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Es ist nach einem leichten Regen während der Nacht wieder sonnig, aber sehr windig. Nach dem Frühstück mit den beiden Rostockern wird zusammengeräumt und dann fahren wir ins Zentrum. Kiruna ist die größte Siedlung im Lappland und hat ihren Aufschwung dem Eisenerz zu verdanken. Der Abbau geht zwar seit der Jahrhundertwende ständig zurück, ist aber dennoch der wichtigste Industriezweig der Region. Von weitem schon sieht man die terrassenförmig abgebauten Berge.

Danach fahren wir einen Teil der gestern gefahrenen Strecke wieder zurück und nehmen die Abzweigung nach Jukkasjärvi. Zuerst halten wir auf dem Gelände, wo im Winter das berühmte Eishotel gebaut wird. Im Sommer wird dort in einer gekühlten Halle ein Eisschnitz-Workshop abgehalten.

Ein paar Kilometer weiter befindet sich das Nutti Sámi Siida Freilichtmuseum. Die Relation Eintrittspreis zu dem, was man hier geboten bekommt, passt in keinster Weise zusammen. Ein typischer „Touristennepp“, auf den wir auch gleich hereinfallen! Ein Samimädchen in schwarzer Hose und T-Shirt führt uns auf dem sehr kleinen Gelände herum und zeigt uns zwei Samihütten und einen Speicherturm. Anschließend öffnet sie uns das Gehege zu den Rentieren, die wir dann noch mit Birkenzweigen füttern dürfen. Als Detail am Rande erzählt sie uns, dass es sich hierbei nur um Männchen handelt, denn die Weibchen sind mit dem Rest der Samifamilien auf der Alm.

Zum Abschluss zeigt sie uns noch das Lassowerfen, das wir dann auch versuchen dürfen. Tschüß, das ist es gewesen! Wenn wir dazwischen nicht selbst viele Fragen stellen und durch das Museum in Jokkmokk schon vorinformiert wären, sie würde uns „dumm sterben“ lassen.

Die an den Park angrenzende Samikirche wiederum gefällt uns sehr gut. Eine kleine Einraumkirche mit hellblauen Bänken, naiven Bildern im Altarraum und einer kleinen bunten Orgel. Während wir das Flair der Kirche genießen, spielt und singt eine Gruppe junger Mädchen.

Wir befinden uns etwa 100 km vor der norwegischen Grenze und die wollen wir auf jeden Fall noch überschreiten. Die Straßen sind gut befahrbar und es herrscht wenig Verkehr. Daher kommen wir schnell vorwärts. Zudem ist die Landschaft wunderschön zum Anschauen. Berge links, Berge rechts, viele Bergseen und verstreut gelegene kleine, bunte Holzhüttchen. Leider beginnt es zwischendurch wieder zu regnen. Also bleiben wir im Auto und genießen die Natur während der Fahrt. Obwohl Norwegen nicht wie Schweden zur EU gehört, ist die Grenze zwischen den beiden Staaten komplett offen. Es stehen nur noch die Grenzhäuser, aber die Schranken sind abmontiert und es ist kein Mensch mehr vor Ort, um irgendwelche Pässe oder Gepäck zu kontrollieren.

Wir fahren weiter durch ein Gebiet mit schneebedeckten Bergen und vielen Wasserfällen. Am Fuße der Berge wächst auf großen Flächen wieder das schöne Wollgras.

Der Regen hat sich in ein „Dauernieseln verwandelt und es ist sehr kühl geworden. So beschließen wir so lange zu fahren, bis wir ein bisschen Sonne finden.

Gegen 15:00 Uhr erreichen wir die Tjeldøya Brücke, die zwischen Narvik und den Vesterålen liegt. Sie überspannt den gesamten Fjord. Wie auf einer Hochschaubahn fahren wir erst bergauf und in der Mitte der Brücke geht es dann wieder abwärts.

Zunehmend wird das Wetter wieder besser, zumindest regnet es nicht mehr und die Wolkendecke lässt hin und wieder ein paar Sonnenstrahlen durch.

In Sortland (Beginn der Vesterålen) beschließen wir nach fast 400 km Fahrt, unser Lager aufzuschlagen. Der Campingplatz liegt romantisch an einem Bach und in der Ferne hören wir das Glöckchen eines Schafes. Wir plündern noch einen Supermarkt, bevor wir uns für die Nachtruhe zurückziehen. Ein Stoßgebet zum Himmel, um besseres Wetter zu bekommen und dann versuchen wir zu schlafen.

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