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Strahlend blauer Himmel, zwar nur 15°, aber es sieht sehr freundlich aus. Unser Vermieter hat uns eben erzählt, dass es in Mallorca gestern starke Stürme gegeben hat und ganze Landstriche überflutet sind. Diese Insel ist nur eine halbe Flugstunde von uns entfernt! Da beschweren wir uns nicht mehr über die schwarzen Wolken von gestern.

Heute ist Markttag in Cullera, den wir als erstes besuchen. Schon von weitem sehen wir nach der Abfahrt von der Autopista den Schriftzug Cullera auf dem Bergrücken – das haben sie sich wohl in Hollywood abgeguckt! Nach einigen erfolglosen Anläufen einen Parkplatz zu finden, weichen wir auf den Stadtrand aus. Tut uns ganz gut, ein paar Schritte zu laufen. Die Stadt sieht auf den ersten Blick ganz nett aus mit ihren engen Gassen und alten Häusern. Den Markt finden wir auf Anhieb, sonst aber schon nichts. Ein Stand reiht sich an den anderen und alle verkaufen nur Ramsch und altfaderische Klamotten. Die Omis über 80 haben ihre Freude daran. Das einzig Interessante sind die Churros-Bäcker. Es handelt sich hier um einen „Stangenkrapfen“ aus Brandteig, der schwimmend im Fett ausgebacken, mit Staubzucker bestreut und in heiße dickflüssige Schokolade getunkt, gegessen wird. Wir muten aber unserem Magen diese fettigen Dinger nicht zu und belassen es dabei, nur bei der Produktion zuzusehen. Wir statten noch der kleinen Markthalle einen Besuch ab und dann kehren wir wieder zum Auto zurück. Haken wir diesen Ausflug als Zeitverschwendung ab und fahren zurück in Richtung Süden.

Im Norden der Costa Blanca liegt an einer 25 km langen Bucht die kleine Hafenstadt Xàbia. Nördlich davon erhebt sich der 753 m hohe Montgó, ein Naturpark. Schnell und mühelos erreichen wir die modernen Vororte. Nur dann schickt uns Susi kreuz und quer im Wohngebiet umher, sodass wir komplett die Orientierung verlieren. Also beschließen wir, einfach das Auto in einer Straße abzustellen und zu Fuß die Stadt zu erkunden. Wieder enttäuscht uns unser Explorergefühl nicht und wir finden auf Anhieb die Altstadt. Malerische Gassen und  Plätze vermitteln uns sofort ein heimeliges Gefühl. Vor den Türen, Fenstern und auf Balkongitter leuchten die unterschiedlichsten Blüten und Grün-pflanzen. Bunt bemalte Keramiktöpfe und Hausschilder zeigen das Handwerk der ansässigen Künstler. Wir statten als erstes der Markthalle einen Besuch ab. Na ja, um ehrlich zu sein, Markthallen sind ein sicherer Geheimtipp geworden, wenn man dringend mal auf´s Klo muss, denn dort gibt es mit Sicherheit immer eins.

Um das herrliche Wetter auch zu nützen, schlendern wir anschließend ziellos in den malerischen Gassen herum. Als wir dann aber den Kirchenplatz erreichen und dort im Garten eines kleinen Cafés Leute sitzen sehen, die Tapas genießen, lassen wir uns nicht lange überreden und setzen uns dazu. Die Wirtin spricht kaum Englisch, aber wir schaffen es doch, ein paar Leckerlis zu bestellen. Während wir darauf warten, schmökern wir in unserem Reiseführer und beschließen am Nachmittag die Miradors – Aussichtspunkte – zwischen dem Cap de Sant Antoni im Norden und dem Cap de la Nau im Süden zu erkunden. Doch vorerst genießen wir einheimische, spanische Küche – muy bien!

Das Sitzen hier wäre sehr gemütlich gewesen, aber alles hat ein Ende. Bevor es zurück zum Auto geht, bestaunen wir noch die Wehrkirche, die sich direkt gegenüber der Bar befindet. Der Herr Pfarrer macht auch gerade Siesta und daher ist sie verschlossen und wir verabschieden uns von diesem süßen Ort.

Eine kurvige Straße führt hinauf in den Naturpark des Montgó-Massivs, wo die Berge bis ans Meer reichen und dort herrliche Steilküsten bilden. Als erstes steuern wir das Cap de Sant Antoni an. Ein gewaltiger, rosafarbener Leuchtturm thront dort direkt an den Klippen, die mit riesigen Opuntien bewachsen sind. Rundherum blühen Lavendel und viele andere Bergpflanzen. Die Aussicht hinunter auf den Hafen, die Stadt und das Meer ist einfach wunderschön. Die Ruhe hier oben ist sehr beruhigend, nur das Kreischen der Möwen und das Tackern von Benzinbooten sind zu hören. Und wir ganz allein, das haben wir selten!

Wir genießen eine Zeitlang die besondere Stimmung und setzen dann unsere Tour fort. Auf dem Weg zum Mirador Els Molins können wir Wahnsinns-Villen bestaunen und am Abhang ist auch hier der Blick herum wieder unvergleichlich.

Mehr als die Hälfte der 15 ausgeschilderten Aussichtspunkte erwandern wir und überall ein ähnliches Bild: türkises Meer, in dem bemalte Boote tuckern, bewachsene Steilküsten, Blumen, Leuchttürme und Villen, die so in die Felsen gebaut sind, dass es aussieht, als würden sie jeden Moment hinunter stürzen.

Als wir uns aber dem Cap de Nau nähern, wird die ganze Geschichte schon touristischer. Direkt am Arenal-Strand ein Restaurant neben dem anderen und als wir dann das Cafe AUSTRIACO & WIEN erblicken, können wir doch nicht widerstehen. Wir bestellen und einen Milchkaffee und leckere Topfentorten. Ein bisschen Heimatgefühl kommt auf!

Als letztes Ziel steuern wir das Cap de Nau an, das am westlichsten Punkt von Valencia liegt. Es ist zugleich der näherste Punkt zu Ibiza und dem guten Wetter verdanken wir es, dass wir zu dieser Insel auch hinübersehen können. Dieses Cap war lange ein wichtiger Punkt für die Schifffahrt und daher befindet sich auch hier ein gewaltiger Leuchtturm, der 1914 konstruiert wurde.

So, das war es für heute und langsam machen wir uns auf die Rückfahrt nach Pego. Ein wunderbarer Tag neigt sich wieder dem Ende und bis die Sonne endgültig untergeht, verbringen wir die Zeit noch im hübschen Garten unserer Vermieter.


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