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Nach dem getrennten Verbringen der Nacht, frühstücken wir wieder gemeinsam. Wir lümmeln noch Stunden auf dem Bett und lauschen dem Fernseher. Immer wieder zeigen sie die schrecklichen Bilder der überfluteten Gebiete. Die Menschen sind schockiert, denn so schlimme Regenfälle gab es noch nie. Viele haben ihr Hab und Gut verlassen müssen und stehen nun existenzlos da. Da werden bei uns die Erinnerungen aus dem Jahr 2002 wach, als es auch in Österreich zu so schlimmen Überflutungen kam.

Zu Mittag ziehen wir um und zwar in das Doppelzimmer, das wir von zuhause aus reserviert hatten. Das Zimmer liegt genau gegenüber der Start- und Landebahn von Heathrow. Wie kleine Kinder kleben wir mit den Nasen an der Fensterscheibe und schauen den Fliegern beim Landen zu. Von unserer Perspektive sieht es aus, als würden die Maschinen auf den Dächern der Hangar landen. Fast im Minutentakt segeln sie herein. Am Horizont sind die nächsten drei bis vier schon zu sehen. Der letzte ist nur noch als kleiner, silberner Punkt auszumachen.

Gleich neben dem Hotel gibt es eine Bowlinghalle, in der ein McDonalds ein Verkaufpult hat. Wir beschließen uns dort ein Mittagsessen zu besorgen. Als gäbe es hier etwas gratis, wimmelt es hier nur so von Eltern, Kindern und Behinderten mit deren Betreuern. Wir setzen uns mit unserem Essen an einen Tisch direkt an die angeschlossenen Kegelbahnen. Fast alle Reihen sind besetzt und mit Begeisterung werden die Kugeln geworfen. Für die ganz Kleinen gibt es eine eigene Hilfe in Form eines Metallgestells, wo die Kugel darauf gelegt wird und die dann mit einem leichten Schubs abrollt. Mehr als zwei Stunden schauen wir den verschiedenen Gruppen zu. Bowling ist Englands Volkssport und das sieht man hier. Außerdem ist es das richtige Schlechtwetterprogramm. Es regnet zwar heute mal ausnahmsweise nicht, aber Badewetter herrscht auch keines.

Den restlichen Nachmittag hängen wir wieder im Hotel herum. Man merkt, dass wir ausgelaugt sind und Ruhe brauchen können. Wir haben versucht, unsere Flüge für heute umzubuchen, aber dafür hätten wir für uns beide fast 800 Euro Aufzahlung und Umbuchungsgebühren bezahlen müssen. Das ist es uns auch nicht wert.

Als wir am Abend noch einmal zu McDonalds gehen wollen, steht ein Türsteher am Eingang und meint wir müssen einen Pfund pro Person bezahlen, nur dass wir zum Verkaufsstand gehen können. Die sind ja komplett verrückt –    dreieinhalb Euro und dann haben wir noch gar nichts gekauft! Von unseren Vorräten ist nur noch dünnes Roggen- Vollkornbrot übrig, daher ernähren wir uns klassisch von Brot und Wasser. Mahlzeit! Wir nehmen uns vor, am Sonntag zuhause den Griller anzuwerfen, denn wir brauchen endlich wieder einmal was Ordentliches zu Essen!

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