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Warmer Sonnenschein weckt uns. Nach dem Frühstück gehen wir zur Touristeninformation und buchen eine eineinhalbstündige Fahrt mit einem Ausflugsschiff auf dem Geirangerfjord. Hinten an der Reling stehend, genießen wir die Fahrt, die uns vorbei an den berühmten Wasserfällen „Brautschleier“ und „die 7 Schwestern“ führt. Wir werden begleitet von vielen kreischenden Möwen, als würden sie uns ihre Heimat zeigen. Felsen zwischen 1.400 und 1.600 Metern ragen hoch hinauf und wenn man genau schaut, kann man noch vereinzelt die alten Gehöfte sehen, die auf den Anhöhen stehen. Der Guide erzählt uns eine lustige Geschichte aus früherer Zeit, als die Bauern ihre Höfe nur mit einer Strickleiter vom Fjord aus erreichen konnten. Eines Tages, als der Steuereintreiber wieder unterwegs war, zog man die Leiter einfach hoch, sodass ihm der Zugang unmöglich war. Ob sie dadurch den Steuern entkommen konnten, das weiß man jedoch nicht. Die Kinder dieser Bauern mussten mit Seilen angebunden werden, damit sie nicht ins Meer hinunter stürzten.

Am Nachmittag sind wir wieder unterwegs, hoch in die Berge hinauf bis auf fast 1.500 Meter (bei Dalnsibba). Schöne Wasserfälle und Bergseen leuchten wieder im Schein der Sonne. Zwischendurch machen wir immer wieder kurze Pausen und gönnen unseren Füßen Kneippbäder im eiskalten Wasser. Als wir direkt an großflächigen Schneefeldern vorbeifahren, fühlen wir uns wie mitten in den Tiroler Bergen!

Das Wetter wird zunehmend schlechter und nachdem wir durch einen 8 km langen Tunnel fahren, befinden wir uns wie in einer anderen Welt. Die Sonne versteckt sich hinter Regenwolken und es kühlt merklich ab. Um unseren Allerwertesten ein wenig aufzuwärmen, schalten wird die Sitzheizung unseres Autos ein.

Bei Olden fahren wir in das Gebiet des Jostedalsbreen. Schon von weitem sehen wir den bläulich schimmernden Gletscherwasserfall. Dank der extrem hohen Niederschläge wächst der 475 km² große Jostedalsbre an einigen seiner 26 Zungen um bis zu 18 cm täglich, während anderswo in Europa aufgrund des Treibhauseffektes die Gletscher dramatisch abschmelzen. Wir erreichen am späten Nachmittag den im Westen gelegenen Briksdalsbre. Schnell die Wanderschuhe und eine Jacke angezogen und schon machen wir uns auf den Weg. Mehr als eine halbe Stunde über Stock und Stein sind wir unterwegs, bis wir am Fuß des Gletschers ankommen. Auf den letzten Metern macht sich bereits die kühle Luft des Eises bemerkbar. Unbeschreiblich schön ist die Gewaltigkeit des Eises und trotz des Schmutzes an der Oberfläche leuchtet das Blau aus den Gletscherspalten. Das Schmelzwasser stürzt laut tosend den Berg herunter. Aufgrund der fortgeschrittenen Tageszeit sind nur noch wenige Touristen hier. Als dann der Himmel doch noch ein wenig blau wird und die Sonne hinter den Wolken hervorguckt, ist die Stimmung perfekt.

Glücklich und bester Laune fahren wir zurück und lassen den Tag in Byrkjelo ausklingen.

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