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Nachdem wir Gerda und Simon eingesammelt haben, geht es direkt auf die Autobahn Richtung Suben, wo wir uns bei der Raststation mit dem Rest der Familie treffen sollten. Sollten, wohlgemerkt, denn Evi versäumt die Abfahrt und saust gleich Direttissima nach Deutschland weiter. Na ja, muss halt das Frühstück noch a bissi warten.

Nachdem es mit der Nahrungsaufnahme dann doch noch geklappt hat, fahren wir ohne Unterbrechungen weiter und Evi wird in die Mitte genommen, damit nichts mehr passiert.

Der Bayrische Wald macht seinem Namen alle Ehre, denn ausgedehnte Waldflächen, Felder und Wiesen beherrschen große Teile der Landschaft. Die Goldrute malt gelbe Farbkleckse in die grüne Gegend und der dazu passende Duft der Bauernhöfe dringt durch die Klimaanlage zu uns herein. Braune Infotafeln informieren uns über die tollen Sehenswürdigkeiten, (Burgen, Berge, Nationalparks) in der Gegend.

Plötzlich ist Evi aus unserem Rückspiegel verschwunden, sie wird doch nicht schon wieder abgehaun sein? Nein, starkes Verkehrsaufkommen und viele LKW´s aus aller Herren Länder haben sich dazwischen gedrängt.

Um 12:15 Uhr fährt dann die österreichische Kolonne vor dem Hotel „Arvena Park“ in Nürnberg vor.

Nach dem Check-in und kurzem Frischmachen stapfen wir in der prallen Mittagshitze los zur nächsten U-Bahnstation. Achtung, ab jetzt treten wir wieder im Rudel auf und haben Spaß in der fremden Welt.

Wenn die Nürnberger geglaubt haben, dass sie uns mit ihren Baustellen verwirren können, dann haben sie die Rechnung ohne uns gemacht. Die U1 bringt uns bis zum Hauptbahnhof-Plärrer und die Tram 5 bis fast zum Eingang des Nürnberger Tiergartens.

Als erstes erfolgt die Raubtierfütterung, äh die Stärkung für uns, denn wir brauchen Kraft für das weitläufige Wegenetz des Tiergartens. Die Landschaft ist sehr stark von der Natur geprägt, wo ehemalige Steinbrüche, alter Baumbestand und idyllische Wiesen- und Waldlandschaften einen idealen Lebensraum für die dort lebenden Tiere bieten. Mit einem Plan bewaffnet marschieren wir die verschiedenen Wege und Pfade ab, die uns zu den Tieren führen. Im 67 Hektar großen Tiergarten, dem zweitgrößten Deutschlands, leben über zweitausend Wildtiere und 350 Arten aus allen Teilen der Welt, deren Bestand in freier Wildbahn vom Aussterben bedroht ist. Der größte Teil der Tiere lebt in Freigehegen und kann sich entsprechend seiner natürlichen Lebensweise bewegen. In den letzten Jahren wurde eine Reihe um- und zugebaut, vor allem im Bereich der Wassertiere.

Wir starten unsere Tour bei den Giraffen auf der einen Seite und auf der anderen mit den Gorillas, die mit Stolz geprellter Brust ihr Posing veranstalten. Hier werden uns die Ähnlichkeiten zum Menschen schon wieder sehr bewusst!

Während die Marder in ihren Rangeleien vertieft sind, ist es den Löwen zu heiß und sie liegen gemächlich im Schatten und halten Siesta. Als der Pfleger mit den Fleischkeulen kommt, ist es aber vorbei mit der Gemütlichkeit. Durch Glasscheiben können wir bei der Fütterung den Tieren fast hautnah sein. Keinem von uns war bewusst, wie riesig die eleganten Katzen eigentlich sind. Da sind wir froh, dass eine Glasscheibe dazwischen ist. Drei Bissen und fünf Würger – und weg ist der Klumpen Fleisch.

Weiter des Weges vorbei an vielen Gehegen, Terrarien und Käfigen, wo Säugetiere, Vögel, Kriechtiere von klein bis groß zu finden sind. Und je länger wir herum marschieren in der Hitze, umso müder und durchgeknallter werden einige aus unserer Gruppe (Namen werden nicht genannt). Sie werden zu Tieren und bei den Lauten, die sie von sich geben, weiß man oft nicht, wer das Original ist und wer nicht. Auch eine Untersuchung wird vorgenommen, wer von allen die längeren Affenarme hat.

Wir müssen alsomal eine Pause einlegen und machen es uns daher auf den Tribünen des Delphinariums bequem, wo wir uns eine tolle Show mit Seelöwen und Delphinen ansehen. Elegant und ruhig ziehen sie ihre Bahnen im Becken, grüßen, tanzen oder klatschen nach Aufforderung.

Nicht weit entfernt haben die Pelikane, Kormorane, Ibisse, Flamingos, Reiher, Kraniche ihr Paradies gefunden. Im Licht der Sonne spiegeln sich die eleganten Tiere im Wasser des großzügig angelegten Teichs.

Die Nasshörner haben es sich bei der Hitze auch gemütlich gemacht. Während das eine mützt, genießt das andere ein Bad in einem Tümpel.

Schon von weitem ist das Ständchen der Seelöwen zu hören. Mama oder Papa – ist nicht so genau auszumachen – grölt aus voller Kehle und die Kids tollen im Wasser herum. Übrigens -2011 wurden hier drei Junge geboren.

Tiefer im Dickicht des Waldes liegen die Geparde faul herum. Recht haben sie, ist ja viel zu heiß heute.

Auch die gefiederten Genossen, wie die Kondore, Schneeeulen, Geier oder die Weißkopf-seeadler zucken mit keiner Wimper. Sie sehen fast so aus, als wären sie ausgestopft.

Da sind die Pinselohrschweine ganz anders, denn da geht es rund. Dieses lustige aussehende Tier aus Westafrika ist leider gefährdet und vom Aussterben bedroht.

Als letztes Highlight statten wir dem Tapir noch einen kurzen Besuch ab. Er ist ebenfalls bedroht. Was wir nicht wussten, er wird als lebendes Fossil bezeichnet, weil seine Abstammung 55 Mio. Jahre zurück reicht und sein heutiges Aussehen sich kaum von seinen Vorgängern unterscheidet.

Kurz nach 18:30 Uhr verlassen wir geschafft und verschwitzt den Tiergarten, aber der Schmäh läuft trotzdem.

Wir fahren mit den Öffis ins Zentrum zurück und hoffen wie letztes Jahr wieder einen gemütlichen Biergarten zu finden. Denkste! Also schlendern wir zum Hotel zurück und machen uns an der Rezeption mal schlau. Die nette Dame schickt uns zum „Zollhaus“ und da sind wir richtig, denn es ist viel los – Livemusik spielt und Gruppen von Lanedancer geben ihr Können zur Schau. Der Hunger ist groß und der Durst bereits lebensbedrohlich. Daher müssen schnellstens einige Maß Bier her. Die Stimmung ist anfangs hervorragend, aber langsam machen sich die Anstrengungen des Tages bemerkbar und es wird auf unserem Tisch immer ruhiger. Eine heiße Diskussion entsteht dann noch, ob der oder die Pfleger/in bei der Delphinshow eine Frau oder ein Mann war. Auch die genaueste Analyse der Fotos kann kein eindeutiges Ergebnis bringen.

Kurz vor dreiviertel neun kehren wir zurück ins Hotel, wo sich ein Teil der Gruppe noch ein Betthupferl in der Bar gönnt.

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