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Wir finden im Radio ein lustige Sendung, den „Wetterfrosch im DRS-1. Der Sprecher gibt erst die vielen Geburtstagswünsche an die „95- jährigen, die im Altbetagten-Zentrum leben durch, bei denen die Großkinder und Urgroßkinder herzlich gratulieren  übrigens, von uns auch die besten Wünsche! Dann kommen um „vierzehn minütli über nüni die Wetternachrichten. „Im Norden der Schweiz ist wieder etwas Regen angesagt und Temperaturen um die 25°. Im Tessin kann es stellenweise etwas wolkig sein bei 30°. Ja, mehr wollen wir ja gar nicht hören! Spätestens zu diesem Zeitpunkt denken wir an Euch zu Hause, denn ganz Rest-Europa ist leider mit Regen gesegnet. Tut uns furchtbar leid, aber wir können auch nichts dafür!

Heute fahren wir auf die gegenüberliegende Seite des Lago Maggiore. Magadino ist der Ort, von dem die Ebene ihren Namen hat. Es ist das nördlichste und größte Uferdorf, fast so etwas wie die Hauptstadt der Region. Die Pfarrkirche San Carlo steht alljährlich im Juli im Mittelpunkt internationaler Orgelfestspiele. Die große Orgel beeindruckt uns auch, aber der Rest der Kirche nicht unbedingt.

Wir fahren weiter nach Vira, die Stadt der Fresken. 1970 und in den beiden darauffolgenden Jahren hatte die Gemeinde Mailänder Kunststudenten zu einer „Scuola dell Affresco geladen, und die jungen Maler ließen sich nicht lange bitten. An etlichen Häuserwänden befinden sich die verschiedensten Bilder. Wir schlendern durch die schmalen mittelalterlichen, mit den runden Steinen gepflasterten Gassen. Uns gefallen die Bemalungen auf den Fassaden sehr gut. Es sind neben den vielen Blumen schöne „Farbkleckse und modernisiert das alte Stadtbild.

Die überdachten Durchgänge und verwinkelten Gassen bieten uns ein wenig Schatten zum Abkühlen. Am Ende einer solchen Gasse stoßen wir dann auf die Pfarrkirche San Pietro. Sie steht auf einer teilweise künstlichen Plattform im See. Man sieht ihr die lange Geschichte, die bis ins 8. Jahrhundert reicht, nicht mehr an. Viele Umbauten (1617, 1630 und 1805) bescherten ihr ein Stil-Durcheinander.

17 Kilometer von Vira entfernt und fast an der italienischen Grenze liegt eines der besterhaltenen Tessiner Bergdörfer: Indemini. Unser Auto wird ordentlich gefordert auf der Fahrt dorthin, denn es geht auf schmalen Straßen permanent in Serpentinen hinauf. Landschaftlich ist die Strecke aber sehr schön. Anfangs führt sie an kleine Ansiedlungen mit Blumenmeeren vorbei und danach durch dichte Laub- und Kastanienwälder, die von riesigen gelben Goldregensträuchern durchzogen sind. Die Temperatur ist in dieser Höhe auf 19° gesunken, aber es ist nicht wirklich kalt. Die Natursteinhäuser von Indemini mit bis zu vier Stockwerken schmiegen sich auf teilweise künstlichen Terrassen eng an den Steilhang und lassen kaum Platz für das Gassenlabyrinth. Typisch die “portigh, tunnelartige Straßendurchgänge, die dem Ort ein unverwechselbares Aussehen geben. Indemini, heute noch von siebzig Menschen bewohnt, zählte vor fünfzig Jahren dreimal so viele Einwohner, die vom nicht immer legalen Grenzverkehr mit Italien lebten. Wir fahren aber nicht bis nach Italien weiter, sondern genießen das Flair dieses Dörfchens.

Nach einem Spaziergang durch die schmalen, holprigen Gassen, wo uns einige bunt bemalte Wasserhydranten anlächeln, machen wir es uns auf einem Aussichtsbankerl bequem. Ein Picknick mitten im Grünen, die Vögel zwitschern und die Kirchenuhr schlägt…

Es ist noch nicht allzu spät, als wir die Rückreise antreten und deshalb beschließen wir spontan, einen Stop in Ascona einzulegen. An der Promenade gönnen wir uns den Luxus eines Eiskaffees für 9,10 Franken pro Eis (ca. 6 Euro)! Dabei können wir bequem  wie vorm Fernseher  der Segelregatta, die auf dem Lago stattfindet, zusehen. Auch eine Schar Enten scheint einen Wettlauf zu veranstalten. Es ist leicht windig und die Wolkendecke macht langsam zu. Wir spazieren zum Parkplatz zurück und fahren „nach Hause.

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