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Obwohl diese Hytte etwas schöner aussieht, hat auch dieses Bett gekracht, als würde es beim nächsten Umdrehen zusammenbrechen. Schnell sind die letzen paar Dinge in den Taschen verstaut, es muss ja diesmal nicht alles so sorgfältig und faltenfrei gepackt werden.

Gegen Mittag heißt es „velkommen til Oslo“ und begrüßt werden wir mit wohlig warmen 21° und fast blauem Himmel. Doch zuerst müssen wir noch die 36 km zum Flughafen fahren, um unser Auto zurückzugeben. Die Abstellfläche für Hertz finden wir schnell und auch den Schalter im Flughafengebäude. Die Rückgabe verläuft genauso reibungslos (ohne irgendeine Kontrolle des Autos!) und dann schleppen wir unsere vielen Taschen zum Taxistand. Die Fahrt zurück in die Stadt überleben wir nur knapp, denn ein Autobus rammt uns fast. Dafür haben wir für die abenteuerliche Fahrt über 70 Euro bezahlt!

Unser Hotel liegt direkt im Zentrum und nachdem wir die Taschen teilweise im Zimmer und an der Rezeption verstaut haben, geht es auch schon wieder los. Unser erstes Ziel ist das Kongelige Slottet, denn wir möchten die Wachablöse, die jeden Tag um 13:30 Uhr stattfindet, ansehen. Bei genauerer Betrachtung muss man sagen, dass die ganze Prozedur eigentlich ein Zirkus für die Touristen ist. Da marschieren mehr als zwanzig kostümierte, nein unformierte junge Männer auf, um die Kollegen an den verschiedenen Positionen abzulösen. Nach einer halben Stunde ist der ganze Spuk vorbei und wir spazieren zum Hintereingang, um eine Führung durch das Innere mitzumachen. Dass das aber so schwierig werden würde, hätten wir uns nie gedacht. Vor dem Eingang sitzen drei Personen und teilen den ganzen lieben Tag lang den vielen Touristen mit, dass sie sich zuvor ein Eintrittsticket besorgen müssen. Diese gibt es in allen Postämtern in ganz Norwegen, aber das nächste liegt eh ganz in der Nähe. Also machen wir uns gleich auf den Weg und finden auch prompt das kleine Office. Wir gehen zum erstbesten Schalter, worauf die Leute um uns herum zu meckern beginnen. Es dauert eine Weile, bis wir verstehen, dass es beim Eingang einen Ticketautomaten gibt, wo wir uns eine Nummer ziehen müssen. Diese wird beim nächsten frei werdenden Schalter elektronisch angezeigt. Wir müssen Gott sei Dank nicht lange warten, bis wir unsere Eintrittskarten für das Schloss bekommen. Einen kleinen Haken hat die Sache dann doch, denn die Schalterbeamtin gibt uns ein Ticket für die Führung um 14:20 Uhr und nach einem kurzen Blick auf die Uhr wissen wir, dass wir ganze 10 Minuten Zeit haben, um wieder zum Schloss zu kommen. Rasch, rasch, … aber wir schaffen es.

Im Foyer müssen wir alle unsere Sachen abgeben, danach schickt man uns zu zwei großen Körben. Wir trauen unseren Augen nicht, da liegen Duschhauben drinnen, die wir über unsere Schuhe ziehen müssen! Auf der gesamten Führung durch die Räume werden wir von einem Security Guide begleitet und wehe dem, der einen Schritt zu nahe an irgendeinen Tisch oder Bild herantritt!

Das Schloss wurde zwischen 1824 und 1848 auf einem Hügel westlich der Stadt erbaut. Die Architektur des Palastes ist stark beeinflusst durch den „Empire style“, mit Anlehnungen an die römische und griechische Klassik. Mit einen 173 Räumen ist es ein relativ „kleiner“ Palast, dafür sind seine Innenräume reich dekoriert.

Wir erfahren sehr viel über die Geschichte von Oslo, dem Leben des König Olav und über das Interieur des Schlosses. Die paar Räume, die wir besichtigen dürfen, beeindrucken uns sehr. Während der Wintermonate bewohnt das Königspaar das Schloss (da weht auf dem Dach die Fahne) und es gibt es keine Besichtigungstouren. Gemütlich schlendern wir danach zum Hafen, wo reges Treiben herrscht. Menschenmassen drängeln sich entlang der Fußgängerzone . Auf der einen Seite reiht sich ein Geschäft an das andere, auf der anderen Seite reiht sich ein Schiff an das andere. Auf einigen haben sich First- class-Restaurants einquartiert. Wir begnügen uns mit den „Köstlichkeiten“ von McDonalds. Überall lungern die vor allem jungen Leute herum und vertreiben ihre Zeit mit essen, tratschen oder manche von ihnen genießen auch ein Schläfchen. Bei einer großen Menschentraube bleiben auch wir stehen, denn da spielt eine Band auf einem Schiff.

Auf dem Rückweg zum Hotel hören wir schon von weitem Blasmusik, die vom Theaterpark herüberkommt. Da spielen wahrscheinlich irgendwelche Bayern, ist unser erster Gedanke. Aber als wir dann den Park erreichen und sehen, dass da zwei verschiedene Gruppen musizieren, die beide mit österreichischen Fahnen geschmückt sind, kommen Heimatgefühle auf (obwohl ich Blasmusik eigentlich gar nicht mag). In einer Pause fragen wir sie dann, woher sie kommen und staunen nicht schlecht, als wir hören, dass die beiden Gruppen aus Asten und Hörsching kommen und auf Musiktournee sind. Wir sind also beinahe Nachbarn. Die Passanten sind so angetan von unserem österreichischen Kulturgut, dass sie spontan das Tanzbein schwingen.

Wir hören ihnen eine ganze Weile zu und beobachten die herankommenden Leute, wie sie so auf diese Art von Musik reagieren. Am meisten zu begeistern sind die Kinder, die hüpfen und wirbeln herum zum Takt der Musik!

Mit brennenden Füßen und Schmerzen im Kreuz kommen wir geschafft wieder im Hotel an.

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