Ort. Ob er dort wohl ankommt? Wir werden es nie erfahren! Die Straße ist kilometerlang fast schnurgerade und da wird das Fahren schon etwas fad. Da heißt es sich etwas zu suchen, um Abwechslung zu schaffen. Daher machen wir bei dem allgemeinen Spiel mit und grüßen auch jeden Fahrer, der uns entgegen kommt. In Westaustralien sind auf den Highways 110 km/h erlaubt und Strafen, die sehr hoch sind, will keiner riskieren. Daher fährt man hier ewig hinter dem gleichen Auto her. Schnell mal dahin oder dorthin zu fahren, das heißt in Australien zwischen 200 und 500 Kilometer zu fahren. Aus diesem Grund gibt es zwischen größeren Orten – mitten in der Pampas - sogenannte Roadhouses, wo man tanken und seine Vorräte auffüllen, auf´s Klo gehen oder auf angeschlossenen Campgrounds übernachten kann. Sonst ist da weit und breit nichts! Schon eine Zeitlang vor Port Hedland wird das Aufkommen der Roadtrains immer mehr und hier fahren sie außerdem schon mit vier Anhängern. Sie machen einen Höllenlärm, der sich wie die Schubumkehr eines Flugzeugs anhört. Unser Auto liegt aber sehr gut auf der Straße, sodass wir nicht das Gefühl haben, als würden sie uns verblasen. Sie helfen den anderen Autofahrern sogar beim Überholen. Das Auskie Roadhouse bei Munjina ist unser heutiges Tagesziel, das wir kurz nach Einbrechen der Dunkelheit erreichen. - [26.09.09 - Broome](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw/broome) - Wir lassen es heute gemütlich angehen und fahren erst mal zum südwestlichen Ende der Stadt, zum Gantheaume Point. Auf Schautafeln gibt es Infos über den dort stehenden Leuchtturm und seinem ehemaligem Wärter, dem Leben im Wasser und der Vegetation. Außerdem wird erwähnt, dass auch dieser Platz eine heilige Stätte der Aborigines ist. Was wir hier vorfinden, kann man mit Worten gar nicht beschreiben. Der Kontrast vom tiefroten Gestein zum türkisblauen Meer und dem angrenzenden weißen Sandstrand ist einfach atemberaubend. Man hat von hier einen tollen Ausblick zum 22 km langen Cable Beach. Bevor wir aber auch dorthin einen Abstecher machen, genießen wir noch etwas diesen wunderschönen Platz. Danach fahren wir ins Town Center, schlendern trotz der 36° durch die Gassen von Chinatown und sehen uns die Sehenswürdigkeiten dieser Stadt an. Die Häuser sind im tropischen Stil mit Wellblechdächern erbaut. Edle Perlenläden wechseln sich mit Shops und Restaurants ab. Wir kommen beim Sun Pictures Kino vorbei, wo man in Liegestühlen unter dem Sternenhimmel sich einen Film ansehen kann. Einige Schritte weiter befinden sich drei lebensgroße Bronzestatuen, die an die Perlentaucher in den frühen Jahren des 20. Jhdt. erinnern. Wir machen es uns im Blooms Licensed Café & Restaurant gemütlich und bestellen lunch. Nach dem dauernden Campingessen schmeckt uns das Chicken Curry und der Salat mit Kürbis, Feta und Spinat ausgezeichnet. Dann schlendern wir die Gassen weiter. Aber Vorsicht, hier heißt es „Pedestrian give way to vehicles“ – da wird man schnell mal überrollt! Wir fahren zum Campingplatz zurück und machen uns zu Fuß auf dem Weg zu Malcolm Douglas Crocodile Park. Der Krokodilschützer wurde berühmt durch viele Dokus im Fernsehen. Seit 1983 betreibt er diesen Park und da der Platz schon zu wenig geworden ist, hat er 16 km außerhalb der Stadt einen weiteren Wildlife Park gegründet. Es gibt hier neben dem Süß- und Salzwasserkrokodilen auch Alligatoren, Kängurus aller Arten und eine Menge Vögel zu bestaunen. Um 15:00 Uhr bekommen wir eine Führung durch den Park, mit Geschichten und Erklärungen und dabei werden die Krokodile gefüttert. Ist schon spannend, die riesigen, gefährlichen Tiere so nahe zu erleben. Der Guide holt zum Schluss noch zwei Krokodilbabies aus den Bettchen, die dann durchgereicht werden. Wenn sie so klein sind, dann sind sie ja richtig süß! Kurz vor 17:00 Uhr verlassen wir den Park und spazieren nur einige hundert Meter weiter zum Cable Beach um uns dort den Sunset anzusehen. Leider ziehen immer mehr Wolken auf und verdecken die Sonne großteils. Trotzdem hinterlässt sie ein schönes Farbenspiel am Himmel. - [25.09.09 - Windjana Nationalpark](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw/windjana-nationalpark) - Es ist noch nicht mal 08:00 Uhr und wir sind mit allem fertig. Das Auto lassen wir noch auf dem Campingplatz stehen, weil der Wanderweg in die Windjana Gorge von hier gleich losgeht. Auf 3,5 km hat sich hier der Lennard River bis zu 100 Meter tief gegraben. Durch die Schlucht führt ein schmaler Wanderweg und gleich beim Einstieg werden wir von unzähligen Nacktaugenkakadus begrüßt. Sie wirbeln über unseren Köpfen hinweg und kreischen wild durcheinander. Im jetzt eher kargen Fluss und auf den Sandbänken tummeln sich Süßwasserkrokodile. Ein wenig mulmig ist uns schon, als wir ein Stück den Sandstrand überqueren müssen. Die Viecher sehen zwar friedlich aus, aber man weiß ja nie. Das Ufer ist gesäumt von hohen Eukalypten und dichtem Buschwerk, sodass wir großteils doch im Schatten gehen können. Es ist trotzdem sehr schwül, weil kein Lüftchen weht und daher kämpfen wir uns mühsam durch. Die Fliegen und Bremsen stürzen sich auf uns und wie wild schlagen wir ständig um uns. Wir sind schon eine Zeitlang unterwegs, als wir ein Gejammer hören, als würden mindestens 30 Babies gleichzeitig raunzen. Da hängen hunderte von Flying Foxes auf den Bäumen und streiten sich um die besten Plätze. Wir beobachten eine Weile das Gerangel, doch dann müssen wir weiter, bevor uns das Ungeziefer auffrisst. Wolfgang:“…diese Viecher mochn mi no wahnsinnig!“ Ich: „Donn muast dir holt mit irgendwos vorm Gsicht Luft zuafächeln.“ Wolfgang: „Mir is so hoaß, i mog nimma!“ Ich: „I siachs scho, es is nimma weit.“ Und dann stapfen wir weiter. Aber irgendwann wird das Dickicht immer mehr und die Wegweiser immer weniger, dann reicht´s auch mir. Nach fast zwei Stunden kehren wir um und kämpfen uns den Weg zurück. Was wir am Beginn der Wanderung fast übersehen hätten, im Sandstein sind Fossilien zu sehen, unter anderen auch einen Teil eines Nautilus. Bevor wir uns auf den Weg machen, waschen wir noch unsere bis zu den Knien verstaubten Füße und dann geht´s die Sandstraße weiter Richtung Derby. Nach einigen Kilometern zweigt die Straße in die Gibb River Road, die abwechselnd asphaltiert und dann doch wieder Piste ist. Sie ist aber schön zu befahren und wir kommen rasch voran. Auf der Piste ist der Gegenverkehr immer gut erkennbar, nämlich, wenn wieder eine Staubwolke aufsteigt. Eintönig wird die Fahrt wahrlich nicht, denn außer Prachtexemplaren von Flaschenbäumen, einer toten, stinkenden Kuh am Straßenrand, begegnen wir einem lebensmüden Radfahrer. Kilometerweit ist hier nicht mal ein Kaff und der Wahnsinnige radelt in der Hitze voll bepackt auf der Piste. In Derby fallen wir wieder bei einem Woolworth ein, um unsere Vorräte aufzufüllen. Unsere Freude ist groß, als dieser auch einen Liquorshop dabei hat. Es ist aufgrund der strengen Alkoholbestimmungen, die 2007 eingeführt wurden, sehr schwer hier nur ein Bier zu kaufen. Wir sind schon regelrecht auf Entzug. Wir machen einen Abstecher zum berühmten Prison Boab Tree, der 7 km außerhalb der Stadt steht. Er ist angeblich über 1.500 Jahre alt und hat einen Durchmesser von 14 Meter. Die Polizisten nutzten den hohlen Stamm als Übernachtungszelle auf dem Weg in Derbys Gefängnis. Der Baum hat heute eine besondere Bedeutung für die hier lebenden Aborigines. Die 180 km lange Straße von Derby nach Broome ist fast schnurgerade und es ist sehr wenig Verkehr. Bloß auf die weidenden Kühe am Straßenrand müssen wir aufpassen. Zu Sonnenuntergang erreichen wir Broome, wo wir den Rest des Tages mit Wäsche waschen und relaxen verbringen. - [24.09.09 - Geike Gorge Nationalpark - Tunnel Creek Gorge](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw/geike-gorge-nationalpark-tunnel-creek-gorge) - Der Fitzroy River hat ein 14 km langes, tiefes Bett in die Geike Range gegraben und die seitlichen Wände sind bis zu 30 Meter hoch. Beeindruckend ist das Farbenspiel der Felswände, die durch das Wasser der jährlichen Überflutung weiß gewaschen wurde. Wir machen hier wieder eine Bootsfahrt mit und bevor wir einsteigen dürfen, bekommen wir noch eine kurze Einweisung wie im Flugzeug. Wahrscheinlich ist die für die Schulklasse, die mit uns fährt. Zu unserem Entsetzten ist das Boot ohne Überdachung, das heißt, wir müssen in der prallen Sonne sitzen. Aber schon nach den ersten Metern sind wir von dieser Tatsache abgelenkt. Aufgrund dessen, dass in dieser Schlucht immer Wasser fließt, haben sich hier viele Wasservögel angesiedelt. Außerdem werden die Sandbänke am Ufer von Süßwasserkrokodilen bevölkert und davon bekommen wir einige zu sehen. In Wassernähe wachsen Frischwassermangroven, Leichhardt Trees und wieder viele Eukalypten. Nach einer Stunde kommen wir gegrillt und durchgebraten wieder am Ufer an und nehmen sofort die Weiterfahrt in Angriff. Wir verlassen die Great Northern Road und nehmen die Piste der Fairfield-Leopold-Range. Wir sind nicht weit gekommen, da landen wir mitten in einer Kuhherde. Moderne Cowboys treiben gerade mit zwei Helikoptern ihr Vieh zusammen. Wir machen nun dabei etwas unfreiwillig mit, denn die Kühe laufen vor uns her, dass es nur so staubt. Von hinten kommen wir, von vorne und seitlich kommen die Hubschrauber. Und die Kühe laufen, als wäre der Teufel hinter ihnen her. Vielleicht sollen wir mal anfragen, ob wir für die Hilfe beim Viehtrieb ein Gratissteak bekommen? Wir durchfahren eine Rinderfarm nach der anderen und es scheint, als gehöre die Straße uns allein. Na und den Kühen natürlich. Plötzlich stehen wir vor einem Wasser oder ist das etwa die Tränke? Die Kühe rundherum starren uns auf jeden Fall an, als hätte man ihnen was gestohlen. Also, nichts wie durch! Wir erreichen den Tunnel Creek Nationalpark, wo ein Bach vor über 350 Millionen Jahren einen 750 Meter langen Tunnel in das Kalkgestein gegraben hat. Der Tunnel kann während der Trockenzeit durchwandert oder besser, durchwatet werden. Am Eingang müssen wir über große, aber sehr schöne rosarote Felsen klettern. Es ist stockdunkel drin und da unsere Taschenlampen zu schwach sind, schließen wir uns einer Gruppe an. Abwechselnd gehen wir auf Sand, dann müssen wir wieder durch seichtes Wasser waten. Die Fische und Frösche lassen sich durch uns nicht beeindrucken, aber wir von ihnen. Etwa in der Mitte des Tunnels ist die Decke eingestürzt, sodass hier Tageslicht herein strömt. Deshalb werden hier die schönen Tropfsteine sichtbar. Von der Decke und den Enden der Tropfsteine hängen unzählige Flying Foxes, die quietschen und sich Luft zufächeln. Dann geht es wieder im Dunkeln weiter. Am Ende des Tunnels eröffnet sich ein grünes Paradies. Am seitlichen Felsen „klebt“ eine Menge Schmetterlinge, einer schöner als der andere. Wir genießen eine Weile diese schöne Stimmung und im Licht der nächsten Gruppe waten wir wieder zum anderen Ende. Das ist echt ein Abenteuer gewesen! Weiter geht es auf der „Wellblechpiste“ bis in den Windjana Nationalpark, wo wir am Campingplatz unser Nachtlager aufschlagen. Übrigens, das ist auch wieder ein etwas wilder Campingplatz. Man muss sich hier selber registrieren und es gibt hier zwar Duschen, aber keinen Strom. Aber das kennen wir ja mittlerweile alles schon. - [23.09.09 - Bungle Bungle](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw/bungle-bungle-tag2) - Das Gezwitscher der Vögel weckt uns und bevor die Hitze wieder unerträglich wird, packen wir zusammen und frühstücken. Unser erstes Ziel heute ist die Mini Palms Gorge. Der Weg dorthin führt erst durch ein Sandbett und danach auf großen Schottersteinen. Es ist sehr anstrengend, denn wir müssen wieder in der prallen Sonne gehen und die kann um 09:00 Uhr schon was! Schautafeln mit interessanten Erklärungen über die vorhandenen Mikroorganismen, Besonderheiten der Eukalypten oder die Livistona Palmen, die hier wachsen, lenken von den Strapazen ein wenig ab. Ab etwa der Hälfte geht es dann wirklich in die Schlucht hinein und da gibt es endlich Schatten! Ab hier beginnen dann auch die Kletterpartien. Stellenweise werden Bauchumfangsmessungen durchgeführt. Die Spalten sind so eng, dass ein molliger Mensch nicht durchkommen würden. An beiden Seiten der Schlucht lehnen sich die hohen Livistona Palmen regelrecht an den Felsen. Wir werden begleitet von vielen Prachtschmetterlingen und den ungeliebten Fliegen. Das letzte Stück des Weges geht abwechselnd über einen Boardwalk und Treppen hinauf und dann öffnet sich die Schlucht hoch hinauf. Sieht echt toll aus und wir können allein diesen atemberaubenden Anblick genießen. Der Lichteinfall macht die Steilheit der Felsen noch dramatischer und das Rot der Steine strahlt regelrecht. Der Boden ist bewachsen mit Palmen und diese wirken wirklich sehr mini. Auf dem Rückweg treffen wir zufällig den Guide von gestern und wir erkundigen uns, wie es Uta, der Omi geht. Sie hat Infusionen bekommen und ist wieder wohlauf. Nach etwa zwei Stunden sind wir wieder beim Parkplatz und fahren das kurze Stück weiter bis zum nächsten Wanderweg, dem Echidna Chasm. Wieder müssen wir auf grobem Schotter durch das ausgetrocknete Flußbett gehen. Der spektakuläre Trail führt durch eine immer enger werdende Felsplatte und die zum Teil über 100 Meter hohen Felswände stehen an manchen Stellen nur einen Meter auseinander. Eine kleine vorhandene Spalte wurde durch Wind und Wasser über Millionen von Jahren zu einer Schlucht geformt. Unser Timing ist gut, denn hier kann die Sonne nur mittags für eine kurze Zeit durch die Felsspalte scheinen und taucht sie in ein geheimnisvolles Licht. Wir sind zum richtigen Zeitpunkt hier und können diese Stimmung voll auskosten. Es scheint, als brenne der Felsen. Während wir ganz verzaubert so dastehen und die Schönheit hier genießen werden wir herausgerissen durch eine Gruppe Jugendlicher, die in Badesachen und FlipFlops hier ankommen. Am Ausgang der Schlucht begegnet uns dann noch eine Tussi im kurzen Rockerl und mit einem Bustier bekleidet, das so dünn, dass man alles durch sieht. Um sich vor der Sonne zu schützten, hat sie einen Regenschirm aufgespannt. Also irgendwer ist hier falsch gestrickt, sind wir hier am Strand? Hello again, auch unserem Guide von gestern bzw. vom anderen Trail begegnen wir hier wieder. Wir sind begeistert vom Purnululu Nationalpark, wie die Bungle Bungle auch genannt werden und verlassen mit schönen Erinnerungen dieses Gebiet. Wolfgang ist mittlerweile echt begeistert vom Piste-Fahren und brettelt nur so dahin. Wir bangen zwar oft um die Fensterscheibe auf der Fahrerseite, denn da dürfte keine Dichtung mehr drin sein, wie die scheppert. Aber wurscht, es ist lustig! Diesmal schaffen wir die Strecke aus dem Park hinaus in eineinhalb Stunden und wieder richtigen Boden unter uns machen wir uns auf dem Weg Richtung Halls Creek. Etwa 35 km davor kommen wir in eine Baustelle, wo die Arbeiter noch fleißig am werkeln sind. Wir werden wieder auf eine Gravel Road umgeleitet und da kommt uns ein Riesenlaster entgegen und der spritzt die Straße, damit sie nicht so staubt. Auf gleicher Höhe mit ihm, müssen wir fast anhalten, weil das Wasser auf beiden Seiten aus seinem Tanker spritzt. Ganz umsonst bekommen wir also unser Auto gewaschen. Die Straße ist seitlich wieder gesäumt von vielen toten Wallabies und zerfetzten Autoreifen. Wir müssen mehrmals abbremsen, weil Kühe auf der Road herumlaufen. Da heißt es aufpassen, aufpassen, aufpassen. 230 km vor Fitzroy Crossing erleben wir einen dramatischen Sonnenuntergang. Es scheint, als wäre die Sonne am Horizont hängen geblieben, denn fast eine Stunde lang leuchtet der Himmel noch orange nach. Das ist zwar schön anzusehen, aber zum Fahren sind diese Lichtverhältnisse sehr anstrengend. In Fitzroy Crossing checken wir in der River Lodge ein und um nach tagelangem Nudelessen endlich wieder mal etwas Fleischiges essen zu können, gehen wir dort noch essen. Wolfgang´s Lamm und mein Barramundifisch zergehen auf der Zunge und wir genießen das Essen in vollen Zügen. Dazu gibt’s Bier bzw. Wein und weil wir so lange keinen Alkohol mehr getrunken haben, gehen wir dann leicht beschwipst schlafen. - [22.09.09 - Bungle Bungle](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw/bungle-bungle-tag1) - Auf der Strecke zu den Bungle Bungle stehen laufend Kühe nahe an der Straße und manchmal fragen wir uns schon, was die armen Viecher hier fressen können. Überall nur vertrocknetes Gras, selbst auf den Bäumen sind oft keine Blätter mehr vorhanden. Um genau 09:10 Uhr stehen wir dann vor dem Gatter, das uns den Weg zum Nationalpark frei gibt. Und das kann echt lustig werden, denn wir finden schon nach den ersten Kilometern alles vor, was die Straße zu bieten hat: Wellblechpiste, Schlaglöcher, Geröll und Sand. Ständig geht es auf und ab, es ist sehr kurvig und wir hüpfen von einem Loch zum nächsten. Wir kommen uns vor wie auf einer Hochschaubahn, außerdem kommt meistens nach einer Bergkuppe eine Kurve und die Straße hängt oft seitlich weg. Echt abenteuerlich die Fahrt. Jetzt fehlt nur noch das Wasser und kaum haben wir den Gedanken ausgesprochen, da stehen wir auch schon vor einem gefüllten Creek. Dann noch einer und der dritte ist dann der Hammer. Wo kommt bloß das viele Wasser her? Laut Hagne gestern hat es in den Bungle Bungle im Dezember 2008 das letzte Mal geregnet. Uns ist schon etwas mulmig, als wir in das Wasser hineinfahren, aber es sind schon andere Autos vor uns auch durch gefahren. Also kann es nicht so schlimm werden. Die Landschaft rundherum ist sehr schön anzusehen, denn die weißen Stämme der vielen Eukalypten leuchten in der Sonne, die rote Erde ist bedeckt mit Spinifexbüschel und dazwischen wachsen Wildblumen. Nicht ganz zwei Stunden später stehen wir schließlich vor dem Visitor Center, kaufen uns den Park Pass und bezahlen die Campingplatzgebühr. Die Dame weist uns dringend darauf hin, genügend Wasser auf unseren Wanderungen mitzunehmen, da es very hot ist. Von dort fahren wir weiter zur Piccaninny Gorge. Bevor wir zu unserer ersten Wanderung in die Cathedral Gorge starten, wird erst noch was gegessen. Dann geht´s los über Sandbänke und Felsen. Die Vegetation ist trocken, aber sehr schön. Akazien, Buschtomaten, Hibiscus, Mulla Mulla und noch so einiges, deren Namen wir leider nicht wissen. Kurz vor dem Ziel erblicken wir dann noch zwei schwarze Echsen, die sich in der Sonne baden. Es ist sehr heiß und größtenteils müssen wir auch in der prallen Sonne marschieren, aber die Schufterei lohnt sich. Am Ende der Schlucht liegt ein gewaltiges Amphitheater mit einem Wasserloch, in dem sich die senkrechten orangen Felswände spiegeln. Es ist unbeschreiblich schön hier und nur schweren Herzens machen wir uns auf den Rückweg. Wir treffen ein Schweizer Pärchen und quatschen während des Gehens über den Aufenthalt hier. Die beiden sind seit Anfang August schon unterwegs und sie bleiben noch bis Ende November. Wir tauschen Tipps und Erfahrungen aus und während wir so plaudern, stoßen wir auf einen Guide, der sich um eine Omi kümmert, die dehydriert ist. Als er mitbekommt, dass wir deutsch sprechen, bittet er uns, Uta, wie die Dame heißt, zu übersetzten. Wir bemühen uns, dass Uta viel Wasser trinkt und einen Platz im Schatten bekommt. Der Guide ruft inzwischen per Satelittentelefon einen Hubschrauber, der Uta ins Krankenhaus bringt. Wir aber wandern weiter zum Piccaninny Lookout. Diese Schlucht ist angeblich durch einen Meteoriten entstanden und ist über 7 km lang. Vom Aussichtspunkt eröffnet sich uns ein Panorama, dass es kitschiger gar nicht geht. Die Felstürme der Bungle Bungle sind Überreste eines ehemaligen geschlossenen Sandsteinplateaus, das von Wind und Regen von Furchen und Tälern durchzogen wurde. Durch den Einschluss von Eisen und Cyanobakterien wird eine Erosion verhindert und das eigentlich weiße Sandgestein bekommt so ihre orange-schwarzen Streifen. Den Sonnenuntergang erleben wir dann noch vom Kungkalahayi Lookout. Das rote Gestein beginnt zu glühen und wirkt dreidimensional und beinahe jede Minute verändert sich die Färbung. Echt ein Erlebnis und es erinnert uns an den Sunset beim Ayers Rock vor einigen Jahren. Die Nacht verbringen wir im Kurrajong Campsite inmitten des National Parks. Igitt, igitt heute müssen wir ohne duschen schlafen gehen, denn die gibt´s hier nicht! Ein Plumpsklo und ein Wasserhahn mit nicht trinkbarem Wasser, that´s it! Wir sitzen noch unter freiem Himmel und starren auf die Sterne und die Milchstraße. Niemandem weitersagen, aber wir gehen schon um 20:00 Uhr schlafen, weil es erstens stockdunkel ist, zweitens wir keinen Strom haben und drittens wir auch geschafft sind von dem Tag und der Hitze. Good night. - [21.09.09 - Keep River Nationalpark - Flug mit Alligator Airways](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw/keep-river-nationalpark-flug-mit-alligator-airways) - Wir müssen heute wieder zurück ins Northern Territory, denn da wir unseren Flug über die Bungle Bungle nur mehr für Nachmittag bekommen haben, möchten wir am Vormittag den Keep River Nationalpark ein wenig erkunden. Er liegt etwa 3 km östlich der Staatsgrenze und ist ein kleiner Park. Es ist heute wieder brennend heiß und daher entscheiden wir uns für eine kurze Wanderung. Wir machen den sogenannten Jinuman Walk, der laut Infotafel 1,5 km Länge hat. Er führt über Stock und Stein durch die breite Keep River Schlucht und endet bei einem Shelter, der die Aborigines in der Regenzeit bei Überschwemmung schützte. Auf der Felswand sollen sich zahlreiche Felsmalereien befinden, wir haben diese aber nicht entdeckt. Obwohl zahlreiche Boabs immer wieder Schatten spenden, kommen wir trotzdem völlig durchgeschwitzt beim Auto wieder an. Nächstes Ziel ist die Cockatoo Lagoon, ein kleiner See, der nahe des Ausganges liegt. Als wir durch das Gatter gehen, schrecken wir ein Wallaby auf, das sich sofort aus dem Staub macht. Das Wasser ist bedeckt mit kleinen Wasserlilien und viele Wasservögel tummeln sich im Gewässer oder rundherum. Da uns der Zutritt nicht näher erlaubt ist, machen wir noch einen kurzen Abstecher ins Mini Visitor Center, um die Schautafeln zu lesen, und fahren dann wieder Richtung Grenze. Diesmal brauchen wir nichts mehr abgeben, da wir dem Kontrolleur sagen, dass wir gestern schon durchgefahren sind. Nach einem Check unserer Tankrechnung (mit Datum und aus WA) lässt man uns anstandslos weiterfahren. In Kununurra statten wir dem Supermarkt noch einen kurzen Besuch ab, um wieder Salat und Wasser zu kaufen. Unter den Bäumen rund um das Geschäft hängen, wie schon in den anderen Städten auch, die Aborigines aller Altersgruppen herum. Anschließend fahren wir zum Flughafen und warten auf unseren Trip in die Luft. Nach einer kurzen Einweisung hebt die Cessna ab und unser Pilot namens Hagne gibt uns über die Kopfhörer allerlei Informationen über die Flugstrecke. Gleich zu Beginn geht es über den Division Dam Wall und die Ord River Iggigation Area. Wir überfliegen weite Flächen einer Obstplantage, gefolgt vom Lake Kununurra und dem Lake Argyle. Der Lake Argyle ist der größte künstliche Stausee Australiens und sein Wasservolumen übertrifft den in Sydney um das 18fache. Durch den permanenten Wasserfluss entstand ein Ökosystem, sodass sich zum Beispiel das Süßwasserkrokodil vermehren konnte. Weiter geht es über das Argyle Downs Homestead, den Ord River Dam Wall und über Rinderfarmen. Dann sind die ersten „Gupferl“ der Bungle Bungle zu sehen. Bekannt ist der Nationalpark für seine orange-schwarz gestreiften Sandsteindome, die aus der Luft wie riesige Bienenkörbe aussehen. Zwischen den Bergen liegen einsame Schluchten, tiefe Täler und palmgesäumte Teiche. Bis Mitte der 1980er Jahre waren die Bungles unerschlossen. Erst 2003 wurden sie zum UNESCO Weltkulturerbe erhoben. Wir müssen kurz nach den Bungles landen, da noch zwei Passagiere an Bord kommen. Und das ist auch gut so, denn mittlerweile ist uns schon ganz schön schlecht und ein bisschen Luft ist ganz gut, selbst wenn sie warm ist. Auf dem Rückflug zeigt uns Hagne noch die Argyle Diamantenmine von allen Seiten. Ist schon gewaltig, was da abgeht. Eigentlich sollte die Mine 2008 geschlossen werden, aber da sie jetzt unterirdisch graben können, wird noch bis Ende 2010 weiter gebuddelt. Wir sind wieder gut gelandet und machen uns sofort auf dem Great Northern Highway wieder auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel. Wir riskieren es und fahren im Dunkeln weiter, was aber zeitweise sehr anstrengend ist, da sich sehr viele Baustellen auf der Strecke befinden. Kurz nach 19:00 Uhr kommen wir dann schließlich in Warun beim Roadhouse an und ergattern laut Aussage den letzten Platz am Campground. Na, dann gute Nacht! - [20.09.09 - Nitmiluk Nationalpark](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw/nitmiluk-nationalpark) - Wir kurven auf den Parkplatz vor dem Visitor Center, als uns plötzlich ein Wallaby vor´s Auto springt. Nur eine Vollbremsung rettet das Tier und es dürfte sich genauso erschreckt haben wie wir, denn es bleibt wie erstarrt vor unserer Motorhaube stehen und starrt uns kurz an, bevor es dann doch Reißaus nimmt. Im Visitor Center buchen wir eine Bootsfahrt in der Katherine Gorge. Sie besteht aus 13 spektakulären Schluchten, die von hohen Sandsteinschluchten umgeben sind. Kurz nach dem Ablegen des Bootes zeigt uns der Guide einen Käfig am Ufer, wo Salzwasserkrokodile gefangen werden. Im Katherine River werden nur Süßwasserkrokodile gelassen, weil diese für die Menschen harmloser sind. Die Schlucht kann auch mittels Kanufahrt erkundet werden und heute sind sehr viele davon unterwegs. Und das erste Krokodil, das wir zu sehen bekommen, taucht plötzlich auch direkt neben einem Kanufahrer auf. In kurzen Abständen gibt es am Ufer kleine Sandstrände, die aber mit Schildern „Do not enter“ versehen sind, da hier die Krokos ihre Eier vergraben. Das Ufer ist gesäumt von schönen Paperbarkbäumen, deren Blätter im Licht schön leuchten. Wir erreichen das Ende der ersten Schlucht. Hier heißt es aussteigen und 600 Meter laufen. Die Gorges sind durch gewaltige Felsen voneinander getrennt und an den senkrechten, roten Wänden befinden sich noch Reste von Felsmalereien der Jawoyn Aborigines. Viele bunte Schmetterlinge und rote Libellen wirbeln in der Luft unruhig umher und begleiten uns. Zwischen den Felsen entdecken wir dann noch eine kleine Schlange, die ihren Weg in die Ritzen sucht. Ist das die Regenbogenschlange aus der Traumzeit? Die zweite Schlucht, die eigentliche Katherine Gorge, ist noch viel beeindruckender als die erste. Die Wände ragen höher hinauf und in Höhlen haben kleine Schwalben ihre Nester an das Gestein geklebt. Es herrscht reger Flugverkehr und wir können beobachten, wie sie Futter für ihre Jungen heran transportieren. Wir sind echt beeindruckt von dieser Fahrt - viel zu schnell vergeht sie und wir müssen wieder zur Anlegestelle zurück schippern. Kurz davon entfernt hat ein Kanufahrer einen Catfisch an der Angel, verliert ihn aber leider wieder. Kurz vor der Ausfahrt Richtung Katherine (Ort) erblicken wir noch eine Floodway-Tafel mit einer Überflutungsgrenze von 6 Metern! Ein Wahnsinn, da säuft ja alles ab! Gegen Mittag brechen wir auf Richtung Kununurra. Selbst das Fahren auf den Highways bietet schöne Bilder rundherum. Das trockene Gras leuchtet in der Sonne golden, der blaue Himmel mit den Schäfchenwolken oder die wie ein Stecknadelkissen platzierten vielen Termitenbauten – all das ergibt ein schönes Bild. Wir haben es leider versäumt, in Katherine nochmal unseren Tank aufzufüllen und das müssen wir dann teuer bezahlen. Zwischen Katherine und Pine Creek gibt es nirgends ein Kaff, wo man tanken kann. Die nächste Gelegenheit ist das Viktoria River Roadhouse mitten in der Pampas und da gibt es dann den Luxusdiesel für 1,84 Dollar je Liter! Am Bullito Access des Gregory Nationalparks erblicken wir die ersten Prachtexemplare von Boabs (Flaschenbäumen). Der glatte Stamm dieser Bäume ist flaschenartig und kann bis zu 300 Liter Wasser für trockene Zeiten speichern. Die Aborigines haben sich dies früher zunutze gemacht und die Stämme angezapft. Die Äste sind meist blattlos und sind so schon von weitem zu erkennen. Und das haben wir auch! Aus der ersten Euphorie heraus, stürmen wir aus dem Auto, um sie fotografisch festzuhalten. Und plumps, da lieg ich auch schon auf der Schnauze! Nein, ich hab mir die Knie und die Handflächen aufgeschürft. Aber das bereitet auch genug Schmerzen und ist gleich wieder ein gefundenes Fressen für die Fliegen. Leider hat davon auch meine Kamera was abgekriegt, der UV-Filter ist zerkratzt und nicht mehr zu gebrauchen. Das soll aber dem Urlaub keinen Abbruch tun, also weiter geht´s! Obwohl heute Sonntag ist, sind viele Roadtrains unterwegs und die machen einen ordentlichen Wind. Und das Überholen ist auch spannend, denn es kostet ordentlich Zeit, bis man an ihnen vorbei ist. Der Highway ist gesäumt von vielen toten Wallabies und wir haben Mitleid mit den süßen Viecherl. Daher reden wir uns ein, dass sie nur schlafen – auch wenn sie nicht mehr aufwachen werden. Als hätte man wie in einem Buch eine Seite umgeblättert, verändert sich die Landschaft schlagartig. Die Boab Bäume werden immer mehr. Wir fahren durch Timber Creek durch und danach biegen wir in eine 3,5 km lange Stichstraße ein. Dort befindet sich der berühmte Gregory´s Tree – ein Flaschenbaum, der für die Aborigines eine heilige Stätte ist. Der Forscher Augustus Gregory ritzte 1855 während seiner Expedition die An- und Abreisedaten in den Stamm dieses Stammes. Etwa 130 km vor Kununurra heißt es dann „Caution“, denn hier sind die Kühe auf dem Highway zuhause. Und das wird sich auch nicht mehr so schnell ändern. Kurz vor der Grenze zu Westaustralien werden die Sichtverhältnisse schlechter, da die Sonne langsam beginnt unterzugehen. Da hebt sich die Silhouette eines Monsterboabs mit komischen Früchten gut ab. Als wir näher kommen, sehen wir, dass es sich hier nicht um Früchte, sondern um Autoreifen handelt! Obwohl wir es bereits wissen müssten, haben wir nicht daran gedacht, dass Westaustralien eine Quarantänegrenze ist. Da wir heute noch frisch und fröhlich im Supermarkt eingekauft haben, bangen wir jetzt um unsere Lebensmittel. Wir werden freundlich gebeten, die Kühlbox zu öffnen und dann heißt es auch schon raus mit dem Salat. Den Apfel gebe ich gleich freiwillig ab und auf das andere lassen wir es ankommen. Zu unserem Glück entdeckt sie sonst nichts – weil wir den Rest noch in den Einkaufssackerln verstaut haben. Jetzt heißt es noch, die Uhren um eineinhalb Stunden nach hinten drehen. Somit ist es jetzt 17:15 Uhr und die Sonne ist unter gegangen! Echt verrückt. Ein Gutes hat die Gschicht aber doch, wir können morgen dafür länger schlafen. Hurra! Der Campingplatz in Kununurra ist wunderschön. Rundherum riesige Mangobäume, von denen die Früchte nur so herab hängen, doch leider sind wir um Wochen zu bald da, dass wir sie pflücken und essen könnten. - [19.09.09 - Yellow Water - Maguk - Gunlom - Nitmiluk N.P.](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw/yellow-water-maguk-gunlom-nitmiluk-np) - Lärm rundherum weckt uns mehrmals, doch um 06:00 Uhr bimmelt dann eh unser Wecker. Noch schlaftrunken und mit kleinen Augen erledigen wir die Morgentoilette, packen Rucksack und Kameras und dann stapfen wir los zur Rezeption der Lodge. Wir werden mit einem Shuttledienst von dort abgeholt und zum Ufer des Yellow Water Rivers gebracht. Yellow Waters ist ein Feuchtgebiet, das in der Regenzeit überschwemmt ist und sich in der Trockenzeit zu einem Zufluchtsort für Tiere verwandelt. Bevor wir noch das Boot besteigen, können wir schon Wasserbüffel beim Grasen beobachten und dann geht es los zur zweistündigen Bootsfahrt. Innerhalb weniger Minuten geht die Sonne auf und die Dunstschwaden steigen langsam hoch und lösen sich auf. Es herrscht bereits reges Treiben auf dem Wasser und im Feuchtgebiet rundherum. Wir erleben den allmorgendlichen Einflug der Spaltfußgänse, die in großen Schwärmen kreischend über unseren Köpfen hinweg ziehen. Kurz nachdem wir den Boardwalk verlassen, erblicken wir auch schon das erste Krokodil. Es liegt am Ufer und wärmt sich in der Sonne auf – oder liegt es schon auf der Lauer? Futter wäre auf jeden Fall genügend vorhanden. Es gibt im Kakadu Nationalpark über 280 Vogelarten (Kraniche, Brolgas, Jabirus, Störche, Snakebird und viele, viele andere). Ein Seeadler thront auf einem Ast und es stört ihn nicht, dass das Boot sehr nahe an das Gebüsch heran fährt. Fast daneben sitzt ein wunderschöner blauer Kingfisher und dreht sich alle paar Sekunden wie ein Model in eine andere Position. So loben wir uns das! Das Boot tuckert weiter entlang des Ufers, das mit Pandanuspalmen, Mangroven, Paperrindenbäumen,… gesäumt ist. Dann zeigt uns der Guide einen Jesusbird, der deswegen so genannt wird, weil es aussieht, als könne er über das Wasser gehen. In Wirklichkeit spaziert er auf den Blättern der Wasserlilien. Es sieht alles so friedlich aus, doch dann gucken plötzlich wieder Augen eines Salties dazwischen heraus. Aber es wird von den Vögeln rundherum entdeckt und kreischend machen sie sich aus dem Staub. Beinahe auf jedem Ast sitzt ein Vogel und lässt sich mit Ruhe beobachten. Es scheint, als hätte man sie eben erst für uns dort hin gesetzt. Wir sind echt überrascht und begeistert, wie schnell unser Guide einen Vogel entdeckt und ihn für uns erklärt. Auch über das Gebüsch rundherum ist er bestens informiert und gibt sein Wissen an uns weiter. Bei den wunderschönen roten Wasserlilien erzählt er uns, dass sie von den Aborigines als bush tucker verwendet wurden / werden. Und zum Schluss gibt er noch die Anekdote weiter, wie der Alligator River zu seinem Namen gekommen ist. Ein amerikanischer Forscher hat das Land vermessen und hat im Fluss Krokodile gesehen. Da es in Amerika nur Alligatoren gibt, hat er das Gewässer Alligator River benannt. Den nächsten Fluss, den er entdeckt hat, benannte er East Alligator River, dann gibt’s noch den South Alligator River, … Wow, war das ein Erlebnis! Nach der Bootsfahrt bekommen wir in der Lodge noch ein ausgiebiges Frühstück, das wir jetzt mit ordentlichem Hunger genießen. Dann packen wir mittlerweile schon routinemäßig zusammen und brausen los. Erstes Ziel ist Maguk, ein Wasserloch, in den ein beeindruckender Wasserfall stürzt. Und das bedeutet, wir fahren das erste Mal eine unsealed road! Laut Verkehrsschilder dürfen wir 70 km/h fahren und das erscheint uns auf den ersten Blick etwas viel zu sein. Aber wir werden eines Besseren belehrt, denn wenn man zu langsam fährt, bekommt man jeden Stoß voll mit. Daher bretteln wir ordentlich über die Piste, dass der Staub hinter uns nur so aufwirbelt. Links und rechts beeindrucken uns viele riesige Termitenbauten und Paperbarks. Im Nu haben wir die Strecke hinter uns und erreichen einen Parkplatz. Es ist sehr heiß hier und deshalb hüpfen wir schnell in unsere Badeklamotten, nochmal eine Schicht Sonnencreme aufgetragen und schon stapfen wir los. Der erste Teil der Strecke führt abwechselnd auf einem Boardwalk oder in schwarzem Sand. Doch dann geht es über Geröll und da heißt es aufpassen, denn die Steine sind teilweise etwas wackelig. Mittlerweile haben wir uns einen Insektenspray gekauft und uns eingesprüht. Die erste Viertelstunde beeindruckt das die Fliegen, doch dann werden sie anscheinend resistent, denn sie sind wieder ungut, wie die Tage davor. Diese Biester sind nur halb so groß, wie die unseren zu Hause, aber doppelt so lästig. Die Belohnung für den Marsch ist ein kristallklarer Plunge Pool mit angenehm kühlem Wasser - daher flüchten wir hinein. Es ist so angenehm, dass wir gar nicht mehr raus gehen wollen. Als dann aber eine ganze Busladung kommt, hauen wir doch ab. Da das Fahren auf der unasphaltierten Straße so lustig war, nehmen wir auch die zum Gunlom Wasserfall in Angriff. Die 39 km gleichen aber einem Waschbrett und es rumpelt zeitweise schon arg. Die Straßenverhältnisse ändern sich beinahe nach jeder Kurve. Mal ist sie breit, dann wieder schmäler, es geht bergauf und bergab, einmal ist sie schön fest gefahren und dann müssen wir wieder durch ein weiches Sandbett fahren. Das ignorieren wir aber schnell, denn die Umgebung nimmt uns in ihren Bann. Das hohe Steppengras am „Straßenrand“ ist von der roten Erde so schön gefärbt, dass es in der Sonne richtig golden leuchtet. Der Kontrast dazu vom grünen Woodland und dem blauen Himmel – einfach kitschig. Bei den Gunlom Falls angekommen erschlägt uns die Hitze regelrecht. Trotzdem schlüpfen wir wieder in unsere Badesachen und folgen der Wegbeschreibung zum Wasserfall – nur da plätschert nichts mehr. Und das Wasser im Pool reizt uns auch nicht zum Baden. Daher belassen wir es dabei, nur Fotos zu machen und die Infotafeln zu lesen und machen uns dann wieder auf den Weg zurück auf den Highway. Die Fahrt Richtung Süden ist sehr eintönig und ermüdet uns. Daher machen wir eine kurze Rast, bevor wir bei Pine Creek wieder auf den Stuart Highway auffahren. Gleich nach dem Einbiegen mahnt ein Schild: „Reduce Speed – Traffic Accident ahead“ und da steht ein komplett ausgebrannter Roadtrain. Na, da muss die Hölle los gewesen sein, als der lichterloh brannte! Fast im gleichen Moment braust einer mit vier Tankanhängern an uns vorbei. Sie sehen schon beeindruckend aus, diese Monster! Sie können eine Länge von mehr als fünfzig Metern haben. Ca. 20 km vor Katherine biegen wir zum Nitmiluk Nationalpark ab – früher Katherine-Gorge Nationalpark. An der Westgrenze des Parks machen wir noch einen Abstecher bei den Edith Falls, die einen großen See speisen. Das Abendlicht lässt das Bergmassiv richtig golden leuchten und wir genießen eine Weile diese schöne Stimmung. Dabei können wir eine kleine Echse beim Sonnenbad beobachten. Es ist bereits dunkel, als wir am Campingplatz im Nationalpark ankommen. Aber es ist hier die volle Disco im Gange. Neben dem Swimming Pool spielt Livemusik und rundherum herrscht quierliges Gewusel von Groß und Klein. Im Dämmerlicht flattern die Flying Foxes und Wallabies sitzen wie Hauskatzen vor den Campern und betteln. Von uns bekommen sie nicht freiwillig was - dafür räumen sie in der Nacht unser Mistsackerl aus und zerfetzen die Prospekte, die wir draußen vergessen hatten. - [18.09.09 - Arnhem Land](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw/arnhem-land) - Früher als sonst müssen wir heute aufstehen, denn wir haben eine Tagestour ins Arnhem Land gebucht. Dieses Gebiet ist eines der größten Wildnisgebiete Australiens und ist bis heute weitgehend unerschlossen. Es wird durch eine steile Abbruchkante von den Feuchtsavannen des Kakadus getrennt, wo sich die Aborigines während der Regenzeit zurück ziehen. In diesem Gebiet darf nur leben, wer auch dort geboren oder mit jemandem dort verwandt ist. Das Arnhem Land darf nur mit einer Genehmigung besucht werden und es gelten sehr strenge Regelungen, was den Alkohol betrifft. Verstöße werden mit extrem hohen Geldstrafen oder Gefängnis geahndet. In einem kleinen 4WD-Bus mit nur acht Teilnehmern fährt uns unser Tourguide Danny erst in Richtung Ubirr, wo er dann nach Oenpelli abzweigt. Auf der Strecke dorthin hält er einige Male, um uns einiges zu zeigen und zu erklären. Gleich nach der „Grenze“ ins Arnhem Land beginnt die unseald road und wir müssen auch gleich mal durch eine gefloodete Straße fahren. Aussteigen unmöglich, denn da schwimmen Krokodile drin! Und davon können wir uns dann auch gleich überzeugen. Wie schwebend gleiten sie durch das braune Wasser, nur die Augen und hin und wieder einige Zacken des Rückens schauen aus dem Wasser heraus. Die Fische in deren Nähe scheinen fliegen zu können, denn wenn sich das Kroko bewegt, retten sich die Fische seitlich weg. Danny lässt uns bei einem Billabong aussteigen, der bis auf wenige Stellen komplett mit Lotusblättern zugewachsen ist. Unmengen von eleganten pink farbigen Lotusblumen ragen stolz gen Himmel und schaukeln sanft im Wind. Einfach wunderschön! Wasservögel tummeln sich darin und am Himmel schweben Adler. Rings um uns befinden sich kleine Felsmassive und wir hätten nicht vermutet, dass diese große Schätze versteckt halten. Danny erzählt uns wieder viel Interessantes und dann zeigt er uns in den Felsen versteckte Malereien und Fröschen. Weiter geht es wie auf einem Waschbrett die Straße weiter. Das Stauben nimmt kein Ende, denn jedes Auto hinterlässt eine ordentliche Wolke. Wieder bleiben wir bei einem Escarpment (Abbruchkante) stehen und sehen uns dort „versteckte“ Felsmalereien an. Hier dürfen wir leider keine Fotos machen, da es sich um eine heilige Stätte handelt. Hier wurden auch Verstorbene begraben und deren Knochen wurden während der Überflutung heraus geschwemmt. Zuvor präsentiert uns Danny noch Speere und Jagdwaffen und erzählt uns dabei interessante Geschichten. Bevor wir wieder weiter fahren zeigt er uns noch ein Nest mit grünen Ameisen und demonstriert, wie die Aborigines die Ameisen als bush tucker verwenden. Auch Wolfgang probiert es, indem er den Ameisen den Hintern ableckt – der soll angeblich nach Limone schmecken. Unser nächstes Ziel ist das 1.000-Einwohner „Containerdorf“ Gunbalanya, wo wir die Injalak Arts Gallery besuchen. Hier können die Aborigines ihre Bilder und Handwerke verkaufen - die Erlöse kommen der lokalen Community zugute. Die Künstler selbst werden vom Staat bezahlt und haben so ihr regelmäßiges Einkommen. Wir sind voll begeistert von vielem, was sie gemacht haben und kaufen uns ein Bild. Bevor es endgültig BO-BO (Auf Wiedersehen) heißt, karrt uns Danny noch einen wilden, einspurigen Feldweg bis zu einem Billabong. Hier sieht es echt romantisch aus. Wieder die Sandsteinfelsen, die eingesäumt sind von Pandanuspalmen, davor der Billabong mit Krokodilen und was fehlt noch? Der Sandstrand mit Eukalypten – und den gibt es auch. Darunter genießen wir dann unser lunch. Mäuschenstill wird es und alle genießen das Essen und die schöne Stimmung. Auf dem Rückweg biegen wir noch einmal von der Straße weg und Danny hat zum Abschluss wunderbare Felsmalereien, die wir sonst nicht gesehen hätten. Hier dominieren Hände, Schiffe und auch wieder Fische. Auch hier dürfen wir leider nicht alles fotografieren. Schade, aber wir respektieren den Kult der Ureinwohner. Wir werden wieder am Ausgangspunkt abgeliefert und dann fahren wir weiter bis Cooinda, wo wir uns im Campingplatz für den nächsten Tag ausrasten. Buschfeuer rundherum, von allen Richtungen steigt der Rauch auf und zeitweise können wir die Brände auch riechen. Ist schon irgendwie eine komische Stimmung, aber hier ist keiner beunruhigt. Na, dann sind wir´s auch nicht und genießen die Zeit hier. - [17.09.09 - Kakadu Nationalpark](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw/kakadu-nationalpark) - Der Kakadu Nationalpark umfasst ein Gebiet von etwa 19.800 Quadratkilometer und wurde wegen seiner natürlichen und kulturellen Werte in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Er enthält eine der schönsten Sammlungen an Felsmalereien in der Welt und man zählt mehr als 5.000 Kunststätten. Die Verwaltung wird gemeinsam von den dort lebenden Aborigines und den Mitarbeitern von „Parks Australia“ verrichtet. Aborigines bewohnen seit mehr als 50.000 Jahren das Gebiet des Kakadu Nationalparks. Wir holen uns im Bowali Visitor Center Unterlagen und Karten für die nächsten Tage und machen uns dann auf den Weg zum Ubirr Rock, der berühmt ist für seine Felsmalereien. Wir sind von Beginn an derartig begeistert, sodass der Finger vom Kameraknopf gar nicht mehr stillhalten kann. Diese schönen, warmen Farben harmonieren mit der Umgebung. Hohe Pandanuspalmen wechseln sich mit den Eukalypten ab, dazu die alten, verwitterten Steine, der blaue Himmel, die Schäfchenwolken,…. Doch da stört etwas das kitschige Bild – nämlich der Rauch eines Buschfeuers! Es muss sich aber in einiger Entfernung befinden, denn eine Geruchsbelästigung gibt es nicht. Wir widmen uns voll und ganz den Malereien und Zeichnungen. Ein Aborigine malt für sein Leben gern, zwecks der Freude, aber auch um Geschichten zu erzählen. Auf Schautafeln werden auch einzelne Figuren und ganze Szenen erklärt. Aussagen von den Ureinwohnern und Erläuterungen zum Geschichtlichen machen die Bilder richtig lebendig. Da gibt es zum Beispiel Malereien, die immer wieder auf bereits vorhandene darauf gemalt wurden. Um die Bilder vor Umwelteinflüssen zu schützen, wurden Linien aus Silikon auf die Felsen angebracht, damit das Regenwasser abtropfen kann. Eigentlich etwas unverständlich, aber mitten auf dem Steinhaufen wächst ein Kapokbaum. Er ist komplett kahl und trägt lediglich an zwei Ästen schöne gelbe Blüten. Wenn dieser Baum blühte, dann wussten die Aborigines, dass die Krokodile jetzt die Eier legen. Sind dann aus den Blüten die Früchte gereift, war die Zeit richtig, um den Krokos die Eier zu klauen. Mittlerweile sind wir auf dem Plateau des Felsens angelangt und von da haben wir eine wunderschöne Aussicht auf das Umland. Da liegt mitten im Gelände dieses riesige Felsmassiv, das von Woodland umrandet wird. Dahinter dann das Wedland mit den vielen, vielen Lotusblumen – na, und heute eben auch der Buschbrand. Die meterhohen Rauchsäulen sehen von hier oben echt spektakulär aus und man sieht sogar, wie die Flammen lodern. Gut, dass wir weit genug weg sind! Weit über Mittag hinaus halten wir uns beim Ubirr Rock auf. Trotzdem beschließen wir, gleich zu den nächsten Felsmalereien weiter zu fahren, den Nourlangie Rocks. Es ist brütend heiß und wir Narren – wie viele andere auch – klettern über Stock und Stein auf den Spuren der Traumzeit. Die Hitze ist aber nicht das Schlimmste, sondern die vielen lästigen Fliegen, die sich dauernd im Gesicht, Nase und Ohren nieder lassen. Da heißt es für uns, ständig in Bewegung zu bleiben. Also widmen wir uns wieder den Felsmalereien, denn sie lenken uns dann ein wenig ab. Der Stil der Zeichnungen hier ist ein wenig anders als bei Ubirr und sie wurden zum Teil „repainted“. Am Ende des 1,5 km langen Rundweges gibt es den berühmten X-Ray Man zu sehen, wirklich beeindruckend. Zurück am Parkplatz lauern bereits schwarze Raben über unserem Auto und betteln. Ihr „A“-Ruf geht durch Mark und Bein – jeder HNO-Arzt hätte seine Freude mit ihnen, weil sie den Schnabel so weit aufreißen! Bevor wir wieder zum Campingplatz zurückfahren, schlendern wir noch eine Zeitlang am Anbangbang Billabong herum. Aufgrund der Hitze ist kaum mehr Wasser da und viele Gänse, Ibisse, und sonstige Wasservögel suchen nach Freßbarem. Die Oberfläche ist komplett bedeckt mit den Blättern der Lotosblumen. Wir entschließen uns kurzfristig, noch einen Abstecher zum Warradjan Aboriginal Cultural Center zu machen. Hier gibt es eine Ausstellung über die Geschichte der Ureinwohner, ihre Nahrungsbeschaffung, die Herstellung von Schmuck, die Entstehung der Felsmalereien und vielem mehr. Leider haben wir nicht mehr sehr viel Zeit, weil um 17:00 Uhr geschlossen wird. So, der Tag heute ist anstrengend genug gewesen. Jetzt machen wir es uns am Campingplatz noch gemütlich und freuen uns schon auf morgen. - [16.09.09 - Northern Territory Wildlife Park](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw/northern-territory-wildlife-park) - Man merkt, dass wir uns inzwischen organisiert haben, denn obwohl wir heute etwas später aufgestanden sind, schaffen wir es wieder kurz nach neun Uhr aufzubrechen. Die Fahrt bis zum Wildlife Park dauert nicht lange und nach den Autos auf dem Parkplatz zu urteilen, ist nicht viel los hier. Gleich nach dem Eingang werden wir von einigen Wallabies begrüßt, die hier herum hopsen. Auf über 400 ha Fläche kann hier die typische Pflanzen- und Tierwelt des tropischen Nordens besichtigt und erlebt werden. Entweder man ist gut zu Fuß oder im Halbstundentakt fährt auch ein Bimmelzug durch das Gelände. Wir sind heute noch etwas müde und es ist bereits wieder brennheiß und daher steigen wir erst mal in den Zug und fahren einige Stationen. Täglich werden einige Attraktionen für die Touristen angeboten und so eine nutzen wir auch gleich. In einem Becken werden Mantarochen und sogenannte Archerfishes gefüttert. Dieser Fisch ist der Robin Hood in der Fischwelt, denn er fixiert seine Beute, spuckt einen Wasserstrahl hoch in die Luft, sodass diese betäubt auf die Wasseroberfläche stürzt und schnapp ist das Opfer verschlungen. Nicht dumm diese Technik und mit fast hundert Prozent Erfolgsquote! Die Rochen in diesem Park lassen sich da schon mehr verwöhnen. Sie schmeicheln der Rangerin um die Beine und schon bekommen sie ein Fischerl oder einen Scampi ins Maul gesteckt. Einige Parkbesucher, darunter auch ich – juchu - dürfen die eleganten Tiere füttern. Nach einer kurzen Einweisung bekommt dann auch schon jeder kleine Fische, Fischkopferl oder Teile von Krustentieren in die Hand gedrückt. Man braucht nur die Hand ins Wasser tauchen, da kommen sie auch schon angeschwebt. Ein bisschen kraulen und dann einfach das Futter unter die Nase ins Munderl gleiten lassen. Ich sag euch, diese Tiere sind so weich und geschmeidig und man merkt, dass sie die Streicheleinheiten wirklich gerne haben. Und wir haben auch a richtige Freud dabei! Ab hier spazieren wir aber weiter und unser erster Weg führt uns direkt in den Regenwald. Es ist hier alles sehr trocken, aber kein Wunder, wenn es seit Wochen über 30 Grad hat. Heute hat es bereits 38 Grad und es weht k-e-i-n Lüftchen! Unsere Leiberl fühlen sich schon wie eine zweite Haut an, weil sie auf uns kleben! Und der Schweiß läuft uns auch von der Stirn, als wären wir zwei Stunden joggen gewesen. Aber egal, Saunagänge im Sommer stärken angeblich den Kreislauf. Um ein wenig der Sonne zu entfliehen, ist unser nächster Stop im Aquarium. Klein, aber fein! Ein durchsichtiger Tunnel ermöglicht es, dass riesige Sägefische, Barramundis und Schildkröten über uns hinweg schwimmen. Wir kommen uns dabei so klein vor. Übrigens, der Sägefisch sieht von unten aus, als hätte er ein Dauergrinsen aufgesetzt! Danach kommt ein Becken mit einem Saltie drin, dass wir aus dem Staunen nicht mehr raus kommen. Trotz der gewaltigen Größe schwebt es elegant durch das Wasser. Auch wenn es hier sicher versperrt ist, machen wir uns trotzdem so unsere Gedanken - was, wenn es das Maul aufreißt und du schwimmst grad über ihm! Weiter geht´s in den Monsoon Forest und hier haben sie sich wirklich was einfallen lassen. Man geht durch ein Türl und ein Bewegungsmelder löst ein Gewitter aus – nein, einen Monsunregen! Danach kommt eine Vogelvolière nach dem anderen und die vielen darin lebenden Vögel verzücken uns total. Große, kleine, bunte, einfärbige,… hier gibt es fast keine Grenzen. Es zwitschert, piept, zirpt oder quietscht von allen Seiten und in einer Volière zischen sogar zwei weiße Tauben in ihrem Liebesspiel wie wild umher und unterhalten Mensch und Tier. Reges Gekreische herrscht auch auf den hohen Livistona-Palmen, wo Unmengen Black Flying Foxes hängen und sich Luft zuwacheln. Das sieht aus, wie ein Baum, der hängvoll mit Früchten ist. Sehr interessant sind auch die vielen Ausschilderungen mit den Namen der Bäume und Palmen. Es wird beschrieben, wie die Blüten aussehen, welche Früchte sie danach tragen und was die Aborigines mit diesen gemacht haben. Nicht weit davon liegt der Süßwasser-Billabong mit seinen Pelikanen, Ibis und Süßwasserkrokodilen – die haben sich aber leider nicht sehen lassen. Zum Abschluss erleben wir noch einen Höhepunkt im Nocturnal House. Wir kommen nämlich zufällig zur Fütterung zurecht. Im Gehege der Black Flying Foxes werden Schüsserl mit Melonenstücke verteilt und wer meint, nicht genug zu bekommen, hängt sich einfach auf den Arm der Rangerin und lässt sich füttern. Kurz nach 16:00 Uhr verlassen wir nach einem Iced Coffee den Wildlife Park und machen uns auf die Reise über den Arnhem Highway nach Jabiru. Größtenteils ist hier eine Geschwindigkeit von 130 km/h erlaubt und wir finden das echt wild, denn das hier kommt eher einer Überlandstraße als einer Autobahn gleich. Außerdem sind die vielen zerfetzten Autoreifen nicht sehr vertrauenserweckend. Aber egal, wir müssen Meter machen und möchten so weit als möglich bis zum Kakadu Nationalpark fahren. Und das klappt eh wunderbar, denn zeitweise haben wir das Gefühl, dass wir mutterseelenallein unterwegs sind. Hin und wieder düst mal ein Touristenauto oder ein Roadtrain vorbei. Durch das schöne Abendlicht leuchtet die Erde tiefrot und bietet einen tollen Kontrast zum Grün der Wälder am Straßenrand und den schwarzen verbrannten Rinden und Stauden. Dreimal müssen wir fast eine Notbremsung hinlegen, da einmal ein Wallaby und ein wenig später zwei Dingos – ohne nach links und rechts zu schaun – einfach über die Straße laufen. Einer der schwarzen Raben, die kurz darauf mitten auf der Straße ihren Tratsch verrichten, schafft den Abflug nicht mehr rechtzeitig und … - es tut uns leid! Wir checken in Jabir im Kakadu Resort ein, einem wunderschön, rund angelegten Campingplatz ein. Die großzügig angelegten Plätze sind umrundet mit hohen bunt blühenden Bäumen, die ihren Duft verbreiten. Man merkt, dass wir in der Natur leben, denn der erste Besuch in den Waschräumen gleicht einem Besuch im Zoo. Beim Eingang klebt eine Gottesanbeterin, ein grasgrüner Frosch sitzt in der Klomuschel und beim Waschbecken haben es sich ein Schmetterling und ein Gecko bequem gemacht. Na, dann herzlich willkommen! - [15.09.09 - Litchfield Nationalpark](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw/litchfield-nationalpark) - Wir werden vom Vogelgezwitscher geweckt, denn auch morgens werden sie gefüttert – als Touristenattaktion. Die Nacht war sehr heiß, weil wir die Klimaanlage gestern ausgeschaltet haben. Sie war uns zu laut, sodass wir nicht einschlafen konnten. Daher bewegen wir uns noch etwas schwerfällig – die Müdigkeit und das warme Wetter machen uns noch etwas zu schaffen. Wolfgang klagt bereits über Verspannungen und probiert es mal mit Yoga (ehrlich – sieht noch sehr steif aus). Kurz vor neun Uhr haben wir bereits gefrühstückt, alles zusammen gepackt und dann machen wir uns auf den Weg in den Litchfield Nationalpark. Tiefrote Erde auf beiden Seiten der Straße und schönes Buschland ist das erste, was uns auffällt. Und Unmengen von „Floodway“ - Warnschildern. Gleich daneben ein riesiges Maßband, damit man auch gleich weiß, welchen Wasserstand man durchqueren muss. Wir können aber beruhigt sein, denn davon ist weit und breit noch nichts zu sehen. Aber in einigen Wochen beginnt die „Wet Seasion“ und dann muss es hier ja wild zugehen! Unser erster Halt sind die Magnetic Termite Mounds. Das sind eindrucksvolle Termitenhügel, die exakt nach der Sonne in Nord-Süd Richtung ausgerichtet sind. Es soll nur die schmale Seite in der heißesten Tageszeit der Sonne zugewendet sein. Wie flache Grabsteine in der Landschaft sieht diese Anhäufung an Termitenhügeln aus. Einige von ihnen haben eine Höhe von bis zu drei Meter und sie kommen weltweit nur hier vor. Grund für diese eigentümliche Bauweise ist das jährliche Hochwasser während der Regenzeit, bei dem die Brut und die Nahrungsvorräte zugrunde gehen könnten. Auf Schautafeln kann man nachlesen, wie diese Bauwerke entstehen, je nach Aufgabengebiet der Arbeiter, Wächter und Krieger. Wir sind echt beeindruckt von diesen gewaltigen Bauten, die wie Kunstwerke in allen Erdfarben, Größen und Formen aussehen. Während des Lesens der vielen Infotafeln werden wir von Unmengen von kleinen Fliegen überfallen. Am liebsten würden sie in unsere Ohren und Nasenlöcher kriechen. Wild um uns schlagend kehren wir zum Auto zurück und fahren weiter. Wir kommen aber nicht sehr weit, da müssen wir wieder stehen bleiben. Ein Schwarm Red tailed Black Cacatoos kreist am Himmel und auch die müssen wir mit unseren Kameras festhalten. Wild kreischend fliegen sie herum in ihrer Eleganz und als dann ein paar Autos vorbei zischen, machen sich auch die Tiere aus dem Staub. Mitten im Gelände, wo man es nie vermutet, befindet sich „Natures ***** Spa“, die Buley Rockholes. Das ist ein terrassenförmiger kristallklarer Wasserlauf mit kleinen gefüllten Becken dazwischen. Kitschiger geht es gar nicht! Wir entledigen uns der Schuhe und strecken unsere Füße ins kühle Nass – dachten wir zumindest, aber kühl ist was anderes. So sitzen wir eine Weile auf einem Stein am Ufer und beobachten die badenden Leute. Angeblich ist das Wasser trinkbar, aber wir probieren es nicht. Außerdem ist es zu warm zum Trinken. Wir belassen es dabei und fahren weiter zu den Florence Falls, einem romantischen Billabong zum Schwimmen inmitten von Palmen, Wolleukalypten und Akazien. Von einem Lookout haben wir einen schönen Blick auf die schöne Badeoase. Der Abstieg zum Badepool führt über mehr als 130 Stufen, aber er lohnt sich. Zwei wunderschöne Wasserfälle stürzen in die Tiefe und auch hier ist das Wasser einfach ein Traum. Direkt beim Einstieg tummelt sich ein Schwarm schwarzer Fische in allen Größen. Sie dürften Touristen gewöhnt sein, denn sie lassen sich nicht wirklich stören. Unsere Badesachen haben wir bereits angezogen, daher Hose weg und nichts wie rein! Glasklar und wunderbar! Die Wasserfälle funktionieren wie eine Gegenstromanlage und als wir es schaffen, an sie heranzukommen, wirkt der Wasserstrahl wie eine Massagebrause. Mitten im Plunge liegt ein großer Stein, auf dem man sich ausrasten und sonnen kann. Schöner könnte man ein Schwimmbecken nicht anlegen. Als wir mal gemütlich auf dem Stein sitzen, schleicht sich ein Fisch an uns heran und beginnt an Wolfgangs Füßen zu knabbern. Die Haut einer Blase hat sich etwas gelöst und die dürfte dem kleinen Kerl ganz gut schmecken. Na dann Mahlzeit. Das ist Urlaub und wir können uns sehr schwer los lösen von diesem Paradies. Einzig die Fliegen stören gewaltig! Weiter geht es zu den Tolmer Falls – besser gesagt, zum Lookout, denn es gibt keinen Zugang zu den Falls. Hier existiert eines der letzten Rückzugsgebiete der seltenen Orange Horseshoe Bat, einer Hufeisennasen Fledermaus, sowie der Australischen Gespenstfledermaus. Da sie sehr empfindlich auf menschliche Störungen reagieren, wurde dieses Gebiet besonders geschützt. Aber von oben haben wir einen beeindruckenden Blick auf die Fälle, die sich tief hinunterstürzen. Eigentlich haben wir vor, den Trail zu gehen, da aber die Sonne so gnadenlos auf uns herab brennt und kein Lüftchen weht, lassen wir das lieber. Wir fahren weiter zu den Wangi Falls und hier stürzen wir uns wieder ins „kühlende“ Nass. Das erste, was man hier zu sehen bekommt, sind die Warnschilder, dass es Krokodile im Wasser gibt….geben kann….wer weiß das so genau? Der Pool ist umgeben von Fächer- und Pandanuspalmen, die gerade ihre Samen abwerfen. Auf den Bäumen an der linken Seite hängen unzählige Flying Foxes und kreischen, kratzen sich und fächeln sich Luft zu. Ein schönes Schauspiel, das noch untermalt wird vom Gezirpe der Zikaden. Schwärme von Libellen und großen schwarzen Schmetterlingen ergänzen die Tierwelt hier. Der wunderschöne Tag ist wie im Nu vergangen und wir verlassen den Litchfield Nationalpark wieder. Auf der Fahrt zurück Richtung Darwin sehen wir direkt neben dem Stuart Highway noch Buschfeuer. - [14.09.09 - Autoanmietung und Fahrt nach Batchelor](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw/autoanmietung-und-fahrt-nach-batchelor) - Unser Wecker hat seine Pflicht vernachlässigt und wir wachen wieder etwas später auf, als wir wollen. Total gerädert packen wir unseren Krempel wieder irgendwie in die Taschen und dann gibt es noch ein flüssiges Frühstück in Form von Smoothie, Eiskaffee und Trinkjoghurt. Ein Taxi bringt uns in die Nähe des Flughafens zur Autovermietung Apollo, wo wir über das Reisebüro einen 4WD Adventure angemietet haben. Als wir dort ankommen, ist bereits die Hölle los und wir müssen elend lange warten, bis wir endlich dran kommen. Es wird uns noch eine 15-minütige DVD über die Handhabung des Autos und der Ausstattung gezeigt und dann bekommen wir unser Gefährt übergeben. Schon auf den ersten Blick ist zu sehen, dass es sich hier um ein altes Stück handelt, das nicht mal sehr gut gepflegt ist. Als der Vermieter dann die Tür zum „Wohnbereich“ öffnet, strömt von da ein Duft heraus, wie von einem Puff – ekelhaft, dieser süße Geruch! Hoffentlich vergeht das schnell, denn das ist ja nicht auszuhalten. Nach mehr als zwei Stunden können wir dann endlich unser Gepäck in den Wagen schmeißen und losfahren. Wir schlagen uns wieder bis ins Zentrum von Darwin durch zu Woolworth, den wir schon kennen, um den Großeinkauf für die nächsten Tage zu machen. Und das wird auch eine Herausforderung, denn bis wir alles so halbwegs gefunden haben, vergeht mehr als eine Stunde! Schnell noch eine Pizza gegessen und auf geht´s. Wir machen einen Abstecher zum East Point Reserve und dem Lake Alexander. Laut Reiseführer lohnt sich der Besuch des natürlichen Buschlandes erstens, weil unzählige Wallabies die Grasflächen bevölkern und zweitens es sich hier um ein Erholungsgebiet der Darwiner handelt. Tja Buschland gibt es wirklich dort, nur ist jetzt alles verdorrt und Wallaby hat sich aufgrund der Hitze auch keines blicken lassen. Der Lake Alexander ist ein schöner See, aber nach Baden ist uns noch nicht. Am Ende der Straße befindet sich ein Military Museum über die japanischen Bombardements von 1942. Von dort hat man einen schönen Blick auf Darwin und das türkise Meer. Die Fahrt aus Darwin hinaus ist da schon viel schöner, denn die Stadt ist sehr großzügig angelegt und man hat es wirklich geschafft, ein Leben im Grünen zu ermöglichen. Unzählige Eukalyptusbäume, viele Arten von Palmen, Hibiskus, Mangobäume und viele, viele mehr verleihen den Wohngegenden ein angenehmes Ambiente. Zurzeit blühen die Bäume und Büsche in den prächtigsten Farben und ihr Duft strömt durch die Straßen. Am Stadtrand thronen wunderschöne Villen, die mit Stil erbaut und viel Blumenschmuck dekoriert sind. Im Nu befinden wir uns auf dem Stuart Highway, den wir heute noch bis Batchelor fahren möchten. Anfangs geht es etwas stockend vorwärts, doch nach dem Abzweigen Richtung Westen befinden wir uns zeitweise allein auf der Straße. Der Highway zieht sich oft kerzengerade durch das Gelände und einmal müssen wir sogar ein prächtiges Exemplar eines Roadtrains überholen. Sollen uns die vielen zerrissenen Autoreifen, die überall herum liegen, beunruhigen? Neeeein! Da konzentrieren wir uns lieber auf die schöne Umgebung: grünes Gebüsch neben dem Straßenrand, rote Erde und dazu passend der blaue Himmel mit den Schäfchenwolken. Etwa 12 km vor Batchelor verlassen wir den Stuart Highway und mit einem Schlag wird die Straße schmäler und holpriger. Aber Wolfgang kann das nicht aus der Ruhe bringen; er hat bereits Spaß am Fahren mit diesem Gefährt gefunden. Einzig anstatt des Blinkers verwendet er des Öfteren den Scheibenwischer! Ist ja hier alles verkehrt angebracht! Gegen 18:00 Uhr checken wir im Batchelor Resort ein, einem schönen, weitläufigen Campingplatz. Schnell was gegessen und dann heißt es, den gesamten Krims-Krams verstauen. Und das ist echt schwierig, denn es gibt kaum Platz. Das Bett allein benötigt die halbe „Kabine“, etwas Geschirr, dann gibt es einen riesigen Küli (übrigens von der Fa. Engel aus Schwertberg) und ein paar kleine Luken unter der Sitzbank. Das war´s! Jetzt hausen wir halt wie die Zigeuner, aber wen stört´s! Um dreiviertelsieben begeben wir uns, ausgerüstet mit unseren Kameras, neben den Pool. Hier werden die wild lebenden Vögel gefüttert. Wir haben so eine Freude beim Beobachten der vielen Regenbogen-Lorris, den Galahs, weißen Kakadus, Pee Wees und noch einigen anderen, die wir nicht kennen. Ein Gekreische ist das, dass man sein eigenes Wort kaum versteht. Die Mundpropaganda unter den Vöglen funktioniert wunderbar, denn es werden immer mehr und jetzt müssen sie auch schon um den Futterplatz streiten. Plötzlich kommt Wind auf und die Luft fängt nach Rauch zu stinken an. Das Feuer dürfte aber in weiter Ferne sein, denn es kommt keine Hektik auf. Also verbringen wir den Rest des Abends gemütlich vor dem Auto und überlegen, was wir morgen so machen. Die Abendtoilette darf ich dann noch mit einem Frosch und Geckos verbringen. - [13.09.09 - Darwin](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw/darwin) - Wir sind wie tot in die Betten gefallen und haben uns nicht mehr gerührt, bis zu dem Moment, als es an die Tür klopft und das Zimmermädchen aufsperrt. Ach du meine Güte, es ist schon nach 11:00 Uhr! Noch blöd im Kopf wird erst mal geduscht. Dann müssen wir leider das ganze Gepäck auseinander nehmen, bis wir alles finden, was wir brauchen. Eine Seitengasse hinter unserem Hotel befindet sich ein McDonald und dort besorgen wir uns erst mal etwas Essbares und Wasser zu trinken. Dann schlendern wir durch die Smith Street, die Fußgängerzone. Es ist noch heißer, als einige Stunden zuvor und um uns zwischendurch ein wenig abzukühlen, flüchten wir in einen Souvenirladen. Kaum zu glauben, dass das jemand kauft, was es da alles gibt! Der Kern von Darwin ist klein und daher liegt hier das wirklich Sehenswerte sehr dicht beisammen. Nachdem wir die Ruinen der alten Town Hall, die heute in einem Park liegen uns angesehen haben, schlendern wir weiter bis zur Christ Church Cathedral, die 1902 erbaut, vom Wirbelsturm „Tracy“ 1974 zerstört und um den alten Kern 1976 wieder aufgebaut wurde. Die Kirche zieht uns vom ersten Augenblick in ihren Bann, denn sie ist von Glaswänden eingerahmt und man sieht seitlich ins Grüne hinaus. Als Altar dient ein alter, dicker Baumstamm und direkt dahinter befindet sich ein prachtvolles in blauem Mosaik gehaltenes Fenster. Daneben hängt ein schmuckvolles aus Metall gearbeitetes modernes Kreuz. Der gesamte Innenraum ist sehr schlicht, aber elegant gehalten. Gleich neben dem Eingang können die kleinsten Gläubigen ihre Zeit spielend verbringen oder ihre ersten Eindrücke in der Kinderbibel sammeln. Die Akustik ist echt der Hammer. Im Park daneben blühen weiße Frangipani-Bäume und ihr Duft begleitet und noch lange. Überall zwitschert und zirpt es, aber leider kennen wir den Namen der witzig aussehenden Vögel nicht. Dann fliegt wieder ein Schwarm bunter Regenbogenlorris über uns hinweg. Unser nächster Weg führt uns zum Gouvernment House, das aus Backsteinen errichtet wurde. Danach spazieren wir weiter durch die grüne Stadt bis zur Darwin Waterfront, das Erholungsgebiet der Darwiner. Mitten in einem Park hat man hier ein Wellen-Schwimmbad angelegt, das direkt neben dem Kai liegt. Nur ein paar Schritte entfernt und wir befinden uns direkt am Meer. Hier können Fischer ihr Glück versuchen. Wir unterhalten uns mit einem etwa 12-jährigen Burschen, der gerade einen vier Kilo schweren Fisch gefangen hat. Die Sonne brennt gnadenlos auf uns herab und deshalb flüchten wir uns am Stokes Hill Wharf in den Schatten. Hier wurden die alten Gebäude renoviert und es sind Fischrestaurants entstanden. Wie es hier duftet und was es hier alles zu Essen gibt! Auch die Möwen können dem Duft nicht widerstehen und warten lauernd, ob irgendwo was abfällt. Es herrscht hier eine echt kitschige Kulisse, das türkisblaue Meer und der hellblaue Himmel mit den Schäfchenwolken. Wir genießen eine Zeitlang die Atmosphäre und setzten dann unseren Rundgang fort. Das alte Gouvernment House wurde aus Holz errichtet und ist in weiß gestrichen. Es ist umgeben von einem schönen Garten und der Zaun wurde auch in Weiß gehalten. Dieser ist von außen noch mit einer pink farbigen Bougainvillea-Hecke umgeben. Am Nachmittag schlendern wir nach einem kurzen Blick ins Innere an der St. Marys Cathedral vorbei Richtung Mindil Beach. Hier kommen wir an einem Golfplatz vorbei, der von einem alten Friedhof und mit Mangobäumen umgeben ist. In Ketten hängen die Früchte herab, die aber leider noch nicht reif sind. Bevor wir zum Beach gehen, machen wir noch einen Abstecher in den Botanischen Garten. Am Eingang beobachten wir eine Aborigine-Frau, wie sie kleine, schwarze Samenkörner aufsammelt, während ihre beiden Kinder spielen. Im Park gibt es mehr als 400 Baumarten zu sehen, unter ihnen auch prächtige Exemplare von Flaschenbäumen. Auch hier vermischen sich die verschiedenen Düfte der blühenden Büsche und Bäumen. Danach schlendern wir noch zum angrenzenden Mindil Beach, wo heute der berühmte Nachtmarkt stattfindet. Ein wunderschöner Sonnenuntergang zeigt sein Spektakel, das von Hunderten von Menschen beobachtet und fotografiert wird. Innerhalb weniger Minuten taucht die rote Kugel ins Meer ab und es hätte nicht kitschiger sein können. Danach widmen wir uns dem Treiben rundherum. Unmengen Stände, die Trink- und Essbares anbieten, wechseln sich mit Handwerk ab. Wir können auch Aborigines beim Malen und Tupfen ihrer Bilder zusehen. Aber auch viel Kitsch und Tand kann man hier kaufen. Rund um den Markt haben die Menschen Tische und Bänke aufgestellt und veranstalten Picknicks. Auch Tingel-Tangel gibt es, damit die Kids beschäftigt sind. Und wem das nicht reicht, der kann sich auch massieren oder aus den Tarot-Karten seine Zukunft lesen lassen. Es wird musiziert, gequatscht und gechillt von Groß und Klein. Wir fühlen uns hier auch sehr wohl und können uns nur schwer losreißen. Da uns aber langsam die Müdigkeit übermannt, spazieren wir kurz vor neun Uhr abends wieder Richtung Hotel. Zuvor gehen wir noch bei Woolworth Getränke einkaufen. Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 06:30 bis 24:00 Uhr und Sonntag von 06:30 bis 23:00 Uhr! Na dann gute Nacht! - [11.09.-13.09.09: Anreise Linz – Frankfurt – Singapur – Darwin](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw/anreise-linz-frankfurt-singapur-darwin) - Na, das fängt ja schon gut an – wir sind noch gar nicht ins Flugzeug eingestiegen und haben schon Verspätung! Aber egal, ob wir die Zeit in Frankfurt absitzen oder hier! Apropos sitzen – gestern haben wir schon „langes Sitzen“ trainiert, denn wir waren in Traun in der Spinnerei bei einem Konzert von „The Dubliners“. Wow, die alten Herren haben eine Stimmung erzeugt und wollten gar nicht mehr aufhören zu spielen und singen. Als sie dann noch mit ihren alten Hits und Metallica-Songs auftrumpften, bebte die Halle komplett. Kurz vor 23:00 Uhr verabschiedeten sie sich nach drei Zugaben dann doch. Eine gute Stunde nach Abflug landen wir in Frankfurt, das gerade in schönes Abendlicht getaucht ist. Ein Wahnsinn, dieser Flughafen, nicht nur weil man mit einer eigenen Railway von einem Terminal zum anderen fährt, sondern auch, weil sie sich trauen für 0,75 l stilles Mineral 6 Euros zu verlangen! Und das dürfen wir dann aber nicht in den Flieger mitnehmen, sondern müssen es innerhalb weniger Minuten hinunter gurgeln oder als Spende abgeben! Bei der Sicherheitskontrolle wird Wolfgangs Kamera noch nach Sprengstoff durchsucht – Glück gehabt, sie finden nichts! Langsam macht sich Müdigkeit in uns breit und ein Blick auf die Uhr zeigt uns, dass es mittlerweile schon nach 22:30 Uhr ist. Zuhause würden wir schließlich schon das erste Couch-Nickerchen hinter uns haben! Doch mit Schlafen ist es noch lange nichts, denn erst müssen wir noch die restliche Zeit bis zum Weiterflug nach Singapur absitzen. Punkt Mitternacht bewegt sich dann der große Vogel der Quantas das erste Mal und kaum eine Viertelstunde später befinden wir uns auch schon auf dem Rollfeld und rollen und rollen. Moment mal, fahren wir etwas bis nach Singapur? Frankfurts Flughafen und die Umgebung sehen mit ihrem Lichtermeer wunderschön von oben aus. Damit ich nicht wie schon so oft wieder Probleme mit dem Druckausgleich bekomme, fahre ich diesmal volles Geschütz auf. Nachdem die Nasentropfen sich verteilt haben, werden auch die Ohren noch mit eigenen Ohrstöpseln versorgt – die ich, wie sich später herausstellt, nur wärmstens empfehlen kann. Unbedingt noch anzumerken ist auch, dass wir einen sehr angenehmen Sitznachbarn haben, denn das war einer unserer größten Sorgen! Nach dem Abendessen um 02:00 Uhr morgens heißt es dann gute Nacht und Ruhe geben. Doch mit Schlafen ist es nichts, denn wir können kaum ein Auge zu tun. Zwei Reihen vor uns „unterhält“ jemand mit einem Dauerhusten den Flieger und die gute Dame hinter uns reißt dauernd an meinem Sessel. Außerdem liegen unsere Sitzplätze direkt neben der Küche und da gibt es ständig was zu tun. Um 08:00 Uhr Ö-Zeit beschließen wir die Schlafversuche zu lassen und überbrücken die Zeit bis zum Frühstück mit dem zweiten Teil des Films „Nachts im Museum“ – echt lustig! Es bleiben noch etwa zwei Stunden Flugzeit und nach dem Frühstück wünscht uns der Pilot dann einen schönen Abend! Da rennt doch irgendwas verkehrt, oder? Nach der Landung in Singapur um 18:00 Uhr Ortszeit sind wir nun um sieben Stunden gealtert. Da wir in Linz nicht durchgecheckt werden konnten, müssen wir noch zum Check-In, um unsere Boarding Pässe zu holen. Danach ist der erste Gang zu den Toiletten, damit wir uns endlich mal frisch machen können. Jetzt heißt es wieder warten, warten, warten… Punkt 21:00 Uhr – wieder mit Verspätung – hebt die Maschine des Kooperationsfluges ab (JetAir - haben wir noch nie vorher gehört). Gleich nach dem Start beginnt es aus allen Ritzen zu rauchen und es wird innerhalb weniger Minuten kalt, als wären wir in einer Gefriertruhe. Wir sind beide froh, dass es wieder Nacht ist, denn wir sind mittlerweile so müde, dass uns die Augen zufallen. Also machen wir es uns kuschelig, so gut es geht – es stehen ja noch mehr als vier Stunden Flug am Plan. Übrigens, Essen und Trinken ist bei der JetAir extra zu bezahlen! Aber gut dass das von unserem Reisebüro schon mit gebucht wurde, denn der Hunger ist schon groß. Nachdem die Essensreste beseitigt sind, heißt es wieder Ruhezeit. Aber wer wirklich gedacht hat, dass er jetzt ein gemütliches Schläfchen machen kann, der hat sich ordentlich geirrt. Denn jetzt kommt erst die richtige Vorstellung aus einer interessanten Mischung von inbrünstigem Schnarchen, ununterbrochenem Babygeschrei und passend dazu ein Dauerhusten! Hört sich doch gut an, oder! Man hat dabei das Gefühl, dass jeder den anderen noch an Lautstärke übertrumpfen möchte! Und damit wirklich alle was davon haben, marschiert der Papi mit dem schreienden Kleinen unermüdlich den Gang auf und ab! Landung in Darwin ist um 02:50 Uhr Ortszeit, nachdem wir die Uhren um weitere eineinhalb Stunden nach vorne gedreht haben. Jetzt kommt noch der Kontroll-Marathon: Pässe, Quarantäne-Hündchen (ein süßer Kerl), Check des Emigrationstickets und zu guter Letzt das Gepäckröntgen. Als wir aus dem Flughafengebäude treten, gibt’s eine ordentliche Watschn, denn das 27 Grad warme Lüftchen schnürt uns den Atem ab. Der Taxifahrer erklärt uns bereits nach den ersten hundert Metern, dass wir auch seine Parkgebühr auf dem Flughafen zu bezahlen haben und das sind bereits 5,60 Dollar – na, können wir uns wehren? Nein, what shell´s! Wir wollen nur noch ins Bett – und das können wir dann auch kurz nach 04:00 Uhr. - [Australien - der Norden und Westen](https://www.bauer-seyr.at/australien-nw) - Doing, not dreaming – geträumt haben wir ja jetzt lange wieder. Da wir es vergangenen Herbst nicht geschafft haben, unsere Hochzeitsreise zu verwirklichen, war schnell die Entscheidung getroffen, wir verschieben diese um ein Jahr und fliegen dafür nochmal in das Land unserer Träume. Der erste Urlaub im Jahr 2002 im atemberaubenden Australien hat tiefe Eindrücke hinterlassen. Wir haben gerne erzählt, dass uns der „Australien-Virus“ erfasst hat, der dem Gehirn suggeriert „du musst nochmal dorthin…!“ Mal sehen, ob es uns gelingt, den Virus auszuheilen, sonst…! Diesmal fliegen wir Darwin an und hoffen, nach vier Wochen in Perth anzukommen, um von dort wieder nach Hause zu fliegen. Nach den vielen, interessanten Reiseberichten und den schönen Fotos, die wir inzwischen wieder in uns aufgesaugt haben, wird das echt eine tolle Reise! Ein Spaß wird auch das Fahren mit einem 4WD auf den Sandpisten. Wir sind schon neugierig, ob wir auch durch überflutete Straßen fahren müssen – spannend! Dieser unglaublich faszinierende Kontinent bietet das ideale Reiseziel für einen abwechslungsreichen, abenteuerlichen Urlaub. - [Bildergalerie Australien - der Osten und Süden](https://www.bauer-seyr.at/australien/bildergalerie-australien-osten-und-suden) - Bildergalerie Australien – Osten und Süden - [Unsere Reiseführer für Australien](https://www.bauer-seyr.at/australien/unsere-reisefuhrer) - Für 5 Wochen Australien reicht natürlich ein einziger Reiseführer nicht aus. Wir hatten deren drei, die uns auf der Reise begleiteten. tabletbody trtd iframe align=left src=http:rcm-de.amazon.deecm?t=reisevonsabin-21&o=3&p=8&l=as1&asins=3923716036&fc1=000000&IS2=1<1=_blank&lc1=0000FF&bc1=000000&bg1=FFFFFF&f=ifr style=width:120px;height:240px; scrolling=no marginwidth=0 marginheight=0 frameborder=0iframe td td strongAustralien Handbuchstrong Edgar P. Hoff Verlag: Reise Know-How (ISBN: 3-923726-03-6) 10. Auflage 2002 br Dicker Schinken mit super vielen Informationen. Der Allrounder, der ganz Australien abdeckt. Dieser Reiseführer war uns wichtig, da wir bei der Reise vorort ziemlich flexibel sein und nicht nur in einer Region bleiben wollten. Natürlich ist der Reiseführer nicht ganz so detailreich wie einer, der beispielsweise nur auf Queensland spezialisiert ist. Aber für unsere Zwecke absolut optimal und zu empfehlen. td tr tr tdiframe src=http:rcm-de.amazon.deecm?t=reisevonsabin-21&o=3&p=8&l=as1&asins=3770161017&fc1=000000&IS2=1<1=_blank&lc1=0000FF&bc1=000000&bg1=FFFFFF&f=ifr style=width:120px;height:240px; scrolling=no marginwidth=0 marginheight=0 frameborder=0iframe td td strongAustralien - Der Ostenstrong Anne Dehne Stefan Loose Verlag (ISBN: 3-922025-79-X) 2. Auflage 2001 br Dieser Reiseführer deckt den Osten von Australien hervorragend ab (New South Wales, Queensland, Zentral-Australien und Victoria). Das Kartenmaterial ist gut, die Tipps zu Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung der Hauptattraktionen sind sehr vielfältig. Manchmal war es etwas schwer, die Reiseroute zu planen, da teilweise die auf einer Seite beschriebenen Sehenswürdigkeiten in real life diametral weit auseinander lagen. Alles in allem aber ein detailreicher und empfehlenswerter Reiseführer. td tr tr tdiframe src=http:rcm-de.amazon.deecm?t=reisevonsabin-21&o=3&p=8&l=as1&asins=3405155223&fc1=000000&IS2=1<1=_blank&lc1=0000FF&bc1=000000&bg1=FFFFFF&f=ifr style=width:120px;height:240px; scrolling=no marginwidth=0 marginheight=0 frameborder=0iframe td td strongReiseführer Natur - Australien - Queenslandstrong BittmannFugger Verlag: BLV, 1999 (ISBN: 3-305-15522-3) br Der etwas andere Reiseführer, denn hier werden nicht die klassischen Sehenswürdigkeiten wie Gebäude, Museen usw. beschrieben. Bei diesem Reiseführer geht es ausschließlich um die Natur. Wo ist der schönste Ausblick auf das Meer, welche Pflanzen und Tiere findet man wo, wie entstanden die Glass House Mountains usw. Dieser Reiseführer hat nicht viele Seiten, aber wir haben uns hier einige tolle Plätze auf unserer Reise herausgesucht. tbody table - [Reiseroute Australien](https://www.bauer-seyr.at/australien/reiseroute-australien) - Übersicht über die Reiseziele und die gefahrenen Kilometer in Australien - [22.11.02 - Rückflug](https://www.bauer-seyr.at/australien/221102-ruckflug) - img class=alignleft size-full wp-image-324 title=Australien - Gepäck für die Rückreise src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr35notesimage2.jpg alt=Gepäck für die Rückreise width=408 height=306 Ein Shuttlebus holt uns um 10:00 a.m. vom Campingplatz ab und bringt uns zum Flughafen. Das Flugzeug hebt kurz vor Mittag ab und mit ein wenig Wehmut schauen wir ein letztes Mal aus dem Fenster. Nach fast drei Stunden erreichen wir wieder Sydney. Wir sind froh, dass die Flugzeit so schnell vergangen ist, denn als Sitznachbarn haben wir einen Kerl neben uns sitzen, der eine Duftwolke aus Alkohol, Rauch und Mundfäule ausströmt. Außerdem hört er den gesamten Flug lang Hardrockmusik und das so laut, dass mir danach der Kopf brummt. Hoffentlich bekommen wir auf dem langen Heimflug einen angenehmeren Flugnachbarn, damit wir nicht wieder so einen Horrortrip wie beim Herflug durchmachen müssen. Wir freuen wir uns schon auf das Service der Lauda Air, denn die Quantas war diesbezüglich nicht sehr berühmt. Aufgrund der wieder einmal anderen Zeitzone müssen wir die Uhren um 1½ Stunden nach vor stellen und somit vergeht die Wartezeit auf den Anschlussflug schnell. Kurz vor 07:00 p.m. heben wir in Richtung Kuala Lumpur ab. Die Flugzeit dorthin beträgt etwa 7:45 Stunden mit einer lokalen Ankunftszeit gegen Mitternacht (Sydneyzeit 2:40 a.m.). Wegen dieser Zeitverschiebung bekommen wir davor noch Lunch serviert, den ich aber dann verweigere. Schließlich kann man ja nicht ununterbrochen essen. In Kuala Lumpur dürfen wir knapp 45 Minuten die Füße vertreten“, bis die Maschine ihren Flug wieder fortsetzt. Ein paar Stunden später bekommen wir wieder zu essen; Dinner Lunch – das weiß man nicht mehr so richtig, schließlich ist es draußen ja die ganze Zeit dunkel - aber ausgezeichnet geschmeckt hat es (Henderl mit Schwammerl und Kartoffelpüree und als Nachtisch Apfelstrudel). Dann ist Schlafenszeit angesagt. Irgendwann mal werden wir ordentlich durchgeschüttelt, weil wir über dem Arabischen Meer vor Dubai in eine Schlechtwetterfront geraten sind und deshalb eine Ausweichschleife ziehen müssen. Unser Sitznachbar bewegt sich die gesamte Flugzeit kein einziges Mal von seinem Sitz, was für uns sehr angenehm ist. Wie er das schafft, ist uns schleierhaft, denn wir müssen von den vielen Getränken andauernd auf die Toilette! Getrunken hat er nur ein paar Colas zum Essen und sonst nichts. Außerdem tut ein wenig Bewegung den Füssen auch gut. - [21.11.02 - Fahrt nach Alice Springs](https://www.bauer-seyr.at/australien/211102-fahrt-nach-alice-springs) - Spät und müde erwachen wir. Nach dem Frühstück geht’s retour auf den Weg nach Alice Springs. Was für ein Glück wir mit dem Wetter gestern gehabt haben, stellt sich im Laufe der Fahrt heraus. Es wird nach anfänglichem schönen Wetter zunehmend bewölkt und stark windig. Erst bleiben wir noch öfter stehen, denn wir wollen noch so vieles auf Bildern festhalten; die schöne, rote Erde, die verbrannten Büsche oder ein paar Wüstenblumen, wie den violetten Schwarzwurz. Auch prächtige Exemplare der Desert Oaks (Wüsteneichen) glänzen in der Sonne. Dank der Nadelform der Wüsteneichen verdunstet weniger Wasser als bei herkömmlichen Blättern, was dem Baum auch ein Überleben in trockenen Gebieten ermöglicht. Selten werden diese Bäume jedoch höher als zehn Meter. Kurz nach 03:00 p.m. erreichen wir Alice Springs, wo wir uns erst einmal im Motel einquartieren. Danach bringen wir das Auto zurück (diesmal gibt es zum Glück keine Beanstandungen – das Kabel haben wir ja mit Zange und Feile repariert) Nach einem zweistündigen Gesundheitsschlaf packen wir zum letzten Mal unsere Taschen und Rucksäcke zusammen. Danach gehen wir eine kleine Runde spazieren. Nur allzu weit kommen wir nicht, denn der Campingplatz grenzt an einen steinigen Abhang und von dort hüpfen eine Menge Rock wallabies herunter. Diese wissen, dass sie von den Touristen gefüttert werden und so betteln sie natürlich nach Futter. Wir besorgen uns noch schnell zwei Sackerl mit Spezialnahrung an der Rezeption und versuchen, die hungrigen Geschöpfe satt zu bekommen. Mittlerweile sind noch andere Camper herangekommen und erfreuen sich auch an den süßen, kleinen Geschöpfen, die gar nicht genug bekommen können. Während ich eines füttere, kratzt mich ein anderes von hinten am Arm ich will auch etwas...“. Ein anderes kann es nicht mehr erwarten, bis es an die Reihe kommt, und steckt das ganze Kopferl in den Sack! Wir zählen 28 Wallabies, die teilweise sehr zerzaust aussehen, weil sie gerade ihr Fell wechseln. Das ist echt ein toller Abschluss des Tages und auch des gesamten Urlaubes. - [20.11.02 - Ayers Rock und Olgas](https://www.bauer-seyr.at/australien/201102-ayers-rock-und-olgas) - Kurz nach 05:00 a.m. weckt uns Lärm auf, weil draußen Autotüren zugeschlagen werden und ein Auto nach dem anderen wegfährt. Schnell, schnell aufstehen, wir müssen ja zum Sunrise Point fahren! Zuerst noch schnell auf die Toilette und dann brausen wir auch schon los. Nach ein paar Kilometern halten wir einmal kurz an, weil der Himmel aufgrund des Vollmondes prächtige Farbspiele bietet. img class=alignleft size-full wp-image-317 title=Australien - Ayers Rock Sunrise Point src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr33notesimage2.jpg alt=Ayers Rock Sunrise Point width=336 height=253 Wir werden von einigen Autofahrern angehupt und schimpfen zurück, bis wir merken, dass sie nur deswegen gehupt haben, um uns darauf aufmerksam zu machen, dass wir unser 10 Meter langes Stromkabel nachziehen! In der Eile des Aufbruchs haben wir beide vergessen, es abzustecken. Gott sei Dank ist nichts passiert und wir können zum Uluru weiterfahren. Unsere Hektik wird belohnt. Der Monolith verändert alle paar Minuten seine Farbe und erstrahlt in den schönsten Rottönen. Es sind wieder viele Menschen gekommen, um dem spektakulären Schauspiel beizuwohnen. Jetzt frühstücken wir erst einmal ausgiebig. Danach fahren wir zum Aboriginal Cultural Center, um uns in den Toiletteräumen zu waschen. Wir haben nicht im Traum daran gedacht, dass nach einem solchen schwarzen gestrigen Tag ein so schöner folgen würde. Wir ist überglücklich! Gegen 07:30 a.m. beginnen wir unsere Wanderung rund um den strongAyers Rockstrong. img class=alignleft size-full wp-image-318 title=Australien - 'The Brain' src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr33notesimage4.jpg alt='The Brain' width=180 height=240 Der Ayers Rock oder Uluru, wie die Eingeborenen ihn nennen, hat eine Höhe von 348 Meter, eine Länge von 3,4 Kilometer und einem Umfang von 8,8 Kilometer. Die Felsen sind sedimentäre Gesteine, die stark zementiert und deshalb härter als die umgebenden Schichten sind. Im Laufe der Jahrtausende hob sich das Gebiet und wurde gleichzeitig durch Wind-, Wasser- und Temperaturerosion abgetragen. Übrig blieben massive Felsen. Der Uluru weist keinerlei durchgehende Spalten auf und gilt daher bei vielen Experten als echter Monolith. Geologische Schätzungen gehen davon aus, dass nur die Spitze der Inselberge emporragt und sie sich vier bis fünf Kilometer fortsetzen. Das Alter des Berges wird auf 600 Millionen Jahre geschätzt. Seine rote Farbe erhält er durch die Oxydation von eisenhaltigen Gesteinsteilen. img class=alignright size-full wp-image-319 title=Australien - Grüner Busch in der Wüste src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr33notesimage6.jpg alt=Grüner Busch in der Wüste width=180 height=240 Der besondere Reiz von Ayers Rock ist seine mit den Tageszeiten wechselnde Farbe. Rottöne verschiedener Abstufungen und Schattierungen bis hin zu einem Leuchten“ faszinieren immer wieder von neuem. Es wird ein wunderschöner Tag heute, blauer Himmel mit Schäfchenwolken und Temperaturen um die 40°. Wir wählen Mutijulu als unseren Ausgangspunkt für die Umrundung des Uluru, um am Vormittag noch ein wenig Schatten zu haben. Zu Beginn der Wanderung ist die Vegetation um den Monolithen verbrannt, aber auch das hat etwas Wunderbares an sich. Auf den meisten Büschen sind bereits wieder grüne Triebe zu sehen. Wir durchqueren Wasserlachen, die vom gestrigen Regen entstanden sind, und erfreuen uns an der schönen Natur und dem Gezwitscher der Vögel. Ungefähr nach der halben Strecke kommen wir zur Kantju Gorge, einem ständig vorhandenem Wasserloch direkt am Fuße des Uluru, wo wir den Fröschen eine Weile zuhören. Dieser Platz ist einer von vielen mythischen Orten der Aboriginals in dieser Gegend. img class=alignleft size-full wp-image-320 title=Australien - Ayers Rock bei Mittagssonne src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr33notesimage7.jpg alt=Ayers Rock bei Mittagssonne width=349 height=262 Von weitem sehen wir schon, wie viele Menschen (wir zählen einmal 68) den Ayers Rock hinaufklettern –und das um 11:00 vormittags! – Solche Wahnsinnigen!!! Für den Auf- und Abstieg über den 1,6 km langen markierten Pfad braucht man 2 bis 3 Stunden. Herz- und Kreislaufkranken wird vom Aufstieg abgeraten. Bisher sind über 25 Menschen am Ayers Rock zu Tode gekommen, überwiegend durch Herzinfarkt. Die Aboriginal bekamen den Ayers Rock von der Regierung nur mit der Bedingung zurück, dass sie die Touristen hinaufsteigen lassen. Wir respektieren den Wunsch der Aboriginal, den heiligen Berg nicht zu besteigen, und erforschen lieber die interessanten Felsformationen, die Höhlen und die vielen Felsmalereien rund um den Uluru. Genau an der Stelle, wo sich die Aufstiegsstelle befindet, quert ein schön gezeichneter Goanna (Arugs- Waran) den Weg. Er beobachtet uns und wir ihn. Ob er gefährlich ist, das wissen wir nicht. Aber wir können schöne Fotos machen, weil er eine Zeit lang so ruhig dasteht. Kurz vor Ende der Umrundung sehen wir noch einmal solch einen Kerl. Wir erreichen unseren Ausgangspunkt nach mehr als 3,5 Stunden. Um uns ein wenig zu erholen, fahren wir noch einmal ins Aboriginal Cultural Center zurück und schauen uns die Ausstellung und einige Filme über ihre Kultur an. img class=alignleft size-full wp-image-321 title=Australien - Olgas src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr33notesimage8.jpg alt=Olgas width=240 height=180 So überbrücken wir auch die heiße Mittagssonne, bevor wir uns auf den Weg zu den strongOlgas strongmachen. Die Kata Tute, wie sie von den Aboriginals genannt werden, sind 36 einzelne Bergkuppen, die sich 32 km westlich vom Ayers Rock befinden. Sie erreichen eine Höhe von 546 Meter und erstrecken sich über eine Fläche von 36 km². Auch diese Gesteinsformationen sind etliche Millionen Jahre alt. img class=alignright size-full wp-image-322 title=Australien - Kleine Echse auf großem Stein src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr33notesimage9.jpg alt=Kleine Echse auf großem Stein width=190 height=181 Wir erkunden das Gelände auf der Rundweg Valley of the Winds“, eine 9 km lange Wanderung. Der Wanderweg“ ist nicht so leicht zu gehen, wie rund um den Uluru. Hier müssen wir Geröllwege überqueren und an manchen Stellen sogar ein wenig klettern. Aber dafür werden wir mit schönen Ausblicken belohnt. Im Gegensatz zum Ayers Rock, begegnen uns sehr wenige Touristen, aber natürlich wieder einige einheimische Tierchen. img class=alignleft size-full wp-image-323 title=Australien - Valley of the winds src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr33notesimage10.jpg alt=Valley of the winds width=196 height=261 Wir haben die Zeit, die wir für die Wanderung brauchen ein wenig unterschätzt. Uns geht das mitgeführte Wasser aus uns es ist noch über eine Stunde bis zum Parkplatz. Zum Glück können wir unsere Wasserflaschen an einer Zisterne nachfüllen. Schmeckt etwas nach Chlor, aber in der Not frisst der Teufel Fliegen“. Wir genießen die Wanderung, denn die Olgas sind so ganz anders als der Ayers Rock. Nach mehr als 3 Stunden erreichen wir den Parkplatz mit brennenden Füßen und ausgetrockneten Kehlen. Diesmal haben wir keine Zeit, um uns ein wenig auszurasten, denn wir müssen wieder zum Sunset Point des Uluru fahren. Das Wetter verspricht für heute einen schönen Sonnenuntergang und wirklich - wie im Bilderbuch verändert der Monolith seine Farbe alle paar Minuten. Je mehr sich die Sonne dem Horizont nähert umso roter wird das Gestein. Schnell ist die Sonne ganz verschwunden und wir glauben schon, dass das ganze Spektakel vorbei ist. Plötzlich verfärbt sich der Himmel noch einmal ins Rosarote und der Ayers Rock beginnt regelrecht aus dem Inneren heraus zu brennen“. Um das ganze auch nach dem Urlaub nachfühlen zu können, machen wir in Abständen von 15 Minuten immer wieder Bilder. Das gesamte Schauspiel dauert fast 1½ Stunden und wieder nehmen viele Menschen an diesem Naturwunder teil. Glücklich fahren wir in der Kolonne zum Campingplatz zurück und müde fallen uns schon bald die Augen zu. Danke lieber Kängurugott, dass du uns erhört hast, denn nach so einem verregneten gestrigen Tag hätten wir nicht einmal im Traum gedacht, dass wir heute so wunderschönes Wetter bekommen würden. - [19.11.02 - Fahrt zum Ayers Rock](https://www.bauer-seyr.at/australien/191102-fahrt-zum-ayers-rock) - Die vergangene Nacht in der Cabin ist schrecklich gewesen! Das Bett ist das reinste Sprungtrampolin und das Gezwitscher der Vögel viel zu laut um zu schlafen. Aber vielleicht ist ein wenig Müdigkeit eh nicht schlecht für den Flug nach strongAlice Springsstrong. Das viele Gähnen sorgt dafür, dass wir keinen Unterdruck in den Ohren bekommen. Das Flugzeug fliegt anfangs nicht sehr hoch, sodaß man von oben die verschiedenen Rottöne der Erde mitverfolgen kann. Wie ein bunter Fleckerlteppich erstreckt sich das Gelände unter uns und das Rot wird immer intensiver, je näher wir nach Alice Springs kommen. Das Northern Territory – die Wüste - ist eines der heißesten Gebiete Australiens und im Laufe der Reise haben uns schon viele Menschen erzählt, dass die trockene, heiße Luft beim Atmen sogar in den Nasenlöchern brennt. Als wir das Flughafengelände verlassen, hat es angenehme 27°, aber es ist stark bewölkt. Während wir auf das Taxi warten, beginnt es sogar zu nieseln. Wir sind ein wenig irritiert, denn eigentlich haben wir andere Wetterbedingungen erwartet. Ein Taxi bringt uns direkt zu Hertz, wo wir wieder unser Auto abholen. Ich frage nach dem Weather forecast und da erzählt die Dame, dass es am vergangenen Tag 40° gehabt hat, die letzte Nacht aber gewittrig und regnerisch gewesen sei. Heute soll es hot and stormy werden. Mal sehen, was uns das Wetter noch bringen wird. Nachdem wir noch den Woolworth geplündert haben, machen wir uns gleich auf den Weg zum Ayers Rock. Wir haben 440 km vor uns und die werden echt verrückt! img class=alignleft size-full wp-image-314 title=Australien - Unwetter in der Wüste src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr32notesimage3.jpg alt=Unwetter in der Wüste width=301 height=226 Wir amüsieren uns über das Hinweisschild am Anfang des Stuart Highways, auf dem darauf aufmerksam gemacht wird, dass auf dieser Straße Trucks mit einer Länge bis zu 53,7 Meter unterwegs sind. Wir haben kaum Zeit, darüber zu staunen, als wirklich ein Laster mit drei Anhängern an uns vorbei saust. Unser Auto schwankt vom Fahrtwind ordentlich hin und her und wir haben Mühe, unser Gefährt auf der Strasse zu halten. Außerdem fahren wir diesmal einen Mazda Campervan, der einfach nicht schneller als 90 kmh fahren will. Wenn´s einmal ein wenig bergauf geht, dann heißt es vorher Schwung holen und das Gaspedal voll durchtreten! Stoßdämpfer scheint das Auto überhaupt keine zu haben und nach wenigen Kilometern wissen wir, dass wir zu Hause wahrscheinlich einen Physiotherapeuten brauchen werden! Aber da müssen wir durch, schließlich wartet der Ayers Rock auf uns. img class=alignleft size-full wp-image-315 title=Australien - Unwetter in der Wüste src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr32notesimage4.jpg alt=Unwetter in der Wüste width=349 height=262 Mittlerweile ist es 02:00 p.m. und zu unserer Sorge ziehen immer mehr Wolken am Himmel auf. Schließlich beginnt es wieder zu regnen. Als es dann nach einiger Zeit sogar blitzt und donnert und der Regen in einen Schauer übergeht, beginnen wir mit Stoßgebeten: „Bitte, bitte lieber Känguru-Gott schick´ uns ein besseres Wetter, denn wir sind so weit geflogen und wir haben nicht sehr viel Zeit. Wir müssen in zwei Tagen Abschied von diesem wunderbaren Land nehmen und da brauchen wir noch schönes Wetter!“ Nach fast 200 km verlassen wir den Stuart Highway und biegen auf den Lassiter Highway ein. Wir fahren die gesamte Strecke durch, nur mit kurzen Pausen zum Auftanken und Klo-gehen. Die Tankfüllungen werden in der Wüste immer teurer und wir machen schon ein Quiz daraus, wer den Preis am besten schätzen kann. Während in Queensland ein Liter Unleaded 77 Cents und in Südaustralien 100 Cents kostet, klettern die Preise hier schon bis 120 Cents hinauf. Aber immer noch um sehr viel billiger als bei uns zu Hause. Ständig beobachten wir, wie sich das Wetter verändert und wir freuen uns schon sehr, als ca. 100 km vor dem Nationalpark der Regen aufhört und am Himmel kleine, blaue Flecken sichtbar werden. Die Wüste ist zwar bei Regen sehr mystisch anzusehen, aber wir können keine Wolken brauchen für den Sunset beim Ayers Rock (Uluru). Die Strecke führt vorbei an dunkelroter Erde mit vertrockneten und verbrannten Büschen. Kuhherden, ein paar Pferde und zwei Känguruhs sind zu sehen. Das ist alles! Nach fast 5 Stunden Fahrt - 4 davon bei Regen - erreichen wir endlich unser Ziel – das strongAyers Rock Ressortstrong. Wir haben noch genügend Zeit im Campingplatz einzuchecken und kurz ins Visitor Center zu schauen. Danach fahren wir zum Sunset Point und lauern, wie viele andere, auf den Sonnenuntergang. img class=alignleft size-full wp-image-316 title=Australien - Ayers Rock im Unwetter src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr32notesimage5.jpg alt=Ayers Rock im Unwetter width=299 height=224 Der Himmel wird immer dunkler und der Uluru immer schwärzer und schwärzer. Ein schauriges Spektakel, was uns da geboten wird. Zudem beginnt es wieder zu blitzen und ein kräftiger Wind kommt auf. Wir sind sehr traurig und machen uns große Sorgen, wie der nächste Tag werden wird. Bevor wir wieder zum Campingplatz zurückfahren, erledigen wir noch ein paar Einkäufe im Ressort. Wir sind vielleicht eine Stunde unterwegs, aber während dieser Zeit beginnt es wie „aus vollen Schaffeln“ zu schütten. Was nun? Wir müssen zum Auto laufen und kommen dort komplett durchnässt an. Schnell klettern wir über die Sitze und bauen unser Nachtlager auf. Wir können nur hoffen, dass es morgen besser wird. Nachts um 11:00 p.m. wache ich auf, weil meine Blase entleert werden will. Im Halbschlaf merke ich, dass es zu regnen aufgehört hat, der Asphalt schon trocken und kaum ein Wölkchen am Himmel zu sehen ist. Mit gutem Gefühl schlafe ich gleich darauf wieder ein. - [18.11.02 - Adelaide](https://www.bauer-seyr.at/australien/181102-adelaide) - Spät aufgestanden machen wir uns nach dem Frühstück auf den Weg ins Zentrum. Wieder fahren wir mit dem Gratisbus eine Weile mit, aber wir müssen bald aussteigen. Die Aircondition ist so extrem kalt, dass es kaum auszuhalten ist. img class=alignleft size-full wp-image-313 title=Australien - Holy Trinity Church src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr31notesimage2.jpg alt=Holy Trinity Church width=189 height=252 So spazieren wir das letzte Stück zu Fuß bis zur Holy Trinity Church. Sie wurde 1838 als erste anglikanische Kirche der Stadt gebaut, der Kirchturm in England vorgefertigt und per Schiff hierher gebracht. Leider ist heute Montag und deshalb ist die Kirche verschlossen. Es ist uns schon ein paar Mal aufgefallen, dass viele Kirchen nur sonntags geöffnet sind. Aber wenn man im Urlaub ist, beachtet man leider nicht, welcher Tag gerade ist. Daher beschließen wir, einen Relaxtag einzulegen und ein wenig shopping zu gehen. Auf dem Rückweg zur Shopping Mall kommen wir noch bei der Town Hall vorbei. In der Fußgängerzone musizieren ein paar Aboriginals und ein Gaukler bastelt aus Luftballons verschiedene Blumen- und Tierkreationen. Wir schlendern durch die einzelnen Geschäfte der Shopping Mall. Sommerkleidung wollen wir uns keine mehr kaufen, Souvenirs gibt es nicht sehr viele zu finden und außerdem weihnachtet es überall schon sehr. Deshalb kehren wir unverrichteter Dinge zum Campingplatz zurück. Wir buchen uns an der Rezeption eine Cabin und räumen alle unsere Sachen aus dem Auto um. Danach fahren wir direkt zu Hertz, um das Auto zurückzugeben. Wegen des Unfalles müssen wir einen seitenlangen Unfallbericht ausfüllen, der teilweise für uns ein wenig unverständlich ist. Wir diskutieren mit Randall, dem Bürovorsteher, über die Kaution, die wir am Beginn der Reise hinterlegen mussten. Diese wird nämlich eingezogen und wir bekommen sie erst wieder rückerstattet, wenn die Versicherung des Unfalllenkers die angefallenen Kosten bezahlt und das kann schon einige Monate dauern. Wenn nicht bezahlt wird, dann sehen wir unser Geld auch nicht mehr! Außerdem weigert er sich, uns die Meilen auf unsere Miles-and-more-Karte zu buchen. Also, das scheint keinen guten Ausgang zu nehmen. Wir werden daheim auf jeden Fall Rücksprache mit unserem Reisebüro halten, die Meilen brauchen wir schließlich für den Gratisflug in unseren nächsten Urlaub! - [17.11.02 - Adelaide](https://www.bauer-seyr.at/australien/171102-adelaide) - Der lange Schlaf hat uns gut getan, er wird aber durch das Kreischen vieler Galahs am frühen Morgen unterbrochen. Nachdem wir gepackt und bezahlt haben, fahren wir in Richtung Adelaide. Die kurze Strecke ist auch bald geschafft und kurz vor Mittag checken wir wieder in einem Campingplatz ein. Nach einer kleinen Stärkung marschieren wir ins Zentrum von strongAdelaidestrong. Unser Besichtigungsdrang wird aber leider bald gebremst, denn wir müssen schon nach kurzer Zeit feststellen, dass es hier nicht sehr viel zu besichtigen gibt. Adelaide ist die Hauptstadt von South Australia und wurde 1836 gegründet. Die Innenstadt ist zwar von schönen Parks umgeben, aber die strenge Architektur lässt eher den Vergleich mit einer Finanzmetropole, als mit einer Gartenstadt zu. Es gibt hier einen kostenlosen Bus, mit dem wir eine kleine Rundfahrt durch die Stadt machen. Am Victoria Square steht eine Statue von Queen Victoria und im angrenzenden Park ein interessanter Brunnen aus dem Jahr 1963, errichtet für den Besuch von Queen Elisabeth II. Ein wenig Abkühlung finden wir dann in der Cathedral of St. Francis Xavier. Im Government House ist Tag der offenen Tür, zur Besichtigung für die Öffentlichkeit. Wir sind zwar keine Südaustralier, aber die Räumlichkeiten interessieren auch uns sehr. Vor dem Seiteneingang spielt eine Band und es kommen sehr viele Menschen mit Kleidung aus dem vorigen Jahrhundert. Laut schallt eine australische Hymne durch den Garten ...I am, you are, we are Australians... Es herrscht eine besondere Stimmung und auch hier spüren wir, wie schon in ganz Australien, eine herzliche Freundlichkeit. Die angenehme Atmosphäre nehmen wir tief in uns auf, der ganze Stress und die Hektik von zuhause verflüchtigen sich hier. Das Old Parliament House von 1855 und das neue Parliament House von 1883 können wir nur von außen besichtigen. Im ehemaligen Bahnhofsgebäude ist heute das Casino untergebracht. img class=alignleft size-full wp-image-312 title=Australien - Weihnachtsmann src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr30notesimage4.jpg alt=Weihnachtsmann width=180 height=240 Zum Schluss marschieren wir noch einmal die Shopping Mall auf und ab und belustigen uns ein wenig an der Weihnachtsdeko. 35° im Schatten und alle Menschen sind mit kurzen T-Shirts unterwegs da passen die Schneemänner irgendwie nicht so richtig ins Bild. In einem Monat ist Weihnachten. Mit diesem Gedanken tun wir uns sehr schwer, denn schließlich machen wir ja gerade Sommerurlaub und Weihnachten kommt doch erst, wenn es draußen kalt ist und Schnee liegt! Irgendetwas stimmt da nicht so ganz! Etwas geschafft und müde, wahrscheinlich auch schon von den vergangenen vier Wochen, schlendern wir erst gemütlich durch die Botanical Gardens und dann durch den Park in Richtung Campingplatz. In dem riesigen Park spenden viele große Bäume Schatten. Unter fast jedem Baum sitzt eine Gruppe von Leuten, ausgerüstet mit Tisch und Sesseln, Getränken und allerlei zu Essen. Man merkt, dass sie Spaß haben und sich wohlfühlen. Eine Gruppe ist uns schon auf dem Hinweg in die Stadt aufgefallen, da sie mit ihren Musikinstrumenten ausgerüstet (sogar eine Harfe war dabei) irische Musik zum besten geben. Als wir kurz stehen bleiben, werden wir auch gleich von ihnen eingeladen, ihnen Gesellschaft zu leisten. Ein anderer bringt uns Cider zu trinken und von einer Dame bekommen wir auch noch Wassermelone angeboten. Wir unterhalten uns mit einigen von ihnen lange Zeit und erfahren, dass es sich um irische Einwanderer handelt, die schon seit mehr als 30 Jahren in Australien leben. Nach mehr als einer Stunde verabschieden wir uns von der gemütlichen Gesellschaft. Es ist ein netter Ausgleich zur kargen Besichtigungstour gewesen. - [16.11.02 - Kangaroo Island](https://www.bauer-seyr.at/australien/161102-kangaroo-island) - Schnupfen und Halsschmerzen machen sich bemerkbar, denn die Kälte hier im Süden macht uns ganz schön zu schaffen. Da heißt es jetzt, wärmer anziehen und Vitamine schlucken! Der Bus steht bereits vor der Tür und um 07:40 a.m. ist Abfahrt in den Süden der Insel zur strongSeal Baystrong. Hier kommen die Seelöwen nach dem Fischen an den Strand, um zu schlafen. Wir befinden uns sozusagen im Schlafzimmer der Tiere, wie uns der Ranger erzählt. Werden sie zu sehr gestört, können sie nicht genug Energie für die notwendige Nahrungsbeschaffung sammeln und die Tiere werden mehr und mehr geschwächt. img class=alignleft size-full wp-image-308 title=Australien - faule Seelöwen src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr29notesimage2.jpg alt=faule Seelöwen width=372 height=291 Die australischen Seelöwen, die hier beheimatet sind, gehören zur Familie der Ohrenrobben und erreichen Längen von 2 bis 2,5 Metern und ein Gewicht von ca. 100 kg die Weibchen und bis zu 300 kg die Bullen. Zur Zeit leben zwischen 3.000 und 5.000 Seelöwen an der Küste. Um diese Population von Tieren nicht zu verringern, dürfen Touristen nur in Begleitung eines fachkundigen Guide an den Strand. Das wir alle in einer Gruppe zusammenbleiben müssen, ist unseren lieben japanischen Teilnehmern nicht so leicht beizubringen, denn diese müssen sich ja immer direkt vor dem Motiv in Pose werfen. Es bedarf schon mehrerer Ermahnungen durch den Guide, um die Gruppe beisammen zu halten. Für uns ist es ein erhebendes Gefühl, diese Tiere so nahe zu sehen. Wir beobachten ihre Spiele und Machtkämpfe mehr als eine Stunde. Das Wetter wird immer wärmer und nach und nach schälen wir uns aus den Jacken und Pullis. img class=alignright size-full wp-image-309 title=Australien - Sanddüne src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr29notesimage6.jpg alt=Sanddühne width=179 height=239 Unser Bus setzt sich wieder in Bewegung in Richtung strongLittle Saharastrong“. Das ist eine große, weiße Sanddüne inmitten des Busches, die sich langsam angesammelt hatte. Diese Düne bewegt sich fast nicht mehr, sie verändert sich nur ein wenig je nach Windrichtung. Wir ziehen unsere Schuhe aus, spazieren ein wenig im weichen Sand herum und klettern auf den höchsten Punkt der Düne. Von dort haben wir einen wunderbaren Blick bis zum Meer. Obwohl hier weit und breit nur Sand liegt, wachsen trotz allem die verschiedensten Büsche und Blumen. Nach dem 10-Uhr-Tea werden wir zur strongHanson Baystrong gefahren, wo sich das Koala Sanctuary befindet. Hier leben ca. 25 Koalas in freier Wildbahn, sind aber registriert und werden beobachtet. img class=alignleft size-full wp-image-310 title=Australien - Koala am Baum src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr29notesimage7.jpg alt=Koala am Baum width=180 height=240 Wir erblicken einige der Tiere hoch oben in den Astgabeln, wo sie in den lustigsten Stellungen schlafen. Es gab Zeiten, da war der Bestand an Koalas auf der Insel mit über 5.000 so groß, dass es nicht genügend Eukalyptusbäume gab. Die Bäume konnten sich gar nicht so schnell regenerieren, weil sie bis zum Wipfel abgefressen waren. Möglichkeiten der Umsiedelung auf das Festland wurden deshalb diskutiert. img class=alignright size-full wp-image-337 title=Australien - schöner Yacca-Busch src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustralien4simage9.jpg alt=schöner Yacca-Busch width=239 height=179 Next Stop: strongYacca Flatstrong. Inmitten wunderschöner Yacca´s grillt unser Guide saftige Steaks für uns, während wir spazieren gehen – immer mit der Warnung des Ranger im Hinterkopf, uns ja nicht zu verlaufen, weil hier giftige Schlangen auf uns lauern! Die Yacca´s bewegen sich in der leichten Windbrise und bekommen durch die Sonne einen schönen Glanz. Sie sehen aus wie große Grasbüschel sind, sind aber über 2 Meter hoch und stechen wie Kakteen. Mittlerweile ist das Thermometer über 30° gestiegen und es bläst kein Lüftchen mehr. Da ist es ganz angenehm, ein wenig im Bus zu sitzen und die Aircondition zu genießen. Unsere Reise führt uns weiter in den strongFlinders Chase Nationalparkstrong, dem südwestlichen Teil der Insel, gleichzeitig mit fast 74.000 ha Südaustraliens größter Nationalpark. Die Strecke ist wie eine Hochschaubahn, rauf-runter mit starken Kurven. Da erschrecken wir uns einmal gewaltig, als unser Fahrer wegen eines Warans, der gemütlich die Straße überquert, plötzlich bremsen muss. img class=alignleft size-full wp-image-311 title=Australien - Remarkable Rocks src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr29notesimage10.jpg alt=Remarkable Rocks width=239 height=179 Am Ende des Boxer Drives sehen wir schon von weitem die beeindruckenden strongRemarkable Rocksstrong. Das sind bizarre Felsformationen, die durch Wind- und Wassererosion ihre kuriosen Formen erhielten. Wir interpretieren diverse Tiere, wie Schweinchen oder Vögel in die Gesteinsformen hinein. Als dann die Leute von zwei großen Bussen ausgeladen werden, fahren wir weiter bis zum strongCape du Couedicstrong, wo am Hügel ein malerischer Leuchtturm und an der Brandung des Meeres der Admirals Arch zu finden sind. Entlang eines Boardwalks und anschließenden steilen Treppen steigen wir hinab zu einem beeindruckenden natürlichen Gesteinsbogen, durch den man einen atemberaubenden Ausblick auf das Meer hat. Seelöwen aalen sich in der Sonne oder spielen mit den Wellen. Ein nettes Schauspiel, was uns da geboten wird. Auf der langen Rückfahrt nach Penneshaw unterhalten wir uns mit Sonja, einer Burgenländerin, die wir auf der Tour kennen gelernt haben. Da ihre Eltern in Purbach Weinbauern sind, machen wir gleich ein Treffen fürs nächste Jahr aus. Gute Verbindungen - Wein betreffend - kann man nie genug haben! Auf der Fähre schauen wir uns die gedrehten Filme an und können so die vergangenen wunderschönen Tage auf unsere Art noch einmal erleben. Good-bye Kangaroo Island, it was great! Wir kehren zum selben Campingplatz zurück, wo wir Tage zuvor schon einmal waren und es ist schön, dass uns der alte Mann gleich wiedererkennt. Wir sind gezwungen, sehr bald schlafen zu gehen, denn nach zwei Tagen Standzeit unseres Autos, funktioniert die Batterie für das Licht nicht mehr. Der Stromanschluss lässt uns auch seit einer Woche im Stich, wahrscheinlich eine Folgeerscheinung des Unfalles. Gut, dass wir das Auto bald zurückgeben können. - [15.11.02 - Kangaroo Island](https://www.bauer-seyr.at/australien/151102-kangaroo-island) - Frühmorgens vom Gezwitscher der Vögel geweckt, vollziehen wir unsere morgendlichen Rituale (waschen,...). Kurz nach 08:00 a.m. gehts ab zur Anlegestelle der Fähre, die eine Stunde später ablegt. Der Himmel ist mit dicken Wolken verhangen und es bläst kräftiger Wind. Wir sind froh, dass wir unsere Jacken anhaben. Auf strongKangaroo Islandstrong angekommen, sollen wir von einen Shuttledienst abgeholt werden, doch anscheinend hat man auf uns vergessen. Nach einem Telefonat bekommen wir dafür einen Extratransfer. Kangaroo Island ist Australiens drittgrößte Insel (156 km Länge, 57 km Breite) und befindet sich 110 km südwestlich von Adelaide. Bis vor 9.500 Jahren war die Insel noch mit dem Festland verbunden. Durch die Trennung konnte sich eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt entwickeln. Biologen haben allein 40 endemische Pflanzenarten entdeckt. Das sind Arten, die sonst nirgendwo anders auf der Welt vorkommen. Als 1802 Matthew Flinders Kangaroo Island entdeckte, war die Insel noch unbewohnt. Zur Zeit leben etwa 4.000 Menschen auf der Insel. Wir checken in einer Jugendherberge ein und kurz danach geht die Wilderness Encounter Tour auch schon los. Mit einem kleinen Bus und insgesamt 13 Teilnehmern werden wir von Penneshaw erst in den Norden der Insel (Kingscote) chauffiert. Dort wird uns erst einmal ein Morning Tea gereicht (very british) und wir können dabei Pelikane beim Sonnenbaden beobachten. Es gibt zwar auf der Insel auch asphaltierte Straßen, aber den Großteil der Strecke fahren wir auf unsealed roads. Da wackelt es ordentlich hin und her. Es ist uns unverständlich, dass die Japaner, die mit uns die Tour machen, sich in den Bus setzen und gleich schlafen können! Das Wetter wird von Stunde zu Stunde immer wärmer und bereits zu Mittag können wir unsere Jacken ausziehen. Unsere Abenteuerlaune wird durch das Fahren auf den „Hochschaubahnen und Wellblechpisten noch gesteigert. Wir steuern nach und nach einige Buchten mit schönen, weißen Sandstränden und türkisblauem Meer an. Für das Mittagessen chauffiert uns unser Guide mitten in den Busch, wo wir Sandwiches zu essen bekommen. Am Nachmittag reiten wir per Bus zum Parndana Wildlife Park. Wir werden gleich in das Gehege der Känguruhs gebracht, wo wir die Tiere füttern dürfen. Das Kangaroo Island Känguruh ist eine eigene Rasse, die es nur auf dieser Insel gibt. Sie haben graubraunes und längeres Fell, daher ist es weicher, als die anderen Arten. Sein Fell fühlte sich an wie das einer Katze. Wir können gar nicht genug bekommen, als wir dann auch hier eine Mami mit ihrem Joey im Beutel sehen. img class=alignleft size-full wp-image-306 title=Australien - Koalamama mit Baby src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr28notesimage4.jpg alt=Koalamama mit Baby width=231 height=308 Danach geht es ab zum Koalastreicheln. Mit Ausnahme einer Koalamami und ihren zwei Babys schlafen aber alle. Das kleinere Baby klettert auf den Rücken seiner Mami herum und alle sind entzückt von dem Schauspiel. Neben den vielen anderen Tieren hat es uns auch der Vogelkäfig mit den vielen bunten Geschöpfen angetan. Man kann direkt bei ihnen durchgehen und fotografieren, was sich aber manchmal als ein wenig schwierig herausstellt. Die süßen Tierchen bleiben natürlich nicht ruhig sitzen, damit wir unsere Bilder machen können. Leider haben wir, wie es bei Reisegruppen so ist, nicht sehr viel Zeit und wir müssen wieder aufbrechen. Unsere Fahrt führt uns weiter bis zur Stokes Bay. Den Strand erreichen wir nur, indem wir durch eine Felsschlucht klettern. Glasklares Wasser soweit das Auge reicht und das noch mit Badewannentemperatur! Es ist inzwischen später Nachmittag geworden und unsere Fahrt führt wieder zurück zum Ausgangspunkt, der Jugendherberge. Kurz davor dürfen wir noch den Prospect Hill hinaufklettern, um die Aussicht auf Insel und Meer und die untergehende Sonne ein wenig zu genießen. img class=alignright size-full wp-image-307 title=Australien - Pinguine src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr28notesimage5.jpg alt=Pinguine width=280 height=251 Gegen 08:00 p.m. treffen wir uns alle im Pinguin-Center, wo wir einen kurzen Vortrag über die verschiedenen Arten und das Verhalten der Tiere bekommen. Abends bei Dämmerlicht kommen die Fairy Penguins aus dem Meer und kehren in ihre Höhlen bzw. Brutstätten zurück. Diese Pinguinart, die hier lebt, ist die kleinste, die es gibt. Nach dem theoretischem Teil führt uns der Ranger mit einer Rotlichtlampe entlang eines Boardwalks zu den Nestern. Es ist so lustig zuzusehen, wie die süßen, kleinen Tiere an Land watscheln, stehen bleiben und uns beobachten. Schimpfend watscheln sie weiter und rempeln sich dabei gegenseitig an. Komplett durchfroren huschen wir zwei Stunden später auf unsere Zimmer und verschwinden gleich in den Betten. - [14.11.02 - Granite Island](https://www.bauer-seyr.at/australien/141102-granite-island) - Verschlafen und wieder mal etwas später als geplant sind wir heute aufgebrochen; wir wollen einen Relaxe-Tag einlegen. Knappe 35 km haben wir nur bis strongVictor Harbourstrong zu fahren. Dort angekommen buchen wir im Visitor Center unsere 2-Tages- Tour für Kangaroo Island, die wir morgen antreten wollen. Dabei werden wir tatkräftig von zwei netten älteren Ladies den Guides des Centers unterstützt. img class=alignleft size-full wp-image-302 title=Australien - Granite Island src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr27notesimage2.jpg alt=Granite Island width=240 height=180 Danach überqueren wir die schmale Brücke, die nach strongGranite Islandstrong führt. Wir beginnen hier den Rundweg, der mit interessanten Schau- und Informationstafeln ausgestattet ist. Hinter den abgerundeten Steinen, die am Ufer der Insel liegen, haben Pinguine ihre Nester gebaut und bei genauem Schauen entdecken wir auch ein paar der kleinen Geschöpfe. Nach dem anfänglichen Anstieg hat man von oben eine wunderbare Aussicht auf das Festland. Auf der Insel selbst wachsen nur ein paar niedrige Büsche, Mittagsblumen und golden glänzt das vertrocknete Gras. Um uns herum schwirren die Möwen und das Meer peitscht gegen die Felsen. Nur schade, dass es sehr windig ist, wir würden uns gerne einmal hinsetzten und die schöne Landschaft so richtig genießen. Aber dafür ist es zu kalt. img class=alignright size-full wp-image-303 title=Australien - Tannenzapfenskink src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr27notesimage4.jpg alt=Tannenzapfenskink width=240 height=180 Auf dem Rückweg begegnen uns noch lustige Tannenzapfenskinks. Denkt man sich die Füße weg, sehen sie wirklich aus wie große Zapfen. Nach der Wanderung schauen wir nochmals im Visitorcenter vorbei, um uns gleich über Adelaide unserem nächsten großen Ziel in 3 Tagen zu erkundigen. Mit einem Sack voller Prospekte und mit mehr als einer Stunde Verspätung verlassen wir das Center. Die älteren Damen und Herren, die darin arbeiten, haben eine solche Freude mit uns Touristen, dass sie lange mit uns über alles mögliche quatschen. img class=alignleft size-full wp-image-304 title=Australien - Schnabeligel src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr27notesimage6.jpg alt=Schnabeligel width=200 height=266 Auf der Fahrt nach Cape Jervis sehen wir außer vielen Rosakakadus, schwarzen Kakadus und Möwen auch den entzückenden Echidna, den Schnabeligel. Er ist neben der Straße unterwegs und auf der Suche nach Nahrung. Während des Fotografierens läuft er uns immer weg, bis er seinen Ameisenhaufen gefunden hat. Mit seinen kräftigen schaufelähnlichen Vorderfüßen gräbt er den Bau auf und sammelt mit seiner klebrigen Zunge die Ameiseneier auf. Da der Echidna keine Zähne hat, zermalmt er die Beute mit der Zunge. Der Schnabeligel gleicht dem Verhalten und Aussehen nach dem europäischen Igel, ist aber keineswegs mit ihm verwandt. Wie vorm Fernseher sitzend sehen wir dem Kerlchen eine Weile zu, so fasziniert sind wir von ihm. Cape Jervis erreichen wir gegen 06:00 p.m. Dort mieten wir uns in einem privaten Campingplatz ein, wo ein alter Mann seinen Bauernhof ein wenig umfunktioniert hat. Es gibt hier neben Schafen und Hasen Hunderte von Vögeln, die einen Riesenlärm veranstalten. Natur pur, aber es ist schön hier! Am Abend erleben wir wieder einen eindrucksvollen Sonnenuntergang. Die gesamte Landschaft ist in goldenes Licht getaucht und in der Wiese vor uns hoppeln die Hasen davon. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-305 title=Australien - Abendstimmung am Bauernhof src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr27notesimage7.jpg alt=Abendstimmung am Bauernhof width=384 height=288 p - [13.11.02 - Barossa Valley](https://www.bauer-seyr.at/australien/131102-barossa-valley) - img class=alignleft size-full wp-image-298 title=Australien - 'bottle brush' (Flaschenputzerbaum) src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr26notesimage1.jpg alt='bottle brush' (Flaschenputzerbaum) width=161 height=216 Unser heutiges Ziel, das strongBarossa Valleystrong erreichen wir gegen Mittag. Es ist sehr windig und kühl, sodaß wir wieder leichte Jacken tragen müssen. Die Temperaturen sind im Süden kühler und das zeigt sich auch in der gesamten Vegetation. Während im Norden der Frühling schon fast in den Sommer übergegangen ist, stehen hier die Büsche und Bäume gerade in schönster Blüte. Sattgrüne Weinberge wechseln sich mit der Blütenpracht ab. Lange Alleen der leuchtend roten bottle brushes (Flaschenputzer) strahlen schon von weitem und vor jedem Haus blühen riesige Rosenbüsche. img class=alignright size-full wp-image-299 title=Australien - Barossa Valley src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr26notesimage4.jpg alt=Barossa Valley width=239 height=180 Das Barossa Valley liegt 50 km nordöstlich von Adelaide und erstreckt sich auf ca. 73 km². Anfang des letzten Jahrhunderts versuchten Siedler aus Schlesien hier Fuß zu fassen, sodaß man das Gebiet ursprünglich „Neu Schlesien nannte. Der Name Barossa stammt von Adelaides Stadtvater William Light, der das Tal mit dem südspanischen Valle del Bar Rosa (Rosenhügel) verglich. Die ersten Siedler ließen sich im Barossa Valley nieder, um Tabak anzubauen. Aber schon 1850 wurde der erste Wein gekeltert. Heute noch erkennt man bei den 36 Weinbaubetrieben und rund 50 Weinkellern typisch deutsche Traditionen. In strongNuriootpa strongkaufen wir uns in der Konditorei Linke (auch deutscher Abstammung) einen köstlichen Bienenstich, der so gut schmeckt, als wäre er von zu Hause! img class=alignleft size-full wp-image-300 title=Australien - altes Foto des ersten deutschen Lehrers src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr26notesimage6.jpg alt=altes Foto des ersten deutschen Lehrers width=90 height=120 Danach besichtigen wir das alte strongLuhrs Pioneer German Cottagestrong, wo der erste deutsche Lehrer des Tals wohnte. In einem winzigen, niedrigen Häuschen (Achtung Kopf einziehen!) sind allerlei Ausstellungsstücke zu finden: die Wände voller Fotos, altes Mobiliar und Geschirr, viele deutschsprachige Bücher und Briefe und natürlich auch Kleidungsstücke. Im Keller steht eine alte Totenbahre und eine Menge Handwerkzeug. Als wir während einer Rundfahrt entlang des tourist drives zufällig beim Weingut Seppelt vorbeikommen, beschließen wir spontan, dort auch einzukehren. Seppelt gehörte zu den ersten, der im Barossa Valley Weinanbau betrieb. Noch heute können in dem von Palmen umsäumten Gut hundertjährige Weine erstanden werden. Seppelt exportiert in 44 Länder, vor allem in die USA. Die Wohn- und Lagerhäuser der Seppelt Winery zählen zu den schönsten des Tales. Seppelt exportiert in 44 Länder, vor allem in die USA. Die Wohn- und Lagerhäuser der Seppelt Winery zählen zu den schönsten des Tales. Es ist ein großer Unterschied zwischen Weinverkostung hier und in Österreich. Man sitzt nicht gemütlich in einer Stube, sondern befindet sich in einer Fabrik, steht an einer Theke mit vielen anderen und verkostet was man möchte - reine Massenabfertigung. Ein paar gute Flascherl (Shiraz und Chardonnay) nehmen wir uns natürlich auch mit. Den Abschluss unseres schönen Tages bildet die Fahrt nach strongSpringtonstrong, denn dort wächst der gewaltige strongHerb Family Treestrong. Das ist ein hohler Eukalyptusbaum, der zwischen 1855 und 1860 Neuankömmlingen als vorübergehende Bleibe diente. Bis zu zwölf Leute suchten gleichzeitig darin Unterschlupf. Der Stamm dieses Baumes hat gewaltige Ausmaße und ist innen vollkommen ausgehöhlt. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-301 title=Australien - Herb Family Tree src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr26notesimage7.jpg alt=Herb Family Tree width=197 height=262 p - [12.11.02 - Fahrt nach South Australia](https://www.bauer-seyr.at/australien/121102-fahrt-nach-south-australia) - Etwas später als sonst geht es heute auf die Piste und es scheint, als gehöre der gesamte Highway uns allein. Hin und wieder begegnen uns Trucks auf der zeitweise kilometerlangen schnurgeraden Straße. Anfangs passieren wir wieder schöne tiefrote Felder und goldene Getreidefelder. Aber ca. 70 km vor Hay beginnt die braune Wüste mit verdorrten Büschen. img class=alignleft size-full wp-image-296 title=Australien - Felder src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr25notesimage2.jpg alt=Felder width=240 height=180 Die Fahrt wird richtig öde. Da finden wir kleine Unterbrechungen, wie eine Baustelle mit einem Follow-me-car, ganz abwechslungsreich. Dort müssen zwei Leute, jeder an einem Ende der Baustelle, den ganzen lieben langen Tag mit einem Schild stehen und dem Autofahrer zeigen, ob er stoppen oder langsam durchfahren darf. Zusätzlich fährt ein Auto immer in der Baustelle hin und her, dem man dann in die jeweilige Richtung folgt! Das nennt man Arbeitsbeschaffung. Es bläst heute starker Wind, der das Fahren sehr anstrengend macht. Außerdem wirbeln stellenweise dicke Staubwolken auf dem Highway. Es herrscht eine Stimmung wie in einem Weltuntergang oder einer Geisterstadt. Nur gibt es weit und breit keine Städte. Viele tote Tiere säumen wieder die Straße und unser Stimmungsbarometer sinkt fast auf den Nullpunkt. Plötzlich befinden wir uns in einer riesige Schafherde, die mitten auf dem Highway in aller Ruhe dahinmarschiert. Bei Mildura verändert sich die gesamte Vegetation wieder zum Positiven. Schöne Plantagen mit Zitrusfrüchten und Weinberge säumen den Weg. Das tut unseren Augen wieder gut. Nur können wir diese Stimmung nicht lange genießen, denn es beginnt wieder zu regnen. An der Grenze zwischen Victoria und South Australia werden wir dann wirklich von Fruchtfliegen-Kontrolleuren gestoppt und nach Obst und Gemüse durchsucht. Nur gut, dass wir alles aufgegessen haben, denn Fruchtfliegen im Bauch zählen nicht! img class=alignleft size-full wp-image-297 title=Australien - Emus src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr25notesimage4.jpg alt=Emus width=384 height=288 Zwischen Mildura und Renmark erleben wir wieder ein Highlight auf unserer Reise, denn wir sehen hier das erste Mal freilaufende Emus. Es sind ganze Herden, die neben dem Highway in aller Ruhe auf den Feldern grasen. Emus sind, obwohl sie mehr Ähnlichkeit mit dem afrikanischen Strauß haben, näher mit den Kasuaren im tropischen Australien verwandt. Sie werden bis zu zwei Meter groß und erreichen ein Gewicht von ca. 55 Kilogramm. Wenn sie über die offenen Flächen flüchten, erreichen sie eine Spitzengeschwindigkeit von 50 kmh. Nach der Begattung die Brautschau wird vom Weibchen initiiert legt das Weibchen seine Eier in das unauffällige, vom Männchen gebaute Nest und sucht dann das Weite. Es zeigt keinerlei Interesse mehr und schließt sich stattdessen einer anderen umherziehenden Gruppe an. Das verlassene Männchen muss dann acht bis zehn Wochen lang die riesigen Eier (ca. 650 Gramm) ausbrüten. Aufzucht und Pflege der geschlüpften Tiere ist ganz allein Männersache. Die Jungen brauchen ungefähr zwei Jahre, bis sie erwachsen sind. Emus sind verspielte und vor allem sehr neugierige Vögel. Ihre Neugier machten sich vor allem Aboriginals bei der Jagd zunutze. Sie setzten sich hinter einen Busch und wisperten leise. Neugierige Emus kamen bis auf ca. 5 Meter heran und waren dann eine leichte Beute. In Renmark checken wir in einem Caravanpark ein, der direkt am Murray River liegt. Es kommen gleich viele Enten und Pelikane aus dem Wasser angewatschelt und betteln abends und morgens nach etwas Fressbarem. Da werden wir wieder unser altes Brot und auch die Vinegar-Chips los, die wir irrtümlich gekauft haben. - [11.11.02 - Jenolan Caves](https://www.bauer-seyr.at/australien/111102-jenolan-caves) - Als wir heute morgen aufwachen, sind die Autoscheiben komplett beschlagen. Es nieselt immer noch ganz leicht und wir sehen keine 5 Meter weit, weil die gesamte Gegend in dichten Nebel eingehüllt ist. Aber die Luft ist erfüllt vom Duft der vielen Eukalyptusbäume. Wäre es etwas wärmer, wir würden uns wie in einer Duftsauna fühlten. Wir ziehen uns warme Pullis und festes Schuhwerk an und gehen los zu den strongJenolan Cavesstrong. Diese Tropfsteinhöhlen (insgesamt 9 Höhlen) wurden 1866 erstmals für Besucher geöffnet und über 3 km Wege führen durch die verschiedenen Caves. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-294 title=Australien - Tropfsteinhöhle src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr24notesimage3.jpg alt=Tropfsteinhöhle width=207 height=276 img class=aligncenter size-full wp-image-295 title=Australien - Tropfsteinhöhle src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr24notesimage4.jpg alt=Tropfsteinhöhle width=207 height=276 p Die Führung dauert zwei Stunden und es ist kaum mit Worten zu beschreiben, wie prachtvoll es da drinnen ist. Der Ranger erzählt uns, dass seit einer Woche die Stalagtiten nicht mehr tropfen, weil es draußen zu trocken ist. Also auch hier macht die Dürre nicht halt. Das fehlende Wasser aber bewirkt, dass die Steine noch mehr glänzen als sonst - und zwar in allen Weiß- und Rosanuancen. Es ist atemberaubend, wie hoch bzw. tief dieser Cave ist der allerschönste, den wir bisher gesehen haben. Gegen Mittag fahren wir in Richtung Oberon. Wir kommen nicht besonders schnell voran, denn nach einigen Kilometern hopst ein Känguruh in aller Seelenruhe quer über die Straße. Glück gehabt, denn wir können noch rechtzeitig bremsen! In den Straßengräben auf beiden Seiten sitzen noch weitere Tiere und beobachten uns neugierig. Auch eine Känguruhmama mit ihrem Baby im Beutel schaut uns fragend an. Aber bald wir es den Tierchen mulmig und sie verschwinden im Unterholz. Die Familie der Känguruhs besteht aus zwei Unterfamilien: den Rattenkänguruhs (Kaninchenkänguruh, Moschusrattenkänguruh,...) sowie den eigentlichen Känguruhs (Hasen-, Felsen-, Baum- und Riesenkänguruh, sowie die Wallabies). Der wissenschaftliche Name bedeutet Großfüssler, aufgrund ihrer kraftvollen langen Hinterbeine und ihrer daraus resultierenden, hüpfenden Fortbewegungsart. Allen Känguruhs ist der nach vorne geöffnete Beutel gemeinsam, in dem ein 0,75 Gramm leichtes Embryo hineinkriecht und an der Zitze festsaugt. Erstaunlich ist, dass das Weibchen bereits wenige Tage nach der Geburt wieder trächtig werden kann. Das bei dieser Paarung befruchtete Ei nistet sich erst dann in die Gebärmutter ein, wenn der vorangegangene Nachwuchs den Beutel verlassen hat. So ist es durchaus keine Seltenheit, dass das Kängugruhweibchen einen befruchteten Keimling in sich tragen, ein Neugeborenes im Beutel nähren und ein Junges (Joey), das den Beutel bereits verlassen hat, weiterhin an einer der restlichen drei Zitzen säugen und betreuen kann. Die Zusammensetzung der Milch für das ältere Junge ist anders als die für das Embryo im Beutel. Auch wir machen uns wieder auf den Weg. Aber nach einigen Kilometern schauen wir uns gegenseitig an und haben den selben Gedanken: Vielleicht sind die Känguruhs in der Zwischenzeit wieder hervorgekommen? Kindisch wie wir nun mal sind, drehen wir um und fahren die ganze Strecke nochmals retour. Und wirklich am Straßenrand sitzen sie wieder und fressen genüsslich die Gräser. Das ganze Spielchen machen wir noch zweimal, dann heißt es Meter, nein Kilometer machen! Auf dem Midwestern Highway sind wir die meiste Zeit ganz alleine unterwegs. Es geht vorbei an Kuh- und Schafherden, Weingärten und vielen niedrig gewachsenen Getreidefeldern bis nach West Wyalong. Mittlerweile hat die Sonne wieder die Herrschaft übernommen und es ist wieder schön warm. Wir waren nach den zwei verregneten Tagen schon ein wenig frustriert, denn wenn man mal die Wärme gewöhnt war... In West Wyalong suchen wir uns einen netten Campingplatz aus. Die Dame an der Rezeption macht uns darauf aufmerksam, dass wir bei der Einreise nach Victoria und South Australia bestimmte Obst- und Gemüsesorten nicht einführen dürfen. Es wird darauf geachtet, dass niemand die gefährliche Obstfliege einschleppt, die ganze Plantagen zerstört. Also besteht unser Abendessen heute fast nur aus Salat und Obst. Aber das ist ja eh alles gesund! - [10.11.02 - Blue Mountains](https://www.bauer-seyr.at/australien/101102-blue-mountains) - Noch bevor das Visitor Center geöffnet wird, stehen wir schon auf der Matte. Es herrscht hier ein Lärm, als würden tausende Zikaden gleichzeitig schreien und die Fliegen schwirren uns auch wieder im Gesicht herum! Nach einem kurzen Check der Wanderroute machen wir uns voller Tatendrang auf den Weg. Anfangs ist die Strecke ganz schön, dann aber gehen wir hunderte von Stiegen hinauf und hinab. Wie fast überall auf unserer Reise ist der Regenwald von der Trockenheit sehr stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Moose und Farne sind komplett verdörrt und die Wasserfälle vollkommen ausgetrocknet. Die Blauen Berge haben ihren Namen von den vielen Eukalyptusbäumen (blue gum trees), deren Harz ätherische Öle freisetzt. Diese verflüchtigen sich dann bei warmer Luft und entwickeln einen eigentümlichen bläulichen Dunst. Wir wandern ins Tal hinab bis zum Fuß der berühmten strongThree Sistersstrong. Die Three Sisters sind eine Felsformation von drei Erhöhungen. Die Legende erzählt, dass ein Zauberer drei Schwestern in Steine verwandelt habe. Für den Aufstieg nehmen wir bequemerweise die Cablebahn. An Blumen und Tieren gibt es in diesem Nationalpark nicht sehr viel zu sehen. img class=alignleft size-full wp-image-293 title=Australien - Lyrebird src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr23notesimage3.jpg alt=Lyrebird width=308 height=174 Nur ein strongLyrebirdstrong kreuzt unseren Weg ins Tal und lässt sich bei der Suche nach Futter von uns nicht stören. Der Lyrebird ist ein fasangroßer Vogel mit einem bis zu 55 cm langen prächtigen Schwanz. Das Männchen bietet bei der Balz ein fesselndes Schauspiel. Auf einer Anhöhe oder einem Ast sitzend beugt das Männchen seinen Schwanz über den Kopf und beginnt mit seinem Gesang. Zeigt die Werbung Erfolg, baut das Weibchen ein Nest, in das es ein einziges Ei legt. Sechs Wochen später schlüpft das Küken und ist bereits nach sechs weiteren Wochen flügge. Um die Population bei diesem spärlichen Nachwuchs zu sichern, wird jeglicher Kot, dessen Geruch Nesträuber anlocken könnte, vom Nest entfernt und zu nahe liegenden Wasserstellen gebracht oder vergraben. Am Nachmittag wollen wir uns noch die Red Hand Cave in Glenbrock ansehen, in der Wandmalereien der Aboriginals zu sehen sind. Aber dieser Teil des Regenwaldes ist komplett abgebrannt und für Touristen gesperrt. Sehr, sehr traurig machen wir uns auf den Rückweg. Wir werden doch noch ein wenig versöhnt, als neben der Straße auf einer schönen Jacaranda ein paar Gelbhaubenkakadus sitzen und ihr Schopferl aufstellen. Ein wenig enttäuscht, weil uns die Blue Mountains nicht sehr gut gefallen haben und sich außerdem auf den Unterschenkeln ein Muskelkater ankündigt, fahren wir weiter in die Berge, in Richtung Jenolan Caves. Diese Höhlen wollen wir morgen besichtigen. Ungefähr 10 km vor den Jenolan Caves biegen wir in eine Rest area ein, denn wir wollen dort die Nacht „wild verbringen. Wir befinden uns in über 1.000 m Höhe, es ist kalt, bewölkt und es nieselt. Deshalb verziehen wir uns bald in unsere Höhle, aber zuvor knacken wir noch eine Kokosnuss, die wir von Noosa Heads mitgenommen hatten. Es ist kein leichtes Unterfangen, bis wir zum köstlichen Fruchtfleisch vordringen. - [09.11.02 - Fahrt nach Sydney](https://www.bauer-seyr.at/australien/091102-fahrt-nach-sydney) - img class=alignleft size-full wp-image-291 title=Australien - schwarzer Skink src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr22notesimage1.jpg alt=schwarzer Skink width=228 height=171 Am nächsten Morgen starten wir gleich einen Spaziergang durch den Regenwald. Wir entdecken wieder, wie bei fast jeder Wanderung, ein paar Tiere. Diesmal sind es kleine, schwarze Skinks, die aussahen wie kurze, schwarze Schlangen. Nach dem Aufräumen geht unsere Reise weiter in Richtung Sydney. Unsere eigentliche Tagesetappe bis Port Macquaire, die wir uns vorgenommen haben, erreichen wir mit Leichtigkeit. Angespornt, sobald als möglich bei den strongBlue Mountainsstrong zu sein, fahren wir weiter. Knapp 100 km vor Sydney erleben wir mehr als eine halbe Stunde lang einen tiefroten Sonnenuntergang; der Himmel brennt wie ein riesiges Lagerfeuer in allen Rot- und Gelbtönen! Wir nehmen die Umfahrung von Sydney in Richtung Blue Mountains und als wir dort ankommen, ist es bereits 10:30 p.m. Wir sind 1.001 km am Stück gefahren! Der einzige Campingplatz, den es dort gibt, ist komplett ausgebucht; wild campen darf man dort nirgends. Deshalb müssen wir in einem teuren Motel ($ 99,00!) übernachten. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-292 title=Australien - Abendrot 'on the road' src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr22notesimage3.jpg alt=Abendrot 'on the road' width=341 height=256 p - [08.11.02 - Lamington National Park](https://www.bauer-seyr.at/australien/081102-lamington-national-park) - Fast mitten in der Nacht, um 5:00 a.m., stehen wir auf, um den wunderschönen Sonnenaufgang über den bizarren Gebirgsformationen zu genießen. Wir sind ganz allein auf der Anhöhe, nur ein paar Tasmanwürgekrähen leisten uns dabei Gesellschaft. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-287 title=Australien - Sonnenaufgang in den Glass House Mountains 1 src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr21notesimage2.jpg alt=Sonnenaufgang in den Glass House Mountains width=237 height=180 img class=aligncenter size-full wp-image-288 title=Australien - Sonnenaufgang in den Glass House Mountains 2 src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr21notesimage3.jpg alt=Sonnenaufgang in den Glass House Mountains width=240 height=180 p Wir haben wieder einen weiten Weg zurückzulegen und deshalb fahren wir anschließend auch gleich los. Auf der Strecke nach Brisbane hüpfen Känguruhs quer über den Highway, also keine Zeit zum Schlafen beim Fahren. Durch Brisbane, die Hauptstadt Queenslands, wollen wir nur durchfahren. Die zwei- bis vierspurige Motorroute, auf der die Autos und Trucks Stoßstange an Stoßstange fahren, kostet mir ein paar Jahre meines Lebens. Von Abstandhalten oder Blinken dürfen die Aussies nicht recht viel halten. Jedenfalls bin ich heilfroh, als wir an Brisbane vorbei sind und unser nächstes Ziel den strongLamington Nationalparkstrong ansteuern können. img class=alignleft size-full wp-image-289 title=Australien - Flammenbaum src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr21notesimage7.jpg alt=Flammenbaum width=180 height=239 In Nerang verlassen wir den Pacific Highway in Richtung Canungra, dem südlichen Teil des Parks. Die letzten 30 km zum O´Reilly´s Guesthouse (Ausgangspunkt für die Wanderungen) führen über steile Serpentinen hoch. Die Quälerei über die schlechte Straße hat sich aber gelohnt. Wir kommen in einen prächtigen Regenwald mit schönen Stelzwurzeln, Würgefeigen, Lianen, Epiphyten und leuchtend roten Flame Trees (Flammenbäume). img class=alignright size-full wp-image-290 title=Australien - In einer Würgefeige src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr21notesimage8.jpg alt=In einer Würgefeige width=237 height=181 Der Flammenbaum ist im Südwinter erst blattlos und überzieht sich erst gegen Oktober November mit unzähligen, intensiv roten, glockenförmigen Blüten. Dann leuchtet der ganze Baum schon von weitem in seiner roten Pracht. Auch hier hat man einen Boardwalk durch den Wald angelegt und nach etwa der Hälfte des Weges kommen wir zu einer Leiter, die bis auf das Dach der Bäume führt. Von dort oben haben wir eine atemberaubende Aussicht auf ein grün- rotes Meer“. Wir finden eine Würgefeige, deren Wirtsbaum schon abgestorben und zerfallen ist. Daher ist der Innenraum komplett hohl. Zwischen Parkplatz und den Walking Tracks wachsen Bäume, auf denen sich viele Pennant- Sittiche (blau-rot), Königssittiche (orange-grün) und Gelbnacken-Laubenvögel (schwarz-gelb) tummeln. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-338 title=Australien - Sabine wird von Sittichen belagert src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustralien4simage10.jpg alt=Sabine wird von Sittichen belagert width=242 height=181 a href=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustralien4simage11.jpgimg class=aligncenter size-full wp-image-339 title=Australien - Sittich auf der Hand src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustralien4simage11.jpg alt=Sittich auf der Hand width=241 height=181 ap Sie sind auf Touristen eingestellt und freuen sich, wenn sie gefüttert werden. Die Vögel sitzen auf unseren Händen, Schultern und sogar am Kopf, während sie sich um das Futter streiten. Es herrscht ein wahres Durcheinander und Gekreische, das allen Spaß macht. Als Andenken haben wir tagelang überall Kratzspuren auf der Haut. Am Nachmittag geht’s weiter zum strongSpringbrook Nationalparkstrong. In Advancetown sehen wir zuvor noch einen schönen Boab (Flaschenbaum); wahrscheinlich der erste und letzte, den wir zu sehen bekommen. Dieser Baum hat einen dicken Stamm, in dem er bis zu 300 Liter Wasser speichern kann. Dickere Exemplare dienten sogar als Gefängnis für Kriminelle! p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-340 title=Australien - Eastern Grey Water Dragon 1 src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustralien4simage13.jpg alt=Eastern Grey Water Dragon width=180 height=240 p Gleich nach dem Eingang zum Nationalpark sitzt ein kleiner Eastern Grey Water Dragon auf einem Baumstamm, schaut neugierig, was wir da mit ihm so vorhaben und steht uns für unsere Fotos komplett ruhig Modell. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-341 title=Australien - Eastern Grey Water Dragon 2 src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustralien4simage14.jpg alt=Eastern Grey Water Dragon width=240 height=180 p Ein kurzer Weg führt in eine Schlucht zur Natural Bridge, die den Eingang einer Höhle, der Glühwürmchenhöhle, bildet. Leider ist es noch zu hell, sodaß wir kein Würmchen zu sehen bekommen. Zudem sind auch hier die Auswirkungen der Trockenheit zu sehen, denn der Wasserfall, der in die Höhle plätschert, ist nur ein kleines Rinnsal. Die Atmosphäre ist trotzdem beeindruckend. Der Regenwald beherbergt wieder prächtige Würgefeigen, schöne Epiphyten und Farne. Eine von den langen Lianen hat sogar mein Gewicht ausgehalten und ich kann mal ausprobieren, wie sich Tarzan fühlt, wenn er sich damit durch den Urwald schwingt. Auf der Suche nach einem Campingplatz huschen viele Hasenkänguruhs von einer Straßenseite auf die andere, sodaß wir kaum vorwärts kommen. Sie sind echt süß, diese vielen kleinen „Viecherl“! Wir marschieren im Stechschritt (es ist schon so kalt) zu einer Aussichtsplattform und kommen dabei bei einigen wunderschönen Antarctic beeches vorbei; das sind riesige, alte Südbuchen. Einen Caranvanpark haben wir nicht gefunden und deshalb übernachten wir wieder „wild“ auf einem Parkplatz. Die meisten Parkplätze und Rastplätze in Australien sind neben Tisch und Bankerl auch mit Toiletten und BBQ-Grillstationen ausgerüstet, sodaß es kein Problem ist, wenn man dort für einige Zeit stehen bleibt. Gute Nacht! - [07.11.02 - Noosa Heads NP](https://www.bauer-seyr.at/australien/071102-noosa-heads-national-park) - Auf der Reise in den Süden von Queensland stoppen wir in strongMaryboroughstrong, eine der ältesten Städte dieses Gebietes. Viele der alten Gebäuden aus der Gründerzeit um 1843 sind in ihrer Ursprünglichkeit erhalten. Wir machen einen Rundgang, auf dem wir die vielen typischen Queensländer-Häuser mit ihren verschnörkelten Gitterbalkonen und Giebeln bewundern können. Im Park steht ein mehr als 200 Jahre alter Baum und ein wunderschöner Pavillon. Wir fühlen uns wie in diese Zeit zurückversetzt - so pittoresk mutet uns diese Stadt an, in der wir fast den gesamten Vormittag bleiben! Den Nachmittag verbringen wir im strongNoosa Heads Nationalparkstrong. Kurz nach der Einfahrt von Noosa sehen wir ein Schild, das auf freilaufende Koalas hinweist, auf die man aufpassen solle. Wir haben noch nirgends aufgrund solcher Hinweistafeln wilde Tiere gesehen und blödeln deswegen. Aber wir sind dann doch sehr erstaunt, als am Eingang des Parks wirklich ein Koala in einer Astgabel hängt und schläft. Endlich auch ein freilebender Koala!!! Danach wandern wir auf einem Höhenweg entlang der Bucht. Die Aussicht ist wunderbar und wir können von dort oben Delphine im Meer beobachten. Etwa in der Mitte der Strecke hören wir erst ein Rascheln im Busch und erschrecken dann, als plötzlich ein großer Goanna (Waran) unseren Weg kreuzte. img class=alignleft size-full wp-image-285 title=Australien - Schlange src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr20notesimage4.jpg alt=Schlange width=239 height=180 Nach ca. einer Stunde erreichen wir an der höchsten Stelle, von wo sich uns ein schöner Ausblick zur Alexandra Bay bietet. Eine kurze Rast und danach marschieren wir wieder zurück. Als ich Stelzwurzeln eines Baumes bewundere, bemerke ich, dass sich da eine Schlange entlang windet. Während wir ein paar Fotos von ihr machen, nähert sich uns ein junges Pärchen, die auch ganz entzückt sind von der mindestens zwei Meter langen Schlange. Es stellt sich heraus, dass die beiden auch aus Linz kommen. Auch sie haben große Freude an der Vegetation und den Tieren, die es hier gibt. Wieder am Parkeingang angekommen, klettert inzwischen ein zweiter Koala in den Ästen umher und sucht nach fressbaren Blättern. Während wir uns noch mit den beiden jungen Linzern unterhalten, schauen wir dem süßen Teddybären eine Weile zu. Dabei übersehen wir ein wenig die Zeit und so erreichen wir nicht mehr rechtzeitig den strongBig Pineapplestrong. img class=alignright size-full wp-image-286 title=Australien - Big Pineapple src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr20notesimage5.jpg alt=Big Pineapple width=179 height=239 Das ist eine übergroße Ananas, in der sich ein Souvenirladen befindet. Sie steht vor dem Eingang einer Ananasplantage und hier könnte man mit einem Minizug durch die Felder fahren und erfährt dabei einiges über den Anbau und die Verarbeitung dieser Frucht. Aber leider, leider! So machen wir uns auf die Weiterfahrt zu den strongGlass House Mountainsstrong. Wie dicke Säulen erheben sich insgesamt 11 Felsberge aus der Ebene, die durch Eruptionen, die Jahrtausende zurückliegen, entstanden sind. James Cook sollen sie im Licht der Sonne an englische Treibhäuser (Glasshouse) erinnert haben. Es ist inzwischen schon stockdunkel geworden und daher beschließen wir, hier einfach wild zu campen. Der Kühlschrank hält bis zum nächsten Tag, Gas haben wir ja und Wasser zum Waschen gibt es auch genug. Außerdem können wir uns auch in den Toiletten des Nationalparks waschen. Also, alles da! Gute Nacht! - [06.11.02 - Fraser Island](https://www.bauer-seyr.at/australien/061102-fraser-island) - Mit einem Kleinbus werden wir vom Campingplatz abgeholt und zum Hafen gebracht. Nach einer 50-minütigen Fahrt mit der Fähre erreichen wir Moon Point, den Anlegeplatz auf strongFraser Islandstrong. Dort steigen wir in einen 4WD-Bus um. Wir sind nur eine kleine Gruppe von 16 Personen und haben einen tollen Guide (Jack). Während der Fahrt erklärt er alle Sehenswürdigkeiten zweisprachig englisch und deutsch. Schließlich ist er ein ausgewanderter Deutscher. Fraser Island ist mit 185.000 Hektar die größte Sandinsel der Welt und war lange vor ihrer Entdeckung von verschiedenen Aboriginalstämmen besiedelt. Captain James Cook sah die Küste erstmals 1770, segelte aber vorbei, weil er glaubte, eine Halbinsel vor sich zu haben. Erst 1822 wurde tatsächlich entdeckt, dass es sich um eine Insel handelt. 1836 strandete die „Stirling Castle vor Mackay. Ihr Kapitän, ein gewisser John Fraser, und seine Frau trieben auf Wrackteilen tagelang auf See, bis sie schließlich die Küste von Fraser Island erblickten. Zusammen mit fünf anderen Schiffbrüchigen gerieten sie in die Gefangenschaft von Aboriginals und verschwanden alle bis auf Mrs. Fraser, die durch ihre Geschichte zu Ruhm gelangte. In den Folgejahren begann die wirtschaftliche Nutzung der Insel. Ab 1863 wurden die Wälder gerodet und damit kam es auch zur Verdrängung der Aboriginals. 20 Jahre später mussten erste Aufforstungen in die Wege geleitet werden. 1937 wurde „Banjo Henry Owens als letzter bekannter Inselbewohner in die Cherbourg Mission Station gebracht. In den 70er Jahren setzte der Tourismus auf Fraser Island ein. 1972 wurde das nördliche Ende von der Insel zu Great Sandy National Park erklärt. Die Insel ist 124 km lang, an der engsten Stelle 5 km und an der weitesten Stelle 27 km breit. Der höchste Punkt ist eine Sanddüne namens Mount Bowarrady und erhebt sich 244 Meter über den Meeresspiegel. Der Sand der Insel reicht bis zu 600 m unter den Meeresspiegel. Die Pisten, die die Insel durchziehen, sind größtenteils schmal und sandig und teilweise sehr ausgefahren. Es gibt zwar genügend Ausweichstellen bei Gegenverkehr, aber an einigen Stellen muss ein Autofahrer auch wieder zurückschieben. Ich habe für die Überfahrt mit der Fähre eine Anti-Seekrank-Tablette geschluckt, die Wirkung aber brauche ich für die Fahrt auf der Insel, denn es ist der reinste Bullenritt! Schon nach kurzer Fahrt wird ein paar Mitfahrern schlecht und wir beginnen mit der Verteilung unserer Anti-Seekrank- Tabletten. Jack fährt mit uns quer durch das Gebüsch, das fast nahtlos in den Regenwald übergeht. Am anderen Ende der Insel - bei Eli Creek - angekommen, dürfen wir uns zum ersten Mal die Füße vertreten. Eli Creek ist mit 6,5 km der größte Süßwasserfluss mit einer Fließrate von ca. 4,5 Mio. Liter Frischwasser pro Stunde. Der Bach bahnt sich einige Wege durch den Sand und fließt dann ins Meer. img class=alignleft size-full wp-image-283 title=Australien - Wrack der Maheno auf Fraser Island src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr19notesimage3.jpg alt=Wrack der Maheno auf Fraser Island width=238 height=179 Der Strand kann jeweils drei Stunden vor und drei Stunden nach Ebbe als offizieller Highway benutzt werden. Direkt am „Highway liegt das Wrack der 1933 gesunkenen strongMahenostrong. Sie wurde 1905 in Schottland erbaut und während des 1. Weltkrieges als Lazarettschiff verwendet. 1935 wurde es an eine japanische Stahlfirma als Altmetall verkauft und, während es dorthin abgeschleppt wurde, von einem Cyclone überrascht. Das Abschleppseil riss. Am 9. Juli 1935 wurde die Maheno an die Ostküste von Fraser Island gespült. Nach einem kurzen Fotostop fahren wir weiter bis zu den strongColoured Sandsstrong. img class=alignright size-full wp-image-284 title=Australien - Coloured Sands auf Fraser Island src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr19notesimage5.jpg alt=Coloured Sands auf Fraser Island width=240 height=180 Der strenge Südostwind bläst den Sand vom Strand in die Vordünen. Dieser Sand enthält Mineralien, Eisenerze und Lehm, der den Sand zusammenhält. Die verschiedenen Mineralien geben diesen Formationen ihre unterschiedlichen Farben. Zu Mittag gibt es BBQ: Jack grillt Fisch und Steaks für uns und dazu essen wir Salat. Dabei leistet uns ein Dingo Gesellschaft; das sind wilde Hunde, die angeblich vom indischen Wolf abstammen. Zum Unterschied zu unseren Haushunden können die Dingos aber nicht bellen. Nach einer kurzen Fahrt dürfen wir einen Spaziergang durch den Regenwald machen der bisher schönste, den wir gesehen haben, denn er ist nicht so vertrocknet, wie all die anderen davor! Wahrscheinlich hält der Sandboden die Wurzeln der Bäume leichter feucht. img class=alignleft size-full wp-image-334 title=Australien - Regenwald auf Fraser Island src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustralien4simage6.jpg alt=Regenwald auf Fraser Island width=181 height=241 Zum Abschluss des schönen Tages auf Fraser Island schwimmen wir noch im strongLake Allomstrong, einem Sanddünensee. Das Wasser hat Badewannentemperatur und ist durch die umgebenden Mellaluca Bäume teefarbig. Die Wurzeln dieser zur Familie der Teebäume zählenden Bäume geben braune Flüssigkeit ab, die das Wasser färben. Es ist lustig anzusehen, wie nach und nach immer mehr Köpfchen von dort beheimateten Kreft- Schildkröten aus dem Wasser gucken. Übrigens, das Wasser soll gesund für die Haut sein! Nach dem langen Sitzen im Bus ist die Bewegung im warmen Wasser echt angenehm. Die Rückfahrt mit dem Bus und anschließend mit der Fähre sind genauso schnell wie der gesamte Tag vergangen. - [05.11.02 - Bundaberg](https://www.bauer-seyr.at/australien/051102-bundaberg) - Nach einer geruhsamen Nacht und einem reichhaltigen Frühstück chauffiert uns Sonja ins Reisebüro. Wir buchen einen Flug von Adelaide nach Alice Springs und regeln die Rückgabe des Autos in Adelaide bzw. die Neuanforderung in Alice Springs. Das bedeutet zwar wieder eine Verteuerung der Reise, aber dafür können wir auch weiterhin Urlaub machen und müssen keine Rallye bis zum Ayers Rock machen. Wenn schon, denn schon, wir buchen außerdem noch einen Tagesausflug für morgen auf Fraser Island - zahlt eh die Kreditkarte, nicht wir! Ha, ha, ha... Gegen Mittag verlassen das Verwöhnhotel Sonja und setzen unsere Reise in Richtung Bundaberg fort. Die Vegetation und das Klima verändert sich fast mit jedem gefahrenen Kilometer Es bläst ein starker Wind und die Temperaturen werden merklich kühler, je näher wir in Richtung Süden kommen. Wir haben uns die vergangenen Wochen schon so an die Hitze gewöhnt, sodaß uns jetzt ein wenig friert und wir sogar die Aircondition im Auto auf warm stellen. Wir kommen nur langsam voran, denn es sind sehr viele Trucks unterwegs und die Straße ist so kurvig, dass Überholen nur selten möglich ist. In strongBundaberg strongbuchen wir eine Tour durch die berühmte Rum Destillery. Sie ist die größte des Landes und arbeitet schon seit 1888. Hier lagert Rum im Wert von 200 Millionen Dollar! Interessante Daten und Fakten, nur die Führung an sich ist weniger beeindruckend, da im Grunde nichts gezeigt wird. Sogar in der Flaschenabfüllung ist schon Dienstschluss und uns wird nur erzählt, wie der Vorgang so abläuft. Viel besser sind da die leckeren Kostproben von Rum, Draught (Ginger Beer mit Rum) und Rumlikör, die es zum Abschluss gibt. Das ist dann eine kleine Entschädigung für die „verhaute Tour. Unser letztes Ziel des Tages führt uns bis zur Hervey Bay an der Fraser Coast. Wir schlagen unser Nachtlager auf und lesen ein paar Informationen über Fraser Island. Da es am Abend wieder empfindlich kalt wird, bauen wir unser Auto schnell zu einem Bett um und gehen bald schlafen. - [04.11.02 - Heron Island](https://www.bauer-seyr.at/australien/041102-heron-island) - Sonnenschein weckt uns und wir freuen uns schon auf das heutige Programm. Viel Zeit haben wir zwar nicht mehr, denn um 02:00 p.m. geht die Fähre wieder zurück nach Gladstone. img class=alignleft size-full wp-image-281 title=Australien - Sabine in Schnorchelmontur src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr17notesimage2.jpg alt= width=180 height=239 Nach dem Packen und Aufräumen des Zimmers genehmigen wir uns ein reichhaltiges Frühstück und marschieren dann zum Sharkbeach. Wir machen noch ein paar Schnorchelversuche und können dabei eine Gruppe Rochen bei der Jagd nach ihrem Frühstück unter Wasser zusehen - ein erhebendes Gefühl! Um 10:30 a.m. legt das Boot in Richtung großes Riff ab. Es werden nur 25 Personen mitgenommen und nach einer Fahrt von 20 Minuten sind wir am Ziel – mitten im blauen Nirgendwo. Wir bekommen eine kurze Belehrung betreffend Schnorcheltechnik und Emergency und dann hüpfen wir nacheinander ins Meer. Was sich uns da bietet, ist mit Worten kaum zu beschreiben: wunderschöne, farbenprächtige und vor allem große Korallen, riesige Kammmuscheln und Schnecken. Man hat den Eindruck, dass da Tausende von Fischen herumschwimmen. Wir versuchen keine allzu ruckartigen Bewegungen zu machen, sodaß sich die Fische nicht gestört fühlen. Plötzlich sind wir mitten in einem großen Schwarm kleiner blauer Fische. Wir haben das Gefühl, als würden sie uns als ihre Artgenossen betrachten! Ein wahres Paradies unter Wasser! Nach knapp einer Stunde werden wir leider wieder an Bord geholt und zurück zur Insel gebracht. Nach einem letzten ausgezeichneten Lunch geht die Reise wieder zurück in Richtung Gladstone. Good-bye Heron Island, good-bye Paradies! Wir haben uns wunderbar erholt. img class=alignleft size-full wp-image-282 title=Australien - Sabine, Sonja und ich auf Heron Island src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr17notesimage4.jpg alt=Sabine, Sonja und ich auf Heron Island width=240 height=180 Am späten Nachmittag erreichen wir wieder Sonja´s Haus und ihre beiden Kater erwarten uns schon sehnsüchtig. Während Sonja uns mit köstlichen Pasteten und Obst verwöhnt, planen wir den weiteren Verlauf unseres Urlaubes. Dabei kommen wir zur Erkenntnis, dass der Weg, den wir noch vor uns haben, zu lange ist und wir einiges aus unserem Programm streichen müssen. Sonst hätten wir kaum noch Zeit uns etwas anzusehen oder wandern zu gehen. Nach einigem hin und her und Telefonaten mit Hertz zwecks Umbuchung, beschließen wir, am nächsten Tag ins Reisebüro zu gehen und einen zusätzlichen Flug zu buchen. - [03.11.02 - Heron Island](https://www.bauer-seyr.at/australien/031102-heron-island) - Etwas gerädert erheben wir uns aus den Betten und machen einen Morgenspaziergang am Strand. Nach einem reichhaltigen Frühstück borgen wir uns im Tauchcenter noch Flossen und Anzug aus und marschieren an den Strand zum Schnorcheln. Anfangs habe ich die Panik den Kopf unter Wasser zu tauchen, Wasser in die Ohren zu bekommen und vor allem muss ich mich auch erst daran gewöhnen durch den Schnorchel zu atmen. Aber Sonja, unsere „Schnorchellehrerin hat viel Geduld und baut uns mit guten Ratschlägen auf. Als es dann doch klappt, bietet sich uns ein schönes Bild: Korallen in allen Farben und Größen und eine Vielfalt an Fischen wie im Aquarium. Mehr als eine Stunde strampeln wir im Wasser herum, bis Wolken aufziehen und die Farben verdunkeln. Außerdem wird uns auch schon ein wenig kalt und so beschließen wir, unser Abenteuer für heute zu beenden. Am Nachmittag geht die Flut soweit zurück, dass wir einen Riffwalk unternehmen können. Ausgerüstet mit Stäben und Unterwasserfernrohren spazieren wir vorsichtig durch die Korallenbänke und bewundern die farbenprächtige Unterwasserwelt, die zum Greifen nahe scheint. img class=alignleft size-full wp-image-330 title=Australien - Unwetterwolken über Heron Island src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustralien4simage2.jpg alt=Unwetterwolken über Heron Island width=240 height=180 Die Wolken werden immer mehr und der Himmel verdunkelt sich von Minute zu Minute. Als es dann noch leicht zu nieseln beginnt, machen wir uns auf den Rückweg ins Ressort. Nachdem wir einen Drink in der Bar zu uns genommen haben, gehts wir ab zum Dinner. Diesmal wird uns ein dreigängiges Menü wie in einem First-class-Restaurant serviert - mmmmmh!!! Wie schon die Tage zuvor, sind auch diesmal unsere Bäuche komplett überfüllt. Als wäre eine Hungersnot im Anmarsch, so viel haben wir wieder in uns hineingestopft! Wir ziehen uns warm an und ausgerüstet mit Taschenlampen spazieren auch diesen Abend zum Strand zum Turtle watching. Diesmal geht es zu wie auf einer Autobahn; von allen Seiten kommen die riesigen Tiere an den Strand gekrochen und suchen nach einem geeigneten Platzerl, um dort ein Loch für die Eiablage zu graben. Ein Ranger aus der Forschungsstation ist auch unterwegs und erklärt uns einiges zu diesem Thema. Die Schildkröten legen erst ab einem Alter von 50 Jahren das erste Mal Eier, von ihrem Instinkt geleitet, an ihrem Geburtsstrand. Sie kommen für etwa zwei Stunden an den Strand, um in einem Erdloch ca. 50 bis 100 tischtennisball große Eier abzulegen. Danach schaufeln sie das Nest wieder zu und überlassen es sich selbst. Zwischen Jänner und Mai schlüpfen dann die Jungen und versuchen, sofort das Meer zu erreichen. Doch schon auf dieser Strecke werden viele Opfer von Möwen, Greifvögeln, aber auch von streunenden Haustieren. Ganz still sitzen wir im Dunkel auf der Lauer und hören die Geräusche, die die Schildkröten beim Graben der Löcher machen. Weil es aber schon seit Wochen so trocken ist, schaffen sie es nicht, diese groß genug für ihre Brut zu graben, denn der Sand rieselt immer wieder in die Grube zurück. Kurz nach Mitternacht klettern wir müde und durchfroren in unsere Betten und schlafen gleich ein. - [02.11.02 - Heron Island](https://www.bauer-seyr.at/australien/021102-heron-island) - Schlafen können wir nicht sehr viel, denn ein paar Mal in der Nacht bekommen wir Besuch von Sonja´s Kater und die ganze Zeit über lachen im Nachbargarten Kookaburras um die Wette. Der Lachende Hans, wie der Kookaburra genannt wird, zeigt durch sein Gelächter sein Revier an. Er gehört zur Familie der Eisvögel, verpaart sich fürs Leben und kann bis zu 20 Jahren alt werden. Letzteres verdanken sie vielleicht der Tatsache, dass die Nachkommen bis zu 4 Jahre bei den Eltern bleiben und ihnen bei der Revierverteidigung wie bei der Aufzucht weiterer Jungvögel helfen. img class=alignleft size-full wp-image-279 title=Australien - Vögel auf MuddHeron Island src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr15notesimage4.jpg alt=Vögel auf Heron Island width=239 height=180 Gegen 09:00 a.m. brechen wir auf in Richtung Hafen und um 11:00 a.m. legt die Fähre in Richtung strongHeron Islandstrong ab. Diese Insel liegt etwa 70 km von Gladstone entfernt und ist eine reine Koralleninsel. Vorsichtshalber haben wir eine Anti-Seekrank-Tablette geschluckt, aber es ist strahlender Sonnenschein und das Meer sehr ruhig. Nach zwei Stunden Fahrt erreichen wir die Insel und fühlen uns wie in einer anderen Welt. Wir bekommen ein wunderschönes Zimmer und dann geht es ab zu einem tollen Mittagsbuffet. Am Nachmittag machen wir den angebotenen Birdwalk mit. Der Guide erklärt bei einem Spaziergang die verschiedensten Vögel, jene, die ständig auf der Insel sind und auch die, die nur zum Nisten kommen. Wie zum Beispiel die Noodies, die Seeschwalben, von denen jetzt schon mehr als 10.000 auf der Insel kreischen - aber daran gewöhnt man sich. Die Sonne prallt vom Himmel zwischen den wenigen Wattewölkchen und der weiße Sand glänzt. Da zu dieser Zeit noch Ebbe ist, sieht man teilweise bis auf den Grund des Meeres auf die schönen Korallen, Kammmuscheln, Seesternen und gurken. Die riesigen Mantas schweben nahe am Ufer vorbei und hin und wieder sieht man ganze Schwärme von Fischen. Nach dem vielen Fahren und Wandern der letzten zwei Wochen tut uns das Relaxen wirklich gut. img class=alignleft size-full wp-image-280 title=Australien - Muschel am Riff vor Heron Island src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr15notesimage5.jpg alt=Muschel am Riff vor Heron Island width=240 height=180 Der Tag vergeht sehr schnell und bei Anbruch der Dämmerung machen wir noch einen Abendspaziergang entlang des Strandes. Wir suchen nach den Meeresschildkröten, die zu dieser Zeit an den Strand kommen sollen, um hier zu nisten. Allzu lange müssen wir auch nicht warten, bis wir einige sehen, aber es dauert lange bis direkt neben uns eine ans Land kriecht. Wir sind echt erstaunt, dass diese Tiere so riesig sind. Da wir nicht die einzigen Neugieren am Strand sind, heißt es sich ruhig zu verhalten, denn sobald die Schildkröte eine Bewegung sieht, macht sie sofort wieder kehrt und schwimmt davon. Unsere Ausdauer wird belohnt. Im letzten Abendlicht sehen wir, wie eine große Schildkröte ihren Kopf aus dem Wasser erhebt und vorsichtig das Terrain sondiert. Langsam und schwerfällig schleppt sie sich über den weißen Sandstrand in Richtung Uferböschung. Da wir sie nicht stören wollen, gehen wir langsam in Richtung Restaurant zurück, wo schon das Abendessen auf uns wartet. Es werden heute ein gewaltiges Seebuffet und viele köstliche Süßigkeiten geboten. Wir wissen gar nicht so recht, welche Köstlichkeiten wir zuerst probieren sollen. Zum Glück ist ja genug für einen Nachschlag da. Nachdem wir uns wieder den Bauch vollgeschlagen haben, müssen wir noch in die Bar auf einen Verdauungsdrink. Hier spielt ein Entertainer Lifemusik, der wir noch eine Weile lauschen, bis uns fast die Augen zufallen. Danach kehren wir in unser Zimmer zurück, um schlafen zu gehen. Wollen wir zumindest, aber neben dem Gezwitscher der Seeschwalben, das sich in der Nacht noch lauter anhört, kommen am Abend noch die Mutton Birds an Land. Das sind schwarze Vögel, die Löcher in den Boden graben, in denen die Weibchen niesten. Tagsüber sind die Männchen auf Futtersuche und kehren am Abend zurück. Dann sitzen sie vor den Höhlen und geben Laute von sich, als würden hunderte von Babies gleichzeitig schreien! Schrecklich! Wir können nur mit Ohrstöpseln so halbwegs schlafen! - [01.11.02 - Fahrt nach Gladstone](https://www.bauer-seyr.at/australien/011102-fahrt-nach-gladstone) - Heute stehen wir sehr bald auf, packen alles zusammen und schon nach kurzer Zeit sind wir on the road again! Das Fahren geht aufgrund des geringen Verkehrs relativ gut. Auch wenn man im Auto sitzt, kann man die schöne Landschaft, die es hier gibt, genießen. Am frühen Nachmittag machen wir bei einem Rastplatz neben dem Bruce Highway Halt und kochen uns eine Kleinigkeit zu essen. Viele wunderschöne, bunte Vögel, darunter auch ein Laughing Kookaburra leisten uns beim Essen Gesellschaft. Als Belohnung bekommen sie von uns ein Stück vertrocknetes Brot, um das sie sich ordentlich streiten. Weiter geht unsere Fahrt gen Süden; nur recht weit kommen wir nicht, denn nach ein paar Kilometern stecken wir plötzlich mitten in einem Stau fest. Da ist guter Rat teuer; sollen wir auch umdrehen, wie es viele vor uns tun, oder lohnt es sich zu warten. Sobald wir den Motor abstellen, schlägt die unbarmherzige Hitze Australiens zu. Die Klimaanlage unseres Autos funktioniert nur, wenn der Motor läuft! Als sich nach mehr als einer halben Stunde noch immer nichts bewegt, wird es uns zu heiß und auch wir machen kehrt und fahren den anderen Autos nach in eine unsealed road. Wir wissen natürlich nicht, wo wir herauskommen werden, aber besser als stehen. Die Stichstraße mit tiefen Schlaglöchern schüttelt uns ganz schön durch, aber führt zu unserer Freude nach einem kurzen Umweg wieder auf den Highway zurück. Von weitem können wir sehen, dass ein PKW in einen Truck (oder umgekehrt) gefahren ist; sieht echt schlimm aus. Mit gemischten Gefühlen, auch weil die Straße wieder gesäumt ist von vielen toten Tieren, setzen wir unsere Reise fort. Nach einigen Tankstops und Klopausen kommen wir wie geplant gegen 03:00 p.m. in strongGladstone strongan. Gladstone ist ein geschäftiger Industriehafen für Kohle und Aluminium. Touristisch ist nicht sehr viel los, aber von hier aus gibt es viele Ausflugsmöglichkeiten zum südlichen Ende des Great Barrier Reefs. Als wir - auf Anhieb gefunden - bei Sonja zu Hause ankommen, ist sie gerade dabei, ihren Swimmingpool einzulassen. Ah - kühles Wasser ohne Krokodile - juhu! Diesen nutzen wir dann auch gleich, um uns ein wenig abzukühlen. Danach stecken wir noch unsere Schmutzwäsche der vergangenen zwei Wochen in die Waschmaschine (Nase zuhalten!) und anschließend begebnen wir uns noch auf eine kleine Rundfahrt durch Gladstone. Am Abend werden wir von Sonja mit einem tollen Barbecue verwöhnt. Es ist herrlich nach vielen Tagen Dosen- und Packerlessen so leckere Sachen zu uns zu nehmen! Vorspeise: King Prawn Scampi mit Dip; zur Hauptspeise: Steak mit Kürbis und Süßkartoffeln und dazu noch scharfe Mango-Hühnerspießchen; und dazu das köstliche Victoria Bitter. Wir sind zum Zerplatzen voll und todmüde, als wir ins B e t t !!! fallen. - [31.10.02 - Cape Hillsborough NP](https://www.bauer-seyr.at/australien/311002-cape-hillsborough-national-park) - Wie wir schon vermutet haben, bekommen wir kein neues Auto - denn dieser Hertz ist schon wieder nicht zuständig für Campervans. Wir erhalten aber die Auskunft, dass wir in einer der nächsten größeren Städte das Auto wechseln könnten. Doch das würde uns mindestens einen Tag kosten! Da wir aber keine kostbare Zeit verlieren wollen, beschließen wir, mit dem „Wrack weiterzufahren. Das Klappern der Seitentür, das uns schon seit Beginn der Reise nervt, ist durch den Unfall leider auch nicht besser geworden. Also was soll´s! Ein Vermerk in den Vertragsunterlagen und wir können weiter. Bloß weg vom Ort des Schreckens! Es wird, wie sich später herausstellt, trotzdem noch ein wunderschöner Tag! Unser erstes Ziel ist der strongCape Hillsborough Nationalparkstrong bei Mackay. Die Anreise ist ein wenig umständlich, denn mit unserem Auto dürfen wir nicht die direkte, unasphaltierte Straße nehmen. Die Umfahrung ist ein wenig schmal und kurvig, aber wir kommen trotz allem ans Ziel. img class=alignleft size-full wp-image-332 title=Australien - Graßbaum src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustralien4simage4.jpg alt=Graßbaum width=180 height=240 Entlang des 1,2 km langen Boardwalks spazieren wir durch Mangrovenwälder, die leider vertrocknet, aber dennoch sehr imposant sind. Mangrovenwälder stellen ein überaus komplexes Ökosystem dar. Sie haben sich hervorragend an die extremen Wachstumsbedingungen angepasst. Zweimal täglich wird ihr Nährboden von Meerwasser überspült, der dann bei Ebbe wieder trocknet. Diese Pflanzen sind in der Lage, mit ihren Wurzeln Salzwasser gewissermaßen zu filtern. Die feinporigen Wände der Wurzeln dienen dabei als Scheidewand. Sie lassen zwar Wasser in die Wurzeln eindringen, allerdings ohne das gelöste Salz. Aufgenommenes Salz kann konzentriert in einigen Blättern abgelagert werden, die dann vergilben und abfallen. Diese Blätter dienen Mangrovenkrabben als Nahrung oder werden von Bakterien, die am Boden leben, zersetzt und in wichtige Proteine umgewandelt. Der Weg endet in einem schönen Regenwald mit vielen unterschiedlich großen Grasbäumen. Diese Bäume sehen aus wie riesige Büschel Gras, gehören zur Familie der Liliengewächse und wachsen sehr langsam nur wenige Millimeter im Jahr. Sie haben lange, aber schon vertrocknete Blütenstiele, die wie aufgestellte Lanzen aussehen. Gegen Ende des Walks wachsen noch prächtige Cycaden und Liviston Palmen. Die Blätter der Liviston Palmen wurden von den Aboriginals zur Herstellung von Hüten und sonstigen Tragebehältern verwendet. Gegen Mittag starten wir unsere Wanderung, einen Rundweg um die Halbinsel. Zuerst geht es entlang des Strandes mit muschelbedeckten Gesteinen und hunderten von winzigen Krebsen, die vor uns davonhuschen. Nach einer kleinen Steigung durch das Gebüsch, vorbei an beeindruckenden Papierrindenbäumen sind wir bald bei den verschiedenen Lookouts angelangt, von wo wir atemberaubende Ausblicke auf Strand und Regenwald haben. Der Name Papierrindenbäume könnte für diese Gewächse nicht besser gewählt sein. Die grau- oder cremefarbene Rinde hängt in dicken Lagen vom Baum und wurde schon von den Aboriginals benutzt, um darin Essen oder andere Sachen einzuwickeln. Aber auch zum Schreiben oder Malen, als Decke in kalten Nächten oder als Totentuch fand diese Rinde des vielseitigen Baumes Verwendung. Aus seinem Holz wurden Kanus oder Speere hergestellt, aus seinen in Wasser eingeweichten Blüten gewann man einen erfrischenden Trank und die Blätter dienten der Zubereitung von Tee oder Ölen. Nach fast zwei Stunden gelangen wir wieder zum Parkplatz und bereiten uns eine Kleinigkeit zu essen. Als wir schon beim Aufräumen sind, entdecken wir auf einmal Känguruhs, die die letzten grünen Grashalme mit Genuss verspeisen. Unsere ersten freilaufenden Känguruhs die Freude ist riesengroß! Wir sehen ihnen eine Weile zu und knipsen auch eine Menge Fotos. Während der Fahrt begegnet uns noch eines im Straßengraben. Paß auf, mein kleiner Freund, damit dich kein Auto überrollt! Mit einem berauschenden Gefühl, etwas für den Körper getan und zudem noch ein tierisches Erlebnis gehabt zu haben, setzen wir unsere Fahrt in Richtung strongEungella Nationalparkstrong fort. Von Marian führt ein schmale Straße durch das Pioneer Valley, wo jährlich über 900.000 Tonnen Zucker in vier Mühlen produziert wird. Nach 10 km steilen Serpentinen erreichen wir dann den Eingang des Nationalparks. Der Name Eungella = „Land der Wolken wurde deswegen gewählt, weil meist Wolken den phantastischen Blick verderben, den man von hier oben in das gesamte Pioneer Valley hat. Kaum aus dem Auto ausgestiegen, werden wir schon von unzähligen Fliegen attackiert, die uns bis in die Ohren schlüpfen. Wir schlagen mit den Händen wie wild in der Gegend herum. Ich habe mir dabei selbst eine heruntergehauen! img class=alignleft size-full wp-image-336 title=Australien - Schnabeltier src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustralien4simage8.jpg alt=Schabeltier width=300 height=157 Dieser Park lockt die Besucher vor allem wegen der seltenen Schnabeltiere (Platypus) an, scheue Tiere, die wie eine Kreuzung aus Fischotter und Enten aussehen und diese wollen wir natürlich auch sehen! Die beste Zeit dafür ist in den frühen Morgenstunden oder am Abend. Es ist nach 05:00 p.m., also können wir vielleicht Glück haben. Und wir werden für unsere Standhaftigkeit gegenüber den Fliegen belohnt, denn in einem nahegelegenen Tümpel können wir gleich drei der kleinen Tierchen beobachten. Sie kommen für wenige Sekunden an die Oberfläche, um dann genau so schnell, wie sie aufgetaucht sind, wieder zu verschwinden. Als 1798 ein äußerst merkwürdiges Tier ausgestopft nach England gelangte, hielt man es für eine geniale Fälschung. An ein Tier, laut Aussage des Besitzers in einem ostaustralischen Fluss gefangen, mit dem Schnabel einer Ente, dem Körper und Fell eines Otters, und dem Schwanz eines Bibers mochte kein Wissenschaftler glauben. Vier Jahre später jedoch konnte der Wissenschaftler Home einige gefangene Exemplare sezieren und präsentierte der Wissenschaft eine perfekte Überraschung, denn nicht nur das äußere Erscheinungsbild des Paradoxus, wie man ihn nannte, gab Rätsel auf; sein Geschlechts- und Verdauungssystem zeigten Übereinstimmung mit dem der Vögel, mündeten aber nur in einem Ausgang (Kloake); das Skelett deutete auf eine Verwandtschaft mit Kriechtieren, und die schwankende Körpertemperatur (25 bis 30°C) ließ ebenfalls auf kaltblütige Verwandte schließen. Aufgrund dieser Erkenntnisse hielt man es zunächst für ein Zwischenglied zwischen Vögeln und Kriechtieren. Später entdeckte man bei den Weibchen Milchdrüsen, was wiederum eindeutig auf Säugetiere hinwies. Die Verwirrung war komplett und erreichte ihren Höhepunkt, als man bei einem gefangenen Weibchen beobachtete, wie es ein weißliches Ei legte. Nach jahrelanger Diskussion, wo die zoologische Entdeckung denn nun einzuordnen sei, einigte man sich darauf, dass es wohl zu den Säugetieren zu zählen sei. Da es jedoch keine vergleichbaren Eigenschaften mit Säugetieren besaß, gab man ihm den Rang einer eigenen Ordnung Kloakentiere - und nannte es Schnabeltier. Das Schnabeltier ist hervorragend an das Leben im Wasser angepasst. Im Wasser dienen die kurzen, kräftigen Beine mit ihren Schwimmhäuten der schnellen Fortbewegung, an Land werden die Schwimmhäute zurückgefaltet und die Krallen zum Graben der Wohnhöhle eingesetzt. Diese liegt meist oberhalb des Wasserspiegels direkt am Flussufer. Zudem besitzt das Männchen für die Verteidigung einen giftigen Hornstachel an den Hinterfüßen. Augen und Ohren liegen in Vertiefungen und werden beim Tauchen durch Hautfalten geschlossen. Einziges Sinnesorgan zum Aufspüren der Nahrung, die aus Kleinkrebsen, Fröschen, Larven und Wasserinsekten besteht, ist der äußerst empfindliche, lederartige Schnabel, der nur äußerlich einem Entenschnabel gleicht. Tagsüber verbringen sie ihre Zeit in ihren Höhlen und in der Morgen- und Abenddämmerung begeben sie sich zur Nahrungssuche ins Wasser. In der Paarungszeit gräbt das Weibchen einen bis zu 30 m langen Gang in seinen Bau, an dessen Ende ein bis drei Eier in eine mit Blättern und Gras gepolsterte Mulde gelegt werden. Der Eingang wird nach jedem Verlassen der Höhle mit Pflanzenteilen verschlossen. Nach ca. 2 Wochen schlüpfen die Jungen und verbleiben weitere drei bis vier Monate im Bau. Als Nahrung dient in dieser Zeit Milch, die sie aus den Milchdrüsenfeldern der Mutter aufnehmen (sie hat nämlich keine Zitzen). Es ist neben dem Beobachten der Schnabeltiere auch lustig anzusehen, wie mehr als 20 Menschen in einer Reihe mit ihren Fotoapparaten lauern, um diese kleinen Geschöpfe auf Papier zu bannen. Und das ist wahrlich nicht leicht, denn sie sind sehr schnell! Die Fliegen werden uns zu lästig, daher beschließen wir, die Nacht nicht hier zu verbringen und machen uns wieder auf den Weg. Kurz nach der Ausfahrt des Nationalparks sitzen auf einer angrenzenden Wiese eine Menge von Gelbhaubenkakadus (weiß mit gelbem Schopferl) und kreischen um die Wette. Eine Vielfalt an Natur und Tieren, die wir heute wieder erlebt haben ein scenic day! Wir fahren bis Mackay und verbringen dort auf einem Caravanpark unsere letzte Nacht für die nächste Zeit, denn morgen Nachmittag wollen wir bei meiner Cousine Sonja in Gladstone sein. - [30.10.02 - Arlie Beach](https://www.bauer-seyr.at/australien/301002-arlie-beach) - img class=alignleft size-full wp-image-278 title=Australien - Krokodil 1 src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr12notesimage3.jpg alt=Krokodil width=180 height=240 Früher als sonst stehen wir heute auf, frühstücken, packen unsere „sieben Sachen“ zusammen und fahren los. Wir wollen zuerst einmal zum 7 km entfernten Billabong Sanctuary fahren, aber irgendwie versäumen wir die entsprechende Highwayausfahrt. Zurückfahren lohnt sich nicht mehr und deshalb setzen wir unsere Fahrt fort. Auf dem Bruce Highway liegen in kurzen Abständen abwechselnd zerfetzte Autoreifen und viele tote Känguruhs. Uns wird ganz weh ums Herz bei diesem Anblick. Deshalb verringern wir ein wenig das Tempo, um nicht selbst mit einem dieser Tiere zusammenzustoßen . img class=alignright size-full wp-image-333 title=Australien - Sabine mit Känguruh src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustralien4simage5.jpg alt=Sabine mit Känguruh width=180 height=240 Kurz vor Proserpine zweigen wir ab in Richtung Arlie Beach, denn einige Kilometer davor gibt es einen strongWildlife Parkstrong. Wir sehen bei der Fütterung der Leistenkrokodile zu und sind sehr beeindruckt von diesen riesigen Tieren - vor allem aber vom weiten Maul und den Zähnen! Der Parkbesitzer erklärt uns das Verhalten dieser Tiere am lebenden Objekt – er steht mitten im Krokodilgehege und füttert diese. Eigentlich sind sie ja nicht gefährlich - durch Tiger in Indien kämen angeblich mehr Menschen um als durch Krokos in Australien. Na ja, Respekt haben wir trotzdem! Ich werde zu einem kleinen Kind, als wir einen Koala füttern dürfen – mit einem Löffel bekommen sie eine milchige Flüssigkeit. Der Kleine ist so süß und so weich und wie er mit seinen Kulleraugen schaut! Es ist gerade Fütterungszeit und deshalb begleiten wir eine Parkangestellte in die verschiedenen Käfige, um Warane, Vögel, Dingos und Känguruhs zu füttern. Während ich einem Känguruh das Futter hinhalte, beißt mich ein Emu in die Hand. Ein lustiges Erlebnis zwischen den Tieren herumzumarschieren, sie zu streicheln und zu füttern, obwohl das sicher nicht artgerecht ist. Am späten Nachmittag fahren wir noch zu den strongCedar Creek Fallsstrong, weil wir dort ein wenig baden wollen. Daher ist unsere Enttäuschung groß, als es keine Falls mehr gibt. Es ist nicht einmal mehr ein Rinnsal vorhanden und das wenige abgestandene Wasser lädt auch nicht mehr zum Baden ein! Wir bleiben trotzdem eine halbe Stunde im Schatten sitzen und hören dem Gezwitscher der Vögel zu. Wir sind kurz vor Proserpine unterwegs und wollen gerade nach links abbiegen, als es Rumps macht und uns ein Auto hinten auffährt. Der junge Fahrer hat natürlich keinen Führerschein und keine Versicherungspapiere bei sich. Deshalb rufen wir die Polizei. Der Polizist, der nach kurzer Zeit an der Unfallstelle eintrifft, macht mit beiden Lenkern als erstes einen Alkotest! Nach der Aufnahme aller Daten muss der Unglückslenker noch die Straße reinigen und das war´s auch schon wieder. Ein Erlebnis für sich! Das Auto ist zum Glück nicht stark beschädigt – lediglich die Hecktüre lässt sich nicht mehr öffnen. Es ist bereits kurz nach 05:30 p.m. als wir bei Hertz anrufen, um zu erfahren, ob wir das Auto wechseln sollen oder weiterfahren können. Wir werden von der Hertz-Hotline in die Warteschleife gehängt und wieder und wieder an jemand anderen weiterverwiesen. Es koste uns viel Zeit, Geld und vor allem Geduld, bis wir die Antwort bekommen, wir sollen zurück nach Arlie Beach fahren. Dort bekämen wir morgen weitere Anweisungen bezüglich unseres Autos. Der Tag findet also keinen guten Abschluss. Wir suchen uns einen Caravanpark in der Nähe der Hertz-Station und sind schon sehr neugierig, was die morgen dazu sagen werden. - [29.10.02 - Dunk Island](https://www.bauer-seyr.at/australien/291002-dunk-island) - Um halb vier Uhr morgens werden wir vom Lärm des Regens, der auf das Autodach prasselt, geweckt. Doch nach ca. 10 Minuten ist der ganze Spuk vorbei und wir schlafen wieder ein. Ein wenig Bedenken haben wir schon, als um 08:00 morgens der Himmel mit schwarzen Wolken verhangen ist und ein kräftiger Wind bläst. Wir wollen nämlich heute einen Tagesausflug auf strongDunk Islandstrong machen. „Eiland voller Frieden und Überfluss nannten die Ureinwohner das heutige Ferienparadies. Im Visitorcenter bekommen wir auf die Frage nach dem Wetter die Antwort it should be fine. Mal sehen, wie es wirklich wird! Nieselregen begleitet uns, als wir in Mission Beach die Fähre besteigen. Es wird eine sehr raue Fahrt. Nach der Hälfte der Strecke macht sich Übelkeit bemerkbar und der Kreislauf bricht zusammen. Ich verbringe den Rest der Reise an der Reling und lasse mir den Fahrtwind und die Meeresbrise ins Gesicht peitschen! img class=alignleft size-full wp-image-331 title=Australien - Dunk Island src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustralien4simage3.jpg alt=Dunk Island width=183 height=245 Nach der Reinigung des Gesichtes vom Salz und einer kurzen Erholung marschieren wir los in Richtung Mt. Kootaloo. Das ist die höchste Stelle der Insel und von dort haben wir eine schöne Aussicht auf die zwei vorgelagerten Insel Magnum Gnackum Island und Kumboda Island. Das Wetter ist wirklich wieder sehr warm geworden! Eine Zeit lang beobachten wir, wie sich Buschhühner jagen, danach machen wir uns auf den 13 km langen Rundweg der Insel. Wir marschieren an vielen verschlungenen Bäumen und Würgefeigen vorbei und verfangen wir uns in einer Wait a while. Das ist eine Art Palme, die an den Blatträndern kleine Widerhaken hat, an denen man hängen bleibt. Man muss eine Weile warten, dann ziehen sich die Dornen von selbst zurück und man ist wieder frei! Über 150 Arten von Vögeln soll es angeblich auf dieser Insel geben, von denen wir zwar viele hören, aber keinen sehen. Nach mehr als 3 Stunden Wanderung kommen wir mit brennenden Füßen wieder am Ausgangpunkt an. Um 04:00 p.m. setzt uns die Fähre zum Festland über. Wir essen eine Kleinigkeit und machen uns wieder auf den Weg Richtung Süden. Unsere Fahrt führt uns an vielen Plantagen vorbei, die im Licht der untergehenden Sonne besonders beeindruckend auf uns wirken. Spät abends suchen wir uns bei Dunkelheit in Bluewater einen Campingplatz. Die Tür der Rezeption ist mit vielen Geckos übersät und zwei Possums gucken scheu von einer Astgabel des Baumes, unter dem wir unser Auto parken. Zu guter Letzt stolpern wir auf dem Weg zur Dusche noch fast über eine riesigen Frosch, der vor der Türe Wache hält. - [28.10.02 - Atherton Tableland](https://www.bauer-seyr.at/australien/28102002-atherton-tableland) - img class=alignleft size-full wp-image-329 title=Australien - Feld mit roter Erde src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustralien4simage1.jpg alt=Feld mit roter Erde width=217 height=288 Wir nehmen Abschied von Mossman und unsere Reise führe uns über die Rex Road und den Mount Malloy weiter nach Mareeba. Dieses Gebiet, das Atherton Tableland, bietet uns eine Vielfalt von Eindrücken. Überall tiefrote Erde, violettblühende Jacarandas und hunderte Termitenhügel. In Yungaburra, unser erstes Ziel, können wir den gewaltigen strongCurtain Fig Treestrong bestaunen. Das ist eine über 50 Meter hohe, mehr als 500 Jahre alte Würgefeige, die im Laufe der Jahre drei Bäume „verschluckt hat. Seine Wurzeln sehen aus wie ein riesengroßer, 15 Meter hoher Vorhang. Da kommen wir uns vor wie zwei Ameisen! Alles beginnt ganz harmlos bei der Würgefeige: ihre Samen werden von Waldvögeln gefressen und später wieder ausgeschieden. Gelangt der Kot auf einen Ast oder eine Astgaben, findet er ideale Wachstumsbedingungen. Dort keimt er aus und das kleine Pflänzchen wächst zielstrebig zum Licht. Gleichzeitig aber treibt es meterlange Wurzeln in Richtung Boden. Kaum haben sich die ersten Wurzeln im Boden verankert, nehmen sie an Stärke zu. Mehr und mehr Wurzeln werden nachgeschickt, umschlingen den „Wirtsbaum und würgen ihn schließlich zu Tode. Die Feige aber steht jetzt fest auf ihrem eigenen, stammähnlichen Wurzelgeflecht. Am Parkplatz begegnen wir unserem ersten Bushturkey - eine Art Huhn mit rotem Kopf, gelber Halskrause und schwarzem Gefieder. Es gehört zur Familie der Großfußhühner, die mit 19 Arten über den australisch- südostasiatischen Raum verbreitet ist. Sie alle nutzen Substratwärme zum Ausbrüten der Eier: warmes vulkanisches Gestein, Sand in der Nähe heißer Quellen oder selbst gebaute Bruthügel, in denen die nötige Wärme durch faulendes Pflanzenmaterial erzeugt wird. Aus Laub und Erde bestehende, gigantische Haufen von oft mehreren Metern Durchmesser und 1 bis 3 Metern Höhe. Die Erbauer sind allein die Männchen und sie sind wirklich Schwerarbeiter. Denn so ein Bruthügel muss nicht nur zusammengescharrt werden, auch die Temperatur in seinem Inneren muss auf die richtige Höhe von 34 bis 35°C gebracht und gehalten werden. Die Männchen prüfen mit Hilfe von Thermorezeptoren an der Zunge, der nackten Kopfhaut und den Kehllappen. Je nach Ergebnis häufen sie dann weiteres Material auf oder sie tragen einen Teil des Hügels wieder ab, wenn es im Inneren zu heiß wird. Anders die Weibchen - sie besuchen den Hügel nur zur Eiablage. Einmal pro Woche legen sie 1 Ei, fast so groß wie ein Gänseei, und das über eine Periode von 8 Monaten. Damit ist ihre Arbeit aber auch schon getan, denn die Jungen, die nach jeweils 80 Tagen schlüpfen, graben sich selbst ins Freie uns sind sofort selbständig. Am strongLake Barrinestrong, ein von Regenwald umgebener Kratersee mit vielen violetten Lotosblumen, unternehmen wir eine Bootsfahrt. Am Ufer posieren Pelikane und auf Geästen am Rand des Sees sonnen sich Kormorane. Im klaren, türkisblauen Wasser sehen wir Schildkröten und viele Fische. Während des Ausflugs begleiten uns viele Enten und Schwäne. Die Luft ist klarer und nicht so schwül wie in Mossman. Next Stop: wieder eine Würgefeige der strongCathedral Fig Treestrong. Diesen Baum erreichen wir nach einigen Kilometern Fahrt auf einer unsealed road (die wir eigentlich mit unserem Auto gar nicht fahren dürften!). Aber es lohnt sich, denn auch dieser Baum ist riesengroß und sein Wurzelwerk an einer Stelle offen, sodaß man in den „Stamm hineingehen kann. Der Umfang des „Stammes misst 43 Meter und die Krone breitet sich über eine Fläche von 1,2 Hektar aus! p style=text-align: center;img class=size-full wp-image-335 title=Australien - Millaa-Millaa Wasserfall src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustralien4simage7.jpg alt=Millaa-Millaa Wasserfall width=231 height=309 p Am späten Nachmittag fahren wir noch den 24 km langen Rundweg vom strongMillaa-Millaa-Fallstrong über den strongZillie-Fallstrong bis zum strongEllinjaa-Fallstrong. Laut Reiseführer wäre das „eine eindrucksvolle Wasserwand mit idealen Möglichkeiten zum Schwimmen in malerischer Landschaft. Das mit der malerischen Landschaft, das ist schon richtig, aber aufgrund der Trockenheit sind die Falls leider nur kleine Rinnsale. Wir müssen wieder „Kilometer machen bis nach Innisfail. Dabei führt uns die Reise vorbei an vielen Zuckerrohrfeldern, Tee- und Bananenplantagen in den verschiedensten Wachstumsstadien. Die Gegend ist teilweise sehr hügelig, sodaß wir uns wie zuhause fühlen, vor allem weil es hier sehr viele Kuhherden und Pferdekoppeln gibt. - [27.10.02 - Cape Tribulation](https://www.bauer-seyr.at/australien/27102002-cape-tribulation) - Tja, geschlafen haben wir wirklich nicht sonderlich viel, weil das „Bett“ zu kurz und die Hitze fast unerträglich ist. Die ganze Nacht hindurch haben allerlei Vögel und Zikaden um die Wette gezwitschert. Aber das soll unserer Vorfreude auf den heutigen Tag keinen Abbruch tun. Gleich nach dem Frühstück fahren wir zur strongSugar Millstrong. Ausgerüstet mit gutem Schuhwerk, Helm und Ohrstöpseln werden wir durch die gesamte Fabrik geführt. Wir bekommen einen sehr interessanten Überblick über die Produktion von Zucker. Zum Schluss dürfen wir uns noch durch die verschiedenen Melasseprodukte durchkosten. Unser Führer zeigt uns noch eine, auf einem Busch hängende, lange Schlangenhaut. Außerdem schenkt er mir eine Samenkapsel eines Black Bean Trees, die eine Länge von fast 25 cm hat! Ein Souvenir für zu Hause. img class=alignleft size-full wp-image-277 title=Australien - Regenwald in Mossman src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr9notesimage5.jpg alt=Regenwald in Mossman width=384 height=288 Unsere Route führt uns weiter bis zur Fähre über den Daintree River. Wir halten vergeblich Ausschau nach Krokodilen, die sich im Fluss tummeln sollten! Nach einer Überfahrt von nicht ganz 10 Minuten fahren wir ein Stück durch den Regenwald bis wir das strongRainforest Environmental Centrestrong erreichen. Dort wird in einem Informationscenter alles über die Fauna und Flora des Regenwaldes erklärt. Mit einem deutschsprachigen Folder in der Hand spazieren wir über einen Boardwalk entlang verschiedenster Bäume, Farne, Palmen und Epiphyten. Die Epiphyten sind Aufsitzerpflanzen, wie man sie auch noch nennt. Moose, Flechten und Farne wurzeln von vornherein nicht mehr im Erdboden, sondern benutzen Stämme und Geäst der Bäume als Unterlage. Im Sporenstadium kommen sie auf den Ast eines Baumes und keimen aus. Sie verbringen dort, nahe am Licht, festsitzend ihr ganzes Pflanzenleben. Der Baum trägt davon keinen Schaden, solange seine Äste das zusätzliche Gewicht verkraften. Am Ende des Steges klettern wir auf einen Aussichtsturm und von jeder Plattform sieht der Regenwald anders aus. Je höher wir steigen, umso durchsichtiger und heller wird das Blattwerk. Oben angekommen bietet sich uns ein atemberaubender Ausblick auf das „Dach“ des Waldes. Man kann die Vielfalt und das Durcheinander nur von hier aus am besten sehen. Ein Wunderwerk der Natur, was es da zu bestaunen gibt. Nach einem leichten Mittagessen fahren wir weiter bis zum strongCape Tribulationstrong. Weißer Sandstrand, türkisblaues, warmes Meer (mindestens 25°) umrandet von Regelwald und Mangrovenwäldern! So gerne wir auch ins Wasser springen würden, gerade zwischen Oktober und November warnen Tafeln vor den gefährlichen Würfelquallen. Sie durchschweben die Küstengewässer des tropischen Australien nördlich des Wendekreises. Voran ein fast fußballgroßer Körper, daran hängen etwa 60 dünne Tentakel, jeder an die 5 Meter lang. In diesem unsichtbaren „Schleppnetz“ verfangen sich Krebse und kleine Fische, die diesen Kontakt nicht lange überleben. Auf den Tentakeln sitzen Millionen von Nesselzellen, die dem Opfer eines der gefährlichsten bekannten Gifte injizieren. Ein kleiner Krebs stirbt in Sekundenschnelle, ein Mensch manchmal nach 4 Minuten, je nach Intensität der Berührung - und immer begleitet von höllischen Schmerzen. Eine ausgewachsene Qualle hat genug Gift, um 60 Menschen zu töten! Zwar gibt es ein Gegengift, aber oft ist es nicht schnell genug zur Stelle. Neben den Hinweistafeln ist auch Essig in Flaschen vorhanden, dieser verhindert aber nur die weitere Entladung von Nesselzellen auf der Haut klebender Tentakel – wirkt aber nicht gegen das Gift selbst. Da ziehen wir es doch vor, nicht hinein zu gehen. Wir machen barfuss einen langen Spaziergang am Ufer und können gar nicht genug bekommen von der wunderschönen Gegend. Wir fühlen uns wie im Paradies! Trotzdem müssen wir uns wieder auf den Rückweg machen, denn mittlerweile wissen wir ja, dass es hier sehr bald dunkel wird. Es ist wieder ein toller Tag gewesen - bis auf die Tatsache, dass uns die Moskitos total zerstochen haben. Ich habe auf der Schulter eine faustgroße Schwellung, weil sich acht von den Mistviechern an ein und derselben Stelle vollgefressen haben! Aber dank unserer mitgebrachten Wundertinktur können wir den Juckreiz damit bekämpfen und die entzündeten Stellen abheilen! - [26.10.02 - Daintree National Park](https://www.bauer-seyr.at/australien/26102002-daintree-national-park) - Der heutige Tag beginnt ein wenig spektakulär, denn wir checken aus dem Hotel aus und werden zum Airport zu Hertz gebracht. Wir wollen unser neues Zuhause für die nächsten 4 Wochen beziehen! Doch wir erkennen schnell: Hertz ist nicht gleich Hertz. Wir waren beim Verleih für PKS. Für Campervans gibt es wiederum eigene Stationen. Also nehmen wir wieder ein Taxi retour nach Cairns - diesmal zum richtigen Hertz. Nach Abwicklung aller Formalitäten ist kurz nach 10:00 a.m. die Autoübergabe vollbracht und die Reise in Richtung Mossman kann losgehen. Auf dem Captain Cook Highway führt uns die Route entlang der Küste vorbei an Mangrovenbäumen und vielen Termitenbauten bis Port Douglas. Dann geht es ins Landesinnere bis Mossman in den strongDaintree Nationalparkstrong. Voller Tatendrang machen wir auch gleich eine kurze Wanderung durch den Regenwald. An der Mossman Gorge sehen wir den Leuten zu, die im Adeline Creek baden. Wir marschieren weiter und können außer einigen blauen Ulyssesfaltern und Vögeln sonst keine Tiere entdecken. Dafür bewundern wir viele riesige Bäume mit prächtigen Brettwurzeln. Es fällt uns auf, dass die Trockenheit auch hier nicht Halt gemacht hat, denn der Wanderweg ist so staubig, dass er teilweise nicht mehr zu sehen ist - wir haben uns auch einmal kurz verirrt. Trotzdem ist es ein Erlebnis, die komplett andere Vegetation zu bestaunen: die Brettwurzeln, die Lianen, die verschiedensten Palmen,.... Obwohl fast keine Sonne durch das dichte Blattwerk durchdringen kann, läuft uns der Schweiß wie in Bächen von der Stirn und das T-Shirt ist zum Auswinden nass! Die extrem hohe Luftfeuchtigkeit macht uns immer noch ordentlich zu schaffen. Am späten Nachmittag suchen wir uns einen Campingplatz, kaufen Vorräte und räumen das Auto ein. Um 06:30 p.m. gehen wir duschen. Als wir nach ca. 15 Minuten zurückkamen, ist es stockdunkel! Weil sich die Moskitos sofort auf uns stürzen, müssen wir ins Auto klettern und den Abend dort verbringen. Wir fragen uns bald, wozu wir uns überhaupt gewaschen haben, denn wir schwitzen wie in der Sauna, obwohl alle Fenster offen sind. Das kann ja eine heitere Nacht werden (und noch viele andere werden folgen)! - [24.10.02 - Cairns](https://www.bauer-seyr.at/australien/24102002-cairns) - Nach drei Stunden Flug, die sehr schnell vergehen, landen wir gegen Mittag in strongCairnsstrong. Noch im Flughafengelände werden wir von der warmen Luft regelrecht „erschlagen, das Thermometer zeigt mehr als 30° bei 100% Luftfeuchtigkeit und es riecht stark nach Rauch. Später erfahren wird, dass in den Wälder um Cairns Buschbrände wüten!!! Den Shuttledienst zum Hotel finden wir sehr schnell, schließlich werden wir ja abgeholt. Aber wir sind doch ein wenig erstaunt, als der Guide unsere Namen nicht auf der Liste findet. Mit den Worten „Dont worry nimmt er unser Gepäck und chauffiert uns zum Hotel. Hier erwartet uns die nächste Überraschung: Für uns ist kein Zimmer reserviert! Aber nach dem Vorzeigen des Vouchers und einigen Telefonaten bekommen wir ein schönes Zimmer zugeteilt. Schnell umgezogen fahren wir gleich wieder los ins Zentrum von Cairns. Wir sind ein wenig enttäuscht, denn da gibt es nicht wirklich etwas zu besichtigen. So machen wir einen langen Spaziergang entlang der Hafenpromenade, wo riesige Mangobäume, Gum Trees und viele interessante Bäume und Palmen wachsen. Aufgrund der Ebbe lümmeln viele Pelikane herum und halten ihren Mittagsschlaf. Auf den Black Bean Trees zwitschern viele, viele Regenbogen-Lorikets um die Wette, sodass man sein eigenes Wort fast nicht mehr versteht. In einem Einkaufszentrum besorgen wir uns noch Unterlagen über Kuranda, einem kleinen Bergdörfchen inmitten des weiten Regenwalds. Außerdem kaufen wir uns noch Hüte, um für die nächsten Wochen vor der Sonne geschützt zu sein. Wieder angekommen im Ressort sind wir froh über das kühle Zimmer, denn der Schweiß läuft uns über die Stirn und die rauchige Luft ist sehr anstrengend. In den Nachrichten wird verkündet, dass heute der heißeste Tag mit 36° im Oktober gewesen ist. Seit mehr als sechs Monaten hat es nicht mehr geregnet. Die Buschfeuer rücken immer näher an die Siedlungen von Brisbane und Sydney heran, sodass schon Menschen evakuiert werden müssen. - [23.10.02 - Sydney](https://www.bauer-seyr.at/australien/23102002-sydney) - Noch einmal kaufen wir uns ein Tagesticket für den Bus und los geht es! Unsere erste Haltestelle ist die strongSt. Andrews Cathedralstrong aus dem Jahre 1868. Die im gotischen Stil aus Sandstein erbaute Kirche ist das älteste anglikanische Gotteshaus Australiens. Sie wurde renoviert und modernisiert. Die Kirche ist mit einer wunderschönen bunten Orgel ausgestattet. Man hat hier nicht das Gefühl in einer Kirche zu sein, denn die vielen bunten Akzente vermitteln eine Atmosphäre wie in einem gemütlichen Wohnzimmer! In die danebenliegende strongTown Hallstrong dürfen wir nicht hinein, denn das ist leider nur an bestimmten Tagen möglich. Sie wurde 1889 erbaut und zeigt eine Mischung aus Renaissance und viktorianischem Stil. Außerdem beherbergt sie die Centennial Orgel mit mehr als 8.500 Pfeifen! img class=alignright size-full wp-image-274 title=Australien - The Rocks src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr5notesimage4.jpg alt=The Rocks width=240 height=180 Unterhalb der Harbour Bridge liegt das Viertel strongThe Rocksstrong - das Herzstück von Sydney. Es ist das historische Zentrum der Stadt und Ursprung der australischen Besiedelung. Hier stehen schöne alte Cottages und Lagerhallen im Backsteinstil (heute Museen oder exklusive Restaurants). Im Gastgarten eines winzigen Cafes (The Tea Garden) gönnen wir uns eine köstliche Gemüselasagne und einen kühlen Iced Lemon & Mint Tea mmmh!!! img class=alignleft size-full wp-image-275 title=Australien - Harbour Bridge src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr5notesimage5.jpg alt=Harbour Bridge width=240 height=180 Bei einem Spaziergang über die strongHarbour Bridgestrong können wir die Aussicht auf die Oper und die Skyline genießen. Die Harbour Bridge wurde 1932 fertiggestellt. Die Kosten dafür betrugen 20 Millionen Aussie- Dollar. Sie hat ein Gewicht von 61.000 Tonnen, eine Länge von 1.150 Meter und eine Bogenweite von 503 Meter. Wegen ihrer Form wird sie liebevoll „der Kleiderbügel genannt. Zur achtspurigen Straße kommen noch zwei Bahngleise, eine Fahrrad- und eine Fußgängerspur hinzu. Täglich passieren über 200.000 Fahrzeuge die Brücke und zur Erhaltung gibt die Stadt jährlich drei Millionen Dollar aus. Chronische Verkehrsüberlastungen haben den Bau einer zweiten Verbindung notwendig werden lassen den strongSydney Harbour Tunnelstrong, der südöstlich der Oper unter der Erde geht. Am Ende der Harbour Bridge wächst ein wunderschöner, rot blühender Korallenbaum, in dem sich viele Regenbogen-Lorikets tummeln und Nektar aus den Blüten saugen. Das Gefieder der Allfarbloris, wie sie auch noch genannt werden, schimmert in allen Farben. Sie veranstalten ein Piepskonzert, als wären Hunderte davon im Geäst. Diese kleinen Geschöpfe faszinieren uns so sehr, dass wir ihnen mindestens eine Stunde Gesellschaft leisten. img class=alignleft size-full wp-image-325 title=Australien - Syndey Opera House 1 src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustralien4image7.jpg alt=Syndey Opera House width=240 height=180 img class=alignleft size-full wp-image-326 title=Australien - Syndey Opera House 2 src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustralien4image8.jpg alt=Syndey Opera House width=135 height=180 Das strongSydney Opera Housestrong ist mit seinem „schalenförmigen Dach ein beeindruckender Bau. Vom dänischen Architekten Jörn Uzton entworfen, wurde das Bauwerk nach 14 Jahren Bauzeit 1973 seiner Bestimmung übergeben. 105 Millionen Dollar (ursprünglich waren 70 Millionen Dollar veranschlagt) musste man für die mit über einer Million Fliesen gedeckten Oper hinblättern. Die Sydney Oper ist mehr als ein einfaches Opernhaus: zu den vier Konzertsälen kommen fünf Restaurants, sechs Bars, eine Bücherei, Archiv, Foyer und Aufenthaltsräume. Der größte Saal - die Concert Hall mit 2.690 Sitzplätzen - ist gleichzeitig der imposanteste Gebäudeteil. 18 verstellbare Acrylringe befinden sich über der Bühne und sorgen bei Opern und Konzerten für eine hervorragende Akustik. Wir genießen die Stimmung, nur so da zu stehen und dieses Gebäude so nahe zu sehen! Erst jetzt wird es uns so richtig bewusst: „Wir sind wirklich in Australien und der Traum wurde wahr! img class=alignleft size-full wp-image-327 title=Australien - St. Marys Cathedral 1 src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustralien4image9.jpg alt=St. Marys Cathedral width=134 height=180 img class=alignleft size-full wp-image-328 title=Australien - St. Marys Cathedral 2 src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustralien4image10.jpg alt=St. Marys Cathedral width=133 height=180 In der strongSt. Marys Cathedralstrong wollen wir uns die Krypta ansehen, aber auch da sind wir leider zu spät gekommen, denn sie schließt schon um 04:00 p.m. Dafür schießen wir ein paar illegale Fotos vom Inneren der Kirche, um unseren Ärger ein wenig zu mildern. Die Kirche wurde 1868 in neugotischem Stil mit bunten Glasfenstern zwischen Sandstein- bögen erbaut. Es ist schon spät geworden, aber das strongParliament Housestrong wollen wir uns noch kurz ansehen, wenn auch nur von außen. Das älteste Regierungsgebäude Australiens wurde 1810 von Gouverneur Macquarie gestaltet und reich verziert. Zum Gedenken an die Terroropfer von Bali ist der Vorgarten überhäuft mit Kränzen, Blumen und Kerzen. Ein Gefühl von Trauer beschleicht uns, wenn wir an die vielen Familien und Freunde der Opfer denken. An das Parliament schließen die verschiedenen Flügel des 1814 aus Sandstein erbauten strongSydney Hospitalstrong an. Direkt vor dem Krankenhaus posiert ein Messingschwein, dem man schon den Rüssel ordentlich blank poliert hat! Wir schlendern zurück zur nächsten Bushaltestelle und entdecken am Martin Place noch einen in den Boden eingelassenen Brunnen. Man geht ahnungslos über das Straßenpflaster und plötzlich fängt es zwischen den Ritzen zu dampfen an. Erschrockene Passanten fangen an zu hüpfen, als sie vom plötzlichen Wasser überrascht werden. Echt lustig anzusehen. Nach diesem Riesenprogramm des Tages packen wir im Hotel noch unsere Rucksäcke und Taschen, denn am nächsten Morgen heißt es wieder ab zum Flughafen - es geht weiter nach Cairns. Good-bye Sydney, es war wunderschön hier! - [22.10.02 - Sydney](https://www.bauer-seyr.at/australien/22102002-sydney) - Der Vollmond macht uns ein wenig zu schaffen - oder sind es die unruhigen Träume von all den Erlebnissen des vorigen Tages? Auf jeden Fall müssen Magnesium und Medizin unsere Kreislaufschwäche bekämpfen! img class=alignleft size-full wp-image-271 title=Australien - Sabine im Zoo mit Koala src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr4notesimage3.jpg alt=Sabine im Zoo mit Koala width=181 height=240 Mein gestriger Wunsch am Macquaries - Sessel wird heute erfüllt, denn strahlender Sonnenschein macht sich breit und das Thermostat klettert über 25°. Mit der Fähre fahren wir ca. 15 Minuten auf die gegenüberliegende Landzunge vom Harbour, an der sich der strongTaronga Zoostrong befindet. Taronga bedeutet in der Aboriginal Sprache „Waterview aufgrund der schönen Aussicht in alle Richtungen. Auf 33 Hektar Fläche kann man neben den verschiedenen Arten von Känguruhs auch Koalas und gefährdete Tierarten wie die Kasuare sehen. Wie kleine Kinder marschieren wir von einem Gehege zum anderen und bewundern mit großen Augen die vielen exotischen Tiere. Es ist einfach ein tolles Gefühl, die Tiere, die wir aus den Büchern und Dokumentationen im Fernsehen kennen, hier life zu sehen. Vor dem Zaun des Wombats stehen zwei kleine Mädchen und rufen ständig Hello Mr. Wombat, aber der kleine, dicke Kerl bewegt sich nicht aus seinem Häuschen heraus wahrscheinlich ist es ihm zu heiß, er öffnet nicht einmal seine Augen! Wombats sind nachtaktive Tiere und verbringen den Tag schlafend in ihren mehrere Meter tiefen und bis zu 30 Meter langen Gängen. Diese Tiere haben eine Länge von 1,3 m und ein Gewicht bis zu 36 kg. Der Höhepunkt des Tages: Fototermin mit den Koalas. Gruppenweise dürfen wir zu den Tieren ins Gehege, um Bilder mit ihnen zu machen. Das ist echt ein prickelndes Gefühl, so nahe bei den Teddybären zu sein. Koala heißt in der Aboriginalsprache „kein Wasser, denn diese Tiere trinken wirklich nicht sehr viel davon. Sie dösen bis zu 20 Stunden am Tag in den Eukalyptuswäldern und verschlafen damit etwa 80% ihres Lebens. Die Eukalyptusblätter stellen ihre bevorzugte Nahrungsquelle dar und sollen eine narkotisierende Wirkung haben - sie fressen bis zu 1,5 kg pro Tag! Koalas verlassen die Bäume nur selten und sind durch ihre Krallen gute Kletterer. Die Zahl der bis zu 60 cm großen Tiere ist nur schwer abzuschätzen, da ihr Gesundheitszustand Anlass zur Sorge gibt. Rund die Hälfte (in manchen Gebieten bis zu 80%) sind von der Infektionskrankheit Chlamydia befallen. Durch sie können die Tiere erblinden oder zeugungsunfähig werden. In Koalakliniken versucht man, kranken und angefahrenen Tieren zu helfen. Das „Nationalmaskottchen leidet außerdem am Rückgang seines natürlichen Lebensraums. Überrascht sind wir, weil wir uns diese Tiere viel größer vorgestellt haben. Aber ihr Fell ist soooooo weich! In einem riesengroßen überdachten Käfig schwirren die verschiedensten Vögel durch die Luft. Interessant ist dabei, dass diese Vögel schon so an die Touristen gewöhnt sind, dass sie ohne Scheu um uns herumhüpfen. Bei den Seehunden liefern uns Mitchie und seine kleine Schwester eine lustige Show. Nachdem wir einen kleinen Snack zu uns genommen haben, geht es mit Fähre zurück. Am Nachmittag schlendern wir kilometerweit durch den strongRoyal Botanical Gardenstrong. Das Gelände liegt zwischen Macquarie Street und Woolloomooloo Bay und bietet eine Fülle einheimischer und exotischer Vegetation. In zwei pyramidenförmigen Gewächshäusern wachsen tropische Pflanzen. Leider blüht derzeit nicht sehr viel, weil es heuer zu trocken ist. Aber dafür sehen wir Schwärme von Flughunden, die wie Trauben auf den Bäumen hängen und noch schlafen. img class=alignleft size-full wp-image-272 title=Australien - AMP Tower src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustr4notesimage5.jpg alt=AMP Tower width=156 height=209 So gegen 07:00 p.m. erklimmen wir noch den strongAMP Towerstrong per Lift natürlich (250 Meter in 9 Sekunden). Man hat von dort oben einen atemberaubenden Ausblick in alle Richtungen der Stadt und wir dürfen einen wunderschönen Sonnenuntergang über Sydney miterleben. Der Tower ist das höchste Gebäude der Stadt und ragt mit 325 Meter in die Höhe. Auf zwei Ebenen laden ein internationales und ein Selbstbedienungsrestaurant zum Schlemmen ein. Die dritte Plattform ist der beste Aussichtspunkt auf die lebhafte Großstadt. Das Eintrittsgeld für den Tower beinhaltet auch ein virtuelles Abenteuer durch Australien ein bisschen wie Disney World! Ist aber echt interessant und toll gemacht. Danach gehen wir ins Hotel und machen uns frisch, denn wir wollen noch zum Chinesen Essen gehen. Dort erleben wir, wie das Prinzip des BYO (bring your own) funktioniert. In den meisten Lokalen Australiens darf kein Alkohol ausgeschenkt werden, es sei denn, sie sind lizenziert. Man kann aber sein eigenes Bier oder Wein mitbringen! Gläser werden zur Verfügung gestellt und die Getränke werden vorort kühl gehalten. Wir genießen ein ausgezeichnetes Essen und essen alles bis auf den letzten Krümel auf. Als Dessert kredenzt man uns noch ein Minzeblättchen! Gut, dass wir von zu Hause einen Flachmann mit Medizin mitgenommen haben, denn diese können wir danach sehr gut brauchen! - [21.10.02 - Sydney](https://www.bauer-seyr.at/australien/21-oktober-2002-sydney) - Am Plan für heute steht die Tour mit dem Explorer Bus. Das ist die beste Art eine Stadt zu besichtigen, da man an bestimmten Stationen jederzeit aus- und einsteigen kann. Wir marschieren zum Circular Quai, wo wir die Fahrt beginnen. Vorbei am Opera House (das wollen wir erst am nächsten Tag genauer unter die Lupe nehmen), geht es weiter zum Mrs. Macquaries Chair. Das ist ein in den Fels gehauener Sessel, der sich auf einem Landvorsprung im Botanischen Garten befindet. Der Legende nach ein Rückzugsort der Frau des Gouverneurs Macquarie. Frauen, die sich auf diesem Sessel niederlassen, haben einen Wunsch frei. Natürlich will ich mir die Chance nicht entgehen lassen und wünsche mir mehr Sonne, denn das Wetter hat uns heute ein wenig im Stich gelassen. Wolken und viel Wind vertrüben uns den Tag, was aber den Entdeckergeist nicht vermindert! - [19./20.10.02 - Anreise](https://www.bauer-seyr.at/australien/1920102002-anreise) - img class=alignleft size-full wp-image-4 title=australien_koala src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentaustralien_koala.jpg alt=Foto eines Koala width=302 height=438 Es ist 06:30 Uhr, als wir nach einer schlaflosen Nacht aus dem Bett klettern. Nach der morgendlichen Toilette und einem kargen Frühstück (das aufgrund der Aufregung ein wenig im Hals würgt) fliegen wir von Hörsching erst einmal nach Wien und mit ein wenig Verspätung hebt das Flugzeug um 11:15 Uhr in Richtung Kuala Lumpur ab. 20 Stunden reine Flugzeit stehen uns bevor wie sollen wir das bloß durchstehen? Dass es ein schrecklicher Flug werden würde, bekommen wir schon sehr bald zu spüren. Wir haben die Sitzplätze am Gang nebeneinander und der Fensterplatz ist von einem jungen Asiaten besetzt. Und dieser macht uns die ersten 7,5 Stunden Flug zum Alptraum, denn wenn er nicht gerade schläft, hustet er in der Gegend herum, rotzt oder räuspert sich ununterbrochen. Uns ist beim Essen wahrlich der Appetit vergangen und außerdem befürchten wir, dass er uns vielleicht anstecken könnte. Als er in Kuala Lumpur das Flugzeug verlässt, sind wir heilfroh! Ankunft in Malaysien - 4:00 Uhr morgens! Wir nutzen die 1,5 Stunden (für Reinigung und Auftanken des Fliegers), die wir auf den Weiterflug warten müssen, um uns ein wenig die Füße zu vertreten. Da wir im Flughafengebäude im Abflugraum ausharren müssen, drehen wir dort mindestens hundertmal eine Runde nach der anderen! Die anderen Passagiere sehen uns schon ganz dumm an - aber egal, Gesundheit geht vor! Unsere Hoffnungen, für den Weiterflug einen angenehmeren Sitznachbarn zu bekommen, sind vergebens. Es ist 05:30 Uhr, als die Maschine wieder abhebt und nach ca. 1 Stunde wird uns das Abendessen serviert. Danach heißt es die Fensterrollos herunterziehen und schlafen. Im gesamten Flugzeug ist es dunkel, nur unsere liebe Nachbarin (eine präpotente Wienerin) scheint nicht fähig zu sein, finster zu machen. Sie sitzt da, führt Selbstgespräche, spielt mit dem Kugelschreiber (auf zu auf...) und ignoriert unsere inständigen Bitten. Nach einiger Zeit gelingt es uns doch, ein wenig zu dösen - bis zu dem Moment, als sie auf unseren Oberschenkeln quer über die Sitze springt. Aufgewacht mit einem lauten Aufschrei, ist es wieder vorbei mit der Ruhe. Weil wir uns beschweren, setzt sich ihr Partner für den Rest des Fluges neben uns, aber es wird nicht besser. Auch er hält nichts vom Schlafen und kippt ein Bier nach dem anderen. Kurz vor Ankunft in Sydney ist er so abgefüllt, dass er zum Rebellieren anfängt. Er schreit über mehr als 10 Reihen nach hinten zu seiner Holden, beschimpft die Fluglinie und hat an allem herumzumeckern. Als kurz vor dem Aussteigen die Stewardessen mit einem Aerosolspray das ganze Flugzeug aussprühen (Vorschrift, um kein Ungeziefer einzuschleppen), ist das Fass kurz vor dem Übergehen. Wir sind am Ende mit unseren Nerven und hundemüde, als wir gegen 03:00 Uhr nachmittags (Österreichzeit: 07:10 Uhr) in Sydney ankommen. Nachdem wir den Stempel für das Einreisevisum im Paß eingetragen bekommen haben, müssen wir noch zum X-Ray des gesamten Gepäcks. Mit Genugtuung beobachten wir, wie die beiden Wiener, die uns im Flugzeug so derart genervt haben, von Sicherheitsbeamten abgeführt werden - Zigarettenschmuggel! Dagegen tut uns eine junge Mama sehr leid, der die gesamte Babynahrung abgenommen wird. Aber es dürfen ja keine Lebensmittel nach Australien eingeführt werden. Auch unser Gepäck wird ordentlich durchfilzt und der heimlich mitgebrachte Honig entdeckt. Unsere Magnesiumtabletten (7 Röhrchen mit weißen Pulvertabletten!) sorgen zusätzlich noch für Verwirrung. (Was sind das bloß für komische Drogen?) In Sydney ist es ein wenig bewölkt, es hat 25° mit einem leichten Lüftchen. Na ja, aber besser als zu Hause! Wir nehmen ein Taxi zum Hotel. Nachdem wir das Nötigste ausgepackt haben, besorgen wir uns einen Stadtplan und marschieren zum Hafen. Wir sind ein wenig überrascht, dass es so schnell dunkel wird, denn der Vollmond posiert schon wunderschön neben der berühmten Oper. Die Umrisse der Harbour Bridge zeichnen sich dunkel vom leuchtenden Sonnenuntergang ab und ein alter Dreimaster quert den Hafen. Es ist richtig romantisch, aber wir sind von den Strapazen des langen Fluges einfach zu müde, um noch mehr herumzulaufen. Deshalb kehren wir schon bald ins Hotel zurück. Es ist kurz nach 8:00 abends, als wir in die Betten fallen. Eine Schlaftablette soll helfen, wenigstens diese Nacht ein wenig zu schlafen. - [Australien - Osten und Süden](https://www.bauer-seyr.at/australien) - Ich habe eine Cousine, die Sonja, und sie lebt schon seit mehr als 10 Jahren im schönsten Teil Australiens, in Queensland. Fast jedes Jahr, wenn sie einen Besuch in Österreich macht, schenkt sie mir einen Tag, an dem sie mich besucht. Mit vielen Fotos und interessanten Geschichten weckte sie die Neugier auf dieses Land in mir. Im Laufe der Zeit besorgte ich mir einige Bücher, sammelte jeden Zeitungsausschnitt und sah mir im Fernsehen alle Dokumentationen und Spielfilme an, die Australien betrafen. Sonja hatte immer wieder Einladungen ausgesprochen und so den Reiz mehr und mehr geschürt. Aber dieser Urlaub würde sehr viel Geld kosten und außerdem mit einer langen Flugzeit verbunden sein. Zusätzlich würde es schwierig werden, in der Firma für 4 bis 5 Wochen hintereinander Urlaub zu bekommen. Das waren anfangs noch Argumente, die dagegen sprachen. Doch insgeheim wurde emsig gespart und von Australien geträumt. Als dann im Jahr 1999 Freunde ihre Flitterwochen im schönen Queensland verbrachten und ihr Schwärmen nicht mehr zu bremsen war, machten wir erste Pläne und Kalkulationen. Irgendwie wurde nach und nach alles realistisch und als wir dann mit unserer Entscheidung unter Zeitdruck standen, wurde der Urlaub schon fast wahr. Wir besuchten einige Reisebüros und informierten uns über alle Details und buchten schließlich Ende Juni die Flüge. Wir konnten uns zu diesem Zeitpunkt aber immer noch nicht so richtig ausmalen, wie wunderschön unsere Zeit in diesem atemberaubenden Land werden würde! - [Gedanken danach](https://www.bauer-seyr.at/valencia/valencia-gedanken-danach) - Schnell ist die Zeit an der Küste Spaniens verstrichen und das Land hat – trotz des untypischen Spanien-Wetters – einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Nicht nur, dass der Küstenstreifen eine schöne Landschaft und tolle Städte vorzuweisen hat, auch die Mentalität ist sehr angenehm. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich die Spanier mit den Italienern über den gleichen Kamm geschoren habe, aber wir wurden eines Besseren belehrt. Das spanische Volk ist sehr zuvorkommend, hilfsbereit und geduldig. Und das Angenehme ist die Ruhe, die sie ausstrahlen, hier hat man einfach Zeit und Geduld. Im Gebiet rund um Valencia wird sehr wenig Englisch gesprochen und meine wenigen Spanischkenntnisse wurden mit Hilfe und Unterstützung belohnt. Ich hab mich aber eh sehr bemüht und war oft sehr überrascht, was ich noch alles wusste! Jetzt ist mein Ehrgeiz wieder geweckt, meine Kenntnisse aufzufrischen und zu erweitern. Fürs erste hab ich mal ein kostenloses Magazin abonniert…. Schon in den ersten Stunden ist uns das Verhalten im Straßenverkehr aufgefallen, das so ganz gegenteilig ist, wie wir es bei uns kennen. Wir haben nicht ein einziges Mal erlebt, dass wir bedrängt wurden oder sich ein Fahrer wo rein gezwängt hätte. Außerdem fanden wir es toll, dass von diesem Volk die Blinker, die jedes Auto hat, auch benützt werden. Zudem gibt es auf den Autobahnen kein notorisches Linksfahren. Was Kurioses, was Autos betrifft, konnten wir vor allem in den kleineren Städten beobachten - sie parken nämlich auf den Gehsteigen oder in zweiter Reihe. Es wird einfach die Handbremse nicht angezogen und muss ein verparktes Auto wegfahren, wird das Hindernis ein Stück verschoben. Egal in welche Stadt oder Ort wir gekommen sind, eines haben sie alle gemeinsam – die Sauberkeit. Wir haben nicht eine Gasse gefunden, wo Dreck herum lag. Überall wuseln Putzis – meist Frauen - mit Kübel und Besen auf den Straßen und kehren selbst Zigarettenstummel weg. Mehrmals haben wir sogar beobachtet, wie die verrichteten Geschäfte der Hunde vom Frauerl oder Herrl weggeputzt wurde. Irritiert hat uns aber die Tatsache, dass die Obstbauern auf den Plantagen das verdorrte Gestrüpp einfach anzünden. Inmitten der Orangenplantagen steigt schwarzer Rauch auf, den man schon kilometerweit riechen kann. Da hat uns der Duft der Orangenblüten doch viel besser gefallen! Die reizvolle Landschaft an der Küste von Castellón, Valencia und Alicante ist geprägt von Orangen- und Mandelbäumen und der Duft der Blüten liegt in der Luft. Diese Gegenden sind nicht nur schön anzusehen, sondern sind auch bekannt für das milde Klima. Das mediterrane Flair ist auch überall in den Orten und Städten zu finden. Viele haben noch ihren spanischen Ursprung erhalten und die mittelalterlichen Bauten wurden liebevoll restauriert und ins Stadtbild integriert. Viele kleine Plätze und Parks vermitteln Behaglichkeit und laden zum Verweilen ein. Kilometerlange Sandstrände und beeindruckende Steilküsten bieten alles für einen unvergesslichen Urlaub. Die Landschaft wird von alten Steinterrassen geprägt, die oft bis zu den Berghöhen hinaufreichen. Zahlreiche Wanderwege führen zu überwältigenden Aussichtspunkten, die immer wieder ein Erlebnis sind. Schon nach den ersten Tagen wussten wir, dass wir wieder kommen werden und noch viel mehr entdecken möchten. Hasta luego! - [05.05.10 - Valencia](https://www.bauer-seyr.at/valencia/05-05-2010-valencia) - Pünktlich um 10:00 Uhr erwartet uns Gerda vor ihrer Haustür. Sie ist heute unser persönlicher Guide und wird uns Valencia präsentieren. Wir freuen uns schon sehr darauf, zumal das Wetter heute wieder traumhaft ist. Mit der Metro fahren wir bis zur Plaza del Ayuntamiento und uns verschlägt es im wahrsten Sinn des Wortes die Sprache. Es ist so schön hier – die aufgefädelten prächtigen Gebäude sehen einfach atemberaubend aus, wobei das Regierungsgebäude den Platz dominiert. Noch bevor wir uns aber dem Gebäude widmen, sticht uns das Kreuz aus Blumen direkt neben dem Eingang ins Auge. Am ersten Maiwochenende wird hier das „Cruz de Mayo“ gefeiert, das seinen Ursprung im katholischen Glauben hat. Während ursprünglich die Lobpreisung des Christlichen im Vordergrund stand, ist es heute der künstlerische Aspekt. Es entstand ein Wettbewerb um die schönsten Maikreuze und auf fast jedem Platz findet man ein Blumenkreuz. Gerda befragt einen Sicherheitsbeauftragten über das Kreuz vor dem Rathaus. Nachdem wir nun von dem Fest wissen, macht er uns darauf aufmerksam, dass wir auch das Innere des Gebäudes besichtigen dürfen. Nach einer kurzen Kontrolle unseres Rucksackes steigen wir über eine breite Marmortreppe hoch bis zum schillernden Festsaal. Er strahlt Eleganz und Stil aus und wir können uns fast nicht losreisen. Einen Raum daneben hat man das Gemeindemuseum eingerichtet, wo alte Dokumente, Uniformen und Fahnen ausgestellt sind. Klein, aber fein. Nicht weit vom Ayuntamiento entfernt liegt direkt neben der Stierkampfarena die Estación del Norte. Der 1917 im Jugendstilbau errichtete Bahnhof gehört zur Strömung der Wiener Sezession. Die symmetrisch angelegte Fassade mit ihren beiden Türmen an den Enden des Gebäudes weist zahlreiche florale und farbige Schmuckelemente auf. Die Eingangshalle wurde liebevoll wieder zu ihrer ursprünglichen Pracht restauriert und erinnert an die gute alte Zeit. Die üppige Dekoration mit farbigen Keramiken und hochwertigen Mosaiken im gesamten Schalterraum fesselt unsere Aufmerksamkeit. Einfach wunderschön zum Ansehen und Wohlfühlen in dieser heimeligen Atmosphäre! Doch wir reißen uns los und spazieren weiter des Weges zu unserem nächsten Ziel, dem Mercado Central. Heute halten wir uns aber nicht lange darin auf, denn wir haben uns den Markt ja am Montag schon näher zu Gemüte geführt und die Genüsse in uns aufgesaugt. Auf der gegenüber liegenden Straßenseite befindet sich die Lonja de la Seda, eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die Seidenbörse wurde 1469 als Ölmarkt gegründet und von 1482 bis 1533 umgebaut. Dominiert wird die Lonja von einem mit Zinnen versehenen Turm. Sie wird in vier Bereiche eingeteilt, wobei der Säulensaal die eigentliche Seidenhalle darstellt. Klein wie Ameisen fühlen wir uns darin und zugleich sind wir vom Ambiente überwältigt. Von diesem Saal aus erreichen wir direkt den Orangenbaum-Innenhof, einen kleinen netten Garten. Unser Rundgang endet wieder im Säulensaal. Seinerzeit wurde nicht nur mit Seide, sondern auch mit Keramik und Korn hier gehandelt. Heute wird in der Lonja noch an Sonntagen gefeilscht und zwar Briefmarken und Münzen. Außerdem werden die Räumlichkeiten auch für Konzerte genutzt. Sie befindet sich seit 1996 auf der Liste der UNESCO Kulturerben. Das nächste Highlight des Tages ist die Plaza de la Reina mit der Kathedrale. Mit dem Bau des Gotteshauses wurde 1262 auf den Grundmauern einer alten Moschee begonnen und wurde bis Ende des 18. Jhdts. oftmals umgestaltet. Heute präsentiert sich die Kirche als Stilgemisch von Gotik und Romanik mit barocken Zutaten. Das Wahrzeichen der Stadt ist ihr achteckiger Turm, der El Miguelete aus dem 14. Jhdt. Wir erklimmen die 207 Stufen bis zur Aussichtsplattform und der gigantische Rundumblick lohnt die Mühe. Ein wunderschönes Häusermeer, die blauen Fliesenkuppeln der Kathedrale, das Stadium, die Ciudad de las Artes y las Cièncias, die Turia – es scheint als sähe man bis zum Horizont. Gerda zeigt uns auch das Haus, in dem sie wohnt. Von hier oben sieht auch die Ein- und Ausfahrt der Parkgarage, die inmitten des Platzes liegt, toll aus. Wie auf einer 8 kurven die Autos in bzw. aus der Garage. Rundherum ist alles bewachsen mit Büschen und Blumen. Wir sind ganz versunken in die Aussicht, als plötzlich die 7.514 kg schwere Glocke zu läuten beginnt. Zu unserem Glück gibt sie aufgrund der Uhrzeit aber nur einen einzigen Schlag von sich, aber der war heftig genug. In einer Kapelle seitlich des Einganges befindet sich ein sehr kostbarer goldener Kelch. Es soll sich dabei angeblich um den Hl. Gral aus dem 1. Jhdt. vor Chr. handeln – wieder einmal, denn wir waren im Laufe unserer Reisen schon mehrmals an Orten, wo der Hl. Gral aufbewahrt wird. Wir werden es nie wissen, welcher davon der echte ist! Als uns der Hunger plagt, führt uns Gerda ins Barrio del Carmen. Viele kleine verwinkelte Gassen und beeindruckende Fassaden charakterisieren das Altstadtviertel, das voller historischer Gebäude, aber auch moderner Cafés und Bars ist. Restaurierte Häuser stehen neben sichtlich gealterten und zaubern ein unvergleichbares Flair – ein Stadtteil voller Kontraste, der sich bis zum Flussufer der Turia erstreckt. Das Bilderbuchwetter ermöglicht es uns, dass wir uns im Restaurant „El Rall“ ins Freie setzen können. Wir bestellen uns natürlich eine Paella de Marisco (mit Meeresfrüchten). Die zwanzig Minuten Wartezeit lohnen sich, denn wir bekommen eine riesige Pfanne. Einfach ein Gedicht, da erübrigen sich alle Worte! Das trifft auch auf den frisch gepressten zumo de naranja natural zu und erst jetzt weiß ich wirklich, wie eine Orange schmeckt! Mit vollen Bäuchen setzen wir unsere Tour durch die Stadt fort. Nächstes Ziel ist die weitläufige Plaza de la Virgen mit der Basilica de la Virgen (Kirche der Heiligen Jungfrau) und einem imposanten Brunnen. Der Brunnen von 1976 stellt den ehemals durch Valencia fließenden Turia Fluss dar und die acht Frauen symbolisieren die maurischen Bewässerungskanäle, die das Umland erst fruchtbar machten. In einem gemütlichen Café bestellen wir uns einen Espresso und beobachten das Treiben um uns herum. Von Wahrsagern, über Bettler und Losverkäufer bis hin zu Musikanten finden wir hier alles. Und was zu einem schönen, großen Platz auch gehört sind natürlich die Tauben. Im Schwarm von „normalen“ Tieren läuft eine bunte im Haufen mit. Würde uns interessieren, ob das eine spezielle Gattung ist, oder ob sich da ein Künstler zu schaffen gemacht hat! Sie sieht auf jeden Fall lustig aus. Den Abschluss des ereignisreichen Tages macht ein Spaziergang durch die Turia-Gärten. Früher floss der Río Turia durch die Stadt Valencia und starke Regenfälle führten mehrmals zu einer drastischen Erhöhung des Wasserstandes. Am 14. Oktober 1957 kam es dann zu einer Überschwemmung der gesamten Innenstadt. Daraufhin wurde in den 1960er Jahren der Fluss im Stadtbereich in ein neues, am Süden der Stadt entlang führendes Bett umgeleitet. Das 8 km lange und etwa 200 m breite Flussbett wurde trocken gelegt. Es folgten Jahrzehnte dauernde Diskussionen und erste Pläne hatten eine Nutzung als Autobahn vorgesehen. Im Oktober 1981 erhielt der katalanische Architekt Ricardo Bofil den Auftrag für die Planung eines Großparks, nachdem sich eine Bürgerinitiative durchgesetzt hatte. 1985 war dann Baubeginn und Valencia erhielt seine „Grüne Lunge“. Wir schlendern also in einem ausgetrockneten Flussbett, das in einen großen Garten verwandelt wurde, unter den Brücken hindurch. Es wurden abschnittsweise Schwerpunkte gesetzt, sodass Spaziergänger, Jogger, Radfahrer, Sportler, Kinder, Polizisten auf Quads, einfach alle auf ihre Rechnung kommen. Die schattenspendenden Bäume, Rosengärten, Palmenhaine, Plätze und Wasserspiele sind bei den Valencianos sehr beliebt. Selbst auf die ganz Kleinen wurde nicht vergessen - eine großzügige Spielanlage in Form eines überdimensional großen Gullivers wurde geschaffen. Beim Anblick des Riesen werden auch wir Erwachsene wieder zu Kindern! Da Gerda leider nicht mehr sehr viel Zeit hat, müssen wir aber heute auf das Spielen verzichten. Das nächste Mal dann, versprochen! Am Ende des Parks, bei den Wasserspielen vor dem Palau de la Musica können wir im Hintergrund schon das kugelförmige Dach des Palacio de las Artes, einem Teil der Ciudad de las Artes y las Ciencias, erkennen. Futuristische, aber wunderschöne Gebäude aus Stahlkonstruktionen und weißen Azulejos, umgeben von Millionen Litern von Wasser – das ist die Stadt der Künste und Wissenschaften. Der totale Kontrast zum historischen Kern von Valencia, aber nicht minder sehenswert. Sie liegt am Ende der trocken gelegten Turia und wurde von 1991 bis 2006 erbaut. Entworfen vom Architekten Santiago Calatrava und im Juli 1996 eröffnet. Der prächtige Rosengarten vor dem Palau des las Arts, dem Kunstpalast, bringt mich in großes Verzücken. Die Vielfalt der Farben und Düfte ist berauschend und wenn jetzt nicht wieder die abendlichen Wolken den Himmel bedecken würden, dann ergäbe das auch die perfekte Fotokulisse. Aber wir wollen ja nicht jammern – Hauptsache es bleibt trocken! Leicht versetzt das L´Hemisfèric, ein 90 m langer und 50 m hoher Bau, der durch die Spiegelung im umliegenden Wasser wie ein riesiges Auge wirkt. Ein Mechanismus kann das „Augenlid“ öffnen und schließen. Im Inneren befindet sich ein 3D-Kino mit einer 900 Quadratmeter großen Leinwand. Daneben liegt das Museu de les Ciències, ein Wissenschafts- und Technologiemuseum, das zum Anfassen einlädt. Zu guter Letzt noch das L´Oceanogràfic, das wir am Montag schon unsicher gemacht haben. Ein letztes Foto noch – mit schwarzem Hintergrund, sieht ja auch mystisch aus – und dann stapfen wir zur Straße hoch und halten uns ein Taxi an. Wir liefern Gerda wieder wohlbehalten zuhause ab. DANKE für die tolle und interessante Tour durch Valencia. Es gäbe ja noch so viel anzusehen in dieser wunderschönen Stadt – ein Grund wieder mal zu kommen, wer weiß? Als wir in der Parkgarage bei unserem Auto ankommen, sehen wir, dass es einen Platten hat. „Mierda (Sch….)“! Wir fahren aus der Garage hinaus und wechseln den Reifen an einem Straßenrand. Was wir nicht gleich gesehen haben - wir verparken eine Ausfahrt. Als zwei Damen dort rausfahren möchten, tja, da blockieren wir sie. Bei uns zuhause hätte das ein herrliches Hupkonzert ausgelöst – hier aber stellen die beiden Damen den Motor ab und warten, bis wir fertig sind. Wo gibt´s denn das? Nach einem kurzen Anruf bei der Autovermietung teilen sie uns mit, dass wir kommen sollen. Dort wird ohne langes hin und her das Auto einfach ausgetauscht. Das haben wir auch noch nie erlebt, aber total super! Also, Goldcar Rental können wir wärmstens weiter empfehlen. Geschafft, aber voll mit Eindrücken und vielen, vielen Fotos erreichen wir wieder unsere Unterkunft in Pego. - [Bildergalerie Valencia und die Costa Blanca](https://www.bauer-seyr.at/valencia/bildergalerie-valencia-und-die-costa-blanca) - [Unser Reiseführer zu Valencia und Costa Blanca](https://www.bauer-seyr.at/valencia/unser-reisefuhrer-fuer-costa-blanca) - [iframe http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=reisevonsabin-21&o=3&p=8&l=as1&asins=3770164148&fc1=000000&IS2=1<1=_blank&m=amazon&lc1=0000FF&bc1=000000&bg1=FFFFFF&f=ifr 140 250] Reiseführer "Costa Blanca - Valencia - Alicante" Manuel García Blázquez Verlag: DUMONT direkt (ISBN: 978-3-7701-6414-1) [insert-html-here 1]Für eine Kurzreise ist ein kleiner Reiseführer ideal. Die wichtigsten Orte und Sehenswürdigkeiten sind gut beschrieben - die Straßenkarte kennzeichnet 5 interessante Touren und 12 empfehlenswerte Sehenswürdigkeiten. Für unseren Urlaub absolut ausreichend [insert-html-here 1] Natürlich hat sich Sabine auch wieder über das Internet schlau gemacht und viele interessante Details auf Papier ausgedruckt. War wie immer eine gute Ergänzung zu unserem Reiseführer. [insert-html-here 1] Tipp: Am besten ist aber immer noch, wenn man eine Gerda vor Ort hat. Soll heissen, gegen eine Führung mit einer "Fast-"Einheimischen kann kein Reiseführer bestehen ;-) - [Reiseroute Valencia und Costa Blanca](https://www.bauer-seyr.at/valencia/reiseroute-valencia-und-costa-blanca) - Reiseroute Valencia und Costa Blanca Ziele Gefahrene KM Peaje-Autopista Parkgebühren Tanken Pego 105 5,50 Valencia 213 11,00 12,30 Elx, Alicante 310 16,95 8,50 43,01 Valencia 211 11,00 17,40 4,05 Taxi Cullera, Xàbia 200 7,75 Sagunto, Segorbe, Navajas 342 11,00 3,50 20,00 Albufera, Valencia 125 2,95 6,05 10,00 1.506 66,15 47,75 77,06 - [08.05.10 - La Albufera und die Heimreise](https://www.bauer-seyr.at/valencia/08-05-2010-laalbufera-und-die-heimreise) - Makelloser blauer Himmel und 19° begrüßen uns heute Morgen – hurra! Das kann ja noch ein schöner Abschluss unseres Urlaubes werden! Schnell packen wir unsere Sachen und dann heißt es verabschieden von Petra & Peter und ihrem prächtigen Anwesen. Über Cullera und Sueca lotst uns Susi durch die Einöde auf Wegen, die stellenweise so schmal sind, dass nur ein Auto Platz findet. Einzig Traktoren und Radfahrer sind hier unterwegs durch die Äcker und Reisfelder. Aber wir müssen zugeben, es ist schon sehr scenic hier! Dann erreichen wir das kleine Fischerörtchen El Palmar, das Anfang des 20. Jhdt. noch eine Insel war. Interessant sind hier die traditionellen Behausungen der Feldarbeiter, die Barracas. Das sind kleine, nach Osten ausgerichtete Lehmhäuschen, deren Dächer mit Schilf oder Stroh gedeckt werden. Etwa 12 km von Valencia entfernt liegt der Naturpark La Albufera. Der Naturfreund findet hier auf 21.000 ha eines der bedeutendsten Feuchtgebiete der Region Valencia. Hier befindet sich eine Süßwasserlagune, die durch eine Landzunge vom Meer abgetrennt ist. Sie ist umgeben von Schwemmland, Mooren und Gesträuch und bietet vielen seltenen Tieren und Pflanzen Lebensraum. Zugvögel suchen zum Nisten oder Überwintern den Park auf, deshalb wurde diese Gegend zum Vogelschutzgebiet erklärt. Wir stellen unser Auto beim Besucherzentrum Racó de l´Olla ab. Dort gibt es einen Aussichtsturm und Boardwalks führen durch verwunschenen Wald, zu einem Museum und einem Beobachtungshäuschen. Durch ein aufgestelltes Fernrohr können wir Moorhühner, Kiebitze, Möwen und anderes Gefieder beobachten. Rundherum nur das Gekreische der Vögel, sonst ist beinahe nichts zu hören in dieser Idylle. Kurz nach Mittag fahren wir weiter, denn wir haben uns mit Gerda zum Mittagessen verabredet. Als wir Valencia erreichen, leuchten uns schon von weitem die Fliesen der Ciudad de las Artes y las Cièncias entgegen. Kurzerhand beschließen wir hier noch einen kurzen Fotostopp einzulegen. Der blaue Himmel mit den Schäfchenwolken bietet eine zu schöne Fotokulisse, die wir uns nicht entgehen lassen können. Es ist die Hölle los hier, Unmengen von Leuten sind auf den Beinen und Automassen stauen sich durch die Straßen. Polizeiaufgebot wohin man schaut, aber alles läuft wieder sehr diszipliniert ab. Wir parken unser Auto in der Garage wie schon die Tage davor und schnellen Schrittes haben wir das Oceanogràfic erreicht. Und jetzt wissen wir, warum ganz Valencia auf den Beinen ist. Es findet am Wochenende der Große Preis von Spanien im Springreiten statt. Leider sind aufgrund dessen viele Bereiche abgesperrt oder von Zelten verdeckt. Trotzdem können wir tolle Aufnahmen machen, denn diese futuristischen Gebäude sehen mit diesem Hintergrund einfach schöner aus, als am Mittwoch mit dunkler Wolkendecke! Tja, heute herrscht ja auch perfektes Sommerwetter bei sehr angenehmen 28°. Um 13:30 Uhr treffen wir uns dann mit Gerda und gehen mit ihr zum Chinesen essen. Wir sind um diese Uhrzeit die ersten Gäste und haben das tolle Angebot für uns allein. Ein Wahnsinn, was wir hier alles essen könnten – von Vorspeisen, Sushi, typischen chinesischen Gerichten angefangen bis hin zu den tollsten Meeresfrüchten, Fleisch und Gemüse, das frisch im Wok oder auf dem Grill gegart wird. Es ist einfach alles da, was das Herz begehrt. Zum Abschluss stürmen wir noch das reichhaltige Nachspeisenbuffet und dann sind wir zum Platzen voll! Ist auch gut so, denn in ein paar Stunden geht es nach Hause und im Flieger gibt es dann eh nichts mehr zu essen. Hier in Spanien hält man noch was von Siesta, denn in der Innenstadt ist auf den Straßen kaum was los und wir erreichen pünktlich die Autovermietung. Ohne einen Blick darauf wird das Auto zurück genommen und der Shuttle zum Flughafen steht auch schon bereit. Dort heißt es warten, denn das Einchecken passiert, wie so vieles in Spanien mit tranquilidad (Ruhe). Es dauert Ewigkeiten, bis die Schulklasse und die drei holländischen Radfahrer vor uns ihre Boardingkarten haben. Bei uns geht es dann etwas schneller, weil wir gestern Abend schon online eingecheckt haben und nur noch das Gepäck loswerden müssen. Kaum gestartet, landet der Flieger schon nach 40 Minuten auf dem Rollfeld von Palma de Mallorca. Großes Menschenaufkommen empfängt uns dort in den Wartehallen. Der Grund dafür ist wieder mal die Aschewolke des isländischen Vulkans. In der Abflughalle hängen vier Monitore und die Flüge von zweien sind alle gecancelled oder delayed. Hoffen wir, dass flyniki davon nicht betroffen ist. Das Glück ist auf unserer Seite und wir können planmäßig Richtung Heimat fliegen. Nach 01:45 Stunden Flugzeit erreichen wir kurz nach 22:00 Uhr Linz, wo uns Wolfgang´s Eltern schon erwarten. - [07.05.10 - Sagunto, Segorbe und Navajas](https://www.bauer-seyr.at/valencia/07-05-2010-sagunto-segorbe-und-navajas) - An jedem Tag ist das Wetter frühmorgens das Wichtigste. Obwohl der Himmel mit Schlierenwolken bedeckt ist, haben wir heute schon 16°. Die Luft riecht brandig, weil die Obstbauern inmitten ihrer Orangenplantagen das verdorrte Reisig verbrennen. Wir fahren die schon bestens bekannte Autopista Richtung Valencia, nur heute wollen wir noch ein Stück weiter nach Norden, bis Sagunto. Die knapp 130 km legen wir mühelos zurück. Es herrscht zwar stellenweise dichter Verkehr, aber aufgrund des disziplinierten Fahrverhaltens der Spanier erreichen wir die 35 km von Valencia entfernte Stadt Sagunto sehr schnell. Schon von weitem sind die beeindruckenden Mauern der Burg zu sehen, die am Sierra Calderona thront. Mehr als einen Kilometer lang schlängeln sich die im 5. Jhdt. v. Chr. erbauten Burgmauern um den Hügel und umschließen ganze sieben Plätze. Natürlich wollen wir sie uns dann auch näher ansehen. Wir müssen einige Male in der Altstadt herum kreisen, weil alle Gassen maßlos mit Autos verstopft sind, bis wir endlich einen Parkplatz finden. Daher freuen wir uns umso mehr, als wir einen im Kern des Centro Históricos finden. Zuvor aber statten wir noch der Tourist Info einen Besuch ab, um uns einen Stadtplan zu holen. Wir sind begeistert, denn hier spricht man, nein eigentlich Frau, auch Englisch! Wir bekommen von ihr sogar einen Plan auf Deutsch! Mit Elan stapfen wir auch gleich los und betrachten am Plaza Mayor die Puerta del Almadín Medieval mit dem schönen historischen Wappen der Krone von Aragón. Hier war der öffentliche Kornspeicher. Der Platz war im Mittelalter das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum, auf dem traditionellerweise der wöchentliche Markt stattfand. Er ist rechteckig und mit Arkaden gesäumt und weckt in uns Verzücken. Da erregt plötzlich die junge Dame neben uns Aufmerksamkeit, weil sie Unmengen von Münzen in einen Parkautomaten steckt. Ah, Parkautomaten – stehen die auch an der Straße, wo wir unser Auto abgestellt haben? Um das festzustellen, geht es im Laufschritt dorthin zurück. Tja, es gibt da auch welche und es wird auch kontrolliert, ob sie benützt werden. Und da der Parksheriff auch schon da war, haben wir prompt schon ein Ticket über 30 Euros an der Windschutzscheibe hängen. Nein, die wollen wir aber nicht bezahlen! Da sehe ich ihn, nein sie, nur hundert Meter die Straße weiter. Also schnell nach und um Schadensbegrenzung kämpfen. „Perdone, parla inglés?“ Auf Spanisch schaff ich das sicher nicht – sie schaut mich nur groß an! So, was mach ich jetzt? In einfachen Sätzen und Vokabeln, die mir in der Not einfallen, erkläre ich ihr irgendwie, dass wir nur in der Tourist Info und außerdem noch Geld wechseln waren (eine kleine Notlüge wird ja wohl erlaubt sein). Darauf sagt sie was auf Spanisch, das sich meiner Sprachkenntnisse entzieht. Sie merkt mir die Verzweiflung an und tröstet mich erst mal mit „tranquilo, tranquilo“. Mit Händen und Füssen schafft sie es dann, uns zu erklären, dass wir 3,50 Euro in den Parkautomaten werfen sollen. Damit ist dann der 30 Euro-„Gutschein“ annulliert. Muchas gracias. Also hat sich dieser Einsatz wirklich gelohnt! So, jetzt beginnen wir wieder von vorne mit der Besichtigung. Aber erst mal suchen wir uns die Markthalle, denn wir benötigen wieder dringend los Aseos (das Klo)! Dann schlendern wir entspannt wieder zum Plaza Mayor, denn dort befindet sich die Eglesia de Santa María aus dem 14. Jhdt. Die rosafarbene Kirche besitzt einen prächtigen Glockenkäfig, schöne goldene Portale und – ich liebe sie so – die hübschen Wasserspeier. Schräg gegenüber liegen noch die Mauerruinen des Tempels der Diana aus dem 5. Jhdt. v. Chr. - heute ein Nationaldenkmal. Mittlerweile hat sich Bilderbuchwetter breit gemacht und wir haben noch mehr Freude am Herumlaufen. Wir erklimmen die steile, kopfsteingepflasterte Carrer Vell Del Castell hoch und erreichen das Römische Theater. Es wurde auf dem Bergabhang des Kastells errichtet und stellt heute einen der wichtigsten Schätze der römischen Kultur in Spanien dar. Seine heutige Gestalt ist aber geprägt von unzähligen Restaurierungsarbeiten. Erbaut wurde das Theater im 1. Jhdt. und bot 6.000 Menschen Platz. Fortan war es durch Verwitterung einem starken Abnutzungsprozess ausgesetzt. Auch Kriege und Entwendung der Quadersteine aus Kalkstein für die Errichtung von Gebäuden in der Ortschaft haben den Zerfall begünstigt. 1896 wurde es das erste offizielle Nationaldenkmal Spaniens. Heute nutzt man es für verschiedenste Veranstaltungen. Eine langgezogene Kurve weiter oben stehen wir vor dem Gatter zum Castillo. Ich kann nicht herausfinden warum, aber wir bekommen Eintritt-Tickets, für die wir nichts bezahlen müssen! Naja, dann wieder mal „muchas gracias“. Das Kastell ist heute von Mauern unterschiedlicher Epochen und Stile umgeben. Iberische, römische, karthagische, maurische, mittelalterliche und moderne Überreste sind Zeugnisse der Kulturen, die sich während seiner 2.000-jährigen Vergangenheit hier niederließen. Erhalten sind heute noch Ruinen alter Gebäude, das Forum, eine unterirdische Zisterne, Spuren von Marktständen und Grundmauern der Basilika. Es scheint, als würden die fehlenden Teile durch Oliven- und Feigenbäume und riesige Opuntien ergänzt. Einen Rundgang ist das weitläufige Gelände aber allemal wert, denn man hat tolle Ausblicke auf die schöne Huertalandschaft, die Stahlindustrie, den Kalvarienberg und zu Füßen liegt die Altstadt. Sagunto hat eine uralte Geschichte, denn bereits 500 Jahre v. Chr. siedelten hier im fruchtbaren Tal Menschen. Auf dem Weg wieder hinunter machen wir einen kurzen Abstecher ins Judenviertel. Die Judería erreicht man durch das Portalet de la Sang (Tür des Blutes) und soll an die blutigen Judenprogrome, die im 15. Jhdt. stattgefunden haben, erinnern. Kleine Häuser, restauriert und liebevoll geschmückt mit bemalten Azulejos und Blumen, reihen sich aneinander. Alles sieht sehr friedlich und ruhig aus. Bevor wir zum Auto zurückgehen, bewundern wir noch die Außenfassade des barocken Rathauses von Sagunto. Mittlerweile sind Stunden vergangen, seit wir in die Stadt gekommen sind. Dem regen Treiben ist jetzt die Siestazeit gefolgt und die Stadt ist wie ausgetauscht. Die Geschäfte sind geschlossen und die Plätze fast menschenleer und nun gäbe es auch unzählige Parkplätze! Wir verlassen Sagunto und fahren weiter landeinwärts nach Segorbe, dessen Stadtmauerreste ein mittelalterliches Ensemble mit Burgruine, Bischofspalast und Kathedrale einfassen. Die Stadt selbst lassen wir aber hinter uns und machen erst einen Abstecher zum 1 km außerhalb liegenden Fuente de los 50 caños. Idyllisch inmitten eines Parks gelegen hat man entlang des Flussbettes des Palancia 50 Wasserhähne in eine Wand eingelassen und darüber mit den Wappen der 50 Provinzen Spaniens versehen. Wir machen es uns auf einer Bank bequem und lauschen dem Plätschern des Wassers und dem Zwitschern der Vögel. Knapp 4 km entfernt in der Ortschaft Navajas, da liegt unser nächstes Ziel – der Salto de la Novia (Cascada del Brazal). Mit fast leerem Tank irren wir einige Zeit herum, auf der Suche nach den 60 m in die Tiefe stürzenden Wasserfall. Aber die Suche lohnt sich, denn wir finden hier ein richtiges Naturparadies. Kristallklares Wasser stürzt in die Tiefe und die feine Gischt glänzt im Sonnenlicht. Auf beiden Seiten ragt das rostrote Bergmassiv des Rascaño hoch. Auf der Grünfläche des Tales, das die Erosion des Berges gebildet hat, wurden Tische und Bänke zum Picknicken aufgestellt und die Wege zum Wasserfall mit Holzblanken befestigt. Mir fallen kaum Worte ein, wie schön es hier ist. Viele Menschen kommen vor allem in den Sommermonaten hierher, um die Stimmung hier zu genießen oder um sich Trinkwasser zu holen, weil es frisch und natürlich schmeckt. Wie eine Legende sagt, kamen verliebte Pärchen hierher, um herauszufinden, ob ihre Ehe glücklich und segensreich wird. Die Braut musste den Fluss überqueren und gelingt es ihr, stand dem Glück nichts mehr im Wege. Es waren einmal Sara und Louis und sie wollten es der Tradition gleichtun. Sara kam aber in einen Wasserstrudel und als Louis ihr zu Hilfe kommen wollte, ertranken sie beide. Ihre Körper wurden noch kurz gesichtet, aber das Wasser verschluckte sie für immer. Man sagt, dass während des Vollmondes im Tal ihre Schreie noch heute zu hören sind. Eigentlich eine grausliche Geschichte für diesen wunderschönen Ort. Nur schade, dass die Zeit schon fortgeschritten ist und wir ja noch Segorbe einen kurzen Besuch abstatten möchten. Ein weiterer Grund, wieder mal her zu kommen! Auf dem Rückweg nach Segorbe halten wir die Augen offen nach einer Tankstelle. Das würde uns noch fehlen, wenn wir hier in der Pampas liegen bleiben! Direkt an der Ortseinfahrt finden wir dann eine und unser Auto bekommt sein Futter. Es ist kurz vor 17:00 Uhr - wir haben gerade eine ausführliche Erklärung in der Tourist Info für einen Rundgang in der Altstadt bekommen - da pirschen sich schwarze Wolken am Himmel heran. Egal, machen wir das Beste daraus. Bewaffnet mit einem Stadtplan spazieren wir die Calle Colón entlang. Diese Straße ist berühmt aufgrund der „Semana taurina de Segorbe“. Anfang September werden dort täglich Punkt 14:00 Uhr eine Woche lang von wagemutigen Reitern Stiere eingetrieben. Ein Volksfest, das wegen seiner Urtümlichkeit, Tradition und seines spektakulären Charakters weit über die Grenzen hinaus bekannt ist. Die Calle Colón endet beim Portal Arco de Verónica und dem kolossalen Aquädukt. Leider ist ein großer Teil davon eingerüstet, weil die Andenken an die Römer restauriert werden. Auf einem riesigen Plakat können wir lesen, dass die Kosten EUR 363.616,64 betragen werden. Nicht schlecht! Das hat den Herrn im Himmel wahrscheinlich auch erschreckt, denn plötzlich beginnt es zu blitzen und donnern, dass es nur so kracht. Keine fünf Minuten später fallen auch schon die ersten Regentropfen. Damit haben wir nicht gerechnet, denn unsere Regenjacken liegen schön brav im Auto! Da es nicht kalt ist, beschließen wir unseren Rundgang fortzusetzen. Die Türen der Kathedrale aus dem 13. Jhdt. sind leider verschlossen, daher können wir uns den Altar aus Marmor leider nicht ansehen. Mittlerweile sind wir schon ordentlich nass und daher beschließen wir, doch abzubrechen und zurück zu fahren. Als wir die Stadt Valencia erreichen schüttet es aus vollen Schaffeln. Trotz des zeitweise etwas stockendem Verkehr und einer Baustelle kommen wir zügig voran und als wir nach einer guten Stunde in Pego ankommen, ist das Wetter wie ausgewechselt. Die Sonne strahlt und auf dem Himmel sind nur kitschige Schäfchenwolken zu sehen. Das verspricht Gutes für morgen! - [06.05.10 - Cullera und Xàbia](https://www.bauer-seyr.at/valencia/06-05-2010-cullera-und-xabia) - Strahlend blauer Himmel, zwar nur 15°, aber es sieht sehr freundlich aus. Unser Vermieter hat uns eben erzählt, dass es in Mallorca gestern starke Stürme gegeben hat und ganze Landstriche überflutet sind. Diese Insel ist nur eine halbe Flugstunde von uns entfernt! Da beschweren wir uns nicht mehr über die schwarzen Wolken von gestern. Heute ist Markttag in Cullera, den wir als erstes besuchen. Schon von weitem sehen wir nach der Abfahrt von der Autopista den Schriftzug Cullera auf dem Bergrücken – das haben sie sich wohl in Hollywood abgeguckt! Nach einigen erfolglosen Anläufen einen Parkplatz zu finden, weichen wir auf den Stadtrand aus. Tut uns ganz gut, ein paar Schritte zu laufen. Die Stadt sieht auf den ersten Blick ganz nett aus mit ihren engen Gassen und alten Häusern. Den Markt finden wir auf Anhieb, sonst aber schon nichts. Ein Stand reiht sich an den anderen und alle verkaufen nur Ramsch und altfaderische Klamotten. Die Omis über 80 haben ihre Freude daran. Das einzig Interessante sind die Churros-Bäcker. Es handelt sich hier um einen „Stangenkrapfen“ aus Brandteig, der schwimmend im Fett ausgebacken, mit Staubzucker bestreut und in heiße dickflüssige Schokolade getunkt, gegessen wird. Wir muten aber unserem Magen diese fettigen Dinger nicht zu und belassen es dabei, nur bei der Produktion zuzusehen. Wir statten noch der kleinen Markthalle einen Besuch ab und dann kehren wir wieder zum Auto zurück. Haken wir diesen Ausflug als Zeitverschwendung ab und fahren zurück in Richtung Süden. Im Norden der Costa Blanca liegt an einer 25 km langen Bucht die kleine Hafenstadt Xàbia. Nördlich davon erhebt sich der 753 m hohe Montgó, ein Naturpark. Schnell und mühelos erreichen wir die modernen Vororte. Nur dann schickt uns Susi kreuz und quer im Wohngebiet umher, sodass wir komplett die Orientierung verlieren. Also beschließen wir, einfach das Auto in einer Straße abzustellen und zu Fuß die Stadt zu erkunden. Wieder enttäuscht uns unser Explorergefühl nicht und wir finden auf Anhieb die Altstadt. Malerische Gassen und Plätze vermitteln uns sofort ein heimeliges Gefühl. Vor den Türen, Fenstern und auf Balkongitter leuchten die unterschiedlichsten Blüten und Grün-pflanzen. Bunt bemalte Keramiktöpfe und Hausschilder zeigen das Handwerk der ansässigen Künstler. Wir statten als erstes der Markthalle einen Besuch ab. Na ja, um ehrlich zu sein, Markthallen sind ein sicherer Geheimtipp geworden, wenn man dringend mal auf´s Klo muss, denn dort gibt es mit Sicherheit immer eins. Um das herrliche Wetter auch zu nützen, schlendern wir anschließend ziellos in den malerischen Gassen herum. Als wir dann aber den Kirchenplatz erreichen und dort im Garten eines kleinen Cafés Leute sitzen sehen, die Tapas genießen, lassen wir uns nicht lange überreden und setzen uns dazu. Die Wirtin spricht kaum Englisch, aber wir schaffen es doch, ein paar Leckerlis zu bestellen. Während wir darauf warten, schmökern wir in unserem Reiseführer und beschließen am Nachmittag die Miradors – Aussichtspunkte - zwischen dem Cap de Sant Antoni im Norden und dem Cap de la Nau im Süden zu erkunden. Doch vorerst genießen wir einheimische, spanische Küche - muy bien! Das Sitzen hier wäre sehr gemütlich gewesen, aber alles hat ein Ende. Bevor es zurück zum Auto geht, bestaunen wir noch die Wehrkirche, die sich direkt gegenüber der Bar befindet. Der Herr Pfarrer macht auch gerade Siesta und daher ist sie verschlossen und wir verabschieden uns von diesem süßen Ort. Eine kurvige Straße führt hinauf in den Naturpark des Montgó-Massivs, wo die Berge bis ans Meer reichen und dort herrliche Steilküsten bilden. Als erstes steuern wir das Cap de Sant Antoni an. Ein gewaltiger, rosafarbener Leuchtturm thront dort direkt an den Klippen, die mit riesigen Opuntien bewachsen sind. Rundherum blühen Lavendel und viele andere Bergpflanzen. Die Aussicht hinunter auf den Hafen, die Stadt und das Meer ist einfach wunderschön. Die Ruhe hier oben ist sehr beruhigend, nur das Kreischen der Möwen und das Tackern von Benzinbooten sind zu hören. Und wir ganz allein, das haben wir selten! Wir genießen eine Zeitlang die besondere Stimmung und setzen dann unsere Tour fort. Auf dem Weg zum Mirador Els Molins können wir Wahnsinns-Villen bestaunen und am Abhang ist auch hier der Blick herum wieder unvergleichlich. Mehr als die Hälfte der 15 ausgeschilderten Aussichtspunkte erwandern wir und überall ein ähnliches Bild: türkises Meer, in dem bemalte Boote tuckern, bewachsene Steilküsten, Blumen, Leuchttürme und Villen, die so in die Felsen gebaut sind, dass es aussieht, als würden sie jeden Moment hinunter stürzen. Als wir uns aber dem Cap de Nau nähern, wird die ganze Geschichte schon touristischer. Direkt am Arenal-Strand ein Restaurant neben dem anderen und als wir dann das Cafe AUSTRIACO & WIEN erblicken, können wir doch nicht widerstehen. Wir bestellen und einen Milchkaffee und leckere Topfentorten. Ein bisschen Heimatgefühl kommt auf! Als letztes Ziel steuern wir das Cap de Nau an, das am westlichsten Punkt von Valencia liegt. Es ist zugleich der näherste Punkt zu Ibiza und dem guten Wetter verdanken wir es, dass wir zu dieser Insel auch hinübersehen können. Dieses Cap war lange ein wichtiger Punkt für die Schifffahrt und daher befindet sich auch hier ein gewaltiger Leuchtturm, der 1914 konstruiert wurde. So, das war es für heute und langsam machen wir uns auf die Rückfahrt nach Pego. Ein wunderbarer Tag neigt sich wieder dem Ende und bis die Sonne endgültig untergeht, verbringen wir die Zeit noch im hübschen Garten unserer Vermieter. - [04.05.10 - Elx und Alicante](https://www.bauer-seyr.at/valencia/04-05-2010-elx-und-alicante) - Versuch Nr. 2 den südlichen Teil der Costa Blanca zu erkunden und es sieht heute besser aus. Es hat zwar in der Früh nur 13° und es ist sehr windig, aber das Wichtigste ist, dass kein Regen in Sicht ist. Stellenweise grinst sogar schon die Sonne zwischen den Wolken durch und das stimmt uns zuversichtlich. Die Umgebung entlang der Autopista ist wieder wunderschön anzusehen – Orangenplantagen soweit das Auge reicht. Dazwischen mal Olivenbäume oder riesige Oleander. Und natürlich immer wieder kleinere Ansiedlungen, wobei manche Häuser wie Schwalbennester auf den Abhängen kleben. Bei Benidorm erreichen wir das Meer und die Skyline erinnert uns ein wenig an Manhattan. Nach der Bautätigkeit zu schließen scheint es sich hier um ein großes Einzugsgebiet zu handeln. Wir lassen diese und auch die nächste große Stadt Alicante hinter uns und nehmen erst die Ausfahrt nach Elx (Elche). Für diese Stadt charakteristisch sind die vielen Dattelpalmen. Sie schließen diese in einem großen grünen Gürtel von 2 km Länge und 1 km Breite ein und beherbergen etwa 200.000 Exemplare. Der Palmenhain ist jedoch kein natürlicher Wald, sondern eine Kulturlandschaft, die für die landwirtschaftliche Produktion angelegt wurde. Es ist wahrscheinlich, dass in dieser Gegend in ferner Vergangenheit bereits Palmen wuchsen. Die heutigen Anbautechniken und das Bewässerungssystem gehen auf die Oasenkultur der Araber zurück. Elx wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, als Beispiel für den Transfer einer typischen Kulturlandschaft von einem Kontinent auf einen anderen – in diesem Fall von Nordafrika nach Europa. Weiterhin betonte die UNESCO die besondere Bedeutung des alten Bewässerungssystems, das noch heute in Betrieb ist. Unser erster Weg führt uns in den Stadtpark, wo sehr harmonisch der Palmenhain mit vielen anderen mediterranen Pflanzen, Rosenbeeten und Zitrusbäumen ergänzt wurde. Dazwischen kleine Brunnen mit den bemalten Azulejos, Bankerl und Türme, das sieht echt nett aus. Alles ist liebevoll gestaltet und sehr sauber. Das genießen nicht nur wir, sondern auch viele Mamis mit ihren Kindern, denn am Rand des Parks gibt es noch einen großzügig angelegten, stark frequentierten Kinderspielplatz. Nicht weit entfernt steht auf einem kleinen Platz die aus dem 17. Jhdt. stammende Basilika Santa Maria. An dieser Stelle stand 1265 ursprünglich die Moschee, bevor 1672 mit dem Bau des bis heute erhaltenen Gotteshauses begonnen wurde. Deutlich sind verschiedene Baustile zu erkennen, da bis zur Vollendung 1783 viele Architekten beteiligt waren. Geschmückt wird das Gotteshaus von einer großen, tiefblauen Kuppel, dessen Fliesen im Sonnenlicht strahlen. Die Kirche ist in Kreuzform angelegt, verfügt über eine beeindruckende Orgel und schöne Buntglasfenster. Einzig die elektrischen „Gedenkkerzerl“ gefallen uns überhaupt nicht! Für 2 Euro pro Person dürfen wir die 167 Stiegen des Kirchenturms hochsteigen und die Plagerei lohnt sich. Von hier oben haben wir nicht nur einen schönen Ausblick auf die Stadt rundherum, sondern auch auf das Palmeral, das aus mehreren Gärten besteht. Im Huerto del Cura, einem Teil des Palmerals, wächst die berühmte Königspalme. Es handelt sich hier um eine 150 Jahre alte Palme mit 7 Armen und Kaiserin Sissi von Österreich war von ihrem Anblick so angetan, dass sie daraufhin Kaiserpalme benannt wurde. Wieder im Inneren der Kirche angelangt lesen wir uns den erhaltenen Flyer durch. Die Basilika von Elx besitzt als einzige katholische Kirche das Privileg, dass in ihren Mauern ein religiöses Theaterstück aufgeführt werden darf. Es handelt sich hier um das „Ministerio de Elche“, bei dem es inhaltlich um den Tod der Gottesmutter, ihrer Aufnahme in den Himmel und ihrer feierlichen Krönung durch die Hl. Dreifaltigkeit geht. 2001 wurde es von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Verehrung der Bevölkerung für ihre Gottesmutter zeigen sie bei der Prozession mit einer lebensgroßen Marienstatue - dabei werden kleine, religiöse Zettelchen von den Balkonen geworfen. Bei einem abschließenden Außenrundgang können wir noch die reich verzierte Fassade und das schmuckvolle Haupttor bewundern. Daneben besitzt die Kirche noch weitere 7 kleine Portale. Hunger macht sich breit und daher machen wir es uns in einem Café am Kirchenplatz gemütlich. Beim Studium der Tapaskarte haben wir viel Spaß, denn mein Spanisch reicht nicht, um alles zu übersetzen. So bestellen wir Verbena de Pintxos und einen Ensalada del chief mit lechuga, tomate, pulpo, salmón, anchovas y cebolla) – lassen wir uns einfach überraschen, was kommt! Dazu gibt es ein spanisches cerveza für Wolfgang und einen jugo des manzana für mich. Das Essen, das wir dann bekommen, sieht nicht nur gut aus, es schmeckt auch hervorragend! Die frischen Meeresfrüchte sind einfach ein Wahnsinn! Wir amüsieren uns aber über den Tapasteller, denn in der Mitte der vielen Köstlichkeiten liegt ein großer Haufen Chips! Die schmecken aber viel, viel besser, als die im Sackerl zuhause. Wohl genährt setzen wir unseren Rundgang durch die Stadt fort. Die sehenswerten Baudenkmäler stehen nahe beieinander und daher erreichen wir nur einige Gassen weiter das Casa de la Villa aus dem 15. Jhdt. Das Rathaus besitzt einen Uhrturm, an dem zwei Holzfiguren (Calendura und Calendureta) die Uhrzeit anschlagen. Sie gehören zu den sympathischsten und beliebtesten Persönlichkeiten von Elx. Das Ajuntament ist das älteste Rathaus im gesamten Süden des Landes und wird auf das Jahr 1441 datiert. Erst als Warenbörse genutzt, kommt seit 1445 hier der Stadtrat zusammen. Direkt neben der Parkgarage, in der wir unser Auto abgestellt haben, ist der Alcàsser de la Senyoria, ein maurischer Stadtpalast, der vom 15. bis 19. Jhdt. Wohnsitz des Stadtadels war. Ein moderner Brunnen steht im krassen Gegensatz zu den vor kurzem restaurierten Überresten der Almohaden-Stadtmauer, die gleich dahinter angrenzt. Bevor wir die schöne Stadt mit ihrem besonderen Flair wieder verlassen, fallen uns noch nette Kuriositäten auf. Das erste ist das grüne Manderl auf der Ampel – es beginnt nämlich zu laufen, wenn ihr Licht aufleuchtet. Dabei lernen doch bei uns die Kinder schon, das man nicht über die Straße laufen soll, oder? Sowas Süßes haben wir noch nie gesehen! Das zweite ist die Abrechnung in der Parkgarage: hier zahlt man nämlich nach Minuten! Am Nachmittag setzt sich die Sonne so richtig durch und gut gelaunt setzen wir unsere Fahrt fort. Wir machen einen kurzen Abstecher zu den Dunas de la Guardamar. Ein wahrer Kontrast zu dem, was wir heute schon gesehen und erlebt haben, denn hier steht ein Ferienklotz neben dem anderen. Halleluja, da muss es sich zur Urlaubszeit abspielen und wahrscheinlich werden auf dem heute leeren Strand die Menschen wie die Sardinen nebeneinander liegen. Nichts wie weg! Weiter des Weges in Richtung Alicante kommen wir an den Salines de Santa Pola vorbei. Schon seit dem 13. Jhdt. wird hier Salz gewonnen. Nicht weit von der Straße entfernt liegt ein weißer Haufen neben dem anderen. Die Salzlagunen bilden zusammen mit Staubecken und Sümpfen in den Flussniederungen auch ein wichtiges Vogelrevier an der spanischen Mittelmeerküste. In Schwärmen gleiten sie über uns hinweg und erfüllen die Luft mit ihrem Gekreische. In Alicante parken wir unmittelbar im Hafen, der voll von „kleinen“ Booten und Schiffen ist. Schon die ersten Schritte aus der Garage machen wir auf der berühmten Explanada de España. Das Pflaster der palmengesäumten Flaniermeile besteht aus über 6,5 Millionen Marmorfliesen. Die drei Farben sind wellenartig verlegt, die zum Hüpfen einladen. Außerdem ist sie Treffpunkt der Alicantiner in den zahlreichen Restaurants und Bars. Nachdem wir uns einen Plan in der Tourist Info besorgt haben, spazieren wir auf direktem Weg zum Ayuntamiento. Das spätbarocke Rathaus aus dem 18. Jhdt. hat eine 50 m lange Fassade, die von Zwillingstürmen umrahmt wird und einer mit Kacheln bedeckten Kuppel. Am Fuß der Haupttreppe ist die „cota cero“ - der Nullpunkt - der als Bezugspunkt für die Berechnung der Höhe spanischer Orte diente. Unmittelbar vor dem Gebäude liegt ein weitläufiger Platz, den zu betreten aber eher gefährlich ist. Denn in kurzen Abständen schießen alle paar Sekunden meterhohe Wasserfontänen aus dem Boden heraus. Eine der größten mittelalterlichen Festungen steht als nächstes auf unserem Plan, das Castillo de Santa Bárbara. Sie thront auf dem 166 m hohem Monte Benacantil und ist entweder per Straße oder mit einem Lift, der nach einem 194 m langen Tunnel an der Rückseite erreichbar ist. Nach kurzem Herumirren in der Stadt finden wir diesen Aufzug und darauf klebt ein Zettel mit der Aufschrift „Maquina de ticket averiada. Entrada Gratuita“. Da sagen wir doch glatt DANKE, denn die Auffahrt bekommen wir sogar mit einem Liftboy! Die Burg besteht aus drei verschiedenen Teilen: der am höchsten gelegene ist zugleich der älteste (11. bis 13. Jhdt.), der mittlere stammt aus dem 16. Jhdt. und der letzte Bereich aus dem 18. Jhdt. Es bläst zwar aus vollen Rohren hier oben, aber die Aussicht ist einfach ein Wahnsinn. Das Häusermeer sieht irgendwie unwirklich aus, aber aufgrund der fast einheitlichen Farben wirkt es sehr harmonisch. Dazwischen sind die Kirchen und auch die Stierkampfarena sehr gut auszumachen. In der Arena, die 1849 erbaut wurde, finden zum Leidwesen der Tierschützer, noch heute Stierkämpfe statt. Als es uns dann aber doch zu kalt wird, legen wir den gleichen Weg wieder zurück in die Altstadt. Die Kathedrale San Nicolás ist die Hauptkirche Alicantes. Sie wurde 1662 in einer Mischung aus Renaissance und Barock fertig gestellt. Auf uns macht das Innere keinen besonderen Eindruck, denn sie wirkt sehr schmucklos und nüchtern. Dicke Wolken haben mittlerweile die Oberhand gewonnen, es ist windig, die Zeit schon etwas fortgeschritten und uns brennen die Füße – das sind doch Gründe genug, den Tag für heute zu beschließen. Wir schlendern zur Parkgarage und auf geht´s auf die autopista. - [03.05.10 - Valencia](https://www.bauer-seyr.at/valencia/03-05-2010-valencia) - Trotz der Müdigkeit habe ich fast nichts geschlafen, denn das Haus ist leider sehr hellhörig und mein leichter Schlaf wurde mehrmals durch Schritte oder die Klospülung von oben unterbrochen. Das tut aber der Urlaubsfreude und dem Unternehmergeist keinen Abbruch. Also packen wir nach dem Frühstück das Wichtigste in unseren Rucksack und kurz nach 09:00 Uhr sitzen wir schon im Auto. Bei 15° und schwarzen, tief herabhängenden Wolken beginnen wir uns erste Sorgen zu machen. Als es kurz darauf auch noch zu nieseln anfängt, schmeißen wir unsere heutigen Pläne über den Haufen und steuern wieder Richtung Valencia. Schlechtwetterprogramm ist angesagt! Unser erstes Ziel ist der 1928 eingeweihte Mercado Central, mit 8.000 m² eine der größten Markthallen Europas. Eine der schönsten noch dazu, denn die Kombination der weißen Stahlträger, der dunkelbraunen Holzbalken mit dem Glas und den bunten, bemalten Azulejos ist einfach einzigartig. Nicht zu toppen ist auch das Angebot, dass wir hier vorfinden. Feinschmecker kommen voll auf ihre Kosten, denn es reiht sich ein Verkaufsstand mit spanischen Spezialitäten an den anderen. Und alles sieht so lecker aus! Die Farbenpracht und die Düfte, die sich hier vermischen, überwältigen uns total. Egal, ob man Lust auf Obst oder Gemüse - wie die prächtigen Paprika, die makellosen Orangen, die süßen Erdbeeren – oder auf Fleisch und den berühmten Serranoschinken hat, es gibt hier einfach alles. Selbst grüner Käse und lebende Weinbergschnecken sind hier zu erstehen! Auch wir können dem Reiz nicht widerstehen, aber nicht auf die schleimigen Viecherl, sondern auf fluffige Croissants mit jamón, queso, tomate und lechuga – und das für 1,50 Euro pro Stück! Als wir den Foto- und Filmkameras mal eine Pause gönnen, schlendern wir noch gemütlich durch die Fischhalle. Da ist aber fast nichts mehr los, denn die sind früh morgens unterwegs und es ist ja schließlich schon nach Mittag – also Siestazeit. Nach mehr als zwei Stunden zippen wir wieder unsere Windjacken bis oben hin zu und kämpfen uns durch die riesige Baustelle, die am hinteren Teil der Markthalle liegt. Die Parkgarage ist schnell erreicht und dann verlassen wir die Altstadt und fahren in die Ciutat de les Arts i de les Cièncias (Stadt der Künste und Wissenschaften). Der Regen zwingt uns, dass wir uns diese wundervollen Kunstwerke der Architektur von außen leider noch nicht ansehen können. Daher liefern wir unseren Obolus von mehr als 23 Euro pro Person ab und widmen uns dem L´Oceanogràfic, Europas größtem Aquarium. Was wir hier zu sehen bekommen, das hätten wir in unseren kühnsten Träumen nicht erwartet. In vielen großen und kleinen Aquarien können wir Wassertiere bewundern, die teilweise an Formen und Farben aus Zeichnungen einer naiven Kinderhand entstanden sein könnten. Da gibt es Flundern, getarnt wie der Kies, der im Becken liegt. Sie sind nur auszumachen, wenn sie ihre Augen bewegen. Die Minirochen, nicht größer als eine Handfläche, stehen aber in ihrer Eleganz den Exemplaren, wie wir sie von Australien kennen, nicht nach. Die Erdbeeranemonen sind so pink gefärbt, dass man am liebsten gleich reinbeißen möchte. In einem Becken daneben schwebt ein menschengroßes Meerestier – ups, das ist ja ein Mensch und er füttert seine Zimmergenossen. Den Sepia hat der Lagerkollaps schon erwischt, denn er „klopft“ ständig mit seiner Stirn gegen die Scheibe. Ob wir mal zurück klopfen sollen, vielleicht will er sich mal unterhalten? Auch die Robben haben leider schon einen Klaps im Hirn, denn spätestens nach der zweiten gleichen Runde wissen wir, dass er sich wieder am Beckenrand auf den schiefen Boden legt und runterrutschen lässt – ist aber trotzdem nett zum Zusehen. Laut Plan wäre das nächste Ziel der Bereich mit den Vögeln in einer Außenvolière. Wir starten auch einen Versuch, aber als wir sehen, dass selbst die Pinguine der Regen zur Trägheit zwingt, suchen wir den Weg zurück zu den Aquarien. Einen kurzen Stopp aber widmen wir den Scarlet Ibissen, denn sie sehen aus, als wären sie gerade eben in den roten Farbtopf gefallen. Und diese intensive Farbe sticht im Grau der Wolken prächtig hervor. Weiter geht es also mit den teilweise sehr kuriosen Wassertieren. Einer Giant Spider Crab möchte ich nicht unbedingt im Wasser begegnen, denn mit einer Spannweite von 330 cm sehen sie echt bedrohlich aus. Um eine solche Größe zu bekommen, brauchen sie bis zu 50 Jahre. Übergroß sind auch die Pink Sea Stars, Seesterne mit 55 cm Durchmesser und in Zuckerlrosa. Ungewöhnlich ist der Pinconefish, ein gelber Fisch mit Ananaszeichnung. Da sind die „Nemo´s“ gleich nebenan nichts Besonderes mehr! Elegant, ja fast zerbrechlich wirken die Seedrachen und die Quallen, die sanft im Wasser schweben. Im nächsten Becken wächst Seegras 30 cm täglich und bis zu 15 Meter hoch – ein richtiger Urwald! Es ist schon ein Wahnsinn, was die Natur für Wunderwerke zustande bringt und das was wir bis jetzt gesehen haben, ist noch lange nicht alles. Denn jetzt kommen wir zum Wassertunnel mit Rochen, Sägefischen, Haien und vielen anderen mehr. Übrigens, bei den Haien gibt es mehr als 368 Spezies. Am Beckenboden wuseln die komisch aussehenden Horseshoe Crabs herum, die mehr mit den Spinnen verwandt sind, als mit den Krabben. Oh, was ist denn das für ein Monster? Ein riesiger, runder Fisch und außerdem ohne Flossen. Da im gesamten L’Oceanogràfic überall Tafeln mit Fotos und Namen der Tiere angebracht sind, wissen wir jetzt auch, dass es sich bei diesem komischen Fisch um einen Sunfisch (Mola mola) handelt. Er wird bis zu drei Meter groß und ist ein Knochenfisch, der an und für sich sehr scheu ist, es sei denn, er fühlt sich bedroht. Im letzten Raum, den wir besuchen, sind die Pinguine, Belugas und Walrösser zuhause. Letzteren sehen wir eine Weile beim Spielen zu oder ist das doch Raufen? Dann müssen wir uns aber sputen, um zur Delphinshow zu Recht zu kommen. Zweimal am Tag zeigen die Tiere unter Anweisung von Trainern die brav einstudierten Figuren und Sprünge, um sich dann prompt die Belohnung abzuholen. Auch ein Abschiedsständchen geben sie zur Freude des Publikums zum Besten. Tja, es ist fast genau 18:00 Uhr und wir sind laut Parkuhr genau 4 Stunden und 43 Minuten (für 8,45 Euro) im L´Oceanogràfic gewesen. Wir sind reich an Informationen und Eindrücken und können allen, die mal in Valencia vorbei schauen, nur wärmstens empfehlen, diesem Riesenaquarium auch einen Besuch abzustatten. Das gehört wirklich zum Pflichtprogramm! Ein interessanter und lehrreicher Tag geht zu Ende und weitere werden sicher noch folgen – und darauf freuen wir uns schon! - [02.05.10 - Anreise nach Valencia](https://www.bauer-seyr.at/valencia/02-05-2010-anreise-nach-valencia) - Pünktlich hebt der Airbus der flyniki vom Flugfeld in Linz Richtung Palma Di Mallorca ab – übrigens mit Prominenz, denn eine Reihe vor uns sitzt der mit schickem fliederfarbigem Hemd gekleidete Hubert Neuper. Der ehemalige Schispringer sieht auch mit seinem Dreitagesbart noch sehr fesch aus. Die zwei Stunden Flug vergehen sehr schnell und Palma begrüßt uns mit Sonnenschein und 22°. Da ist die Überlegung, ob wir gleich hier bleiben, berechtigt, denn die Wettervorhersagen für die nächsten Tage sind alles andere als spanisch. Wir steigen dann aber doch wieder ein und nach etwa einer halben Stunde heißt es „Bienvenido a Valencia“. Gerda ist so nett uns abzuholen und erwartet uns mit einem Strahlen im Gesicht am Flughafen. Ein Shuttledienst von der Autovermietung Goldcar holt uns vor dem Ausgang ab und bringt uns zu ihrem Office. Nach einigen Formalitäten - in brauchbarem Deutsch - dürfen wir uns ein Auto aussuchen und los geht’s. Während uns Gerda zu ihrer Wohnung lotst, können wir schon erste Eindrücke von Valencia sammeln. Die Häuser harmonieren sehr gut mit den meterhohen Palmen, Orangenbäumen, Oleander, Ginster und den Rosen. Breite Straßen münden in großzügig angelegte Kreisverkehre, bei denen uns aber auf den ersten Blick schon etwas mulmig wird. Mehrere, oft bis zu zehn Spuren, münden in der Rundung ein. Aber oh Wunder - komplett ohne Straßenmarkierungen entwirrt sich das Autoknäuel ohne Hupen oder Drängeln wie von selbst. Dass das bei den Spaniern so reibungslos klappt, das werden wir im Laufe der Woche oft erleben. Noch sind wir guter Dinge, was die nächsten Tage betrifft und hoffen auf schönes Wetter. Heute hat es zwischen 23 und 26° - je nach Sonnenlage. Das reicht uns vollkommen, denn zum Grillen sind wir eh nicht hergekommen. Wir machen mit Gerda Pläne für unsere gemeinsamen Tage, während sie uns in ihrer kleinen, aber sehr schnuckeligen, gemütlichen Wohnung mit Kaffee und Serranoschinkenbrötchen verwöhnt. Da wir von unseren Vermietern in Pego erwartet werden, verabschieden wir uns nach gut einer Stunde und machen uns mit Hilfe von Susi – die Stimme aus unserem Navigerät – auf den Weg durch den Rest der Stadt. Dass unsere Susi altes Kartenmaterial besitzt, merken wir schon bald, denn sie schickt uns in Gassen, wo uns schon von weitem eine Einfahrtsverbotstafel entgegen grinst. Also irren wir ziellos herum und verfransen uns schließlich komplett. Und damit das Chaos perfekt wird, vertschüsst sich unsere Susi dann plötzlich. Also sind wir wieder einmal auf unseren Explorerinstinkt angewiesen und suchen nach Wegweisern, die uns aus der Stadt helfen. Das ist aber leider nicht so leicht, denn die prächtigen Exemplare der Bäume verdecken die Schilder sehr oft und zu spät erspähen wir die Abzweigungen. Hin und wieder verschaffen uns die vielen Ampeln Zeit, die alle hundert Meter stehen und wir können uns ein wenig orientieren. Nach einer halben Stunde unfreiwilligem Sightseeing haben wir es dann doch auf die Autopista geschafft. Die Landschaft neben der Fahrbahn fasziniert uns auf Anhieb, denn soweit das Auge reicht, Olivenbäume und Zitrusplantagen. Der Duft der Orangenblüten dringt durch die Klimaanlage ins Innere unseres Autos und wir sind völlig berauscht. Die flache, grüne Gegend bekommt durch den blühenden Ginster farbige Tupfer. Eingebettet in die Natur befinden sich die kleinen Orte, die wir aber links liegen lassen. Auf halber Strecke nach Pego, unserem heutigen Ziel, tauchen dann erste Berge auf, auf deren Abhängen die Orte wie aufgeklebt wirken. Kurz vor 20:00 Uhr erreichen wir den Palacio de Pego, wo uns Petra Reimann und ihr Lebenspartner Peter herzlich begrüßen. Wir sind begeistert vom ersten, äußeren Erscheinungsbild und bekommen von den beiden gleich eine Führung durch das gesamte Haus. In mühevollen drei Jahren Renovierungsarbeiten haben sie ein Schmuckkästchen aus dem Haus gemacht und liebevoll bis ins letzte Detail eingerichtet und dekoriert. Wir bekommen im ersten Stock ein Zimmer unter den Dachbalken mit schönen Steinwänden. Das Badezimmer ist zwei Treppen abgesetzt und mit edlen Messingarmaturen versehen. Das Bett steht in einer Nische und die beiden goldenen Engerl darüber werden hoffentlich über unseren Schlaf wachen. Bevor wir aber unseren geschafften Körpern den wohlverdienten Schlaf gönnen, genießen wir noch ein Glaserl vom Rotwein, den wir als Willkommensgeschenk erhalten haben. Dazu setzen wir uns auf die Terrasse, die in den Garten führt und gegenüber dem Hauseingang liegt. Beim Gezwitscher und Gequake der einheimischen Tiere machen wir Pläne für den morgigen Tag. - [Valencia und die Costa Blanca](https://www.bauer-seyr.at/valencia) - Valencia, eine Stadt, ein Gebiet, das wir nur vom Namen her kennen… Als Gerda uns Anfang des Jahres erzählt, dass sie für ein Semester als Erasmusstudentin dorthin geht, wird unser Reisetrieb wieder geweckt. Schnell ist es beschlossene Sache, dass wir diesen Teil Spaniens auch erkunden wollen. Beim nächsten Thalia-Besuch ist dann schon ein Reiseführer mit im Einkaufssackerl und wir sammeln erste Eindrücke. Den Rest besorgen wir uns dann via Internet – vom Flug angefangen, über die Finka und zum Schluss wird auch noch das kleine Auto gebucht. Die Zeit vergeht rasend schnell - aber als sich der Abflugtag nähert, macht uns das Wetter doch leichte Sorgen. Daher packen wir noch einige warme Klamotten und Regenjacken ein, dann kann nichts mehr passieren. Wir freuen uns auf jeden Fall schon sehr darauf und sind gespannt, was uns dort erwartet, denn Gerda hat die Stadt Valencia rasch zu ihrer zweiten Heimat erkoren. Und wir verstehen das, denn seit Wochen verfolgen wir ihren interessanten Blog und bewundern die schönen Fotos. Valencia – wir kommen! - [13.09.15 - Strawinski-Brunnen, Centre Pompidou](https://www.bauer-seyr.at/paris/13-09-15-strawinski-brunnen-centre-pompidou) - Unser letzter Tag bricht an und auch dieser ist von Regen geprägt. Es ist Sonntag, das tut aber der Müllabfuhr keinen Abbruch, die auch heute unterwegs ist, die Tonnen leert und die Gehsteige reinigt. Frühstück gibt es heute im Hotel, weil wir danach noch unsere Koffer packen müssen. Kurz nach 10:00 Uhr sind wir bei - [12.09.15 - Printemps](https://www.bauer-seyr.at/paris/12-09-15-printemps) - Wir schaffen es noch trocken bis zu unserer „Boulangerie Verte“, dann erwischt uns leider der angekündigte Regen. Trotzdem genießen wir zum Frühstück unsere verschiedenen Minitartes mit Marille, Birne und Pflaume. Mmmh lecker! Danach fahren wir mit der Metro zum Kaufhaus Printemps, denn wir brauchen heute Indoor-Programm. Auch dieses Gebäude ist im Jugendstil erbaut und allerlei - [11.09.15 - Disneyland](https://www.bauer-seyr.at/paris/11-09-15-disneyland) - Der Tagesablauf ist uns mittlerweile ins Blut übergegangen. Aufstehen, anziehen, Rucksack packen, losstapfen, frühstücken in der Bäckerei, auf zur nächsten Metrostation, Karte zum Laser hinhalten … Moment, stopp, heute ist etwas anders … heute stehen Kontrolleure vor den Schranken und machen einen Blick auf die Ausweise. Mit dem RER A fahren wir Richtung Marne-la-Vallée Chessy, - [10.09.15 - Madeleine, Obelisk, Arc de Triomphe, Notre Dame, Moulin Rouge](https://www.bauer-seyr.at/paris/10-09-15-madeleine-obelisk-arc-de-triomphe-notre-dame-moulin-rouge) - Der gestrige Tag hat seine Spuren hinterlassen, wir schlafen lange und hüpfen erst gegen halb neun aus den Betten. In Ruhe duschen, Haare waschen, zusammenpacken und dann beginnen wir unseren Tag. Frühstück gibt´s wieder in der Bäckerei und mit der Metro fahren wir bis zur Église de la Madeleine. Das Erscheinungsbild ähnelt keineswegs einer Kirche, - [09.09.15 - Schloss Versailles](https://www.bauer-seyr.at/paris/09-09-15-schloss-versailles) - Schon wieder müssen wir sehr bald aus den Federn, schnell noch eine Katzenwäsche und dann laufen wir auch schon los. In einer Bäckerei genehmigen wir uns noch Kaffee, Orangensaft und Croissants und dann geht´s im Laufschritt zur nächsten Metro. Wir verlassen sie an der Haltestelle Solferino und huschen zum Gare du Musée d´Orsay, wo wir - [08.09.15 - Galeries Lafayette, Conciergerie, Sainte Chapelle, Eiffelturm](https://www.bauer-seyr.at/paris/08-09-15-galeries-lafayette-conciergerie-sainte-chapelle-eiffelturm) - Es ist sehr kühl und der Himmel zeigt sich nicht gerade von seiner schönsten Seite, daher genießen wir die Bettwärme heute etwas länger und lümmeln bis 08:30 Uhr herum. Frühstück in Form von Croissants, Kaffee und Smoothie besorgen wir uns wieder in der Biobäckerei von gestern. Dann spazieren wir zur nächsten Metro-Station und fahren bis - [07.09.15 - Montmartre, Sacré-Cœur](https://www.bauer-seyr.at/paris/07-09-15-montmartre-sacre-coeur) - Es ist soweit … um ca. 15:30 Uhr holen wir unser Patenkind Viktoria von zuhause ab, checken ein letztes Mal ihren Koffer, damit sie auch funktionale Kleidung und Schuhe dabei hat. Man weiß ja nie, was junge Damen alles so einpacken! Das ein oder andere muss zuhause bleiben, damit der Koffer auch zugeht. Zu guter - [Paris](https://www.bauer-seyr.at/paris) - Es zieht uns wieder einmal hin zur schönsten Stadt - Paris, wir kommen und diesmal nehmen wir unser Patenkind Viktoria mit. - [Bildergalerie Nürnberg und Regensburg](https://www.bauer-seyr.at/nurnberg-und-regensburg/bildergalerie-nurnberg-und-regensburg) - Bildergalerie Nürberg und Regensburg - [28.08.11 - Regensburg und Heimreise](https://www.bauer-seyr.at/nurnberg-und-regensburg/28-08-2011-regensburg-und-heimreise) - Zu einer halbwegs menschenwürdigen Zeit brechen wir auf in Richtung Heimat. Das Wetter ist heute wesentlich freundlicher, aber noch ein wenig kühl. In Regensburg verlassen wir die Autobahn, um der Altstadt noch einen kurzen Besuch abzustatten. Wir parken in der Garage, die in der Nähe des beeindruckenden Schottenprotals liegt. Die Schottenkirche, eines der bedeutendsten Werke abendländischer Kunst, wurde von irischen Benediktinermönchen (im Volksmund Schotten genannt) begründet und um 1200 war der Bau mit ihrem Portal abgeschlossen. Wir spazieren die Ludwigstraße entlang und schon von weitem fällt uns der imposante viergeschossige Turm des Alten Rathauses auf. Die leuchtend gelben Gebäudekomplexe wurden im Laufe der Jahrhunderte an- und umgebaut. Ein toller gotischer Erker auf der Fassade zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich. Bis 1806 fanden die vom Kaiser einberufenen Reichsversammlungen hier statt. Heute befinden sich das Reichstagsmuseum und im Erdgeschoss die Tourist Information im Rathaus. Mittlerweile begleitet uns schönster Sonnen-schein zu unserem nächsten Ziel, der Steinernen Brücke. Sie gilt als ein Meisterwerk mittelalterlicher Baukunst und wurde von 1135 bis 1146 errichtet. Sie galt als „Weltwunder“ aufgrund ihrer Größe von 336 Metern und ihrer Befestigung mit ursprünglich drei Türmen. Heute existiert nur noch der Brückturm auf der Südseite. Die Brücke mit ihren 14 Bögen ist heute für den Verkehr nicht mehr zugelassen. Für Jahrhunderte war sie die einzige Steinbrücke über die Donau in Deutschland und auch Österreich und wurde von Händlern mit Ochsenkarren, Pilgern und Soldaten genutzt. Am Brückenscheitel befindet sich das Bruckmandl (Brückenmännchen) aus dem Jahr 1446, welches einst die städtischen Freiheitsrechte symbolisierte. Eine bekannte Sage existiert über den Bau der Steinernen Brücke. Der Brückenbaumeister sollte mit dem Dombaumeister eine Wette abgeschlossen haben, wer zuerst sein Bauwerk fertiggestellt haben wird. Nachdem der Dombau wesentlich schneller fortschritt, wurde seitens des Brückenbaumeisters ein Pakt mit dem Teufel geschlossen. Der Teufel forderte die ersten drei Seelen, die über die Brücke gingen, dafür würde er ihm zur Seite stehen. Der Brückenbau ging von nun an sehr schnell voran, sodass die Brücke zuerst fertiggestellt werden konnte. Als der Teufel seinen Lohn forderte, jagte der Brückenbaumeister einen Hahn, eine Henne und einen Hund über die Brücke. Aus Wut darüber wollte der Teufel die Brücke zerstören, was ihm aber nicht gelang. Aus diesem Grund hat die Brücke einen Buckel. In Wirklichkeit war die Brücke schon lange fertiggestellt, als mit dem Bau des Domes 1273 begonnen wurde. Angedockt an das Brücktor befindet sich der Salzstadel, der zur Lagerung von Salz im 17. Jhdt. errichtet wurde. Er diente lange Zeit als Handelskontor für den internationalen Salzhandel aufgrund seiner Lage an einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten Süd-deutschlands. Seit 1992 beherbergt der Salzstadel einen Gastronomiebetrieb, Veranstaltungssäle sowie mehrere Läden. Wir spazieren die Steinerne Brücke wieder zurück und schlendern zur Donau hinunter. Direkt an der Donau steht seit mehr als 500 Jahren die historische Wurstkuchl, wo schon die zahlreichen Hafenarbeiter und Steinmetze im Mittelalter mit schmackhaftem Garfleisch ihren Hunger stillten. Noch heute werden hier vor allem die Touristen mit Bratwürsten auf Kraut herzhaft verköstigt. Der Duft, der uns in die Nasen strömt, ist sehr verführerisch, aber erst muss noch das Pflichtprogramm erledigt werden. Die UNESCO hat am 13. Juli 2006 die "Altstadt Regensburg mit Stadtamthof" in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen, weil sie ein herausragendes Beispiel eines binneneuropäischen mittelalterlichen Handelszentrums darstellt. Vor allem ist die Stadt sehr bemüht, die schönen alten Häuser und Gebäuden auch zu erhalten. Auch wir sind von der Altstadt mit den historischen Patrizierhäusern sehr begeistert. Ein sehr auffälliges Gebäude ist das Goliathhaus in der gleichnamigen Straße. Es stammt aus dem 12. Jhdt., wobei das monumentale Wandgemälde, das „David gegen Goliath“ darstellt, erst 1573 entstand. Allerdings kommt der Name nicht vom biblischen Epos, sondern von den fahrenden Theologiestudenten, die sich „Goliarden“ nannten. Weiter des Weges kommen wir zum Domplatz, auf dem sich die Kathedrale St. Peter befindet. Schon von weitem ist der 105 m hohe Turm der Kirche sichtbar, der das Zentrum von Regensburg beherrscht. Die Stadt ist seit 739 Bistum und aus dieser Zeit stammen auch die Vorgängerbauten des jetzigen Doms. Die Kathedrale ist die bedeutendste Kirche des Bistums und gilt als Hauptwerk der gotischen Architektur nach französischem Vorbild. Die Außenfassade ist reich geschmückt mit Figuren, unter anderem auch des Hl. Petrus und Paulus und dem berühmten lachenden Engel Gabriel. Leider können wir den Innenraum nicht besichtigen, weil gerade eine Messe zelebriert wird. Wir lauschen kurz dem Priester, doch wir begleiten Ernst nach draußen, da er aufgrund unerlaubten Filmens, vom Mesner gerügt wird. Dafür können wir dem schönen Geläut lauschen und bewundern dabei noch die hübschen Wasserspeier an der Außenfassade. So, nun haben wir uns das Mittagessen aber wirklich verdient. Im nahe gelegenen Biergarten des Hotels Bischofshof finden wir für alle einen gemütlichen Platz im Schatten riesiger Bäume. Das Essen ist schnell am Tisch und dazu gibt es lecker Bier - also Bier kochen können die Bischöfe! Langsam machen wir uns wieder auf den Weg Richtung Parkgarage, doch zuvor gönnen wir uns noch einen abschließenden Espresso im sonnigen Gastgarten eines Cafés. Schnell ist das Wochenende vergangen, es war wieder nett und lustig, auch wenn diesmal das Wetter nicht so ganz mitgespielt hat. - [27.08.11 - Nürnberg City](https://www.bauer-seyr.at/nurnberg-und-regensburg/27-08-2011-nurnberg-city) - Nach dem brütend heißen Tag gestern hat Nürnberg heute eine dicke Wolkendecke und 15° für uns parat. Also kramt jeder in seinem Gepäck nach wärmeren Klamotten, die er findet oder auch nicht. Als wir das Hotel verlassen, schüttet es schon aus vollen Schaffeln und als wir die U-Bahnstation erreichen, sind unsere Hosen und Jacken schon durchnässt. In ausnahmslos allen Gesichtern sind Spuren von Müdigkeit zu finden und das Schaukeln in der U-Bahn lässt die Augenlieder schwer werden. In der City wird noch der eine oder andere Regenschirm gekauft und den Regen ignorierend stapfen wir durch die Straßen. Den Filmern und Fotografen tut es a bissi leid, weil die vielen schönen Motive ohne Regen und grauen Himmel ein Traum wären. Unser erstes Ziel ist das Rathaus im Renaissancebau in der Historischen Meile Nürnbergs. Die im Keller-geschoss befindlichen mittelalterlichen Lochgefängnisse gelten als Touristenattraktion und sind bei diesem Wetter genau das richtige. Die Besichtigung ist nur im Rahmen einer etwa 20-minütigen Führung möglich und vermittelt ein bedrückendes Bild des schaurigen Rechtsgebarens früherer Zeiten. Im Jahre 1322 erwarb die Reichstadt Nürnberg das Brothaus des Zisterzienserklosters Heilsbronn am Salzmarkt. Es wurde ein Rathaus mit Stadtgericht errichtet und ein zusätzlicher Bau eines Gefängnisses. Dafür wurden die ehemaligen Brotstuben umgebaut und das Geländeniveau aufgeschüttet. Zwölf kleine Zellen und eine größere, ihrer Ausmaße wegen "Kapelle" genannte Folterkammer dienten zur Verwahrung bis zur Urteilsvollstreckung. Einige Zellen waren für eine bestimmte Art von Insassen reserviert - Zelle 11 zeigt einen roten Hahn, das Sinnbild der Brandstiftung, Zelle 12 wurde durch eine schwarze Katze gekennzeichnet, was auf Verleumder hindeutet. Die Haftbedingungen waren sehr grausam, denn die Häftlinge mussten mehrere Tage angebunden in völliger Dunkelheit in einer zweimal zwei Meter kleinen Zelle verbringen. Fußboden, Decke und Wände waren mit Holz ausgekleidet, als Einrichtung gab es eine Pritsche, eine Bank und einen Eimer als Toilette mit einem Brett darauf, das gleichzeitig als Tisch diente. Für Kost und Logis mussten die Gefangenen selbst aufkommen, die Versorgung organisierte der „Lochwirt“. Nur Mittellose wurden auf Kosten der Stadt verpflegt. Heute noch findet man die Zellen unverändert vor und unsere Führerin erzählt uns die Geschehnisse so lebendig, dass uns richtig übel wird. Auch alltägliche Begriffe, wie „Schlitzohr“ oder „gebrandmarkt“ werden uns erläutert. Ein der Zunft zugehöriger Handwerker trug als Kennzeichen einen Ohrring, der ihm bei schweren Vergehen als Strafe ausgerissen wurde. Gebrandmarkt wurde ein Verbrecher auf Stirn, Kinn oder Wangen, sodass er die Stadt verlassen musste. Und wir verlassen diese grausliche Stätte jetzt auch und finden uns in der Hausbrauerei „Altstadthof“ wieder ein. Als Stärkung kippen wir auf die Schnelle einen Liter Rotbier aus der Bügelflasche hinunter. Kurz nach 11:00 Uhr werden wir von einer waschechten, in Nürnberg eingebürgerten, Französin abgeholt, zu einer Führung in den historischen Felsgängen. Unter der Altstadt Nürnbergs wurde jahrhundertelang ein weit verzweigtes 25.000 m² großes Labyrinth von Gewölben und Gängen aus Buntsandstein geschlagen, das sich oft über vier Stockwerke erstreckt. Seit 1380 ist dieses Stollennetz urkundlich erwähnt, über das auch die Wasserversorgung der Stadt gewährleistet war. Bis in die Mitte des 17. Jhdts. wurden diese Leitungen streng geheim gehalten, damit Feinde bei der Belagerung der Stadt die Wasservorräte nicht vergiften konnten. In diesen Stollen wurde auch Bier zur Gärung und Reifung gelagert - ein kleiner Teil davon wird auch heute wieder genützt. In den Kellern herrschen konstant 7 bis 10°, ideal zum Brauen von untergärigem Bier. Um die gewünschte Kühlung zu gewährleisten, schlug man über die Etagen Kühldome, die jeden Winter mit Eis aufgefüllt wurden. Der Rat der Stadt Nürnberg erließ schon sehr früh eine Art Reinheitsgebot für das Bier, in dem festgelegt wurde, dass nur Gerstenmalz zum Brauen verwendet werden darf. Und jeder, der einen Keller besaß, durfte brauen, solange er sich daran hielt. In der Verordnung hieß es „wie einer ein hause haben sol, der schenkt… zehen schuch tieff und sechzehen schuch weit...“. Im Mittelalter gab es etwa zweihundert Brauereien. Bier war Grundnahrungsmittel, schon die Kinder bekamen zum Frühstück eine kräftigende Biersuppe. Durchschnittlich 500 Liter pro Kopf Bier wurde damals getrunken. Wasser war oft verseucht und alles andere konnte man schlecht kühlen, nur Bier war haltbar. Es gab einen eigenen Berufsstand, den sogenannten Einleger, der zuständig war, dass das Bier auch gut wurde. Bis 1699 wurde die Bierproduktion von der Stadt streng kontrolliert und mit einer Biersteuer belegt. Ein ausgeklügeltes System von Be- und Entlüftungsschächten sorgte für ausreichend Luftaustausch in den Stollen, sodass im Zweiten Weltkrieg tausende von Menschen die Bombardierungen überlebten. Außerdem konnte hier auch eine Vielzahl an Kunstwerken unbeschadet diese Zeit überstehen. Im Halbdunkel spazieren wir durch die teils schmalen Tunnelsysteme und hin und wieder macht es „Doing“, wenn ein Kopf etwas zu hoch gehalten wird. Infotafeln, Anschauungsobjekte und ein Kurzfilm macht das Leben im Mittelalter sehr lebendig. Ich denk mir öfter, wenn die Führerin jetzt abhaut, dann müssen wir hier unten verhungern, denn hier finden wir alleine nie wieder raus! Diese Führung war hochinteressant und die nette Dame hat uns mit viel Witz interessante Informationen vermittelt. Zum Abschluss zeigt sie uns noch die Destillieröfen in der Museumsbrauerei. Hier wird nur weiblicher Hopfen verwendet und das Gebräu dreifach destilliert, sodass daraus dann ein naturtrübes Rotbier entsteht. Danach gibt es ein typisches Nürnberger Mittagessen im Traditionslokal Gaststätte Augustiner - Zur Schranke „Schlenkerla“. Es befindet sich in der Altstadt gegenüber dem berühmten Albrecht-Dürer-Haus und wurde 1530 erbaut. „Zur Schranke“ deshalb, weil sich vor dem Haus eine Schranke befand, an der Bauern und Fährleute Wegzoll entrichten mussten. Hier stillten sie ihren Hunger und Durst, der Beginn einer traditionsreichen Gastronomie. „Schlenkerla“ heißt das Rauchbier, das seit 1951 ausgeschenkt wird. Wir finden ein uriges, kleines Einraumgasthaus aus Großmutters Zeiten mit dicken, geblümten Vorhängen und viiiiiiel Krims Krams vor. Die Kellnerinnen in Tracht servieren uns zum Schlenkerla unter anderem die berühmten Nürnberger Bratwürste. Als Simon kulinarisch fremd geht und als Dessert Kaiserschmarrn bestellt, bekommt er prompt die Frage gestellt „Sind Sie sicher?“. Die Kellnerin hat mitbekommen, dass wir Ösis sind und aus dem Land des Kaiserschmarrn kommen und sie weiß, dass der Schmarrn bei ihnen im Lokal „nur geliefert wird“ (übersetzt, aus dem Packerl kommt). Satt geworden sind wir aber alle und jetzt heißt es, wieder ein wenig Bewegung zu machen. Die Führung durch die Stadt, die wir ursprünglich machen wollten, haben wir aufgrund des starken Regens storniert. Ätsch, jetzt müssen wir auf eigene Faust ohne Vorbereitung los marschieren. Der Regen hat sich fast vertschüßt und guten Willens erklimmen wir den Berg hinauf zur Kaiserburg. Sie ist das Wahrzeichen und thront hoch über der Stadt auf einem Sandsteinrücken. Eigentlich besteht diese aus zwei ge-trennten Burgen, die in die Stadtbefesti-gung eingebunden sind. Zwischen 1050 und 1571 hielten sich alle Kaiser und Könige des Heiligen Römischen Reichs hier auf, da der erste Reichstag jedes Kaisers in Nürnberg stattfand. Den Vorhof der Burg erreichen wir durch das schwere äußere Holztor, das mit einem schönen Wappen bemalt ist. Wir kommen in einen schönen Innenhof, im Zentrum davon ein tiefer Brunnen. Von einer Aussichtsterrasse haben wir einen tollen Blick auf das Dächermeer der Stadt, den wir aber nicht lange genießen können, weil uns sonst der Wind holt. Jeder wickelt sich so gut es geht in seine Jacke und um ein wenig Wärme zu bekommen, kuscheln wir uns zusammen. Wir schlendern den Ölberg hinunter und besichtigen noch die Altstadt. Der Elan lässt jedoch ein wenig zu wünschen übrig und deshalb teilt sich die Gruppe auf. Zwischen der Burg und dem Hauptmarkt befindet sich die Stadtpfarrkirche St. Sebald, eine der herausragenden Kirchenbauten Nürnbergs. 1215 als doppelchörige, dreischiffige spätromanische Pfeilerbasilika erbaut, wurde sie mit gotischen und später mit barocken Zubauten und Ausstattungen ergänzt. Während des Zweiten Weltkriegs zerstört, wurde St. Sebald 1957 wieder aufgebaut und eingeweiht. Nach dem Betrachten der Außenfassade machen wir auch einen Blick ins Innere. Das Markanteste ist der Reliquienschrein des Hl. Sebald, des Schutzpatrons der Stadt, der um 1070 starb und 1425 heiliggesprochen wurde. Der ehemals hölzerne Schrein wurde Anfang des 16. Jhdt. in ein Gehäuse aus Bronzeguss gehüllt. Der Baldachin wird geschmückt von vielen Bildern und Statuetten, unter anderem auch die 12 Apostel. Den Rest unserer Gruppe treffen wir auf dem Hauptmarkt wieder. Den Rand des Platzes, direkt neben dem Rathaus, schmückt der hochaufragende Schöne Brunnen (1370), eine der Sehenswürdigkeiten Nürnbergs. Eine 19 Meter hohe Steinpyramide ragt wie eine gotische Kirchturmspitze aus einem achtseitigen Becken und verschmälert sich über drei Stufen bis zur Kreuzblume. Es handelt sich zwar nur um eine 1903 angefertigte Kopie aus Muschelkalk in Gold und farbenfroher Bemalung, ist aber nicht minder sehenswert. Vom Original aus weichem Sandstein sind nur Teile im Germanischen Nationalmuseum erhalten. Der Schöne Brunnen war im Zweiten Weltkrieg in einen Betonmantel gehüllt und überstand so die Bombardierung unversehrt. Vierzig farbig bemalten Figuren stellen in vier Stockwerken das Weltbild des Heiligen Römischen Reiches dar. Der Brunnen wird umzäunt von acht Schutzgittern und in zwei davon sind drehbare Ringe eingelassen, die als Glücksbringer gelten. Einer Sage nach wird mit Kindersegen bedacht, wer daran dreht. Na, dann probieren wir´s halt auch. Nürnbergs Stadtfluss, die Pegnitz, durchfließt das Stadtgebiet auf einer Länge von etwa 14 km. Und diese Länge wird mit vielen Brücken überspannt. Wir spazieren vom Hauptmarkt kommend über die prächtige Museumsbrücke Richtung Königstraße. An ihrer Stelle errichtete man im 13. Jhdt. eine Holzbrücke, die aber durch Hochwasser mehrmals beschädigt wurde. Sie wurde durch eine Brücke mit zwei Steinbogenöffnungen ersetzt -diese fiel wiederum dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer. Im Rahmen des Hochwasserschutzes der Altstadt folgte 1954 der Abbruch und Neubau der Brücke im Erscheinungsbild des Jahres 1700, aber mit doppelter Breite und mit drei Öffnungen. Mittlerweile sind wir am anderen Ende der Brücke angelangt und schlendern die Einkaufsmeile entlang, studieren die Auslagen oder gucken in das eine oder andere Geschäft rein. Nahe der Lorenzkirche, die wir aber mangels Interesse links liegen lassen, besuchen wir Käthe Wolfahrts ganzjährig geöffnetes Weihnachtsfachgeschäft. Liebevolle Atmosphäre hüllt die Kunden hier ein, die Preise jedoch lassen uns schnell wieder aufwachen. Daher trotten wir auf der Straße weiter. „Lust auf eine kleine Reise in die Vergan-genheit? In eine Zeit, in der man den Handwerkern noch zu-schauen konnte, wie sie aus Holz, Blech, Glas, Blei und Gold Nützliches und Künst-lerisches herstellten. In Nürnberg kein Problem!“ Mit diesem Slogan wirbt der Handwerkerhof am Altstadteingang, beim Königstor. Wie ein winziger mittelalterlicher Stadtteil wirkt der ehemalige Waffenhof mit den Lädchen und Gaststätten. Kleine, weiße Fachwerkhäuschen mit verwitterten, roten Dachschindeln und viel Blumenschmuck beherbergen viele Kunsthandwerker, die zum Zuschauen und Einkaufen einladen. Auf das haben wir uns auch den ganzen Tag gefreut, ABER leider sind wir zu spät dran. Wenn die Türen nicht schon versperrt sind, werden sie uns vor der Nase zugemacht. Uns bleibt nur noch der traurige Blick durch die Fensterchen. So schlendern wir das bunte historische Kopfsteinpflaster entlang und verlassen den Hof wieder. Wir gehen die Königsstraße wieder retour Richtung Mauthalle, ein mittelalterliches Gebäude, das eines der wichtigsten Baudenkmäler der Nürnberger Altstadt ist. Es war früher der größte, von 12 Kornkasten (84 m lang, 20 m breit, 29 m hoch) der Stadt. Erst im 19. Jhdt. bekam sie den Namen Mauthalle aufgrund der Nutzung als Hauptzollamt. Heute ist hier der „Mautkeller“ unterge-bracht, eine traditi-onelle, fränkische Gastwirtschaft. Und das ist genau das richtige für uns. Doch ein Blick genügt und wir werden von der gegenüberliegenden Seite magisch angezogen von Goethes Schokoladen-manufaktur. Hier wird Schokoladen-Kunst in Handarbeit und neue Formen des süßen Genusses vermittelt. Wildeste Kreationen an Schokopralinen mit Pfeffer, Wasabi, Lavendel-blüten, Rosmarin, Ingwer, Fleur de Sel, Balsamico stehen zur Verkostung und natürlich auch zum Kauf bereit. Und das lassen wir uns nicht zweimal sagen. Aber auch Chutneys, Konfitüren, Schokoaufstriche, Trinkschokoladen, Torten, Biokolade und im Sommer Eis finden reißenden Absatz. Nachdem wir das Sortiment von vorn bis hinten durch probiert haben, kaufen wir uns noch einige ausgefallene Pralinen zum Mitnehmen. So, jetzt nichts wie hinein in die gute Stube, den Mautkeller. Einen großen Tisch für die ganze Gruppe haben wir schnell gefunden. Jetzt steht einer gemütlichen Atmosphäre im Herzen der Stadt nichts mehr im Weg. Wir sind überwältigt von der Großzügigkeit der mittelalterlich wirkenden Kellerräume mit den liebevoll zusammengetragenen Flohmarkt-Gegenständen, die überall herum stehen oder hängen. Trotz einer etwas unfreundlichen Kellnerin fühlen wir uns hier wohl und heben ein(ige) Bier(e). Auch einen kurzen Blick in die Speisekarte wagen wir und nach und nach wird jeder vom Hunger oder Appetit gepackt und bestellt etwas von den fränkischen Gerichten. Es fällt uns auf, dass bei einzelnen Speisen, die Wurst, Fleisch oder Käse enthalten, kleine Fußnoten angedruckt sind. Sie informieren über Konservierungsstoffe oder Geschmacksverstärker der Ingredienzien. Angenommen, man isst das typische Eisbein mit Speckkrautsalat und Kartoffelklöße – klingt ja an und für sich ganz lecker. Aber: Eisbein enthält Nitritpökelsalz, Speckkrautsalat Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker und ist geschwefelt und bei den Kartoffelklößen findet man Antioxidations- und Konservierungsmittel und Schwefel. Na dann, Mahlzeit! Da bleiben wir dann doch lieber bei Bier und Brezn. Nach diesem ereignisreichen Tag gönnt sich wieder ein Teil der Truppe einen Absacker in der Bar. - [26.08.11 - Anreise nach Nürnberg und Tiergarten](https://www.bauer-seyr.at/nurnberg-und-regensburg/26-08-2011-anreise-nach-nurnberg-und-tiergarten) - Nachdem wir Gerda und Simon eingesammelt haben, geht es direkt auf die Autobahn Richtung Suben, wo wir uns bei der Raststation mit dem Rest der Familie treffen sollten. Sollten, wohlgemerkt, denn Evi versäumt die Abfahrt und saust gleich Direttissima nach Deutschland weiter. Na ja, muss halt das Frühstück noch a bissi warten. Nachdem es mit der Nahrungsaufnahme dann doch noch geklappt hat, fahren wir ohne Unterbrechungen weiter und Evi wird in die Mitte genommen, damit nichts mehr passiert. Der Bayrische Wald macht seinem Namen alle Ehre, denn ausgedehnte Waldflächen, Felder und Wiesen beherrschen große Teile der Landschaft. Die Goldrute malt gelbe Farbkleckse in die grüne Gegend und der dazu passende Duft der Bauernhöfe dringt durch die Klimaanlage zu uns herein. Braune Infotafeln informieren uns über die tollen Sehenswürdigkeiten, (Burgen, Berge, Nationalparks) in der Gegend. Plötzlich ist Evi aus unserem Rückspiegel verschwunden, sie wird doch nicht schon wieder abgehaun sein? Nein, starkes Verkehrsaufkommen und viele LKW´s aus aller Herren Länder haben sich dazwischen gedrängt. Um 12:15 Uhr fährt dann die österreichische Kolonne vor dem Hotel „Arvena Park“ in Nürnberg vor. Nach dem Check-in und kurzem Frischmachen stapfen wir in der prallen Mittagshitze los zur nächsten U-Bahnstation. Achtung, ab jetzt treten wir wieder im Rudel auf und haben Spaß in der fremden Welt. Wenn die Nürnberger geglaubt haben, dass sie uns mit ihren Baustellen verwirren können, dann haben sie die Rechnung ohne uns gemacht. Die U1 bringt uns bis zum Hauptbahnhof-Plärrer und die Tram 5 bis fast zum Eingang des Nürnberger Tiergartens. Als erstes erfolgt die Raubtierfütterung, äh die Stärkung für uns, denn wir brauchen Kraft für das weitläufige Wegenetz des Tiergartens. Die Landschaft ist sehr stark von der Natur geprägt, wo ehemalige Steinbrüche, alter Baumbestand und idyllische Wiesen- und Waldlandschaften einen idealen Lebensraum für die dort lebenden Tiere bieten. Mit einem Plan bewaffnet marschieren wir die verschiedenen Wege und Pfade ab, die uns zu den Tieren führen. Im 67 Hektar großen Tiergarten, dem zweitgrößten Deutschlands, leben über zweitausend Wildtiere und 350 Arten aus allen Teilen der Welt, deren Bestand in freier Wildbahn vom Aussterben bedroht ist. Der größte Teil der Tiere lebt in Freigehegen und kann sich entsprechend seiner natürlichen Lebensweise bewegen. In den letzten Jahren wurde eine Reihe um- und zugebaut, vor allem im Bereich der Wassertiere. Wir starten unsere Tour bei den Giraffen auf der einen Seite und auf der anderen mit den Gorillas, die mit Stolz geprellter Brust ihr Posing veranstalten. Hier werden uns die Ähnlichkeiten zum Menschen schon wieder sehr bewusst! Während die Marder in ihren Rangeleien vertieft sind, ist es den Löwen zu heiß und sie liegen gemächlich im Schatten und halten Siesta. Als der Pfleger mit den Fleischkeulen kommt, ist es aber vorbei mit der Gemütlichkeit. Durch Glasscheiben können wir bei der Fütterung den Tieren fast hautnah sein. Keinem von uns war bewusst, wie riesig die eleganten Katzen eigentlich sind. Da sind wir froh, dass eine Glasscheibe dazwischen ist. Drei Bissen und fünf Würger - und weg ist der Klumpen Fleisch. Weiter des Weges vorbei an vielen Gehegen, Terrarien und Käfigen, wo Säugetiere, Vögel, Kriechtiere von klein bis groß zu finden sind. Und je länger wir herum marschieren in der Hitze, umso müder und durchgeknallter werden einige aus unserer Gruppe (Namen werden nicht genannt). Sie werden zu Tieren und bei den Lauten, die sie von sich geben, weiß man oft nicht, wer das Original ist und wer nicht. Auch eine Untersuchung wird vorgenommen, wer von allen die längeren Affenarme hat. Wir müssen also mal eine Pause einlegen und machen es uns daher auf den Tribünen des Delphinariums bequem, wo wir uns eine tolle Show mit Seelöwen und Delphinen ansehen. Elegant und ruhig ziehen sie ihre Bahnen im Becken, grüßen, tanzen oder klatschen nach Aufforderung. Nicht weit entfernt haben die Pelikane, Kormorane, Ibisse, Flamingos, Reiher, Kraniche ihr Paradies gefunden. Im Licht der Sonne spiegeln sich die eleganten Tiere im Wasser des großzügig angelegten Teichs. Die Nasshörner haben es sich bei der Hitze auch gemütlich gemacht. Während das eine mützt, genießt das andere ein Bad in einem Tümpel. Schon von weitem ist das Ständchen der Seelöwen zu hören. Mama oder Papa – ist nicht so genau auszumachen – grölt aus voller Kehle und die Kids tollen im Wasser herum. Übrigens -2011 wurden hier drei Junge geboren. Tiefer im Dickicht des Waldes liegen die Geparde faul herum. Recht haben sie, ist ja viel zu heiß heute. Auch die gefiederten Genossen, wie die Kondore, Schneeeulen, Geier oder die Weißkopf-seeadler zucken mit keiner Wimper. Sie sehen fast so aus, als wären sie ausgestopft. Da sind die Pinselohrschweine ganz anders, denn da geht es rund. Dieses lustige aussehende Tier aus Westafrika ist leider gefährdet und vom Aussterben bedroht. Als letztes Highlight statten wir dem Tapir noch einen kurzen Besuch ab. Er ist ebenfalls bedroht. Was wir nicht wussten, er wird als lebendes Fossil bezeichnet, weil seine Abstammung 55 Mio. Jahre zurück reicht und sein heutiges Aussehen sich kaum von seinen Vorgängern unterscheidet. Kurz nach 18:30 Uhr verlassen wir geschafft und verschwitzt den Tiergarten, aber der Schmäh läuft trotzdem. Wir fahren mit den Öffis ins Zentrum zurück und hoffen wie letztes Jahr wieder einen gemütlichen Biergarten zu finden. Denkste! Also schlendern wir zum Hotel zurück und machen uns an der Rezeption mal schlau. Die nette Dame schickt uns zum „Zollhaus“ und da sind wir richtig, denn es ist viel los - Livemusik spielt und Gruppen von Lanedancer geben ihr Können zur Schau. Der Hunger ist groß und der Durst bereits lebensbedrohlich. Daher müssen schnellstens einige Maß Bier her. Die Stimmung ist anfangs hervorragend, aber langsam machen sich die Anstrengungen des Tages bemerkbar und es wird auf unserem Tisch immer ruhiger. Eine heiße Diskussion entsteht dann noch, ob der oder die Pfleger/in bei der Delphinshow eine Frau oder ein Mann war. Auch die genaueste Analyse der Fotos kann kein eindeutiges Ergebnis bringen. Kurz vor dreiviertel neun kehren wir zurück ins Hotel, wo sich ein Teil der Gruppe noch ein Betthupferl in der Bar gönnt. - [Nürnberg und Regensburg](https://www.bauer-seyr.at/nurnberg-und-regensburg) - Alle Jahre wieder … nachdem der Familienausflug nach München im vergangenen Jahr ein voller Erfolg war, verlangte das Ganze förmlich nach einer Wiederholung. Ein geeignetes Ziel mit den passenden Konditionen ist schnell gefunden und gebucht. Nürnberg liegt an der Pegnitz und ist die Hauptstadt Frankens. Die zweitgrößte Stadt Bayerns ist auch bekannt als Stadt des Spielzeugs, der Lebkuchen, der Bratwürste und auch als Dürerstadt. Weltberühmt ist die Stadt aber wegen des Christkindlesmarkts mit seinem Lebkuchen. In seiner 1.000-jährigen Geschichte entwickelte sich Nürnberg aufgrund des Fernhandels und des Handwerks zum mächtigsten Handelsplatz Frankens. Im Januar 1945 wurde durch einen Luftangriff der Alliierten die Altstadt zu 90 Prozent zerstört und erst im Jahre 1966 war der Wiederaufbau größtenteils abgeschlossen. Und von all dem wollen wir uns überzeugen. - [Bildergalerie München](https://www.bauer-seyr.at/munchen/bildergalerie-munchen) - [22.08.10 - Heimreise](https://www.bauer-seyr.at/munchen/22-08-10-heimreise) - Keine Ahnung, warum die Gruppe heute so müde drein guckt, ist wohl gestern ein wenig spät geworden oder war es eine Maß zu viel? Langsam geht´s dann doch Richtung Heimat. - [21.08.10 - München City](https://www.bauer-seyr.at/munchen/21-08-10-munchen-city) - In Etappen finden sich nach und nach alle Familienmitglieder am nächsten Morgen im Frühstücksraum wieder ein. Mehr oder weniger ausgeschlafen, schaufelt jeder seine Brötchen in sich hinein und hoffentlich schafft der Kaffee es noch, die letzte Müdigkeit zu vertreiben. Wieder machen wir uns per Bus und U-Bahn auf den Weg ins Zentrum von München. Heute steht Sightseeing auf dem Programm, das ich für uns vorbereitet habe. Den Part des Tourguides übernimmt Wolfgang. Los geht es an der Börse und dem direkt daneben liegenden Wittelsbacher Brunnen. Der Monumentalbrunnen wurde 1893 bis 1895 aus Anlass der Fertigstellung der Quellwasserleitung errichtet. Die beiden Brunnenfiguren stellen die zerstörerische und die segensbringende Kraft des Wassers dar - ein Mann, der einen Fels schleudert und eine Frau, die eine Schale trägt. Um das beste Motiv für das Foto zu finden, klettert Thomas am Rand des Beckens herum. Mal sehen, ob wir was zum Lachen bekommen, wenn er unfreiwillig baden geht. Die Begeisterung will noch nicht so recht aufkommen, daher steuern wir als nächstes den Karlsplatz an, der umgangssprachlich auch Stachus genannt wird. Im Mittelalter führte die Salzstraße darüber, die Stadt erlangte dadurch ihren Wohlstand. Heute ziert ein großer Brunnen den Platz, der tolle Farbspiele zaubert, wenn sich die Sonnenstrahlen darin brechen. Unmittelbar daneben befindet sich das westliche Stadttor der historischen Altstadt, das Karlstor. Verschiedenste Figuren zieren die Torbögen. Da gibt es erst mal ein Denkmal für Herbert Jensen, dem "Erfinder" von Fußgängerzonen. Aus den Ecken des Haupttorbogens ragen die sogenannten Kragenköpfe. Hier werden herausragende Münchner Persönlichkeiten, wie der Kutscher Krenkl, Baron Sulzbeck und der Finessensepperl dargestellt. Außerdem guckt auch Bayerns letzter Hofnarr auf die Passanten herab. Tausende von Menschen gehen jeden Tag unter dem Tor hindurch, das in die beliebte Münchner Einkaufsmeile führt. Und plötzlich kommt Leben in unsere Gruppe. Während sich die einen noch für die Sehenswürdigkeiten interessieren, sind die meisten Mädels schon in den Geschäften verschwunden. Na ja, lassen wir sie mal eine Weile shoppen. Der Rest der Truppe widmet sich der St. Michaels Kirche, die dem Erzengel Michael geweiht ist. Von außen sieht sie nicht wirklich wie eine Kirche aus. Die reich verzierte Fassade mit Rundbögen und Nischen, in denen sich Statuen befinden, ist eines der schönsten Werke der Renaissance-Epoche. Im Inneren erzeugt das 20 m hohe weiße Tonnengewölbe eine beeindruckende Raumwirkung. In der Michaelskirche befindet sich auch die letzte Ruhestätte des legendären Märchenkönigs Ludwig II. Auf dem Weg zum nächsten sakralen Bauwerk erregen Straßenmusiker unsere Aufmerksamkeit. Keine Ahnung wie sie das machen, solche Urlaute von sich zu geben, begleitet von komischen Musikinstrumenten. Es hört sich auf jeden Fall echt toll an und innerhalb kurzer Zeit sammelt sich eine große Traube von Menschen vor ihnen. Ist nur traurig, dass das Geldbörsl der meisten Leute verschlossen bleibt. Nur gut, dass wir in der Zeit der Handys leben – sonst hätten wir uns nicht wieder gefunden! Wir treffen uns alle vor der Frauenkirche, dem Wahrzeichen Bayerns. Der dreischiffige spätgotische Backsteinbau, flankiert mit zwei fast hundert Metern hohen Zwiebeltürmen wird auch Dom Zu Unserer Lieben Frau genannt. Sie wurde 1494 eingeweiht und bietet 20.000 stehenden Menschen Platz, was etwas kurios ist, da zur Bauzeit die Stadt nur etwa 13.000 Einwohner hatte. Viele kostbare Kunstwerke wie mittelalterliche Figuren, die Überreste des frühneuzeitlichen Chorgestühls und Buntglasfenster aus der Zeit des 14. bis 16. Jahrhunderts sind im Inneren zu finden. Das mächtige, dunkle Scheingrab von Kaiser Ludwig befindet sich direkt neben dem Eingang und zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich. Wir wühlen uns durch die Menschenmassen weiter auf den Marienplatz, der vom Prachtbau des Neuen Rathauses dominiert wird. Der Bau aus Back- und Muschel-kalkstein wurde nach den Plänen eines Grazer Architekten zwischen 1867 – 1909 erschaffen. Die fast 100 m lange Hauptfassade ist reich geschmückt mit Münchner Originalen, neugotischen Wasserspeiern in Form von Fratzen und Masken, Themen aus dem Leben von Heiligen und volkstümlichen Sagengestalten. Sehenswert ist auch das weltberühmte Glockenspiel auf dem 85 m hohen Mittelturm. 43 Glocken mit einem Gesamtgewicht von 7.000 kg spielen mehrmals am Tag vier verschiedene Melodien. Dazu tanzen auf zwei Etagen 32 Spielfiguren einen Schäfflertanz oder führen ein Ritterturnier auf. Auch das Münchner Kindl oder der Friedensengel haben einen Auftritt in dem etwa 12-minütigen Spektakel. Der Komplex beherbergt im Keller einen gastronomischen Betrieb und besitzt auch sechs Innenhöfe. Unmittelbar vor dem Neuen Rathaus glänzt eine Maria golden auf einer Statue, die 1638 zum Dank für die Schonung der Stadt während des Dreißigjährigen Krieges errichtet wurde. Die Mariensäule galt früher als Mittelpunkt des Landes und alle ausgehenden Straßen hatten hier ihren Nullpunkt. Die zu Beginn stattfindenden Litaneien an der Säule wurden 1803 verboten, jedoch 50 Jahre später wieder aufgenommen. Noch heute finden an der Mariensäule öffentliche Gebete statt. Und davon können wir uns auch überzeugen, denn eine große Gruppe Jugendlicher gibt Gesänge zum Besten und ein Laudator schwingt seine Rede. Von Sängern und Künstlern werden wir heute reichlich beglückt. An fast jeder Ecke finden wir Straßenmaler oder eingefrorene „Figuren“ vor, die nach Einwurf kleiner Münzen wieder bewegungsfähig werden. Vorbei am Alten Rathaus, kommen wir zur Pfarrkirche Sankt Peter, deren Turm im Volksmund auch Alter Peter genannt wird. Die älteste Pfarrkirche Münchens geht auf das 12. Jhdt. zurück. Im Jahr 1327 wütete ein verheerender Brand in München und zerstörte die ursprünglichen zwei Türme. Im Zuge des Wiederaufbaus wurden sie zu einem einzigen Mittelturm (91 m hoch) zusammengelegt, der sie noch heute ziert. Außerhalb der Turmwächterstube befindet sich eine Aussichtsplattform in 56 m Höhe. Bis dahin ist der Aufstieg aber schon eine gewisse sportliche Herausforderung. Über steile Treppen auf engem Raum winden wir uns von Ebene zu Ebene hinauf. Bei Gegenverkehr heißt es „an die Wand drücken“, damit niemand stecken bleibt. Wir benötigen einige Verschnaufpausen bis zum Ziel. Eine davon legen wir vor den Guckfenstern am Glockenstuhl ein. Wir hoffen, dass uns die vier Glocken nicht begrüßen, denn danach ist eine Schwerhörigkeit nicht auszuschließen. 303, 304, 305, 306 – geschafft, oder doch verzählt? Auf jeden Fall hat sich die Anstrengung gelohnt, denn wir haben einen herrlichen Rundumblick auf Münchens Mitte und auf das Getümmel weit unter uns. Majestätisch erheben sich das Neue und das Alte Rathaus, die Frauenkirche mit der Mariensäule und dem Fischerbrunnen auf dem Platz. Wir haben heute traumhaftes Bilderbuchwetter und deshalb sieht man bis zum Olympiastadion und dem auffälligen BMW Gebäude. Das Fotografenherz macht Sprünge - doch leider sind die Bilder schwer verdient, denn der Rundgang ist sehr schmal und vollgepflastert mit Touristen. Die Geduld wird aber belohnt und wir können tolle Bilder einfangen. Von oben können wir bis in die Kaffeetassen des Cafés Glockenspiel hinunter sehen, wo Evi und Markus bereits einen Tisch belagern. Die beiden haben es vorgezogen, das Sportprogramm auszulassen und stattdessen lieber eine Zigarette zu genießen. Wir gesellen uns nach dem Abstieg noch auf einen Kaffee zu ihnen und nachdem alle das Topferl besucht haben, geht´s weiter. Wie bei einer Prozession schlängeln wir uns im Entenmarsch durch die Gassen und schlagen uns bis zum Viktualienmarkt durch. Hier begegnen wir Bayern mit der Urtümlichkeit und den vielen typischen Köstlichkeiten des Landes. Hübsche Mädels in Dirndln und urige Bayern mit Edelweiß und Gamsbärten dekorierten Hüten laufen hier zuhauf herum. Aber auch die Farbenpracht der Blumen, Gemüse und sonstigem Allerlei finden unsere Begeisterung. Weniger erfreut sind wir davon, dass wir keinen freien Sitzplatz mehr finden. Der Hunger plagt uns nämlich schon sehr, und die vielen köstlichen Düfte tragen das ihrige bei. Also schlendern wir weiter des Weges, verlassen den Markt wieder und versuchen es in den diversen Gassen. Zum Glück finden wir schließlich ein Bayern-typisches Lokal, das „Weiße Bräuhaus“ mit einheimischer Küche, die uns ausgesprochen mundet. Gestärkt setzen wir unsere Sightseeing-Tour fort und ziehen weiter ins berühmte Hofbräuhaus. Das Ambiente hier ist schon ein eigenes. Prächtiges, bemaltes Gewölbe, rund um urige Tisch- und Sitzgelegenheiten gruppieren sich die dazu passenden „Gestalten“ und singen bzw. gröllen. Auch das muss man gesehen haben! Danach stiefeln wir bis zum Alten Hof, der ehemaligen Kaiserresidenz. Der Alte Hof besteht aus mehreren Gebäuden und einem tollen Torbogen. Auffällig sind das schief karierte Muster auf der Fassade und die Sgraffiti-Bemalung der Fensterstöcke. Am Burgstock befindet sich ein hübscher gotischer Holzerker, zu dem es eine Sage gibt. Ein Affe aus der herzoglichen Menagerie hat den kleinen Ludwig entführt und erst nach langem Zureden wieder zurückgebracht. Dieses hübsche Ambiente hat sich heute ein Brautpaar ausgesucht, um ihre Hochzeitsfeier hier im Hof zu verbringen. Ob ich das möchte, gemeinsam mit so vielen Touristen - ich weiß nicht. Einige Gassen weiter kommen wir zum Nationaltheater am Max-Joseph-Platz. Über dem Eingangsbereich, der von korinthischen Säulen getragen wird, thront ein zweifacher Dreiecksgiebel - das Gebäude erinnert an einen griechischen Tempel. Auf dem großen Platz davor tummeln sich viele Menschen, tratschen oder gehen ihrer Freizeitbeschäftigung nach. Nicht weit davon entfernt befindet sich am Odeonsplatz die Feldherrnhalle, eine Loggia die als Denkmal zu Ehren des bayerischen Heeres errichtet wurde. Vor der Feldherrnhalle wurde der Putschversuch von Hitler am 9. November 1923 blutig niedergeschlagen. Flankiert wird der Platz von der gelben barocken Theatinerkirche. Diese lassen wir aber links liegen und legen eine kurze Pause im daneben liegenden Hofgarten ein. Die Motivation der Reisegruppe lässt inzwischen ein wenig zu wünschen übrig und deshalb wird beratschlagt, was wir mit dem Rest des Tages machen. Die Entscheidung fällt auf den Olympiapark. Die U3 bringt uns bis zu den Wahnsinnsbauten des BMW-Werkes. Von dort müssen wir noch einen kleinen Hatscher machen bis zum Fernsehturm. Der Olympiapark befindet sich im Norden der Stadt und ist weit über die Grenzen der Landeshauptstadt bekannt. Der 300 ha große Park wurde für die Olympischen Spiele 1972 angelegt und ist heute ein Naherholungszentrum für die ganze Stadt. Während Radfahrer, Jogger und Walker hier täglich ihre Runden im Freien drehen, legen Schwimmsportler ihre Längen in der Olympiaschwimmhalle zurück. Der Park wird dominiert vom 291 m hohen Olympiaturm, einem Fernsehturm, der schon 1968 eröffnet wurde. Mit einem Lift sausen wir in Null-Komma-Nichts (7 Metern/Sekunde) auf das Aussichtsplateau des Turms. Von hier oben haben wir einen traumhaften Ausblick auf die Dächer Münchens mit der weitläufigen Parkanlage hinaus bis in die Berge und auch auf die außergewöhnliche Architektur des Olympiastadions mit ihrem silbrigen Zeltdach. Von oben ist auch das BMW-Werk gut auszumachen – auf dem Dach ein eigener Helikopter-Landeplatz. 2007 hat BMW hier die Tore für den Publikumsverkehr ein eigenes Ausstellungszentrum geöffnet. Die Geschichte der Marke BMW wird mit einem Museum, Shops und Restaurants dem Besucher nahe gebracht. Wir genießen auf dem Turm noch den Sonnenuntergang und wieder gut am Boden angelangt, wird beratschlagt, wie wir den Tag ausklingen lassen. Die Füße brennen, die Hungersnot ist groß - da ist jeder Ratschlag teuer. Die Entscheidung fällt auf den 7 km entfernten Englischen Garten, der zu den größten innerstädtischen Parks weltweit zählt. 1789 als Militärgärten, nach englischem Vorbild begonnen, wurden sie bereits wenige Jahre später der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Auf der 3,75 km² großen Grünanlage befindet sich der auffällige Chinesische Turm. Der Pagodenbau ragt 25 m in die Höhe und fiel mehrmals dem Brand zum Opfer, wurde aber jedes Mal originalgetreu wieder aufgebaut. Im Turm spielt heute eine volkstümliche Band, die wir schon von weitem hören können. Do is wos los, do san ma richtig! Mit über siebentausend Plätzen handelt es sich hier um den zweitgrößten Biergarten Münchens und trotzdem finden wir nur mit Müh und Not einen freien Tisch, an dem wir alle Platz haben. Wir müssen uns eng zusammen kuscheln, aber das macht es erst richtig gemütlich. Damit wir nicht verdrängt werden, schlagen wir uns Gruppenweise durch die Menschenmassen durch, um uns Nahrung und Bier zu holen. Ich hätt mir nie gedacht, dass es nicht schwierig ist, eine oder sogar mehrere Maß zu trinken. Aber es ist ein leichtes, süffiges Bier. Die Stimmung nach der Schinderei ist wieder gut und als wir dann der Musikgruppe, die im Chinesischen Turm spielt, Konkurrenz machen, erregen wir die Aufmerksamkeit rund um uns. Doch wir ernten Applaus und spätestens jetzt wissen die Bayern, dass auch wir Ösis lustige Gesellen sind. Es wird wieder gegessen, getrunken und geraucht bis in die tiefe Nacht hinein. Die Tanzeinlage von Helga auf der Bank wird uns in ewiger Erinnerung bleiben. Es ist weit nach 23:00 Uhr, als wir uns auf den Heimweg machen. Wir passieren das mächtige Siegestor an der Kreuzung Ludwig-Straße, Leopold-Straße. Gekrönt wird der Triumphbogen mit einer Bronzeskulptur der Bavaria und vier Löwen und wurde 1840 in Auftrag gegeben. Der Schriftzug "Dem bayerischen Heere" auf der Nordseite erinnert an das siegreiche Ende der Befreiungskriege von 1815. Die Südseite ziert seit der Beendigung des Zweiten Weltkrieges der Widmungsspruch "Dem Krieg geweiht, im Krieg zerstört, zum Frieden mahnend". Der schönen Beleuchtung verdanken wir zur späten Nachtzeit noch tolle, stimmungsvolle Fotos von diesem beeindruckenden Bauwerk. - [20.08.10 - Anreise, Bavaria Studios](https://www.bauer-seyr.at/munchen/20-08-10-anreise-bavaria-studios) - Nach leichten Anfangsschwierigkeiten finden wir doch die richtige U-Bahn, die uns fast bis zum Eingang der Bavaria Studios bringt. Ein kurzer Spaziergang und schon befinden wir uns mitten im Trubel auf dem riesigen Gelände. Wir beschaffen uns etwas zum Futtern und bepackt mit Tüten und Flaschen suchen wir uns einen Platz in einer düsteren Halle, - [München](https://www.bauer-seyr.at/munchen) - Plötzlich war da diese Idee vom Familienkurzurlaub - wir waren alle begeistert. Und so machen wir uns 2010 zu elft auf, München zu erobern. München ist die Landeshauptstadt von Bayern und mit über 1,3 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt Deutschlands. Neben der Maß Bier und den Schweinestelzen gibt es aber auch eine Menge sehenswerter Dinge. Und so machen wir uns auf die etwa 2,5 Stunden lange Reise nach München. - [Google Map des Hamburger Miniatur Wunderlands](https://www.bauer-seyr.at/hamburg/google-map-des-hamburger-miniatur-wunderlands) - Google hat Teile des Miniatur Wunderlands virtualisiert, sodass man die Sehenswürdigkeiten dieser Märchenwelt nun in Google Maps besichtigen kann. Teilweise sind es "nur" 360° Bilder, teilweise kann man aber auch ganze Strecken mit dem Zug oder Auto nachfahren. Sehr empfehlenswert. - [Bildergalerie Hamburg](https://www.bauer-seyr.at/hamburg/bildergalerie-hamburg) - Bildergalerie zum Hamburg Kurzurlaub - [Unser Reiseführer für Hamburg](https://www.bauer-seyr.at/hamburg/reisefuehrer-hamburg) - Unser Reiseführer für Hamburg war von DuMont. Autoren Eva Gerberding und Annette Maria Rupprecht. Verlag: DuMont Reise-Taschenbuch (ISBN: 978-3-7701-7226-9) - [25.07.11 - City, Chilehaus, Heimreise](https://www.bauer-seyr.at/hamburg/25-07-11-city-chilehaus-heimreise) - Der gestrige Tag war lang und anstrengend und daher stehen wir heute spät auf. Danach brunchen wir gemütlich, packen, fahren zum Flughafen und checken unser Gepäck ein. So jetzt heißt es, ab in the city, den letzten Tag genießen. Der Herrgott spuckt heute mal nicht herunter und daher fahren wir nochmal zur Speicherstadt. Sieht doch im trockenen gleich ganz anders aus! Wir spazieren nochmal über die Brücken, die roten Backsteinhäuserfronten entlang und genießen das elegante Ambiente. Die wie mit einem Lineal gezeichnete Zeile sieht so toll aus. Die Häuser wurden alle renoviert und im alten Stil erhalten. Die über 100-jährigen Lagerhallen spiegeln sich im ruhig stehenden Wasser. Fast ums Hauseck kommen wir zum Sandtorhafen in der HafenCity. Die Stiftung Hamburg Maritim zeichnet sich für die Renovierung und Erhaltung nach historischem Vorbild verantwortlich. Das historische, 380 m lange künstlich geschaffene Hafenbecken bietet für ca. 25 historische Schiffe einen Liegeplatz. Heute können wir zum Beispiel die „Pippilotta“ aus Rotterdam bestaunen, ein echt toller Segler. Hier am Kai trifft Geschichte und Moderne aufeinander, denn beide Seiten werden flankiert von monströsen Bauten mit Luxuswohnungen. Unser Spaziergang führt uns ans Ufer der Elbe weiter, wo sich seit Sommer 2009 der mächtige, hochmoderne Glaspalast von Unilever befindet. Angestellte und Konsumenten können im Shop Unilever-Produkte kaufen, im Langnese Café auf der Sonnenterrasse dem Stress entfliehen und im Dove Spa sich verwöhnen lassen. Was wünscht man sich mehr – nur leider haben wir ja keine Zeit! Wir stiefeln wieder zurück, am Sandtorhafen vorbei und kommen zum hübschen Fleet Schlösschen. Das ehemalige Zollhäuschen auf Stelzen dient heute als Bistro mit besonderem Charme. Wir betreten das winzige Lokal und sind auf den ersten Blick total verzückt. Der Raum bietet für höchstens 25 Gäste Platz, die es sich auf gemütlichen Holzbankerl oder ausgeleierten Sessel bequem machen können. Alles ist zusammen gewürfelt und komplett abgenützt. Das Interieur und die Dekoration stammen aus Großmutters Zeiten und wir haben das Gefühl, als wäre damals die Zeit stehen geblieben. Wir bestellen uns zweierlei Salat und den bekommen wir in angeschlagenen Tellern serviert, dazu Besteck, wo kein Teil zum anderen passt. Das macht aber dem tollen Salat keinen Abbruch, denn die gefüllten Salatschüsseln werden nicht leer, obwohl wir essen und essen. Komplettiert wird das Ambiente durch tolle chillige Musik, die den Aufenthalt hier zu einem Genuss machen. Obwohl das Fleet Schlösschen etwas abseits vom Geschehen liegt, ist es wahrlich ein Geheimtipp. Mit vollen Bäuchen spazieren wir weiter Richtung Innenstadt und machen einen kurzen Abstecher zu den Deichtorhallen. Die beiden Gebäude wurden 1911 bis 1913 im Backsteinstil als Markthallen errichtet und zählen heute zu den größten Ausstellungshäusern Europas für Fotografie und zeitgenössische Kunst. Einige Straßen weiter finden wir das unter Denkmalschutz stehende Chilehaus, ein zehnstöckiges Kontorhaus. Das Backsteingebäude verfügt den spitzesten Fassadenwinkel und erinnert an einen aufragenden Schiffsbug. Nachdem das Gebäude saniert und modernisiert wurde, gehört das Haus heute zu den begehrtesten Büroadressen der Stadt. Im Erdgeschoß beherbergt es das Restaurant Slowman, das von Christian Rach im Frühjahr 2010 in einer Real-Life-TV-Doku mit dem passenden Team gegründet wurde. Er bietet jungen Menschen trotz schlechter Schulnoten und ungerader Lebensläufe die Möglichkeit auf eine gastronomische Ausbildung. Das Chilehaus besitzt einen geräumigen Innenhof, wo wir kurz pausieren und im Garten eines Cafés einen Espresso genießen. Währenddessen lassen wir die Klinkerfassade mit den weißen Fenstern und türkisen Geländern auf uns wirken. Übrigens das ganze Gebäude hat 2.800 Fenster! Den Name bekam das Bürohaus von seinem Auftraggeber, dem Kaufmann Henry B. Slowman, der ein beachtliches Vermögen durch Salpeterhandel mit Chile erwirtschaftete. Die unmittelbar neben dem Chilehaus befindliche U-Bahn bringt uns danach ins Stadtzentrum auf den Rathausplatz. Im Innenhof des Rathauses plätschert der schöne Hygieia Brunnen. Hygieia, die Göttin der Gesundheit und Reinheit steht auf einem Drachen, der wiederum die Choleraepidemie von 1892 symbolisiert. Aus der Schale, die sie in der Hand hält, strömt das reinigende Wasser herab. Auch die anderen Bronzefiguren, die den Brunnen umrahmen, stellen den Nutzen des Wassers dar. Interessant ist auch, dass der Sockel mehrere Öffnungen besitzt, durch die Frischluft angesaugt wird und in die Belüftungssysteme des Rathauses geleitet werden. Auf gemütlichen Korbsesseln im Innenhof genießen wir die Sonnenstrahlen, die sich langsam durch die Wolkendecke graben. Also, es gibt sie ja doch in Hamburg – die Sonne! Wir beobachten noch eine Weile das Geschehen, bis es Zeit wird, die Heimreise anzutreten. Der Zug bringt uns zum Flughafen, eingecheckt haben wir ja bereits, also sitzen wir die verbleibende Zeit bis zum Abflug noch ab. Pünktlich erreichen wir Wien, der Taxler zeigt uns - von uns ungewollt - noch Fischamend und dann steigen wir vorm Hotel in unser Auto um. Müde, aber voller Eindrücke kommen wir wieder wohlbehalten zuhause an. - [24.07.11 - Fischmarkt, Miniatur Wunderland](https://www.bauer-seyr.at/hamburg/24-07-11-fischmarkt-miniatur-wunderland) - 06:00 Uhr Tagwache! Husch, husch – wir sind die ersten Gäste im Frühstücksraum. Gemütlichkeit ist morgen wieder angesagt, jetzt muss es schnell gehen. Jacke an, Rucksack umgeschnallt und raus zur Bushaltestelle – eine Minute später und wir hätten dem Bus nur noch nachwinken können. Es ist noch diesig und nieselt, die Augen sind noch zugeschweißt, echt grauslich, aber wir haben heute den traditionellen Hamburger Fischmarkt am Programm. Der Markt, den es seit 1703 gibt, lockt jeden Sonntag von 05:00 – 09:30 Uhr Tausende Besucher ins Hafenbecken an die Elbe. Ein Muss für jeden Hamburg-Touristen! Ein Stand reiht sich an den anderen, dazwischen wieder die Marktwägen und es wird geschrien, was das Zeug hält. Egal ob Fisch, Nudeln, Käse, Obst, Blumen, Schmuck, Klamotten oder Souvenirs, es gibt nichts, was es hier nicht gibt. Ob Schnäppchen oder nicht, das muss jeder selber entscheiden. Die Marktschreier tun auf jeden Fall alles, um ihre Produkte in die Menge zu bringen. Nur gut, dass wir zwei Ohren haben, so können wir dem Fischverkäufer auf der einen und dem Obsthändler auf der anderen Seite gleichzeitig zuhören. Wie Perlen auf einer Kette aufgereiht stehen die Menschen vor dem Verkaufswagen des Nudelverkäufers. Es wurde schon jedem Kunden ein Sackerl in die Hand gedrückt und mit lauten Lobpreisungen für seine Produkte füllt der Marktschreier nach und nach alle Beutel. „Komm her hier, das pack ich dir noch dazu, gratis und nur heute“, so kocht er die Leute ein. Beim Obsthändler gibt es gratis Körbe, die befüllt werden. Ein wortreiches Spektakel, das uns hier geboten wird. Auch kulinarisch kommt man hier auf die volle Rechnung, denn gerade heute bei diesem Wetter finden warme Getränke und Aufläufe reißenden Absatz. Leider entwickelt sich der morgendliche Nieselregen zu einem ordentlichen Schütter und daher verlassen wir diese Stätte und marschieren im Laufschritt wieder zur U-Bahn. Einige Stationen später haben wir unser nächstes Ziel schon erreicht, das Miniatur Wunderland. Im Herzen der Speicherstadt befindet sich die größte digital gesteuerte Modelleisenbahn der Welt, gegründet von Frederik Braun. Ich bin an und für sich kein Fan von Modelleisenbahnen, aber was wir hier vorfinden, das übertrifft weit die Vorstellungen. Ich weiß gar nicht, wie ich die vielen Eindrücke überhaupt niederschreiben soll. Vorweg gesagt, das Miniatur Wunderland in einem Tag zu besichtigen, das ist komplett unmöglich! Und noch eines, wenn möglich, dann NICHT bei Schlechtwetter besuchen! Da kommt es zu Staus, wo man nicht mehr weiß, wie man aus dem Knäuel von Menschen wieder heraus kommt. Das ist nämlich uns passiert. Anfangs geht‘s noch so halbwegs, aber im Laufe des Nachmittags kommt alles zum Erliegen. Bei so manchen Anlagen müssen wir uns anstellen, um das Geschehen aus der ersten Reihe verfolgen zu können. Aber alles der Reihe nach. Wir brauchen uns an der langen Schlange vor dem Eingang nicht anstellen, da wir bei der Urlaubsbuchung schon den Eintritt mitgekauft haben. Also einfach vorbei an den neidisch Schauenden und auf zum Prepaid Ticket Eingang. Auf 1.300 m² Modellfläche sind zur Zeit 13.000 m Gleise verlegt, 930 Züge mit 14.450 Waggons tuckern durch die Anlage und 215.000 Fingernagelgroße Figuren bestimmen das Geschehen. Und vieles andere mehr wurde in über 580.000 Arbeitsstunden von mehr als 230 Mitarbeitern in liebevollster Kleinstarbeit aufgestellt. Alle 15 Minuten erleben die künstlichen Städte mit hübschem Sonnenuntergang den Wechsel von Tag auf Nacht und umgekehrt. 250.000 Lämpchen beleuchten dann Häuser, Autos und Straßen. Fast an jeder Attraktion können große und kleine Besucher mittels Schalter das Geschehen mitbestimmen. Schwerpunktmäßig wurden bisher sieben Abschnitte nachgestellt: Hamburg, Harz, Knuffingen, Amerika, Skandinavien, Österreich und die Schweiz. Frankreich, Italien, England und Afrika im Kleinformat sollen in den nächsten Jahren folgen. Als erstes kommen wir in die Schweiz, wo der über 6 m hohen Gipfel des Matterhorns hochragen. Da man dafür einen Deckendurchbruch machen musste, fühlen wir uns als Bergsteiger. Am Gipfel angekommen bietet sich ein toller Blick über die Bergwelt, äh, Anlage. Das nächste Highlight liegt nicht weit daneben. In der Schokoladenfabrik Lindt & Sprüngli werden per Knopfdruck Schokonaps ausgespuckt. Da hier die Kids in Schlange stehen, gehen wir weiter und besuchen das Open-Air-Konzert von DJ Bobo mit 21.000 kleinen Besuchern. Im Mai 2011 wurde die Welt des Knuffinger Airports eröffnet, eines der aufwändigsten Projekte des Miniatur Wunderlandes. Spätestens hier wird jeder zum Kind, denn die Start- und Landesimulationen der mehr als 45 Flugzeuge sind so spektakulär, dass wir uns lange nicht losreißen können. Das Gewusel der vielen Fahrzeuge und der echte Fluglärm vervollständigen das Geschehen. Alle halbe Stunde landet als Highlight eine Spaceshuttle-Raumfähre, die von einem Konvoy blinkenden Feuerwehrautos eskortiert wird. Einfach ein Wahnsinn! Irgendwo in Hamburg bricht in einem mehrstöckigen Wohnhaus ein Brand aus. Mit Ta-Tü kommen Polizei, Feuerwehr und Rettung angesaust und bringen die Welt wieder in Ordnung. Nicht weit daneben befindet sich eine Jet-Tankstelle, an der die Preise täglich einer echt existierenden Tankstellen angepasst werden. Wir beobachten eine Weile das Geschehen auf den Straßen. Wie im echten Leben schalten da die Ampeln um und den Verkehrsregeln entsprechend halten oder fahren die Mini-Autos. Mittlerweile haben wir total die Orientierung verloren, aber ist eh wurscht. Wir sind so fasziniert von den dargestellten Szenen und der Liebe zum Detail. Neben einem Sonnenblumenfeld wurde eine Wasserleiche im Fluss gefunden und die Polizei ist dabei, den Mordfall zu klären. Nicht weit davon entfernt, im Blumenfeld selber, vergnügt sich ein Liebespaar. Kann ja sein, dass die beiden vielleicht sogar Zeugen des Mordfalles waren! Bei so viel Action gerät die Eisenbahn zeitweise ganz in den Hintergrund. Wir haben das „Glück“ auch mitverfolgen zu können, wie ein Zug entgleist und von einem Mitarbeiter vorsichtig „untersucht“ und dann wieder in die Schienen zurückgesetzt wird. Auch den Burschen im Leitstand schauen wir kurz über die Schultern. Die Wand vor ihnen ist tapeziert mit Schaltplänen und Überwachungskameras, die das Geschehen beobachten und aufzeichnen. Also, immer freundlich lächeln! Durch die Glasfronten der Werkstatt kann man auch hier die Arbeiten ein wenig begutachten. Echt spannend und hochinteressant. Zu guter Letzt erreichen wir den Abschnitt Amerika mit dem Grand Canyon, den Rocky Mountains, dem Yosemite Nationalpark, Las Vegas mit 33.000 Lichtern und als i-Tüpfchen Cape Canaveral, wo regelmäßig das Space Shuttle abhebt. 33.000 Liter Echtwasser werden benötigt für das Becken in Skandinavien, das von 25 Schiffen befahren wird, unter anderen auch der AIDA. Im 6-Minuten-Rhythmus wird Ebbe und Flut simuliert. Stabkirchen, das tiefverschneite Kiruna, die acht Meter lange Storebelt-Hängebücke und Pippi Langstrumpf´s Villa Kunterbunt sind nur einige Details aus dem Norden. Leider werden die Menschmassen immer mehr und die Füße brennen uns schon, daher beschließen wir schweren Herzens nach fast fünf Stunden das Miniatur Wunderland zu verlassen. Wir kehren ins Hotel zurück und gönnen uns ein Nachmittags-Nickerchen, denn wir wollen am Abend fit sein. Als Krönung unseres Hamburg-Trips haben wir Tickets für das Musical „König der Löwen“ gekauft und darauf freuen wir uns schon sehr. Ein kostenloser Schiff-Shuttledienst bringt uns von den Landungsbrücken auf die andere Seite der Elbe zum Stage-Theater. Wir gönnen uns noch einen Drink und dann warten wir gespannt auf die Vorstellung. Das Disney-Musical „Der König der Löwen“ wurde 1997 in New York uraufgeführt und seit 2001 begeistert es auch Millionen von Besuchern in Hamburg. Das derzeit weltweit erfolgreichste Musical hat mehr als 26 internationale Awards abgeräumt und es ist kein Ende in Sicht. Der Vorhang hebt sich, die ersten afrikanischen Rhythmen erklingen und schon läuft Gänsehaut über unseren Rücken. Dann stolzieren die ersten Tiere anmutig auf die Bühne. Wow! Atemberaubende Masken und fantastische Kostüme zieren die Schauspieler und die Darsteller der Giraffen stehen zudem noch auf hohen Stelzen. Toll, was das für eine Farbenpracht ist! Vor unseren Augen entsteht die bunte Tierwelt der wunderschönen Serengeti. Dazu die tollen Stimmen, die emotionalen Songs von Elton John und Time Rice und die authentischen afrikanischen Geräusche – einfach ein Wahnsinn! Kein Wunder, dass das Musical so erfolgreich ist, es zieht sowohl die Kleinen als auch die Großen in seinen Bann. Die Fabel erzählt das Erwachsenwerden von Simba, der auf der Suche nach dem eigenen Platz im Leben ist. Dabei begegnet er nicht nur Glück und Liebe, sondern auch Eifersucht und Intrigen, durchlebt Ängste und macht die Erfahrung, Verantwortung nicht nur für sich, sondern auch für andere zu übernehmen. Er findet Freunde, die ihm durch ihre sorgenfreie Lebensphilosophie „Hakuna Matata“ (glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist) im ewigen Kreislauf des Lebens helfen, seinen Platz als König zu finden. Die Vorstellung hat uns in seinen Bann gezogen und viel zu schnell ist die Zeit vergangen. Das Musical ist zu einem unvergesslichen Erlebnis geworden. Und alle, die es noch nicht kennen, unbedingt ansehen, das ist ein Pflichttermin! - [23.07.11 - Hafenrundfahrt, Rathaus, Michel](https://www.bauer-seyr.at/hamburg/23-07-11-hafenrundfahrt-rathaus-michel) - Wie alte Hasen schlagen wir uns wieder bis zu den Landungsbrücken durch. Fast ohne nach links oder rechts zu schaun traben wir gleich zum Hafen hinunter. Dort buhlen typische Hamburger Marktschreier um Fahrgäste für ihre Barkassenfahrten. Da es heute zwar stark bewölkt, aber noch trocken ist, werden wir auch eine Fahrt mitmachen. Nur mit wem? Von allen Seiten werden wir umworben, da muss man einfach seinem Bauchgefühl folgen. Das einzige Kriterium ist, dass wir uns in ein kleines Boot setzen wollen, weil dieses nahe ans Ufer fahren kann - UND in die berühmte Speicherstadt. Der heute größte zusammenhängende Lagerhauskomplex der Welt wurde 1888 erbaut und steht seit 1991 unter Denkmalschutz. Die sechs- bis siebenstöckigen Backsteinbauten mit gotischen Zierelementen und den grünen Kupferdächern prägen das Stadtbild Hamburgs. Die 630.000 Quadratmeter werden genutzt für das weltweit größte Orientteppichlager, eine Kaffeerösterei und zahlreiche Museen, wie das Zollmuseum, Speicherstadtmuseum oder das Gewürzmuseum. Auch die größte Modelleisenbahnanlage der Welt und das Dungeon (Gruselkabinett) sind hier untergebracht. Den besten Eindruck dieses historischen Viertels erhält man bei einer Fleetfahrt, die wir trotz des grauslichen Windes, unternehmen. Aufgrund des hohen Pegelstandes kann der Bootsführer heute leider nicht ganz zwischen die beiden Häuserzeilen hinein fahren. Ist aber nicht so schlimm, denn zur Belustigung aller bekommen wir allerhand Geschichten über die hanseatischen Kaufmänner und diejenigen, die sonst noch ihr Unwesen in der Speicherstadt getrieben haben. Während der gesamten Fahrt erhalten wir allerlei Interessantes im Hamburgischen Schnack (=Dialekt) erzählt. Wir sind uns aber oft nicht ganz sicher, ob es sich dabei um Seemannsgarn handelt oder nicht. Ein Wahrzeichen im Hafen von Hamburg stellt der elegante weiß-rote Riesendampfer „Cap San Diego“ dar. Der 50-jährige Frachter wurde 1986 vor der Verschrottung gerettet und als Museumsschiff adaptiert. Sie gehörte früher zur Dr. Oetker-Flotte, auch Hamburg Süd genannt. Nicht weit daneben ankert das mächtige Kreuzfahrtschiff „Celebrity Silhouette“, das erst vor wenigen Tagen hier getauft wurde. Wie kleine Ameisen kommen wir uns neben dem Ozeanriesen vor. Mit einer Breite von 37 m, 315 m Länge, über 13 Passagierdecks mit 1443 Kabinen für 2886 Gäste, sowie 1233 Crewmitglieder gehört der Luxusliner zur neuen Generation der XXL-Schiffe. Wir können der Putzmannschaft zusehen, wie sie mit Hilfe von Außenkränen die Fenster reinigen. Geprägt wird der Hafen aber auch durch die Elbphilharmonie, die die Skyline Hamburgs zukünftig prägen soll. Es handelt sich hier um einen ehemaligen Kaispeicher, dem ein futuristischer Stahlbeton-Glaskomplex aufgesetzt wird. Das Herzstück wird ein Konzertsaal auf einer Höhe von 50 m, wo 2.150 Besucher Platz finden. Ein imposanter Eingang mittels einer 82 m langen Rolltreppe und einem 4.000 m² Plaza komplettieren das Gesamtkunstwerk. Bis es aber soweit ist, wird noch viel Wasser die Elbe entlang und vor allem Geld auf die Konten der Bauunternehmen fließen. Von je her wird der Hamburger Hafen geprägt von Werften und mittlerweile gehört er aufgrund langjähriger Erfahrung und modernster Fertigungstechniken international zu den bedeutendsten. Wir schippern mit unserem Miniboot entlang der Docks und staunen wie kleine Kinder vor dem Christbaum über die gewaltigen Anlagen. Unser Käptn erzählt mit viel Witz Daten und Details über Neubau, Reparatur und Wartungsarbeiten in den mehr als zehn Werften Hamburgs. Die größte Werft hier ist die Blohm - Voss, die zum Thyssen-Krupp-Konzern gehört. Über die gesamte Länge vom Fischmarkt bis zu den Landungsbrücken bestimmt sie den Hafen. 1933 lief hier das berühmte Segelschulschiff „Gorch Fock“ vom Stapel. Wir durchqueren die Schleuse und kommen in den zweitgrößten Containerhafen Europas, wo Woche für Woche 180 Containerschiffe den Hafen verlassen und mehr als acht Millionen umgeschlagen werden. Die Perspektiven vom Wasser aus sind schon ein Wahnsinn, da wirken die gigantischen Terminals noch spektakulärer. Mit riesigen Kränen werden die bunten Container aufgestapelt und wir haben das Gefühl, als würden wir beim LEGO-spielen zusehen. Tag und Nacht ohne Unterbrechung wird geladen und transportiert, um die Waren just in time zur Verfügung stellen zu können. Heute ist das 42,8 m breite Containerschiff COSCO aus Hongkong da, eines der größten auf der Welt. Tief beeindruckt und mit Elbwasser geduscht, kehren wir nach einer Stunde wieder zu den Landungsbrücken zurück. Da das Wetter ein wenig zu wünschen übrig lässt, beschließen wir zum Rathaus zu gehen, um eine Führung im Inneren mitzumachen. Die Diele im Inneren des Rathauses ist eigentlich eine Verlängerung der Straße und wird von mächtigen Säulen getragen, verziert mit Portraits von berühmten Hamburgern. An der Tür zum Obergeschoß werden wir von unserem Guide abgeholt und als wären wir ein Staatsbesuch schreiten wir ihr langsam nach. Das cremefarbige Stiegenhaus mit goldenem Geländer und roten Teppichen ist sehr elegant und macht schon neugierig auf die Räume. Als erstes bringt sie uns in den Plenarsaal der Bürgschaft, eingerichtet mit dunkler Eiche. Die Sitzungen hier sind öffentlich und man könnte hautnah dabei sein. Einer der nächsten Räume ist der Kaisersaal, dessen Wände mit Einlegearbeiten aus Messing, Silber und Perlmutt und einer tollen Ledertapete verkleidet sind. Die Decke ist geschmückt mit auffälligen Malereien und zwei riesige Bronzeleuchter hängen herab. Für offizielle Empfänge mit Staatsgästen dient das Bürgermeisterzimmer. Hier wird außerdem das Goldene Buch der Hansestadt aufbewahrt, das eigentlich kein Buch ist, sondern eine Kassette mit losen Blättern, die man je nach dem sortieren oder entfernen kann. Im größten Saal des Rathauses, dem Festsaal (46m lang, 15 m breit und 15 m hoch) gibt es überlebensgroße Wandgemälde und drei Kronleuchter mit einem Gewicht von je 1.500 Kilo und je 278 Lampen. Übrigens, hier noch ein super Link, um sich das Innere des Rathauses anzusehen. Nachdem wir einige wenige von 647 Zimmern besichtigt haben, widmen wir uns nun dem Gebäude von außen. Das Rathaus gehört zu den prunkvollsten Bauten Hamburgs wurde 1897 eingeweiht, nachdem es 1842 völlig abgebrannt und wieder aufgebaut wurde. Es steht auf 4.000 Pfählen wegen des morastigen Untergrundes. Der 112 m hohe Turm teilt die aufwendig verzierte Renaissance-Fassade, die von zwanzig Kaiserstatuen gesäumt wird. Das grüne Kupferdach komplettiert das tolle Gebäude. Über dem Haupttor findet man die Inschrift "Die Freiheit, die die Vorfahren errungen, mögen die Nachfahren würdig zu erhalten suchen." Damit sollte damals die Unabhängigkeit Hamburgs vom Deutschen Reich verdeutlichen. Der vorgelagerte Rathausmarkt dient für zahlreiche Feste, wie z.B. der Weihnachtsmarkt. Zurzeit sind die Schwaben zu Besuch mit dem Stuttgarter Weinfest. Schade für uns als Filmer und Fotografin, denn das Rathaus lässt sich aufgrund der vielen Standl´n nur schwer aufnehmen. Ein gutes hat es aber doch, wir können uns auf den überdachten Sitzgelegenheiten ausruhen und typische Süddeutsche Kost genießen. Zu den Schupfnudeln mit Speck und Sauerkraut bestellen wir Trollinger Rotwein und das Ensemble schmeckt uns ausgezeichnet. In der Nähe des Rathauses liegen die Alsterarkaden, die zahlreiche kleine Cafés und Geschäfte beheimaten. Auch sie fielen dem großen Brand zum Opfer und wurden im Zuge des Neuaufbaus im ursprünglichen Stil neu gestaltet. Die weißen Arkaden verzaubern unter dem Bogengang ihre Besucher mit prachtvollem Stuck und Deckenmalereien im Jugendstil. Wir werfen uns in das Getümmel und begutachten die Auslagen der kleinen, exklusiven Lädchen. Als wir im Café Saliba einen freien Tisch erspähen, gönnen wir uns eine kurze Pause. Wir wissen zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass wir uns hier in einem In-Lokal befinden. Der Kaffee und der Kuchen sind auf jeden Fall traumhaft und das in dieser Kulisse. Wir sitzen direkt an der Alsterfleet mit herrlichem Blick auf das Rathaus und das Treiben der Alsterschwäne gleich gegenüber. Am Ende der Alsterarkaden, am südlichen Ufer der Binnenalster, erstreckt sich der historische Jungfernstieg. Die einstige Flaniermeile der Hansestadt hat ihren Namen von den Betuchten, die mit ihren Töchtern (Jungfern) dort spazieren gingen, um mit etwas Glück den wahren Auserwählten zu finden. Ob die vielen Mädels, die heute hier herum hängen noch Jungfern sind, das ist wohl fraglich, aber die Grundidee wird wohl auf dasselbe herauskommen. Die zentrale Lage und der Charme dieser Promenade machen den Jungfernstieg noch heute zu einem Erlebnis für Jung und Alt. Obwohl im Laufe der Zeit viele Veränderungen und Umbauten vorgenommen wurden, lockt die Einkaufsmeile täglich zahllose Besucher an. Als etwas ganz Besonderes gilt der Alsterpavillion, der ein beliebter Treffpunkt geworden ist für Shoppingtouren in die umliegenden Kaufhäuser und Geschäfte. Aufgrund der vielen Kilometer, die wir heute schon in den Füssen haben, erliegen wir nicht dem Kaufrausch. Wir sind mittlerweile schon einiges durch Hamburg gelaufen, haben eine Bootsfahrt auf der Elbe gemacht und wir haben dauernd das Gefühl, verfolgt zu werden. Egal, wo wir uns auch befinden, überall haben wir Blick zum Michel. Die Rede ist von der bedeutendsten protestantischen Kirche Deutschlands. Der 132 m hohe Barockbau wurde insgesamt dreimal gebaut, aber Nichtsdestotrotz feiert er heuer seinen 350. Geburtstag. Der Turm mit der markanten Kupferhaube ist das Wahrzeichen Hamburgs. Von der Turmhalle aus führt ein Fahrstuhl auf die Plattform in 82 m Höhe. Wir aber arbeiten uns die 453 Stufen hoch und die Belohnung dafür ist wirklich sehenswert - das sollte sich keiner entgehen lassen. Wir bekommen einen tollen 360° Panorama Rundblick auf die Stadt, die Alster und den Hafen. Außerdem steht man fast von Angesicht zu Angesicht mit der größten Turmuhr Deutschlands – 24 m Umfang. Das Innere erstrahlt in schönem Weiß mit hellblauen Flächenmalereien und goldenen Ornamenten. Passend der schliche Altar und über dem Eingang die Wahnsinnsorgel mit 6.674 Pfeifen. Wir fühlen uns richtig wohl hier, zumal auch die die Kirchenbänke für lange Beine geeignet sind und ungewöhnlich gemütlich sind. Wäre der Altar nicht da, könnte man denken, man befände sich in einem Theater oder ein Konzertsaal. Die Akustik ist natürlich auch traumhaft und davon können wir uns überzeugen, denn ein etwa zweijähriger indischer Junge gibt eine Probe seines gesangliches Können (die Mami schämt sich a bissi, weil sie natürlich jetzt im Rampenlicht stehen). Der Michel verdankt seinen Namen dem Erzengel Michael, dem Schutzpatron. Ein kupferner Michael steht über dem Hauptportal in Siegerpose über dem Satan. - [22.07.11 - Anreise, Hafen, St. Pauli](https://www.bauer-seyr.at/hamburg/22-07-11-anreise-hafen-st-pauli) - Saumüde, aber mit Vorfreude lassen wir uns vom Shuttledienst zum Flughafen chauffieren. Wie bei so vielen unserer Flüge sitzen wir wieder mal über dem Flügel (und das mag ich ja überhaupt nicht, denn das Flattern beunruhigt mich immer). Aber Jens, unser Pilot der airberlin legt einen ruhigen Start auf die Rollbahn und bietet uns dann einen traumhaften Blick über Wien. Die 786 Flug-Kilometer haben wir in knapp eineinhalb Stunden hinter uns und Hamburg begrüßt uns mit 15° und starker Bewölkung. Es könnte schlimmer sein, Hauptsache trocken! Direkt vor dem Flughafengebäude besteigen wir den Bus, der uns unmittelbar vor der Haustüre des Best Western Alsterkrug Hotel absetzt. Dort werden wir sehr herzlich empfangen. Wir beziehen ein schönes Zimmer und freuen uns schon auf die Nacht, denn auf dem Kopfkissen liegen Fruchtgummi-Schlafschäfchen – da kann ja gar nix mehr schief gehen. Aber zuvor fahren wir wieder mit dem Bus, diesmal Richtung Stadt. Wir erstehen ein Gruppen-Tagesticket für alle Öffis um 11,20 Euro. Wolfgang und ich spielen Gruppe, denn das ist billiger, als wenn wir zwei Einzeltickets gekauft hätten. Wir müssen noch zweimal in die U-Bahn umsteigen, bis wir den berühmten, über 800 Jahre alten Hafen erreichen. Hamburg besitzt den größten Seehafen Deutschlands mit sechzig Hafenbecken und mehr als 300 Schiffsliegeplätze. An der Haltestelle „Landungsbrücken“ wird uns heute von einem Ziehharmonikaspieler typisches Hamburger Flair vermittelt. Die Möwen fliegen kreischend über unsere Köpfe hinweg und leider tröpfelt schon leichter Nieselregen herab. Also zippen wir unsere Jacken bis zum Hals zu, stülpen die Kapuzen über den Kopf und los geht´s. Wir schlendern an der Promenade entlang und schmökern ein wenig in den kleinen Lädchen. Im Hafenbecken schippern Rundfahrtsboote und die Louisiana Star, ein altes Schaufelradschiff dampft an uns vorbei. Etwas weiter ankert die Rickmer Rickmers, benannt nach dem Enkel des Reeders. 1896 lief sie zum ersten Mal vom Stapel und wurde als Handelsschiff zwischen Europa und Asien eingesetzt. Nach einer turbulenten Zeit, Verkauf und Kapern im 1. Weltkrieg wurde das Schiff 1962 ausgemustert. Zwanzig Jahre später wurde es von einem Hamburger Verein erworben und restauriert. Heute dient die Rickmer Rickmers als Schulungs- und Museumsschiff an den Landungsbrücken. Wir verbringen viel Zeit an Deck und in den Kabinen, um die vielen Infotafeln und Ausstellungsstücke zu studieren. Der Dreimaster ist weltweit eines der letzten, intakten Großsegler und einer von 58, die auf der Rickmers-Werft gebaut wurde. Jedes dritte Schiff ging aber verloren, muss schon frustrierend gewesen sein. Wir lernen auch, dass der Zimmermann an Bord ein angesehener Mann war, da er zwei Berufe (Seemann und Zimmermann) erlernen musste. Natürlich gehörten auch der Kapitän und seine Offizieren zu den Ranghöchsten, das wird einem bei der Besichtigung der Kajüten schon bewusst. Große, elegante Schlaf- und Wohnräume getrennt von den Matrosen zeugen von Prestige. Als letztes klettern wir noch die schmalen Treppen bis in den Maschinenraum hinunter, wo noch Schiffsmodelle und Unmengen von Reportagen und Fotos ausgestellt sind. Hungergefühl macht sich breit und das bekämpfen wir mit Fisch und Kartoffeln, wie es sich hier gehört. Lecker, aber einen Schnaps hätten wir danach doch benötigt. Eingepackt wie Eskimos schlendern wir im Hafen auf und ab und genießen die Atmosphäre und die Stimmung. Trotz des heftigen Windes strömen Massen von Touristen den Steg entlang, genießen Kulinarisches in den Beisln oder erliegen den Souvenirs. Von Leuchttürmen, Muscheln, Karten, T-Shirts, Kaffeetassen bis zum heftigsten Krempel gibt es hier alles zu kaufen. Wir verlassen den Kai und suchen die Tourist Info auf, um uns dort Tickets für die Tour mit dem Nachtwächter zu kaufen. Aber dazu später. Nicht weit davon betreten wir eines der wichtigsten Baudenkmäler Hamburgs, nämlich den alten Elbtunnel. Alt deshalb, weil ein neuer Elbtunnel gebaut und in die Autobahn integriert wurde. Der alte Elbtunnel wird aber nach wie vor rege genutzt und erfreut sich auch bei Touristen starker Beliebtheit. Er wurde 1907 – 1911 erbaut, um den Fährbetrieb zu entlasten und die Elbe auch im Winter passieren zu können. Zwanzig Millionen Personen nutzten im Jahr den Tunnel zur Unterquerung der Elbe und noch heute werden über 700.000 Fußgänger pro Jahr gezählt. Wir erreichen den Tunnel über ein historisches Gebäude mit grünspanüberzogener Kuppel. Das Bauwerk ist zwar aufgrund von Renovierungsarbeiten Großteils eingepackt, aber die tollen Kacheln im Inneren sind schon ein Wahnsinn. In Aufzugkörben werden die Autos, Moped- und Radfahrer in die beiden 23 Meter unter der Elbe liegenden Tunnelröhren gebracht. Den Fußgängern stehen ein Treppenhaus und ein kleinerer Lift zur Verfügung. Die beiden Tunnelröhren sind 426,5 Meter lang, haben einen Durchmesser von sechs Metern und sind mit einer Fahrbahn und beidseitigen Fußgängerwegen ausgestattet. Die Wände sind gefliest mit sogenannten Majolikareliefs, eine Art 3-D-Fliese, mit Wassermotiven. Den tollsten Arbeitsplatz haben die Herren, die vor den Aufzügen stehen und den Autofahrern die Körbe zuweisen. Den ganzen Tag kein Tageslicht und ständige Abgase und nur eine Handbewegung. Das wäre was für die Sendung „Was bin ich“! Der Tunnel verbindet St. Pauli und die Werftinsel Steinwerder. Von dort haben wir eine tolle Aussicht auf die Landungsbrücken, den Michel und das Häusermeer. Leider wird der Regen immer heftiger, daher genießen wir den Blick auf die andere Seite nur kurz und bringen uns wieder ins Trockene. Wir „unterqueren“ die Elbe noch einmal, lesen die Gedenktafeln vor dem Eingang und machen uns auf den Weg Richtung St. Pauli. Übrigens, 2003 wurde der alte Elbtunnel unter Denkmalschutz gestellt und das ist auch gut so, denn er ist echt eine Attraktion, die man sich nicht entgehen lassen soll. Wir schnaufen erst die vielen Stufen, dann das steile Kopfsteinpflaster hoch in den Bezirk Hamburg-Mitte, besser bekannt als St. Pauli. Dieses Viertel ist berüchtigt aufgrund seines Vergnügungs- und Rotlichtmilieus und wird auch als Kiez bezeichnet. Es umfasst ein behördlich festgelegtes Teilgebiet, die Reeperbahn, die Herbertstraße und die Große Freiheit, wo es für die Gastronomie keine Sperrstunde gilt. Der Spaziergang durch die kleinbürgerlichen Wohnstraßen erweist sich als Hürdenlauf, denn wenn wir nicht Hundekot ausweichen müssen, dann sind es die eingerauchten, zugedröhnten Gestalten, die auf den Gehsteigen herumhängen. Ist schon eine komische Gegend hier, denn die Mischung von Wohnhäusern inmitten der vielen Night Clubs, Eros Centers und Tattoo-Studios ist schon ein Unikat. Oft ist es für uns schwer zu erkennen, was davon seriös ist und was nicht. Dazwischen finden wir auch die renommierten Theater von Hamburg, die tolle Inszenierungen, wie z. B. Sister Act auf ihrem Programm haben. Um dieser Stimmung ein wenig teilhaben zu können, setzen wir uns in einen Gastgarten mitten im Getümmel. Der Apfelstrudel mit Eis und Vanillesauce schmeckt ganz gut, aber besser ist das „Programm“ ringsum, das wir hier geboten bekommen. Das muss man einfach gesehen und erlebt haben. Es hat zu regnen aufgehört, die Sonne geht langsam unter und es ist schweinekalt – zumindest beim Sitzen im Freien. Außerdem wird es Zeit zu den Landungsbrücken zurück zu kehren, denn dort treffen wir uns mit einem Unikat Hamburgs, dem Nachtwächter Erwin. Enzo Maniscalco, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, zeigt uns mit viel Witz und Seemannscharme alle Ecken und Beisln von St. Pauli, ausgeschmückt mit anekdotenreichen Geschichten über das größte Amüsier- und Rotlichtviertel Europas. Durch das Viertel läuft die 1 km lange Reeperbahn, die ein Muss für jeden Hamburg-Besuch ist. Der Name „Reep“ kommt aus dem Dänischen und bedeutet Seil, denn hier wurden früher Schiffstaue produziert und dazu brauchte man eine lange, gerade Bahn. Entlang der Reeperbahn haben sich diverse Shops, viele urige Kneipen, Bars und Clubs angesiedelt. Der Song von Hans Albers „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins, ob du'n Mädel hast oder hast kein's, amüsierst du dich, denn das findet sich, auf der Reeperbahn nachts um halb eins …“ ließ schon damals die Vielzahl der Vergnügungen erahnen. In der Nähe der Reeperbahn bringt uns Erwin zur Herbertstraße, die mit einem Brettverschlag versperrt ist. Außerdem weist ein rotes Schild darauf hin, dass der Zutritt für Jugendliche unter 18 Jahren und Frauen verboten ist. Der Grund dafür ist, dass sich hier Prostituierte in je 40 Schaufenstern pro Straßenseite präsentieren und auf Freier warten. Hier hat auch Domenica gearbeitet, die aufgrund von Medienauftritten berühmteste Prostituierte Deutschlands. Erwin erzählt uns, dass eine Dame, die hier arbeitet, zwischen 12.000 – 15.000 Euro im Monat verdient und in 5 – 6 Jahren ausgesorgt hat. Na, wär vielleicht doch zu überlegen, oder? Wir kommen zur Davidwache, die durch Film und Fernsehen zum bekanntesten Polizeirevier der Hamburgs geworden ist. Das Gebäude im typisch roten Backsteinbau wurde 1914 fertig gestellt und steht heute unter Denkmalschutz. Es ist das kleinste Revier Europas und dennoch werden sich die Beamten nicht langweilen. Aufgrund der Lage direkt am „Kiez“ sind sie hier mitten im Geschehen von Schlägereien, Saufgelagen, Bandenkriege zwischen Zuhältern und sonstigen kriminellen Vorkommnissen. Danach bringt uns Erwin in eine Seitengasse und wir bleiben vor einem Lokal mit einer Schwingtür stehen, dekoriert mit gespreizten Frauenbeinen mit roten Lackschuhen. Na Servus, bringt der uns doch glatt in ein Puff, das ist unser erster Gedanke. Zudem erzählt er uns, dass er als Jugendlicher selber lange gezögert hat durch diese Beine zu gehen. Und irgendwann hat er es dann doch getan und war a bissi enttäuscht, weil sich dahinter „nur“ das legendäre Lokal „Zur Ritze“ befindet. Die Boxer- und Promikneippe ist tapeziert mit hunderten von Fotos mit Autogrammen bekannter Persönlichkeiten aus allen Genres. Auch diverse Utensilien aus dem Boxsport wurden dazwischen gepinnt. Während wir ein Bier kippen, greift Erwin zur Gitarre und gibt einige typische Schnulzen zum Besten. Danach dürfen wir mit ihm noch in den Keller gehen, wo sich im Boxring gerade zwei schöne Sixpacks kloppen. Auch dieser Raum ist voll mit Poster von Sven Ottke, Wladimir Klitschko, Max Schmeling, Axel Schulz und vielen anderen Promis. Wir bewundern eine Weile die Kämpfer und dann setzen wir unsere Tour durch St. Pauli fort. Die wohl bekannteste Seitengasse der Reeperbahn ist die sogenannte „Großen Freiheit“, wo einst Religions- und Gewerbefreiheit galt. In den vierziger Jahren öffneten Nachtclubs ihre Pforten und heute reiht sich ein Show- und Erotiklokal an das andere. Hier kommen also die Nachtschwärmer auf ihre Rechnung. Hier hat unter anderen auch die Karriere der Beatles begonnen. Heute schmückt eine Erinnerungstafel mit den Namen vieler Musiker eine Hausfassade. Wir studieren die Werbetafel des „Safari“, wo die guten alten Zeiten der Bühnenshows noch lebendig sind und typische Kabarettunterhaltung mit Erotik gemischt wird. Plötzlich geht ein Raunen durch unsere Gruppe, weil eine andere Tour an uns vorbei zieht, mit Lilo Wanders als Guide. Auf der anderen Straßenseite wirbt das „Dollhaus“ für den morgigen Schlagerwettbewerb. Die Männer scharren schon mit den Hufen, denn hier werden außerdem High Class Tabledance, Striptease, GoGo Dance und Erotic Shows geboten. Zu blöd, dass Erwin aber zum Weitergehen drängt. Last but not least erreichen wir an der Einmündung zur Großen Freiheit den Beatles Platz. Um 500.000 Euro wurde hier eine runde Fläche mit schwarzem Boden angelegt, nach dem Vorbild einer alten Schallplatte. Die Silhouette-Skulpturen der ursprünglich fünf Pilzköpfe (Stuart Sutcliffe ist früh aus der Band ausgeschieden) sollen an die Bedeutung Hamburgs in der Geschichte der Beatles erinnern. Nachts werden die silbernen Kerle mit Spots angestrahlt – da sieht echt elegant aus. Egal, wo wir auch hinkommen, überall kennen sie Erwin und jubeln ihm wie einem Popstar zu, begrüßen sich mit „mor´jen“ und das obwohl es schon dunkel wird. Nach eineinhalb Stunden verabschiedet er sich wieder von uns und wir können ihn nur wärmstens weiterempfehlen. Er erzählt interessant und unterhaltsam Geschichten und Ereignisse Hamburgs im besonderen St. Paulis und beantwortet alle Fragen wissensreich und mit allen pikanten Details. Nach einem Absacker in der Bar St. Pauli am Spielbudenplatz stapfen wir müde und ausgefroren zu U-Bahn. - [Hamburg](https://www.bauer-seyr.at/hamburg) - Stressige Wochen finden eine kurze Unterbrechung aufgrund eines Kurztrips nach Hamburg. Am Donnerstag nach Dienstschluss fahren wir mit dem Auto nach Wien zum Flughafen. Dort checken wir das Gepäck ein und nehmen uns für die Nacht ein Hotelzimmer in Fischamend. An Schlaf ist nicht zu denken, denn Fluglärm am Himmel und die Klospülungen der Zimmernachbarn stören in der Nacht. - [Heimreise (12.05.2016 )](https://www.bauer-seyr.at/barcelona/heimreise-barcelona) - Wir stellen unseren Wecker auf dreiviertel sieben und ein strahlend schöner Tag erwartet uns bereits. Das ist richtig gemein, denn so ein Wetter hätten wir uns für den gesamten Aufenthalt gewünscht. Den Koffer haben wir gestern schon gepackt und so können wir schnell das Hotel verlassen. Eine dreiviertel Stunde braucht unser Taxi bis zum Flughafen - [Sagrada Família, Hospital de la Santa Creu i Sant Pau, Casa Comalat, Palau del Baró de Quadras, Casa Milà (10.05.2016)](https://www.bauer-seyr.at/barcelona/sagrada-familia-hospital-de-la-santa-creu-i-sant-pau-casa-comalat-palau-del-baro-de-quadras-casa-mila) - Dieser Tag steht unter dem Motto "Antonio Gaudi" - wir besichtigen die Sagrada Familia und das Casa Mila. Aber auch die Casa Comalat und das ehemalige Spital Santa Creu i Sant Pau stehen für den katalonischen Modernismus. - [Plaça de Catalunya, Rambles, Església de Betlem, Palau de la Virreina, Mercat de la Boqueria, Teatre del Liceu, Sant Pau del Camp, El Raval, Antic Hospital de la Santa Creu (09.05.2016)](https://www.bauer-seyr.at/barcelona/placa-de-catalunya-rambles-esglesia-de-betlem-palau-de-la-virreina-mercat-de-la-boqueria-teatre-del-liceu-sant-pau-del-camp-el-raval-antic-hospital-de-la-santa-creu) - Heute am Programm: Im Markt an einem Stand frische Tapas verspeisen, die Klosterkirche Sant Pau del Camp besichtigen, die Riesenkatze El Gato del Raval Fernando Botero streichen und in der Parkanlage Jardins de Rubió i Lluch abhängen. - [Amsterdam](https://www.bauer-seyr.at/amsterdam) - Zu Ostern 1998 waren Mum und ich mit einer Busreise in Norddeutschland und Holland unterwegs. Es war das Muttertagsgeschenk aller Kinder an die beste Mama der Welt. Da sie aber nicht alleine reisen und ich mir immer schon gerne die Welt ein wenig anschauen wollte, habe ich spontan gesagt, ich mache die Reise mit. Und das war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Diese Fahrt hat einen so bleibenden Eindruck hinterlassen, dass ich lange schon den Wunsch hatte, vor allem Amsterdam wieder einmal zu besuchen.span Gratisflugmeilen sollten genutzt werden - und vor allem musste ich in der Firma alten Resturlaub verbrauchen. Außerdem fragten wir uns immer wieder, was tun mit dem vielen Geld, das wir so eine liebe lange Woche verdienen. Nein, Scherz beiseite - wenn man plant, nach Holland zu fahren, sollte man so und so auf die dicke Geldtasche nicht vergessen! Wir waren also voller Erwartung und hätten damals wirklich nicht gedacht, dass dieser Trip nach Amsterdam und Umgebung einen derartigen Eindruck in uns hinterlassen würde. Heißt das, dass uns dieses Land nicht das letzte Mal gesehen hat? - [14.07.07 - Amsterdam](https://www.bauer-seyr.at/amsterdam/140707-amsterdam) - Um 03:45 Uhr hieven wir uns noch halb schlafend aus den Betten. Wie im Delirium erledigen wir die letzen Tätigkeiten, bis wir unsere Koffer ins Auto frachten und nach Linz fahren. Wolfgangs Eltern bringen uns zum Flughafen und wir kämpfen mit uns, dass wir dort nicht wieder einschlafen. Der Himmel ist rosa gefärbt und inmitten strahlt der Sichelmond, richtig romantisch. Die Flugzeit, 37 Minuten nach Wien und eineinhalb Stunden bis Amsterdam, vergeht sehr rasch. Schiphol, Amsterdams Flughafen ist sehr groß und wir haben das Gefühl, dass wir die Ankunftshalle nie erreichen. Unser Gepäck ist eines der ersten, das auf dem Förderband daherkommt und wir machen uns auch gleich auf den Weg in Richtung Bahnhof. Nach einigen Schwierigkeiten schaffen wir es dann auch, ein Zugticket aus dem Automaten zu bekommen. Wir müssen nicht lange warten, bis der Zug kommt. Voller Erwartung, was uns diese Woche bringen wird, sammeln wir neugierig während der Fahrt die ersten Eindrücke. Hektisches Treiben herrscht in der Centraal Station in Amsterdam und wir sind von dem schönen Renaissance-Gebäude sehr beeindruckt. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-137 title=Amsterdam Zentralbahnhof src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste3notesimage3.jpg alt=Amsterdam Zentralbahnhof width=500 height=119 p Der Bahnhof wurde 1889 errichtet und besteht aus einem mittleren Abschnitt, der rechts und links von rechteckigen Türmen und Seitenflügeln flankiert wird. Der von dem berühmten Architekten P.J.H. Cuypers entworfene Bahnhof ist wegen des sumpfigen Untergrundes auf 8.687 Pfählen erbaut. Die Originalkonstruktion wurde mehr als einmal erneuert, da die Transportmengen immer weiter anstiegen. Und auch jetzt wird wieder gebaut, denn der halbe Bahnhof ist eingehüllt und wird von vielen, immens hohen Kränen eingesäumt. Direkt neben der Centraal Station befindet sich eine Parkgarage für Fahrräder. Dort finden mehr als 2.500 Drahtesel Platz. Uns würde beim Anblick nur eines Bruchteils der Räder interessieren, wie groß die Chancen stehen, sein eigenes auf Anhieb wieder zu finden. Wir umrunden den Vorplatz des Bahnhofes mehrmals, bis wir endlich die richtige Bushaltestelle finden. Es dauert nicht lange, da kommt auch schon der Bus, der uns zum Hotel bringt. Es ist kurz vor Mittag und unser Zimmer ist noch nicht bezugsbereit. Daher deponieren wir unser Gepäck und fahren mit dem Bus wieder in die Stadt zurück. Es steht uns ja noch der halbe Tag zur Verfügung, um erste Erkundungstouren durch die Altstadt zu machen. img class=alignleft size-full wp-image-138 title=Sint Niclaaskerk src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste3notesimage5.jpg alt=Sint Niclaaskerk width=300 height=200 Wir beginnen wieder am Bahnhof, denn gleich gegenüber befindet sich die Sint Niclaaskerk. Nachdem die Katholiken durch die Reformation ihren Glauben lange nicht frei ausüben konnten, durften sie in der zweiten Hälfte des 19. Jhdt. endlich wieder große Kirchen bauen. Sie wurde 1887 geweiht, ist groß und auffällig gebaut und dominiert damit die Gegend gegenüber dem Hauptbahnhof. Entworfen wurde sie vom Architekten A.C. Bleijs (1842- 1912) als Kreuzbasilika und Kombination von Neostilen (Neorenaissance und Neobarock). Im Inneren der Kirche gibt es ein Standbild von St. Nicolaas, dem Schutzpatron der Kirche und der Stadt Amsterdam. Es handelt sich um die erste katholische Kirche Amsterdams. So beeindruckend wie die Kirche von außen, so soll sie auch innen aussehen. Leider können wir uns davon nicht überzeugen, denn die Tore sind verschlossen. Macht nichts, wir sind noch länger in der Stadt und wir kommen bestimmt wieder einmal in die Umgebung des Bahnhofes. img class=alignleft size-full wp-image-139 title=Amsterdam Rotlichtbezirk src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste3notesimage6.jpg alt=Rotlichtbezirk width=300 height=200 Also schlendern wir weiter entlang der Grachten und schwups sind wir auch schon im Rotlichtbezirk gelandet. Dieses berühmt-berüchtigte Viertel mit seinen Etablissements von zweifelhaftem Ruf und unzähligen Destillerien bedeutete schon im 14. Jhdt. den Ruin so mancher Matrosen. Die Destillerien gibt es nicht mehr, dafür stellen sich heute Prostituierte in Fenstern unter roten Neonlampen zur Schau und Schlepper versuchen Passanten in ihre Sexkinos zu locken. Die Atmosphäre ist ziemlich entspannt und wesentlich weniger bedrohlich als in Rotlichtbezirken anderer Städte. Schaulustige vermischen sich mit Zuhältern, Drogenhändlern und Freaks. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte Prostituierte nicht fotografieren. Es ist irgendwie ein komisches Gefühl, denn die Selbstverständlichkeit mit der die Damen in den Auslagen sitzen und mit ihren Brüsten wackeln oder ihr Höschen beiseite ziehen, verblüfft uns schon sehr. Sobald man an einem Fenster stehen bleibt, wird schon die Türe geöffnet und der Eintritt angeboten. Wir können auch beobachten, wie sich ein Mann überreden lässt und hinter ihm der Vorhang zugezogen wird. Die zwei dürften sich aber über den Preis nicht geeinigt haben, denn schon nach wenigen Minuten kommt er wieder heraus (oder ist das etwa so schnell gegangen?). Der Großteil der Prostituierten sind aber zu unserem Unverständnis mollige Frauen, die uns nicht wirklich reizen könnten. Schon in den ersten Stunden unseres Amsterdam-Trips sind wir voll begeistert, denn das nächste Highlight, das uns der Reiseführer verspricht, wartet schon auf uns. Wir stoßen am Ende des Rotlichtbezirkes auf das Hasch-& Marihuana - Museum. Die Exponate behandeln Themen wie Grasanbau, Pfeifen aus aller Welt, das Verhältnis von Cannabis und Religion oder die Geschichte der Amsterdamer Coffee Shops. Im Inneren ist Kiffen erlaubt und wer Lust hat, kann in einem Treibhaus im hinteren Abschnitt den Graspflanzen beim Wachsen zugucken. Im Shop werden Samen und Hanfprodukte verkauft. Durch die liberale Politik der Niederlande wurde Amsterdam zum Zentrum des Drogentourismus in Europa. Bemerkenswert sind die vielen ausländischen Drogenkonsumenten. Von den ca. 750 Coffee Shops in den gesamten Niederlanden sind etwa 300 bis 400 in der Hauptstadt angesiedelt. Wir schlendern durch die Grachten und saugen die vielen Eindrücke in uns auf. Es ist warm und eine leichte Brise streicht uns ins Gesicht. Rund um uns kreuzen Radfahrer in den lustigsten Variationen ihre Wege. Als Fußgänger hat man oft seine liebe Not, rechtzeitig zur Seite zu springen, sodass man nicht niedergefahren wird. Die Behauptung, die Amsterdamer wären begeisterte Radfahrer, ist eine glatte Untertreibung. Insgesamt 400 km Fahrradwege führen durch die Stadt und dass der Radfahrer das Vorrecht auf den Strassen besitzt, wird einem schon nach kurzer Zeit bewusst.img class=alignleft size-full wp-image-140 title=Amsterdam Radfahrer src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste3notesimage7.jpg alt=Radfahrer width=300 height=200 Trotzdem gefällt uns die Stadt sehr gut, auch wenn es stellenweise ein wenig und manchmal auch ein bisschen viel dreckig ist. Und wo es Dreck gibt, da gibt es auch Sandler, die ihre Mülltüten aufgetürmt rund um sich gelagert haben. Nach stundenlangem Spazierengehen durch die Stadt brennen uns die Füße und die Wirbelsäule schmerzt. Deshalb kommt uns das Café gerade richtig. Wir kaufen uns ein Eis und setzen uns an den Rand der Gracht. Jedes Mal, wenn wir an der fruchtigen Masse lutschen, genießen wir es, als wäre es pures Gold, denn ein Kugerl kostet 1,10 Euro! Da wissen wir, dass es wahrscheinlich das erste und auch das letzte Eis sein wird, denn da kommt doch glatt die Gier durch. Wir sind uns einig, dass wir für den ersten Tag schon sehr viel herumgelatscht sind. Deshalb fahren wir am späten Nachmittag wieder ins Hotel zurück. Zuerst bekommen unsere Füße eine Belohnung, indem wir uns in der Badewanne ein Wechselbad gönnen. Noch bevor die Koffer ausgepackt sind, schmeißen wir uns auf das Bett und genießen ein Nickerchen. Das Abendessen leisten wir im Gastgarten des Hotels. Es ist nett zum Sitzen, das Essen schmeckt ganz gut bis auf die braune Erdnussbuttersauce über den Pommes. Wir schmieden Pläne für den nächsten Tag. Dann verabschieden wir uns gegen halb zehn Uhr und gehen endgültig schlafen. - [Unser Reiseführer für Amsterdam und ein Tipp](https://www.bauer-seyr.at/amsterdam/unsere-reisefuhrer-und-ein-tip) - table border=0 tbody tr tdiframe src=http:rcm-de.amazon.deecm?t=reisevonsabin-21&o=3&p=8&l=as1&asins=3829715633&fc1=000000&IS2=1<1=_blank&lc1=0000FF&bc1=000000&bg1=FFFFFF&f=ifr style=width:120px;height:240px; scrolling=no marginwidth=0 marginheight=0 frameborder=0iframe td tdstrongReiseführer Amsterdamstrong Andrew Bender Verlag: lonely planet (ISBN: 3-8297-1563-3) Der Verlag lonely planet ist bekannt für seine guten englischsprachigen Reiseführer. Wir hatten das Glück, eine deutschsprachige Version des Amsterdam-Reiseführers zu ergattern und wurden nicht enttäuscht. Der Reiseführer besticht durch interessante Details, vielen Touren durch die Stadt und ausgezeichnetes Kartenmaterial. Aber auch die Ausflugsziele in der Umgebung von Amsterdam werden sehr ausführlich beschrieben. Mit diesem Reiseführer wird einem nicht langweilig.td tr tr tdtd tr tbodytable strongUnser Tipp: a title=Die Amsterdam Card href=http:www.amsterdamtourist.nldehomepraktischI+amsterdam+card.aspx target=_blankDie Amsterdam Cardastrong Viele Städte bieten Mehrtageskarten an, so auch Amsterdam. Die I-amsterdam Card bietet kostenlosten Eintritt in fast alle Museen und kostenlosten Transport mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. In den Restaurants und vielen Attraktionen erhält man Ermäßigungen. Alles in allem zahlt sich die Amsterdam Card aus - [Gedanken danach](https://www.bauer-seyr.at/amsterdam/gedanken-danach-2) - span class=S3Amsterdam ist eine Stadt zum Verlieben und meine Erwartungen wurden weit übertroffen. Dass uns die Füße und die Wirbelsäule schmerzten vom vielen Herumlaufen, das war jeden Morgen schnell wieder vergessen. Die vielen Eindrücke, die wir gesammelt haben, sind mit einem Satz nicht zu beschreiben. Nicht nur, dass Amsterdam mit ihren Häusern, Grachten und Brücken einen eigenen Zauber versprüht, sie legt auch eine Behaglichkeit und Freundlichkeit wie kaum eine andere Stadt an den Tag. Vervollständigt wird das Bild durch ein Phänomen, das genauso schwer zu beschreiben ist: nämlich Geselligkeit. Die Toleranz, die man hier findet, gibt es sonst nirgendwo. Wir waren geistig so relaxet, als wären wir nicht eine, sondern mindestens zwei Wochen dort gewesen.span - [21.04.07 - Heimreise](https://www.bauer-seyr.at/amsterdam/210407-heimreise) - span class=S3Wie schon bei der Abreise zu Hause müssen wir sehr früh aufstehen. Wir wollen in Ruhe nach Hause fahren, aber der Tag beginnt schon sehr turbulent. Beim Auschecken an der Rezeption müssen wir mit der Hotelangestellten diskutieren, weil sie meint, wir hätten Getränke aus der Minibar genommen und diese seien zu bezahlen. Wir versuchen ihr verständlich zu machen, dass wir uns nicht bedient hätten. Sie zieht zwar die Getränke von der Rechnung ab, aber mit einem grimmigen Gesicht.span Etwas Positives erleben wir dafür im Nachtbus. Wir wissen zwar, dass wir mit der Strippenkaart nicht den Nachtbus bezahlen können, weil dieser Bus zu einem anderen Verkehrsunternehmen gehört. Doch wir versuchen es und stellen uns blöd. Nach einer kurzen Nachdenkpause meint dann der Busfahrer you don´t need this ticket at home? und lässt uns dann mitfahren. Ist echt nett von ihm, wir werden ihn in guter Erinnerung behalten. Die Fahrkarte für den Zug von Amsterdam zum Schiphol haben wir uns gestern schon gekauft und damit haben wir dann beim Einsteigen in den Waggon ein Problem. Da der Fahrschein nicht das heutige Datum aufweist, ist er nicht mehr gültig. Wir erklären der Fahrdienstleiterin, dass es bei uns in Österreich möglich ist, die Tickets schon am Vortag zu kaufen und wir es zudem sehr eilig hatten. Nach einer kurzen Rücksprache mit einem Kollegen, akzeptiert sie das dann auch. Der Rückflug verläuft dann reibungsloser. Als wir in Linz in die Gepäckhalle kommen, werden wir ausgerufen. Am Lost- and-Found-Schalter erfahren wir, dass ein Koffer in Wien nicht umgeladen wurde. Macht nix - soll sich die Fluglinie doch unsere Dreckwäsche behalten. - [20.04.07 - Alkmaar](https://www.bauer-seyr.at/amsterdam/200407-alkmaar) - Die Müdigkeit sitzt uns schon in den Gliedern. Die trockene, warme Luft im Zimmer trägt ihren Teil dazu bei, dass wir nachts nicht sehr gut schlafen und uns morgens wie erschlagen fühlen. Trotzdem müssen wir heute früher als sonst aus den Federn und uns auf den Weg machen. img class=alignleft size-full wp-image-505 title=Amsterdam - Schafe src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste9notesimage2.jpg alt=Schafe width=449 height=300 Wir besorgen uns ein Frühstück und setzen uns damit in einen Doppeldeckerzug nach Alkmaar. Ich bin noch nie in so einem Ding gesessen und ehrlich, man fühlt sich wie auf einem Thron. Außerdem sieht man von oben herab alles viel besser. Sitzend, wie vor dem Fernseher, betrachten wir die Vororte von Amsterdam mit ihren typischen Häusern und ihren kleinen Vorgärten. Dann folgen wieder weite, bunte Felder, dazwischen die kleinen Grachten. Auf sattgrünen Wiesen vermischt sich die Tierwelt und es herrscht Friede zwischen den Kühen, Schafen, Ziegen und der Vogelwelt. Uns gefällt dieses flache Land mit den vielen Windmühlen sehr gut und die Stimmung am Himmel trägt ihren Teil dazu bei. Der blaue Himmel ist bedeckt mit Schäfchenwolken. Was wir zu diesem Zeitpunkt nicht wissen ist, dass es draußen nicht so schön ist, wie es aussieht. Als wir nämlich in Alkmaar aus dem Zug aussteigen, weht uns eine kühle Brise entgegen. Also packen wir unsere Windjacken aus und schon kann es losgehen. Etwa zehn Minuten müssen wir marschieren, bis wir die Altstadt erreichen. img class=alignleft size-full wp-image-506 title=Amsterdam - Alkmaar src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste9notesimage3.jpg alt=Alkmaar width=439 height=300 strongAlkmaar strongentstand im 11. Jahrhundert um eine Kirche und 1254 wurde der Siedlung das Stadtrecht verliehen. Das Erbe dieser ruhmreichen Vergangenheit kann noch immer in der gemütlichen Innenstadt bewundert werden. Die Ringgräben und Grachten mit ihren charakteristischen Zugbrücken, die zahlreichen Monumente, die stilvollen Höfe, die alten Fassaden und schmalen Einkaufsstraßen verleihen der Innenstadt eine ganz besondere Atmosphäre. Nicht umsonst ist Alkmaar eine der schönsten Einkaufsstädte der Niederlande! Aber zum Einkaufen sind wir nicht hier! Wir möchten uns das Spektakel des Käsemarktes ansehen. Berühmt ist Alkmaar durch den seit abgehaltenen strongAlkmaarse Kaasmarktstrong. img class=alignleft size-full wp-image-507 title=Amsterdam - Käsemarkt in Alkmaar src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste9notesimage5.jpg alt=Käsemarkt in Alkmaar width=439 height=300 Dieser Markt wird zwischen Ostern und Herbst jeden Freitag gehalten. Das Schauspiel mit den in weiß gekleideten „Käseträgern zieht immer viele Schaulustige an. Im Jahre 1916 beispielsweise wurden ca. 300 Tonnen Käse pro Markttag verkauft. Bis heute hat sich die Tradition der Herstellung des Käses erheblich verändert, doch nicht das Interesse der Menschen. Jährlich besuchen ca. 300.000 Menschen den Käsemarkt. Er ist der einzige in den gesamten Niederlanden, der die alten Traditionen des Verkaufs noch beibehält. Ein Markttag ist in Alkmaar jedes Mal ein neues Großereignis. Morgens wird zuerst einmal der gesamte Marktplatz gründlich aufgeräumt und gesäubert. Anschließend werden bis zu 1.000 goldgelbe Gouda- und Edamerlaibe von so genannten „Setzern in lange Reihen über- und nebeneinander aufgeschichtet. Um Punkt 10.00Uhr ertönt dann die Glocke als Startsignal. Die Käseträger laufen, ausgestattet mit großen Tragebahren aus Holz, kreuz und quer über den Marktplatz. Seit dem Jahre gibt es in Alkmaar eine Käseträgergilde. Diese Gilde besteht aus vier Gruppen zu je sieben Trägern, welche an der unterschiedlichen Farbe der Hüte zu erkennen und unterscheiden sind. Über diesen vier Gruppen steht der Käsevater. In einer langen Prozedur ähnlich der Papstwahl wird dieser gewählt und wie der Papst hat auch der Käsevater sein Amt lebenslang inne; der Ebenholzstock mit Silber beschlagenem Knauf ist Zeichen seiner Würde. Als Oberhaupt der Käsegilde wacht er darüber, dass der berühmte Käsemarkt nach überliefertem Ritual abläuft. img class=alignleft size-full wp-image-508 title=Amsterdam - Käsehändler src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste9notesimage8.jpg alt=Käsehändler width=300 height=449 Die mit weißen Kitteln bekleideten Händler entnehmen dem Käse eine Probe. Dazu schieben sie eine hohle Stange in den Käselaib und ziehen sie wieder heraus. Dann schnüffeln sie kräftig daran und zerreiben den Käse, um Fettgehalt und Feuchtigkeit zu prüfen. Natürlich wird auch gekostet. Dann wird darauf geboten. Feilschen ist ein wichtiger Bestandteil des Kaufes, der immer per Handschlag besiegelt wird. Jetzt kommen die Käseträger zum Zuge, 30 Männer im Ehrenamt. Sie tragen weiße Anzüge mit roten, grünen, blauen oder gelben Strohhüten. Paarweise schaffen sie den verkauften Käse auf ihren hölzernen Tragbahren ins Waaghaus maximal acht Laibe zu je zwölf Kilogramm. Ein hübsches Gewicht, das die Träger im Laufschritt bewältigen. Die Ware wird gewogen, der Taschenmann mit seiner umgeschnallten Geldbörse kassiert das Geld. Der Käsevater hat alles im Blick. Als einziger trägt er einen orangefarbenen Strohhut. Er prüft in der Früh, ob die Gilde vollständig erschienen ist und stimmt die Träger auf ihre Arbeit ein. Wer zu spät kommt, flucht oder rauft, findet sich mit seinem Namen auf dem Schandbrett in der Gildenstube neben dem Waagraum angeprangert. Die fällige Strafe darf der Missetäter mit Bier begleichen. All diese interessanten Informationen werden im Laufe des bunten Treibens in fünf Sprachen erklärt. Um das Spektakel nicht zu stören und das ist bei so vielen Touristen notwendig ist rund um das Geschehen ein Metallzaun aufgestellt. img class=alignright size-full wp-image-509 title=Amsterdam - Käseträger src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste9notesimage9.jpg alt=Käseträger width=449 height=300 Wir haben es geschafft, uns bis in die zweite Reihe vorzukämpfen, aber es ist trotzdem schwer, alles zu erspähen. Schaut man dem Handel auf der linken Seite zu, versäumt man das Aufladen der Laibe auf die Pritschenwagen auf der anderen Seite. Aber wir haben ja Zeit und deshalb stehen wir uns mehr als zwei Stunden die Füße in den Bauch. Mit der Zeit werden die Touristen weniger und es ist leichter zu guten Bildern zu kommen, denn zu Beginn des Marktes herrschte eine schlimme Drängelei. img class=alignright size-full wp-image-510 title=Amsterdam - Käsewagen src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste9notesimage10.jpg alt=Käsewagen width=449 height=300 Zu Mittag setzen wir uns dann in ein angrenzendes Café, um ein wenig zu entspannen. Das Wetter meint es gut mit uns, denn die Sonne wärmt angenehm. Wir kommen mit einem älteren Pärchen aus Mallorca ins Gespräch. Angeregt unterhalten uns über die Menschen aus den verschiedenen Ländern. Da sie vor Jahren ein Lokal auf ihrer Insel hatten, kennen sie die Touristen und ihre Eigenheiten sehr gut. Zum Abschluss tauschen wir noch die Erfahrungen aus Holland aus und dann machen wir noch einen Rundgang im strongKaas-Museumstrong. Viele alte Pressen, Kübel und andere Utensilien sind dort auf mehreren Etagen ausgestellt und alte Fotos zeigen, wie primitiv die Arbeit früher von statten ging. Auf verschiedenen Monitoren wird die Entstehung und Verarbeitung der Milch zu Käse dokumentiert, sowohl in früherer, als auch in heutiger Zeit. Eine kleine Käse-Kostprobe bekommen wir schon beim Eintritt. Nach der Besichtigung schlendern wir weiter durch die Altstadt. Viele, kleine, pittoreske Geschäfte reihen sich in den schmalen Gassen aneinander. Es herrscht eine Stimmung, als wäre vor mehreren hundert Jahren die Zeit einfach stehen geblieben. img class=alignleft size-full wp-image-511 title=Amsterdam - Altstadt von Alkmaar src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste9notesimage11.jpg alt=Altstadt von Alkmaar width=300 height=449 Wir sind total verzaubert und um aus dem Traum nicht so schnell aufwachen zu müssen, nehmen wir im Restaurant De Buren Platz und bestellen uns köstliche Sandwichs. Wir lauschen dem Geläute der Glocken und dem Geschreie der Möwen. Das ist Urlaub und den genießen wir wirklich in vollen Zügen. Auch wenn es noch so gemütlich gewesen wäre, aber wir können nicht den ganzen Tag sitzen bleiben. Und so ziehen wir weiter in die Haupteinkaufsstraße. Das erweist sich als wahres Labyrinth, denn kaum verlassen wir eine Gasse, kommen wir in die nächste, von der wieder in jede Richtung eine weggeht. Es dauert nicht lange und wir haben uns total verfranst, aber verirren ist in dieser kleinen Stadt ja Gott sei Dank nicht so schlimm, denn irgendwo kommt man immer wieder heraus. Wir finden auch uns bekannte Geschäfte wie H&M, Pearle oder Swarovski und mischen uns einfach in das Getümmel. Quer über die Straßen sind Girlanden gespannt, wie zu Weihnachten. Die Hausfronten und Giebel wirken auf uns, als wären wir im Disneyland und wir warten darauf, dass jeden Momen t Micky Maus und Goofy auftauchen. Toll ist außerdem, dass der gesamte Kern Fußgängerzone ist und man „nur auf die Radfahrer aufpassen muss. Gemütlich setzen wir uns zum Abschluss noch in ein Café und genießen das beste Appelgeback met slagroom der Stadt. Der koffie ist ein bisschen bitter, aber sonst schmeckt alles wunderbar. Am späten Nachmittag fahren wir mit dem Zug wieder die 50 Kilometer zurück nach Amsterdam. Dort angekommen freuen wir uns, weil wir nicht lange auf den Bus warten müssen. Da aber die Bushaltestelle von einem Reisebus blockiert ist, beschließt der Fahrer, dass er uns nicht mitnimmt und einfach weiterfährt. Unsere Freude ist schnell verflogen, als der Bus, der eine Viertelstunde später kommen sollte, gleich gar nicht kommt. Eine Stunde später haben wir es dann doch noch geschafft im Hotel anzukommen - müde, aber erfüllt mit vielen Eindrücken. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-478 title=Amsterdam - Altstadt von Alkmaar src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste9notesimage12.jpg alt=Altstadt von Alkmaar width=449 height=300 p - [19.04.07 - Amsterdam](https://www.bauer-seyr.at/amsterdam/190407-amsterdam) - Wir erstehen noch einmal ein Tagesticket, steigen in die Tram und fahren eine Station zu weit. Da wir noch frisch und munter sind, stört uns das nicht, zumal wir wieder durch den Bloemenmarkt gehen können. img class=alignleft size-full wp-image-497 title=Amsterdam - Kirche im Begijnhof src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste8notesimage2.jpg alt=Kirche im Begijnhof width=300 height=449 Wir flanieren durch die Kaalverstraat, eine Einkaufsstraße. Versteckt hinter einer Kreuzung liegt strongBegijnhofstrong, das ehemalige Kloster aus dem 14. Jhdt. Mit seinen winzigen Häusern und den niedlichen Gärten um einen gepflegten Innenhof ist dieser Ort eine Oase der Ruhe. Überall in der Innenstadt wurden so genannte Wohnhöfe errichtet. Es handelt sich hierbei um meist drei- oder vierstöckige Gebäude, die überwiegend von reichen Kaufleuten gestiftet wurden. Gleich am Eingang zum Begijnhof (Nummer 34) steht das Houtenhuis. Dieses Gebäude stammt aus dem Jahr 1470 und ist damit das älteste noch erhaltene Holzhaus von Amsterdam. Komplettiert wird der Begijnhof von etwa 40 weiteren Wohnhöfen, sorgfältig hergerichteten Vorgärten und zwei Kirchen. In den Häusern wohnten ledige oder verwitwete Frauen, die nach religiösen Regeln lebten, aber trotzdem nicht in ein Kloster eintreten wollten. Die Beginen kümmerten sich um ältere Mitmenschen und führten ein frommes Leben. Die letzten echten Beginen starben in den 1970er-Jahren. Inmitten des Hofes steht die Engelse Kerk, in der Presbyterianischer Gottesdienste in englischer Sprache abgehalten werden. Die gotische Kirche wurde um 1392 errichtet und von den Beginen genutzt, bis die Calvinisten sie beschlagnahmten. img class=alignright size-full wp-image-498 title=Amsterdam - Glasfenster src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste8notesimage4.jpg alt=Glasfenster width=300 height=449 Beim Eintreten in das Innere fallen gleich die gotischen Fenster auf, die die Kirche sehr hell erscheinen lassen. Ein großer, aber schlichter Luster hängt von der Decke und türkisgrüne Holzbalken ziehen sich quer durch die Kirche. Der Altarraum wird geziert mit mehreren Fahnen, unter anderen die schottische Königsflagge. Den Altar schmückt ein großer Strauß weißer Lilien und darunter ist zu lesen „Create in me a clean heart o god. Rechts neben dem Altar steht eine dunkle, geschnitzte Kanzel mit einem Lesepult aus Messing. Während wir so durch die Kirche gehen und uns die vielen Bilder, Erinnerungstafeln, ein keltisches Kreuz und die Grabplatten ansehen, begleitet uns eine harmonische Orgelmusik. „In diesen Mauern soll niemand ein Fremder sein und wir fühlen uns auch sehr wohl in dieser Kirche. Gleich gegenüber befindet sich die Begijnhof Kappel, versteckt in zwei Wohnhäusern. Sie diente als Geheimkirche im 17. Jhdt. Wir sind eine zeitlang komplett allein in der Kapelle und genießen die Ruhe. Fotografieren ist hier leider verboten, aber es ist doch schade, wenn man diese schönen Eindrücke nicht festhalten kann. Also einmal kurz nach links und rechts geguckt und schon ist es passiert. Hat doch gar nicht wehgetan und ist doch ein schönes Bild geworden. Dafür schmeiße ich auch einen Euro in die Sammelbox, ein bisschen Buße muss sein! 1971 starb die letzte Beginin. Die Wohnanlage wurde zwischen 1894 und 1987 vollkommen restauriert und heute wohnen dort etwa 100 Personen. Der Begijnhof ist wie ein eigenes, kleines Dorf inmitten der Großstadt. Doch das Leben dort ist für die Bewohner sicher nicht immer leicht, wenn Busscharen von Touristen angekarrt werden und die dort lebenden Menschen wie die Affen in den Käfigen bestaunen. img class=alignleft size-full wp-image-499 title=Amsterdam - Nationaal Monument src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste8notesimage5.jpg alt=Nationaal Monument width=300 height=449 Wir spazieren weiter zum Damplatz, wo sich das strongNationaal Monumentstrong, ein riesiger Obelisk befindet, der 1956 zum Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkrieges errichtet wurde. Die zwei Löwen, die darunter stehen, sind die Symbole der Niederlande. Heute ist es ein Treffpunkt vieler Jugendlicher. Wir verharren dort nicht lange, sondern sprinten wie die Einheimischen über die Gleise und roten Ampeln, um die nächste Tram noch zu erreichen. Kreuz und quer fahren wir durch die Stadt. In Amsterdam ist das Schwarzfahren mit den öffentlichen Bussen und Straßenbahnen nicht möglich, denn ein- und ausgestiegen wird an vorgeschriebenen Türen. Und dort sitzt ein Kontrolleur, der die Tickets verkauft bzw. kontrolliert. Es ist nicht leicht für einen Straßenbahnfahrer in Amsterdam zu fahren. Die halbe Stadt ist eine Baustelle und zudem haben sie mit den vielen Fahrradfahrern zu kämpfen. Auch auf die Fußgänger, die schnell noch vorbei springen, müssen sie Acht geben. Wir sitzen im Inneren der Straßenbahn und können das Treiben draußen auf der Straße mit Ruhe betrachten. Als wir an einer Baustelle von einem Verkehrsregler längere Zeit aufgehalten werden, beginnt der Schaffner mit mir zu schäkern. Wir erreichen unser nächstes Ziel, nämlich den strongAlbert- Cuip- Marktstrong. Er ist der bekannteste und meistbesuchteste Straßenmarkt Amsterdams. Der Markt befindet sich in dem angesagten Szeneviertel der Pijp - und ist ganz in der Nähe der Heinecken- Brauerei. Auf dem Markt findet man über 300 verschiedene Verkaufsstände von frischem Obst, Spielzeug, Brillen, Souvenirs bis hin zu Kleidungsstücken. Auch Fahrräder und Möbel suchen einen Käufer und etwas sehr lustiges finden wir auch, nämlich Brüste und Penisse aus verschiedenen Arten von Schokolade! Pfui! p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-500 title=Amsterdam - Albert-Cuip-Markt src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste8notesimage6.jpg alt=Albert-Cuip-Markt width=449 height=300 img class=aligncenter size-full wp-image-501 title=Amsterdam - Besondere Angebote src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste8notesimage7.jpg alt=Besondere Angebote width=449 height=300 p Da sind uns die Fische und Garnelen, die auf dem Stand gleich nebenan präsentiert sind doch viel lieber. Der Markt hat eine Länge von mindestens einem Kilometer und am Ende angelangt kommt bei uns der Hunger auf. Die süßen Minibananen, die wir zuvor erstanden haben, sind verspeist und dienten lediglich als Appetitanreger. Der Gesang der Straßenmusikanten begleitet uns zurück zum Ausgangspunkt und da fallen wir gleich bei McDonalds ein. Nach dem Essen gönnen wir uns noch das Sonderangebot des Klogehens das kostet hier nämlich nur 25 Cent. Wir hatten in Zaanse Schans schon 50 Cent bezahlt. Da überlegt man, ob man wirklich so dringend muss! img class=alignright size-full wp-image-502 title=Amsterdam - Rijksmuseum src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste8notesimage8.jpg alt=Rijksmuseum width=439 height=300 Wir steigen wieder in die Tram, denn wir sind auf der Suche nach den Vondelpark. Aber irgendwie verfransen wir uns total, steigen in der Nähe des strongRijksmuseum strongstrongstrongaus, weil wir zuerst denken, dass der angrenzende Park der ist, den wir suchen. So suchen wir uns ein romantisches Plätzchen unter Zierkirschbäumen und beobachten die Menschen rund um uns. Die einen plaudern miteinander, andere schlafen oder lesen und eine andere Gruppe spielt Fußball. Auch für einen Familienausflug wieder der Park vor dem Museum genützt. Erwachsene picknicken und die Kinder tollen herum eine Idylle, wie im Bilderbuch. Weiße und rosarote Blütenblätter regnen auf uns herab und wir genießen die angenehme Wärme. Wir lesen im Reiseführer nach und da steht, dass der strongVondelpark strongganz in der Nähe sein müsste. Also spazieren wir zuerst zum Rijksmuseum und betrachten es von außen. img class=alignleft size-full wp-image-503 title=Amsterdam - Vondelpark src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste8notesimage15.jpg alt=Vondelpark width=449 height=300 Es ist das führende Kunstmuseum der niederländischen Hauptstadt und besitzt zahlreiche Gemälde großer Meister wie beispielsweise Rembrandts Die Nachtwache. Konzipiert wurde das Rijksmuseum als Magazin für mehrere nationale Sammlungen, darunter auch die des Königshauses, die früher am Palast auf dem Dam untergebracht war. Aus architektonischer Sicht bildet das Museum das Tor zum Museumsviertel. Das Gebäude wurde 1885 nach Plänen von Pierre Cuypers fertig gestellt. Der Stil ist eine Mischung aus neugotischer und holländischer Renaissance. Wir irren noch eine Zeitlang umher und dann endlich finden wir ihn, den Vondelpark. Er ist der schönste und größte Park der Stadt mit 49 Hektar und zählt 20 Eingänge. Namensgeber ist der Dichter und Dramatiker Joost van den Vondel (1887 1679), der auch als „Shakespeare der Niederlande bezeichnet wird. Angelegt wurde der Park in den 1860er- und 1870er- Jahren auf dem Marschland jenseits des Grachtengürtels. Er diente als Naherholungsgebiet für die Bourgeoise. Heute tummeln sich hier Skater, Jogger, Liebespaare, Picknicker und viele Kleinkünstler. Inmitten des Parks spielen im Sommer holländische Bands zum Nulltarif. Jährlich statten über 10 Millionen Menschen dem Vondelpark einen Besuch ab. img class=alignleft size-full wp-image-504 title=Amsterdam - Vondelpark src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste8notesimage16.jpg alt=Vondelpark width=449 height=300 Viele grüne Rasenflächen, mehrere Teiche und eine Vielzahl von Spielplätzen, sowie Cafés und Restaurants findet man hier. Gehwege über ca. 1,5 Kilometer Länge und 300m Breite laden zum Spazierengehen ein. Der erste Eingang bleibt uns wegen Asphaltierungsarbeiten gleich verschlossen und deshalb müssen wir noch einige hundert Meter weiterlatschen, bis wir den nächsten ausfindig machen. Neben dem Eingang befindet sich ein Café. Dort lassen wir uns auch gleich nieder. Am Tisch neben uns schlägern sich Tauben um die Reste einer Kaffeejause. Die eine sitzt im Suppenteller, eine andere verschüttet den letzten Rest des Rotweines. Sie randalieren so lange, bis Aschenbecher und Teller vom Tisch fallen. Selbst davon lassen sie sich nicht abschrecken und setzen ihr Picknick am Boden fort. Auf der anderen Seite sitzen zwei junge, feine Damen mit Minihund und schlürfen Sekt. Und direkt vor uns wird ein älterer Herr von zwei Fernsehleuten interviewt. Zudem kommen andauernd Radfahrer in den verschiedensten Variationen vorbei. Frauen in Businesskleidung und hochhakigen Schuhen, hinten das Kind und vorne die Einkäufe aufgeladen, treten fleißig in die Pedale. Also, da wird uns volles Programm geboten. Wir sind nur froh, dass wir dafür keinen Eintritt bezahlen müssen. Nach einer langen Ruhepause nehmen wir die Besichtigung des Parks in Angriff. Auf einer Rasenfläche verteilt haben fast zwanzig Frauen in Straßenkleidung Aufstellung genommen, vor ihnen steht eine Art von Guru und sie machen eine Mischung von Aerobic und Meditation. Wir haben in Amsterdam schon so viele verrückte Dinge gesehen, dass uns das nicht mehr wundert. Kopfschüttelnd gehen wir weiter und erleben schon die nächste Kuriosität. Da stehen eine Menge Kinderwägen auf einem Haufen und werden von einer Mami bewacht. Die anderen sind gerade beim Joggen. Wenn eine davon wieder zum Treffplatz kommt, dann kann die andere ihre Runden drehen. Gut organisiert, kann man da nur sagen. Einige Meter weiter kommen wir zu einem Teich und dort können wir einen Hund beim Üben für die Schwimmmeisterschaft beobachten. Die beiden Herrchen bemühen sich fast aussichtslos, den Hund aus dem Wasser zu locken. Kaum ist er nahe am Ufer, dreht er sich wieder kläffend um und los geht es von vorne. Enten schwimmen vorbei und lassen sich von dem Spektakel nicht ablenken. Wir haben wieder eine gemütliche Bank gefunden und genießen die Sonne. Im Hintergrund spielen Jugendliche auf ihren Instrumenten. Wir fühlen uns wie im Paradies. Gegen 18:00 Uhr fahren wir nach einem langen Fußmarsch wieder mit der Straßenbahn ins Zentrum zurück. Wir essen wie schon ein paar Tage zuvor wieder im Park Plaza und beobachten dabei das Fußvolk, das in Massen vorbeiströmt. Der Dam ist wie eine Bühne - es gibt die verrücktesten Menschen zu sehen. Ein interessanter Tag geht zu Ende und leider naht auch langsam das Ende des Urlaubes. - [18.04.07 - Amsterdam](https://www.bauer-seyr.at/amsterdam/180407-amsterdam) - img class=alignleft size-full wp-image-486 title=Amsterdam - Koninklijk Paleis src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste7notesimage2.jpg alt=Koninklijk Paleis width=300 height=200 Die letzte Nacht haben wir schlecht geschlafen und Kopfschmerzen vertrüben ein wenig den Morgen. The same procedure as every day: Frühstück, bestehend aus Croissants und Kaffee am Bahnhof - das hat sich schon gut bewährt. Wir kaufen ein Tagesticket und los geht es in ein anderes Viertel der Stadt. Erster Stopp: das strongKoninklijk Paleisstrong am Dam. Die Geschichte des imposanten Bauwerks begann als prachtvolles stadhuis (Rathaus) im republikanischen Amsterdam. Genutzt wird es seit 1655, fertig gestellt wurde es erst zehn Jahre später. Der Bau ersetzte an gleicher Stelle das alte Rathaus, das niedergebrannt war. Es wurden keine Kosten gescheut, den Reichtum Amsterdams darzustellen und sich mit den prachtvollen europäischen Gebäuden der Epoche zu messen. Eineinhalb Jahrhunderte nach seinem Bau wurde das Gebäude als Palast proklamiert, als Napoleon seinen Bruder Louis als König der Niederlande einsetzte. 1935 wurde er von der niederländischen Regierung gekauft und für Staatempfänge restauriert. Offiziell ist der Palast der Sitz von Königin Beatrix, die auch eine symbolische Miete zahlt. Obwohl man das Gebäude besichtigen kann, ist der Palast geschlossen, weil irgendwelche Umbauarbeiten vorgenommen werden. Schade, denn im Inneren soll es schöne Sitzungs- und Empfangsräume geben. Auch keine ordentlichen Fotos können wir machen, weil gerade ein „Tingel- Tangel-Markt aufgebaut wird. Die gibt es wirklich überall! Wir haben die Idee in das angrenzende Einkaufscenter zu gehen und dort in einem hohen Stockwerk Fotos zum Paleis zu machen. Leider funktioniert das nicht so. Aber ein gutes hat es doch gehabt, beim Hinausgehen finden wir ein paar günstige Schnäppchen! Unmittelbar neben dem königlichen Palast befindet sich die spätgotische strongNieuwe Kerkstrong. Sie ist die Krönungskirche der niederländischen Königsfamilie und ist die zweitälteste Kirche Amsterdams. Gebaut am Anfang des 15. Jahrhunderts um einen Turm des 12. Jahrhunderts herum, der jetzt der älteste Teil der Kirche ist, stellt die St. Nicolaaskerk, wie sie auch genannt wird, ein Wunder von innen und außen dar. Die Bezeichnung „neu ist lediglich in Bezug auf die Oude Kerk zu verstehen, denn beide konkurrierten früher um den Rang der prunkvollsten Kirche der Stadt. Die Nieuwe Kerk wurde mehrmals durch Feuer zerstört. Geplant war auch der Bau eines extrem hohen Turms, der aber nie fertig gestellt wurde, weil die finanziellen Mittel dafür in den Bau des benachbarten Rathauses flossen. In dieser Kirche befindet sich die berühmte Bovenwerk Orgel und eine mit prächtigen Schnitzereinen verzierte Eichenkanzel. Der Innenraum der Kirche ist eine der meist fotografierten in . Leider können wir uns von dieser Aussage aus dem Reiseführer nicht überzeugen, denn sie ist geschlossen. Heute wird das Gebäude für Ausstellungen und Orgelkonzerte genutzt, aber nicht mehr als Kirche. Amsterdam, die Stadt der verschlossenen Sehenswürdigkeiten! img class=alignleft size-full wp-image-487 title=Amsterdam - Magna Plaza src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste7notesimage6.jpg alt=Magna Plaza width=300 height=200 Auf der anderen Seite des Dam-Platzes steht mit Blick auf den Königlichen Palast das strongMagna Plazastrong. Es ist ein imposanter Koloss mit einer orange-weißen Fassade und wurde 1895-99 als Hauptpost erbaut. Es zählte einst zu den beeindruckendsten Postämtern Europas, wurde aber 1992 in ein exklusives Einkaufszentrum verwandelt, in dem sich hauptsächlich Boutiquen angesiedelt haben. Die Innenausstattung im gotisch- maurischen Stil ist beim Umbau gänzlich erhalten geblieben. Die Gesamtfläche von Magna Plaza beträgt 5.500 Quadratmeter, verteilt über vier Stockwerke. Die Ladenräume befinden sich rund um das zentrale Atrium unter der gläsernen Kuppel des 19. Jahrhunderts. Stolz ist das Gebäude auch auf seine Öffnungszeit: Open 7 days a week! Wir sind vom Gebäude selbst sehr beeindruckt, aber was das Shoppen betrifft, spricht es uns überhaupt nicht an. Ein Klamottengeschäft reiht sich an das andere und eines ist exklusiver als das andere. Nach einem Rundgang durch das Innere verlassen wir den Ort des Luxus wieder. Es ist heute wieder nicht sehr warm, aber die Sonne scheint und am Himmel ziehen schöne Schäfchenwolken vorbei. Wir machen einen Spaziergang durch die Bluwalgracht, Kaisergracht und Herrengracht. Heute haben wir uns vorgenommen, ein wenig mehr Augenmerk auf die Hausschilder zu legen. Vor der Einführung von Hausnummern im Jahr 1795 wurden viele Amsterdamer Wohnhäuser noch anhand ihrer Haustafeln identifiziert. Die gemalten oder gemeißelten Steinplatten entstanden Mitte des 17. Jhdts. Sie gaben Auskunft über Herkunft, Konfession oder Beruf des Besitzers. Und wenn man wirklich bewusst durch die Grachten geht, dann fallen einem sehr viele davon auf. Sie sind heute ein schöner Blickfang an den Häusern. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-488 title=Amsterdam - Hausschild 'Der Fischer' src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste7notesimage8.jpg alt=Hausschild 'Der Fischer' width=300 height=200 img class=aligncenter size-full wp-image-489 title=Amsterdam - Hausschild 'Der Lotse' src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste7notesimage9.jpg alt=Hausschild 'Der Lotse' width=300 height=200 p Überall in den Gassen bietet sich uns das gleiche Bild: die Bewohner versuchen mit Minigärten vor dem Haus und Töpfen auf den Treppen ein wenig Natur zu sich zu holen. Etwas sehr Amüsantem sind wir auch begegnet: öffentliche, unter freiem Himmel stehende Pissoirs! img class=alignleft size-full wp-image-490 title=Amsterdam - öffentliches Pissoirs src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste7notesimage10.jpg alt=öffentliches Pissoirs width=200 height=300 Da sieht man dann nur die Beine und hört es plätschern. Ich bin mir da nicht ganz sicher, wenn ich so aufs Klo gehen müsste, ob ich da noch könnte! Zu Mittag sitzen wir gemütlich auf einer Bank unter einer schattenspendenden Ulme und beobachten wieder das Leben rund um uns. Im Minutentakt sausen Radfahrer vorbei, beladen mit Kindern, Kisten, Blumen oder sonst irgendwelchem Kram, das man im täglichen Leben so braucht. Was uns immer wieder auffällt ist, dass keiner der Fahrer oder Mitfahrer einen Helm trägt oder angegurtet ist. Und dabei rasen sie mit einem Zunder durch die Gassen, dass es oft gefährlich werden kann. img class=alignright size-full wp-image-491 title=Amsterdam - angekettete Fahrräder src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste7notesimage11.jpg alt=angekettete Fahrräder width=300 height=200 Egal wo man hinkommt, überall sind Fahrräder angekettet und das auch oft in mehreren Schichten hintereinander. Mit mächtigen Absperrketten sind sie festgebunden, auch Drahtesel, die bei uns schon längst auf dem Sperrmüll gelandet wären. In Amsterdam gibt es mehr als eine Million Fahrräder - mehr als die Stadt überhaupt Einwohner hat. Mittlerweile hat das Fahrrad im Zentrum der Stadt den anderen Verkehrsmitteln in Punkto Wichtigkeit den Rang abgelaufen. Am Nachmittag probieren wir es wieder einmal mit einer Kirche. Vielleicht ist uns das Glück diesmal hold und wir können eine von innen betrachten. In der Nähe des nördlichen Endes der Prinsengracht befindet sich die imposante strongNoorderkerkstrong. img class=alignleft size-full wp-image-492 title=Amsterdam - Noorderkerk src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste7notesimage12.jpg alt=Noorderkerk width=300 height=200 Sie wurde 1623 fertig gestellt und war für die Normalbürger gedacht. Der Grundriss ist ein breites griechisches Kreuz mit vier gleich langen Armen um eine zentrale Kanzel. Diese Gestaltung war für jene Zeit ungewöhnlich, sollte sich aber später für alle protestantischen Kirchen des Landes durchsetzen. Zu unserer Freude ist sie offen - und zwar bis 15:00 Uhr - und wird vom Pfarrer und seiner Frau bewacht. Sie gefällt uns sehr gut, denn im Inneren ist es sehr schlicht und hell. Irgendwie vermittelt sie nicht das Flair einer Kirche, wie wir es kennen, denn die bunten Glasfenster fehlen hier. Von der weißen Holzdecke hängen riesige Metallluster und im hinteren Raum ist eine große Orgel platziert. Während wir so dastehen und die Eindrücke in uns aufnehmen, kommt der alte Pfarrer auf uns zu und quatscht uns an. Wir vergleichen die Kirchen unserer Heimatländer und im Laufe des Gespräches zieht er über die Islamisten her. Er sagt, dass es in Holland schon mehr davon gibt, als Potestanten und Katholiken zusammen. Wir unterhalten uns sehr lange mit ihm und es gelingt uns nur sehr schwer, uns aus seinen Fängen zu befreien. Da hat er in uns wieder einmal ein „Opfer gefunden, bei dem er seinen Frust loswird. img class=alignright size-full wp-image-493 title=Amsterdam - Fahrrad src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste7notesimage13.jpg alt=Fahrrad width=300 height=200 Das verspätete Mittagessen nehmen wir in einem Straßencafé ein. Während wir unseren Toast genießen bietet uns der Straßenverkehr wieder eine lustige Kulisse. Autos kämpfen wieder erbarmungslos mit den Fahrradfahrern um die Vorfahrt. Vermehrt sind Hausfrauen unterwegs, ihre Fahrräder mit den Kindern beladen, die sie von der Schule oder vom Kindergarten abgeholt haben. Zur selben Zeit wie die Noorderkerk wurde auch die Westerkerk erbaut, wobei die strongWesterkerk strongdie größere wurde und nicht zuletzt den reichen Bewohnern der Grachtengürtel dienen sollte. Als sie 1631 eingeweiht wurde, war sie die größte protestantische Kirche der Welt. Der Westertoren (Turm) wurde 1638 fertig gestellt. Er befindet sich an der Prinsengrachtseite, wurde zu einem Symbol vom Jordaan und ist mittlerweile viel besungen. Er ist 85 Meter hoch und damit Amsterdams höchster Turm. img class=alignleft size-full wp-image-494 title=Amsterdam - Westerkerk src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste7notesimage14.jpg alt=Westerkerk width=200 height=300 Der Westertoren ist Eigentum der Stadt und diente einst unter anderem als Aussichtsturm für die Feuerwehr. Der obere Abschnitt ist aus mit Blei bekleidetem Holz gemacht. Der weiche Amsterdamer Boden machte es nicht möglich, einen so hohen Turm ganz aus Stein zu bauen. Die Kaiserkrone auf der Spitze wurde 1489 von Maximilian von Österreich geschenkt. Die größte Glocke im Turm ist 7.509 kg schwer und wurde 1636 gegossen. Sie ist die schwerste Glocke von Amsterdam und wird jede volle Stunde geläutet. Das Glockenspiel wurde 1959 restauriert und beinhaltet seitdem 47 Glocken. 1966 fand in der Westerkerk die Hochzeit der heutigen Königin Beatrix und Prinz Claus statt. Bis heute wird die Kirche für Gottesdienste genutzt. Das Innere der Kirche wirkt pompöser, obwohl sie auch sehr hell gestaltet ist. img class=alignright size-full wp-image-495 title=Amsterdam - Orgel in der Westerkerk src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste7notesimage15.jpg alt=Orgel in der Westerkerk width=200 height=300 Im Vordergrund befindet sich eine große, graue Orgel, die bei unserem Kirchenbesuch gerade gespielt wird. Und im hinteren Teil der Kirche gibt es noch eine kleinere, grüne. Im zentralen Mittelpunkt ist eine dunkle Kanzel angebracht und rote Teppiche führen zu ihr hin. Viele Touristen tummeln sich und kaufen fleißig Souvenirs im Laden, der sich im vorderen Teil befindet. Punkt 15:00 Uhr werden alle aufgefordert, die Kirche zu verlassen, denn sie wird wieder versperrt. Mit der Tram fahren wir weiter zum strongBloemenmarkt strongauf dem Singel. Er ist zu allen Jahreszeiten eine der farbigsten und duftigsten Sehenswürdigkeiten von Amsterdam. Das Besondere daran ist, dass die Waren auf schwimmenden Kähnen aufgebaut sind. Dies ist ein Überbleibsel aus der Zeit, als alle Blumen und Pflanzen auf diesem Markt noch täglich per Kahn aus den Gartengebieten rund um die Stadt angeliefert wurden. Seit 1862 ist dieser schwimmende Blumenmarkt auf einer der ältesten Grachten von Amsterdam zum bekanntesten Blumenmarkt der Niederlande geworden. Alles, was wächst und blüht, ist hier zu finden; von den urholländischen Tulpen und Geranien bis zu Bonsai und feinsinnigen Zimmerzypressen. Natürlich findet man hier auch viele typische holländische Souvenirs. Cannabis in Dosen zum selber züchten stehen auch in Massen da und wir überlegen kurz, ob das als lustiges Souvenir Anklang finden würde. Aber vielleicht dürfen wir es ja gar nicht einführen. Wir begnügen uns daher mit schönen Tulpenzwiebeln und können nur hoffen, dass sie nächstes Jahr daheim eine außergewöhnliche Blüte zustande bringen. Ich kann mich kaum losreißen, weil ich so fasziniert bin, dass aus verdörrt scheinenden Zwiebeln, Knollen oder Stämmen schon die ersten Triebe zu sehen sind. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-496 title=Amsterdam - Blumenmarkt src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste7notesimage16.jpg alt=Blumenmarkt width=449 height=300 p Es ist mittlerweile 16:30 Uhr geworden und erste Ermüdungserscheinungen machen sich bemerkbar. Wir finden Platz in einem winzigen Straßencafé (zwei Tische im Freien) und bestellen uns aufbauende Getränke: Sinaasappel + Banaan Yoghurt Shake und einen Espresso met Melkschuim. Die Tische sind so gut geschützt vom Wind und die Sonne brennt herunter - aber das tut gut. Eine halbe Stunden später fahren wir wieder zum Hotel zurück. - [17.04.07 - Zaanse Schanz](https://www.bauer-seyr.at/amsterdam/170407-zaanse-schanz) - Für heute haben wir wieder einen Ausflug in die Umgebung geplant -Zaanse Schans. Unser Tag beginnt schon spektakulär, denn um die Außentemperatur zu prüfen, gehen wir auf einen kleinen Balkon am Ende unseres Stockwerkes. Die Tür fällt laut hinter uns ins Schloss - sie soll für uns auch verschlossen bleiben. Als wir wieder zurück wollen, sehen wir, dass es an der Außentür keinen Türgriff gibt. Unser Klopfen wird von niemandem gehört und so sind wir erst sehr ratlos. Na prima, keine tolle Aussicht, die nächsten Stunden hier zu verbringen, bis uns vielleicht doch jemand sehen sollte. Da entdecken wir an der Hausmauer eine unscheinbare Tür, die sich auch öffnen lässt. Eine eiserne Wendeltreppe führt im dunklen Inneren sieben Stockwerke hinunter und dann stehen wir im Freien. So, jetzt sind wir im Gastgarten des Hotels ausgesperrt. Auch nicht viel besser! Doch nach einigem ratlosen Hin- und Herlaufen und Probieren diverser Türen, finden wir doch noch den Weg auf die Straße. Das Wetter haben wir jetzt genug getestet und da wir zu luftig angezogen sind, kehren wir ins Hotel zurück und ziehen uns wärmere Kleidung an. Am Bahnhof besorgen wir uns an einem Kiosk wieder Frühstück, kaufen uns die Zugkarten und gehen dann auf die Suche nach dem richtigen Gleis. Die Zeit wird eng und deshalb erkundigen wir uns an der Infostelle img class=alignleft size-full wp-image-479 title=Amsterdam - Häuser im Freilichtmuseum Zaanse Schanz src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste6notesimage3.jpg alt=Häuser im Freilichtmuseum Zaanse Schanz width=300 height=200 und sehen ein, dass wir diesen Zug nie gefunden hätten. Wenn man das System des Zugplan- Lesens einmal versteht, dann mag es eh nicht schwierig sein, das richtige Gleis zu finden. Wir fahren ja sicher nicht das letzte Mal und daher haben wir noch Zeit zum Üben. Als wir in Zaanstreek ankommen, ist es bewölkt und es weht eine ordentliche Brise. Wir packen die Windjacken aus und machen uns auf den Weg zum Freilichtmuseum. Wir haben das Gefühl, dass die Luft wunderbar nach Schokolade duftet und sind uns einig, dass wir an Halluzinationen leiden. Doch dann kommen wir an einer Fabrik vorbei, in der Kakao hergestellt wird. Unser Duftsinn hat uns doch nicht getäuscht. Am Ende der Straße biegen wir rechts ab und von der Brücke, die wir überqueren müssen, haben wir schon eine wunderschöne Aussicht auf die Windmühlen. Der Eintritt zum Gelände ist kostenlos und schon geht der Spaziergang los. img class=alignleft size-full wp-image-481 title=Amsterdam - Häuser im Freilichtmuseum Zaanse Schanz src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste6notesimage5.jpg alt=Häuser im Freilichtmuseum Zaanse Schanz width=300 height=200 Das Freilichtmuseum liegt 10 Kilometer nordwestlich von Amsterdam und ist der gelungene Versuch, ein Dorf aus dem 17. und 18. Jhdt. wiederzubeleben. Die traditionellen Holzhäuser des Dorfes stammen mehrheitlich aus der näheren und weiteren Umgebung. Sie wurden hierher versetzt, weil sie anderswo vom Abriss bedroht waren und veranschaulichen die Entwicklung der niederländischen Wohn- architektur der frühen Industrialisierung. Torf war jahrhundertelang der einzige Reichtum an den Ufern des Zaan. Doch gleich nebenan wuchs Amsterdam zur Weltstadt heran und entwickelte einen enormen Warenhunger. Plötzlich rückte die Gegend in den Mittelpunkt des Interesses. Denn in dem flachen Landstrich gab es außer Torf etwas noch viel Wertvolleres: Wind! Mehr als tausend Windmühlen wuchsen aus dem Boden. Sie sägten, droschen Getreide, pressten Korn und Nüsse zu Öl und mahlten Farbpulver aus Kreiden. Von den zahllosen Windmühlen, die einst das Landschaftsbild prägten, sind nur zwölf erhalten geblieben. Fünf davon stehen in Zaanse Schans allesamt instand gesetzt und mahlend und sägend wie eh und je. Dieser Freilichtpark ist ein Stück Holland wie im Bilderbuch: knarrende Windmühlen, grün gestrichene Holzhäuser, bucklige Brücken. Dazu frisch geschnitzte Holzschuhe, Stapel gelber Käselaiber und kleine Kaufmannsläden. Hier scheint es, als wäre die Zeit stehen geblieben. Wir spazieren an den kleinen Grachten entlang, über die winzigen Brückerl von einem Häuschen zum anderen. Einzelne sind sogar noch bewohnt und haben hinten hinaus einen kleinen, pittoresken Garten. Es ist alles so liebevoll angelegt und arrangiert. Da könnte man sich wirklich was abschauen. Auf kleinen Feldern und Wiesen grasen Lämmer, Böcke und auch allerlei Vögel. img class=alignleft size-full wp-image-482 title=Amsterdam - Fabrikation eines Holzschuh src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste6notesimage6.jpg alt=Fabrikation eines Holzschuh width=300 height=200 Von weitem hört man Frösche und Enten quaken. Als erstes fallen wir gleich in den Souvenirshop und entgegen unserem Vorhaben kaufen wir dort dann ein paar schöne, handgemachte Holztulpen. Danach sehen wir dem Schuhmacher über die Schulter, wie er paarweise die Holzschuhe (Klompen, wie der Holländer sagt) aushöhlt. Früher war die Herstellung dieses Schuhwerks der Nebenerwerb armer Tagelöhner. Heute ist es eine aussterbende Kunst. Handgemacht werden sie für den Verkauf schon lange nicht mehr, das besorgt heute eine Maschine in fünf Minuten pro Schuh. Interessiert lauschen wir zu, wie es von einem einzelnen Holzstück zu einem Schuh kommt. img class=alignleft size-full wp-image-483 title=Amsterdam - Holzschuh src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste6notesimage7.jpg alt=Holzschuh width=300 height=200 Zum Tragen solcher Schuhe muss man dicke gestrickte Socken anziehen. Regale, gefüllt mit Hunderten von diesen Schuhen sollen dann die Touristen animieren, welche zu kaufen. Die Präsentation der Käseherstellung versäumen wir leider, dafür kosten wir uns ordentlich durch die einzelnen Sorten durch. Der geräucherte Käse schmeckt uns so gut, dass wir beschließen einen mit nach Hause zu nehmen. Ein wenig von den Wohnhäusern und „Fabriken abgelegen, liegen dann die Mühlen. Die Farbmühle stammt vom Jahr 1782 und gehört zum Typ der Kappen- oder Haubenmühlen an. In dieser Mühle wird Farbe, genauer gesagt, Farbstoff, erzeugt. Er diente zum Färben von Stoffen. Ab 1600 führte man tropische Farbhölzer in großen Mengen ein. In einem großen Bottich wurden die schweren Holzstücke mit Hackmessern in Späne gehackt. Danach wurden die Holzschnitzel von 5.000 bis 7.000 kg schweren, umlaufenden Mühlsteinen zu Pulver zermahlen und in einer Drehtrommel gesiebt. Um Farbe zu erhalten, rührten die Maler das Farbpulver mit Leinöl oder anderen Flüssigkeiten an. img class=alignleft size-full wp-image-484 title=Amsterdam - Mühlstein src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste6notesimage8.jpg alt=Mühlstein width=200 height=300 a href=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste6notesimage4.jpgimg class=alignleft size-full wp-image-480 title=Amsterdam - Mühle src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste6notesimage4.jpg alt=Mühle width=200 height=300 aDie Ölmühle aus dem Jahr 1676 erscheint uns noch viel interessanter, da dort noch richtig präsentiert wird, wie die Nüsse zu Öl werden. Ein Müller schaufelt von Zeit zu Zeit eine Menge Nüsse auf den Lagerstein. Sogenannte Kantsteine zermahlen sie dann. Wenn das Rohmaterial fein gemahlen ist, wird die Masse auf einem Herd geröstet. Anschließend wird das warme Gemisch in Wollsäcke gefüllt, die dann in einen Überzug aus Pferdehaar und Leder gesteckt werden. Danach werden sie in eine Holzlade gelegt und ein Fallhammer fällt mit großer Wucht auf einen Schlagkeil, der den Sack bei jedem Schlag seitlich gegen die Füllstücke drückt. Dabei wird das Öl aus dem Mahlgut gedrückt. Das Öl wird in einer Lade aufgefangen. Dieses Schlagen macht einen Höllenlärm, sodass früher viele Arbeiter davon auch taub wurden. Wir klettern auf die Aussichtsplattform der Mühle, wo wir fast in gleicher Höhe der Flügel stehen. Von hier oben kann man sehen, dass die Kappen der Mühle mit Reedgras gedeckt sind. Die Aussicht ist wunderschön und wir können die Ruhe genießen, da wir die einzigen sind, die sich den Eintritt in die Mühle (2,50 Euro) geleistet haben. Beim Zurückgehen ringen riesige Karpfen in einem Teich um unsere Aufmerksamkeit. Ständig taucht einer auf oder balzt mit einem Weibchen nahe an der Oberfläche. Und hier sitzen auch die Frösche, die wir vor Stunden schon von weitem gehört hatten. Ein nettes Schauspiel, das uns die Tierwelt hier bietet. Die Sonne plagt sich langsam durch die Wolkendecke und an geschützten Orten ist sie auch schon wieder angenehm warm. Am frühen Nachmittag sind wir wieder auf dem Rückweg. Direkt vor uns wird die Brücke aufgeklappt ein interessantes Spektakel. In unmittelbarer Nähe muss eine Schule sein, denn plötzlich sammeln sich mindestens hundert Jugendliche auf ihren Fahrrädern rund um uns an. Als die Brücke dann wieder aufmacht strömen alle gleichzeitig los, sodass wir als Fußgänger ordentlich abgedrängt werden. Auf den Zug zurück nach Amsterdam müssen wir nicht lange warten. Es ist noch ein wenig Zeit übrig - daher beschließen wir in Amsterdam noch durch das Shoppingcenter zu schlendern. Unser Interesse lässt aber schnell nach, da uns die Füße brennen und die Wirbelsäule ordentlich schmerzt. Wir fahren zurück ins Hotel und gönnen uns noch ein wenig Erholung, bis wir ins Bett gehen. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-485 title=Amsterdam - Windmühlen src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste6notesimage9.jpg alt=Windmühlen width=300 height=200 p - [16.04.07 - Amsterdam](https://www.bauer-seyr.at/amsterdam/160407-amsterdam) - Es ist schon nach 10:00 Uhr und wir sitzen gemütlich auf der Terrasse von Smith Koffiehuis. French Breakfast – das hört sich nicht schlecht an, aber in Wirklichkeit sind es zwei Croissants, Marmelade, Butter und Kaffee. Wir müssen sehr lange auf unsere frisch aufgebackenen Croissants warten, dafür sind sie schnell gegessen. Übrig bleibt ein Bröselhaufen, der zudem sehr fettig ist. Na ja, satt sind wir trotzdem geworden. Wir genießen noch eine Weile die immer wärmer werdende Sonne. Als uns der Baulärm vom angrenzenden Bahnhof dann doch zuviel stört, machen wir uns auf den Weg die Stadt zu erkunden. Als erstes möchten wir es wieder mit der imposanten Sint Nicolaaskerk versuchen, aber auch heute stehen wir wieder vor verschlossenen Toren. Es ist ja nicht die einzige Kirche Amsterdams, img class=alignleft size-full wp-image-152 title=Amsterdam Oude Kerk src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste5notesimage31.jpg alt=Oude Kerk width=300 height=200 also spazieren wir weiter und suchen uns die strongOude Kerkstrong. Sie wurde Anfang des 14. Jhdt´s zu Ehren des Schutzheiligen der Stadt, des Hl. Nikolaus – dem Wasserheiligen –errichtet. Sie ist das älteste Gebäude der Stadt (1306) und zählt zu den großen moralischen Widersprüchen Europas. Das Gotteshaus blickt nämlich direkt auf den Rotlichtbezirk. Die ursprüngliche Basilika wurde 1340 durch eine riesige Dreihallenkirche mit kompliziertem Gewölbe ersetzt. Wie durch ein Wunder blieb sie von der Feuersbrunst 1452 verschont. Der 1565 hinzugefügte Kirchturm zählt zu den schönsten Amsterdams. Die Kirche sollte ursprünglich noch erweitert werden, aber die Pläne verschwanden in der Schublade, als finanzielle Mittel zur Nieuwe Kerk umgeschichtet wurden. Aufgrund von Vorbereitungen für eine Ausstellung in der Kirche dürfen wir auch da nicht hinein. Nach kurzer Ratlosigkeit schlendern wir weiter und sehen uns noch einmal im Rotlichtbezirk um. img class=alignright size-full wp-image-153 title=Amsterdam radelnde Polizisten src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste5notesimage5.jpg alt=Radelnde Polizisten width=200 height=300 Wir haben den Eindruck, dass heute weniger Prostituierte in den Auslagen stehen. Na ja, es ist ja Wochenanfang und der Tag ist noch lang! Als wir eine Dame heimlich filmen möchten, zieht sie schnell den Vorhang zu und macht ihn erst wieder auf, als sie sicher ist, dass wir die Kamera weggepackt haben. Und das ist auch gut so, denn kurze Zeit später tauchen zwei Polizisten auf, die auf ihren Fahrrädern Streife durch den Rotlichtbezirk fahren. An der nächsten „Kreuzung“ können wir der Amsterdamer Straßenreinigung bei ihrer Arbeit zugucken. Da laufen ein paar Arbeiter mit den Besen herum, kehren den Dreck zusammen und dann schwups ab in die Gracht damit. Dahinter fährt eine kleine Kehrmaschine, die gleichzeitig den Straßenbelag noch mit einem Wasserstrahl reinigt. Nachdem der Reinigungstrupp sich in die nächste Gasse verzogen hat, können wir den Flaschen beim Schwimmen in der Gracht zusehen. Das erinnert uns sehr an Venedig, zum Unterschied, dass hier das Wasser nicht nach Fisch riecht! Wir sind schon ein wenig entsetzt, überlegen aber, dass uns bis jetzt eigentlich nirgends eine so derart dreckige Gracht aufgefallen ist. Das heißt irgendwo muss der Abfall aufgefangen und entfernt werden. img class=alignleft size-full wp-image-155 title=Amsterdam Guan-Yin-Tempel src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste5notesimage71.jpg alt=Guan-Yin-Tempel width=300 height=200 In der Nähe des Nieuwmarkt steht am Ende der Gasse der erste buddhistische Tempel Europas, der strongGuan-Yin-Tempelstrong. Er wurde im Stil der chinesischen Kaiser erbaut und im Jahr 2000 fertig gestellt. Guan Yin erscheint wahlweise als männliche oder weibliche Form und wird manchmal auch als Göttin der Barmherzigkeit bezeichnet. Er wird mit vielen Armen dargestellt, um sämtliche Probleme der zahlreichen Bittsteller lösen zu können. Das Gebäude selbst ist einzigartig in der Stadt und erstreckt sich über mehrere Grundstücke. Leider können wir uns von der inneren Schönheit nicht überzeugen, denn der Tempel ist mit einem riesigen Eisentor verschlossen. So schlendern wir die Gasse hinunter und wieder zurück, schauen uns die Auslagen der chinesischen Geschäfte an und kokettieren mit den vielen Katzen durch die Glasscheiben. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-156 title=Amsterdam de Waag src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste5notesimage8.jpg alt=De Waag width=300 height=200 img class=aligncenter size-full wp-image-157 title=Amsterdam Nieuwmarkt src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste5notesimage9.jpg alt=Nieuwmarkt width=300 height=199 p Auf dem Nieuwmarkt steht die strongWaagstrong aus dem Jahr 1488. Die Stadtwaage war ursprünglich Teil der Befestigungsanlage und schon ein Jahrhundert später hatte sich die Stadt weiter nach Osten ausgebreitet und das Tor hatte seine ursprüngliche Funktion eingebüßt. In früheren Jahren belegten mehrere Gilden das Gebäude, später diente es als Museum. Heute befindet sich ein Restaurant mit Bar darin und riesige Kerzenräder sorgen für eine stimmungsvolle mittelalterliche Atmosphäre. Unsere Füße verlangen nach Pause und wir nützen die lustigen Sitzgelegenheiten, die direkt auf dem strongNieuwmarktstrong stehen, um uns zu entspannen und ein wenig Sonne zu tanken. Rund um den Platz gibt es gemütliche Cafés, Restaurants und Geschäfte. Wir beobachten das rege Treiben, das hier herrscht: die Sandler, die mit den Tauben spielen, einen Kutscher, der mit den Touristen im Kreis fährt und die Jugendlichen, die ihre Mittagspause hier verbringen. In den 1970er-Jahren war der Nieuwmarkt Zentrum des Amsterdamer Drogenhandels und genoss einen sehr schlechten Ruf. Der Wendepunkt kam, als hier ein Polizist von einem Drogensüchtigen ermordet wurde. Nach einer erfolgreichen Säuberungsaktion durch die Polizei Mitte der 80er-Jahre siedelten sich wieder seriöse Geschäfte an. Eine Stunde später sind wir schon wieder auf den Beinen und spazieren zuerst die Oude Schans hinunter Richtung NEMO und vorbei am strongMontelbaanstorenstrongimg class=alignleft size-full wp-image-158 title=Amsterdam Montelbaanstoren src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste5notesimage10.jpg alt=Montelbaanstoren width=300 height=200 , einem ehemaligen Geschützturm von 1516. Er wird heute noch von den städtischen Wasserwerken genutzt. Auf der anderen Seite der Gracht sehen wir wieder die schönen, alten Speicherhäuser, die uns schon bei der Grachtenrundfahrt gezeigt wurden. Liebevoll haben die Bewohner ein winziges Gärtchen vor dem Haus angelegt und selbst auf den Treppen stehen noch Töpfe mit Blumen und Büschen. Amsterdam ist wirklich eine Blumenstadt und jeder Amsterdamer hat es im Blut mit dem Grünzeugs zu dekorieren. Kurz vor 14:00 Uhr erreichen wir wieder den Ausgangspunkt der Oude Schans, nämlich das alte Wärterhäuschen strongDe Sluyswachtstrong img class=alignright size-full wp-image-159 title=Amsterdam De Sluyswacht src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste5notesimage11.jpg alt=De Sluyswacht width=200 height=300 . Das kleine, schwarze Gebäude liegt windschief wie ein Schiff bei schwerer See und war früher ein Schleusenwärterhaus am Oude Schans. Heute zählt die Terrasse an der Gracht zu den schönsten Plätzen der Stadt, um bei einem Bierchen den herrlichem Blick auf den Montelbaanstoren zu genießen. Da es wieder Zeit ist für eine Rast und vor allem für ein Mittagessen, beschließen wir, uns von der Gemütlichkeit und der Aussicht zu überzeugen. Wir nehmen an einem kleinen, runden Tisch in der Sonne Platz und bestellen uns ein Dommelsch, die hauseigene Biersorte. Es schmeckt ein wenig herb, aber schon der zweite Schluck ist lecker. Auf die Speisekarte müssen wir trotz mehrmaliger Erinnerungen fast eine halbe Stunde warten. Aber was soll´s, wir haben ja alle Zeit der Welt. Unsere Sandwiches kommen dafür sehr schnell - und ehrlich, sie machen die Wartezeit wieder wett. Sie schmecken so hervorragend, dass wir jeden Bissen in vollen Zügen genießen. Mein Multigrain -Sandwich ist gefüllt mit Frischkäse, getrockneten Tomaten und Ruccola und das von Wolfgang mit ungekochter Rindswurst, Senf, Mayonnaise und Kapern. Eet smakelijk – guten Appetit! Nachdem unsere Bäuchlein gefüllt sind, machen wir es uns so richtig gemütlich und die Aussicht ist wirklich traumhaft. Die Sonne wärmt und gleichzeitig weht ein leichtes Lüftchen. Wie im Paradies – was wünscht man sich mehr? Und um die anderen auch ein wenig von unserer Stimmung anzustecken, schreiben wir Emails an unsere Eltern und Arbeitskollegen. Sie sollen doch auch wissen, dass es uns gut geht und sich keine Sorgen um uns machen! Nach einer langen Ruhepause setzen wir unseren Stadtrundgang fort. Gegenüber der Sluyswacht steht das strongMuseum het Rembrandthuisstrong. Rembrandt van Rijn lebte und arbeitete in diesem wunderbar restaurierten Haus aus dem Jahr 1606. Er kaufte es 1639 für ein Vermögen, dank seiner wohlhabenden Ehefrau, Saksia van Uylenburgh. Aber Rembrandt verstrickte sich in chronische Schulden und musste deshalb neunzehn Jahre später umziehen. Die Jahre in diesem Haus stellten den Höhepunkt seines Schaffens dar. Rembrandt war ein Star und leitete das größte Maleratelier der Niederlande, bevor er alles ruinierte, indem der sich Feinde machte und sein Geld sinnlos verpulverte. img class=alignleft size-full wp-image-161 title=Amsterdam Canabis Lollis src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste5notesimage12.jpg alt=Canabis Lollis width=300 height=199 Das Wetter ist uns zu schön, um ein Museum zu besichtigen - deshalb schlendern wir durch den angrenzenden strongFlohmarktstrong. Und der ist echt der Hammer. Verrückt, was es da alles zu kaufen gibt. Von den typischen Flohmarktartikeln, wie Kleidung, Schuhe, Bilder, Bücher und Möbeln angefangen bis hin zu allerlei spirituellen Dingen und für uns als Höhepunkt Hasch- und Cannabis-Lollies. Diese braunen und grünen Lollies machen uns schon sehr neugierig, aber wir widerstehen der Versuchung und kaufen dann doch keine. Der Preis von 5 Euros macht uns die Entscheidung leichter. img class=alignleft size-full wp-image-163 title=Amsterdam Stopera src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste5notesimage13.jpg alt=Stopera width=300 height=200 Es geht weiter, einmal um die Ecke und schon stehen wir vor der strongStoperastrong. „St“ steht für stadhuis (Rathaus) und „Opera“ versteht sich von selbst. Dieser weiße, bullige Komplex stammt aus dem Jahr 1986 und wurde nach einem Wettbewerb nach den Plänen des österreichischen Architekten Wilhelm Holzbauer und seines niederländischen Kollegen Cees Dam gebaut. Wir spazieren über die schöne strongBlauwbrugstrong. Ein wenig fühlt man sich bei ihrem Anblick an den Pont Neuf in Paris erinnert. Die aufwändig dekorierte Brücke über die Amstel wurde 1884 erbaut. Ihre Pfeiler haben die Form von Schiffsbugen, auf den Laternen thronen goldene Kaiserkronen. Blau ist die Brücke allerdings nicht - der Name stammt noch von der blau gestrichenen Holzbrücke, die hier vorher stand. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-165 title=Amsterdam Magere Brug src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste5notesimage14.jpg alt=Magere Brug width=500 height=166 p Die strongMagere Brugstrong ist wahrscheinlich die meistfotografierte Zugbrücke im Zentrum Amsterdams. Am Anfang wurde sie Hühnchenbrücke genannt, da sie so klein war. Später erhielt sie dann den Namen Magere Brug, der an eine schlanke Frau erinnern sollte. Sie stammt aus den 1670er-Jahren und war früher eine Fußgängerbrücke. Sie wurde mehrfach erneuert und verbreitert und 1929 schließlich ganz abgerissen, um Platz für eine moderne Brücke zu schaffen. Sie wurde aber aus Holz wieder aufgebaut und wird heute noch immer per Hand bedient. Eine Zeitlang stehe ich auf der Brücke und überlege, wie sich dieses Riesending am besten auf einem Bild festhalten kann. Außerdem ist es sehr schwierig das Motiv mit so wenig wie möglich Fußgängern und vor allem Radfahrern zu bekommen. Na ja und während ich so dastehe und der Dinge harre, bekomme ich langsam das Gefühl, dass der Boden unter mir wegsackt. Die Brücke schwankt derartig unter der Last des Verkehrs, dass man echt das Gefühl hat, man steht auf einem Trampolin. In der Nähe der Brücke machen wir es uns gemütlich und genießen die Aussicht auf die Magere Brug auf der rechten und die Blauwbrug auf der linken Seite. Ich bemerke eine zeitlang nicht, dass mich der alte Mann, der neben mir sitzt, beobachtet. Dann fragt er mich, wo ich denn herkomme. Als er Österreich hört, spricht er Deutsch mit mir und erzählt mir einiges über die Brücke. Dann will er mir Holländisch beibringen und zeigt sehr viel Geduld, als er mit mir „Magere Brug“ übt. Man spricht nämlich beide Wörter so aus, als habe man etwas im Hals stecken und versucht, es wieder hochzubringen. Also: „Machere Bruch“. Während wir wieder über die schöne Blauwbrug zurückgehen, sehen wir plötzlich, wie die Magere Brug sich teilt, damit ein Schiff durchfahren kann. Echt imposant! Auf einer Bank in der Nähe der Brücken machen wir es uns gemütlich und beobachten das Geschehen rund um uns. Gleich gegenüber auf der anderen Seite der Gracht steht das Hotel de L´Europe. Auf der Terrasse laufen die Kellner im Frack herum und bedienen die vornehmen Herrschaften. Das amüsanteste für uns sind aber die beiden Personen, die auf dem Balkon eines Zimmers zwei Stöcke höher sitzen. Wir sind uns einig, dass es sich hierbei um Chef und Sekretärin handelt. Sie essen Salat und er schenkt ihr laufend Sekt ein (wahrscheinlich will er sie abfüllen). Wir schauen ihnen nicht ganz eine Stunde zu und in dieser Zeit leeren die beiden zwei Flaschen. Plötzlich sind wir abgelenkt, als die Polizei mit einem Boot durch die Gracht daherkommt. Ja, in Amsterdam muss der Hüter des Landes flexibel sein. Wir haben die Streife auch schon auf Fahrrädern und Mopeds gesehen. Das Treiben auf der Gracht ist gewaltig, da kreuzen sich die Grachtenschiffe für die Touristenfahrten mit den Bootsbesitzern, die mit dem Hin- und Herfahren die Zeit totschlagen oder sich einfach crusen. Auch ein Schiff, direkt aus dem Film „Fluch der Karibik“entsprungen, mischt in dem Spektakel mit. Die drei jungen Burschen sind wahrscheinlich Brüder von Johnny Depp, denn die passen wunderbar in eine Piratecrew. Und auf der Straße ist nicht minder wenig los. Da matchen sich die Auto- mit den Radfahrern um die Vorfahrt, wobei die Radfahrer meistens die flinkeren sind. Um nicht ganz einzurosten, schlendern wir langsam ein weiterer gesellschaftlicher Mittelpunkt der Stadt. Vor 1876 hieß er Botermarkt (Buttermarkt), wovon man seine frühere Bestimmung ableiten kann: Einst verkaufte die Landbevölkerung hier ihre Produkte an die Stadtbewohner. Zwischen den beiden Weltkriegen wurde das Hotel Schiller zu einem Künstlertreffpunkt. Heute treten auf dem Platz am Tage die Straßenmusikanten vor den Gästen der Cafes und Restaurants auf. Nachts sorgen die vielen Bars und die Diskotheken für Unterhaltung. Auf dem Platz steht das strongStandbild vom Maler Rembrandtstrong, der in Amsterdam lebte und starb. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-167 title=Amsterdam Standbild des Malers Rembrandt src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste5notesimage15.jpg alt=Standbild des Malers Rembrandt width=200 height=300 img class=aligncenter size-full wp-image-168 title=Amsterdam Sabine vor Statuen src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste5notesimage16.jpg alt=Sabine vor Statuen width=200 height=300 p Jugendliche aalen sich in der Sonne, picknicken oder sitzen einfach nur so da. Um nicht aufzufallen, passen wir uns an und machen es uns auch gemütlich. Der Blütenstaub schneit nur so herab auf uns und schon nach kurzer Zeit sind wir wie alle anderen auch vollkommen eingestaubt. Als Abendessen nehmen wir uns eine Falafel mit viel Salat – etwas umständlich zu essen, aber total lecker! Wir flanieren den Damrak entlang, eine schöne, breite Shopping Mall, und gucken hin und wieder in eine Auslage. Es herrscht auch hier reges Treiben und deshalb fällt man nicht auf, wenn man seinen Unrat einfach wegwirft. Wir sind total entsetzt, als wir direkt neben uns einen jungen Mann beobachten, der sich auf diese Weise seiner Speisereste entledigt, obwohl keine fünf Meter weiter große Abfalltonnen stehen. Es ist aber nicht auszumachen, ob es sich um einen Einheimischen oder einen Touristen handelt. Die Mischung aller Nationalitäten macht das schwierig und alle tummeln sich geschäftig zwischen die Menschen. Kurz nach halb sieben fahren wir mit dem Bus wieder ins Hotel zurück. Wir müssen wieder Energie für den nächsten Tag sammeln, denn als gewöhnliche Büromenschen sind wir das viele Herumlatschen nicht gewöhnt. - [15.04.07 - Keukenhof und eine Grachtenrundfahrt](https://www.bauer-seyr.at/amsterdam/150407-keukenhof-und-eine-grachtenrundfahrt) - Da das Gehirn die vielen Eindrücke des Tages zu verarbeiten hat, schlafen wir beide sehr schlecht. Wir sind wie gerädert, als uns der Lärm im Hotel aufweckt. Wir gehen um halb neun Uhr zur Bushaltestelle, denn das Frühstück im Hotel kostet 15,- Euro und soviel können wir gar nicht essen, um diesen Preis gerechtfertigt zu finden. Gleich gegenüber dem Bahnhof bestellen wir uns bei einem Kiosk Kaffee und Croissants. Den Kaffee gibt es ohne Zucker, dafür aber brennheiß und das bekommt meine Zunge auch gleich zu spüren! Trotzdem tut die warme Flüssigkeit im Magen gut. Wir kaufen uns ein Ticket und fahren mit dem Zug wieder zum Flughafen. Nein, wir wollen noch nicht nach Hause fahren! Der Flughafen ist mit dem Bahnhof schön „verwachsen und von dort gehen viele Busse in die Umgebung von Amsterdam. Wir wollen heute zum Keukenhof fahren. Der strongKeukenhofstrong ist eine 32 Hektar große Parkanlage in der Nähe des Örtchens Lisse, die vor allem zur Zeit der Tulpenblüte große Touristenscharen anzieht. img class=alignleft size-full wp-image-141 title=Amsterdam Keukenhof Tulpenbeet src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste4notesimage2.jpg alt=Keukenhof Tulpenbeet width=300 height=200 Der Garten geht auf einen Vorschlag des damaligen Bürgermeisters im Jahre 1949 zurück. Er wollte in einem Sichtungsgarten den Blumenzwiebelzüchtern Hollands und Europas die Gelegenheit geben, ihre Pflanzen vorzustellen. Der Park hat sich zu einer der größten holländischen Touristenattraktion entwickelt. Rund 900.000 Besucher lassen sich alljährlich von der letzten Woche im März bis Mitte Mai verzaubern. In dieser Zeit blühen 7 Millionen Tulpen, Narzissen und Hyazinthen unter perfekten Bedingungen exakt zum richtigen Zeitpunkt. Sie bilden wunderschöne Blüten- teppiche ein buntes Ensemble aus Farben, Formen und Düften. Gepflanzt werden die Zwiebeln in drei Schichten: oben die Frühblüher und unten die Spätblüher. Auf diese Weise gewährleistet der Keukenhof ein zweimonatiges Farbenspektakel. Zwischen Beeten und Bäumen, Blumen und Büschen verbergen sich zudem zahlreiche Kunstwerke. Die Harmonie zwischen Kunst und Natur spielt im Keukenhof seit jeher eine besondere Rolle. Außerdem blühen in mehreren Pavillons wechselnde Ausstellungen von Rosen über Gerbera bis hin zu Orchideen. Wir werden von so vielen Eindrücken überwältigt, sodass wir es kaum schaffen sie alle aufzunehmen. Wie von einer Tarantel gestochen, hetzen wir zeitweise von einem Blumenbeet zum anderen. Der Fotoapparat steht keine Minute still und schon nach kurzer Zeit weiß ich nicht mehr, ob ich diese oder jene Blüte schon geknipst habe. Daher setzen wir uns immer wieder auf ein gemütliches Bankerl, von denen es jede Menge gibt und genießen die Farbenpracht und den betörenden Duft. Es ist gewaltig, wie viele Arten und Sorten an Zwiebelblumen es gibt. img class=alignleft size-full wp-image-143 title=Amsterdam Schwarze Tulpe src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste4notesimage5.jpg alt=Schwarze Tulpe width=300 height=199 Farben von schwarz bis weiß in allen Nuancen und Mischungen und Formen von klassisch bis ausgefranst. Kunstwerke der Natur, wie wir sie noch nie gesehen haben. Die Anordnung von Bächen und Brückerl, Springbrunnen und Skulpturen ist einfach pittoresk und es bedarf schon viel Gespür, all das so liebevoll zu arrangieren. Da kann ich noch sehr viel für zuhause lernen. Ich hoffe, ich merke mir das alles (aber da werden mir hoffentlich die über hundert Fotos ein wenig helfen!). Irgendwann müssen wir einsehen, dass wir die Orientierung komplett verloren haben, denn wir kommen mehrmals wieder an Beeten vorbei, die wir schon kennen. img class=alignright size-full wp-image-142 title=Amsterdam Blume src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste4notesimage4.jpg alt=Blume width=199 height=300 Gegen Mittag erreichen wir die Windmühle, die man am Rand des Parks aufgestellt hat und uns ein wenig Schatten bietet. Die Sonne brennt mittlerweile erbarmungslos herab und wir haben uns bereits einen leichten Sonnenbrand zugezogen. Die Füße tun weh und wir beschließen wieder, eine längere Rast einzulegen. Es gibt hier wieder kleine Kioske, wo wir uns ein Sandwich für den großen Hunger und zum Nachtisch als Leckerli Waffeln mit frischen Früchten kaufen. Lecker, aber das hat auch wieder seinen Preis. Was solls, wir sind auf Urlaub! Während wir das Essen genießen, lauschen wir der Musik, die von einer Gruppe Sänger und Musikanten zum Besten gegeben wird. Ganz Touristen- Like werden Schlager aus aller Herren Länder geträllert und die Besucher angespornt, mitzusingen, was viele auch tun. Es herrscht eine lustige Stimmung und jetzt wird auch das Ausmaß der Menschenmenge so richtig sichtbar. Ein Holzschuh- Schnitzer hat inzwischen auch Aufstellung genommen und präsentiert in informativer, aber auch lustiger Weise, wie diese Holzclogs hergestellt werden. img class=alignleft size-full wp-image-144 title=Amsterdam Handwerker src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste4notesimage6.jpg alt=Handwerker width=199 height=300 Nach der „Mittagspause erklimmen wir die Stiegen der Windmühle und genießen den schönen Ausblick in die Umgebung. Weite Blütenfelder bieten uns ein Bild wie auf einer Farbpalette. Unbe- schreiblich schön sieht das aus und wir können uns gar nicht satt sehen. Da wir auf dem schmalen Steg mit den vielen Menschen langsam ein wenig Platzangst bekommen, steigen wir die Treppen wieder hinunter. Wir machen uns wieder auf den Weg zwischen den Blumenfeldern und versuchen einen Weg zu finden, den wir noch nicht gekreuzt haben. Der Tag vergeht schnell und bevor wir uns zur Bushaltestelle begeben, img class=alignright size-full wp-image-145 title=Amsterdam Tulpenfeld src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste4notesimage7.jpg alt=Tulpenfeld width=300 height=200 genießen wir noch einmal die Ruhe auf einer Bank ein wenig abseits und können dabei einem Brautpaar zusehen, das die schöne Umgebung als Hintergrund für ihre Hochzeitfotos nutzt. Der Kontrast des weißen Kleides zu diesem bunten Blütenmeer könnte nicht schöner sein. Die Rückfahrt nutzen wir, um uns ein wenig zu erholen. Da wir noch Zeit haben, beschließen wir eine Grachtenfahrt zu machen. Ein Kanal heißt auf Niederländisch strongGrachtstrong und in Amsterdam gibt es eine Menge davon. Sie werden von zahlreichen Brücken überspannt. Die bekanntesten (insbesondere Herengracht, Keizersgracht und Prinsengracht) bilden den Grachtengürtel um das Zentrum und helfen bei der Orientierung in der Stadt. Sie wurden überwiegend im 17. Jahrhundert angelegt und haben eine Gesamtlänge von über 80 Kilometer. Eine interessante Kuriosität ist, dass auch viele Straßen im heutigen Amsterdam den Namenszusatz gracht tragen. Das liegt daran, dass sie früher tatsächlich Grachten waren, aber irgendwann aus hygienischen oder verkehrstechnischen Gründen zugeschüttet wurden. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-146 title=Amsterdam Brücke src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste4notesimage8.jpg alt=Brücke width=300 height=200 img class=aligncenter size-full wp-image-147 title=Amsterdam Haus an einer Gracht src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste4notesimage9.jpg alt=Haus an einer Gracht width=300 height=200 p Eine Stunde schippern wir - beginnend im Hafen - durch die verschiedenen Grachten. Der Kapitän macht uns auf die typischen Sehenswürdigkeiten aufmerksam und kurze Erklärungen vom Band erläutern uns geschichtliche Hintergründe. Im 12. Jhdt. bestand die heutige Provinz Holland zum größten Teil aus Moor und Sumpfland. Diese Landschaft wurde durch mehrere Flüsse durchschnitten und einer davon war die Amstel, die in die IJ mündete. Rund um einen Damm entstand eine kleine Siedlung, der Amsterdam ihren Namen verdankt. Die Stadt wurde auf etwa 5 Millionen Tannenstämmen erbaut. Amsterdam ist durch den Noordzeekanaal mit der Nordsee verbunden, mit einem Damm gegen Überschwemmungen geschützt und img class=alignleft size-full wp-image-148 title=Amsterdam das schmalste Haus src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste4notesimage10.jpg alt=Das schmalste Haus in Amsterdam width=200 height=300 von zahlreichen Grachten durchzogen. Die Amstel ist ein mittlerweile kanalisierter 31 Kilometer langer Fluss. Unzählige jahrhundertealte Denkmäler zieren den Stadtkern. Bis zum heutigen Tag zeugen fast 7.000 strongKaufmanns- und Lagerhäuserstrong sowie beinah 1.300 Brücken aus dem 16., 17. und 18. Jhdt. von diesem goldenen Zeitalter. Die erhabenen Händlerhäuser wurden entlang der 165 Grachten gebaut, die als Transportwege genutzt wurden. Heute werden diese Häuser als Wohnhäuser oder Restaurants verwendet. Sollten wir etwas Kleingeld übrig haben, dann können wir uns für 10 Millionen Euro ein solches erwerben. Der Grachtenführer macht uns auch auf das strongschmalste Haus Amsterdamsstrong aufmerksam und erklärt uns, dass früher die Höhe der Grundsteuer anhand der Frontfassade berechnet wurde. Je schmaler das Haus, desto niedriger war die Steuer, unabhängig von der Höhe. Das Haus Singel 7 besteht lediglich aus einer Tür und einem schlanken Fenster pro Stockwerk. Was die Grachtenführer aber verschweigen ist, dass es sich in Wirklichkeit nur um den Hintereingang eines normal großen Hauses handelt. Es herrscht ein buntes Treiben in den einzelnen Grachten und der Vergleich mit Venedig ist nicht von der Hand zu weisen. Rundfahrtsboote, Wassertaxis, Segel- und Ruderboote und sogar Tretboote, die man zur individuellen Stadtbesichtigung mieten kann, legen an und ab oder schaukeln am Ufer festgemacht gemütlich im Wasser. Dazwischen thronen die unterschiedlichsten, zum Teil bunt bemalten strongHausbootestrong. p style=text-align: center;img class=aligncenter size-full wp-image-150 title=Amsterdam Hausboot src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste4notesimage12.jpg alt=Hausboot width=300 height=200 img class=aligncenter size-full wp-image-149 title=Amsterdam Hausboot src=http:www.bauer-seyr.atwp-contentamste4notesimage11.jpg alt=Hausboot width=300 height=200 p Mal sehen sie sehr gepflegt aus, mal heruntergekommen; mal sind es umgebaute alte Lastkähne, mal schwimmende Bungalows. Die Rede ist von den 2.500 Wohnbooten, die vor allem auf Singel und Prinsengracht dümpeln. In den 50er- Jahren kamen zuerst Studenten auf die Idee, dass ausgemusterte Schiffe hervorragende Wohnungen abgeben. Heutzutage werden Hausboote vor allem von Liebhabern und Exzentrikern bewohnt. Die Stadt hat die treibenden Häuser jedoch nur widerwillig hingenommen. Inzwischen ist es beinahe unmöglich geworden, einen Liegeplatz für ein neues Hausboot zu bekommen. In den frühen 70ern entstanden regelrechte Hausboot- kommunen, auf denen Hippies und Nonkonformisten das freie Leben uneingeschränkt genossen. Hausboote waren der Inbegriff für alternatives Wohnen. Was einst von den Anhängern des Flower Powers als billige Wohnmöglichkeit entdeckt wurde, ist heute ein Luxus, den sich nur Reiche leisten können. Heute sind die meisten schön renoviert und mit viel Blumenschmuck verziert und wir können sogar eines mit einem prächtigen Wintergarten bestaunen. Als Wahrzeichen und Touristenattraktion gehören sie zum Bild von Amsterdam wie Rembrandt und das Rotlichtviertel. Doch Wildwuchs und Überbevölkerung führten dazu, dass die Stadt bereits 1974 keine neuen Boote mehr zuließ. Schnell ist die Zeit vergangen und wir setzen uns nach der Fahrt gemütlich in ein Restaurant in der Nähe des Bahnhofes und genießen unser Abendessen. Bevor wir mit dem Bus wieder zum Hotel fahren, holen wir uns noch ein Eis bei McDonalds. - [Übersicht Frankreich-Reisen](https://www.bauer-seyr.at/uebersicht-frankreich-reisen) - Übersichtsseite der Frankreich - Reiseberichte - [Schweiz](https://www.bauer-seyr.at/schweiz) - Die Schweiz hat mehr zu bieten als Alphörner und Heidis. Wir lieben die Schweiz, haben Freunde dort und genießen immer wieder die wunderbaren unterschiedlichen Landschaften. Von den höchsten Bergen über wunderbare Seen bis hin zum italienischen Flair des Tessins - die Schweiz bietet alles auf kleinem Raum. 2018 erliegen wir dem Scharm des Bodensees - - [Spanien](https://www.bauer-seyr.at/spanien) - Spanienreisen - Überblick: 2010: Valencia und die Costa Blanca2016: Wochenendtrip nach Barcelona (Bilder fehlen noch) 2018: Andalusien - Málaga, Granada, Cordoba, Écija, Carmona, Sevilla, Rhonda Barcelona - Wochenendtrip : hier kommt der Reisebericht schon bald. - [Impressum](https://www.bauer-seyr.at/impressum) - Angaben nach dem österreichischen Mediengesetz Herausgeber und Medieninhaber der Webseite bauer-seyr.at Wolfgang & Sabine Bauer e-mail: wolfgang-sabine [at] gmx.at Grundlegende inhaltliche Richtung dieser Homepage Diese Homepage ist rein privater Natur und verfolgt keine kommerziellen Zwecke Copyright-Informationen Die meisten dargestellten Bilder sind Copyright by Wolfgang & Sabine Bauer. 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Beschlossen haben wir die Reise dann im roten Herzen - beim Ayers Rock. Den Bericht zu unserer Reise findet ihr hier. 2009 führte uns dann unser Urlaub erneut nach Australien - diesmal für 4 Wochen in den Norden und Westen. Und hier geht es zum entsprechenden Reisebericht. - [Bildergaliere Kanada](https://www.bauer-seyr.at/kanada-bildergalerie) - [Deutschland](https://www.bauer-seyr.at/deutschland) - In Deutschland waren wir schon ein paar mal auf Kurzbesuch: 2010 bucht die gesamte Familie eine Wochenendreise nach München - samt Besichtigung der Bavaria Filmstudios. 2011 wiederholen wir den Familienausflug - diesmal stehen Nürnberg und Regensburg auf dem Programm. 2011 besuchen wir im September noch für ein paar Tage Hamburg. Hier findet ihr den dazugehörenden Reisebericht Hamburg. 2012 müssen wir unbedingt - [Kommentare](https://www.bauer-seyr.at/kommentare) - [Linkseite](https://www.bauer-seyr.at/linkseite) - Deutscher Webring für Foto-Reiseberichte panoptikum.net fotos-reiseberichte.de > Mitgliederliste Info/Anmelden vorwärts >> Finde mich im Krone.at Blogverzeichnis Webring für Fotofreunde Seite zurück : Zufall : Seite vor : Alle Seiten Powered by Fotolink.org - [Kanalinseln 2012 - Teil 1 bis 4 ](https://www.bauer-seyr.at/kanalinseln-2012-teil-1-bis-4-old) - Anbei schon mal ein kleiner Vorgeschmack auf die Channel Islands - unsere Urlaubsreise auf die Kanalinseln Jersey, Guernsey, Sark, Alderney und Herm in Kurzform. Ausführlicher Reisebericht ist in Arbeit... Teil1: 29.05.2012 - Hallo Nachhause! Wir haben hier schon eine schöne Zeit verbracht, das Wetter ist super, es hat bisher erst eine Nacht geregnet wir befinden uns - [Reiseroute Australien - der Norden und Westen](https://www.bauer-seyr.at/reiseroute-australien-der-norden-und-westen) - Die Reiseroute haben wir mit unserem Navigator aufgezeichnet - ein paar Unstimmigkeiten in der Aufzeichnung gibt es zwar, aber im Großen und Ganzen ist die Route so korrekt. 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[Genueser Brunnen](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/genueser-brunnen) - [Genuesische Brücke bei Ota](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/genuesische-brucke-bei-ota) - [Gorges de Spelunca / Spelunca Schlucht](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/gorges-de-spelunca-spelunca-schlucht) - [Alles ist auf dem Nachhauseweg](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/alles-ist-auf-dem-nachhauseweg) - [Halbwildscheinhorde](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/halbwildscheinhorde) - [Café Gourmand](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/cafe-gourmand) - [Ajaccio](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/ajaccio) - [Erbalunga](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/erbalunga) - [Der Hafen von Erbalunga](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/der-hafen-von-erbalunga) - [Abendstimmung in Erbalunga](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/abendstimmung-in-erbalunga) - [Fähre in Bastia](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/fahre-in-bastia) - [Blick auf die hohen Kalksteinklippen von Bonifacio](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/blick-auf-die-hohen-kalksteinklippen-von-bonifacio) - 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[Église des Jesuites - Kirche von Molsheim](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/eglise-des-jesuites-kirche-von-molsheim) - [Brunnen am Rathausplatz von Molsheim](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/brunnen-am-rathausplatz-von-molsheim) - [Stadttor Rosheim](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/stadttor-rosheim) - [Rosheim](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/rosheim) - [Église St-Pierre-et-St-Paul in Rosheim](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/eglise-st-pierre-et-st-paul-in-rosheim) - [Wohnmobil. 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Rue des Têtes 19 Colmar](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/frankreich-rue-des-tetes-19-colmar) - [Rue des Têtes 19 Colmar](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/rue-des-tetes-19-colmar) - [Das kleinste Haus Colmars](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/das-kleinste-haus-colmars) - [Église des Dominicains in Colmar](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/eglise-des-dominicains-in-colmar) - [Gemälde Maria im Rosenhag in der Église des Dominicains in Colmar](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/gemaelde-maria-im-rosenhag-in-der-eglise-des-dominicains-in-colmar) - [Kirche St-Martin in Colmar](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/kirche-st-martin-in-colmar) - [Corps de la Garde in Colmar](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/corps-de-la-garde-in-colmar) - [Fasadenskulptur des Maison Pfister in Colmar](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/fasadenskulptur-des-maison-pfister-in-colmar) - [Maison Pfister in Colmar](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/maison-pfister-in-colmar) - [Ancienne Douane](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/ancienne-douane) - [das alte Zollhaus in Colmar](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/das-alte-zollhaus-in-colmar) - [Blick durch die Arakden des Ancienne Douane auf den Schwendi-Brunnen in Colmar](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/blick-durch-die-arakden-des-ancienne-douane-auf-den-schwendi-brunnen-in-colmar) - [Schwendi-Brunnen in Colmar](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/schwendi-brunnen-in-colmar) - [im Gerberviertel von Colmar](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/im-gerberviertel-von-colmar) - [Impressionen von Colmar](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/impressionen-von-colmar) - [Markthalle von Colmar](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/markthalle-von-colmar) - ["Petite Venise" - Colmar](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/petite-venise-colmar) - [Fontaine Roesselman in Colmar](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/fontaine-roesselman-in-colmar) - [Demo in Colmar](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/demo-in-colmar) - [Maison des Arcades mit beeindruckenden Fassaden in Colmar](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/maison-des-arcades-mit-beeindruckenden-fassaden-in-colmar) - [Colmar](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/colmar) - [Rathaus von Colmar](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/rathaus-von-colmar) - [Kirche St. Jacques über Hunawihr](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/kirche-st-jacques-ueber-hunawihr) - [Donnerstag Morgen in Hunawihr](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/donnerstag-morgen-in-hunawihr) - [Riquewihr](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/riquewihr) - [Obertor von Riquewihr](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/obertor-von-riquewihr) - [Hotel Saint Nicolas mit abgerundeten Ecken in Riquewihr](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/hotel-saint-nicolas-mit-abgerundeten-ecken-in-riquewihr) - [Der Rundturm Tour des Cigognes in Ribeauvillé](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/der-rundturm-tour-des-cigognes-in-ribeauville) - [Fontaine du Vigneron in Ribeauvillé](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/fontaine-du-vigneron-in-ribeauville) - [Wistub zum Pfifferhüs in Ribeauvillé](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/wistub-zum-pfifferhues-in-ribeauville) - [Herberge zum Elefanten in Ribeauvillé](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/herberge-zum-elefanten-in-ribeauville) - 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[Stadttor Puerta de Córdoba](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/stadttor-puerta-de-cordoba) - [Hauptplatz Plaza de San Fernando](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/hauptplatz-plaza-de-san-fernando) - [Störche auf der Kuppel der Iglesia San Pedro](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/stoerche-auf-der-kuppel-der-iglesia-san-pedro) - [Burgturm Alcázar](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/burgturm-alcazar) - [Ausblick vom Burgturm](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/ausblick-vom-burgturm) - [Türklopfer](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/tuerklopfer) - [Römische Grabanlage Necrópolis Romana](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/roemische-grabanlage-necropolis-romana) - [Grab des Elefanten in der Necrópolis Romana](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/grab-des-elefanten-in-der-necropolis-romana) - [Grab der Girlanden in der Necrópolis Romana](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/grab-der-girlanden-in-der-necropolis-romana) - [Fresko im Grab der Girlanden in der Necrópolis Romana](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/fresko-im-grab-der-girlanden-in-der-necropolis-romana) - [Sevilla](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/sevilla) - [Stadttor Arco de la Macarena](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/stadttor-arco-de-la-macarena) - [Metropol Parasol](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/metropol-parasol) - [Auslage mit Flamencokleidern](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/auslage-mit-flamencokleidern) - [Kirchturm Giralda](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/kirchturm-giralda) - [Bronzefigur auf dem Kirchturm Giralda](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/bronzefigur-auf-dem-kirchturm-giralda) - [Papageien](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/papageien) - [Hochaltar in der Kathedrale](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/hochaltar-in-der-kathedrale) - [Szene im Hochaltar in der Kathedrale](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/szene-im-hochaltar-in-der-kathedrale) - [Grabmal des Christoph Kolumbus in der Kathedrale](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/grabmal-des-christoph-kolumbus-in-der-kathedrale) - [Kunstschätze in der Kathedrale](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/kunstschaetze-in-der-kathedrale) - [Orangenhof der Kathedrale](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/orangenhof-der-kathedrale) - [Königspalast Real Alcázar](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/koenigspalast-real-alcazar) - [Innenhof im Königspalast Real Alcázar](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/innenhof-im-koenigspalast-real-alcazar) - [Details vom Königspalast Real Alcázar](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/details-vom-koenigspalast-real-alcazar) - [Sternendecke - die Kuppel des Botschafter-Saals](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/sternendecke-die-kuppel-des-botschafter-saals) - [Hof der Jungfrauen im Königspalast Real Alcázar](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/hof-der-jungfrauen-im-koenigspalast-real-alcazar) - [Italica](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/italica) - [Ronda](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/ronda) - [Plaza de España](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/plaza-de-espana) - [Die Brücke Puente del Alamillo - sieht wie eine Harfe aus](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/die-bruecke-puente-del-alamillo-sieht-wie-eine-harfe-aus) - [Amphitheater](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/amphitheater) - [Bunte Tauben](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/bunte-tauben) - [Mosaikböden](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/mosaikboeden) - [Büste](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/bueste) - [Geier auf der Fahrt nach Ronda](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/geier-auf-der-fahrt-nach-ronda) - [Stierkampfarena](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/stierkampfarena) - [Die königliche Loge der Stierkampfarena](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/die-koenigliche-loge-der-stierkampfarena) - [Die Brücke Puente Nuevo](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/die-bruecke-puente-nuevo) - [Innenansicht der Kathedrale von Ronda](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/innenansicht-der-kathedrale-von-ronda) - [Kuchen in der Cafetería Colon](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/kuchen-in-der-cafeteria-colon) - [Auf dem Weg zum Hotel Molino del Arco](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/auf-dem-weg-zum-hotel-molino-del-arco) - [Zimmer im Hotel Molino del Arco](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/zimmer-im-hotel-molino-del-arco) - [Städtereise](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/staedtereise) - [Portugal](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/portugal) - [Lissabon](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/lissabon) - [Arco Monumental](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/arco-monumental) - [Casa Portuguesa do Pastel de Bacalhau](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/casa-portuguesa-do-pastel-de-bacalhau) - [Eissalon Amorino Chiado](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/eissalon-amorino-chiado) - [Elevador de Santa Justa](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/elevador-de-santa-justa) - [Ausblick auf die Burg und die Igreja da Graça](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/ausblick-auf-die-burg-und-die-igreja-da-graca) - [Wandmalereien](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/wandmalereien) - [Kirche São Cristóvão](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/kirche-sao-cristovao) - [Cafetaria a Mouraria](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/cafetaria-a-mouraria) - [Praça Rossio](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/praca-rossio) - [Barcelona](https://www.bauer-seyr.at/ngg_tag/barcelona) - 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